Das 1.
Synchronbacken im neuen Jahr und ich bin zum ersten Mal überhaupt mit dabei! Das Rezept des formschönen dreieckigen Gebäcks mit viel gesundem Leinsamen hat mich aber auch sofort angesprochen!
Bei uns ist zwar seit ungefähr einem Jahr, seit wir einen Roggensauerteig füttern, Herr Fliederbaum der wöchentliche Brotbäcker, aber für Spezialbrote und Gebäck bin ich zuständig 😊
Leinsamen...
sind ja quasi das heimische "Superfood" mit ihrem Gehalt an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen, ungesättigte Fettsäuren, Proteinen und "Lignanen", die den Hormonhaushalt (zum Beispiel von Frauen in den besten Jahren) günstig beeinflussen können. Leinsamen sind zum Beispiel entzündungshemmend, können den Cholesterinspiegel senken, das Immunsystem stärken etc., ein Super-Lebensmittel eben, gerade auch in Zeiten wie diesen!
Der "Gemeine Lein" oder Flachs (Linum usitatissimum), der hier im Sommer so schön hellblau-lila blüht, ist eine uralte Kulturpflanze und kam bereits vor etwa 7000 Jahren nach Mitteleuropa. Es gibt vereinfacht gesagt Faser-Lein (aus dem Leinen gewebt wird) und Öl-Lein. Von beiden können die Samen verwendet werden.
Synchronbacken also...
findet sozusagen gemeinsam statt - an einem festgelegten Tag wird ein vorgegebenes Rezept gebacken und später veröffentlicht. Das heutige Rezept der "Leinsaat-Ecken" kommt von Petra (Chili & Ciabatta).
Meine Änderungen daran waren, dass ich das Weizenmehl durch Dinkel getauscht, Leinsamen plus Sonnenblumenkerne verwendet und nur die halbe Menge gebacken habe.
Leinsamen-Sonnenblumenkern-Ecken
Poolish:
100 g Dinkelmehl glatt (Ö Typ 700)
100 g Wasser
0,5 g frische Germ / Hefe, ca. 1 Reiskorn-groß
Brühstück:
75 g Leinsamen und Sonnenblumenkerne gemischt (halb/halb)
100 g Wasser
Hauptteig:
Poolish
Brühstück
225 g Dinkelmehl glatt (Ö Typ 700)
175 g Vollkorn-Dinkelmehl
5 g frische Germ / Hefe
bis ca. 225 g Wasser nach Bedarf
10 g Salz
Backzubehör:
(Holz-) Teigschieber und Backstein, Backpapier, Dampfschüsserl
Zubereitung und Zeitplan:
Am Vorabend beginnen. Für den Polish die Zutaten verrühren, für das Brühstück die Leinsamen und Sonnenblumenkerne mit kochend heißem Wasser übergießen. Beides zugedeckt bei Raumtemperatur über Nacht oder ca. 10-12 Stunden reifen bzw. quellen lassen. Auf dem Foto oben sieht man, wie schön die Leinsamen und Kerne gequollen sind.
Am nächsten Tag den Hauptteig herstellen: Alle Zutaten außer Wasser und Salz in der Küchenmaschine auf Stufe 1 kneten. Dabei das Wasser nicht auf einmal, sondern nach Bedarf dazu leeren, dann das Salz einrieseln lassen. Auf Stufe 2 nur wenige Minuten kneten.
edit: Dinkelmehl-Teige nicht überkneten!
Den Teig mindestens 1 Stunde zugedeckt bei Raumtemperatur aufgehen lassen.
Den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und in zwei Teile teilen. Jeweils rund formen und zugedeckt ca. 20 Minuten rasten lassen.
Den Teigschieber mit Backpapier belegen.
Die Teigkugeln jeweils mit einem Nudelwalker / Rollholz an drei Seiten flach nach außen rollen, sodass dünne "Flügel" entstehen. Diese Flügel werden nach innen, also zur Mitte hin übereinander geklappt. Die nun schön geformten Dreiecke werden umgedreht, mit den "Nähten" nach unten und mit Abstand zueinander auf das Backpapier gelegt. Mit Mehl bestäuben und zugedeckt 1 Stunde ruhen lassen.
In der Zwischenzeit das Backrohr mit Backstein und Dampfschale auf 250°C vorheizen.
Die Brote an der Oberseite nun dreieckig, parallel zu den Kanten, mit einem scharfen Messer rel. tief einschneiden und (mit oder ohne dem Backpapier) in den Ofen schieben.
10 Minuten backen, dann Dampf ablassen und bei fallender Temperatur fertig backen, also weitere ca. 30 - 35 Minuten (je nach Ofen) bei 220 - 200°C. Die Brote sollen goldbraun und knusprig sein.
Fazit:
Ein wunderbares Brot, hat uns sehr gut geschmeckt!! Wir haben einen Großteil ganz puristisch mit Butter verdrückt. Ich muss es bald wieder backen, so der Kommentar zu Hause!
Mit der Konsistenz habe ich aber ein bisschen gekämpft, der Teig war beim 1. Versuch zu weich - daher sollte man wirklich immer mit der Wasserzugabe vorsichtig sein! Das Formen der Brote muss auch noch geübt werden 😏
Danke...
an Zorra und Sandra für das Organisieren des fast schon traditionellen Synchronbackens! Mir gefällt daran vor allem der Gedanke des (ungefähr) zeitgleichen Backens an verschiedenen Orten. Ich bin überzeugt, wenn viele Personen gleichzeitig das Gleiche tun, also etwas Friedliches bzw. Kreatives mit positiven Gedanken, hat es Auswirkungen auf uns alle!
So wie die "Labyrinth-Welle" rund um die Erde jeden ersten Samstag im Mai um 13 h zu jeder Ortszeit (
klick) oder das gemeinsame meditative Begehen einer "Venusblume".
Linkliste:
Birgit M. von
Backen mit Leidenschaft
(nicht funktionierende Links werden richtig gestellt)
Liebe Grüße aus Wien