Dienstag, 20. April 2021

die toskanische Torta di Riso e Ricotta



Der Winter 2012/13 war ziemlich kalt und schneereich und zog sich gefühlt endlos lang dahin, fast so wie im heurigen Jahr. Man sprach von Rekordwinter. Mit der Hoffnung auf Sonne und Wärme fuhren wir damals in der Osterzeit nach Italien. Aber die Kälte verfolgte uns und sogar in der südlichen Toskana war es noch ungemütlich kalt. Der Frühling hatte sich auch hier Zeit gelassen, denn es blühten Anfang April erst die ersten Bäume und die gelben Forsythien, wie auf dem Foto oben.



Wir waren in der Region Siena - Pienza unterwegs und kamen auch in das entzückende Monticchiello. Der Ort sieht aus, wie man sich ein typisches toskanisches Dorf vorstellt. Es hat sich sein mittelalterliches Erscheinungsbild und die Stadtmauer bis heute bewahrt. 




Eine nette Freiluft-Bilder-Ausstellung auf der großen Wiese neben der Kirche.  



Oben ein öffentlicher überdachter Brunnen und früherer Waschplatz. 
Ein eisiger Wind pfiff über die toskanischen Hügel...



...wir mussten uns aufwärmen und fanden ein sehr gemütliches und drinnen schön warmes Lokal gleich hinter dem Tor der alten Stadtmauer. 

Leider habe ich damals kaum Fotos vom Essen gemacht... das ist sehr schade, denn es kam gerade eine frisch gebackene Torta di Riso e Ricotta aus der Küche. Sie schmeckte so fantastisch, dass sie mir in Erinnerung blieb, denn ich merke mir gutes Essen jahrelang 😋


Ich habe mir das Rezept für eine Torta bzw. Crostata mit Reis-Ricottafülle später aus dem www zusammengesucht. Es ist die feinere Variante eines Reisauflaufs mit einem Mürbteigboden. 




Torta di Riso e Ricotta
(für 1 runde Form mit ca. 28 cm)

Mürbteig (ein klassischer 1-2-3-Teig):
30 g Zucker
90 g kalte Butter
180 g Mehl
1 Ei
1 Prise Salz
ein wenig Zitronenabrieb

Fülle:
300 ml Milch 
1 Prise Salz
110 g Rundkornreis
1 Zimtstange
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50 g weiche Butter
70 g Zucker
Vanille
3 Eier (M)
1 Prise Salz
250 g Ricotta
1 - 2 bio Zitronen, Schale und Saft

Zubereitung:
  • Aus allen Teigzutaten rasch einen geschmeidigen Mürbteig kneten und eine gute halbe Stunde kühl rasten lassen. 
  • Eine Ofenform befetten und den Teig ausgerollt mit Rand in die Form basteln.
  • Den Reis kochen und er soll dabei die Flüssigkeit vollkommen aufnehmen. Auskühlen lassen und die Zimtstange entfernen.
  • Das Backrohr auf 175°C vorheizen. 
  • Für die Fülle die Eier trennen, mit Eiklar und der Prise Salz Schnee schlagen und dabei die Hälfte des Zuckers einrieseln lassen. Beiseite stellen.
  • Butter mit dem restlichen Zucker schaumig schlagen, die Eidotter einzeln beifügen, dann Ricotta, und die Aromen einrühren. 
  • Den Reis und den Eischnee sanft unterheben und gut zitronig abschmecken. 
  • Die Masse auf den Teigboden leeren und verstreichen. 
  • Die Tarte im Rohr etwa 45 Minuten backen. Sie soll nicht allzu sehr bräunen, daher zur Halbzeit mit Alufolie zudecken. 
  • Auskühlen lassen und anzuckern. 


Sehr fein!




in der südlichen Toskana...



Pienza



so schön, oder? Wir sind in früheren Jahren immer in der Osterzeit und manchmal sogar im Spätwinter (in den Februar-Ferien) in den Süden gefahren 😭




Freitag, 9. April 2021

Einbröckeln, eine saure Rahmsuppe und der Traunsee

Vorfreude


Ostern und die Fastenzeit sind vorbei, aber die früher typische heimische Fastensuppe passt besonders jetzt im Frühling immer! 

Von der guten alten Stosuppe ist die Rede bzw. Rahmsuppe oder saure Suppe... 

Das Wort sto kommt vom mittelhochdeutschen stouwen und bedeutet in etwa stocken, also eine gestockte Suppe. Jede Familie oder jede Region hat ihr Rezept und ihre Bezeichnung für diese Suppe, die es früher in kargen Zeiten täglich gab. Milch bzw. Sauermilch war auf den Bauernhöfen immer vorhanden, Erdäpfel und Brot auch. Heute gibt es die Stosuppe nur mehr selten, was sie aber nicht verdient hat! 

Sie besteht aus Milch oder Wasser und einem säuerlichen Milchprodukt, wie Sauerrahm, Sauer- oder Buttermilch. Gewürzt wird puristisch mit Kümmel, Salz und Pfeffer. Dazu kann man (mit-) gekochte Kartoffeln oder einen Erdäpfelschmarrn essen, aber meist gibt es gutes Bauernbrot dazu bzw. werden oder wurden die Brotstücke eingebröckelt. *)



*) "Einbröckeln" finde ich ein schönes altes Wort und es war früher gebräuchlicher als jetzt, kommt mir vor. Auch das Einbröckeln selbst, also das Einbrocken bzw. Eintunken von Brotstücken in Suppe oder Milch kommt mehr und mehr ab. Vielleicht liegt es an der besseren Zahngesundheit heute 😁  

"Brot oder Weißgebäck in den Kaffee einzubröckeln ... verstößt gegen die guten Tischmanieren - auch wenn es auf Grund unzulänglicher Zähne geschieht • Man darf das Brot auch nicht in die Suppe einbröckeln . Sind Ihre Zähne wirklich so schlecht oder ist das Brot so hart, daß Sie das nötig haben?" So schrieb Gustav Chamrath in seinem Lexikon des guten Tones, 1953. 

Die feinere Art des Einbröckelns sind heute eben die Croutons...

Aber auch süß wird oder wurde gern eingebröckelt... Als Kind war ich oft bei den Großeltern und liebte es sehr, gemeinsam mit meiner Omama zur Nachmittagsjause einen (koffeinfreien) Milchkaffee und eine Semmel darin eingebröckelt zu genießen. In Frankreich ist das Tunken von Croissants in die morgendliche Schale Café au lait gesellschaftsfähig (?) und kein Klischee, wie ich zuletzt im Osterurlaub vor 4 Jahren mit Vergnügen gesehen habe! 


Zurück zur Stosuppe - ich habe ein feines Rezept vom Haubenkoch Lukas Nagl aus seinem schönen Salzkammergut-Kochbuch verwendet. Katharina Seiser hat auch mitgeschrieben, was immer für Qualität bürgt! 
(Werbung not sponsered)



Saure Rahmsuppe vulgo Stosuppe

nach Lukas Nagl 

1 mittlerer Erdapfel / Kartoffel 
1 EL Kümmel ganz
300 ml Milch oder Wasser (ich) und
200 ml Sauermilch oder Buttermilch -- in Summe 500 ml Flüssigkeit, das Verhältnis ist variierbar
250 ml Sauerrahm
2 EL Mehl
Salz
schwarzer Pfeffer
optional ein wenig Majoran
optional 1 Spritzer Weißweinessig

Schnittlauch zum Bestreuen
Röstbrot

Zubereitung:


  • Den (rohen) Erdapfel schälen und klein würfelig schneiden, beiseite stellen.
  • Den Kümmel in kochendem Wasser etwa 2-3 Minuten blanchieren, dann kurz abspülen und abseihen, beiseite stellen.
  • Sauerrahm mit Mehl klumpenfrei zu einem "Gmachtl" verrühren, siehe Foto oben. Eventuell ein wenig Wasser dazugeben, wenn es zu dick ist, beiseite stellen.
  • In einem Topf wird nun die Milch bzw. Wasser und die Sauermilch leicht erwärmt und gleich das "Gmachtl" eingerührt, dann erst zum Kochen bringen. 
  • Die Kartoffeln dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und die Suppe köcheln lassen, bis die Erdäpfel weich sind. 
  • Zum Schluss den Kümmel beifügen und abschmecken nach Belieben. Ich finde, die Suppe ist säuerlich genug und braucht keinen Essig, auch habe ich den Majoran weg gelassen. 
  • Das Brot rösten bzw. wer will mit Knoblauch verfeinern und die Suppe mit Schnittlauch bestreut anrichten.
 

Eine gut säuerliche und sehr köstliche Suppe, für mich irgendwie der Inbegriff von Frühling. Bestreuen kann man die Suppe mit beliebigen Wildkräutern! Empfehlung, die Suppe wird es bei uns jetzt öfter geben! 

Das Blanchieren des Kümmels macht ihn übrigens schön fein im Geschmack und weniger vorherrschend - eine gute Idee von Lukas Nagl vom Traunsee! 



Gmunden und Schloss Orth am Traunsee, Juni 2018



Ich hoffe so sehr, im Mai unseren Frühlingsurlaub am Traunsee im Salzkammergut antreten zu dürfen (erst hatten wir für Mitte April gebucht, dann auf Mai verschoben). Der Tourismus liegt ja seit Monaten am Boden und darf bis auf weiteres nicht öffnen... Habt ihr auch so Fernweh bzw. Urlaubssehnsucht wie ich? Eine dumme Frage, oder 😟

Sagt mir lieber, ob ihr eine solche Stosuppe auch gern esst... 





Montag, 5. April 2021

März 12tel Blick, Jahresprojekt, Insektenfutter

 

die schöne Monatsbilder-Sammlung gibt es wie immer bei Eva.


mein März 12tel Blick mit dunklen Wolken

Im Rückblick hatte der März bei uns ein bisschen was von Aprilwetter und sogar wieder ein paar Tage Winter -- der total unpassend genau zum Frühlingsanfang hereinschneite 👎

Ich wollte als 12tel Blick Monatsfoto nicht schon wieder Schnee zeigen, sondern habe einen typischen Aprilwetter-Tag im letzten Monatsdrittel gewählt. Die drohenden dunklen Wolken wechselten sich mit Sonne und Schauern ab. Das große Feld ist bereits mit der Egge bearbeitet worden, dann wird teilweise angesät und die Parzellen abgesteckt. Ich freue mich schon aufs Garteln ab etwa Ende April! 




Das war der heutige frühlingshafte Blick in den Garten (Anfang April) und auch rundherum ist der Frühling ausgebrochen, wie die Fotos unten zeigen.



In diesem herrlichen Busch summte es wie verrückt... die Bienen und anderen Insekten stürzen sich auf jede Blüte, dass es eine Freude ist! Hier wird deutlich, wie wichtig solches "Insektenfutter" ist. Doch in immer mehr Gärten wird der unsägliche Kirschlorbeer oder die Thujen gepflanzt, die für heimische Tiere genau nichts bringen bzw. beide giftig sind 😢

Dabei wächst eine Hecke mit heimischen Pflanzen vielleicht nicht so rasant, aber trotzdem auch schnell in die Höhe. Und vor allem bringt sie Nahrung und Unterschlupf für viele Tiere. Die top 3 der heimischen Sträucher, die Insektenfutter bieten, sind Salweide, Schlehe und Weißdorn. Vögel besuchen bevorzugt Holunder und Vogelbeeren. 

In sterilen und rasengrünen Gärten finden Tiere nichts... wenn man das Insekten- und Vogelsterben aufhalten will, muss man ihnen etwas bieten! Hier können wir ALLE, die Freiflächen besitzen, unseren Beistand leisten!

Aber das Thema Insektensterben in Zusammenhang mit industrieller Landwirtschaft,  Flächenversiegelung etc. ist ein noch viel gravierenderes Problem...


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Jahresprojekt bei Andrea


Meine sportliche Jahresprojekt-Challenge hat im März leider keine Wanderung gebracht und "schuld" war wieder das meist ungemütliche Wetter. Ich hoffe auf Besserung des Wetters, denn damit steigt auch die (bzw. meine) Lust auf sportliche outdoor-Aktivitäten 😉 


Aber es gingen sich viele schöne Spaziergänge aus, auch im Wienerwald, der schön langsam aus der Winterruhe erwacht...


Der Bärlauch ist momentan genau richtig, also musste er mit nach Hause (klick). Ich freue mich jedes Jahr auf das erste Grün aus dem Wald! 

Vor einem Jahr habe ich ebenfalls über das Bärlauchpflücken geschrieben und die Hoffnung geäußert, dass der Corona-Kelch bald an uns vorüber gehen solle. Naja, leider hat das nicht funktioniert wie gewünscht...




So kam es, dass ich meine geliebten Yogaübungen nicht wie früher mit Gleichgesinnten im Kurs, sondern leider viel zu halbherzig allein zu Hause gemacht habe. Zu meiner Schande habe ich es erst im März geschafft, endlich meine Yogamatte zu entstauben, auszurollen und "richtig" Yoga zu üben! Nicht wie in den letzten Monaten nur so zwischendurch. Was für ein Unterschied... die sanften Bewegungen tun doch soo gut und ich hatte sie vermisst! 

Ich bleibe dran und bin nun froh über einen weiteren erfolgreichen Schritt in meinem Jahresprojekt, Andrea sei Dank 😊

Liebe Grüße!



Donnerstag, 1. April 2021

flaumiger Osterstriezel mit Buttermilch und weißer Schokolade

 



Bewährte Germteigrezepte (Hefeteig) habe ich einige... wenn ich aber etwas Neues oder Besonderes suche, gehören zwei Blogs zu meinen bevorzugten Anlaufstellen: da ist einmal Maria Mädel-vom-Land mit ihren wunderschönen Zöpfen und Irène, die "Brioche" Meisterin. 

Irène bloggt nicht (mehr) oft, aber ihr Blog ist eine interessante Fundgrube für meist französische Rezepte und unzählige schöne Brioche-Varianten. Für meinen heurigen Osterstriezel habe ich mich an ihrem Brioche mit Joghurt orientiert und einen gefüllten Zweistrangzopf geflochten. Die Mengenangaben von Irène stehen farbig in Klammer. 


Brioche / Striezel / Zopf mit Buttermilch und weißer Schokolade

frei nach Irène

Teig:

500 g (Dinkel-) Mehl
60 g Zucker
1 P. Trockenhefe oder ½ Würfel frische Germ
1,5 TL Salz
ca. 200 - 220 ml Buttermilch nach Bedarf, leicht erwärmt
1 Ei + 2 Eidotter
(orig. 120 g Naturjoghurt + 2 Eier + Milch = 300 ml Flüssigkeit)
100 g weiche Butter

Fülle:
1 Tafel, 100 g weiße Schokolade (orig. 60 g), klein geschnitten (Tipp: vorher kühlen)
(50 g Hagelzucker, habe ich weglassen, die Schokolade ist süß genug)

etwas Milch oder Buttermilch (ich) zum Bestreichen
1 Handvoll Hagelzucker zum Bestreuen



Zubereitung:


Aus allen Zutaten einen geschmeidigen Germteig / Hefeteig kneten und 1x gut aufgehen lassen, er soll sein Volumen verdoppeln. 
Den Teig halbieren und auf einer bemehlten Fläche jeweils zu einem Rechteck ausrollen bzw. mit den Fingern drücken. Mit den Schokoladestückchen bestreuen, einrollen und länglich formen, so dass man 2 Stränge für einen "Zweistrangzopf" erhält. 


Die beiden Stränge kreuzweise übereinanderlegen und flechten - jeweils den senkrechten bzw. den waagrechten Strang miteinander überkreuzen usw. Die Form des Zopfes geht von dick nach dünn, d.h. am Ende läuft er eher spitz zu.  

Den Striezel auf ein Backblech inkl. Backpapier legen und zugedeckt ein wenig rasten lassen. Das Backrohr auf 175°C vorheizen. 

Den Zopf mit Milch bepinseln bzw. mit reichlich Buttermilch bestrichen schmeckt er noch besser! Hagelzucker darüber streuen und etwa 35 - 45 Minuten goldbraun backen. Auskühlen lassen und nicht sofort darüber herfallen!




Fazit:
traumhaft gut! Wir sind begeistert von diesem lockeren, flaumigen und köstlichen Striezel, er wird Ostern nicht "erleben" 😋

Mein aha-Erlebnis bei diesem Zopf war die Buttermilch!
Sie bringt einen soo guten, leicht säuerlichen Geschmack mit und machte meinen Striezel flaumig wie selten. Durch das Bestreichen mit reichlich Buttermilch kam mir der Striezel nach dem Backen auch knuspriger vor als sonst. 

Die weiße Schokolade merkt man nach dem Backen "nur" am guten Geschmack, zu sehen ist die Fülle nicht. Ich würde die Schokoladestückerl nächstes Mal also gleich in den Teig mischen. 



weitere süße Ostersachen am Blog: 

Osterstriezel bzw. Osternest nach meinem Oma-Rezept

Osterpinze wie in Triest

der ebenfalls sehr flaumige Wolkenzopf




Wünsche eine schöne Osterzeit, kommt gut durch den wiederholten Lockdown! Aber mit Sonne und blühenden Pflanzen fällt es ein bisschen leichter, oder?

Was backt ihr eigentlich zu Ostern?




Montag, 29. März 2021

grüne Osterzeit: Mac n´Cheese mit viel frischem Bärlauch

 


mein fleißiger Bärlauchpflücker 😍

Vom Wald direkt in die Küche schmeckt der Bärlauch am besten! Er ist jetzt genau richtig und die Blätter noch nicht allzu groß, das ganze Knofelaroma steckt in der Pflanze! 



Green Mac n´Cheese mit Bärlauch

frei nach Jamie Oliver
(für ca. 3 Pers. bzw. 1 Auflaufform 28 cm DM)

250 g kurze Nudeln (Hörnchen, Maccheroni...)
1 Lauchstange, fein geschnitten
1 Knoblauchzehe, gehackt
2 EL Öl oder Butter
Thymian
1 Lorbeerblatt
etwas geriebene Muskatnuss
2 EL Mehl
500 ml Milch (optional bis zur Hälfte durch Suppe ersetzen)
150 g geriebener Hartkäse, gemischt Parmesan, Bergkäse, Cheddar etc.
ca. 50 - 70 g Bärlauch, Ersatz Blattspinat, nudelig geschnitten
2 EL Semmelbrösel zum Bestreuen
Salz, Pfeffer

Überbacken: 180°C ca. 45 Minuten

  1. Die Nudeln al dente kochen, nur nicht zu weich! Abseihen und beiseite stellen.
  2. Für die Bechamelsauce Lauch und Knoblauch in Öl sanft anschwitzen, mit dem Mehl stauben und kurz durchbraten. Nach und nach mit der Milch aufgießen und jeweils verkochen lassen.
    Ich ersetze bei Bechamelsaucen gern einen Teil der Milch durch eine selbstgemachte Gemüsesuppe.
  3. Etwa die Hälfte des geriebenen Käses in die Sauce einrühren und würzig abschmecken.
  4. Die Nudeln, den Bärlauch und die Sauce vermischen und in eine geölte Auflaufform streichen. Mit dem restlichen Käse bestreuen und obenauf die Brösel verteilen.
  5. Im vorgeheizten Rohr bei 180°C ungefähr 45 Minuten knusprig braun überbacken. 




Je größer und flacher die Form, desto mehr Knusper ist vorhanden!! Mac n´cheese muss nicht zwingend überbacken werden, aber dann käme der ganze Käse in die Sauce. 



mhh, sehr sehr gut! 

Übrigens kann man frischen Bärlauch in einem feuchten Tuch im Kühlschrank wenige Tage gut aufbewahren!



Ich mag die Bärlauchzeit im Wienerwald sehr gern, denn sie ist der Beginn des Grünens. Der Wald wacht aus der Winterruhe wieder auf, oder?



Sonntag, 21. März 2021

Tag des Waldes

 

Ein bisschen dauert es noch, bis es wieder so schön grünt im Wald...


Heute am 21. März ist wie jedes Jahr seit den 1970-ern der internationale Tag des Waldes. Er wurde damals von der FAO ausgerufen als Reaktion auf die globale Waldvernichtung (schon vor 50 Jahren, nicht erst jetzt). Und um darauf hinzuweisen, dass Wälder komplexe Ökosysteme sind und gemeinsam mit den Weltmeeren die wichtigste Einflussgröße des globalen Klimas sind (Nachlese bei artedea). 

Wenn man liest, dass jährlich 20 Millionen Hektar Wald vernichtet werden, vor allem in den Tropen, wird einem ganz schwummerig, oder? Was jede/r einzelne tun kann als 1. Schritt ist, zumindest sich zu informieren und sich der Problematik bewusst zu werden! Dann handeln - vom nachhaltigen Konsumieren, Boykott von waldschädigenden Produkten und Firmen bis zur Unterstützung von Organisationen etc. Das www ist voll von Infos zum Thema! 


In meinem Vorräten habe ich 1 Flasche Wipferlsirup (aus Fichten- oder Tannenspitzen) gefunden... nicht von mir selbst hergestellt, sondern vor einiger Zeit gekauft in einem Bauernmarkt im niederösterreichischen Waldviertel (Werbung unentgeltlich!). 

Der Sirup zum Verdünnen und auch der dickere Wipferlhonig sind sozusagen "Omas Hustensaft aus dem Wald" und wirken durch ihre wertvollen Inhaltsstoffe schleimlösend und bakterienhemmend... besonders in Zeiten wie diesen, wo der Winter nicht weichen will und nicht nur ich ein verdächtiges Kratzen im Hals spüre. 



Palatschinken mit Mascarpone-Obers-Wipferl Fülle

für ca. 8 Palatschinken / Pfannkuchen

Teig

500 ml Milch
2 Eier (M)
1 gute Prise Salz
50 g Buchweizenmehl
140 g Dinkelmehl

Fülle:

250 g Mascarpone
einige EL Wipferlsirup oder Wipferlhonig, ersatzweise Waldhonig
Abrieb von 1/2 bio Zitrone
125 ml Schlagobers / Sahne, steif geschlagen

Zubereitung:

Alle Zutaten für den Palatschinkenteig mit dem Mixstab klumpenfrei vermischen und ein wenig rasten lassen. Dann wie gewohnt Palatschinken / Pfannkuchen ausbacken, etwa 8 Stück, und im Rohr (ca. 70°C) warmhalten. Zudecken, dass sie nicht austrocknen. 

Für die Fülle wird Mascarpone mit so viel Wipferlsirup oder Honig vermischt, bis die Süße und Intensität passt. Den Zitronenabrieb und das steif geschlagene Obers unterheben. 

Die Palatschinken jeweils mit der Fülle bestreichen, einrollen und mit etwas Honig beträufeln. Wer will, kann sie vor dem Beträufeln auch anzuckern und mit Zitronenzesten behübschen. 



ganz wunderbar!! Empfehlung! 

Keine Sorge, es schmeckt nicht nach Hustensaft! Ich kann mir vorstellen, dass auch andere Frühlingshonige, wie Löwenzahn- oder Gänseblümchen- dazu passen!

Danke Ilse 356 für den großen Palatschinken-Pfannkuchen-Crepes-Gusto 😋

Wer mag sie noch so gern wie ich? 



Donnerstag, 18. März 2021

Buchteln für süß und für nicht-süß

 
Buchteln gehen immer, oder?


Das gelingsichere Rezept für diese Buchteln habe ich bei einem Blogger aus Graz gesehen (klick) und mit ein paar Änderungen nun schon öfter gebacken. Wir mögen diese allround-Buchteln sehr gern, weil sie flaumig sind und sich für alle Geschmacksrichtungen eignen...

  • mit Vanillesauce (Foto oben), 
  • mit Butter und Marmelade zum Frühstück (unten) und auch 
  • mit einem herzhaften veggie "Leber" Aufstrich (ganz unten).



Buchteln nicht süß
Inspiration

500 g Dinkelmehl
25 g Zucker
1 EL Salz
etwas geriebene Muskatnuss
250 ml Milch
1/2 Würfel, 21 g frische Germ / Hefe
75 g weiche Butter
4 Eidotter (auch möglich 2 Eier oder 1 Ei + 2 Eidotter)

ca. 2 EL flüssige Butter zum Eintauchen und Bestreichen

Backen: 175°C etwa 1/2 Stunde

Zubereitung:

Die Milch leicht erwärmen, vom abgewogenen Zucker 1 TL entnehmen und einrühren. Die Germ / Hefe darin auflösen und zugedeckt kurz anspringen lassen. 

Aus allen Zutaten einen geschmeidigen, nicht zu weichen Germteig kneten. Zugedeckt 1 Stunde gehen lassen bzw. bis er sein Volumen schön vergrößert hat. 

Eine geeignete Backform mit Butter bestreichen - meine runde Form misst 28 cm im Durchmesser.

Den Teig halbieren und jeweils auf der bemehlten Arbeitsfläche zuerst zu einer Rolle formen, dann in kleine Stücke teilen. Jedes Teilchen mehr oder weniger rund formen und in die flüssige Butter tauchen. Mit ein wenig Abstand zueinander in die Form setzen. 

Zugedeckt kurz rasten lassen, dann ins kalte Backrohr schieben. Den Ofen auf 175°C aufdrehen und die Buchteln etwa eine knappe halbe Stunde goldbraun backen. Nach dem Herausnehmen kann man die Buchteln noch mit der restlichen flüssigen Butter bepinseln (habe ich vergessen, macht nix). 

Ein bisschen auskühlen lassen und nicht sofort darüber herfallen, wenn möglich!


 
Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind das 45 kleine Buchteln geworden. Ich finde, je kleiner sie sind, desto lieber isst man sie 😋




"Leber" Aufstrich veggie

1 Dose Kidneybohnen (eine 400 g Dose Bohnen entspricht 250 g Abtropfgewicht)
ein wenig Sonnenblumenöl
1 EL Sonnenblumenkerne
1 kl. rote Zwiebel, klein geschnitten
1 Knoblauchzehe
1 EL Petersilie 
1 EL getrockneter Majoran 
Salz
Pfeffer
etwas geräuchertes Paprikapulver
1-2 EL Creme fraiche

etwas Petersilie zum Bestreuen

Zubereitung:

  • Die Bohnen gut mit kaltem Wasser abspülen und abtropfen lassen.
  • Den Zwiebel in etwas Öl anlaufen lassen, nicht Farbe nehmen lassen. 
  • Alle Zutaten pürieren und abschmecken. 
  • Statt Creme fraiche könnte in einer veganen Version mehr Sonnenblumenöl für die Geschmeidigkeit verwendet werden. 



Sieht optisch aus wie Leberbrotaufstrich und schmeckt ganz leicht danach. Herr Fliederbaum vermutete tatsächlich einen geringen Leber-Anteil im Aufstrich und war erstaunt, dass er ganz und gar veggie ist. 

Der Geschmack des Aufstrichs kommt natürlich nicht 100%ig an das Original heran, aber ist eine tolle veggie Variante mit unkomplizierten und gesunden Zutaten! Und passt gut zu den nicht ausdrücklich süßen Buchteln

Im Original werden die Buchteln als Beginn eines Menüs (Amuse bouche) mit Butter, Meersalz und getrockneten Kräutern serviert. Auch eine tolle Sache!


Wer mag Buchteln noch so gern wie ich? Wie habt ihr sie am liebsten? Ich mag sie in jeder Form, aber bin doch am ehesten Fraktion Vanillesauce 😍