Posts mit dem Label Historisches werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Historisches werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 12. April 2025

12 von 12 im April und der Stephansdom

 

1

1    Es ist Samstag, der 12. April 2025, einen Tag vor dem 1. Frühlingsvollmond und eine Woche vor Ostern. Das Stövchen und die Lieblingskanne mit grünem Tee kennt ihr schon, sie gehören in der Früh einfach dazu... 😉


Im April vor 3 Jahren habe ich zum 1. Mal bei 12 von 12 mitgemacht. Seither sammle ich gerne, aber unregelmäßig an einem 12. Tag eines Monats meine 12 Bilder für das Dauerblogevent bei Caro (Draußen nur Kännchen)


2

2    Es ist ein schöner Frühlingstag in Wien, der starke Wind der letzten Tage hat sich netterweise gelegt und ich entdecke den ersten blühenden Flieder auf dem Weg zur U-Bahn. Der erste blühende Flieder oder wenn der erste Kuckuck ruft, das sind für mich Marksteine für den Frühling. Wie ist das bei euch?


3

3    Auch in der Kärntner Straße legen die Bäume endlich ihr Grün an. Die Innenstadt ist wie immer gut besucht (die Osterferien haben auch begonnen) und ich schlängle mich beherzt durch die Menge. 


4

4    Das ist mein Ziel, ich habe genau heute das Bedürfnis dem "Steffl" servus zu sagen. Warum, das könnt ihr ganz unten nachlesen, es ist ein besonderer Tag für den Stephansdom, finde ich. 


5

5    Auf dieser Seite des Domes, wo heute eine sehr lange Reihe an Fiakern auf Kundschaft wartet, ist der unvollendete Nordturm. Hier hat damals vor 80 Jahren der Brand von den umliegenden Häusern auf den Dom übergegriffen. In Wien gab es am Ende des Krieges große Bombenschäden, aber dass dann zum Schluss auch noch der Stephansdom ausbrannte, das bewegte damals die Menschen und bewegt mich heute auch noch. 


6

6    Am Nordturm wurde zuletzt vor rund 500 Jahren gebaut, dann aber aus verschiedenen und teils sagenhaften Gründen (Teufel etc.) gestoppt und er wurde nie fertig gebaut. So hat der Stephansdom, anders als etwa der Kölner Dom, halt nur einen einzigen hohen Turm und nicht zwei.



7

7    Ich mache mich auf den Heimweg und flaniere noch ein bisschen durch die Innenstadt.
Ostern ist echt nicht mehr weit und diese prächtige Ostertorte sticht mir in einer Konditorei ins Auge. Ob sie wohl so gut schmeckt, wie sie aussieht? Gibt es zu Ostern bei euch auch eine Torte, so wie bei mir? 



8

8    Das ist eine der schönsten Blumenhandlungen und schaue mir hier immer gerne die Blumen und fantasievolle Gestecke an.


9

9    Im großen Teegeschäft hinter dem Stephansdom bekommen nicht nur Osterhasen ihren bevorzugten Tee! Ich stocke meinen grünen Teevorrat auf und nehme auch "Mizzi" mit, einen milden Früchtetee. 



10

10    Ist das nicht die entzückendste Osterdeko ever? In der Geschäftsauslage bewundere ich liebevoll bemalte Metallfiguren für alle möglichen Anlässe, von Osterhäsin bis Christkind.


11

11    Endlich zu Hause und ich fange gleich zu backen an. Keine mehrstöckige verzierte Ostertorte, wie in der Stadt gesehen, sondern "nur" einen Guglhupf für den Nachmittag.



12

12    Voila! Ich gehe mit dem Nussguglhupf schon raus auf den sonnigen Balkon, Herr Fliederbaum kommt gleich mit den Getränken nach. Leider müssen wir momentan noch mit der Bank auf dem Balkon vorlieb nehmen, denn der alte Tisch hat den Winter nicht überlebt


Am Abend wird unser Herr Junior zum Essen kommen. Bevor ich dann zu kochen anfange, verlinke ich noch schnell meine 12 Bilder zu Caro und sende Frühlingsgrüße aus Wien!



Hier habe ich noch die Geschehnisse von 1945 zusammengefasst:

Am 12. April 1945, also vor genau 80 Jahren stand der Stephansdom in Wien in Flammen.

Am Vortag begann es in einigen Häusern am Stephansplatz zu brennen, wobei die Ursache nicht eindeutig geklärt werden konnte. Waren es Plünderer oder noch Kampfhandlungen in den allerletzten Tagen des 2. Weltkrieges? Die Flammen griffen auf den Dom über, weil der Nordturm eingerüstet war. Der Stephansdom brannte drei Tage lang (Info). 

Der gotische Dachstuhl aus dem 15. Jahrhundert und das Gewölbe stürzen komplett ein, die Türme wurden beschädigt, die Riesenorgel und die berühmte Glocke (die "Pummerin") zerstört. 1952 wurde die neue Glocke in einem medialen Triumphzug von der Gießerei in Oberösterreich nach Wien zur Wiedereröffnung des Stephansdomes gefahren. Die "Pummerin" war und ist immer noch ein Symbol Österreichs, nur zu besonderen Anlässen und zu Silvester kann man sie läuten hören.

Der Wiederaufbau des Stephansdomes wurde zu einem großen Teil von der Bevölkerung getragen, es gab Lotterien und die berühmte "Dachziegelaktion". Auch meine Großeltern haben damals in der kargen Nachkriegszeit eine Spendenkarte gekauft, die den Wert eines Dachziegels hatte. 


Bildquelle



Mittwoch, 20. März 2024

Backt doch Osterpinzen!

 


Kennt ihr "Pinzen"? Alle zwei Monate ruft Zorra zum gemeinsamen blogübergreifenden Backen auf und diesmal hat sie sich österreichische Osterpinzen ausgesucht. Mich freut das ganz besonders, weil wir dieses süße Gebäck zu Ostern einfach lieben!

Meine Pinzen habe ich mehr oder weniger unverändert nach dem von Zorra vorgegebenen Rezept nachgebacken, habe nur das Weizenmehl gegen Dinkel getauscht und die Hefe ein bisschen reduziert. Ich wollte einfach wissen, wie diese Pinzen schmecken, denn gute Pinzenrezepte kann frau nie genug haben. Die Linkliste der Teilnehmerinnen am Synchronbacken und weitere Rezepte findet ihr ganz unten. 

Allerdings habe ich diesmal nicht ÜberNACHTgare angewendet, sondern sozusagen "ÜberTAGgare" oder sagt man eher "Untertags-Gare"? 😉 Vom Teigkneten gleich nach dem Aufstehen um 7 Uhr Früh bis zum Backen am Abend habe ich dem Teig genügend Zeit zum Reifen im Kühlschrank gegeben, finde ich. 


geteilt, nicht geschnitten!


Osterpinzen mit langer Gare
Rezept für 3 Pinzen

Teig:
515 g Dinkelmehl
15 g frische Germ / Hefe
160 ml Milch
70 g Zucker
3 Eidotter + 1 Ei (M)
75 g sehr weiche Butter
5 g Salz
1 TL selbst gemachter Vanillezucker oder Extrakt
1 bio Zitrone, die abgeriebene Schale + 1 EL Saft
optional etwas geriebene Muskatnuss

zum Bestreichen:
1 Ei
1 EL Milch
1 Prise Zucker
1 Prise Salz

Zubereitung:
Die Milch lauwarm erwärmen, ein wenig vom abgewogenen Zucker und Mehl einrühren und die Germ darin auflösen. Diesen Vorteig (Dampferl) aufgehen lassen. 

Aus allen Zutaten inkl. dem Vorteig einen Germteig kneten (Dinkelmehl nicht überkneten). Achtung! Der Teig ist sehr weich, bitte trotzdem kein weiteres Mehl dazu gegeben. Wie vorgegeben habe ich den Teig im 10 Minuten-Takt ein paar Mal gedehnt und gefaltet und ihn dann im Kühlschrank zugedeckt mehrere Stunden reifen lassen (eigentlich Übernachtgare).  

Vor der letzten Verarbeitung muss der Teig Zimmertemperatur annehmen!
Er wird gedrittelt und jeweils auf der Arbeitsfläche mit der Hand rund geschliffen. Die Oberfläche soll schön glatt und gerundet werden. Die Teigkugeln mit der "Naht" nach unten und mit Abstand zueinander auf ein Backblech (+ Papier) setzen. Mit dem versprudelten Ei bestreichen und die Teiglinge zugedeckt eine halbe Stunde entspannen und noch aufgehen lassen. Nochmals bestreichen und mit einer eingeölten Schere von der Mitte her dreimal beherzt und tief einschneiden.
Die Pinzen in den kalten Ofen schieben, auf 175°C O/U einschalten und etwa 25 - 30 Minuten goldbraun backen. 




Fazit: 
Das sind schön flaumige, geschmackvolle Pinzen mit einem gelingsicheren Teig. Er ist zwar zu Beginn viel zu weich, entwickelt sich aber durch die laaange Gare perfekt und ist unkompliziert zu bearbeiten! Danke Zorra für das Aussuchen dieses Rezeptes!



Görz

Pinzen sind ein typisches süßes Ostergebäck und wurden als Görzer Pinze bekannt. Die alte österreichische Stadt Görz am Isonzo heißt heute Gorizia und liegt in Italien. Sozusagen gleich nebenan auf der anderen Seite der neuen Grenze entstand die jugoslawische Stadt Nova Gorica, die heute zu Slowenien gehört. 

Tipp: Beide Städte werden 2025 grenzüberschreitende europäische Kulturhauptstadt des Jahres sein (Info, unbezahlte Werbung). Ich bin sehr gespannt darauf und wir werden sicher hinfahren! 

Pinzen haben sich aber im gesamten altösterreichischen Alpe-Adria-Raum bis weit hinunter nach Kroatien ausgebreitet. In der Osterzeit bekommt man sie von Wien bis Triest, Laibach und Split etc... 😋

Die Spliter Pinzen sind üblicherweise mit einer dicken, mitgebackenen Zuckerschichte bedeckt,
in diesem Beitrag habe ich sie gezeigt (nach unten scrollen). 


In Triest gibt es Pinzen mit Orangenaroma verfeinert und sie bekommen dadurch einen mediterranen Touch (mein liebstes Rezept, Foto oben). Die österreichische Pinzen-Variante ist mit Aniswein aromatisiert, also Weißwein mit Anissamen. Alles ist gut.



Linkliste #Synchronbacken:

zorra von 1x umrühren bitte aka kochtopf
Britta von Backmaedchen 1967
Caroline von Linal's Backhimmel
Conny von Mein wunderbares Chaos
Tamara von Cakes, Cookies and more
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum
Tina von Küchenmomente
Birgit M. von Backen mit Leidenschaft
Bettina von homemade & baked
Petra von genusswerke
Simone von zimtkringel
Sarah von Kinder, kommt essen!
Friederike von Fliederbaum
Nadja von Little Kitchen and more
Laura von Aus Lauras Küche
Sylvia von Mixgeschick
Sylvia von Brotwein
Geri von Lecker mit Geri 

Backt doch Pinzen für Ostern, es lohnt sich!

 



Bei uns werden die süßen Pinzen gerne zum Kaffee, Tee, Frühstück, Osterbrunch etc. gegessen. Aber nicht, wie oft zu lesen ist zu einem Osterschinken, sondern danach! Wie ist es bei euch üblich?

Alles Liebe aus Wien






Dienstag, 12. März 2024

12 von 12 im März kalt und warm

 


Das bedeutet 12 Bilder vom 12. Tag eines Monats zu machen und mit Caro (draußen nur Kännchen) zu verlinken. Danke Caro fürs Sammeln der Beiträge! 

1

1    Heute ist Dienstag, der 12. März und der Tag beginnt in Wien so windig und regnerisch, wie er gestern Abend aufgehört hat. Die Natur freut sich über die Feuchtigkeit und zum Glück muss ich jetzt nicht unbedingt hinaus, vielleicht wird das Wetter ja später besser. 


2

2    Zum Frühstück brauche ich viel grünen Tee wie immer und dazu ein oder mehrere Sudokus, die ich auch gern am Handy statt in der Printausgabe der Zeitung mache. Der Körper und die Gehirnwindungen können gut in Gang kommen... 😍


3

3    Einkaufen war ich gestern schon und habe statt dem benötigten Blattspinat "nur" diese mini Mangoldblätter mit den zarten roten Stielen bekommen. Zumindest hübsch sehen sie aus, geschmacklich können sie aber nicht ganz mit Spinat mithalten.  


4

4    Zu Mittag koche ich eine "Schmalspur"-Version dieses Tortelli-Gerichtes von neulich, weil uns die zitronige Safransauce so gut geschmeckt hat. Der Einfachheit halber schwimmen heute keine Teigtaschen in der Safransauce, sondern "normale" Nudeln aus der Packung, dazu der Minimangold und rote Karotten in Vanillesud. Alles ist gut.


5

5    Später mache ich mich doch auf den Weg in die Stadt, denn ich sollte in der "Mahü", also in der Mariahilferstraße ein paar Sachen besorgen. Das Wetter ist jetzt auch besser als es hier aussieht. Es sind weniger Menschen unterwegs als sonst, was ich sehr angenehm finde.


6

6    Ich komme an der still stehenden Signa-Baustelle für das geplante Kaufhaus "Lamarr" vorbei und schüttle nur den Kopf, wie Mann sich so verspekulieren kann... und niemand konnte die Pleite verhindern?


7

7    Die Namensgeberin Hedy Lamarr war ein Hollywood-Star und galt zu ihrer Zeit als schönste Frau der Welt. Sie stammte aus Wien und emigrierte in den 1930-ern in die USA. Sie war Gegnerin des Nationalsozialismus, wurde aber nicht wie viele andere vertrieben bzw. ist sie vor dem Anschluss ausgewandert (siehe ganz unten  *)

Lamarr war nicht nur eine erfolgreiche Schauspielerin, sondern war 1940 an der Entwicklung einer Funkfernsteuerung für Torpedos beteiligt, die sie zum Patent anmeldete. Die daraus weiter entwickelte Technik ist das Frequenzsprungverfahren, das heute in der Mobilfunktechnik und Bluetooth verwendet wird. Hedy Lamarr gilt bis heute als Erfinderin störungssicherer Steuerungen von Torpedos. Aber wahrscheinlich eher deshalb, weil sie als berühmte Schauspielerin als Teil der US-Propaganda im 2. Weltkrieg instrumentalisiert worden war. Wien ist trotzdem stolz auf sie!
Hedy Lamarr starb 2000 in Florida, ihre Asche wurde teils im Wienerwald verstreut und teils Jahre später in einem Ehrengrab in Wien bestattet. 


8

8    Vorher stand hier ein Möbelhaus mit einem Restaurant im obersten Stockwerk und herrlicher Aussicht über Wien, hier habe ich davon berichtet. Das neue Kaufhaus sollte unter anderem auch eine öffentlich zugängliche Grünfläche mit Bäumen auf dem Dach bekommen, auf die ich mich schon gefreut hatte. Wir alle in Wien sind gespannt, wie es hier weiter geht und wann... 


9

9    Eis! 💛 Heute ist die Eis-Saison in Wien offiziell gestartet worden und endlich haben die Eissalons nach der Winterpause wieder geöffnet. Kaffee-Eis wurde für heuer zum Eis des Jahres gewählt. Ich trinke zwar seit einigen Jahren keinen Kaffee mehr, aber als Eis soll er mir recht sein und das Eis schmeckte heute auch sehr gut! Noch lieber sind mir allerdings Vanille und Amarena. Was sind eure liebsten Eissorten?


10

10    Vom Eis zum Tee... von kalt zu warm, passend für den heutigen Regentag. Habe ich schon erwähnt, dass ich gerne Grüntee trinke? Ich brauche dringend Nachschub und den gibt es in meinem bevorzugten Teegeschäft (unbezahlte Werbung wie immer hier). 


11

11    Die U-Bahn-Baustelle vor der Mariahilferkirche nervt, aber es ist leider noch kein Ende in Sicht. 




12

12    Hand in Hand! Impressionen von der "Mahü" auf meinem Weg zur U-Bahn. Bis ich zu Hause bin, ist es finster geworden und der liebe Mann hat mir was? gekocht... einen Tee!  💗

Habt noch einen schönen Abend, liebe Grüße aus Wien



*) Der "Anschluss Österreichs an das deutsche, 1000-jährige Reich" wurde am 12. März 1938 vollzogen, wie ich vor einem Jahr bei 12 von 12 hier erwähnt habe. Mexiko hat als einziger Staat dagegen Protest eingereicht. Umso wichtiger ist es, wie wir uns heute in ähnlichen Fällen verhalten. 





Montag, 12. Februar 2024

12 von 12 im Februar in Wien

 


Heute ist Montag, der 12. Februar und damit wieder ein 12 von 12 Tag. 

Caro (Draußen nur Kännchen) sammelt wie immer unsere 12 Bilder des Tages, danke sehr! 



1

1    Mein Tag beginnt wie immer mit ein paar Yogaübungen und viel grünem Tee. So komme ich langsam in die "Gänge", aber wieso liegt nur wieder so viel Zeug auf dem Esstisch herum? Was für ein Durcheinander... und das große Oma-Häferl mit dem Tee hält die Zeitung "warm". 😇


2

2    Es ist ein windiger, wechselhafter und schon wieder viel zu warmer Tag, die Natur hält es schon für den Frühlingsbeginn. Ich finde es ja auch schön, wenn es draußen grünt und die Vögel zwitschern, bin aber noch skeptisch. Der Winter gibt sich noch nicht geschlagen, wetten?


3

3    Zu Mittag mache ich mir den letzten Rest vom gestrigen Szegediner Topf warm, es ist nicht mehr viel da, aber mit Brot dazu ausreichend. Man sagt ja, dass ein "richtiges" Gulasch aufgewärmt noch besser schmeckt als frisch gekocht, aber für mein leichtes veggie Gericht gilt das eigentlich nicht so. Frisch fand ich es gestern aromatischer. 


4

4    Dann suche ich die gesammelten Schilling-Münzen und Geldscheine der alten Währung zusammen, die wir beim Entrümpeln bei den Eltern gefunden haben. Angeblich sind noch 7 Milliarden Schilling in Österreich im Umlauf bzw. "schlummern" in privaten Haushalten, das sind umgerechnet fast 500 Millionen Euro.


5

5    Nur bei der Nationalbank kann man die alte Währung noch in Euro umtauschen und ich bekomme heute fast 120 Euro für das alte Geld, besser als nichts, oder? Es lohnt sich also, zu Hause nach alten Geldscheinen und Münzen zu suchen und sie auch tatsächlich umzutauschen, was auch per Post möglich ist. 


6

6    Nicht weit von der Nationalbank entfernt ist die neugotische Votivkirche aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Die helle, frisch geputzte Fassade leuchtet in der Sonne, und ich spaziere hinüber. 


7


7    Für uns WienerInnen ist es ein neues Erlebnis, die Votivkirche endlich ohne Gerüst und in voller Schönheit sehen zu können, denn sie wurde seit 2001 (!) renoviert. Vorher sah die Kirche ziemlich verschmutzt aus und Steinplastiken lösten sich von den Außenwänden.


8

8    Drohende dunkle Wolken und Sonne, was für ein stimmungsvoller Himmel, schön, oder? Er begleitet mich auf dem Weg in den Norden von Wien.



9


9    Denn heute ist der 12. Februar und wann, wenn nicht heute, wollte ich hierher fahren. An diesem Tag im Jahr 1934, also vor genau 90 Jahren, begann ein Bürgerkrieg.

Die Kämpfe dauerten zum Glück nur wenige Tage und waren vor allem auf Wien und Industriebetriebe in Oberösterreich und der Steiermark beschränkt. Vereinfacht gesagt kämpften Sozialdemokraten gegen Christlich-Soziale, die damals offen faschistisch waren. Es gab rund 350 Todesopfer und viele Verletzte zu beklagen, ein Drittel der Opfer waren Unbeteiligte. 

Bis heute werden die Februar-Ereignisse von den politischen Lagern unterschiedlich bewertet und es gab in 90 Jahren leider nur 2x ein gemeinsames Gedenken, zuletzt vor zehn Jahren. Heuer haben wir in Österreich ein Wahljahr und die politischen Kräfte bewegen sich immer weiter auseinander...  😟



10

10    Dieser Wiener Gemeindebau ist der berühmte "Karl-Marx-Hof", die Wohnungen wurden 1930 besiedelt. Es ist interessanterweise der längste zusammenhängende Wohnbau der Welt (mit mehr als 1 km Länge). 

Die Grünfläche heißt 12.-Februar-Platz, weil auch hier 1934 Bürgerkriegskämpfe stattfanden. Ich hätte heute eigentlich irgendein Zeichen des Gedenkens erwartet, aber es ist nichts zu sehen, keine Blumen oder Kerzen. Und der Himmel hat sich nun auch eingetrübt...


11

11    Bevor es möglicherweise zu regnen anfängt, geht es ab nach Hause. Unterwegs kaufe ich noch ein paar Sachen ein und weil morgen Faschingdienstag ist, müssen die besten Krapfen von Wien auch mitkommen (unbezahlte Werbung). 


12

12    Sehr fein! Der mit dem unbezuckerten Streifen ist ein Vanillekrapfen, der andere ein Marillekrapfen, also mit Marillenmarmelade, die beiden gehören in Wien zum Fasching unbedingt dazu. Wer mag sie noch so gern wie ich?


Habt noch einen schönen Faschingsausklang, liebe Grüße aus Wien




Sonntag, 12. März 2023

12 von 12 im März und ein sonniger Gartentag



Heute am Sonntag, 12. März verlinke ich gern wieder 12 Bilder des Tages bei Caro und ihrem Blogevent 12 von 12. An solchen monatlichen Blogaktionen oder auch an den diversen Monatsrückblicken merke ich immer besonders deutlich, wie doch die Zeit vergeht. Da denke ich dann an einen Spruch meiner Oma von früher: "die Zeit vergeht und das Licht verbrennt"...


1

1    Nach  dem gestrigen Sturm fängt der Tag mit schönem Morgenrot an und verspricht ein bisschen milder zu werden. So wie im November bin ich im Waldviertel in Niederösterreich und umsorge die Elterngeneration, was mittlerweile sozusagen zu einem (hoffentlich vorübergehenden) Altenpflege-Fulltimejob für mich geworden ist. 

2

2    Mein nicht ganz so gesundes Frühstück heute, aber der beste aller Rotweinkuchen ist schon ein paar Tage alt und soll weg. Einen magenfreundlichen grünen Tee dazu, den mag ich gern. 

3


3    Später nutzen wir die Vormittagssonne und tun uns im Garten um. Die Schneeglöckerl blühen an einem schattigen Platz immer noch schön. 


4


4    Daneben recken die Leberblümchen ihre zarten Blütenköpfe in die Sonne. 


5

5    So schöner lila Krokus ist in der Wiese aufgegangen, den habe ich hier im Garten noch nie gesehen. In den Bergen wächst er oft in Blütenteppichen...


6

6    Die mini Schwertlilie ist früh dran, die blühen doch eher später im Frühjahr? Aber wahrscheinlich ist es eine Netzblatt-Iris (Iris reticulata), ich habe mich schlau gemacht. 


7

7    Mit vereinten Kräften wird geschnipselt und Dürres ausgerissen. Die Gartengestaltung liegt zum ersten Mal in meiner Hand, denn bisher ließen sich die Eltern nicht gern helfen und "dreinreden". 


8

8    Ein veganes Festessen habe ich uns zum Mittagessen zubereitet, es gab einen lauwarmen Linsensalat mit Grapefruits, ein Süßkartoffelpüree und Ofenkarfiol bzw. Blumenkohl. So einfach und so gut, es ist kein Rezept notwendig und einfach aus dem Ärmel zu schütteln!


9

9    Am Nachmittag dann der tägliche Gang meiner Mutter ins Spital zu ihrem Ehemann. Ich begleite sie jedes Mal, da sie sich allein nicht zurechtfinden würde. Wir haben es nicht weit und so gehe ich täglich zweimal mit ihr - einmal hinbringen, einmal abholen. 


10

10    Am Abend gehen wir noch Burger-essen. Meine Männer = Herr Fliederbaum und der Junior, müssen morgen wieder nach Wien zurück fahren, ich sitze weiterhin hier im Waldviertel fest, und so genießen wir noch einen kurzen gemütlichen Abend zu dritt. 

 

11

11    Die Burger sind hier wirklich ausgezeichnet. Das ist mein Rehburger mit Rotkraut, Brie, Birnenstücken, Speck etc. in einem krossen Brioche Bun. 


12

12    Ich mache gern Werbung von Herzen (unbezahlt und unverlangt, auf FB zu finden) für das tolle kleine Burgerlokal in Horn in Niederösterreich. 

"Bonusbild": auf dem Heimweg an der mittelalterlichen Stadtmauer vorbei


Ein bisschen Geschichte zum Schluss muss sein, denn am 12. März im Jahr...

1938 hörte Österreich auf als eigenständiger Staat zu existieren und wurde als "Ostmark" Teil des "1000 jährigen Reiches", das zum Glück dann nur sechs Jahre gedauert hatte. Dieser Tag brachte Tod, Terror und Gewalt ins Land, aber leider auch Zustimmung und Massenbegeisterung. 

2011 war der Tag nach Fukushima. Die Nuklearkatastrophe in Japan hatte am Vortag mit einem schweren Erdbeben und nachfolgenden, mehr als zehn Meter hohen Tsunami-Wellen begonnen. Fast 20.000 Menschen starben und es wurden nicht nur Ortschaften, sondern auch das Atomkraftwerk an der Küste schwer beschädigt. Große Mengen an radioaktivem Material wurden freigesetzt und 470.000 Menschen evakuiert, ein Viertel davon endgültig. Die Aufräumarbeiten durch Roboter dauern übrigens an.



Dieses Titelbild von einer Tageszeitung habe ich 2011 eingescannt. Berührend, oder?