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Mittwoch, 12. August 2026

12 von 12 im August und der Himmel

 


Wolkenlos ist es nach einer angenehmen kühlen Nacht, heute am Mittwoch, 12. August 2026. Wie oft an einem 12. sammle ich gerne 12 Bilder des Tages für das Dauerblogevent bei der lieben Caro vom Blog Draußen nur Kännchen


Heute ist Neumond im Löwen und kurz vor Sonnenuntergang wird eine partielle Sonnenfinsternis mit über 80% Verdunkelung stattfinden. Das ist spannend, finde ich, und der Tag gilt auch spirituell als der kraftvollste des Jahres. Wer sich darauf einlassen will, kann innehalten und über Loslassen, Neuorientieren etc. nachdenken.


Aber erst einmal gehe ich in den Garten Weintrauben pflücken, denn ich soll zum heutigen Mittagessen mit lieben Verwandten die Nachspeise mitbringen. Na gerne doch!



Die hellrote Traubensorte (keine Ahnung welche) ist heuer so früh wie selten schon reif und wird von Wespen, Vögeln und allerlei Insekten gerne angeflogen. Ich vergönne es ihnen bei der derzeitigen Trockenheit, aber nicht alle Weintrauben...



Die Vögel bekommen sowieso regelmäßig ihr Futter, denn so wie im Winter füttere ich sie auch jetzt mit diversen Kernen, Meisenknödeln, halbierten ausgelegten Äpfeln etc. Sie fressen mich fast "arm" 😉, aber wo sollen sie denn sonst genug Nahrung in diesem trockenen Sommer finden? Füttert ihr auch? 



Jetzt schnell in die Küche und Clafoutis backen, aber nicht klassisch französisch mit Kirschen, sondern eben mit den Weintrauben aus dem Garten. Die sind so eine fantastische Alternative, vor allem, wenn die Trauben nicht allzu groß sind. Clafoutis ist auch bei Hitze total unkompliziert zum Mitnehmen und eine gute Idee für ein leichtes Dessert.

Rezeptfusion: eigenes und von Regina


Dürnstein

Stift Melk

Am Vormittag sind Herr Fliederbaum und ich dann auch schon unterwegs und gondeln gemächlich (denn schnell ist hier nicht möglich) durch die Wachau und weiter die Donau aufwärts zum kleinen Familientreffen.





Wir werden bei meiner Kusine im Blockhaus am Waldrand schon erwartet (auch von den zutraulichen Bauernhofkatzen, die dreifarbige Glückskatze ist doch besonders hübsch)...




das ist der Clafoutis

... und mit köstlichem Mittagessen!



Den ganzen Nachmittag verbringen wir gemütlich auf der schattigen Terrasse und freuen uns einfach, dass wir wieder einmal beisammen sind, was leider nicht so oft vorkommt.



Am frühen Abend geht es wieder heimwärts, wieder zurück durch die Wachau und wie ihr seht, ist die Donau doch manchmal blau!




Kurz vor dem Ziel beginnt die Verdunkelung der Sonne und ich versuche, sie auf Bild einzufangen. Da ich aber keine Schutzbrille habe und daher natürlich nicht direkt in die Sonne schauen kann, gibt es hier ein Spiegelbild von außen durchs Autofenster. Links ist die gespiegelte Sonne und rechts nochmals eine (kleine) Spiegelung mit bereits deutlicher Verdunkelung. Sehr beeindruckend! Habt ihr die Sonnenfinsternis beobachten können?


Das war mein heutiger 12 von 12 Tag, den ich nun mit Caro verlinke. Danke fürs Sammeln! 

🌟☆🌟

Vielleicht schaue ich später noch in den Nachthimmel, ob Sternschnuppen zu sehen sind. Denn der alljährliche Meteorstrom der Perseiden oder der Laurenzitränen (nach dem Hl. Laurentius, der ein Märtyrer gewesen sein soll) erreicht nun seinen Höhepunkt.

Habt ihr eine Sternschnuppe sehen können? 






Mittwoch, 22. Juli 2026

Sommerobst Marillenknödel



  Blog-Event CCXXXII - Sommerobst (Einsendeschluss 15. August 2026)

Ich freue mich sehr, dass ich momentan ein Blogevent bei der lieben Zorra ausrichten darf, bei dem sich alles um Obst dreht, das jetzt im Hochsommer reif und aromatisch ist. Wollt ihr auch mitmachen?




Wenn SIE reif werden wie gerade jetzt, dreht sich nicht nur in Krems am Eingang zur Wachau alles um die Marille bzw. Aprikose!



Marillenbäumchen im Topf

Seife


Orange ist momentan die angesagteste Farbe... 🍑


meine frisch eingelegte Marillen

Auch bei mir ... wir haben gestern eine Kiste voll schönster Marillen in der Wachau ab Baum, also frisch gepflückt, besorgt. Jetzt heißt es, sie nach und nach zu verarbeiten. Mit den ersten mache ich gerne Knödel, Kompott, Kuchen, die weichen werden dann zu Marmelade verkocht.



Heute habe ich ein neues Rezept für Marillenknödel mit Topfenteig ausprobiert und wir waren begeistert! Es stammt vom "Landhaus Bacher" in Mautern, gegenüber von Krems, von Spitzenkoch Thomas Dorfer (2 Michelin-Sterne, 5 Hauben). Er hat es sicher von seiner Schwiegermutter Lisl Wagner-Bacher übernommen. Die bislang erfolgreichste Köchin Österreichs hat sich aus dem "Landhaus Bacher" aber bereits zurückgezogen.

(unbezahlte Werbung)




Marillenknödel nach Thomas Dorfer

Zutaten für 6 Knödel:

6 einwandfreie Marillen / Aprikosen, im Ganzen
6 Stk. Würfelzucker

Topfenteig:
70 g weiche Butter
70 g Weizengrieß
70 g Mehl
1 Ei (M), getrennt
250 g Topfen / Quark
1 gute Prise Salz

zum Kochen:
Wasser
etwas Inländer-Rum
die Hälfte von 1 bio Zitrone
Vanille
1 EL Zucker
1 TL Salz

Butterbrösel:
50 g Butter
ca. 120 - 150 g Semmelbrösel
1 EL Zucker nach Belieben
Vanille
Zitronenabrieb von 1/2 bio Zitrone

Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung:

  • Für den Topfenteig die Butter schaumig rühren, erst Eidotter beifügen, dann Grieß, Eiweiß und Salz. Nun abwechselnd Mehl und Topfen einrühren, bis ein glatter Teig entsteht. Eine halbe Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Ich habe ihn auf der bemehlten Arbeitsfläche dann noch einmal durchgeknetet.
  • Die Marillen an den Enden kreuzweise ein bisschen einschneiden und jeweils den Kern mit einem Kochlöffelstiel herausdrücken (wie hier) und durch ein Stück Würfelzucker ersetzen.
  • Mit bemehlten Händen Knödel formen und noch einmal in Mehl wälzen.
  • Die Knödel in einem großen Topf im Salzwasser mit den Aromen ca. 15–20 min leicht köcheln bzw. simmern lassen. Einzeln herausnehmen und sofort in den Butterbröseln wälzen.

  • Für die Butterbrösel die Butter in einer breiten Pfanne schmelzen und die Semmelbrösel auf kleiner Flamme unter Rühren langsam goldbraun rösten. Erst dann Zucker beifügen (er soll nicht karamellisieren), Vanille und den Zitronenenabrieb. 
  • Die Knödel ordentlich anzuckern und wer will beträufelt sie wie Thomas Dorfer noch mit flüssiger Butter (ich nicht).


Viel lieber mögen wir einen Marillenröster dazu (kalt oder warm), Marilleneis, einen Klecks Schlagobers (auf das habe ich vergessen) etc...


Marillenröster

ca. 500 g Marillen, mit Kern gewogen
50 g Zucker
50 ml Wasser
1 EL Zitronensaft
Vanille
1 Zimtstange
optional etwas Marillenlikör oder Inländer-Rum

  • Den Zucker in einem Topf bei mittlerer Hitze langsam schmelzen lassen, bis er leicht karamellisiert (nicht dunkel werden lassen). Das Wasser beifügen und rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  • Die Marillen entkernen und vierteln. Dann gemeinsam mit Zitronensaft und Aromen zum Karamell geben und kurz im eigenen Saft köcheln lassen, bis die Marillen weich, aber nicht zerkocht sind. Die Konsistenz soll nicht zu flüssig sein - ein Röster ist kein Kompott!
  • Dann abschmecken (mehr Zucker?), die Zimtrinde entfernen und ggf. mit Marillenlikör oder Rum verfeinern. 
  • Der Marillenröster kann warm oder auch kalt genossen werden.


Marilleneis

300 g Marillen, mit Kern gewogen
2 EL Zucker
125 ml flüssiges Schlagobers / Sahne
1 Schluck Milch, nur nach Bedarf
optional 1 Fingerhut Likör

  • Die Marillen entkernen, vierteln und klein schneiden. Mit dem Zucker vermischen und eine halbe Stunde zugedeckt (Insekten!) ziehen lassen.
  • Die Früchte mit dem Mixstab pürieren und dann das flüssige Obers einmixen. Ist die Konsistenz zu dick, dann kann ein Schluck Milch beigefügt werden. Abschmecken und zugedeckt 1-2 Stunden im Kühlschrank kühlen und reifen lassen.
  • Dann kommt die Masse in die Eismaschine oder alternativ in einer flachen Form in den Tiefkühler (dann aber jede halbe Stunde auflockern).

 

Ein Genuss!! Wir waren vom neuen Marillenknödelrezept begeistert, der Teig schmeckt super, ist gelingsicher und Spitzenkoch-würdig! Die Kerne der Marillen durch Würfelzucker zu ersetzen, habe ich heute zum ersten Mal gemacht, es lohnt den kleinen Aufwand auf jeden Fall!

Probiert sie aus, große Empfehlung!

Liebe Grüße aus Wien!





Mittwoch, 15. Juli 2026

Ricotta Obers Parfait

 

öffentliche Sprühnebelduschen in Wien...

... sie werden auch "Sommerspritzer" genannt... Aber unter einem "Sommerspritzer" versteht man in Wien eigentlich Weißwein mit viel Mineralwasser (1:3 in einem Halbliterglas) aufgespritzt. Beide sind bei Hitze sehr sehr erfrischend und beliebt! 😉

Ein gutes Eis genauso...


Meine heutige Inspiration kommt von einem Eissalon in Wien, wo es manchmal das Ricotta-Eis "La Sicilia" mit Orangenmarmelade, Pistazien und Kardamom gibt (unbezahlte Werbung). Ich musste es einfach nach Gutdünken nachbasteln, aber als Parfait in der Kastenform.



Ricotta-Obers-Parfait: 
mit Pistazien, Schokolade und Orangenmarmelade

Zutaten für 1 Kastenform:

250 g Ricotta
90 g Zucker
3 sehr frische Eidotter
1 Prise Salz
Vanille

250 ml Schlagobers / Sahne, steif geschlagen

40 g ungesalzene Pistazien, grob gehackt
60 g zartbitter Schokoladestückchen

4 EL leicht bittere Orangenmarmelade, wenn möglich mit Schalenstückchen
etwas Marsala oder Rum

Zubereitung:

  • Ricotta in einem Sieb im Kühlschrank ein wenig entwässern lassen.
  • Eine Kastenform mit Folie auskleiden.

  • Eigelb und Zucker sehr schaumig schlagen.
    Normalerweise würde man sie über einem heißen Wasserbad schlagen, das auch zur Pasteurisierung der Eimasse dient. Aber wenn die Eier sehr frisch sind, ist auch Kaltschlagen kein Problem.
  • Dann Ricotta und Aromen einrühren und das geschlagene Obers gemeinsam mit den gehackten Pistazien und Schokostückchen unterheben. Die Masse in die Kastenform leeren und glatt streichen.

Marmelade drauf gekleckst

  • Die Orangenmarmelade mit Marsala und ggf. einem Schluck Wasser glatt rühren und darüber klecksen.
  • Mit einem Stäbchen oder Löffelstiel so gut es geht marmorieren. Das Parfait für einige Stunden oder über Nacht einfrieren.
  • Vor dem Servieren kurz antauen lassen, dann stürzen und in Scheiben schneiden. Reste sofort wieder einfrieren.


Eine interessante Kombi und ein Eisdessert, das sich super vorbereiten und portionieren lässt! Die etwas bittere Orangenmarmelade gefiel uns im vanilligen Parfait mit dem Pistazien- und Schokocrunch, ganz besonders gut! Durch die Zutaten ist es auch für den Winter bestens geeignet, aber nächstes Mal probiere ich das Ganze auch einmal in der Eismaschine aus. 



Blog-Event CCXXXI - Die Küche bleibt kalt! (Einsendeschluss 15. Juli 2026)


Die Küche  blieb diesmal tatsächlich kalt, so schicke ich das Parfait noch schnell am letzten Tag zum Blogevent von Danii bei Zorra


Alles Liebe!



Freitag, 26. Juni 2026

norwegischer oder weltbester Kuchen



Bildquelle (unbezahlte Werbung)


Ach, Norwegen und die "Trolltunga"... dort wäre ich auch gerne gestanden. Denn vor ein paar Jahren hatten wir fast schon Flugtickets gebucht und eine erste Unterkunft in Bergen ins Auge gefasst. Herr Fliederbaum hätte eine Konferenz besucht und ich hätte mir die Zeit sicher angenehm vertrieben! Danach wollten wir ein bisschen durchs Land reisen. Hätten - wollten, aber es kam anders... nämlich die Pandemie. 

Seither haben wir Norwegen nicht mehr auf unserem Reise-Schirm (im diesem Moment frage ich mich warum eigentlich nicht?). So reise ich fürs erste virtuell mit der kulinarischen Weltreise von Volker im Juni nach Norwegen!


Dauerblogevent



Das Rezept für den norwegischen Kuchen Kvæfjordkake stammt vom deutschen Blog Scheckenlaks, der schon länger gelöscht ist. Der Kuchen heißt auch "weltbester Kuchen", was ich aber unter Anführungszeichen gesetzt habe, wir waren zumindest beim 1. Versuch nicht ganz so begeistert... 

Aber ich wollte dem "weltbesten" Kuchen noch eine Chance geben, habe also das ursprüngliche Rezept ein bisschen abgeändert und den Zucker reduziert, siehe unten. Ideal ist es, ihn am Vortag fertig zu stellen und über Nacht durchziehen zu lassen. Uns hat der Kuchen am 2. Tag am besten geschmeckt. 






Kvæfjordkake oder Verdens beste kake -
mein "weltbester Kuchen" aus Norwegen


Zutaten für 1 kleines Blech:

Rührteigboden:
150 g weiche Butter
120 g Zucker
1 ganzes Ei (M) und 3 Eidotter (im Original 5 Eigelb)
250 g Mehl (statt nur 150 g)
1/2 P. Weinstein Backpulver
optional Zitronenabrieb von 1 bio Zitrone
ca. 100 ml Milch oder mehr nach Bedarf

Baisermasse:
3 Eiklar (statt 5 Eiweiß wie im Original)
1 Prise Salz
120 g Zucker
Saft von 1/2 Zitrone
ca. 40 g Mandelblättchen zum Bestreuen

Puddingcreme:
Vanille, gemahlen oder Mark von 1/2 Schote
250 ml Milch
40 g Zucker
20 g Stärkemehl
1 Eidotter
------
150 ml Schlagobers / flüssige Sahne
optional 1 EL Mascarpone

Zubereitung:
  • Idealerweise wird zuerst der "normale" Pudding gekocht, da er vollständig auskühlen muss - mit Folie dicht an der Puddingoberfläche abgedeckt und kalt gestellt.


Ich koche gerne mehr Pudding, mit 1 Liter Milch und dementsprechend Stärke, und fülle ihn in Schraubgläser. So bildet sich keine Haut und es gibt öfter Pudding...

  • Das Backrohr auf 160°C vorheizen und ein kleines Backblech + Papier bereit stellen.
  • Mit der Baisermasse beginnen, dafür Eiklar mit der Prise Salz schlagen und den Zucker nach und nach einrieseln lassen. Ist der Eischnee schön fest, dann den Zitronensaft zugeben. Beiseite stellen.
  • Für den Rührteig die weiche Butter, Zucker, Ei und Eidotter sowie Zitronenabrieb schaumig schlagen, dann Mehl, Backpulver und Milch beifügen.


Das Originalrezept dieses Rührteiges ist heikel, lässt sich nicht gut verstreichen etc... Normalerweise enthalten Rührteigrezepte mehr Mehl und so habe ich es dann auch gemacht und die Mehlmenge erhöht. Die Konsistenz des Teiges mit der Milch steuern.

  • Den Teig dünn auf das Backblech aufstreichen. Das Baiser darüber verteilen und mit Mandelblättchen bestreuen.
  • Etwa 30 Minuten hell backen, den Kuchen dann bei geöffneter Backofentür (einen Kochlöffel einklemmen) abkühlen lassen. Herausnehmen und halbieren.

  • Für die Creme wird Schlagobers mit Mascarpone steif geschlagen. Dann vorsichtig, ohne zu viel zu rühren den Pudding löffelweise einmengen.

Mit Mascarpone kann man Schlagobers sehr gut steif schlagen. Diesen Tipp habe ich von Susi Turbohausfrau, deren umfangreicher Blog leider unerreichbar (und endgültig, Susi?) geschlossen ist. 😢


Fertigstellung:
Normalerweise würde der Kuchen so vollendet werden, dass die Baiserschichten jeweils außen (oben und unten) und die Creme dazwischen auf der jeweiligen Rührteigseite ist. Dadurch soll vermutlich das Baiser nicht allzu sehr aufweichen. Ich fand das nicht relevant und das Baiser wird auch beschädigt, wenn es unten als Boden liegt.

Die eine Kuchenhälfte mit Creme bestreichen, die 2. Hälfte darauf legen und bezuckern.




Ganz gut geworden, nur mein Lieblingskuchen wird er nicht, Herr Fliederbaum aber hat sich darauf gestürzt... Aber wenn der "Weltbeste" einige Zeit durchziehen kann, gewinnt er doch enorm, der Kuchen! 




Der Kuchen hat seinen Namen vom Kvæfjord, der ziemlich weit im Norden von Norwegen in der Provinz Troms liegt. Dort hat ihn eine Cafe-Besitzerin in den 1930er Jahren zum ersten Mal gebacken. 2002 wurde er in einem Radio Wettbewerb zum beliebtesten Kuchen Norwegens gewählt, seither heißt der Kvæfjordkake auch "weltbester" Kuchen (nicht nur Norwegens bester...). 😉

Dort im Norden von Norwegen geht die Sonne übrigens erst am 23. JULI wieder unter.




Linkliste der kulinarischen Weltreise nach Norwegen:


Regina von bistroglobal mit Ofenpfannkuchen nach norwegischer Art 
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Waffeln mit Kefir und Kardamom - Vafler med Kefir og Kardemomme 
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Dicke Lefser mit Zimtbutter - tykklefser med smørkrem 
Susanne von magentratzerl mit Sveler - Norwegische Pfannkuchen 
Britta von Backmaedchen 1967 mit Norwegischer Apfelkuchen-Eplekake 
Tina von Küchenmomente mit Suksessterte aus Norwegen (glutenfrei) 
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Norwegisches Kartoffel-Fladenbrot - Lompe 
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Kaffefromasj - Kaffeemousse 
Barbara von Barbaras Spielwiese mit Fiskepudding (Norwegischer Fischpudding)




Liebe Grüße aus Wien! 






Mittwoch, 20. Mai 2026

Weltbienentag

 

2025

So schön hat mein Klarapfelbaum in den letzten Jahren geblüht und Bienen angezogen (und dann viele Äpfel getragen). Offenbar hat sich der Methusalem nun endgültig verausgabt, denn der Baum ist sicher 75 Jahre alt und ist der letzte Obstbaum aus den Anfangsjahren im Garten. Wir haben zu Frühlingsbeginn versucht, ihn noch vorsichtig zurückzuschneiden... aber eigentlich ist der Apfelbaum am Ende, seufz. 😥

2025

Heuer im April habe ich ganze DREI Blüten gezählt... ein paar Äste sind kahl geworden und die Insekten, die die Blüten immer umschwärmt haben, sind heuer hier leer ausgegangen. Aber zumindest Vögel halten sich oft in den Zweigen auf und im Totholz sicher noch ganz andere Lebewesen. Und ich bin dran meine Lieben zu überzeugen, dass der alte Apfelbaum nicht gleich und sofort umgeschnitten werden muss! 

Die Bienen schwärmen Tag für Tag
Und naschen von den Blüten.
Mag sie der Mai vor Hagelschlag
Und hartem Frost behüten.

(James Krüss)


Dass es um Bienen und Wildinsekten generell nicht gut steht, liegt heutzutage nicht nur an altersschwachen Bäumen, Hagelunwettern und Spätfrösten wie jetzt bei den "Eisheiligen". Da gibt es ganz andere Kaliber an Gegnern, wie wir alle wissen  die industrielle Landwirtschaft, Pestizide u.a. chemische Wirkstoffe, Versiegelung der Böden, "Ausräumen" der Landschaft und somit Vernichtung der tierischen Lebensräume etc...

Wenigstens im eigenen Garten kann man gegensteuern und ihn so naturnah und tierfreundlich wie möglich gestalten, auch wenn er klein ist, oder? Mit einer Blumenwiese (oder zumindest Blumen-Inseln wie bei mir), heimischen Stäuchern und Bäumen, die blühen und Früchte tragen, kann man viel erreichen. Wir sind gerade dran, unseren Garten nach der Hausbaustelle wieder zu "reaktivieren". 🌱🌸

Ich finde es echt faszinierend, dass Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer, Vögel, Igel etc.  dann "automatisch" kommen. Auch die so nützlichen Weinbergschnecken! Die beobachte ich gerne, besonders wenn sie so "herumturnen" wie oben...

Ein aufgeräumter Garten mit englischem Rasen und dem unsäglichen Kirschlorbeer, der leider für heimische Tiere nutzlos ist, ist ja vielleicht praktisch... aber sonst? Schade, dass es so viele solche kahle Gärten gibt. Ist euch ein halbwegs naturnaher Garten auch so wichtig wie mir?


Heute am 20. Mai ist wieder Weltbienentag, der auf die Problematik aufmerksam macht, und ich möchte wie jedes Jahr etwas mit Honig zubereiten. Wenigstens sind Honigbienen aktuell etwas weniger gefährdet als Wildbienen.

Tag der Biene 2021

Tag der Biene 2024


magic bee dreams


Diesmal habe ich ein ähnliches Rezept wie HIER gefunden, nur mit Honig. Es eignet sich ein eher flüssiger, milder Blütenhonig genauso wie würziger Waldhonig, welcher euch lieber ist. Ob der Kuchen nun Intelligenz-, Zauberkuchen oder magic cake heißt, er schmeckt gut und ist im Nu fertig, auch wenn man auf die Schnelle ein Dessert braucht.




Honig Zauberkuchen

Zutaten für 1 große Backform oder kleines Blech

4 Eier (M), getrennt
1 Prise Salz
1 EL Wasser
140 g Honig
Vanille (Extrakt oder Pulver)
115 g flüssige Butter
115 g Mehl
500 ml lauwarme Milch

Zubereitung:

Die Eier trennen und mit der Prise Salz einen Eischnee schlagen.
Eidotter mit dem Honig, Wasser und Vanille schaumig schlagen, dann die flüssige Butter langsam einschlagen. Das Mehl einmengen, dann die Milch und zum Schluss den Eischnee.
Die Masse in eine große Ofenform gießen (sie ist sehr flüssig) und im vorgeheizten Rohr nicht zu heiß backen. Bei 160-170°C mindestens 45 Minuten bis 1 Stunde, die Oberfläche dabei abdecken, dass sie nicht zu dunkel wird. Sie muss gestockt sein!
Vollständig auskühlen lassen, mit Staubzucker bestreuen und zB. auch mit frischen Früchten genießen. 



Der Kuchen geht sehr schön auf, fällt aber mit dem Auskühlen zusammen, das gehört so...

Das besondere daran ist, dass sich die Bestandteile des ziemlich flüssigenTeiges interessanterweise beim Backen scheinbar trennen... es entsteht unten eine puddingartige und darüber eine Kuchenschichte!


Liebe Gartengrüße






Sonntag, 10. Mai 2026

Schmarrn in Wien

 

Vor wenigen Tagen war hier vor dem Rathaus in Wien noch totale Baustelle, um den Platz für die Song Contest-Woche fertig zu bekommen. 

Ich war gerade in der Nähe, bin durch den Rathauspark spaziert und es dominierten überall noch  Absperrgitter und Baumaterialien...


Aber heute Sonntag wird hier im Eurovision Village die sicher glanzvolle Eröffnung stattfinden und die ganze Woche gibt es Public Viewing und Rahmenprogramm mit Live Musik, Gastro-Ständen etc. Die halbrunde Konstruktion direkt vor dem Rathaus ist die Bühne, die kreisrunden Dächer sollen vor Regen oder momentan eher Sonne schützen. Wir lechzen hier ja seit langem nach Regen, aber er sollte doch nicht gerade jetzt kommen...
(Alles unbezahlte Werbung, aber der Eintritt ist hier am Rathausplatz bei Veranstaltungen sowieso immer frei).

Wien "brummt" derzeit und und die Riesenveranstaltung wird noch mehr Fans in die Stadt locken, was nicht nur die Wirtschaft freut. Ich finde es schön und es macht mich auch ein bisschen stolz, dass Wien jetzt so lebendig und in vielerlei Hinsicht bunt ist (anders als es in meinen jungen Jahren war).

Tatsächlich ist das jetzt aber nix für mich, ich werde in der Song Contest-Woche den Trubel in Wien meiden und mich vom Acker machen, äh also raus aufs Land fahren. Ob ich den Hype in den Medien verfolgen werde, ist nicht so sicher, aber wahrscheinlich ein bisschen... die Musikdarbietungen interessieren mich dabei weniger als das, was so rundherum los ist. Hoffen wir, dass nichts Unvorhergesehenes passiert!

das Motto


Interessiert euch der Eurovision Song Contest? Ja, nein, ein bisschen?

Oder meint ihr, das ist soo ein  Schmarrn - das ist ein Wiener Ausdruck der (eher liebevollen) Geringschätzung. Ein deftigeres Wort wäre Schaas, was in Wien genauso etwas Unwichtiges bezeichnet, aber auch einen Furz. Berühmt geworden ist nach dem Sieg von Conchita Wurst der Ausspruch "jetzt hat uns die den Schaas gewonnen"... 😉 Das bedeutet aber nicht, dass wir in Österreich die Siege von Conchita 2014 und JJ 2025 gering schätzen würden!! Aber Schmäh muss sein, besonders in Wien...


Die 2. Bedeutung von Schmarrn ist in Wien natürlich der  Kaiserschmarrn. Er ist eine kulinarische Verbindung aus der früher einfachen Almküche in den Alpen und der feinen Wiener Küche am damaligen Kaiserhof. Daher "gehört" er zu Wien genauso wie in die Alpen und auf jede Berghütte. Es gibt unzählige Rezepte für den Kaiserschmarrn, nur trocken und wie ein zerteilter "Kuchen" darf er nicht sein!



mein Kaiserschmarrn

Zutaten für 2 Personen als Hauptspeise:

3 Eier (M)
2 Prisen Salz
180 ml Milch
110 g (Dinkel-) Mehl
1 EL, ca. 20 g Kristallzucker
optional Rosinen (ich nicht)
----------

2 EL Butter für die Pfanne
1 EL Kristallzucker
Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung:

  • Das Backrohr auf 180°C vorheizen und eine große ofenfeste Pfanne bereitstellen.
  • Die Eier trennen, mit Salz einen Eischnee schlagen und dabei auch den Zucker einrieseln lassen. Die Eidotter und die restlichen Zutaten bis -------- vermixen, kurz quellen lassen und den Eischnee vorsichtig unterheben.
    Wer will gibt Rosinen rein.

  • Die Pfanne am Herd erhitzen, 1 EL Butter und den Zucker gemeinsam schmelzen.
  • Den Teig einleeren und wenige Minuten "anbacken", dann die Pfanne in den Ofen stellen. Nur für etwa 5 - 10 Minuten, bis die Oberfläche gestockt ist. Die Unterseite sollte gebräunt sein.
  • Die Pfanne wieder auf den Herd stellen und den Teig umdrehen, dafür vorher in 2 oder 3 Teile teilen. Falls erforderlich kommt noch 1 EL Butter in die Pfanne.
    Grundsätzlich sollte man hier nicht mit der Butter sparen.

  • Dann bei mittlerer Hitze mit 2 Pfannenwendern in unregelmäßige Stücke zerteilen und dabei noch goldbraun bräunen. Darauf achten, dass der Schmarrn schlussendlich durchgegart, aber nicht zu dunkel ist.


Den Kaiserschmarrn mit Staubzucker bestreuen und mit beliebigem Kompott, hier meist Apfelkompott oder Apfelmus, Marillenröster (im eigenen Saft gedünstete Aprikosen), Zwetschkenröster etc. genießen.



Kaiserschmarrn ist bei mir oft die erste Wahl, wenn wir hin und wieder eine süße Hauptspeise essen wollen. Er ist schneller gemacht als Palatschinken und ein selbst eingekochtes Kompott vom Sommer findet sich eh fast immer in meinem Vorrat.


Ich wünsche euch nun eine schöne Woche mit Schmarrn oder nicht, Song Contest oder nicht... aber dem jungen Österreich Vertreter COSMO mit dem blauen Stern über einem Auge werde ich zumindest die Daumen halten, wenn er nach dem Tanzschein fragt...