Freitag, 20. November 2020

fröhlicher Hirse-Auflauf

 

Im Mittelalter bezeichnete man Hirse als das "fröhliche Getreide". Heute meint man damit eher, dass sie auch bei jahreszeitlichen Depressionen helfen kann, also bei der berüchtigten Winterdepression. Ob das auch für C-L-Quarantäne Depressionen gilt? 

Hirse ist auf jeden Fall unglaublich vielseitig und steckt voller gesunder Vitalstoffe, ist glutenfrei und leicht bekömmlich. Sie ist nicht nur seit Tausenden von Jahren ein wichtiges Lebensmittel, sondern auch in der Heilkunde bewährt und wirkt aufbauend, wärmend, verjüngend, nervenstärkend, entwässernd, entgiftend und entzündungshemmend. Das klingt sehr nach Superfood, oder? Hirse wäre es wert, öfter auf dem Speiseplan zu landen! 



Von den vielen Hirsesorten soll die Goldhirse am gesündesten sein, sie ist auch im heutigen Auflauf mit Äpfeln enthalten. 

Das Rezept stammt aus diesem sehr netten Kochbuch, das ich neulich bei Maria gewonnen habe 😍 


Das Buch enthält gesunde fantasievolle Gerichte und gute Ideen von Mitgliedern des Österreichischen Verbandes der Ernährungswissenschaften nach dem Motto "selbst und frisch kochen". Maria hat es hier näher beschrieben und selbst auch ein rotes Curry beigesteuert. Ich habe mir außer dem Hirse-Auflauf noch einige weitere schöne Gerichte markiert. 

 

Topfen-Hirse Auflauf

(für 1 Form von ca. 24 cm DM)

150 g Goldhirse
250 ml Milch
125 ml Wasser
1 Prise Salz

2 Eier (M), getrennt
1 Prise Salz
250 g Topfen / Quark
1 EL, ca. 30 g Rohrohrzucker und Vanilleextrakt (orig. nur 1 P. Vanillezucker)
optional 1/2 bio Zitrone, Schale und Saft
2 große Äpfel (orig. 4 mittelgroße)
etwas gemahlener Zimt

Butter für die Form

Zubereitung:
Zuerst die Hirse kochen. Dazu Milch und Wasser mit der Prise Salz aufkochen lassen und die Hirse einrühren. Unter gelegentlichem Rühren sanft köcheln, bis die Hirse die Flüssigkeit aufgenommen hat. Dann zugedeckt quellen und auskühlen lassen.

Das Backrohr auf 180°C vorheizen und eine Form gut mit Butter bestreichen. 

Die Äpfel schälen, vierteln und blättrig schneiden. Mit ein wenig Zitronensaft und beliebig viel Zimt vermischen. 

Die Eier trennen. Eiklar mit einer Prise Salz zu Schnee schlagen und beiseite stellen.
Eidotter mit Zucker und Aromen schaumig schlagen und den Topfen einrühren. Dann die Hirse einmengen und zum Schluss den Eischnee. 

Die Hälfte der Masse in die Form streichen, die Äpfel darüber verteilen und die restliche Hirse-Topfen Masse darüber verstreichen. Den Auflauf im Rohr rund 45 Minuten backen (im Original nur 30 Minuten, aber das wäre mir zu kurz gewesen). 

Anzuckern und am besten (lau-) warm servieren, bei uns gab es einen Zwetschkenröster dazu. 


Sehr sehr köstlich!


Es ist laut Originalrezept außer einem Packerl Vanillezucker kein Zucker im Auflauf enthalten. Ich war erst skeptisch, dachte an einen Fehler im Rezept und habe wenigstens einen guten Esslöffel Zucker verwendet. Für uns hat die Süße (oder eher nicht-so-Süße) dann aber genau gepasst! 

Der Auflauf kann als Hauptspeise (nach einer Suppe) oder als warmes Dessert serviert werden. Empfehlung! 

~ ~ ~

Einen Hirse-Tipp habe ich gelesen: Zur Entgiftung 1x pro Woche einen Hirsetag einlegen: gekochte Hirse mit gedünstetem Obst oder Gemüse 3x täglich essen und viel Tee (Brennessel, Birke, Mariendistel) über den Tag verteilt trinken, Gewürze sind erlaubt. Ich werde das sicher einmal ausprobieren...


Übrigens, könnte Hirse durch ihren Kieselsäuregehalt von Vorteil sein bei der Behandlung von Lungen- und Bronchien-Erkrankungen (Quelle www). Ich (als medizinische Laiin!) finde das in Zeiten wie diesen nicht uninteressant, oder? In diesem Sinne bleibt und haltet euch alle gesund!



Freitag, 13. November 2020

Apfeltag Apfelschlangerl Apfelgenuss

 

Heute ist nicht nur Freitag, der 13. (für mich ein Glückstag), sondern wie jedes Jahr am 2. Freitag im November, der österreichische Tag des Apfels
Kürzlich ging die Meldung über den ältesten Apfel von Wien durch die Medien. Bei Ausgrabungen einer Siedlung aus der Jungsteinzeit fand man verkohlte Reste eines 4000 Jahre alten Wildapfels. Er dürfte beim Dörren ins Feuer gefallen und daher entsorgt worden sein. Interessant fand ich, dass es zu dieser Zeit im Raum Wien viele Eichenwälder und an den Flüssen und Bächen Auwälder mit Wildapfelbäumen gegeben hat. Äpfel, wie wir sie heute kennen bzw. deren Vorfahren, kamen erst in der Römerzeit nach Mitteleuropa. 



Zum heurigen Apfeltag habe ich nach längerem wieder "Apfelschlangerl" gebacken.

Apfeltorte  zum Apfeltag 2019

Apfelrisotto zum Apfeltag 2018


Apfelschlangerl
(Menge für 1 mürben Apfelstrudel)

Teig:
245 g Dinkelmehl (orig. 250 g Weizenmehl)
250 g Butter in Würfeln
125 ml Weißwein, nach Bedarf
1 gute Prise Salz

Fülle:
4 - 5 mittelgroße Äpfel, eher säuerliche
Zitronensaft von 1/2 Zitrone
ca. 4 EL Zucker je nach Belieben und Süße der Äpfel
gemahlener Zimt
(optional Rosinen)

Zubereitung:
Für den Teig Mehl mit Butter abbröseln, salzen und den Weißwein nach und nach dazugeben und rasch verkneten, nur so viel, dass der Teig nicht zu weich wird. Er muss auch nicht "schön" bzw. glatt werden. Den Teig eine halbe Stunde kühl rasten lassen.

In der Zwischenzeit die Fülle herstellen: Äpfel schälen, vierteln, blättrig schneiden, aber nicht allzu dünn. Mit dem Zitronensaft vermischen, dann Zucker und Zimt unterrühren. Da der Teig keinen Zucker enthält, kann die Fülle durchaus ein bisschen Süße vertragen. 

Das Backrohr auf 180°C vorheizen. 

Den Teig auf gut bemehlter Arbeitsfläche zu einem Rechteck ausrollen und auf ein Backblech + Papier legen. Die Apfelfülle darauf verteilen, aber an den Rändern mehrere cm Platz lassen. Die Teigränder jeweils zur Mitte hin einschlagen und leicht andrücken, so dass die Fülle möglichst zugedeckt ist. 

Im Ofen backen, bis der Strudel schön gebräunt ist. Ein bisschen auskühlen lassen, dann gut anzuckern. 

perfekter, fruchtiger, nicht picksüßer Apfelgenusssss!! 


"Apfelschlangerl" ist ein oberösterreichischer Ausdruck für einen mürben Apfelstrudel, am besten schmeckt er mit einer säuerlichen Apfelsorte. Mein Rezept kam als bewährtes Familienrezept vor vielen Jahren zu mir - von der Familie (bzw. dem Mann) habe ich mich einst verabschiedet, aber die Apfelschlangerl habe ich mir mitgenommen 😊   

Ich sollte sie öfter backen, in diesem Sinne gesunde Grüße vom Apfeltag!

Interessantes zum Nachlesen zum Freitag, dem 13. und Apfeltag




Samstag, 31. Oktober 2020

mein Oktober war pink rosarot


Wenn Andrea in ihrem Blog die Zitronenfalterin, fragt, wer oder was unsere Oktoberlieblinge waren, ist bei mir die Antwort heuer eindeutig -- pink rosarot! Diese Farbe hat mich den ganzen Monat hindurch in irgendeiner Weise begleitet. 
Die schönen, aber giftigen, Herbstzeitlosen (Foto oben und unten) wachsen übrigens recht zahlreich im Lainzer Tiergarten in Wien. 










Meine persönliche Challenge im Oktober aber war es, die Farbe pink auch in der Küche weiter zu verfolgen, also etwas farblich passendes zu kochen oder zu backen. Nicht immer waren die Speisen pink oder rosarot, aber zumindest rötlich... 




Zwetschken-Tarte

Tarte Tatin mit roten Zwiebeln nach "Bruno"

etc.


Das Rezept für einen pinken Aufstrich (siehe unten) am heutigen letzten Oktobertag ist von der Farbe her ein Hit, oder? Kein Wunder, denn Rote Rüben bzw. Bete färben immer intensiv und kräftig! Auch das, was sie nicht färben sollen...


schneller Aufstrich mit Roten Rüben
(für 1 kleines Gläschen)

ca. 90 g gegarte rote Rüben / Bete
3 EL Frischkäse natur
Salz
Pfeffer
etwas Kümmel
1 Prise Thymian
1 Spritzer Balsamico
ca. 1 TL Kren / Meerrettich

Zubereitung: Die roten Rüben in Würferl schneiden und gemeinsam mit dem Frischkäse mit dem Mixstab fein pürieren. Würzen und frisch geriebenen Kren je nach Belieben bzw. Schärfe einrühren. 

Nicht nur farblich bestens!! Der Aufstrich sollte aber gut gewürzt sein, finde ich, sonst könnte er  langweiliger schmecken, als er aussieht. 





Die bekannte rosa Schleife schmückt auch das derzeit wichtigste Utensil - auf den Brustkrebsvorsorge-Monat Oktober und das pink ribbon Symbol habe ich hier und hier ja bereits hingewiesen. (Das Kochen nach Farbe zu diesen Beiträgen hat mir großen Spaß gemacht und auch Maria, Mädel vom Land, hat sich mit einem schönen Rezept angeschlossen.)

Trotzdem schreibe ich als medizinische Laiin gern jetzt Ende Oktober zum 3. Mal (und hoffe, ich gehe euch damit so auf die Nerven, dass ihr mir nun glaubt...), wie wichtig Brustkrebsvorsorge in jedem Alter ist! Das Selbstabtasten der Brust und die Mammographie, die rosa Schleife erinnert daran. Ich trage sie gern und fühle mich solidarisch mit Betroffenen. Der Erlös von pink ribbon Produkten kommt Bedürftigen und u.a. auch der Forschung zugute. Diese hat im letzten Jahrzehnt wirklich große Fortschritte in der individuellen Krebstherapie und Entwicklung von Medikamenten gemacht, die Hoffnung geben. In diesem Sinne beende ich meinen Oktober in pink. 




verlinkt zu Andrea, Zitronenfalterin
ein schönes Monatsmotto, liebe Andrea,
liebe Grüße aus Wien



Samstag, 17. Oktober 2020

pink im Oktober - roter Reissalat, Shrub und Radieschen

 

Der "pinke rosarote Oktober" bei mir geht weiter! 
Hier habe ich bereits die Pink Ribbon Aktion erwähnt, die besonders jeden Oktober auf die Brustkrebsvorsorge aufmerksam macht. Denn in den letzten 25 Jahren erkrankten in Europa unglaubliche 12 Millionen Frauen an Brustkrebs - genauer gesagt sind es 99% Frauen und 1% Männer. Selbst im kleinen Österreich gibt es pro Jahr etwa 5.500 von Brustkrebs Betroffene (Quelle Pink Ribbon Broschüre), viel zu viele! 

Es ist mir (als medizinische Laiin) ein persönliches Anliegen, zu schreiben, wie wichtig daher die Früherkennung (klick) ist! Das Früherkennungs-Programm bei uns beinhaltet Mammographie plus Ultraschall, Befunderstellung durch 4-Augen-Prinzip, die Zertifizierung von Radiolog*innen etc. Auch wenn die Untersuchung nur alle 2 Jahre vorgesehen ist, kann frau sich jederzeit bei Bedarf dafür freischalten lassen! 

Viele nutzen das (kostenlose) Angebot aber nicht oder fürchten sich vor Schmerzen während der Mammographie... ja, es gibt angenehmere Dinge als eine eingequetschte Brust, aber diese kurze Untersuchung kann Tumore erkennen, auch wenn man sie (noch) nicht selbst ertasten kann! Einer guten Bekannten ist genau das passiert und sie befindet sich dank Operation und Therapien auf dem besten Weg, gesund zu werden. Ist das nicht Grund genug, um alle Vorsorgemöglichkeiten anzunehmen? 

(Werbung durch Namensnennung, unaufgefordert, unentgeltlich!)



Nicht gerade pink, aber zumindest rötlich ist mein heutiges Gericht zu pink im Oktober. Der burgenländische rote Reis hat mich zu einem Reissalat inspiriert als Beilage zu Lachs und kurz mitgebratenen Radieschen. Ein wahres Festessen, bei dem ein gut gereifter Shrub (siehe weiter unten) eine wichtige Rolle spielte!


roter Reissalat
(für ca. 3 Personen als Beilage)

120 g roter Reis 
1 mittelgroße rote Zwiebel
1/2 Bund Petersilie
1 Handvoll Mandelstifte 
1 Handvoll rote Weintrauben

Dressing:
2 EL Balsamico oder guten Balsamessig oder Shrub* (ich)
reichlich Olivenöl
1 TL Senf
Salz
Pfeffer

Zubereitung

Zuerst den Reis nach Packungsanweisung (hier in der doppelten Menge Wasser) mit ein wenig Salz kochen und ausquellen lassen. 
Die Zwiebel fein schneiden, die Petersilie hacken, die Mandelstifte in einer Pfanne trocken rösten und die Weintrauben halbieren. 
Die Zutaten für das Dressing mit einem Schneebesen gut verrühren, so dass es schön sämig wird. Alles vermischen, abschmecken und etwas durchziehen lassen. 

Der Salat kann lauwarm oder kalt für sich allein stehen oder als Beilage zu zB. Fisch serviert werden. Reste schmecken auch am nächsten Tag bestens. Durch den gereiften Shrub, der mit einem guten Balsamico vergleichbar ist, bekam der Salat das gewisse Etwas!! 


Shrub
Vor mittlerweile 5 Jahren habe ich mich an die Herstellung eines Erdbeer-Shrubs gewagt (klick).  Ein solcher enthält zu gleichen Teilen frische Früchte, Zucker und guten Essig. 
Nachdem die Mischung damals 3 Wochen durchgezogen hatte, füllte ich die schöne rote Flüssigkeit in eine Flasche ab. Mein Shrub schmeckte aber immer noch sehr deutlich nach Essig und so vergaß ich die Flasche für einige Zeit...

Jetzt, 5 Jahre später ist aus meinem ehemals roten, eher essigsauren Erdbeer-Shrub ein sensationeller milder, fruchtiger, dickflüssiger und dunkler "Balsamico" geworden (siehe Foto oben). Er eignet sich zum Verfeinern von Süßspeisen genauso wie für pikante Gerichte, wie eben jeder "normale" Balsamico aus Weintrauben auch! Empfehlung!
 
Kennt ihr Shrub? Ich werde das Thema weiter verfolgen... 




Lachsfilet und mitgebratene Radieschen

Kurz gesagt werden Lachsfilets gewürzt und in ein wenig Olivenöl kross gebraten.
Gegen Ende der Bratzeit habe ich Radieschen-Stücke (je nach Größe geviertelt oder geachtelt) zum Mitbraten in die Pfanne gegeben. Mit ein wenig Salz versehen und mit etwa 1 Löffel Shrub oder Balsamico beträufeln. 

Den Fisch aus der Pfanne nehmen und die Radieschen noch ein wenig durchschwenken, sie sollen knackig bleiben. 

Den Fisch gemeinsam mit den Radieschen und dem lauwarmen Reissalat servieren und genießen! Große Empfehlung! 


liebe Grüße


Sonntag, 11. Oktober 2020

ein Ingwerfest feiern

So sieht frischer Ingwer aus dem Burgenland aus - mit farblich interessanter, eher weicher Schale und hellgelber Knolle. Mich freut es sehr, dass sich innovative Landwirt*innen über neue Sorten "drübertrauen" und sie bei uns anbauen. 

Ich habe den frischen Ingwer sofort verwertet - man muss die Feste schließlich feiern, wie sie fallen, oder? Das abgeschnittene Stück (Foto oben, rechts) machte meine heutige Suppe mit ofengeröstetem Kürbis nicht vorherrschend scharf, sondern vielmehr sehr erfrischend. Ein weiteres Stück Ingwerknolle habe ich gemeinsam mit Knoblauchzehen in Honig eingelegt, das ist eine besonders spannende Sache! Siehe weiter unten.

 



Ofenkürbis Suppe mit frischem Ingwer
(für 2-3 Portionen)

½ Hokkaido-Kürbis, ca. 375 g, geputzt gewogen, würfelig geschnitten
Salz, Pfeffer
Öl
1 kl. Zwiebel
1 – 2 Knoblauchzehen nach Belieben
1 walnussgroßes Stk. frischer Ingwer (vom "normalen" handelsüblichen Ingwer würde ich weniger verwenden)
1 Karotte, geraspelt
1 reife Birne, würfelig
etwas getrocknetes Zitronengras
Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer
Chili nach Belieben
1 Schuss Obers / flüssige Sahne
1 Prise Zimt
Kürbiskerne zum Bestreuen

Zubereitung:
Mit dem Ofenkürbis beginnen und das Backrohr auf 190/200°C vorheizen. Die Kürbiswürferl in einer Schüssel würzen, mit Öl vermischen und auf einem Backblech im Rohr schön rösten. 

Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und Karotte in etwas Öl sanft anbraten, ohne Farbe nehmen zu lassen. Die Gewürze dazu geben und mit etwas Obers und Wasser aufgießen. Kurz köcheln lassen und dann den ofengebratenen Kürbis und die Birne beifügen. Die Flüssigkeit anpassen (Wasser) und die Suppe - je nach Reifegrad der Birne - entweder kurz weiter köcheln lassen oder sofort pürieren. Mit Zimt abschmecken und servieren. 


Der Ofenkürbis bringt schön würzige Röstaromen mit, die Birne sorgt für eine leichte süßliche Milde und der tolle frische Ingwer ist das Highlight in der Suppe! Der Ingwer ist nicht sehr scharf, nur ein bisschen, und macht die Suppe frisch und beschwingt!! 



in Honig eingelegter (fermentierter) Knoblauch und frischer Ingwer

Zutaten:
bio Honig, idealerweise ein flüssiger Blütenhonig (unbedingt einen bio Honig verwenden, der vor dem Verkauf nicht erhitzt wurde)
mehrere Knoblauchzehen, geschält 
etwa gleich viel frischer Ingwer mit Schale

1 sterilisiertes Glas mit Bügeldeckel und Gummi, durch den während der Fermentation Gase entweichen können. Ein Schraubglas eignet ich nicht so gut. 

Zubereitung:
Den Ingwer in nicht allzu dünne Scheiben schneiden, die Knoblauchzehen je nach Größe ganz lassen oder halbieren. Gemeinsam in ein Glas geben, wobei das Glas höchstens zu 3/4 gefüllt werden sollte. So viel Honig drüber leeren, dass Ingwer und Knoblauch vollständig bedeckt sind. Das Glas bei Raumtemperatur an einen dunklen Ort stellen.

Einmal täglich soll das Glas geöffnet und vorsichtig umgerührt werden, dass Gase austreten können. Ingwer und Knoblauch steigen anfangs im Glas nach oben (siehe Foto) und sollen dadurch auch wieder in den Honig gedrückt werden. Die Fermentation dauert in etwa 6 - 8 Wochen, Knoblauch und Ingwer können aber auch länger reifen. 

Inspiration aus dem www und von Doris (Werbung unverlangt und unentgeltlich). 


Etwa zur Halbzeit, nach drei Wochen Fermentation sieht die Sache so aus (siehe Foto). Knoblauch und Ingwer sind bereits dunkler und der Honig flüssiger geworden. Ich öffne jetzt auch nicht mehr täglich das Glas, sondern nur mehr fallweise. 

Ich stelle mir vor, dass diese eingelegten Schätze später im Herbst für ein "Anti-Erkältungsbrot" (klick) total ideal sein werden!! Ich hoffe es, denn noch weiß ich nicht, wie der fermentierte Knoblauch und Ingwer schmecken werden. Wisst ihr es, hat es schon wer ausprobiert? 



Samstag, 3. Oktober 2020

pink im Oktober - Cupcakes

 

it´s Pink Ribbon time! 

Der Oktober ist ja seit vielen Jahren weltweit der Brustkrebsvorsorge gewidmet. Die berühmte rosa Schleife soll darauf aufmerksam machen und ist zugleich das sichtbare Zeichen der Solidarität mit Betroffenen. Der Erlös der pink ribbons und anderen rosa Produkten kommt der Forschung, Soforthilfe, Beratung, Information etc. im jeweiligen Land zugute. 

(Werbung durch Namensnennung, unaufgefordert, unentgeltlich!)

Immerhin ist bei uns jede 8. Frau von Brustkrebs betroffen. Die Heilungschancen sind umso größer, je früher er erkannt wird! Regelmäßig die Brust selbst konzentriert abzutasten und zur Mammographie zu gehen sind daher wirklich wichtige Maßnahmen! Vergesst nicht darauf.  


Ich werde das Thema im Oktober noch öfter aufgreifen und mit farblich passenden Posts daran erinnern. 


Zum Auftakt habe ich Cupcakes mit einem rosaroten Topping gebacken. Cupcakes sind ja die feinere Variante der Muffins, der heutige Teig kommt von meinem bewährten Sachertorten Rezept (klick). Ich habe unten die halbe Menge notiert, die auch für eine Tortenform von 18 cm passen würde. Bei mir wurden es 12 Mini-Cupcakes in Papierförmchen plus 6 "normal" große Muffins, also würden sich mit dieser Teigmenge 24 Mini-Törtchen ausgehen... 


Cupcakes in rosarot

(für ca. 24 Mini-Förmchen)

Teig:
3 Eier (M) 
75 g weiche Butter
85 g (Rohrohr-) Zucker
85 g dunkle Schokolade, erweicht
20 g (Dinkel-) Mehl
40 g Semmelbrösel
1 Prise Salz

Creme:
150 g Mascarpone
200 ml Schlagobers / Sahne
1-2 EL Zucker je nach Süße der Marmelade
rote Marmelade oder Gelee, zB. Himbeer-, Ribisel- oder Dirndlmarmelade (ich)
optional gefriergetrocknete Himbeeren, fein gemahlen und gesiebt 

Zubereitung:


Das Backrohr auf 175°C vorheizen und Silikon- oder Papierförmchen (ich) bereitstellen. Die Papierformen können ohne stabile (Muffins-) Form auf einem Backblech gebacken werden. Ich habe sie doppelt genommen, aber das wäre aus Stabilitätsgründen gar nicht notwendig gewesen. 

Für den Teig zuerst Schnee schlagen (Eiklar + Prise Salz) sowie die Schokolade über Wasserbad schmelzen. Eidotter mit Butter und Zucker gut schaumig schlagen, dann die Schokolade, die trockenen Zutaten und den Eischnee einmengen. Die Masse in einen Spritzsack füllen und die Förmchen zu 3/4 befüllen. Im Rohr ca. 15 Minuten backen. 

Für die Creme wird Obers mit Zucker steif geschlagen.
Nebenbei verrührt man den Mascarpone mit einem Löffel mit beliebig viel Marmelade (ohne Kerne bzw. durch ein Sieb gestrichen). Je nach Belieben kann Himbeerpulver dazugegeben werden, so dass eine schöne Farbe entsteht.
Künstliche Farbe, auch wenn sie lebensmittelecht ist, wollte ich nicht verwenden, daher ist meine Creme nicht pink geworden, sondern eher rosarot.
Zum Schluss wird das Schlagobers untergerührt und die Creme in einen Spritzsack mit gezackter Tülle gefüllt. Die Törtchen mit der Creme behübschen und eventuell noch mit Himbeerpulver bestreuen. 

Wie gesagt, meine Cupcakes sind rosarot geworden, nicht pink... dem Geschmack tut das keinen Abbruch! Sie sind so süß klein... ein Haps und weg... 


Vielleicht wollt ihr die Pink Ribbon Aktion, die es in jedem Land gibt, unterstützen. 

Liebe Grüße



Samstag, 26. September 2020

Karotten vom Grün zur Wurzel, sozusagen "from nose to tail"

 

Sind die nicht hübsch? 

Solche prächtigen "Wunderlinge" ernten wir immer wieder in unserem Gemüsebeet. Die Karotten sind natürlich bio, sind schön knackig, aromatisch und das grüne Kraut einwandfrei frisch - also kann ich alles restlos, sozusagen from nose to tail verwenden! Nichts wird weggeworfen, weil es vielleicht nicht der "Norm" entspricht... 

In meiner Kindheit hörte ich immer, dass man Karottengrün nicht essen kann. Zumindest sagt das meine Erinnerung und ich kannte auch niemanden, der es verwertete.... italienisches Pesto zum Beispiel war bei uns noch unbekannt und innovative Rezepte für Gemüse, Salate etc. nicht üblich. Umso mehr bin ich heute, Jahrzehnte später, fasziniert, welches "Grünzeug" überhaupt essbar ist und wie gut es schmeckt! 

Immer öfter orientiere ich mich an der vegetarischen Küche und für uns war der (sogar vegane) Teller vom Foto oben ein perfektes Mittagessen, mit Karotten from nose to tail und mit Kartoffeln, beides noch dazu geerntet am eigenen Gemüsefeld. Luxus pur!! 

Diese eingeschnittenen und ofengebratenen Hasselback- oder Fächer-Kartoffeln finde ich eine nette Spielerei und sie sehen immer hübsch aus. Sie sollten, bevor sie in den Ofen kommen, in den Zwischenräumen mit Öl eingepinselt werden, dann fächern die Kartoffeln schön auf. 


Karottengrün Pesto

ca. 50 g Karottengrün, ohne grobe Stängel 
40 g Haselnüsse
30 g getrocknete, in Öl eingelegte Paradeiser / Tomaten
2 Knoblauchzehen
reichlich Parmesan nach Belieben
Olivenöl
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Mit den Haselnüssen beginnen wie hier beschrieben: also die Nüsse in einer Pfanne trocken rösten und die Schalen mithilfe eines Tuches mehr oder weniger entfernen. Die Nüsse fein mahlen bzw. einen kleinen Teil zum Bestreuen von Pesto und Salat grob hacken. 

Das Karottengrün und die Tomaten klein schneiden, den Parmesan reiben - wir mögen gern viel Parmesan im Pesto. Aus allen Zutaten ein Pesto mixen, in eine Schüssel umfüllen und so viel Öl einrühren, bis die Konsistenz passt. Abschmecken und mit Haselnüssen bestreuen.


französischer Karottensalat
nach Zorra 

mit geraspelten Karotten und einem Dressing aus Zitronensaft, Olivenöl, Senf, Honig, Salz, Pfeffer. Frische Kräuter nach Belieben darüber streuen und ggf. übrige Haselnüsse vom Pesto. 

Sehr erfrischend und leicht! Empfehlung!


Sie, die Karotte, sieht irgendwie elegant aus, oder?



Freitag, 11. September 2020

Reinkerl - süß wie in Kärnten

 

Wer gern hin und wieder ein süßes Frühstück isst oder eine Nachmittagsjause, könnte sie mit Kärntner "Zuckerreinkerl" noch mehr versüßen 😍 

Reinkerl oder Reinkalan (bitte stellt euch dazu nach Möglichkeit den Kärntner Zungenschlag vor!) sind sozusagen die kleinen Schwestern des berühmten Kärntner Rein(d)lings - dieser ist ja ein traditionelles Gebäck bzw. Potize mit Zimt- und Rosinenfülle und wird in Kärnten zu Ostern mit Schinken gegessen. Ich habe vor ein paar Jahren hier einen Reindling mit Nussfülle gebacken, denn Rosinen sind nicht so meins. 

Die kleinen Reinkerl enthalten zu meiner Freude überhaupt keine Rosinen, nur Zimt und reichlich Zucker!! In Kärnten gibt es sie oft in Supermärkten, die von lokalen Bäckereien beliefert werden. Das Nachbacken zu Hause mit einem bewährten Germteig / Hefeteig war gar keine Hexerei und weniger Aufwand als erwartet! 


Zuckerreinkerl wie in Kärnten

(für 8 kl. Formen)

Teig:

470 g (Dinkel-) Mehl bzw. etwas mehr nach Bedarf
1/2 Würfel frische oder 1 P. Trockengerm / Hefe
1 TL Salz
80 g Zucker
50 g weiche Butter
2 Eidotter und 1 Ei
250 ml lauwarme Milch oder halb Milch halb Wasser (ich)

für die Fülle und die Förmchen:

1 - 2 EL zerlassene Butter
Rohrohr- oder brauner Zucker
gemahlener Zimt nach Belieben

Zubereitung:

Für den Teig aus allen Zutaten einen geschmeidigen, aber nicht allzu weichen Germteig bereiten und einmal schön aufgehen lassen. 

Die ofenfesten Förmchen mit flüssiger Butter ausstreichen und mit braunem Zucker ausstreuen. Es eignen sich Glas- oder Keramik-Portionsformen mit ca. 8 - 10 cm Durchmesser am besten, Muffinsformen sind meist zu klein. Auch ganz gut passend für die Reinkerl fand ich meine diversen, geliebten Riess-Emaille Häferl (Werbung von Herzen, unentgeltlich!). 


Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche in 8 Teile teilen und jeweils rund schleifen, d.h. mit der Hand mit etwas Druck zu einer runden Kugel formen. Kurz rasten lassen. Jede Kugel wird dann zu einem Rechteck ausgerollt und gefüllt (siehe Foto oben) - also mit reichlich (nicht zu wenig!) flüssiger Butter bepinselt und mit Zucker und Zimt bestreut. Diese Teigstücke werden wie ein Strudel eingerollt und zu einer Schnecke zusammengedreht. 


Die einzelnen Schnecken (Reinkerl) kommen gleich in jeweils ein vorbereitetes Förmchen. Wie ihr seht, habe ich nur 4 Reinkerl geformt und mit der anderen Hälfte des Teiges einen Zopf. 


Die Formen ins kalte Backrohr stellen, die Temperatur auf 180°C aufdrehen und etwas mehr als goldgelb backen. Die Reinkerl stürzen und noch lauwarm oder später ausgekühlt genießen. Sie werden meist nicht bezuckert. 


Empfehlung und für uns eine perfekte Urlaubserinnerung! 


Holzhacken oder Wandern wäre ein Ausgleich nach übermäßigem Genuss ;-))