Montag, 7. Juni 2021

Erdbeerknödel eröffnen die sommerliche Obstknödelzeit

 Blog-Event CLXXV - Erdbeerliebe (Einsendeschluss 15. Juni 2021)

Das ist mein zweiter Beitrag zum Erdbeer-Liebe Blogevent bei Zorra und Johanna Dinkelliebe. Denn ich habe gesehen, dass bis jetzt noch keine Erdbeerknödel eingereicht wurden... das geht ja gar nicht 😋

Erdbeerknödel gehören, zumindest für mich zum Beginn der sommerlichen "Obstknödel-Saison"... erst Erdbeeren, dann die ersten Marillen (Aprikosen) und Pfirsiche, später kommen die Zwetschken dran. Alles kann mit Teig umhüllt, gekocht und in Bröseln gewälzt werden! Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt...



Topfenteig (Quark) ist mir als Hülle für süße Fruchtknödel am liebsten, daher gibt es am Blog schon etliche Varianten:  hier (nach Mayr-Bruck), hier (nach Plachutta) und hier (einfach und schnell ohne Abwiegen). Alle diese Teige passen auch für ungefüllte Knödel, wo die fruchtige Komponente eben extra dazu kommt...

Heute zeige ich euch einen bewährten Topfenteig aus meinem alten handschriftlichen Kochbuch. Der Teig ist unkompliziert und klebt beim Knödelmachen nicht allzu sehr zwischen den Fingern. Ich habe diesen Teig vor fast 7 Jahren hier schon verbloggt, aber die Fotoqualität finde ich nicht mehr gut genug für diese wirklich sehr guten Knödel! 

  



Erdbeerknödel aus Topfenteig (Quark)
(für ca. 8 Knödel)

Teig:
250 g Topfen / Quark
2 Eier (M)
1/2 TL Salz
1 TL Zucker
20 g Grieß
40 g Semmelbrösel
60 - 70 g Dinkelmehl
2 EL (Sonnenblumen-) Öl

Fülle:
8 einwandfreie, mittelgroße Erdbeeren  

zum Kochen:
Salzwasser
1 Prise Zucker
1 Stück bio Zitronenschale (abgeschält)

Briochebrösel:
50 g Butter
ca. 120 g Brösel von altbackenem Brioche, alternativ Semmelbrösel
optional Zucker nach Belieben

Staubzucker zum Bestreuen
Basilikumzucker, siehe ganz unten


Zubereitung:



  • Topfenteig: Alle Zutaten zu einem mittelfesten Teig verarbeiten und im Kühlschrank mindestens eine halbe Stunde, besser länger, rasten lassen.

  • Salzwasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Mit Zitronenschale und ein wenig Zucker aromatisieren.  

  • Knödel formen: Den Teig in etwa 8 Teile teilen. Mit nassen Händen jeweils eine (trockene) Erdbeere mit Teig umhüllen und zu Knödeln formen. 

  • Kochen: Die Knödel ins schwach kochende Wasser einlegen und mit einem Kochlöffel vorsichtig umrühren, so dass die Knödel nicht am Topfboden kleben. Die Knödel ca. 15 Minuten mehr ziehen als kochen lassen, bis sie aufsteigen und sich zu drehen beginnen.

  • Briochebrösel: In der Zwischenzeit für die Briochebrösel die Butter in einer großen Pfanne schmelzen. Bei nicht allzu großer Hitze die gemahlenen Briochebrösel dazu geben und unter Rühren braun, aber nicht zu dunkel rösten. Je nach Süße der Brösel mit Zucker abschmecken. 

  • Die Knödel einzeln aus dem Wasser heben und sofort rundherum vorsichtig in den Bröseln wälzen, so dass sie gut umhüllt sind. 

  • Mit Staubzucker und zusätzlich mit Basilikumzucker bestreut servieren, ein paar Erdbeeren dazu, im Ganzen oder püriert, und genießen. 


sehr sehr köstlich!
Der Basilikumzucker ist meine neue Entdeckung und ist das Tüpfelchen auf dem "i" auf den Knödeln und den pürierten Erdbeeren! Empfehlung!



Tipps:


Wer frisches Basilikum zu Hause hat, mahlt mit Kristallzucker schnell einen Basilikumzucker (in der Kaffeemühle) und bestreut damit die Knödel und/oder die Erdbeeren. Das bringt einen total interessanten Kräuter-Touch! 


Die Briochebrösel sind eine ideale Restlverwertung für altbackene Kipferl und Brioche-Striezel. Ich hatte ein halbes "Milchbrot" vom Bauernmarkt zu Hause, das uns aber nicht so wirklich geschmeckt hat -- zu Bröseln gerieben, gesalzen und gezuckert hatte es doch noch seinen großen Auftritt und passte perfekt zu den Knödeln. 

Wie habt ihr Erdbeerknödel am liebsten? 




Dienstag, 1. Juni 2021

Brennesseln vom Wald auf den Teller

 

Durch das feuchte Wetter sprießen die Brennesseln so wie alle Pflanzen derzeit wie verrückt! Für mich sind sie wunderschön und ich kann bei so einem prächtigen Anblick selten widerstehen. Aus diesem Grund habe ich immer zumindest einen Gartenhandschuh mit (den zweiten habe ich verloren) und exzessivem Pflücken steht nichts im Wege. 😍



Hier pflücke ich die obersten Spitzen, die so zart sind, dass man auch die Stängel mitessen kann. 
Oft trockne ich die Spitzen für einen entschlackenden Frühlingstee. Mit Zitronensaft schmeckt mir Brennesseltee besonders gut und manchmal (nicht immer) verändert sich dadurch die Farbe und wird leicht rosa. 


Brennesseln gehören zu den gesündesten Pflanzen!

Hier gibt es einen alten Beitrag dazu und auch einen Brennessel-Sirup. Heute habe ich keinen Sirup angesetzt, sondern einen Spinat aus den gesunden Nesseln gekocht, das geht ganz einfach und ohne Brennen! 



Brennesselspinat

(für ca. 2 - 3 Personen als Hauptspeise)

frische schöne Brennesselblätter und die obersten Spitzen inkl. der zarten Stängel (ich hatte ca. 70 g, eine große Schüssel voll, siehe Foto oben)

etwas Öl
1/2 Lauchstange, klein geschnitten
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 TL Mehl
125 ml Schlagobers / flüssige Sahne
Salz, Pfeffer
Muskat

Die Brennesseln auf Küchenpapier ausbreiten um tierische Bewohner los zu werden, dann in eine große Schüssel geben. An den Stängeln kann man sie meist gefahrlos angreifen! 

Mit reichlich kochendem Wasser übergießen, alle Blätter untertauchen und 1 Minute stehen lassen. Dann in einem Sieb abtropfen lassen und grob schneiden, siehe unten. Man kann sie vor dem Schneiden auch kurz in Eiswasser tauchen.


In einem Topf Lauch und Knoblauch in Öl anschwitzen, nicht Farbe nehmen lassen. Mit Mehl stauben und kurz weiter braten. Die geschnittenen Brennesseln beifügen und mit Obers und einem Schluck Wasser aufgießen. Sehr kurz dünsten und dann mit dem Mixstab mehr oder weniger (ich) fein pürieren. Abschmecken.


Brennesselspinat mit Erdäpfelschmarrn und pochiertem Ei - ein Festessen!

Empfehlung, wenn ihr schöne Brennesseln findet! Natürlich sammelt frau sie so weit als möglich abseits von Straßen und gedüngten Feldern! Ich wasche Wildkräuter daher auch nicht, schüttle sie nur gut aus, um Staub oder Insekten zu entfernen. 



So eine zarte Schönheit! Taubnessel-Blüten sind auch essbar und eine schöne Deko auf Desserts!


Die Walderdbeeren blühen jetzt so zart und fein, Blätter und Blüten passen gut in einen Frühlingstee. Genauso wie die ersten Himbeerblätter. 




Das hier ist Giersch, der oft so üppig in Gärten und an Waldrändern wuchert. Auch aus diesen Blättern kann Spinat und Pesto hergestellt werden. 


Welches sind denn eure liebsten Frühlingswildkräuter nach der Bärlauchzeit?






Dienstag, 25. Mai 2021

Marinierte Erdbeeren zum Spargelrisotto


Blog-Event CLXXV - Erdbeerliebe (Einsendeschluss 15. Juni 2021)

 

Erdbeer Liebe (Blogevent bei Zorra und Johanna)... die kann ich nachvollziehen!

Tatsächlich mag ich Erdbeeren so gern, dass ich sogar hochschwanger - vor ziemlich genau 29 Jahren - zu Beginn der Saison ein Erdbeerfeld zum Erdbeerpflücken besuchen musste. Dabei habe ich es mit dem exzessiven Erdbeeren-essen wohl übertrieben. Sie schmeckten herrlich und mir ging es auch gut dabei, nur offenbar gustierte der Zwerg in meinem Bauch die vielen Erdbeeren nicht. Denn schon vor dem Morgengrauen kündigte er sein Kommen an und wollte schnell ans Tageslicht. Der Junior hat übrigens bis heute nur ein einziges Mal eine Erdbeere gekostet, als er ein Kleinkind war - und hat sie mit Verachtung sofort wieder ausgespuckt, nichts zu machen ;-) 

Ich hingegen würde sie in der Erdbeerzeit, wenn sie aus heimischem Anbau kommen, am liebsten täglich essen und pur - daher gibt es auf dem Blog auch kaum Erdbeer-Rezepte. 


Eine Ausnahme ist zum Beispiel dieser Shrub, also sozusagen ein "Erdbeeressig", er ist nach mittlerweile 5 Jahren zu einem feinen Balsamico geworden und kann auch verwendet werden wie ein "richtiger" Balsamico aus Trauben. 



Der Shrub bzw. Erdbeer-Balsamico passt total gut zu den marinierten Erdbeeren, die das heutige Spargelrisotto aufpeppen. Erdbeeren und Spargel sind sowieso ein ideales Paar und Frau Erdbeere kann auch gut mit Herrn Pfeffer! 





Spargel-Erdbeer-Risotto mit marinierten Erdbeeren

(für 2 Pers. als Hauptspeise)

Risotto:
1 halbe Stange Lauch, klein geschnitten
etwas Öl
200 g Risotto-Reis
1 Glas Weißwein
ca. 500 ml (Gemüse-) Suppe und/oder Spargelsud
1/2 Bund Spargel weiß (ich) oder grün
Salz, Pfeffer
1-2 EL geriebener Parmesan bzw. etwas mehr zum Servieren

marinierte Erdbeeren:
2 Hände voll Erdbeeren
1-2 EL Balsamico (ich: Erdbeer-Balsamico, siehe oben)
ein wenig gutes Olivenöl
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 Prise Salz


Zubereitung:
Mit den Erdbeeren mind. 1 Stunde vor dem Servieren beginnen, dass sie durchziehen können. Die Erdbeeren klein würfelig schneiden und mit allen Zutaten vorsichtig verrühren, Pfeffermenge nach Belieben. 

Die Suppe für das Risotto bzw. einen Spargelsud aus den Schalen vom weißen (bio!) Spargel kochen. Den Spargel in 1 cm Stücke schneiden.  
Wie gewohnt ein Risotto zubereiten: Lauch und Spargel in Öl anschwitzen, den Reis einrühren, würzen, mit Wein ablöschen und unter Rühren nach und nach mit heißer Suppe aufgießen. Sind Reis und Spargel bissfest gegart, dann den Parmesan einrühren und abschmecken. 



Erst unmittelbar vor dem Servieren wird ein Teil der marinierten Erdbeeren (ohne Flüssigkeit) vorsichtig unter das Risotto gehoben und gemeinsam mit weiteren Erdbeeren serviert. Das Risotto mit ein wenig, nicht zu viel, Parmesan bestreuen und genießen!


Sehr frisch und fruchtig! Empfehlung, probiert es aus! 
Wer mag Erdbeeren noch so gern wie ich?





Donnerstag, 20. Mai 2021

Tag der Biene


Biene auf Sommerflieder 😍
(Bild vom Vorjahr)

Die gute Nachricht zum heutigen Welt-Bienentag: die Honigbiene ist, zumindest bei uns, nicht vom Aussterben bedroht!

Die schlechten Nachrichten weltweit überwiegen leider. 
Von Alfred Einstein stammt der Ausspruch: "Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben". Wer bestäubt dann zum Beispiel Pflanzen, wenn die tierischen Bestäuber aussterben? Wird die "China-Methode" die einzige Möglichkeit sein? Dort schwärmen bereits jetzt billige Arbeitskräfte mit Pollen im Gepäck in die Obstplantagen aus, klettern auf die Obstbäume und bestäuben die einzelnen Blüten händisch. In manchen Regionen in China sind Insekten und Vögel ausgerottet. Unglaublich, oder?

Bei uns gelten die Hälfte der rund 600 Wildbienen-Arten als gefährdet, weil ihnen der notwendige gesunde Lebensraum zunehmend fehlt, das ökologische Gleichgewicht wankt... Man kann sie unterstützen durch Insektenhotels und das Anpflanzen von natürlichen Blumenwiesen, da ist jede*r einzelne von uns gefragt. Mir scheinen diese Maßnahmen wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, aber besser als nichts zu tun. Denn das große Problem ist zu einem großen Teil die industrielle Landwirtschaft mit ihren diversen Umweltgiften und die allgemeine Flächenversiegelung unserer Erde. Es ist zum Verzweifeln 😥, aber Biene & Co brauchen unsere Unterstützung, Infos und Initiativen sind zahlreich im www zu finden! 

Zumindest macht der Welt-Bienentag auf diese Problematik aufmerksam, das ist ein erster Schritt. 




Honigcreme mit Honighippen

(Dessert für ca. 4 Personen)

Creme:

80 g weiße Schokolade
20 g Butter
1 Eidotter
1-2 EL Honig
125 g Mascarpone
150 g Schlagobers /Sahne

Hippen:

30 g Mehl
20 g Staubzucker
40 g Butter, geschmolzen
1-2 EL Honig

Zubereitung - mind. 2 - 3 Stunden vor dem Servieren: 

Für die Creme...

  • wird Schlagobers steif geschlagen, 
  • Schokolade und Butter gemeinsam über Dampf geschmolzen, und
  • Eidotter mit Honig über Dampf schaumig geschlagen.
  • Die Ei-Honigmischung mit der Schokolade verrühren und den Mascarpone einrühren, dass eine glatte Creme entsteht. Abschmecken und event. mehr Honig verwenden. 
  • Zum Schluss das Obers unterheben und die Creme in Gläser füllen. Kaltstellen. 

Für die Hippen...

  • werden alle Zutaten glatt verrührt und 1 Stunde kalt gestellt. Die Masse wird dadurch hart. 
  • In der Zwischenzeit das Backrohr auf 180°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier vorbereiten.
  • Aus der kompakten Hippenmasse werden etwa 15 kleine Kugerl geformt und mit Abstand zueinander auf das Blech gesetzt. Sie laufen beim Backen dann total auseinander. 
  • Etwa 7 - 8 Minuten backen, nicht zu dunkel. Herausnehmen und kurz auskühlen bzw. hart werden lassen, später in Stücke brechen. 




Die Creme mit den Hippen und beliebigen Früchten anrichten. Zum Schluss noch ein wenig Honig drüber träufeln. 


Eine süße Sache und ohne Bienenhonig wär´s nur das halbe Vergnügen!



Sonntag, 16. Mai 2021

die "kalte Sophie" und ein schön saftiger Rotweinkuchen

 

Die "Eisheiligen" ließen grüßen - heuer war auf sie Verlass 😉 zum Glück, denn der viele Regen der letzten Tage war auch dringend nötig! Fast konnte man das Aufatmen der Natur "hören", oder?

Die kalt‘ Sophie, die bringt zum Schluss, ganz gern noch einen Regenguss.

Laut heimischen Bauernregeln soll nach dem Tag der "kalten Sophie", also Mitte Mai die Chance auf stabiles Wetter steigen und keine Nachtfröste mehr auftreten (Nachlese)... 



Regenpausen haben wir für die Waldarbeit genutzt, haben wieder einige Bäumchen gesetzt und mit Schutzhüllen vor Wildschäden geschützt. 

Im Vordergrund blüht das Gefleckte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) sehr üppig. Ich sammle und trockne schöne Blätter und Blüten sehr gern für eine Frühlingstee-Mischung. Lungenkraut ist gesund, stärkt die Atemwege und wirkt schleimlösend. 




Unseren geplanten "richtigen" Urlaub (klick) am Traunsee mussten wir leider noch einmal verschieben. Statt dessen konnten wir uns ins Waldviertel zurückziehen und die teils kalten und nassen Tage auch genießen. 

An solchen Tage passt ein molliger Schokokuchen sehr gut! Mit Rotwein!

Rotweinkuchen ist oft eine trockene Sache, aber diesen hier von Sarah Wiener finden wir richtig gut!! Sie hat während der Lockdowns ein Video davon aufgenommen und zeigte es auf FB. Das Rezept dürfte auch in einem ihrer Kochbücher stehen, aber sie sagte, es wäre vergriffen...

(Werbung ist hier immer unverlangt und unentgeltlich bzw. alles selbst bezahlt!)



Rotweinkuchen nach Sarah Wiener

(für 1 große Rehrückenform, meine ist von Riess Emaille und 31 cm lang)

125 g Zartbitterschokolade 70%
4 Eier (M)
1 Prise Salz
250 g weiche Butter
240 g Zucker (orig. 250 g)
250 g Dinkelmehl
1,5 EL ungesüßten Kakao
1 P. Backpulver
optional etwas Zimt und Kardamompulver
110 ml kräftigen Rotwein bzw. etwas mehr nach Bedarf

Butter und Brösel für die Form
optional Mandelblättchen

Backen: 175°C, ca. 1 Stunde

Zubereitung:

  • Das Backrohr vorheizen, die Backform befetten und mit Bröseln ausstreuen. Wer will kann auch Mandelblättchen auf den Boden der Form geben. 
  • Die Schokolade über einem Wasserbad unter Rühren schmelzen und ein bisschen auskühlen lassen.
  • Die Eier trennen, aus Eiklar und der Prise Salz Schnee schlagen und dabei die Hälfte des Zuckers einrieseln lassen.
  • Butter mit restlichem Zucker schaumig schlagen, dann die Eidotter nach und nach beifügen,
  • die Schokolade einrühren.
  • Die trockenen Zutaten (Mehl, Backpulver, Kakao, Gewürze) vermischen und durch ein Sieb auf die Masse sieben,
  • den Eischnee und den Rotwein unterheben.
  • Den Kuchen etwa 1 Stunde backen, dann die Stäbchenprobe machen und herausnehmen. 
  • Auskühlen lassen und leicht anzuckern. 



Manchmal, aber seltsamerweise nicht immer, passiert es mir, dass diese Masse beim Backen übergeht, weil die Teigmenge sehr reichlich ist. Ausweg: die Rehrückenform nicht zu voll füllen und eine 2. kleine Form daneben ins Rohr schieben. Und/oder zur Sicherheit Backpapier auf den Rost unterlegen. 




Wie gesagt, ein supersaftiger schokoladiger Kuchen und mit einem gehaltvollen, kräftigen Rotwein noch besser! Empfehlung! 



Eine schöne warme Frühlingswoche wünsche ich euch! Aber Rotweinkuchen kann man immer essen, oder?



Sonntag, 9. Mai 2021

Zitronentarte-Rezepte kann man nie genug haben

 

Bei uns auf dem Balkon blüht und duftet der Zitronenbaum, dass es eine Freude ist!




Leider haben die Blüten und Blätter und auch die einzige, grüne Zitrone beim Sturm von neulich stark gelitten. Aber wir genießen den Baum ja wegen seines Duftes und seiner mediterranen Ausstrahlung 😍 


Eine köstliche Zitronentarte gab es zum Muttertag, die ich mir mangels Backfreude des erwachsenen Juniors wie immer selbst gebacken habe...


Das Rezept für die Zitronentarte stammt aus dem sympathischen Kochbuch der Südtirolerin Tina Marcelli. Sie ist Haubenköchin im Pflerschtal - das ist ein (mir noch unbekanntes) Tal nicht weit vom Brenner. Sehr idyllisch soll es dort sein. Susi Turbohausfrau hat hier übrigens eine Rezension des schönen Genussbuches geschrieben. 

(Werbung not sponsered!)

Bei dieser Tarte sind mir sofort die Haferflocken für den Teig aufgefallen, das wollte ich ausprobieren und es hat auch sehr gut geschmeckt! Der Teig ist gelingsicher und sehr vielseitig verwendbar, aber die Mengenangaben im Buch sind über-reichlich für eine Tarte mit den angegebenen 20 cm Durchmesser. 

Unten habe ich daher für euch die originalen Mengenangaben für den Teig angeführt und die reduzierten Mengen ausgerechnet. Wer will, kann auch den Zuckeranteil radikal verringern, minus 25 % sind ok. 

Die Zitronenfülle fand ich auch interessant. Sie erinnert mich ein bisschen an das englische Dessert "Lemon Posset", das aber ohne Stärkemehl auskommt, Ilse hat es kürzlich hier gezeigt. Für meine Zitronentarte wird die geronnene Milch-Zitronensaft Mischung zusätzlich mit Stärkemehl aufgekocht und dickt sehr gut ein. Hier stimmen die Mengenangaben für eine Tarte mit der angegebenen Größe!  



Zitronentarte (frei) nach Tina Marcelli

für 1 Form mit ca. 20 cm

Mürbteig:
Ich habe 2/3 der Originalmenge verwendet und den Rest eingefroren. 









Zitronencreme:

600 ml Milch
4 Eidotter
100 g Zucker
70 g Stärkemehl
160 ml Zitronensaft (von ca. 3 Zitronen)
Zitronenabrieb
1 Prise Salz

Es bleiben 4 Eiklar übrig, zB. für einen Schokoschneekuchen

Zubereitung:

  • Die Haferflocken (oder statt dessen Mandeln oder Haselnüsse) für den Teig trocken rösten und fein mahlen. Aus allen Zutaten einen glatten Mürbteig kneten und zugedeckt 40 Minuten kühl rasten lassen, danach nochmals durchkneten. 
  • Eine Backform befetten. 
  • Zwei Drittel des Teiges auf einer bemehlten Fläche für Boden und Rand ausrollen und in die Form basteln. Alternativ (so wie ich) den Teig auf einem Backpapier ohne Mehl ausrollen und mit dem Papier in die Form drücken. Den überstehenden Rand abschneiden.
  • Für die Zitronencreme werden alle Zutaten in einem Topf klumpenfrei vermischt und unter ständigem Rühren (!!) zum Kochen gebracht. Die geronnene Flüssigkeit (Milch + Zitronensaft) dickt ein und wird eine schöne glatte Creme. Den Topf sofort vom Herd nehmen und weiter rühren. Kurz zugedeckt ruhen lassen. 
  • Die Creme auf den Tarteboden leeren und verstreichen. 
  • Das Backrohr auf 180°C vorheizen.
  • Ein Drittel des Teiges auf bemehlter Fläche ausrollen. Lange Streifen schneiden oder Formen ausstechen und dekorativ auf die Creme legen.
    Aus Teigresten Keks backen. 
  • Die Tarte im Rohr rund 40 Minuten backen. 
  • Gut auskühlen und nach Möglichkeit über Nacht kühl rasten lassen, die Tarte schmeckt dann noch besser!


ab in den Ofen!


Diese zitronige Torte ist ein Gedicht, Mürbteig und Zitronencreme sehr harmonisch und köstlich! Empfehlung!



weitere Zitronenkuchen am Blog:

Zitronentarte

Lemon Bars


Happy Muttertag allen Müttern! Bekommt IHR vielleicht die Torte vom Nachwuchs gebacken?




Freitag, 23. April 2021

Engadiner Nusstorte für die kulinarische Weltreise

 

Diese Bergwiese im Engadin ist mein Lieblingsbild aus der Schweiz und ich zeige sie euch zum wiederholten Mal 😍  (auch weil es keine neuen Fotos gibt, seufz). Ich habe die große Wiese mit den Frühlingsblumen und den Schneeresten auf den Bergen im Juni 2018 aufgenommen (klick). Für mich ist sie der Inbegriff von Bergfrühling und schöner Landschaft im ältesten Nationalpark der Schweiz. 



Und weil es dort gar so schön ist, freue ich mich sehr, dass ich wenigstens virtuell (mit Volker mampft) in die Schweiz fahren kann! 


Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in der Schweiz - die besten Rezepte und Gerichte 


Vor zwei Jahren war ich zuletzt im Engadin, habe hier Bilder davon gezeigt und auch köstliche Nusskaramellhäppchen gebacken, also in etwa eine Engadiner Nusstorte in Miniformat. 

Für die kulinarische Weltreise gibt es heute die berühmte Torte aus Graubünden im "Normalformat", aber nicht schweizerisch original, sondern nach einem österreichischen Rezept. Es stammt von Evelin Wild - einer bekannten Patissière und Konditorweltmeisterin aus der Steiermark. 




Engadiner Nusstorte nach Evelin Wild

(die halbe Menge ihres Originalrezeptes für 1 kl. Torte mit 18 cm)

Mürbteig (ein klassischer 1-2-3 Teig):
60 g Zucker (orig. 75 g)
112 g Butter
225 g Mehl
1 Ei

Fülle:
38 g Milch und
62 g Schlagobers / flüssige Sahne    (Summe 100 g)
150 g Kristallzucker 
100 g Marzipanrohmasse, klein würfelig geschnitten 
150 g Walnüsse, grob gehackt

1 Ei zum Bestreichen

Zubereitung:

Aus allen Teigzutaten einen geschmeidigen Mürbteig kneten. Wenn nötig, kann man ganz wenig !! kaltes Wasser dazu geben, wenn er zu trocken sein sollte. Den Teig eine halbe Stunde kühl rasten lassen. Die Teigkugel ungleich halbieren - die etwas größere Hälfte dann für den Boden und Rand, die kleinere Hälfte für den Deckel ausrollen und zuschneiden (auf bemehlter Fläche). Aus Teigresten können Keks ausgestochen werden. 

Für die Fülle wird Milch + Obers erwärmt. Den Kristallzucker in einem Topf bei nicht zu großer Hitze langsam schmelzen. Ich gebe dabei gern 10% Wasser dazu, also 15 g Wasser bei 150 g Zucker. 

Wenn das Karamell schön hellbraun ist, wird ebenso langsam die Milch-Obers-Mischung eingerührt, dann die Marzipanwürferl (siehe Foto oben). Die Hitze zurückschalten und ständig rühren. Wenn das Marzipan aufgelöst ist, kommen die gehackten Walnüsse dazu. Vom Herd nehmen, nur mehr kurz rühren und die Masse ein wenig überkühlen lassen.

Das Backrohr auf 175°C vorheizen. Eine befettete Ofenform oder einen Tortenring (auf einem Backblech + Papier) mit dem Teigboden + Rand auslegen. Die Fülle darin verteilen und die Ränder nach innen einschlagen. Ich habe den Tortenring dann entfernt, die Torte ist stabil genug und der Ring diente mir nur zur Formgebung. 

Den Teigdeckel schön darüber legen, andrücken und einige Male "stupfen", d.h. mit einem Holz- oder Metallstäbchen mehrmals einstechen, dass der Dampf beim Backen entweichen kann. Wer will, kann die Oberfläche mit Teigresten verzieren oder mit einer Gabel ein Muster einritzen etc. Mit einem verschlagenen Ei bestreichen. 

Die Torte im Rohr etwa ein halbe Stunde backen. Dann auskühlen lassen und ein bisschen anzuckern. 






Fazit:
Eine sehr köstliche, aber auch recht süße und mächtige Torte, daher war die halbe Menge für eine kleine Torte für uns mehr als ausreichend. Die Torte ist idealerweise längere Zeit haltbar und schmeckt auch nach Tagen bestens. Das Marzipan im Nusskaramell passt ganz hervorragend dazu, dominiert aber nicht. 

Tipp: 
Von der Marzipanrohmasse benötigt man meist nur kleinere Mengen. Reste lassen sich würfelig geschnitten und abgewogen gut einfrieren und sind im Nu aufgetaut. 



Genauso wie die Engadiner Torte lege ich euch auch diese kleinen Häppchen ans Herz! 



lange Linkliste zur kulinarischen Weltreise in die Schweiz:


Cornelia von SilverTravellers mit Zürcher Geschnetzeltes – ohne Fix schnell auf den Tisch 

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Tösstaler Sunntigsbroote mit prötlete Härdöpfel 

Britta von Brittas Kochbuch mit Schweizer Rösti 

Barbara von Barbaras Spielwiese mit Rüeblicake (Schweizer Karotten-Mandel-Kastenkuchen) 

Wilma von Pane-Bistecca mit Soledurner Wysuppe 

Britta von Brittas Kochbuch mit Aargauer Rüeblitorte 

Sonja von fluffig & hart mit Aargauer Rüeblitorte 

Dirk von low-n-slow mit Grillierte Forelle mit Mandelbutter 

Conny von food for the soul mit Pane Ticinese - das Tessiner Brot 

Wilma von Pane-Bistecca mit Salzige Zigerchrapfen 

Tina von Küchenmomente mit Roggenbrot Walliser Art 

Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Schweizer Butterweggli 

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit St. Galler Käsekugeln auf Löwenzahn-Rucola-Salat

Britta von Backmaedchen 1967 mit Schweizer Apfel-Wähe mit Joghurtguss 

Wilma von Pane-Bistecca mit Gemuese Suelzli 

poupou von poupous geheimes laboratorium mit Zuger Kirschtorte 

Susanne von magentratzerl mit Ghackets mit Baumnüssen und Kartoffelstock 

Tina von Küchenmomente mit Rhabarber-Quark-Wähe 

Britta von Brittas Kochbuch mit Älplermagronen 

Wilma von Pane-Bistecca mit Schweizer Ruchbrot 

Volker von Volkermampft mit Bürli - leckere Frühstücksbrötchen aus der Schweiz 

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit la torta da üdrion - Tessiner Heidelbeertarte 

Wilma von Pane-Bistecca mit Chuegeli Pastetli 

Britta von Brittas Kochbuch mit Minestrone ticinese 

Britta von Brittas Kochbuch mit Zürcher Geschnetzeltes 

Simone von zimtkringel mit Zibelechueche und Zibelemärit 

Edyta von mein-dolcevita mit Badener Chräbeli 

Tom & Kathi von Mehr Genuss mit Trinser Birnenravioli 

Wilma von Pane-Bistecca mit St. Galler Handbuerli 

Wilma von Pane-Bistecca mit Birewegge - so typisch Schweizerisch 

Gabi von slowcooker.de mit Lauwarmer Quark-Rhabarberauflauf 

Sonja von fluffig & hart mit Churer Birnenpizokels 

Britta von Brittas Kochbuch mit Solothurner Brot 

Wilma von Pane-Bistecca mit Schpaeck und Bohne 

Michael von SalzigSüssLecker mit Schweizer Nusskipferli 

Susanne von magentratzerl mit Bündner Gerstensuppe 

Susi von Turbohausfrau mit Waadtländer Flammkuchen 

Sylvia von Brotwein mit Käsewähe - Rezept für Schweizer Käse Tarte 

Wilma von Pane-Bistecca mit Meitschibei 

Anja von GoOnTravel mit Basler Brunsli – Leckere Plätzchen aus der Schweiz 

Gabi von slowcooker.de mit Gruyere-Risotto mit Schmortomaten 

Friederike von Fliederbaum mit Engadiner Nusstorte (nach Evelin Wild)


was für eine tolle Sammlung!!