Dienstag, 11. Dezember 2018

#wirrettenwaszurettenist: Lebkuchen-Biskuitroulade zu Weihnachten


Die Frage, welches Dessert es zu Weihnachten geben soll, hat Ingrid (auchwas) für "Wir retten, was zu retten ist" (Info) gestellt. 



Bei mir wurde es eine Lebkuchen-Biskuitroulade als Basis für ein mehrteiliges Weihnachtsdessert - mehrteilig je nach Lust und Laune und womit frau die Roulade kombinieren möchte.
Der Lebkuchen steckt im Teig (zerkrümelt) und in der Marmelade (gewürzt). Ich habe den Lebkuchen (Foto oben) geschenkt bekommen und habe drei der runden Dinger zerbröselt, ohne Mandel, und selbstgemachtes Lebkuchengewürz so ähnlich wie hier verwendet - es wird jedes Mal ein bisschen anders.
Die Roulade und die meisten der anderen Begleiter können gut bereits am Vortag zubereitet werden.


Lebkuchen-Biskuitroulade

6 Eier (M)
1 Prise Salz
132 g Kristallzucker
108 g Mehl (1 EL durch echten, ungesüßten Kakao ersetzt)
1 Schuss Öl

1 kl. Glas rote, säuerliche Marmelade (ich: selbstgemachte Brombeer-Ribisel / Johannisbeer)
1 TL Lebkuchengewürz
etwas Likör

Zubereitung:
  1. Das Backrohr auf 190°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier bereit stellen.
  2. Für den Teig die Eier trennen, Eiklar mit Prise Salz zu Schnee schlagen und dabei die Hälfte des Zuckers einrieseln lassen. Eidotter mit restlichem Zucker schaumig schlagen und dabei ein bisschen Öl einfließen lassen. Mehl, Kakao und Eischnee unterheben.
  3. Den Teig aufstreichen und 10 Minuten backen. 
  4. In der Zwischenzeit die Zutaten für die Marmelade verrühren, bei Bedarf auch ein bisschen heißes Wasser, wenn sie zu fest sein sollte.
  5. Ein (2.) Backpapier auflegen, dünn mit Kristallzucker bestreuen und die gebackene Roulade darauf stürzen. Das (1.) Backpapier vorsichtig abziehen, sofort die Marmelade aufstreichen und die Roulade einrollen. 
  6. Auskühlen lassen, in Scheiben schneiden und servieren mit...
Serviervorschläge:

ein Klecks Schlagobers (Sahne) oder eine erfrischende Joghurt-Oberscreme,
das Vanilleparfait von HIER,
eingelegte Birnen vom Sommer oder alternativ Vanille-Birnen in Beerenauslese (Birnenspalten in Süßwein mit Vanilleschote bissfest gegart),
eine leicht herbe Preiselbeersauce (Süß- oder Rotwein einreduziert, mit Preiselbeermarmelade püriert), oder der Einfachheit halber den tollen bio Preiselbeer- bzw. Himbeer-Sirup von Sonnentor

(Werbung unverlinkt, unentgeltlich, unaufgefordert)

auch passend:
ein molliger, frisch zubereiteter Weinschaum bzw. Sabayon von HIER,
der Rotweinsirup von HIER (unten)...



Die Lebkuchen-Biskuitroulade schmeckt natürlich "einfach nur so ohne was dazu" auch bestens!


Blitzschnelles Weihnachtsdessert: die Vanillekipferl-Creme vom Vorjahr von HIER.




Linkliste:
zusammengestellt von Ingrid, danke dir für deine Bemühungen um die Rettungsgruppe!

Anna Antonia - Buttermilch-Pannacotta
auchwas - Schokodessert mit Gewürzmandarinen
Barbaras Spielweise - Weihnachtliches Schichtdessert mit Quitte, Quark und Spekulatius
Brigittas Kulinarium - Glühweinbirnen-Trifle mit Walnusskrokant
Brittas Kochbuch - Vanilleeis mit gebrannten Mandeln
Brotwein - Schokokuchen mit flüssigem Kern - Fondant au chocolat
Cakes Cookies an more - Weihnachts Crème brûlée
CorumBlog 2.0 - Lebkuchen-Cantuccini mit Vin Santo
Fliederbaum - Lebkuchen-Biskuitroulade
genial-lecker - Bratapfel mit schneller Vanillesauce
kebo homing - Bananen-Erdnuss-Eis auf Kastaniencrumble mit Bratapfel
Kleines Kuliversum - Weihnachtliches Apfel Quark Dessert
lieberlecker - Meyer Lemon Baked Alaska
Madam Rote Rübe - Gewürzkuchen-Dessert mit Zimtcreme, Apfelmus und Walnussgeknusper
magentratzerl - Lebkucheneis-Gugel mit Sauerkirschsauce
our food creations - Dänisches Traditionsdessert: Ris à l’amande


Meine Fotos sind im Moment leider nur Handyfotos, da meine Kamera den Geist aufgegeben hat - vielleicht bringt mir ja das Christkind eine neue ;-)
Eine geruhsame, nicht hektische Zeit allerseits!


Donnerstag, 6. Dezember 2018

Vanilleparfait: Begleiter zu warmen Winterdesserts


Ein Parfait ist die Alternative für Gefrorenes ohne Eismaschine. Durch den hohen Anteil an geschlagenem Obers (Sahne) und sehr niedrigem Wasseranteil bilden sich beim Gefrieren keine Eiskristalle und eine Eismaschine ist daher gar nicht notwendig. Ich besitzt zwar eine einfache Eismaschine, aber selten Platz im Tiefkühler...

Mein Vanilleparfait ist ein bisschen aufwändiger durch den Zuckersirup, aber es lohnt sich!
Anregungen habe ich mir u.a. im Blog culturefood.org geholt, dort wird auch der Zuckersirup genau erklärt.


Vanilleparfait
(für 1 kleine Kastenform, ca. 25 x 10 cm, ca. 6 - 8 Pers.)

150 g Wasser
150 g Kristallzucker
1 Vanilleschote, Mark und Schote

500 ml Schlagobers / Sahne
1 Ei + 2 Eidotter
1 schwacher EL Zucker

Zubereitung:

  • Als erstes einen Zuckersirup kochen:
Wasser mit Zucker und Vanille in einem Topf unter Rühren langsam erwärmen, dass sich der Zucker gut auflöst.
Dann die Hitze erhöhen, nicht mehr umrühren und den Sirup reduzierend zum "starken Faden" = 108°C kochen *).
Dabei immer wieder die Zuckerkristalle vom Topfrand nach unten schaben. Die Temperatur mit einem Speisethermometer kontrollieren. Ist die gewünschte Temperatur erreicht (108°C), wird der Topf sofort vom Herd genommen.
Den Sirup zugedeckt überkühlen lassen und die Vanilleschote entsorgen.
  • Schlagobers / Sahne in einer großen Schüssel steif schlagen und kühl stellen.
  • Eier mit Zucker über einem heißen (nicht kochenden) Wasserbad sehr gut schaumig schlagen. 
Die Schüssel vom Herd nehmen und den Zuckersirup einrühren - die Temperatur soll bei beiden annähernd gleich warm, sein. Die Schüssel nun in Eiswasser stellen und einige Minuten kalt schlagen.
Das geschlagene Obers aus dem Kühlschrank nehmen, die kalte Ei-Zucker-Masse DARAUF geben und mit einem Gummihund / Küchenschaber vorsichtig unterziehen, nicht den Mixer verwenden.


Die fertige Parfait-Masse kommt nun in eine Kastenform oder beliebige andere (Portions-) Formen. Mit Folie zudecken und für mind. 6 Stunden in den Tiefkühler stellen....

...oder ins Freie, wenn es kalt genug ist, Nachtfrost ist bestens geeignet ;-) 


Etwa 10 Minuten vor dem Servieren herausnehmen und das Parfait stürzen - vorher die Form kurz in heißes Wasser stellen. Das Parfait in Scheiben geschnitten anrichten (Reste sofort wieder einfrieren).  Dazu passt eine beliebige fruchtige / saucige Begleitung, warme Aufläufe oder Tartes etc... 
Empfehlung! 



*) Exkurs Zuckergrade:
Wird Zucker und Wasser im Verhältnis 1:1 bzw. auch 3:2 aufgekocht, so entsteht Läuterzucker. Wird dieser weiter erhitzt, verdampft immer mehr Wasser und es entsteht Zuckersirup. 

100°C Läuterzucker
105°C schwacher Faden
108°C starker Faden (der Sirup rinnt in zähen Fäden vom Löffel oder Schneebesen ab)
112 - 118°C schwacher - starker Flug
125°C Ballen
135°C Bruch
145 - 148°C Karamell (rel. farblos und klar)
155°C Couleur (Zucker bräunt)

 Achtung! heisss! Kleine Kinder haben beim Zuckersirup-Kochen nichts verloren...


Die Vanilleschote aus dem Zuckersirup habe ich nicht so einfach weggeworfen, sondern sie in ein Fläschchen Wodka versenkt - vielleicht gibt sie ja noch ein bisschen Geschmack ab. 


Samstag, 1. Dezember 2018

schneller Lebkuchen vom Blech mit selbstgemachtem Gewürz


Mit gekauftem Lebkuchengewürz bin ich oft nicht glücklich, es schmeckt entweder zu intensiv oder zu mild... und handelsüblicher Lebkuchen zusätzlich meist zu süß. Jetzt im Winter würde ich aber gern hin und wieder ein Stückchen Lebkuchen essen, also was bleibt mir über, als alles selbst zu machen...

Beim Gewürz gibt es tausend und eine Möglichkeit, es gibt nicht DIE Lebkuchenmischung (genauso trifft das wohl auf sämtliche Gewürzmischungen rund um den Erdball zu). Jede/r kann sich eine Mischung nach eigenem Belieben in der Lieblingsgeschmackrichtung und frisch zusammenmischen. Die meisten Einzelgewürze hat man sowieso zu Hause und wenn etwas fehlt, macht es auch nichts... Zimt und Nelken sind aber essentiell.

Lebkuchengewürz selbstgemacht

1 - 2 Zimtstangen oder 1 EL Zimt gemahlen
6 Nelken
1 Sternanis
7 Kardamomkapseln
1 TL Korianderkörner
6 Pimentkörner
1 schwacher TL Galgant gemahlen ( Ersatz gemahlener Ingwer)
1 Prise Muskat
optional Vanille, Pfeffer, Orangenschale

Die einzelnen Gewürze etwas zerkleinern bzw. zerbrechen, so gut es eben geht. Alle gemeinsam in der Kaffeemühle mahlen. Alternativ können bereits gemahlene Gewürze vermischt werden. Die Mischung in ein Glas geben und dunkel lagern, auch zum Verschenken geeignet!
Ich habe süße Gewürzmischungen wie "Apfelstrudel" von Babettes und "Kekspulver" nach Hildegard von Bingen von Sonnentor auch schon dazu verwendet und ergänzt.

(Namensnennungen unverlinkt, unaufgefordert, unentgeltlich)



schneller Lebkuchen vom Blech
(für 1 kl. Backblech)

trockene Zutaten:
400 g Dinkelmehl (1/4 durch Erdmandelmehl ersetzt)
100 g gemahlene Mandeln
340 g (Rohrohr-) Zucker
2-3 EL echten Kakao
1 P. Backpulver
1 Bio-Zitrone - die abgeriebene Schale
3 EL Lebkuchengewürz (siehe oben)

feuchte Zutaten:
500 ml Milch
1 EL Honig
4 EL Öl

Zubereitung:
Die trockenen und feuchten Zutaten jeweils vermischen und dann miteinander gut verrühren.
Auf ein Backblech + Backpapier leeren.
Im vorgeheizten Rohr bei 190°C etwa 20 - 25 Minuten backen.
Auskühlen lassen und in Stücke schneiden.

Fazit: ein köstlicher Leb-Kuchen!
Nicht nur zu Kaffee oder Tee, sondern auch wunderbar für weihnachtliche Desserts weiter verwendbar, zB. für Trifle, Parfait, Auflauf...


Eine nicht hektische Winterzeit wünsche ich!



Donnerstag, 29. November 2018

Wald im November

vor 1 Jahr gezeigt

Zwischen diesen beiden Bildern (oben) liegt 1 Jahr, wobei ich nicht sicher bin, ob ich genau das selbe Bäumchen wiedergefunden habe.


 
In diesem einen Jahr war die Trockenheit groß, haben Borkenkäfer meinen Fichtenwald heimgesucht und musste eine große Waldfläche gerodet werden. Im ersten Moment war das für uns sehr bitter, aber die Zeit für Fichtenwälder in tieferen und mittleren Lagen ist einfach zu Ende. In Zukunft wird mehr auf trocken- und wärmeresistente Laubbäume bzw. eine gute Mischung gesetzt werden müssen.

 Der Anblick des verwüsteten Waldes war traurig und schockierend...

und trotzdem...


 Bei Andrea Zitronenfalterin dreht sich das November- Monatsmotto um Sekundenglück. 


Im kahlen Wald gab es nach dem ersten Schock für mich viele Sekundenglücksmomente:

Es gibt neues Leben im Wald!
Kleine Nadelbäumchen und Eichen gehen von selbst auf, neue Laubbäume haben wir bereits ausgesetzt und unser (erwachsener) Junior hat seine Liebe zum Wald entdeckt.
Er hat die Aufforstung durchgeplant, Bäume bestellt und konnte es kaum erwarten loszulegen, gerade als die letzten Baumstämme abtransportiert waren. Gemeinsam haben wir an allen November-Wochenenden bereits über 400 Laubbäumchen eingesetzt und eine Umzäunung ist auch geplant.
Ich bin total stolz auf ihn und freue mich riesig!



für Andrea, auf den letzten Drücker gepostet, bevor das November-Motto vorüber ist, liebe Grüße 



Montag, 26. November 2018

Linzer-Schnitten frisch und leicht

Das moderne Musiktheater in Linz ist derzeit Ziel von Wagnerianern aus wahrscheinlich ganz Österreich und vor allem aus Wien. Der Tristan (und Isolde) hier ist endlich wieder einmal ein Highlight im Opernleben! Es lohnt sich für einschlägig Interessierte, deswegen nach Linz an der Donau zu fahren! 

(Werbung unaufgefordert, unentgeltlich, unverlinkt)

Wir verbrachten ein kurzes Wochenende in Linz und stärkten uns vor dem intensiven Opernabend auch mit einer originalen Linzer-Torte. Wenn man schon einmal da ist, gehört sie natürlich dazu. Aber leider - mir war sie sowas von zu süß...
Umso mehr freute ich mich, dass es ein paar Tage später diese Linzer-Schnitten (siehe unten) in der Büroküche gab. Sie sind zuckerreduziert, bringen mit der Zitronenschale Frische in den Teig und schmecken mit der säuerlich-herben Preiselbeermarmelade sehr schön fruchtig. Empfehlung! So muss Linzer...


Linzer Schnitte "Susi"
(für 1 Blech)

Mürbteig:
280 g Weizenmehl
280 g Butter
200 g Staubzucker / Puder-
280 Mandeln, gerieben
1 Bio-Zitrone, die abgeriebene Schale
1 Prise Zimt
1 Prise Salz

zum Bestreichen:
1 Ei
1 gr. Glas, ca. 500 g Preiselbeermarmelade oder Ribisel / Johannisbeer

Zubereitung:
  1. Aus allen Zutaten einen geschmeidigen Mürbteig kneten und 1 Stunde kühl rasten lassen. 
  2. Das Backrohr auf 175°C vorheizen, Backblech und Backpapier bereit legen. 
  3. Drei Viertel des Teiges auf dem Backpapier ausrollen und auf das Backblech legen. Mit Marmelade bestreichen. 
  4. Mit dem restlichen Teig längliche Streifen ausrollen bzw. formen und drüber legen. Mit versprudeltem Ei bestreichen. 
  5. Den Kuchen nun im Rohr ca. 40 Minuten auf der unteren Schiene backen. Erst beim Servieren in Schnitten schneiden.

Idealerweise sollten die fertigen Schnitten nun 2 ganze Tage an einem kühlen Ort zugedeckt rasten... wer das schafft, wird mit köstlich mürben Linzer Schnitten belohnt :-))



Einen Kaffee dazu oder ein Likörchen...
bezuckern könnte man sie auch noch



Mittwoch, 14. November 2018

Lasagne - Werbung in eigener Sache

Lasagne (pixabay)

Heute war in den Medien zu lesen,
dass nach einer Studie der Arbeiterkammer von Oberösterreich über Tiefkühl-Lasagne von acht untersuchten Lasagne-Marken drei total "durchfielen":
Zwei Produkte wurden als "wertgemindert" eingestuft und eine Lasagne sogar als "für den menschlichen Verzehr nicht geeignet"...

Es waren böse Dinge zu lesen, wie Schimmelbefall, mikrobiologisch bzw. geschmacklich mangelhaft, ekelerregende Beschaffenheit, zuviel Salz und Fett etc... Ehrlich, will jemand wirklich solche Gammelfertigprodukte aus Industrieproduktion essen?

Der Artikel ist im www zu finden, Erwähnung hier unverlinkt, unentgeltlich, unaufgefordert, keine Namensnennungen. 


Daher mache ich jetzt Werbung in eigener Sache und liste für euch meine diversen Lasagne-Rezepte auf, die bereits auf dem Blog zu finden sind. 

Kürbis-Haselnuss

Lasagne einfach und klassisch (klick), 

Lasagne mit Kürbis und Haselnuss-Sauce (klick),

Lasagne mit Kürbis-Tomaten Gemüse (klick), 

Lasagne mit Wildsugo und Preiselbeer-Sauce (klick), 

Palatschinken-Lasagne (Pfannkuchen) mit Linsensugo auf Wildart (klick)

Palatschinken-Wild

Allen ist gemeinsam, dass sie relativ einfach nachzukochen sind und allerbestens schmecken. Mit frischen, gesunden, selbst ausgewählten Zutaten, ohne chemische Zusatzstoffe und Zutaten aus möglicherweise nicht nachvollziehbaren Quellen.

Der Fantasie beim Lasagnekochen sind keine Grenzen gesetzt, es lassen sich die verschiedensten Gemüse- oder Fleischsorten verwenden. Fixe Bestandteile sind Nudelblätter (bzw. Palatschinken) sowie eine Bechamelsauce, was dazwischen liegt, ist herrlich variierbar.



Diese Radicchio-Lasagne (mit ein wenig grünem Paprika als Resteverwertung) hat es noch gar nicht auf den Blog geschafft.... ihr seht, das Thema Lasagne ist bei mir noch lange nicht aus ;-) 




Zum Schluss noch der jetzt fällige Hinweis auf unsere Bloggergruppe von #wirrettenwaszurettenist, die wir uns regelmäßig mit den Themen Industriefertigessen versus Selbstkochen beschäftigen (klick). 

Mag wirklich noch jemand (Tiefkühl-) Lasagne oder andere Fertigprodukte essen?


Freitag, 9. November 2018

Apfelrisotto zum Tag des Apfels


Auch ein Zierapfelbaum ist ein Apfelbaum... und er darf zum heutigen österreichischen Tag des Apfels (9.11.) aufs Bild. Die Äpfel sind winzig klein und ganz schön herb, sie eignen sich höchstens für die Likörherstellung (was ich aber noch nicht ausprobiert habe; hat wer?). Nicht einmal die Vögel fressen diese hantigen Zierapferl ab.

Sina Giftigeblonde hat ein paar Bloggerinnen um sich geschart (danke!), die zum Tag des Apfels etwas Passendes bloggen, die Linkliste findet sich am Schluss.
Ich dachte mir, da wird es genügend süße Apfelspeisen geben und kochte daher etwas nicht-Süßes. Ein Apfelrisotto, das mit seiner gewissen leichten Süße nur vom Apfel, am besten zu gebratener Geflügelleber (Hühner-, Gänse-..) passt. Vorweg, die Kombination schmeckte seeehr genial!


Die Inspiration stammt aus diesem Mittelmeerkochbuch von Christoph Wagner aus dem Jahr 2004 (Werbung bzw. Namensnennung unverlinkt, unaufgefordert, unentgeltlich). Aber ich habe wie so oft sowieso einiges anders gemacht...

(mein) Grundrezept Risotto für Hauptspeise: 
pro Person 100 g Risottoreis, 
bei 200 g Reis (für 2 Pers.) werden 1 Glas Wein und 500 ml Suppe benötigt (idealerweise selbst gekocht!) 


Apfelrisotto
zu gebratener Hühnerleber
(für 2 Personen)

Olivenöl
1 mittelgroße Zwiebel, fein geschnitten
1 Knoblauchzehe
200 g Risottoreis
Thymian, Pfeffer
1 Glas Weiß- oder Apfelwein (im Original ungesüßten Apfelsaft)
500 ml heiße Hühner-Suppe
ca. 1 EL geriebener Parmesan
ca. 130 g Apfel (ich hatte 2 sehr kleine rote Äpfel mit je 65 g), vierteln, Kerngehäuse entfernen, schälen nicht unbedingt notwendig

Zubereitung:

Ein Risotto wie gewohnt zubereiten: 
In einem breiten Topf Öl erhitzen, Zwiebel und Knoblauch hell anschwitzen, Reis einrühren, sodass die einzelnen Körner von Öl rundum benetzt werden. Würzen und mit Wein ablöschen. Dann unter oftmaligem Rühren nach und nach mit heißer Suppe aufgießen und jeweils verkochen lassen (bei nicht allzu großer Hitze).
Zum Schluss, wenn der Reis bissfest und der Herd bereits abgedreht ist, wird etwas Parmesan (nicht zu viel, soll nicht dominieren) und die in kleine Würferl frisch geschnittenen Äpfel vorsichtig untergerührt.
Das Risotto nur mehr kurz ziehen lassen - die Äpfel sollen noch Biss haben. Sie werden durch den heißen Reis sehr schnell "al dente".


Nebenher wird zugeputzte Hühnerleber (200 g) rundum in etwas Olivenöl sanft gebraten, gemeinsam mit einer grob geschnittenen Zwiebel, frischem Lorbeer und Rosmarin. Nur pfeffern, noch nicht salzen (erst bei Tisch) und mit sehr wenig Flüssigkeit (Rest-Suppe vom Risotto oder Wein) aufgießen und schön schmurgeln lassen. Aber nicht allzu lange, denn innen soll die Leber noch rosig sein.

Anrichten:

  • Risotto und frische Apfelscheiben, 
  • Hühnerleber mit mitgebratenen Zwiebeln und Bratensaft,
  • sowie - sehr wichtig - gutes Meersalz in Flocken zum Bestreuen der Leber (jede/r selbst).
  • Ein Gläschen Weißwein (bei uns ein Rotgipfler aus der Thermenregion südlich von Wien) rundete das Essen ab.

für mich die besten Meersalzflocken, natürlich aus Kroatien
(Werbung unverlinkt, unaufgefordert, unentgeltlich)

Ein sehr feines und harmonisches Gericht, einfach toll, unbedingte Empfehlung! Es macht optisch mehr her, wenn Äpfel mit roter Schale ins Risotto kommen (das sieht schöner aus, als Apfelwürfel ohne Schale).



Linkliste zum österr. Tag des Apfels:

Apfelkuchen mit Walnüssen und Marzipan von Sina Giftigeblonde

Apfelchips von Christina, the Apricot Lady

eine "Kindernachspeise" von Susi Turbohausfrau

 Apfel-Zimt Schnecken von Michaela vom Genussatelier Lang

Apfeltorte von Maria Mädel vom Land

Ich bin gespannt auf die süßen Köstlichkeiten, und mein Risotto ist tatsächlich das einzige nicht-Süße...


Übrigens, der deutsche Tag des Apfels ist am 11.1.   ❤