Samstag, 17. Oktober 2020

pink im Oktober - roter Reissalat, Shrub und Radieschen

 

Der "pinke rosarote Oktober" bei mir geht weiter! 
Hier habe ich bereits die Pink Ribbon Aktion erwähnt, die besonders jeden Oktober auf die Brustkrebsvorsorge aufmerksam macht. Denn in den letzten 25 Jahren erkrankten in Europa unglaubliche 12 Millionen Frauen an Brustkrebs - genauer gesagt sind es 99% Frauen und 1% Männer. Selbst im kleinen Österreich gibt es pro Jahr etwa 5.500 von Brustkrebs Betroffene (Quelle Pink Ribbon Broschüre), viel zu viele! 

Es ist mir (als medizinische Laiin) ein persönliches Anliegen, zu schreiben, wie wichtig daher die Früherkennung (klick) ist! Das Früherkennungs-Programm bei uns beinhaltet Mammographie plus Ultraschall, Befunderstellung durch 4-Augen-Prinzip, die Zertifizierung von Radiolog*innen etc. Auch wenn die Untersuchung nur alle 2 Jahre vorgesehen ist, kann frau sich jederzeit bei Bedarf dafür freischalten lassen! 

Viele nutzen das (kostenlose) Angebot aber nicht oder fürchten sich vor Schmerzen während der Mammographie... ja, es gibt angenehmere Dinge als eine eingequetschte Brust, aber diese kurze Untersuchung kann Tumore erkennen, auch wenn man sie (noch) nicht selbst ertasten kann! Einer guten Bekannten ist genau das passiert und sie befindet sich dank Operation und Therapien auf dem besten Weg, gesund zu werden. Ist das nicht Grund genug, um alle Vorsorgemöglichkeiten anzunehmen? 

(Werbung durch Namensnennung, unaufgefordert, unentgeltlich!)



Nicht gerade pink, aber zumindest rötlich ist mein heutiges Gericht zu pink im Oktober. Der burgenländische rote Reis hat mich zu einem Reissalat inspiriert als Beilage zu Lachs und kurz mitgebratenen Radieschen. Ein wahres Festessen, bei dem ein gut gereifter Shrub (siehe weiter unten) eine wichtige Rolle spielte!


roter Reissalat
(für ca. 3 Personen als Beilage)

120 g roter Reis 
1 mittelgroße rote Zwiebel
1/2 Bund Petersilie
1 Handvoll Mandelstifte 
1 Handvoll rote Weintrauben

Dressing:
2 EL Balsamico oder guten Balsamessig oder Shrub* (ich)
reichlich Olivenöl
1 TL Senf
Salz
Pfeffer

Zubereitung

Zuerst den Reis nach Packungsanweisung (hier in der doppelten Menge Wasser) mit ein wenig Salz kochen und ausquellen lassen. 
Die Zwiebel fein schneiden, die Petersilie hacken, die Mandelstifte in einer Pfanne trocken rösten und die Weintrauben halbieren. 
Die Zutaten für das Dressing mit einem Schneebesen gut verrühren, so dass es schön sämig wird. Alles vermischen, abschmecken und etwas durchziehen lassen. 

Der Salat kann lauwarm oder kalt für sich allein stehen oder als Beilage zu zB. Fisch serviert werden. Reste schmecken auch am nächsten Tag bestens. Durch den gereiften Shrub, der mit einem guten Balsamico vergleichbar ist, bekam der Salat das gewisse Etwas!! 


Shrub
Vor mittlerweile 5 Jahren habe ich mich an die Herstellung eines Erdbeer-Shrubs gewagt (klick).  Ein solcher enthält zu gleichen Teilen frische Früchte, Zucker und guten Essig. 
Nachdem die Mischung damals 3 Wochen durchgezogen hatte, füllte ich die schöne rote Flüssigkeit in eine Flasche ab. Mein Shrub schmeckte aber immer noch sehr deutlich nach Essig und so vergaß ich die Flasche für einige Zeit...

Jetzt, 5 Jahre später ist aus meinem ehemals roten, eher essigsauren Erdbeer-Shrub ein sensationeller milder, fruchtiger, dickflüssiger und dunkler "Balsamico" geworden (siehe Foto oben). Er eignet sich zum Verfeinern von Süßspeisen genauso wie für pikante Gerichte, wie eben jeder "normale" Balsamico aus Weintrauben auch! Empfehlung!
 
Kennt ihr Shrub? Ich werde das Thema weiter verfolgen... 




Lachsfilet und mitgebratene Radieschen

Kurz gesagt werden Lachsfilets gewürzt und in ein wenig Olivenöl kross gebraten.
Gegen Ende der Bratzeit habe ich Radieschen-Stücke (je nach Größe geviertelt oder geachtelt) zum Mitbraten in die Pfanne gegeben. Mit ein wenig Salz versehen und mit etwa 1 Löffel Shrub oder Balsamico beträufeln. 

Den Fisch aus der Pfanne nehmen und die Radieschen noch ein wenig durchschwenken, sie sollen knackig bleiben. 

Den Fisch gemeinsam mit den Radieschen und dem lauwarmen Reissalat servieren und genießen! Große Empfehlung! 


liebe Grüße


Sonntag, 11. Oktober 2020

ein Ingwerfest feiern

So sieht frischer Ingwer aus dem Burgenland aus - mit farblich interessanter, eher weicher Schale und hellgelber Knolle. Mich freut es sehr, dass sich innovative Landwirt*innen über neue Sorten "drübertrauen" und sie bei uns anbauen. 

Ich habe den frischen Ingwer sofort verwertet - man muss die Feste schließlich feiern, wie sie fallen, oder? Das abgeschnittene Stück (Foto oben, rechts) machte meine heutige Suppe mit ofengeröstetem Kürbis nicht vorherrschend scharf, sondern vielmehr sehr erfrischend. Ein weiteres Stück Ingwerknolle habe ich gemeinsam mit Knoblauchzehen in Honig eingelegt, das ist eine besonders spannende Sache! Siehe weiter unten.

 



Ofenkürbis Suppe mit frischem Ingwer
(für 2-3 Portionen)

½ Hokkaido-Kürbis, ca. 375 g, geputzt gewogen, würfelig geschnitten
Salz, Pfeffer
Öl
1 kl. Zwiebel
1 – 2 Knoblauchzehen nach Belieben
1 walnussgroßes Stk. frischer Ingwer (vom "normalen" handelsüblichen Ingwer würde ich weniger verwenden)
1 Karotte, geraspelt
1 reife Birne, würfelig
etwas getrocknetes Zitronengras
Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer
Chili nach Belieben
1 Schuss Obers / flüssige Sahne
1 Prise Zimt
Kürbiskerne zum Bestreuen

Zubereitung:
Mit dem Ofenkürbis beginnen und das Backrohr auf 190/200°C vorheizen. Die Kürbiswürferl in einer Schüssel würzen, mit Öl vermischen und auf einem Backblech im Rohr schön rösten. 

Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und Karotte in etwas Öl sanft anbraten, ohne Farbe nehmen zu lassen. Die Gewürze dazu geben und mit etwas Obers und Wasser aufgießen. Kurz köcheln lassen und dann den ofengebratenen Kürbis und die Birne beifügen. Die Flüssigkeit anpassen (Wasser) und die Suppe - je nach Reifegrad der Birne - entweder kurz weiter köcheln lassen oder sofort pürieren. Mit Zimt abschmecken und servieren. 


Der Ofenkürbis bringt schön würzige Röstaromen mit, die Birne sorgt für eine leichte süßliche Milde und der tolle frische Ingwer ist das Highlight in der Suppe! Der Ingwer ist nicht sehr scharf, nur ein bisschen, und macht die Suppe frisch und beschwingt!! 



in Honig eingelegter (fermentierter) Knoblauch und frischer Ingwer

Zutaten:
bio Honig, idealerweise ein flüssiger Blütenhonig (unbedingt einen bio Honig verwenden, der vor dem Verkauf nicht erhitzt wurde)
mehrere Knoblauchzehen, geschält 
etwa gleich viel frischer Ingwer mit Schale

1 sterilisiertes Glas mit Bügeldeckel und Gummi, durch den während der Fermentation Gase entweichen können. Ein Schraubglas eignet ich nicht so gut. 

Zubereitung:
Den Ingwer in nicht allzu dünne Scheiben schneiden, die Knoblauchzehen je nach Größe ganz lassen oder halbieren. Gemeinsam in ein Glas geben, wobei das Glas höchstens zu 3/4 gefüllt werden sollte. So viel Honig drüber leeren, dass Ingwer und Knoblauch vollständig bedeckt sind. Das Glas bei Raumtemperatur an einen dunklen Ort stellen.

Einmal täglich soll das Glas geöffnet und vorsichtig umgerührt werden, dass Gase austreten können. Ingwer und Knoblauch steigen anfangs im Glas nach oben (siehe Foto) und sollen dadurch auch wieder in den Honig gedrückt werden. Die Fermentation dauert in etwa 6 - 8 Wochen, Knoblauch und Ingwer können aber auch länger reifen. 

Inspiration aus dem www und von Doris (Werbung unverlangt und unentgeltlich). 


Etwa zur Halbzeit, nach drei Wochen Fermentation sieht die Sache so aus (siehe Foto). Knoblauch und Ingwer sind bereits dunkler und der Honig flüssiger geworden. Ich öffne jetzt auch nicht mehr täglich das Glas, sondern nur mehr fallweise. 

Ich stelle mir vor, dass diese eingelegten Schätze später im Herbst für ein "Anti-Erkältungsbrot" (klick) total ideal sein werden!! Ich hoffe es, denn noch weiß ich nicht, wie der fermentierte Knoblauch und Ingwer schmecken werden. Wisst ihr es, hat es schon wer ausprobiert? 



Samstag, 3. Oktober 2020

pink im Oktober - Cupcakes

 

it´s Pink Ribbon time! 

Der Oktober ist ja seit vielen Jahren weltweit der Brustkrebsvorsorge gewidmet. Die berühmte rosa Schleife soll darauf aufmerksam machen und ist zugleich das sichtbare Zeichen der Solidarität mit Betroffenen. Der Erlös der pink ribbons und anderen rosa Produkten kommt der Forschung, Soforthilfe, Beratung, Information etc. im jeweiligen Land zugute. 

(Werbung durch Namensnennung, unaufgefordert, unentgeltlich!)

Immerhin ist bei uns jede 8. Frau von Brustkrebs betroffen. Die Heilungschancen sind umso größer, je früher er erkannt wird! Regelmäßig die Brust selbst konzentriert abzutasten und zur Mammographie zu gehen sind daher wirklich wichtige Maßnahmen! Vergesst nicht darauf.  


Ich werde das Thema im Oktober noch öfter aufgreifen und mit farblich passenden Posts daran erinnern. 


Zum Auftakt habe ich Cupcakes mit einem rosaroten Topping gebacken. Cupcakes sind ja die feinere Variante der Muffins, der heutige Teig kommt von meinem bewährten Sachertorten Rezept (klick). Ich habe unten die halbe Menge notiert, die auch für eine Tortenform von 18 cm passen würde. Bei mir wurden es 12 Mini-Cupcakes in Papierförmchen plus 6 "normal" große Muffins, also würden sich mit dieser Teigmenge 24 Mini-Törtchen ausgehen... 


Cupcakes in rosarot

(für ca. 24 Mini-Förmchen)

Teig:
3 Eier (M) 
75 g weiche Butter
85 g (Rohrohr-) Zucker
85 g dunkle Schokolade, erweicht
20 g (Dinkel-) Mehl
40 g Semmelbrösel
1 Prise Salz

Creme:
150 g Mascarpone
200 ml Schlagobers / Sahne
1-2 EL Zucker je nach Süße der Marmelade
rote Marmelade oder Gelee, zB. Himbeer-, Ribisel- oder Dirndlmarmelade (ich)
optional gefriergetrocknete Himbeeren, fein gemahlen und gesiebt 

Zubereitung:


Das Backrohr auf 175°C vorheizen und Silikon- oder Papierförmchen (ich) bereitstellen. Die Papierformen können ohne stabile (Muffins-) Form auf einem Backblech gebacken werden. Ich habe sie doppelt genommen, aber das wäre aus Stabilitätsgründen gar nicht notwendig gewesen. 

Für den Teig zuerst Schnee schlagen (Eiklar + Prise Salz) sowie die Schokolade über Wasserbad schmelzen. Eidotter mit Butter und Zucker gut schaumig schlagen, dann die Schokolade, die trockenen Zutaten und den Eischnee einmengen. Die Masse in einen Spritzsack füllen und die Förmchen zu 3/4 befüllen. Im Rohr ca. 15 Minuten backen. 

Für die Creme wird Obers mit Zucker steif geschlagen.
Nebenbei verrührt man den Mascarpone mit einem Löffel mit beliebig viel Marmelade (ohne Kerne bzw. durch ein Sieb gestrichen). Je nach Belieben kann Himbeerpulver dazugegeben werden, so dass eine schöne Farbe entsteht.
Künstliche Farbe, auch wenn sie lebensmittelecht ist, wollte ich nicht verwenden, daher ist meine Creme nicht pink geworden, sondern eher rosarot.
Zum Schluss wird das Schlagobers untergerührt und die Creme in einen Spritzsack mit gezackter Tülle gefüllt. Die Törtchen mit der Creme behübschen und eventuell noch mit Himbeerpulver bestreuen. 

Wie gesagt, meine Cupcakes sind rosarot geworden, nicht pink... dem Geschmack tut das keinen Abbruch! Sie sind so süß klein... ein Haps und weg... 


Vielleicht wollt ihr die Pink Ribbon Aktion, die es in jedem Land gibt, unterstützen. 

Liebe Grüße



Samstag, 26. September 2020

Karotten vom Grün zur Wurzel, sozusagen "from nose to tail"

 

Sind die nicht hübsch? 

Solche prächtigen "Wunderlinge" ernten wir immer wieder in unserem Gemüsebeet. Die Karotten sind natürlich bio, sind schön knackig, aromatisch und das grüne Kraut einwandfrei frisch - also kann ich alles restlos, sozusagen from nose to tail verwenden! Nichts wird weggeworfen, weil es vielleicht nicht der "Norm" entspricht... 

In meiner Kindheit hörte ich immer, dass man Karottengrün nicht essen kann. Zumindest sagt das meine Erinnerung und ich kannte auch niemanden, der es verwertete.... italienisches Pesto zum Beispiel war bei uns noch unbekannt und innovative Rezepte für Gemüse, Salate etc. nicht üblich. Umso mehr bin ich heute, Jahrzehnte später, fasziniert, welches "Grünzeug" überhaupt essbar ist und wie gut es schmeckt! 

Immer öfter orientiere ich mich an der vegetarischen Küche und für uns war der (sogar vegane) Teller vom Foto oben ein perfektes Mittagessen, mit Karotten from nose to tail und mit Kartoffeln, beides noch dazu geerntet am eigenen Gemüsefeld. Luxus pur!! 

Diese eingeschnittenen und ofengebratenen Hasselback- oder Fächer-Kartoffeln finde ich eine nette Spielerei und sie sehen immer hübsch aus. Sie sollten, bevor sie in den Ofen kommen, in den Zwischenräumen mit Öl eingepinselt werden, dann fächern die Kartoffeln schön auf. 


Karottengrün Pesto

ca. 50 g Karottengrün, ohne grobe Stängel 
40 g Haselnüsse
30 g getrocknete, in Öl eingelegte Paradeiser / Tomaten
2 Knoblauchzehen
reichlich Parmesan nach Belieben
Olivenöl
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Mit den Haselnüssen beginnen wie hier beschrieben: also die Nüsse in einer Pfanne trocken rösten und die Schalen mithilfe eines Tuches mehr oder weniger entfernen. Die Nüsse fein mahlen bzw. einen kleinen Teil zum Bestreuen von Pesto und Salat grob hacken. 

Das Karottengrün und die Tomaten klein schneiden, den Parmesan reiben - wir mögen gern viel Parmesan im Pesto. Aus allen Zutaten ein Pesto mixen, in eine Schüssel umfüllen und so viel Öl einrühren, bis die Konsistenz passt. Abschmecken und mit Haselnüssen bestreuen.


französischer Karottensalat
nach Zorra 

mit geraspelten Karotten und einem Dressing aus Zitronensaft, Olivenöl, Senf, Honig, Salz, Pfeffer. Frische Kräuter nach Belieben darüber streuen und ggf. übrige Haselnüsse vom Pesto. 

Sehr erfrischend und leicht! Empfehlung!


Sie, die Karotte, sieht irgendwie elegant aus, oder?



Freitag, 11. September 2020

Reinkerl - süß wie in Kärnten

 

Wer gern hin und wieder ein süßes Frühstück isst oder eine Nachmittagsjause, könnte sie mit Kärntner "Zuckerreinkerl" noch mehr versüßen 😍 

Reinkerl oder Reinkalan (bitte stellt euch dazu nach Möglichkeit den Kärntner Zungenschlag vor!) sind sozusagen die kleinen Schwestern des berühmten Kärntner Rein(d)lings - dieser ist ja ein traditionelles Gebäck bzw. Potize mit Zimt- und Rosinenfülle und wird in Kärnten zu Ostern mit Schinken gegessen. Ich habe vor ein paar Jahren hier einen Reindling mit Nussfülle gebacken, denn Rosinen sind nicht so meins. 

Die kleinen Reinkerl enthalten zu meiner Freude überhaupt keine Rosinen, nur Zimt und reichlich Zucker!! In Kärnten gibt es sie oft in Supermärkten, die von lokalen Bäckereien beliefert werden. Das Nachbacken zu Hause mit einem bewährten Germteig / Hefeteig war gar keine Hexerei und weniger Aufwand als erwartet! 


Zuckerreinkerl wie in Kärnten

(für 8 kl. Formen)

Teig:

470 g (Dinkel-) Mehl bzw. etwas mehr nach Bedarf
1/2 Würfel frische oder 1 P. Trockengerm / Hefe
1 TL Salz
80 g Zucker
50 g weiche Butter
2 Eidotter und 1 Ei
250 ml lauwarme Milch oder halb Milch halb Wasser (ich)

für die Fülle und die Förmchen:

1 - 2 EL zerlassene Butter
Rohrohr- oder brauner Zucker
gemahlener Zimt nach Belieben

Zubereitung:

Für den Teig aus allen Zutaten einen geschmeidigen, aber nicht allzu weichen Germteig bereiten und einmal schön aufgehen lassen. 

Die ofenfesten Förmchen mit flüssiger Butter ausstreichen und mit braunem Zucker ausstreuen. Es eignen sich Glas- oder Keramik-Portionsformen mit ca. 8 - 10 cm Durchmesser am besten, Muffinsformen sind meist zu klein. Auch ganz gut passend für die Reinkerl fand ich meine diversen, geliebten Riess-Emaille Häferl (Werbung von Herzen, unentgeltlich!). 


Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche in 8 Teile teilen und jeweils rund schleifen, d.h. mit der Hand mit etwas Druck zu einer runden Kugel formen. Kurz rasten lassen. Jede Kugel wird dann zu einem Rechteck ausgerollt und gefüllt (siehe Foto oben) - also mit reichlich (nicht zu wenig!) flüssiger Butter bepinselt und mit Zucker und Zimt bestreut. Diese Teigstücke werden wie ein Strudel eingerollt und zu einer Schnecke zusammengedreht. 


Die einzelnen Schnecken (Reinkerl) kommen gleich in jeweils ein vorbereitetes Förmchen. Wie ihr seht, habe ich nur 4 Reinkerl geformt und mit der anderen Hälfte des Teiges einen Zopf. 


Die Formen ins kalte Backrohr stellen, die Temperatur auf 180°C aufdrehen und etwas mehr als goldgelb backen. Die Reinkerl stürzen und noch lauwarm oder später ausgekühlt genießen. Sie werden meist nicht bezuckert. 


Empfehlung und für uns eine perfekte Urlaubserinnerung! 


Holzhacken oder Wandern wäre ein Ausgleich nach übermäßigem Genuss ;-)) 




Sonntag, 6. September 2020

ein gutes Eierschwammerl-Jahr

Ein kurzes "Lebenszeichen" von mir nach einem sehr erholsamen und langen Alm-Urlaub in den Kärntner Bergen. Wie ihr seht, gab es Eierschwammerl bzw. Pfifferlinge in Hülle und Fülle 😍 
 




Bei den Kuh-Fotos muss man sich das manchmal nervige, aber meist doch meditative Kuhglockenbimmeln dazudenken!!


Schwammerl putzen geht am besten zu zweit und draußen im Freien. 


Herrn Fliederbaum´s liebstes Schwammerlgericht sind geröstete Eierschwammerl mit Ei, Bauernbrot und schöner Aussicht! Das nehme ich auch!


So ein Eierschwammerl-Gulasch mit Brot dazu ist für mich Kindheitserinnerung pur... mit meiner (Lehrerin-) Mutter verbrachte ich die meisten Schulferien auf einem urigen Bauernhof. Kaum war die Schule zu Ende, brachen wir ins Waldviertel auf und tauschten das Stadtleben in Wien mit einem doch freieren Landleben und ursprünglicher Natur. Eierschwammerl gab es da immer genug und von Schwammerlsauce konnte zumindest ich mich nie abessen!


Mit dieser großen Schüssel voll geputzten und (nicht allzu) klein geschnittenen Eierschwammerl und zwei großen Zwiebeln bereitete ich auf der Alm ein schnelles Gulasch zu. Wobei... schnell ging in meinem Fall gar nichts... zuerst wollte der Holzofen eingeheizt und der Zwiebelansatz (wie eben für Gulasch) geschmurgelt werden. 
Die Zwiebeln also zuerst lang und langsam goldgelb braten, dann wird mit Paprikapulver, Salz, Pfeffer, Majoran und Kümmel gewürzt und abgelöscht. Die Schwammerl beifügen und gar köcheln lassen. Die Flüssigkeit kontrollieren und das Gericht mit einem Schuss Obers verfeinern - fertig! So einfach und so gut! 


Wie gesagt, mit Brot dazu schmeckt es uns am besten! Knödel wären sonst auch eine Alternative. 


Ich mag solche alten Holzöfen! Wenn es gegen Ende des Hochsommers auf 1.800 Meter Höhe am Abend schon etwas frisch wird, gibt es nichts Schöneres als ein knisterndes Feuer im Ofen, oder? 
Auch das Kochen auf so einem Ofen kann hin und wieder Freude machen, finde ich. Trotzdem war ich froh, dass es doch auch eine elektrische Kochplatte gab...  

  Liebe Grüße! 



Sonntag, 2. August 2020

veggie Wok und grüne Kichererbsen

Meine erste Kichererbsen-Ernte von grünen, unreifen Hülsen... in jeder Schote steckt ein einziger Samen, also eine Kichererbse. Interessant ist, dass sie im grünen Zustand (bevor die Hülsen trocknen) um ein Vielfaches mehr an essentiellen Omega-3-Fettsäuren besitzen als getrocknet! Ein tolles Superfood also! 


So sieht mein Kichererbsen-Feld jetzt im Hochsommer aus... die Pflanze wird bereits trocken und kann abgeerntet werden. Es befinden sich noch ausreichend grüne Hülsen und bereits getrocknete darauf. 


Idealerweise reißt man die Staude aus und klaubt die Hülsen (daheim in Ruhe) ab... eine schöne  meditative Arbeit 😌


So sehen die ausgelösten Kichererbsen aus, die ich dann noch aussortiert habe... die frischen grünen bzw. die bereits leicht angetrockneten, weil sie unterschiedliche Garzeiten haben. 


Achtung! Kichererbsen (Cicer arietinum) sind weder getrocknet noch im grünen Zustand zum Rohverzehr geeignet! Die grünen Kichererbsen werden blanchiert oder in der Pfanne (vor-) gebraten. Im blanchierten Zustand kann man sie auch einfrieren. 


was tun mit grünen Kichererbsen?
Sie können wie Erbsen (mit denen sie botanisch aber nicht verwandt sind) oder Edamame verwendet werden. Bei uns landeten sie in einem schnellen Gemüse-Resteverwertung-Wok-Gericht mit burgenländischem Reis... 




veggie Wok mit grünen Kichererbsen 
(für 2 Personen)

2 Hände voll grüne Kichererbsen, ausgelöst und gewaschen
1 kleine Zucchini, würfelig geschnitten
1 roter Paprika, in Streifen
1 kleine Karotte, in Stifte gehobelt
1 EL Knoblauch, gehackt
1 EL Ingwer, gehackt
1 Chili-Schote nach Belieben
Kreuzkümmel im Ganzen
Salz, Pfeffer
optional ein wenig Kurkuma o.a. Asia-Gewürz (habe ich weglassen)
ein wenig Sojasauce zum Abschmecken
hitzebeständiges Öl zum Braten
etwas frische Petersilie zum Bestreuen

Zubereitung:
Etwas Öl im Wok erhitzen, Knoblauch, Ingwer, Chili und Kreuzkümmel anbraten. Die grünen Kichererbsen dazugeben und unter Rühren mehrere Minuten bissfest braten, eventuell mehr Öl verwenden. 

Das restliche Gemüse dazugeben und knackig braten. Abschmecken. 
Mit Petersilie bestreuen und mit Reis servieren. 


Fazit:
Die grünen Kichererbsen sind auf jeden Fall mega gesund, schön farbenfroh, knackig und machen Spaß beim Essen, sind aber ohne herausragenden Geschmack (zumindest derzeit für mich), trotzdem Empfehlung! 

Wenn ihr die Gelegenheit hat, grüne Kichererbsen zu bekommen... greift zu! 
Als Ersatz sind wie gesagt Erbsen oder Edamame möglich. 

Blick in mein Sojabohnen-Feld... die Edamame, also die grünen Sojabohnen brauchen noch ein bisschen. 


Aber das ist eine andere Geschichte! Wer hat genauso wie ich schon Kichererbsen und Sojabohnen angebaut? 

Liebe Sommergrüße von meinem kleinen Wiener Gemüsefeld 😍