Donnerstag, 24. September 2026

Steinpilze und Pasta

 

Blog-Event CCXXXIV - Urlaubsschätze & Schrankhüter (Einsendeschluss 15. Oktober 2026)

Regina hat mit ihrem Blogevent-Thema (bei Zorra) einen Nerv getroffen, zumindest bei mir. Es trifft nämlich beides oft nach dem jährlichen Alm-Urlaub oder anderen Reisen zu...

Ich freue mich immer sehr über meine selbst gesammelten oder gekauften Urlaubsschätze und oft werden sie dann zu Hause zu Schrankhütern, weil sie für mich so kostbar sind, dass ich ewig nachdenke, wie ich ihnen gerecht werden kann. Kommt euch das bekannt vor?


Ist der Pilz nicht prächtig? Bei mir geht es heute um getrocknete Pilze, genauer gesagt um dieses einzige, große Exemplar eines Stein- bzw. Herrenpilzes. Denn allzu erfolgreich war das Schwammerlsuchen in diesem Jahr sonst nicht, wobei wir im Urlaub sowieso nicht mehr als für 1-2 Mahlzeiten sammeln, hauptsächlich Eierschwammerl (wie hier geschrieben).







Wir wollen uns das Essen im urigen Berggasthof "verdienen" und sind einem kaum begangenen Weg in den Wald zu einer einsamen Alm gefolgt. Keine große Wanderung, nur die Beine vertreten. Der große Steinpilz stand ganz unverhofft neben dem Waldweg und ein bisschen vom Gras verdeckt. Daran konnten wir nicht vorbei gehen...
Wie oft findet man denn schon einen schönen Steinpilz, also wir haben leider nur alle paar Jahre so ein Glück. Denn Steinpilze sind allgemein sehr begehrt und werden leider auch professionell gesammelt.



Später habe ich ihn nach dem Putzen dünn aufgeschnitten und zum Trocknen aufgelegt. Das ist bei Steinpilzen die beste Methode, wenn man sie nicht zeitnah und frisch zubereiten kann. In 2-3 Tagen sind die Pilzscheibchen dann getrocknet, geschrumpft und duften herrlich (warum Steinpilze auch Herrenpilze heißen, siehe ganz unten).



In diesem Joghurtschraubglas fand der gesamte große, nun getrocknete Steinpilz Platz und kam mit nach Hause. Ich habe auch gleich meine Schränke in zwei Wohnsitzen durchforstet und zum Glück noch ein weiteres Glas mit getrockneten Pilzschätzen gefunden. Denn eines wäre zu wenig gewesen, die Pilze werden durch das Trocknen ja federleicht und wiegen quasi fast nichts.


(unbezahlte Werbung)

Um die aromatischen getrockneten Steinpilze würdig zu verwerten, ist mir das Rezept für ein Ragú für Pasta von Ixta Belfrage wieder eingefallen. Susi Turbohausfrau hat es vor ein paar Jahren bereits ausprobiert und in den Kommentaren hatte ich geschrieben "ich ebenfalls" - aber verbloggt habe ich es nie. Aber heute frisch zubereitet passt es und damit sende ich auch liebe Grüße an Susi. 




Steinpilz-Pasta nach Ixta Belfrage

Zutaten für 2 Pers. als Hauptspeise oder 4 Pers. als Vorspeise:

200 - 250 g Tagliatelle-Nester oder selbstgemachte Nudeln

Ragú:
ca. 40 g getrocknete Steinpilze
4 EL Olivenöl
3 Knoblauchzehen, fein geschnitten
Chiliflocken
1 EL Petersilie, Stängel und Blätter, fein gehackt
Salz
1 EL Tomatenmark
schwarzer Pfeffer
40 g Parmesan, fein gerieben
ca. 2 - 3 EL Schlagobers / flüssige Sahne

zum Servieren:
Olivenöl
Petersilblättchen
Parmesan

Zubereitung:

Die getrockneten Pilze in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen (nicht zu viel) und 10 Minuten aufweichen lassen. Dann abseihen und 75 ml Flüssigkeit auffangen. Die Pilze fein hacken und beiseite stellen.

In einer großen Pfanne das Öl, Knoblauch, Chili, Petersilie und Salz erhitzen und 5 Minuten sanft braten, bis alles weich und sehr leicht gebräunt ist (nicht dunkel). Dann die gehackten Pilze, Tomatenmark und Pfeffer beifügen. Alles einige Minuten "pfannenrühren".

In der Zwischenzeit die Pasta sehr al dente kochen, dann abseihen und 350 ml Kochwasser auffangen. 

Die beiden Flüssigkeiten Pilz- und Nudelkochwasser (Achtung, letzteres nur nach Bedarf zugeben, mir schien es zu viel) zur Pilzmischung in die Pfanne geben und 3 Minuten köcheln lassen.

Die Hälfte des Parmesans einrühren, bis er geschmolzen ist. Den restlichen Parmesan, das Schlagobers und die abgetropfte Pasta unterrühren und alles gut vermischen, bis Sauce und Pasta emulgiert sind..

Servieren und mit Olivenöl, Petersilblättchen und Parmesan vollenden.

die gehackte Pilzmasse


sehr geschmackvoll


Sind zu wenig getrocknete Steinpilze vorhanden, dann kann man sie auch mit frischen Pilzen mischen, finde ich - diese vorher aber gut anbraten. Der intensive umami-Geschmack von getrockneten Pilzen fehlt dann aber ein bisschen.

Wie fanden es ein würdiges Rezept für meine kostbaren getrockneten Steinpilze! Ixta Belfrage ist für mich eine der Großen; weitere Gerichte von ihr findet ihr unter meinem Label Belfrage.



Liebe Regina, liebe Zorra, ich freue mich über das tolle Blogevent und bin gespannt auf die Gerichte und Geschichten! Liebe Grüße aus Wien!



Steinpilze zum Trocknen aufgelegt, Foto von 2023


Übrigens...
Der Gemeine Steinpilz (Boletus edulis) heißt mancherorts in Österreich auch Herrenpilz. Mich hat jetzt interessiert, wie es zu diesem Namen gekommen ist (und KI weiß Bescheid...).

Der Name Herrenpilz für den Steinpilz stammt aus dem Mittelalter, weil diese besonders feinen Pilze damals den herrschenden Grundherren, dem Adel oder der Geistlichkeit vorbehalten waren.
Nach historischer Überlieferung mussten Bauern und einfache Leute gesammelte Steinpilze oft als Abgabe an den Grundbesitzer abliefern – teilweise unter Androhung von strengen Strafen, wenn sie sie selbst behielten. Daher galt er im Volksmund als der Pilz der "Herren"...


So ist das also, ich bleibe ab jetzt beim neutralen "Steinpilz"! 





Samstag, 19. September 2026

Malta Rindsrouladen und Lesetipp

 

Foto von 2021

Bei Malta fällt mir als erstes das wildromantische Maltatal in den Hohen Tauern in Österreich ein, an deren Talschluss die imposante Kölnbreinsperre liegt. Wir haben sie im Sommer 2021 zuletzt besucht, aber das ist heute nicht gemeint... 


Dauerblogevent

Denn die kulinarische Weltreise von Volker reist im September ins Mittelmeer auf die Inselgruppe bzw. den kleinsten EU Staat Malta südlich von Sizilien. Dort war ich noch nicht, aber die Inseln mit ihrer reichen prähistorischen Vergangenheit würden mich sehr reizen.

Aus Malta stammt auch eine interessante Version von Rindsrouladen. Ich habe mich heute am Rezept von Johann Lafer orientiert, der es in einer österreichischen Kochsendung ("Silvia kocht", unbezahlte Werbung) gezeigt hat. 



Bragioli - Malta Rindsrouladen nach Johann Lafer

Zutaten für 4 Pers.:

4 große Rindsschnitzel für Rouladen
Salz und Pfeffer
Olivenöl zum Anbraten

Fülle:
200 g Faschiertes vom Rind / Hackfleisch
1 kleine Zwiebel, kleine Würfel
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
50 g Speck, kleine Würfel
1 Ei, hart gekocht, klein geschnitten
optional 40 g Semmelbrösel
1 EL Petersilie, gehackt
25 g Parmesan, fein gerieben (ich finde, es kann auch mehr sein)
Salz, Pfeffer
Chili oder Cayennepfeffer

Sauce:
Olivenöl
1 Zwiebel, kleine Würfel
1 oder mehr Knoblauchzehen, zerdrückt
1 Karotte, kleine Würfel
optional 75 g frische Erbsen (habe ich weglassen, die mag bei uns nicht jeder)
1 - 2 EL Tomatenmark
125 ml Suppe
125 ml kräftiger Rotwein (aus Süditalien oder Spanien)
1 Lorbeerblatt
Salz, Pfeffer
Chili oder Cayennepfeffer
optional Maisstärke zum Binden 

Zubereitung:

Das Rindfleisch leicht plattieren, dann etwas salzen und pfeffern.
Alle Zutaten für die Fülle vermischen bzw. mit der Hand verkneten und wenn erforderlich etwas kaltes Wasser beifügen.
Die Fülle auf die Rindsschnitzel auftragen, dabei den Rand frei lassen. Das Fleisch zu Rouladen rollen, mit Küchengarn binden oder mit Rouladen-Nadeln feststecken.
Die Bragioli auch außen mit Salz und Pfeffer würzen. In einem Bräter in Olivenöl anbraten, dann herausnehmen und beiseite stellen. 

Für die Sauce ggf. weiteres Olivenöl im Bratrückstand der Bragioli erhitzen und die Zwiebeln darin goldbraun braten. Den Knoblauch und das Tomatenmark mitbraten, dann mit Rotwein ablöschen und kurz verkochen lassen. Die Erbsen und Karotten beifügen und mit Suppe aufgießen. Lorbeerblatt und Gewürze dazu geben und aufkochen lassen.

Die Hitze reduzieren und die Rouladen in den Bräter legen, sie sollten mit der Flüssigkeit weitgehend (2/3) bedeckt sein. Die Bragioli zugedeckt bei 180°C mindestens 1 Stunde im Rohr garen, nach 30 Minuten einmal umdrehen.
Ich habe nun (rohe) Kartoffelhälften zum Mitgaren dazu gelegt. Da ich sehr viel Sauce hatte, habe ich die Rouladen ohne Deckel fertig geschmort. 

Die Rouladen (und Kartoffeln) dann herausnehmen und etwas ruhen lassen. Die Sauce abschmecken und ggf. kurz mit dem Pürierstab hineinfahren. Wer will kann die Sauce auch noch mit in Wasser angerührter Maisstärke binden (dann aber nocheinmal aufkochen).


Die Zutaten für die Fülle habe ich absichtlich nicht allzu fein geschnitten, so hat die Sache mehr Biss!

Die Malta-Rindsrouladen mit der besonderen Fülle und der geschmackvollen Sauce sind bei unserem kleinen Familienessen sehr gut angekommen! Auch die Kartoffeln passen gut, und ich mag es, sie in viel Sauce zu zerdrücken.
Es lohnt sich immer, ein neues Rezept auszuprobieren, aber schlussendlich sind zumindest mir meine gewohnten Rindsrouladen lieber... Trotzdem Empfehlung für das Rezept und den Lesetipp unten!




Malta-Lesetipp zum Entspannen:

Muschelseide von Federica de Cesco (Belletristik)

Das Interessanteste an dem Buch war für mich, dass es Muschelseide tatsächlich gab, sie wurde seit der Antike oder noch früher aus dem Faserbart der Edlen Steckmuschel (Pinna nobilis) gewebt. Unglaublich, oder? Mit ihren Fasern "hält" sich die Muschel am Untergrund im Meer fest. Das feine und schillernde Gewebe ist schlussendlich dünner als "normale" Seide und war wahnsinnig kostbar.
Die Riesenmuschel kommt nur im Mittelmeer vor, wo es noch intakte Seegraswiesen und gute Wasserqualität gibt. Sie kann fast 1 Meter groß und ca. 50 Jahre alt werden. Sie steht heute unter strengstem Schutz (weil vom Aussterben bedroht) und das Sammeln ist absolut verboten, auch von toten Exemplaren!

Im Roman, der von einer Familiengeschichte über 100 Jahre in Valletta auf Malta handelt, hat dieses Verbot kaum eine Bedeutung, was ich ziemlich unverständlich finde. Ich fand es aber interessant, über die komplizierte Herstellung der Muschelseide und mehr über Maltas Geschichte (vor allem im 1. Weltkrieg), die ursprüngliche Sprache etc. zu erfahren.

Insgesamt ist der Roman flüssig zu lesen, nicht fordernd und zur abendlichen Entspannung bestens geeignet... Darüber hinaus kann man sich im www über diese besondere Muschelart informieren, zb. hier →

Bildquelle und Infos


Malta-Linkliste:

(wird ergänzt)


Susanne von magentratzerl mit Ravioli mit maltesischer Wurst 
Simone von zimtkringel mit Bragioli , Rinderrouladen aus Malta 
Susanne von magentratzerl mit Qassatat 
Britta von Brittas Kochbuch mit Stuffat tal-Fenek - Kaninchenragout aus Malta




Samstag, 12. September 2026

12 von 12 im September im Waldviertel

 


Heute am Samstag, 12. September 2026, ist wieder ein 12 von 12-Tag, wo viele Bloggerinnen (ich glaube, die meisten sind Frauen) ihren Tag mit 12 Fotos aufzeichnen und bei Caro verlinken. 

Ich sitze in der kühlen Morgensonne mit Blick in den Garten und denke, dass ich dem sprießenden Unkraut heute zu Leibe rücken muss. Es gedeiht prächtig, was man vom ziemlich verdorrten Gras nicht sagen kann. Aber der Regen der letzten Tage war gut!



Später am Vormittag schaue ich, was es in der Kleinstadt (nach unserem Almurlaub) Neues gibt.
Ach, es ist wieder Slow Food-Markt, wie schön! Alle zwei Wochen kann man hier tolle regionale und bio Lebensmittel direkt von den Produzenten kaufen, von Gemüse, über Eier, Fisch, Gebäck bis zu Wein.



Meine Tasche füllt sich... Bunten Mangold zb. gibt hier auf dem Land sonst nur selten.



In dem blauen Haus hat mein Vater in seiner Kindheit gewohnt, ich denke jedes Mal daran, wenn ich hier am Hauptplatz bin. Mir ist es sehr leid, dass ich seit langem die letzte aus dieser Familie bin, alle sind früh verstorben. Ich würde mich gerne zu einem Gespräch zu ihnen zurück beamen und so vieles fragen. 



Ich streife ein bisschen durch die Stadt und bewundere wie immer die "Murals" aus dem 16. Jahrhundert... 😉 Nur die Ritz- und Kratztechnik beim "Sgraffittohaus" aus der Renaissancezeit unterscheidet sich natürlich von den heutzutage bemalten Hauswänden.



Warum man hier mickrige Bäume als Kübelpflanzen aufstellt und nicht auspflanzt, erschließt sich mir nach gut 2 Jahren immer noch nicht. Aber besser als gar nix Grünes.



In diesen Laden schaue ich immer rein, wenn ich vorbeikomme. Ich mag die hübschen Handarbeiten, Schmuck, Filzblumen etc. aus aller Welt, auch besondere Lebensmittel und im Winter kommt wieder eine Orangenlieferung aus dem Süden. 



Auch an der Konditorei bzw. dem einzigem verbliebenen Bäcker der Stadt kann ich nicht so einfach vorbeigehen, verständlich, oder?



Voll bepackt fahre ich heimwärts, Herr Fliederbaum hilft mir beim Reintragen und Auspacken.




Meine Gemüsebeute vom Markt heute: der Mangold ist eingewässert, dass er knackig bleibt und die Fisolen (grünen Bohnen) kommen vorerst in den Keller. Einen Teil der eleganten Brokkoli-"Königin", wie der Verkäufer sagte, werde ich später verarbeiten.




Aus dem Tiefkühler hole ich schnell einen Curryansatz, der bis zum Abend auftauen kann. Auf dem Schild hatte ich notiert "noch Gemüse dazu", das wird heute kein Problem sein! Noch Reis kochen und gut is...


Nach dem Unkrautzupfen im Garten muss Relaxen und eine kleine Belohnung sein, die Schachtel mit Macadamia-Pralinen aus Hawai´i ist jetzt genau richtig (eh nur 1-2 Stückchen).

Kühler Wind vertreibt uns bald und so verlinke ich meinen Beitrag bei Caro vom Blog Draußen nur Kännchen und gehe bald einmal in die Küche zum Abendessen-vorbereiten.


+++++

Später möchte ich noch die Fotos vom vergangenen Almurlaub sortieren...


Liebe Gartengrüße!



(alles unbezahlte Werbung, wie immer)


Mittwoch, 9. September 2026

Karpfen und Risotto



Blog-Event CCXXXIII - So isst Italien (Einsendeschluss 15. September 2026)

Wer mag Risotto noch so gerne wie ich? Bei Risotto denkt jeder sofort an Italien, wie bei Pizza, Pasta und Tiramisu... 😄

Risotto ist unglaublich vielseitig und wandelbar und mein 2. Beitrag zu Zorras Jubiläumsblogevent ist heute daher ein etwas anderes Risotto.


Die Heimat des Risottos ist der Norden Italiens, wo in der Po- Ebene die "Reiskammer" Europas liegt. Der Reisanbau benötigt aber viel Wasser und steht durch die extreme Trockenheit im heurigen Sommer vor einem Wandel hin zu anderen Sorten, veränderten Anbaumethoden, weniger Flächen etc. 
Die italienischen Reissorten für Risotto, Carnaroli und Arborio, sind von der Dürrekrise besonders stark betroffen und werden wohl preislich weiter steigen. Es könnte sich also lohnen, sich beizeiten mit diesen klassischen Sorten aus Italien einzudecken...


Heute habe ich mich an Risotto alla pescatora orientiert, also nach Art der Fischer, die es allerdings mit diversen Meeresfrüchten und dementsprechendem Fischfond zubereiten bzw. anrichten. So ein Risotto genießt man am besten vor Ort! In einem Binnenland funktioniert die Sache mit regionalem Süßwasserfisch aber auch ganz gut. 


am zugefrorenen Teich - ein Winterbild zum Abkühlen!

Ein großes Karpfenfilet aus einem der vielen Waldviertler Teiche wartete seit geraumer Zeit im Tiefkühler sowie Karkassen von einem ganzen Karpfen inklusive dem riesigen Kopf. Also zuerst einen Fond kochen, den man auch gut vorbereiten oder einfrieren kann.

Karpfenfond passt in ein schön cremiges Risotto mit frischen Kräutern und Zitrone ganz fantastisch. Dazu Stücke vom gebratenen Karpfenfilet und ein (zwei...) Gläschen vom selben guten Weißwein, mit dem man das Risotto abgelöscht hat.


Stichwort Fisch und Parmesan:
So wie schon bei der Räucherforelle für Carbonara (KLICK) passt geriebener Käse auch beim Karpfen geschmacklich und für die Bindung sehr gut! Geräucherte Forelle mit ihrem Raucharoma und der rustikale Karpfen bringen genügend eigenen Geschmack mit, der vom Käse nicht "erschlagen" wird oder untergeht!




Kräuter-Zitronen Risotto mit Karpfen-Fischfond 
zum gebratenen Karpfenfilet

Zutaten für 2 Pers.:

ca. 200 g Risottoreis
ca. 500 ml heißer Karpfen-Fischfond
1 kleine helle Zwiebel, fein gewürfelt
1 Glas trockener Weißwein (Veltliner)
2 EL Olivenöl

30 g kalte Butter, in Würfeln
2 EL Parmesan, fein gerieben, 
1 bio Zitrone, Abrieb und 1 Fingerhut Saft
Salz
weißer Pfeffer
etwas frischer Dill und Petersil, gehackt

einige (Wald-) Heidelbeeren für Deko

Zubereitung:

Zwiebel in Öl anlaufen lassen, ohne Farbe nehmen zu lassen. Den Reis einrühren, so dass jedes Körnchen von Öl benetzt ist. Mit Wein ablöschen, kurz verkochen lassen und unter oftmaligem Rühren immer wieder mit heißem Fond aufgießen. Mit Salz und Pfeffer würzen. 
Wenn der Reis al dente gegart ist, den Topf vom Herd nehmen und die kalte Butter, Zitronenabrieb und Saft, Parmesan und die Kräuter einrühren. Die Konsistenz wenn notwendig noch mit Suppe geschmeidig machen.

In der Zwischenzeit ist auch das Karpfenfilet gebraten. Dann kann beides angerichtet und obenauf mit Heidelbeeren bestreut werden, die auch geschmacklich einen Kick bringen!




Liebe Zorra, vielleicht habe ich dir jetzt Lust auf Risotto alla pescatora mit Meeresfrüchten machen können (da du an Karpfen wohl nicht herankommst).

Aber das Rezept ist ja das gleiche (abgesehen vom Käse). Denn ob man Fond aus den Karkassen vom Karpfen oder von Meeresfischen, Muschel- und Garnelenschalen macht, ist Jacke wie Hose... Auch die frischen Kräuter und die Zitrone passen für beide Varianten, nur eben der Käse und die Heidelbeeren nicht!😉

Risotto geht immer, finden wir! Nochmals happy Bloggeburtstag!

Liebe Grüße aus Wien!





Samstag, 29. August 2026

Carbonara mit Räucherfisch



  Blog-Event CCXXXIII - So isst Italien (Einsendeschluss 15. September 2026)

Zorra wünscht sich zu ihrem 22. Blogjubiläum italienische Gerichte, nichts lieber als das! Die italienische Küche ist fast immer Soulfood für uns und wie ein Lebensgefühl, das man schmeckt!
Ich habe mich heute für Spaghetti Carbonara entschieden, aber in einer etwas anderen bzw. einer fake-Version.


Fake Carbonara deshalb, weil ich diese schöne geräucherte Forelle vom Wochenmarkt in Lienz in Osttirol statt dem üblichen luftgetrockneten Guanciale verwendet habe, sonst ist alles so, wie es sein soll. Also KEIN Schlagobers bzw. Sahne und keine weiteren Zutaten! Allerdings habe ich ein wenig Olivenöl ins Gericht geschmuggelt, da die Räucherforelle im Gegensatz zum Guanciale ja etwas weniger fett ist.

Die italienische "Carbonara-Polizei" bzw. Food Puristen, die die Tradition recht streng hochhalten, würden wohl auch die Kombination Fisch und Käse "beanstanden". Nicht, dass mir das nicht egal wäre...

Tatsächlich passt die würzige Räucherforelle zu einem gereiften Pecorino ganz ausgezeichnet!


Diese Art Carbonara habe ich mir beim Spitzenkoch Lukas Nagl abgeschaut, der gerne geräucherte Saiblinge aus dem Traunsee im Salzkammergut verwendet. Lukas Nagl wurde heuer zur Nr. 1 der 100 besten Köche Österreichs gewählt, er hat einen Michelin-Stern und vier Gault-Millaut Hauben. Aus seinem 1. Kochbuch stammt auch diese traditionelle Suppe.



(fake) Spaghetti Carbonara mit Räucherforelle

Zutaten für 2 Pers. als Hauptspeise

1 Räucherforelle im Ganzen (keine Filets, sondern mit Kopf, Haut und Gräten)

200 - 250 g Spaghetti

1 Ei und 1 Eidotter

50 g Pecorino, frisch fein gerieben

Salz, nicht zu viel, Räucherfisch und Pecorino sind bereits salzig!

reichlich schwarzer Pfeffer aus der Mühle

optional 1 EL mildes Olivenöl

Zitronenabrieb und Blüten für Deko

Zubereitung:

Die Räucherforelle enthäuten, filetieren und grob zerpflücken. Die Stückchen sorgfältig nach Gräten kontrollieren und im Kühlschrank parken. Die durch das Räuchern ledrige (und ungenießbare) Haut und restliche Karkassen in gesalzenem Wasser aufkochen und zugedeckt auf der ausgeschalteten Herdplatte ein wenig ziehen lassen.

Den Sud dann durch ein feines Sieb (wegen einzelner Gräten) in einen passenden Topf abseihen und die Spaghetti darin al dente kochen. Wenn nötig Salz und Wasser ergänzen, aber hier gilt: so wenig Flüssigkeit wie möglich und nur so viel wie unbedingt nötig! 

Die Eier verquirlen, Käse und Pfeffer beifügen.

Die Spaghetti abseihen und dabei etwas von der Kochflüssigkeit auffangen. Die Pasta in den noch heißen Topf zurück geben und mit der Ei-Käsemischung, Olivenöl und mit ein wenig Kochwasser kräftig durchrühren. So viel heiße Kochflüssigkeit beifügen und gut vermischen, dass eine cremige Sauce entsteht. Die Hälfte der Räucherfisch-Stückchen untermengen, ev. Pfeffer und Salz ergänzen.

Die Spaghetti anrichten, den restlichen Räucherfisch darüber verteilen und mit Zitronenschale und ev. Blüten bestreuen.

bestreut mit Blüten von Frauenmantel und Schafgarbe von der Almwiese


Immer wieder gut, wir mögen diese Spaghetti wahnsinnig gerne! Wir genießen sie mindestens einmal im Jahr, wenn wir im Almurlaub den Wochenmarkt in Lienz in Osttirol besuchen...


Denn dort gibt es einen Stand mit den, wie wir finden, besten geräucherten und auch frischen Fischen -- jedes Mal ein Muss!

Lienz ist eine entzückende Stadt mit mildem Klima im Sommer und zahlreichen Sonnenstunden das ganze Jahr über. Auch von vielen italienischen Besuchern geschätzt und fast kann man sich hier wie in Italien fühlen...


Liebe Zorra, happy Bloggeburtstag oder besser gesagt tanti auguri di buon compleanno!


Freitag, 21. August 2026

Sommerobst und Apple Pie



Blog-Event CCXXXII - Sommerobst (Einsendeschluss 15. August 2026)


Dieses vergangene Blogevent, das ich bei Zorra habe ausrichten dürfen, hat insgesamt 39 Rezepte mit den Obstsorten, die jetzt im Hochsommer reif sind, gebracht! Soo großartig, schaut doch rein in die Sammlung! 💗

Aber viele Sommerfrüchte werden heuer hitzebedingt früher als sonst und zu schnell vollreif und sie verderben auch viel schneller, oder?



ob hier genügend Regen noch helfen würde?
Vor 2 Monaten

Denn dass jetzt Mitte August bereits Äpfel und herbstliche Kürbisse reif werden ist ungewöhnlich. Auch dass Winzer so früh mit der Weinlese beginnen müssen. Dass das im Frühling angesäte Gras in meinem Garten verdorrt ist und viele Pflanzen schwächeln... so what.

die wilden Schafgarben sind zwar klein, aber sie leben

Aber was ich nicht verstehe ist, wie manche immer noch den Klimawandel anzweifeln und notwendige Maßnahmen leugnen oder verzögern können, Bei uns oder anderswo - wo zB. Klimaschutzmaßnahmen einfach aufgehoben wurden. Dass der Boden hier im Land weiterhin versiegelt und verbaut wird auf Teufel komm raus, dass die Agrarlandschaft immer noch von "störenden" Hecken und Bäumen befreit ist, dass Gewerbegebiete mit viel Asphalt ohne Bepflanzung noch erlaubt sind etc., wann gibt es ein Umdenken? Wenn von Renaturierung von Flächen die Rede ist oder von einem Trinkwasser-Entnahmeregister für Großverbraucher, wird bei uns sofort aufgeschrieen. Geht es allen nur mehr um kurzfristige Profite, weltweit, als würde es ewig so weitergehen und Ressourcen unendlich vorhanden sein?

Natürlich gibt es positive Entwicklungen an der Klimafront, aber die negativen machen die großen Sorgen. Ich selbst kann nur mit gutem Beispiel voran gehen und achtsam leben - auch wenn die globalen und nationalen Player anders agieren.


Zurück in den Garten und zum Sommerobst - ich musste die ersten Falläpfel dringend verarbeiten, bevor sie nur mehr für die Biotonne geeignet wären.


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Ich habe ein neues Rezept für einen Apple Pie ausprobiert und er ist der beste Pie ever, fanden wir! Der zarte Pie-Teig mit Milch ist eine Entdeckung! Gefunden habe ich ihn in Gabis Koch- und Reisebuch durch die USA, die sie auf der legendären Route 66 durchquert hat. Ich habe mich wie immer nur so halbwegs ans Rezept gehalten, aber der tolle Teig ist genauso wie im Original!




Apple Pie

Zutaten für 1 gr. Pie Form:

Teig:
250 g sehr kalte Butter
400 g Mehl
1/4 TL Salz
1 - 2 TL Zucker
ca. 150 ml kalte Milch, nur nach Bedarf

Fülle:
mind. 1 kg Äpfel, wenn möglich verschiedene Sorten
optional Zitronensaft
etwas Zucker nach Belieben, im Original 150 g
15 - 25 g Speisestärke, je nach Saftigkeit der Äpfel
1 guter TL Zimt
etwas Nelkenpulver, gemahlener Ingwer und Muskatnuss

zum Bestreichen:
1 EL Milch
1 - 2 TL Ahornsirup oder Honig (ich)

Butter für die Form, Mehl für die Arbeitsfläche

Zubereitung:

Für den Teig alle Zutaten kurz verkneten, am besten mit der Hand. Ich habe die Butter dafür auf einer Reibe gerieben, im Original wird sie mit der Gabel zerkleinert. Milch nur nach Bedarf zugeben. Den Teig dann zu 2 Scheiben formen (eine größere und eine kleinere) und kalt stellen.

Für die Fülle die Äpfel schälen oder nicht (ich) und blätttrig schneiden. Ich hatte zu wenig Äpfel und habe sie mit allen Zutaten nur vermischt und kurz ziehen gelassen.
(Im Original werden die Äpfel mit sehr viel Zucker und den Gewürzen 1 Stunde lang ziehen gelassen, dann der Saft abgeseiht und sirupartig eingekocht. Die Äpfel mit Stärkemehl und dem Sirup vermischen.)

Die größere Teigscheibe ausrollen, in die befettete Pie-Form legen und einen Rand formen. Die Äpfel hineingeben. Die kleinere Teigscheibe ausrollen und in ca. 12 Streifen schneiden. Diese gitterartig mit Abstand zueinander über die Äpfel legen und ggf. noch den Rand behübschen.

Den Teig mit der gesüßten Milch bepinseln und den Pie im vorgeheizten Rohr bei 180 / 190°C ungefähr 45 Minuten backen. Wer will, bestreut den Teig vor dem Backen mit Zucker.


fantastisch!


Gabi schreibt in ihrem Kochbuch "den Pie komplett auskühlen lassen", das haben wir nicht geschafft, wir sind bald darüber hergefallen...

Der Teig schmeckt sehr fein, obwohl er nur schnell und grob verknetet wird. Ich hatte leider schlussendlich zu wenige Äpfel (bzw. musste ich bei den Falläpfeln zu viele schlechte Stellen wegschneiden), aber nächstes Mal versuche ich Gabis Vorgangsweise mit Sirupkochen für die Fülle. Man kann sie auch mit saftigen Birnen, Pfirsichen oder gemischt machen.  


Große Empfehlung, kennt ihr Gabis Kochbuch?

Liebe Gartengrüße!





Sonntag, 16. August 2026

Sopa ist nicht Suppe

 

Paraguay


"Sopa" (spanisch) heißt nicht zwingend immer Suppe?

In Paraguay stimmt diese Aussage, was das Nationalgericht des Landes betrifft (siehe unten). Paraguay, das "Herz" Südamerikas, ist das virtuelle August-Reiseziel mit Volker und der "kulinarischen Weltreise". 


Dauerblogevent


Für das Dauerblogevent wage ich mich an das paraguayanische Nationalgericht Sopa paraguaya. Anders als man beim spanischen Wort "Sopa" vermuten würde, ist es keine Suppe, sondern ein Mittelding zwischen Auflauf, Maisbrot und herzhaftem Kuchen mit Zwiebeln und Käse.


Beim Rezept habe ich mich hauptsächlich an dem von Günther aus Graz orientiert. Er hat in der Pandemie mit seiner eigenen kulinarischen Weltreise begonnen, aber befüllt seinen Blog momentan leider sehr unregelmäßig.
Und auch bei Jenny gibt es ein Rezept, wieder ein bisschen anders.
Bei beiden kann man nachlesen, was es mit dem Namen auf sich hat.



Sopa Paraguaya - mein Maiskuchen mit Zwiebeln und Käse

Zutaten für 1 gr. Backform:

250 g Zwiebeln, in Streifen geschnitten
35 g Butter
1 EL Öl

1 kl. Dose Maiskörner
3 Eier (M)
250 g Maismehl *) 
250 ml Milch
Salz, nicht zu wenig 
schwarzer Pfeffer
1 MSp. Backpulver
250 g Queso Käse aus Paraguay **)

*) Es ist ein "normales" Maismehl das richtige, kein "nixtamalisiertes" Maismehl, wie man es für Tortillas verwendet! Ein guter Ersatz für Maismehl ist fein gemahlene Polenta, also Maisgrieß.

**) Queso Paraguay ist ein kräftiger Frischkäse aus Kuhmilch. Ich habe 1 Packung Feta, geriebenen Emmentaler und etwas Frischkäse gut vermischt verwendet. Geriebener Mozzarella ist auch möglich, je nachdem, was man so im Kühlschrank hat...


Zubereitung:
Das Backrohr auf 180°C vorheizen und eine große flache Backform oder ein kleines Blech bereit stellen, diese befetten.

Die Zwiebelstreifen in Butter und Öl langsam weich braten, keine Farbe annehmen lassen.
Die Eier schaumig schlagen und mit Milch und Mehl zu einem klumpenfreien, dickflüssigen Teig verrühren. Etwa 10 Minuten quellen lassen und bei Bedarf noch Mehl oder Milch beifügen.
Die restlichen Zutaten einrühren, in die Form leeren und im Ofen so ungefähr 35/40 Minuten backen. Herausnehmen und in Stücke schneiden, warm oder kalt genießen.



Sopa paraguaya ist schnell und unkompliziert gemacht. Es wird im Land gerne wie Brot als Beilage zu gegrilltem Fleisch, Suppen, Eintöpfen gegessen. Ich kann mir das gut vorstellen, denn auch am 2. Tag schmeckt es kalt überraschend ausgezeichnet zb. mit einem Joghurtdip etc. Oder man isst die Dinger pur als Snack und zum Frühstück.
Wir hatten eine erfrischende Salsa mit Zwiebeln dazu, die im ganzen lateinamerikanschen Raum üblich ist.



Salsa criolla

Zutaten für 1 Schüssel, ca. 2-3 Personen:

1 große rote Zwiebel (ich: Tropea)
2 - 3 Paradeiser / Tomaten
1 roter Spitzpaprika
ev. 1/2 grüner Paprika
1 Knoblauchzehe
Saft von 1 Limette
1 Fingerhut Weißweinessig
Olivenöl
Salz
schwarzer Pfeffer
1 frische Chili oder Flocken
frische Petersilie

Zubereitung:
Die Rohkost in kleine Würfel schneiden, dabei dürfen die Tomaten ruhig ein bisschen größer bleiben.
Manche entfernen bei den Tomaten das vermeintlich nur wässrige Innere mit den Kernen, aber dort steckt ja der ganze Geschmack drin!!

Die Zwiebelwürfel in eine Schüssel geben, salzen und 10 Minuten ziehen lassen. Das macht sie milder und bekömmlicher. Dann die restlichen Zutaten beifügen und gut durchrühren. Ich habe einen kleinen Teil Maiskörner aus der (größeren) Dose auch dazu gemischt.



Für uns war diese Kombi von dem warmen Auflauf mit der Salsa ein perfektes Abendessen an einem lauen Abend auf der Terrasse. Ein Gläschen Rotwein passte auch gut dazu, obwohl das Nationalgetränk in Paraguay "Tereré"  ist und ein kalter Maté Tee ist. Er wird mit Eis(wasser) und frischen Kräutern getrunken.
Schön langsam werden die Abende (und Nächte) hier bei uns spürbar kühler und so feieren wir die Feste wie sie fallen... 

Liebe Gartengrüße! 🌸




Linkliste der kulinarischen Weltreise:

Wilma von Pane-Bistecca mit Caipirinha 
Britta von Brittas Kochbuch mit Guiso de Gallina - Hähncheneintopf aus Paraguay 
Susanne von magentratzerl mit Mbejú - Käsepfannkuchen 
Jenny von Jenny is baking mit Mbeju - glutenfreie Käsepfannkuchen 
Regina von bistroglobal mit Lomito Arabe 
Friederike von Fliederbaum mit Sopa paraguaya (Maisauflauf) und Salsa criolla 
Tina von Küchenmomente mit Pastafrola de Guayaba aus Paraguay 
Britta von Brittas Kochbuch mit Chipas - Käsesnack aus Paraguay 
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Sopa Paraguaya 
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Fleischbällchen in Brühe - Albondigas en Caldo