Sonntag, 8. November 2026

macht Marmorguglhupf glücklich?

 


Marmorkuchen ist wie das Leben,
ein bisschen hell, ein bisschen dunkel,
aber mit viel Liebe gemacht!
(hoffentlich)

Warum ist noch kein Marmorkuchen auf dem Blog zu finden? Das geht gar nicht! Aber die Entscheidung, welchen meiner Marmorguglhupfe ich heute zeigen soll, ist bald gefallen. Den für heute Sonntag frisch gebackenen, supersaftigen Kuchen oder das Lieblings-Oma-Rezept? Am besten beide (wobei ich noch weitere Marmorkuchen im Repertoire hätte, aber das ist eine andere Geschichte)...




Marmorguglhupf
 aus schwerem Rührteig, reichhaltig und saftig

Zutaten für 1 große Guglhupfform, ca. 25 cm:

5 Eier (L)
1 Prise Salz
250 g weiche Butter
250 g Zucker (mir genügen 230 g)
Vanille
250 g Mehl
1 P. Weinstein-Backpulver
Zitronenabrieb
optional etwas Inländer-Rum

1 gehäufter EL Backkakao
1 Schluck Milch nach Bedarf

Butter und Brösel für die Form

Zubereitung:

  • Die Eier trennen, Eiklar und Salz aufschlagen und dabei die Hälfte des Zuckers einrieseln lassen. Es soll ein nicht allzu steifer Eischnee werden.
  • Die Butter schön luftig aufschlagen, Zucker und Aromen beifügen und dann die Eidotter nach und nach. 
  • Mehl und die Hälfte des Eischnees mit einem Gummihund / Spatel einrühren, dann den Rest. Der Teig soll nicht zu flüssig sein (sonst könnte die Marmorierung beim Backen verlaufen).

  • Die Masse ungleich halbieren, in die kleinere Menge den Kakao und etwas Milch einmengen. Den hellen und dunklen Teig abwechselnd in die vorbereitete Guglhupfform löffeln und vorsichtig mit dem Löffelstiel leicht marmorieren, nicht zu viel.
  • Backen bei 180°C, etwa 45 - 50 Minuten, Stäbchenprobe machen!

 saftig, flaumig und nicht picksüß, genau richtig für einen kalten Sonntagnachmittag



Das 2. Rezept heute ist der einfachere Marmorkuchen von meiner lieben Omama. Es stammt ursprünglich aus der kargen Kriegszeit und wurde später ein bisschen reichhaltiger mit mehr Eiern und heutzutage natürlich mit Butter. Jedes Mal, wenn ich den Kuchen backe, denke ich ganz besonders an die Omama. 
Sie war ein Familienmensch, warmherzig und liebevoll und eine Meisterin in der Küche. Nicht nur den Marmorkuchen hat sie mehr oder weniger aus dem Ärmel geschüttelt, bei ihr schmeckte immer alles so gut, was sie mit Freude für ihre Lieben (und für mich, das einzige Enkerl) gebacken und gekocht hatte. Habt oder hattet ihr auch so eine liebe Oma?



Marmorguglhupf nach Oma Rezept

Zutaten für 1 Guglhupfform mit ca. 23 cm:

3 Eier (M)
1 Prise Salz
150 g weiche Butter (früher Margarine, die war billiger)
220 g Zucker
1 P. Vanillezucker
optional Zitronenabrieb

350 g Mehl
1 P. Backpulver
bis ca. 250 ml Milch, nach Bedarf

1 - 2 EL Backkakao
etwas Milch
1 Schluck Inländer-Rum

Butter und Mehl oder Brösel für die Form

Zubereitung:

  • Die Eier trennen und mit Eiklar und Salz einen steifen Eischnee schlagen.
  • Butter, Zucker, Aromen und Eidotter schaumig schlagen, dann Mehl, Backpulver und Milch (nicht alles auf einmal) einmengen. Zum Schluss den Eischnee unterheben.
  • Die Masse ungleich halbieren und in den kleineren Teil den Kakao mit etwas Flüssigkeit unterrühren. 
  • Den hellen und dunklen Teig abwechselnd in eine vorbereitete Guglhupfform geben und mit einem Löffelstiel ein wenig marmorieren.
  • Backen 180°C ungefähr 45 Minuten, Stäbchenprobe!

Dieser Kuchen schmeckt für mich so richtig wie Marmorguglhupf schmecken soll!



💕💕💕






alles Marmor!


Jetzt ist klar, dass Marmorkuchen zu meinen Guglhupf-Favoriten gehört... Mein Lieblingsguglhupf schmeckt für mich meistens auch nach Gemütlichkeit und Zusammensein mit lieben Menschen! Wenn sich Besuch zum Kaffee ansagt, backe ich meistens einen Guglhupf und Marmorkuchen passt immer, finde ich! 

Kann denn ein Kuchen überhaupt glücklich machen? Nüchtern betrachtet lassen Zucker und Kohlenhydrate den Blutzuckerspiegel ansteigen, was die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin ankurbelt. Aber ein bisschen mehr als Biochemie kann Marmorguglhupf doch, oder? 💕



Blog-Event CCXXXV- Happy Food! (Einsendeschluss 15. November 2026) 


So schicke ich meine beiden Marmorkuchen zum schönen Happy Food- Blogevent, das Simone noch bis Monatsmitte bei Zorras Kochtopf ausrichtet. Mein 1. Beitrag dafür war ein lauwarmer Herbstsalat mit Kürbis und Kichererbsen auf frischem Blattspinat, den gibt es heute Abend wieder.


Backt doch auch einen Marmorguglhupf, es lohnt sich immer! 

Liebe Grüße aus Wien!




Donnerstag, 5. November 2026

neulich in Leipzig

 



Nikolaikirche, bekannt für die Friedensgebete


das monumentale Völkerschlacht Denkmal






Neulich auf unserer kleinen Ostdeutschland-Reise im schönen und sympathischen Leipzig also... 


Foto vom Café,
links Leipziger Lerche, rechts Quarkkeulchen


... mussten wir natürlich auch kulinarisch probieren, was es dort so gibt!

Das warme Quarkkeulchen (Foto oben) im Café hat mir am Nachmittag so gut geschmeckt, dass ich es zu Hause unbedingt nachmachen musste. So einfach und so gut als süße Hauptspeise. Herzhaft mit Speck (dann aber ohne Zucker im Teig) sind sie offenbar auch üblich.

Leipziger Lerchen, also die berühmten Mürbteigtörtchen (hier leider oft mit allzu viel Marzipan und ziemlich süß), habe ich vor Jahren schon einmal selbst gebacken, aber mit einer Mandelfüllung.




Quarkkeulchen wie in Sachsen

Zutaten für ca. 8 flache Laibchen (für 2 hungrige Personen oder 4 Pers. als Dessert):

250 g Kartoffeln, mehlig kochend
125 g Topfen / Quark
25 g Mehl, nach Bedarf etwas mehr
10 g Zucker
1 kleiner Eidotter (S)
1 gute Prise Salz
1/2 Zitrone, Abrieb
Vanille
optional Rosinen (ich nicht)
-----

Mehl zum Wälzen der Laibchen
Butterschmalz oder Öl zum Ausbacken
Staubzucker und Zimt zum Bestreuen

Beilagen: zb. Apfelmus, Apfelkompott oder mit anderen Früchten, Vanillesauce, Schlagobers / Sahne, Eis... 

Rezeptquelle: Leipziger Stadtwerke

Zubereitung:

Die Kartoffeln kochen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Am besten kocht man ein bisschen mehr Kartoffeln, sodass am Ende 250 g "Kartoffelschnee" vorhanden ist. Diesen ausdampfen lassen und dann mit den restlichen Zutaten bis ---- mit der Hand rasch verkneten, der Teig soll nicht allzu weich sein.

Den Teig in 8 Teile teilen und rund formen. Ein bisschen rasten lassen und in der Zwischenzeit die Beilagen bereit stellen (zb. so wie ich eine Vanillesauce kochen, Apfelmus aus dem Keller holen etc.)

Im Original sind die Quarkkeulchen Handteller-groß und 1-2 Finger-dick, aber kleiner geformt sind sie schöner, oder?

Reichlich Butterschmalz / Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Teile mit der Hand zu flachen, runden Laibchen formen, in Mehl wälzen und langsam (wichtig, dass sie auch durchgegart sind!) beidseitig goldbraun ausbacken. Auf Küchenpapier entfetten und mit Zimtzucker bestreuen. Mit beliebigen Beilagen anrichten, Apfelmus sollte aber dabei sein!






mmhhhh!

Mit Vanillesauce und Apfel-Quittenmus fanden wir sie auch zu Hause sehr köstlich! Die wird es nun öfter geben und als Dessert kann man sich bei den süßen und fruchtigen Beilagen richtig "austoben"...




Was ich bisher auch nicht gewusst habe: die österreichischen Schwestern der Quarkkeulchen heißen Topfenreinkalan und kommen aus Kärnten!
Der Teig und die Form der Reinkalan sind ganz ähnlich. Man isst sie zwar wie in Sachsen süß mit Apfelmus, aber auch herzhaft mit Salat, Dip, Räucherlachs oder als Beilage zu zb. Lammragout...







Weimar


Erfurt



"Die köstlichste Bratwurst der Welt" laut Werbung (unbezahlt)...? Ja, die Thüringer Bratwurst in Weimar und Erfurt hat uns gut geschmeckt... aber das ist eine andere Geschichte! 






Hier in Bad Dürrenberg in Sachsen-Anhalt war mein persönliches Reise-Highlight - der Fundort des Grabes der Schamanin, die vor 9000 Jahren gelebt hat. Auch die Sonderausstellung im Museum in Halle an der Saale hat uns beeindruckt.



Dieses eigenartige Bauwerk ist das imposante "Gradierwerk" im Kurpark von Bad Dürrenberg, das früher zur Salzgewinnung gedient hat. Heute wird es nur mehr zur Inhalation der salzhaltigen Luft genutzt. Wart ihr schon dort?



Ostdeutschland ist echt eine (kleine) Reise wert und auch das Bahnfahren war unkompliziert, fanden wir, wir kommen wieder! 💚

Liebe Grüße aus Wien!






Sonntag, 1. November 2026

Allerheiligen Wanderung und Striezel

 


Irgendwer war heute schon hier im Wald und hat die Kerze angezündet...





Es war ganz still im schön herbstlichen Wald, nur Blätterrascheln und unsere eigenen Schritte waren zu hören, heute bei unserer Allerheiligen- bzw. Samhain-Wanderung. Das irische Wort Samhain bedeutet Sommer-Ende und jetzt ist der Sommer ja tatsächlich und auch spürbar vorbei.


"Wenn die Blätter fallen und der Sommer geht,
haucht Samhain uns den Atem des Winters ein."


Ui, der Winter kann mir noch eine Weile gestohlen bleiben. Trotzdem kommt jetzt die Zeit, wo man sich beim Heimkommen auf ein warmes Getränk freut (und etwas Gutes dazu...), besonders nach einer Wanderung!

So gehört für mich zu Allerheiligen (und Ostern) ein Striezel oder Zopf unbedingt dazu! Es gibt ja bereits sehr viele hier auf dem Blog, warum also jetzt noch einen? Weil der heutige Striezel wieder anders ist als die anderen und keine Germ / Hefe enthält. So ist er allgemein besser verträglich und schmecken tut er sowieso mindestens genauso gut wie alle anderen Zöpfe! 



Topfenstriezel
ohne Germ / Hefe

Zutaten für 2 Striezel / Zöpfe:

2 Eier (M)
110 g Zucker
Vanille
Zitronenabrieb
1 gute Prise Salz

250 g Topfen / Quark
6 EL Milch
125 ml Öl oder flüssige Butter (ich)

480 - 500 g Weizen- oder Vollkornmehl
1 P. Backpulver

1 Eidotter und
1 EL Milch zum Bestreichen
Hagelzucker

Zubereitung:

Die Eier mit Zucker und den Aromen mit dem Schneebesen der Küchenmaschine schaumig schlagen.

Mehl und Backpulver vermischt beifügen sowie die feuchten Zutaten. Einen geschmeidigen Teig kneten und mit der Hand noch einmal kurz durchkneten. Zwei Zöpfe flechten und auf ein Backblech (+ Papier) legen.

Der Teig kann sofort verarbeitet werden und benötigt auch kein zusätzliches Mehl zum Formen. Ich hatte leider nur mehr Vollkornmehle von Dinkel und Einkorn zu Hause und habe deshalb etwas weniger gebraucht. Es soll wie gesagt ein schön geschmeidiger Teig werden, daher Mehl lieber nach Bedarf verwenden. Der Teig ist aber total unkompliziert und lässt alles mit sich machen...

Die geflochtenen Striezel mit Eidotter-Milch bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen. Im Backrohr bei 175°C ca. eine halbe Stunde backen. 



Frisch gebacken und unwiederstehlich gut!

Durch das Vollkornmehl wurden es bei mir dunkle Zöpfe (leider beim Backen ein bisschen aufgerissen), aber man kann noch warm darüber "herfallen", weil wie gesagt hefefrei!



Mit dem Ausblick auf die Rosenburg haben wir den Endpunkt unserer Allerheiligenwanderung erreicht, schön war´s! Geht ihr in der kalten Jahreszeit auch gerne wandern, so wie wir?



Halloween ist heuer auch schon wieder Geschichte...





Donnerstag, 22. Oktober 2026

Herbstsalat gegen den Blues

 

Herbstblues??


Jetzt, wo die Blätter sich so schön verfärben wie bei meinem Amberbaum??


Nein, bei mir ist kein Herbstblues in Sicht, auch jetzt nicht, wo es endlich geregnet hat! Noch mehr Regen und wenn die feuchten Nebel ziehen, würde mich heuer nur freuen! Von mir aus kann es trüb, regnerisch und auch ein bisschen kalt werden (das ist es eigentlich eh schon). Das macht mir nichts aus nach diesem viel zu trockenen und heißen Sommer.

Dann heizen wir eben am Abend den Kachelofen ein, ich zünde gerne eine Kerze an und mache es mir auf dem Sofa gemütlich. Manchmal mit einer heißen Schokolade, die soll ja sogar ein Glücklichmacher sein...


Blog-Event CCXXXV- Happy Food! (Einsendeschluss 15. November 2026) 

Simone Zimtkringel sucht für ihr Blogevent bei Zorras Kochtopf Gerichte, die gegen den Herbstblues helfen (wenn man ihn denn hat) und glücklich machen.


Glücklichmacher kann man immer brauchen und interessanterweise gibt es Lebensmittel, die das auch "können" - durch die Aminosäure Tryptophan, kombiniert mit Vitaminen, Mineralstoffen und komplexen Kohlenhydraten (Vollkorn). Im Körper wird diese Aminosäure zu Serotonin, dem so genannten "Glückshormon", umgewandelt, laienhaft gesagt.

Solche "gute Laune" Tryptophanquellen sind zb. reifer Käse, Kerne, Nüsse, Hülsenfrüchte, fetter Fisch, Bananen, Beeren, Avocado, Spinat, scharfe Gewürze, dunkle Schokolade...



Man muss nicht gleich zur Schokolade greifen! Lieber zuerst einige der anderen gesunden Glücklichmacher kombinieren und zb. einen warmen Ofensalat zubereiten. Ich mag solche Salate das ganze Jahr über sehr gerne, nicht nur, wenn es draußen kalt wird! So ein Ofensalat ist unkompliziert und der Fantasie sind wie immer keine Grenzen gesetzt. 

Die Schoki kommt dann zur Nachspeise!




lauwarmer Ofensalat mit Kürbis, Kichererbsen und Kernen auf frischem Spinat

Zutaten für 2 Pesonen als Hauptspeise:

optional Lachs nach Johann Lafer:
1 Lachsfilet, ca. 200 g (ich hatte TK-Wildlachs, was nicht so ideal war, lieber ein frisches Filet verwenden)
Salz, Pfeffer
1/2 bio Zitrone, Abrieb (Saft für Dressing)
etwas Olivenöl

1/2 kleiner Kürbis (Hokkaido, Butternuss...), entkernt, schälen nicht notwendig
1 Glas gegarte Kichererbsen, Abtropfgewicht ca. 200 g
2 Hände voll Sonnenblumenkerne o.a. Kerne
100 g frischer Babyspinat, gewaschen und trocken geschleudert
Olivenöl
1 TL Paprikapulver
etwas Chili
Salz, Pfeffer

Zitronen-Dressing:
reichlich Olivenöl
1/2 Zitrone, Saft
1 TL Senf
1 TL Ahornsirup oder Honig
Salz

Zubereitung:

Für den Lachs den Backofen auf 80°C Umluft fürs Niedertemperaturgaren vorheizen. 
Eine Auflaufform mit Olivenöl bepinseln und den Lachs portionsweise (ohne Haut) hineinlegen, würzen und zugedeckt ca. 15 Minuten sanft garziehen lassen. Der Fisch soll zart und je nach Belieben mehr oder weniger glasig sein. 
Die Form mit dem Lachs herausnehmen und zugedeckt warmhalten.

Das Backrohr auf 190°C O/U aufdrehen und ein Backblech mit Backpapier für Kichererbsen und Kürbis bereitstellen.
Die Kichererbsen abspülen und den Kürbis in nicht zu dünne Spalten schneiden, beides mit den Sonnenblumenkernen, Gewürzen und Olivenöl vermischen. Im Ofen etwa 25 - 30 Minuten braten.

Die Zutaten für das zitronige Dressing verrühren und abschmecken.

Den Babyspinat auf Teller verteilen. Die Kürbisspalten, knusprigen Kichererbsen und Kerne darüber geben. Den Lachs mit einer Gabel grob in Stücke zupfen und darauf legen. Alles mit dem Dressing beträufeln. Sofort zu Tisch bringen und noch (lau-) warm genießen.

Wer will, kann als Beilage (rechtzeitig) Reis kochen oder Brot dazu essen, wenn möglich beides in Vollkornqualität... 




Ich könnte mich in diesen warmen Salat quasi reinlegen... soo gut, der ist ein richtiger Glücklichmacher für mich! Und wenn zudem Herr Fliederbaum freiwillig einen irgendwie grünen Salat isst und sogar lobt, ist das ein Riesenkompliment! 😋

Denn der Ofenkürbis, die gerösteten Kichererbsen und Kerne harmonieren wunderbar mit dem frischen Spinat und dem Zitronendressing! Der Spinat fällt durch die warmen Komponenten ein bisschen zusammen, das gehört so! Nur der TK-Lachs ist mir sichtbar misslungen, der war eindeutig zu trocken. Den lass ich nächstes Mal gleich ganz weg - mir würde er nicht fehlen und ohne Lachs wäre der Salat auch vegan. 


Empfehlung für den warmen Herbstsalat und liebe Gartengrüße (immer öfter) aus Niederösterreich!






Montag, 12. Oktober 2026

12 von 12 im Oktober, auf Reisen und ein Lesetipp

 

Dauerblogevent


Hui, so kalt heute, nur 3°C am Montag, 12. Oktober 2026, aber klar und sonnig, leider kein Regen in Sicht. Ich koche wie immer gleich eine große Kanne grünen Tee für uns zwei.


Ich habe gestern schon das meiste gepackt, denn wir machen uns für ein paar Tage auf in den Osten Deutschlands. Ich freue mich sehr auf interessante Tage (unser hauptsächliches Reisemotiv siehe ganz unten).


Das Auto lassen wir am nächsten Bahnhof in Niederösterreich stehen und jetzt warten wir auf den Zug nach Prag, unserem 1. Ziel heute.


Es ist eine gemütliche Fahrt durch schöne Landschaften und nach 4 Stunden sind wir auch schon in Prag.

Die Stadt ist so nah, warum fahren wir nicht öfter hin? Ich war *hust* ca. 1990 einmal in Prag, kurz nach der Grenzöffnung...


Der Blick hinauf zum historischen Hauptbahnhof gefällt mir, ins dortige berühmte Café wollen wir aber erst später schauen.




Erst einmal ein kleiner Stadtbummel durch die Prager Altstadt, da wir hier 4 Stunden Aufenthalt haben, bis es weitergeht. 


Aha, in Prag gibt es ein Bansky Museum, das will ich sehen, aber lieber nächstes Mal. 


Ein Mural ist an der Hausmauer gerade in Arbeit. 


Zurück zum Bahnhof, obwohl es dort momentan wegen vielen Baustellen ein bisschen chaotisch ist. Ich bin müde und...



...brauche eine Stärkung. Im alten Bahnhofscafe ist es schön relaxen und die Palatschinken richten uns wieder auf. 😀


Dann die Koffer von der Gepäcksaufbewahrung holen und am Bahnsteig auf den Zug warten, der uns nach Leipzig bringt.

Prag "verabschiedet" sich mit einem leichten Abendrot... ich verabschiede mich heute aus dem Zug. 

Jetzt verlinke ich noch meine Bilder bei Caro vom Blog Draußen nur Kännchen (und hoffe, ich kriege das mit dem Smartphone klaglos hin) und wünsche eine gute Nacht!



Unser Reisemotiv und ein Lesetipp:

Das Rätsel der Schamanin, Harald Meller, Kai Michel

Es ist Tatsache, dass die Frau vor 9000 Jahren im Gebiet des heutigen Deutschland gelebt hat, als es hier noch keine dauerhaft sesshafte Bevölkerung gegeben hat. Sie muss als Schamanin und Heilerin weithin bekannt und bedeutend gewesen sein, denn nach ihrem Tod hat man ihr ein außergewöhnlich aufwändiges Grab mit zahlreichen und kostbaren Beigaben *) gestaltet. Noch 800 Jahre danach sind Menschen zu ihrem Grab gepilgert - in Zeiten ohne Schrift, nur durch mündliche Erzählungen durch unzählige Generationen überliefert.

Man kann sich fast nicht vorstellen, dass eine mündliche Überlieferung durch ungefähr 25 Generationen hindurch möglich war. Ich bekomme jedes Mal Gänsehaut, wenn ich an die Geschichte dieser heilkundigen, weisen Frau denke. Das Buch nehme ich immer wieder zur Hand und es gibt auch eine tolle Filmdoku. Es handelt von den hightech-Untersuchungen, die in den letzten Jahren von ihren Gebeinen, vom vollständig geborgenen Grab und den Beigaben durchgeführt worden sind. So konnte zb. ihr Leben und Aussehen wissenschaftlich mehr oder weniger rekonstruiert werden und die Bezeichnung Schamanin ernsthaft erfolgen. Das Rehgeweih, so wie man es auf dem Buchdeckel (siehe unten) sieht, wird sie zu spirituellen Zwecken getragen haben.

Ich finde das alles unglaublich spannend, denn die Steinzeit ist es, die mich in der Geschichte am meisten fesselt. Auch wie das Leben der europäischen ursprünglichen Bevölkerung in der Mittelsteinzeit in unseren Breiten ausgesehen haben könnte. (Auch wenn die spirituelle Seite im Buch zu kurz kommt, es gibt zahlreiche Wissenschafterinnen, die sich damit beschäftigen.)

*) Die interessanten und vor 9000 Jahren überaus kostbaren Grabbeigaben waren zb. Schildkrötenpanzer als Gefäße, bearbeitete Kranichknochen als Behälter, viele Tierzähne, Steinwerkzeuge etc. (Metallgewinnung und Verarbeitung waren noch unbekannt).

Seit ich das Buch kenne, war für mich klar, ich muss den Ort ihres ursprünglichen Grabes besuchen, der in Bad Dürrenberg in Sachsen-Anhalt liegt. Auch die große Sonderausstellung in Halle an der Saale läuft nur mehr wenige Monate (Landesmuseum für Vorgeschichte, alles unbezahlte Werbung).

Jetzt im Herbst ist für uns die ideale Zeit, deswegen in den Osten Deutschlands zu fahren...


Wer hat bis hierher gelesen, den das Thema vielleicht auch interessiert? Oder kennt ihr das Buch schon?

Ich freue mich über Kommentare,  liebe Grüße!