Donnerstag, 9. September 2021

eine interessante veggie Version von Fleischlaberln

 

auf der Alm sind wirklich alle relaxed!

Mit Laibchen geht es nach der erholsamen Almpause weiter... denn schon immer gehörten besonders Fleischlaberl (faschierte Laibchen, Frikadellen oder wie auch immer sie bei euch heißen...) zu meinen absoluten Lieblingsessen. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert, nur dass mir in Bezug auf die Laibchen vegetarische Varianten immer lieber werden. Die diversen veggie Laibchen und Bällchen gehören zu meinen kulinarischen Entdeckungen der letzten Jahre und ich bin über deren fleischlose Vielfältigkeit geradezu entzückt! 😍


Das "veggie Faschierte für alles" stammt von Maria (klick) und diese vegane Gemüse-Nuss Masse als Basis schmeckt uns in der rundum knusprigen Laibchenform am besten. Die Laibchen sind bei mir nicht vegan, was aber auch einen Versuch wert wäre. Es ist aber oft schwierig, eine Gemüse-Laibchen-Masse ohne Ei und Käse etc. zu kreieren, die auch gut zusammenhält, oder? 




veggie "Fleischlaberl" 

frei nach Maria (für ca. 8 Laibchen)

Basis-Masse Gemüse-Nuss:

200 g Karfiol / Blumenkohl
100 g braune Champignons
100 g Walnüsse
etwas Öl
2 Knoblauchzehen
1 kleine Zwiebel
2 EL Tomatenmark
jeweils 1/2 EL Majoran und Oregano
ein wenig geräuchertes Paprikapulver
Salz, Pfeffer

Laibchen:

250 g der Basis-Masse von oben
50 g Knödelbrot /Semmelwürfel
2 Eier (M)
3 EL geriebener Parmesan (der kommt im Original nicht vor)
etwas gehackte Petersilie 
ca. 1 Handvoll Semmelbrösel nach Bedarf

reichlich Öl oder Kokosfett zum Ausbacken

Zubereitung:

Für die Basis-Masse (siehe Foto oben)...
  • die Karfiolröschen, Champignons und Walnüsse schreddern bzw. in einem Food Processor zerkleinern, aber nicht allzu fein. 
  • Zwiebel und Knoblauch fein schneiden. 
  • Alle Zutaten in einer Pfanne in Öl unter Rühren gut durchbraten, so dass Karfiol und Pilze später keine Flüssigkeit mehr abgeben und sich die Röstaromen entfalten können. 
  • Die Masse sehr gut würzig abschmecken und kurz auskühlen lassen. 


Für die Laibchen werden... 

  • 250 g der Basis-Masse und 
  • die restlichen Zutaten vermischt. 
(Reste der Basis-Masse, ca. 100 g, wandern zB. in die nächste Sauce Bolognese!)
Die Laibchen-Masse sollte ein bisschen durchziehen, ca. eine halbe Stunde und wird dann noch abgeschmeckt. 

In der Zwischenzeit die gewünschten Beilagen fertig stellen.

Ausbacken: In einer Pfanne reichlich Öl erhitzen. Etwa 8 nicht zu große, aber auch nicht zu flache Laibchen formen. Achtung! Die Masse ist nicht einfach zu formen und zerfällt leicht, aber sie hält beim Ausbacken dann doch gut zusammen. 

Die Laibchen sehr vorsichtig in Brösel wenden und beidseitig knusprig ausbacken, wobei sie bei mir oft ziemlich dunkel werden...

Mit beliebigen Beilagen anrichten, zum Beispiel...


mit Erdäpfelpüree...



mit Ajvar, Ofenkartoffeln und Ofengemüse...


mit Kartoffelsalat...


Die dunklen Laibchen schmecken richtig gut, das finden wir jedes Mal, und sind glücklich über diese veggie Fleischlaberl-Variante, danke dir, Maria für die Anregung! Reste sind auch kalt sehr gut und im Lauf eines Tages sind dann plötzlich alle weg... aber ich glaube, das geht allen so mit übrig gebliebenen Laibchen, oder?




Donnerstag, 12. August 2021

Kartoffellaibchen, vielseitig und Fewo-tauglich

 


Noch ein paar Tage, dann geht es wieder auf "unsere" Almhütte in den Bergen, meine tierischen Freundinnen warten schon. 😍  

Ohne Laptop... da es dort oben auf dem Berg zwar Strom, aber nur spärlich Internet- und Handyempfang gibt. Ich finde das schön und für drei Wochen absolut auszuhalten! Für mich genügt es, das Handy zu kontrollieren, wenn ich hin und wieder ins Tal runter komme! 

So suche ich in meinem digitalen Kochbuch schnelle Rezepte als Anregung zusammen und drucke sie zum Mitnehmen auf Papier aus. Sie sollen Almhütten- bzw. Ferienwohnung-tauglich sein und kein Backrohr benötigen. Die heutigen Laibchen mit Kartoffeln und Gemüse eignen sich perfekt, sie schmecken und gelingen auch dann, wenn man sie "aus dem Ärmel schüttelt"!



Erdäpfel-Gemüselaibchen

frei nach "Silvia kocht" ORF (für 2 - 3 Pers.)

Laibchen:
ca. 300 g mehlige Erdäpfel
1 kleine Karotte
ca. 10 cm Lauch oder 1 kl. Zwiebel
1/2 Bund Petersilie, Stängel und Blätter
2-3 EL Öl
1 Ei (M)
1 Knoblauchzehe
2 EL Haferflocken
1 Handvoll Bergkäse, gerieben
Salz, Pfeffer

etwas Öl zum Braten

Die Erdäpfel kochen, schälen und noch heiß durch die Kartoffelpresse drücken (alternativ stampfen oder mit einer Gabel gut zerdrücken). Salzen und auskühlen lassen.
Die Karotte stiftelig hobeln oder raspeln, den Lauch und die Petersilstängel klein schneiden. In Öl sanft anschwitzen, nicht Farbe nehmen lassen und unter Rühren weich braten.
Die Petersil-Blätter fein hacken, Knoblauchzehe und Käse reiben.

Alle Zutaten gut vermischen und abschmecken. Ist die Masse zu weich, dann mehr Haferflocken verwenden, aber durch Käse und Ei hält sie beim Braten sowieso gut zusammen. 
Mit nassen Händen eher kleine Laibchen formen und in einer Pfanne in Öl rasch beidseitig knusprig braun braten. 


Die veggie Laibchen schmecken sehr gut mit Salat und ...



  • Knoblauch-Sauce

1 Becher, 250 ml Sauerrahm
1 EL Creme fraiche
reichlich zerdrückter Knoblauch nach Belieben
gehackte Petersilie bzw. andere frische (Alm-) Kräuter nach Belieben
etwas Zitronensaft
Salz, Pfeffer

Alle Zutaten verrühren und abschmecken. Je nach Belieben die Anteile von Knoblauch bzw. Kräutern variieren. 



  • Petersil-Dill-Sauce und Räucherlachs

Die Sauce wie oben, aber mit weniger Knoblauch und reichlich gehackter Petersilie und Dille zubereiten. Alternativ beliebige frisch gepflückte Kräuter von der Almwiese verwenden. 

Die Sauce auf die Laibchen löffeln und darüber Scheibchen von einem Räucherlachs oder anderen geräucherten Fisch von guter Qualität darüber legen. Wir hatten zuletzt zu Hause eine feine kaltgeräucherte bio Lachsforelle aus dem Waldviertel, gekauft am Slow-Food Markt in Horn

(Werbung nicht gesponsert!)




Da der Sommer heuer warm und feucht ist, müsste ja wieder ein gutes Schwammerljahr sein (klick), denn ich freue mich schon auf meine geliebten Eierschwammerl bzw. Pfifferlinge. Meinen Brotsalat genieße ich auch sicher wieder auf der Hausbank. 

Und die eine oder andere Suppe mit Ausblick...




Liebe Grüße (noch) aus Wien




Sonntag, 1. August 2021

Kukuruz und ein bunter Sommersalat

 

Kukuruz...
heißt eigentlich bei uns im Osten Österreichs der Mais (Zea mays, Pflanzenfamilie der Süßgräser, ursprünglich aus Mexiko und Peru, von Kolumbus nach Europa gebracht). Aber wer sagt heutzutage noch "Kukuruz"... verschwindet das Wort? 😞

"Kruzitürken" schimpfte früher mein Vater manchmal, wenn ihm etwas gegen den Strich ging. Auch diesen Kraftausdruck habe ich schon lange nicht mehr gehört (und nicht nur, weil mein Vater seit 40 Jahren nicht mehr ist). 


Die Kuruzen...
waren in vergangenen Jahrhunderten eine bewaffnete Bauerngemeinschaft aus Ungarn und haben genauso wie die Türken bzw. Osmanen der Habsburger Monarchie zugesetzt. Aber gerade aus diesen Gebieten im Südosten kam einst der Mais über Umwege zu uns in den Ostalpenraum, er wurde lang abgelehnt und als "Kukuruz", "Türken" oder sogar als "gelbe Gefahr" bezeichnet. 


Heutzutage...
spielt der Mais in der Futter- und Nahrungsmittelindustrie eine große Rolle und Maisstärke findet sich in vielen Produkten, wie Kunststoffen, Klebstoffen, Verpackungsmaterialien...
Ökologisch gesehen finde ich intensiven Maisanbau als Problem. Mais benötigt hohe Stickstoffdüngung, die Pflanze kann selbst viel Stickstoff aufnehmen, der aber "irgendwann" wieder in die Umwelt abgegeben wird. Mais gehört zu den Ackerbaukulturen mit den höchsten Nitratgehalten im Boden und im Grundwasser. Die Befürworter meinen (wie üblich), es wäre alles nicht so schlimm und die Ökobilanz von Mais besser als jene von Raps oder Weizen.
Wie immer bleiben viele Fragen offen und als einzelne kleine Konsumentin kann man sowieso immer nur das eine machen -- nämlich sich zu informieren, bewusst einzukaufen und nachhaltig zu leben!

Dieser Zuckermais aus dem Burgenland ist zwar nicht bio, aber aus regionalem Anbau mit kurzen Transportwegen. Könnte auf der Verpackung nicht (wenigstens zusätzlich) "Kukuruz" stehen? Diesen Ausdruck hört man immer seltener und ich habe das Gefühl, er verschwindet langsam, still und leise. 

(Werbung für "Da komm´ich her", nicht gesponsert!)


Susi Turbohausfrau benutzte ihn noch (zB. für ihre kalte Kukuruzsuppe) und auch Frau Ziii, die aber schon lang nicht mehr bloggt. Von ihr gibt es ebenfalls ein wunderbares Rezept für eine Kukuruzsuppe, die es bei uns mindestens 1x im Sommer gibt. Sie schmeckt auch "veganisiert" mit Kokosmilch statt Schlagobers sehr gut und mit Schnittlauch statt Dill (siehe Foto oben)!

Empfehlung für meine Suppe mit Biss frei nach Frau Ziii, ein echtes Highlight!



Ein weiteres Kukuruz-Highlight habe ich nun mit diesem bunten Salat entdeckt --


Kukuruzsalat mit Marillen und Senfdressing vegan

(für 1-2 Personen)

1 Kukuruz-Kolben / Mais
Salzwasser zum Kochen
Sonnenblumenöl zum Braten

1/2 Salatgurke
einige Paradeiser / Tomaten
einige feste Marillen / Aprikosen, ersatzweise Nektarinen oder Pfirsiche 
Basilikum
optional einige Sonnenblumenkerne

Senfdressing:
1 TL Senf
reichlich gutes Sonnenblumenöl
Balsamico
Salz, Pfeffer

  • Den Maiskolben in Salzwasser weichkochen und abgetrocknet in wenig Öl rundherum anbraten (alternativ auf den Grill legen). Die Körner mit einem scharfen Messer herunter schneiden.
  • Die Salatgurke schälen oder nicht (ich), entkernen und klein schneiden. Die Paradeiser je nach Größe vierteln oder achteln. Die Marillen entkernen und in schmale Spalten schneiden.
  • Aus allen Zutaten für das Dressing mit einem Schneebesen ein molliges Dressing rühren, wenn nötig mit ein wenig Wasser verdünnen.
  • Alles vermischen und mit Basilikumblättchen und ggf. Sonnenblumenkernen bestreuen.



Ein Gedicht! Sehr harmonisch!
Mit eher säuerlichen Früchten schmeckt mir der Salat am besten, sie bilden einen schönen Gegenpart zum milden Kukuruz und zum Dressing. Und nicht auf das Basilikum verzichten! 



Zu meinen kulinarischen Kindheitserinnerungen gehört auch der junge knackige Kukuruz - frisch gepflückt, von den Hüllblättern und den Maishaaren befreit und die Körner mitsamt dem noch zarten Kolben geknabbert! Köstlich... und mein Onkel Josef vom Manhartsberg in Niederösterreich freute sich früher immer, wenn er uns seine Felder (und Weingärten) zeigen konnte und uns die Kostproben schmeckten! 



Auch heute noch ist der junge Mais ein besonderer Genuss für mich und ich habe meinen Garten-Kukuruz nur aus diesem Grund angebaut 😋 



Habt ihr auch Mais im Garten?



Mittwoch, 21. Juli 2021

Marillenzeit ist!

 

Mmmm... Marillenzeit und "alles Marille" heißt es momentan auch in der Wachau, wo "Marillenfeste" stattfinden. 

Mit Marillen (Aprikosen) gibt es einige bewährte Rezepte auf meinem Blog, klickt doch das Label "Marille" an!


Mit den schönsten Marillen bereite ich als erstes immer Knödel zu (zum Beispiel nach diesem Rezept), dann folgt Kuchen und zum Schluss wandern die reiferen und nicht mehr so einwandfreien Früchte in Marmelade und pürierte Saucen. 😋

Das Foto oben zeigt Topfenpalatschinken, bedeckt mit einer warmen Marillensauce und ein paar roten Ribiseln aus dem Garten (für meine lieben deutschen Leser*innen: Quark-Pfannkuchen, Aprikosensauce, Johannisbeeren). 


Ein sehr interessanter neuer Kuchen in Kombination mit einer "alten" und bewährten Dessertcreme kommt hier:


dunkler Marillenkuchen (Aprikose)

(für 1 kl. Blech)

Gleichschwer-Teig mit Buchweizenmehl und Kakao:
180 g weiche Butter
180 g Zucker
4 Eier (M) Zimmertemperatur
1/2 bio Zitrone, Schale und Saft
1/2 P. Weinstein Backpulver

110 g Dinkelmehl
55 g Buchweizenmehl
15 g ungesüßter Kakao
(in Summe 180 g)

einige schöne Marillen, geviertelt, zum Belegen

Zubereitung:

Das Backrohr auf 180°C vorheizen und ein Backblech + Papier bereit stellen. Die Marillen vierteln. 

Butter mit Zucker schaumig schlagen und nach und nach die Eier einschlagen. Zitronensaft und die restlichen trockenen, miteinander vermischten Zutaten einrühren. Den Teig auf das Backblech streichen, reichlich mit Marillen belegen und etwa 25 Minuten backen. 



"kalifornisches Dessert" mit kalter Marillensauce

aus meiner Schulzeit (klick)

Pudding-Joghurt-Creme:
2 Eiklar
1 Prise Salz
1 EL Zucker

375 ml Milch
100 g Zucker inkl. Vanille
30 g Stärkemehl
2 Eidotter

250 ml Naturjoghurt

Marillensauce:
einige Marillen
Zucker nach Geschmack
etwas Marillensaft oder Likör

Zubereitung:

Für die Creme wird zuerst mit Eiklar, Salz und Zucker ein fester Eischnee geschlagen und beiseite gestellt. 
Alle Zutaten für den Pudding (außer dem Joghurt) in einem Topf unter Rühren erhitzen und eindicken lassen, nicht kochen. Den Eischnee vorsichtig unterheben und die Mischung ein wenig auskühlen lassen.
Zum Schluss das Joghurt einrühren, die Creme in Gläser verteilen und kalt stellen.
Alle Zutaten für die Marillensauce vermixen und abschmecken, die Sauce wird in diesem Fall nicht gekocht. 
Erst direkt vor dem Servieren kommt die Fruchtsauce auf die Creme. Die Creme wird von kleinen Kuchenstücken begleitet, zum gemeinsamen Genießen! 

Das Dessert schmeckt Jahrzehnte nach der Schulzeit immer noch gut. 😋

Der Kuchen mit Buchweizenmehl passt sehr gut dazu, fanden wir. Der Buchweizengeschmack ist recht dominant, ggf. könnten die Mehlsorten-Mengen dem persönlichen Geschmack angepasst werden. 


Wie "feiert" ihr denn die Marillenzeit?




Sonntag, 18. Juli 2021

Tor in die Rosenburg und ein Rosensirup

 



verlinkt mit "Tor in die neue Woche Nr. 249" bei Nova


Die Rosenburg in Niederösterreich ist mindestens einmal im Sommer unser Ziel... 


...immer dann, wenn im achteckigen und überdachten Zelt Theater gespielt wird. 



Waren es jahrelang sehr schöne Shakespeare Inszenierungen, so werden nun internationale Komödien gespielt, heuer ist es "ein Käfig voller Narren" (Werbung nicht gesponsert). 



Ein Theaterstück zum Lachen, gute heimische Schauspieler und vor allem das einzigartige und wunderschöne Ambiente des Theaterzeltes und der Rosenburg bieten einen entspannten Abend. Und lassen Sorgen und (Klimawandel-) Katastrophen kurz vergessen. 



Nach der Vorstellung kann man bei Mondlicht noch gemütlich ein Gläschen trinken und den Abend ausklingen lassen. Lieber als der Aper*l Spritz vom Foto wäre mir ein Rosensekt gewesen, aber heuer hatten sie offenbar keinen im Angebot...
also musste ich tags darauf selbst dafür sorgen! 



Einige wenige Rosenblütenblätter konnte ich im Garten pflücken, die Hagelunwetter der letzten Zeit haben nicht mehr übrig gelassen. Ich sammle sowieso gern nur kleinere Mengen Blüten für einen Sirup, dafür bei nächster Gelegenheit wieder und auch einmal gemischt mit anderen Blüten.


Rosensirup
(für 1 kl. Flasche)

2 Hände voll frischer Duftrosenblätter (ich hatte verschiedene Sorten)
250 g Kristallzucker
250 ml Wasser
1/2 Zitrone, Saft und Schale

Zucker und Wasser zu einem Sirup kochen. 

Die frisch gepflückten Rosenblätter nicht waschen, nur auf Insekten untersuchen. Die Blätter in den noch heißen Sirup tauchen und den Zitronensaft dazugeben -- hat man rosa oder rote Blütenblätter genommen, so färbt sich die Flüssigkeit nun rosa! 

Die Zitronenschale (von der ausgepressten Zitronenhälfte) ebenfalls beifügen und die Mischung zugedeckt einen Tag lang bzw. über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag durch ein Sieb abseihen, dabei die Blüten ein wenig ausdrücken und den Saft abfüllen. 


Den Sirup bitte zur Sicherheit im Kühlschrank aufbewahren und rasch aufbrauchen, das Aroma und die Farbe verflüchtigen sich möglicherweise rasch. Außerdem gibt es bald die nächsten Blüten...


Der Rosensirup lässt sich mit Wasser aufgespritzt als Durstlöscher oder mit Sekt / Prosecco / Frizzante als eleganter Sommerdrink oder Aperitiv genießen! Da mein Rosensirup natürlich nicht extra gefärbt ist, erscheint er verdünnt farbloser, was dem Geschmack keinen Abbruch tut! Empfehlung!



die Rosenburg im Herbst, Rosenzucker und Rosenkeks (klick)

Rosenblütengelee (klick), ein alter Beitrag aus 2012, mein erster...

Rosige Sommergrüße! 





Mittwoch, 14. Juli 2021

Weinblätter aus dem Garten für Dolmadakia

 


Dolmadakia oder Dolmades heißen die gefüllten Weinblätter, die in Griechenland gern als kalte oder warme Vorspeise gegessen werden. Sie waren bis jetzt nicht so meins, aber selbst gemacht und mit eigenhändig gepflückten und natürlich ungespritzten Weinblättern aus dem (eigenen) Garten sieht die Sache schon anders aus!!!  

Achtung! Bitte NIEMALS Weinblätter in einem fremden bzw. kommerziellen Weingarten abrupfen, erstens ist das krimineller DIEBSTAHL und zweitens sind diese Blätter mit ziemlicher Sicherheit gespritzt. Es gehen immer wieder Meldungen durch die Medien, worin besonders Wiener Winzer von säckeweise !! gestohlenen Weinblättern berichten, ich finde das unglaublich. Der Blattverlust im Frühling schwächt die ganze Pflanze und gefährdet die Ernte! 


meine Weinreben entlang vom Zaun zum Nachbarn


Wer keine Weinreben im Garten hat, kann in Salzlake eingelegte Blätter kaufen (die dann gut abgespült gehören). Weinblätter sind im Mai und Juni am feinsten, aber auch jetzt im Juli können zarte Blätter noch gepflückt werden, wie gesagt im eigenen Garten oder wenn man die Besitzer fragt! Meine Garten-Weinblätter waren eher klein und ich musste pro Röllchen zwei nehmen. 

Die Fülle enthält Reis und wieder die drei Kräuter, die auch in den griechischen gefüllten Paprika von HIER drin sind, also Petersilie, Dille und Minze, meine Lieblinge 😋  Mit dem Reis ist das so eine Sache... je nach Rezept wird er roh oder fertig gekocht zum Füllen verwendet, am praktikabelsten erscheint mir der Mittelweg, um sicher zu sein, dass die Fülle zum Schluss schön gegart ist. Auch eine Resteverwertung von übrig gebliebenem, gekochtem Reis vom Vortag funktioniert! 



meine gefüllten Weinblätter auf griechische Art vegan

Dolmadakia / Dolmades, für ca. 10 Röllchen bzw. 2 Personen als Hauptspeise

Rezeptquelle hier und hier

ca. 10 - 20 Weinblätter (je nach Größe)
reichlich Salzwasser zum Blanchieren
1/2 bio Zitrone in Scheiben
Olivenöl 
optional 2 große Kartoffeln in Spalten (mit Schale, wenn bio)
Salz

Fülle:
Olivenöl
1 kl. weiße Zwiebel oder 1/2 Bund Frühlingszwiebeln inkl. Grün, klein geschnitten
100 g Reis, gewaschen
Salz
Pfeffer
1/2 Zitrone - Saft

frische Kräuter:
je 1/2 handelsüblicher Bund Petersilie und Dille, einige Zweige Minze (im Verhältnis 1 : 1 : 0,5)


  • Für die Fülle wird die Zwiebel in Olivenöl angedünstet, ohne Farbe nehmen zu lassen. Den Reis dazugeben und unter Rühren nach und nach mit etwas Wasser aufgießen. Mit Salz und Pfeffer würzen und den Reis ein wenig dünsten, nicht zu viel, nur bis er halbgar ist. Vom Herd nehmen und die gehackten Kräuter einrühren, mit Zitronensaft abschmecken. 
  • Die frisch gepflückten Weinblätter nur kurz in kochendes Salzwasser tauchen, sofort herausnehmen und auf der Arbeitsfläche vorsichtig ausbreiten - sie zerreißen leicht. Den Stängel abschneiden. 
  • Einen eher flachen, breiten Kochtopf mit Deckel vorbereiten und etwas Öl eingießen. 
  • Auf jeweils 1-2 Weinblätter 1 Löffel Reisfülle geben, von oben und der Seite einschlagen und einrollen. Die Röllchen dicht an dicht in den Kochtopf legen und mit Zitronenscheiben belegen. 
  • Optional (und nicht original griechisch) können Kartoffelspalten am Rand entlang eingelegt werden, wenn im Topf Platz ist und um die Röllchen zu "fixieren". Einen Teller darauf legen, dass sie beim Kochen nicht aufschwimmen.
  • Gesalzenes Wasser in den Topf einfüllen, so dass die Röllchen mehr oder weniger bedeckt sind. Das Gericht mit geschlossenem Deckel auf dem Herd etwa 30 (- 45) Minuten sanft dünsten - bis die Reisfülle und die Kartoffeln gar sind.
  • Je nach Belieben ein nur bisschen oder mehr auskühlen lassen und (un-vegan) mit kühlem Joghurt servieren. 

die Röllchen in den Topf eingeschlichtet und am Rand mit Kartoffeln "fixiert"



einen Teller zum Beschweren darauf, dann Deckel zu und dünsten




Wir waren begeistert von diesem leichten Abendessen! 
Auch wenn selbst gepflückte, frische Weinblätter ein bisschen anspruchsvoll sind und einige Zeit in Anspruch nehmen, so zahlt es sich unbedingt aus, dieses Gericht einmal auszuprobieren!! 

Nicht vergessen, griechische Musik aufzudrehen und von Griechenland zu träumen, oder?



Samstag, 3. Juli 2021

eiskalt und schokoladig


...zumindest trifft das bei mir zu Hause an heißen Tagen auf Schokolade im allgemeinen und auf meine Schokoladetorte im besonderen zu!




verlinkt mit "Zitat im Bild Nr. 347" von Nova

Das Rezept der interessanten Schokoladetarte bzw. "Crostata al cioccolato di Knam" habe ich bei meiner italienischen Namensvetterin Federica gesehen. Ich musste die Torte sofort nachbacken, allerdings mit ein paar kleinen Änderungen. Ursprünglich stammt sie von Ernst Knam, der in Mailand eine berühmte Konditorei führt. Mir war sein Name bis jetzt kein Begriff, aber in Norditalien und bei den dortigen Blogger*innen ist er offenbar sehr bekannt...

(Werbung nicht gesponsert!)

Interessant fand ich vor allem die Schokoladecreme, die eine Mischung aus Pudding und Ganache ist, deshalb kommt sie luftiger und leichter daher als andere Schokocremen. Gekühlt schmeckt diese leichte Schoko-Tarte (nicht nur jetzt bei Sommerhitze) am besten!


Wie so oft bei Rezepten, die man neu ausprobiert, sind die Mengenangaben für die angegebene Größe nicht stimmig. Ähnlich wie bei der Zitronentarte ist auch hier die Teigmenge einfach zu viel. Die Hälfte des Originalrezeptes genügte für den Tarte-Boden und es würde sich auch noch ein Teiggitter für obenauf ausgehen (auf dieses habe ich allerdings verzichtet, dafür ist der Boden dicker). 

Die originalen Mengenangaben für die Creme würden höchstens für eine flache Crostata reichen. Ich wollte aber meeehr Schokoladecreme und habe also ein bisschen mehr Ganache zubereitet und die Puddingmenge verdoppelt. Die Creme war schlussendlich für uns perfekt und sehr gut schokoladig-leicht!!



Schokoladetarte frei nach Ernst Knam

für eine Form von ca. 22 cm
Rezeptquelle 

Mürbteig:
(die halbe Menge vom Original)
75 g kalte Butter
55 g Zucker (orig. 75 g)
140 g Dinkelmehl
12,5 g ungesüßter Kakao
1 Msp. Backpulver
1 kl. Ei (S)
1 Prise Salz

Ganache:
150 g Schlagobers / Sahne (orig. 100 g)
200 g dunkle Schokolade mind. 70% (orig. 150 g)

Pudding:
(die doppelte Menge vom Original)
500 ml Milch
60 g Zucker + Vanille (orig. 80 g)
30 g Mehl oder 1 P. bio Vanille Puddingpulver
10 g Stärkemehl
3 - 4 Eidotter 

Creme:
den ganzen Pudding von oben (orig. nur 200 g)
die ganze Ganache von oben (orig. nur 200 g)

Zubereitung:

  • Für den Teig aus allen Zutaten rasch einen geschmeidigen Mürbteig kneten. Den Teig im Kühlschrank rasten lassen, dann auf bemehlter Fläche ausrollen und eine befettete Tortenform damit auskleiden inkl. Rand.
    (Ich mache Mürbteig gern im Zerkleinerer, also mit Messereinsatz. Dann mit der Hand nur kurz verkneten, wenn notwendig mit befeuchteten Händen. Den Teig VOR dem Kühlen auswalken und mitsamt der Form kalt stellen. Der Teig lässt sich auch mit den Fingern gut in die Form drücken.

  • Ganache und Pudding zubereiten und beides ein wenig auskühlen lassen.  
    Für die Ganache das Obers einmal aufkochen, vom Herd nehmen und unter Rühren die zerkleinerte Schokolade darin schmelzen.
    Für den Pudding die Milch mit allen Zutaten unter Rühren sanft erwärmen (nicht kochen!), bis er eindickt.

  • Das Backrohr auf 180°C vorheizen.

  • Ganache und Pudding gut miteinander vermischen und auf den Tarte-Boden leeren. Im Rohr etwa 30 (Original) bis 45 (ich) Minuten backen, je nach Höhe der Fülle und bis sie gut gestockt ist. 

  • Vollständig auskühlen lassen und gut gekühlt servieren.


Fantastisch!!
Eine sehr gut schokoladige Torte und ideal als kaltes Dessert an einem heißen Sommertag! 




Tipp: 
Es passen auch div. Früchte, die vor Einfüllen der Creme auf den Teigboden gelegt werden (siehe unten), gut dazu!



Auf besonderen Wunsch unseres Juniors habe ich knackig gedünstete Birnenspalten verwendet. Birnen wären jetzt im Frühsommer nicht meine erste Wahl gewesen, aber was tut Mutter nicht alles für das große Geburtstagskind... 



Diese eisgekühlte "Schokotorte nach Knam" wird es bei uns nun öfter geben, mit oder ohne Obst. 
Eine zweite Schokotorte, die gut gekühlt bzw. sogar als Eistorte super schmeckt, ist die "Frackneu-Torte" von hier
Es muss im Sommer nicht immer nur Eis sein, oder?