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Donnerstag, 22. Oktober 2026

Herbstsalat gegen den Blues

 

Herbstblues??


Jetzt, wo die Blätter sich so schön verfärben wie bei meinem Amberbaum??


Nein, bei mir ist kein Herbstblues in Sicht, auch jetzt nicht, wo es endlich geregnet hat! Noch mehr Regen und wenn die feuchten Nebel ziehen, würde mich heuer nur freuen! Von mir aus kann es trüb, regnerisch und auch ein bisschen kalt werden (das ist es eigentlich eh schon). Das macht mir nichts aus nach diesem viel zu trockenen und heißen Sommer.

Dann heizen wir eben am Abend den Kachelofen ein, ich zünde gerne eine Kerze an und mache es mir auf dem Sofa gemütlich. Manchmal mit einer heißen Schokolade, die soll ja sogar ein Glücklichmacher sein...


Blog-Event CCXXXV- Happy Food! (Einsendeschluss 15. November 2026) 

Simone Zimtkringel sucht für ihr Blogevent bei Zorras Kochtopf Gerichte, die gegen den Herbstblues helfen (wenn man ihn denn hat) und glücklich machen.


Glücklichmacher kann man immer brauchen und interessanterweise gibt es Lebensmittel, die das auch "können" - durch die Aminosäure Tryptophan, kombiniert mit Vitaminen, Mineralstoffen und komplexen Kohlenhydraten (Vollkorn). Im Körper wird diese Aminosäure zu Serotonin, dem so genannten "Glückshormon", umgewandelt, laienhaft gesagt.

Solche "gute Laune" Tryptophanquellen sind zb. reifer Käse, Kerne, Nüsse, Hülsenfrüchte, fetter Fisch, Bananen, Beeren, Avocado, Spinat, scharfe Gewürze, dunkle Schokolade...



Man muss nicht gleich zur Schokolade greifen! Lieber zuerst einige der anderen gesunden Glücklichmacher kombinieren und zb. einen warmen Ofensalat zubereiten. Ich mag solche Salate das ganze Jahr über sehr gerne, nicht nur, wenn es draußen kalt wird! So ein Ofensalat ist unkompliziert und der Fantasie sind wie immer keine Grenzen gesetzt. 

Die Schoki kommt dann zur Nachspeise!




lauwarmer Ofensalat mit Kürbis, Kichererbsen und Kernen auf frischem Spinat

Zutaten für 2 Pesonen als Hauptspeise:

optional Lachs nach Johann Lafer:
1 Lachsfilet, ca. 200 g (ich hatte TK-Wildlachs, was nicht so ideal war, lieber ein frisches Filet verwenden)
Salz, Pfeffer
1/2 bio Zitrone, Abrieb (Saft für Dressing)
etwas Olivenöl

1/2 kleiner Kürbis (Hokkaido, Butternuss...), entkernt, schälen nicht notwendig
1 Glas gegarte Kichererbsen, Abtropfgewicht ca. 200 g
2 Hände voll Sonnenblumenkerne o.a. Kerne
100 g frischer Babyspinat, gewaschen und trocken geschleudert
Olivenöl
1 TL Paprikapulver
etwas Chili
Salz, Pfeffer

Zitronen-Dressing:
reichlich Olivenöl
1/2 Zitrone, Saft
1 TL Senf
1 TL Ahornsirup oder Honig
Salz

Zubereitung:

Für den Lachs den Backofen auf 80°C Umluft fürs Niedertemperaturgaren vorheizen. 
Eine Auflaufform mit Olivenöl bepinseln und den Lachs portionsweise (ohne Haut) hineinlegen, würzen und zugedeckt ca. 15 Minuten sanft garziehen lassen. Der Fisch soll zart und je nach Belieben mehr oder weniger glasig sein. 
Die Form mit dem Lachs herausnehmen und zugedeckt warmhalten.

Das Backrohr auf 190°C O/U aufdrehen und ein Backblech mit Backpapier für Kichererbsen und Kürbis bereitstellen.
Die Kichererbsen abspülen und den Kürbis in nicht zu dünne Spalten schneiden, beides mit den Sonnenblumenkernen, Gewürzen und Olivenöl vermischen. Im Ofen etwa 25 - 30 Minuten braten.

Die Zutaten für das zitronige Dressing verrühren und abschmecken.

Den Babyspinat auf Teller verteilen. Die Kürbisspalten, knusprigen Kichererbsen und Kerne darüber geben. Den Lachs mit einer Gabel grob in Stücke zupfen und darauf legen. Alles mit dem Dressing beträufeln. Sofort zu Tisch bringen und noch (lau-) warm genießen.

Wer will, kann als Beilage (rechtzeitig) Reis kochen oder Brot dazu essen, wenn möglich beides in Vollkornqualität... 




Ich könnte mich in diesen warmen Salat quasi reinlegen... soo gut, der ist ein richtiger Glücklichmacher für mich! Und wenn zudem Herr Fliederbaum freiwillig einen irgendwie grünen Salat isst und sogar lobt, ist das ein Riesenkompliment! 😋

Denn der Ofenkürbis, die gerösteten Kichererbsen und Kerne harmonieren wunderbar mit dem frischen Spinat und dem Zitronendressing! Der Spinat fällt durch die warmen Komponenten ein bisschen zusammen, das gehört so! Nur der TK-Lachs ist mir sichtbar misslungen, der war eindeutig zu trocken. Den lass ich nächstes Mal gleich ganz weg - mir würde er nicht fehlen und ohne Lachs wäre der Salat auch vegan. 


Empfehlung für den warmen Herbstsalat und liebe Gartengrüße (immer öfter) aus Niederösterreich!






Dienstag, 6. Oktober 2026

Plov - Königin der Seidenstraße

 

Dauerblogevent von Volker


Kommt ihr mit auf die Seidenstraße und in die sagenhaften Oasenstädte Samarkand und Buchara? Das Dauerblogevent "die kulinarische Weltreise" führt uns im Oktober nach Usbekistan ins Herz (auch rot auf der Karte oben) von Zentralasien.

Die Küche in Usbekistan ist sehr fleischlastig, aromatisch mit vielen Gewürzen und natürlich von der Seidenstraße geprägt, also dem viele Jahrhunderte-langen wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen dem Mittelmeerraum und Asien bis nach China. 


Unter meinem Label "Zentralasien" findet ihr auch ein Pilaw-Reisgericht bzw. Plov (wie es dort überall heißt) mit Huhn aus Usbekistan. Plov wurde sogar in die immaterielle UNESCO-Kulturerbeliste aufgenommen, es ist das traditionelle Essen der Seidenstraße und der gesamten Region. Derartige Reisgerichte und auch Teigtaschen, wie solche Manti, sind dort sehr beliebt und verbreitet. 

Plov mache ich hin und wieder ganz gerne, obwohl die Zubereitung auch so ihre Tücken hat, siehe ganz unten... diesmal ist es eine Version mit Fleisch geworden →


Plov
Reisgericht mit Fleisch und Karotten aus Usbekistan


Zutaten (für ca. 3-4 Personen):

ca. 250 g Basmatireis
500 g Fleisch von der Lammkeule oder Rindfleisch für Gulasch
400 g Karotten, traditionell gemischt orange Karotten und gelbe (Rüben)
2 mittelgroße helle Zwiebeln
2 ganze Knoblauchknollen
reichlich Pflanzenöl
1 TL getrocknete Berberitzen
optional Rosinen

Gewürze:
1 EL Kreuzkümmel, im Mörser leicht zerstoßen
Salz
schwarzer Pfeffer
etwas Kurkuma, Paprikapulver, gemahlener Koriander, Chiliflocken

Vorbereiten:

Mit dem Reis beginnen, da er eine zeitlang quellen muss. Den Reis also sehr gründlich mit kaltem Wasser waschen, bis das Wasser klar bleibt (5 – 6x), um überschüssige Stärke zu entfernen. Das Plov soll später locker und nicht klebrig werden. Den Reis in warmem, leicht gesalzenem Wasser ca. 30 Minuten quellen lassen, danach in einem Sieb abtropfen lassen.

Die Zwiebel halbieren und in Ringe schneiden, nicht zu fein. Die Karotten in Stifte schneiden. Die Knoblauchknollen im Ganzen lassen, nicht schälen, nur die äußere Haut und den Wurzelansatz entfernen, so gut es geht (was eine Challenge ist, aber es macht nichts, wenn sich dabei einzelne Knoblauchzehen lösen).

Das Fleisch in 3- 4 cm große Würfel schneiden.

"Zirvak" = Fleisch- und Gemüsebasis garen:

Das Öl in einem großen breiten Topf oder Bräter (der einen gut schließenden Deckel hat) heiß werden lassen. Traditionell werden oder wurden Gusseisentöpfe über offenem Feuer verwendet. Die Zwiebelringe darin goldgelb anbraten.

Das Fleisch beifügen und von allen Seiten scharf anbraten, bis es eine schöne braune Kruste hat. Die Karottenstifte dazugeben und kurz mitbraten. Die Hälfte des Kreuzkümmels, die restlichen Gewürze und die Berberitzen (Rosinen) beifügen. So viel kochendes Wasser in den Topf gießen, dass das Fleisch und die Karotten knapp, aber nicht ganz bedeckt sind.

Die ganzen Knoblauchknollen leicht hineindrücken. Die Hitze reduzieren und das Gericht ohne Deckel ca. 30 Minuten sanft köcheln lassen, bis das Fleisch ziemlich gegart ist. Die Knoblauchknollen / Zehen mit einem Löffel herausnehmen und beiseite legen. Den/das "Zirvak" bzw. den Fleischsud kräftig abschmecken.

Reis beifügen:

Den abgetropften Reis gleichmäßig auf dem Fleisch-Bett verteilen. Nicht untermengen und ab jetzt auch nicht mehr umrühren! Den restlichen Kreuzkümmel darüber verteilen und ein wenig Salz. Vorsichtig (d.h. am besten über einen Löffelrücken, um die Reisschichte nicht aufzuwirbeln) so viel kochendes Wasser dazugießen, dass es knapp 1 cm über dem Reis steht.

Die Hitze noch einmal hochdrehen, damit das Wasser gleichmäßig sprudelt. Der Reis saugt nun das Wasser und den aromatischen Sud von unten auf (ca. 10 Minuten). Sobald das Wasser von der Oberfläche verschwunden ist, mit dem Stiel eines Kochlöffels einige wenige Löcher bis zum Topfboden in den Reis stechen, damit der Dampf entweichen kann. Dabei nur nicht umrühren, wie oben erwähnt!

Die Knoblauchknollen wieder in den Reis stecken und den Reis vorsichtig von den Rändern her leicht pyramidenförmig in die Mitte schieben. Den Herd auf die kleinste Stufe stellen. Den Topf mit einem sauberen Geschirrtuch bzw. Küchenhangerl abdecken (wichtig, um Kondenswasser aufzufangen!) und den Deckel fest daraufsetzen. Das Plov für 20–25 Minuten dämpfen und den Deckel dabei absolut geschlossen halten!

Anrichten:

Den Topf vom Herd nehmen, den Knoblauch herausnehmen und das Plov nun einmal von unten nach oben durchmischen, damit sich Fleisch, Karotten und Reis verbinden. Auf einer großen Servierplatte zu Tisch bringen oder gleich portionsweise auf Teller anrichten. Die Knoblauchknollen dekorativ obenauf legen bzw. wie ich den weichen Knoblauch rausdrücken und alles pfeffern.

Dazu isst man traditionell einen erfrischenden Salat aus hauchdünn geschnittenen Tomaten, Zwiebeln und etwas Salz und Chili.

Sehr köstlich, mit wenigen, aber top Zutaten, zb. habe ich Rindfleisch aus bio Landwirtschaft vom Nachbardorf bekommen. Plov kommt bei uns immer gut an!


Aber die Sache ist doch etwas tricky... die Basis ("Zirvak") und die Konsistenz vom Reis muss stimmen, der Reis darf nur nicht weich und klebrig werden. Zu viel Reis im Verhältnis zum Fleisch ist auch nicht gut, weil er die Aromen vom guten Fleischsud zu sehr "schluckt". Ist mir alles schon passiert und je größer die Menge Plov, desto schwieriger finde ich es auch, den Reis richtig hinzubekommen. Aber wer liebt nicht solche Küchenchallenges, besonders wenn es wie hier um DAS Gericht der Seidenstraße geht?

Am besten, ihr verwendet die Sorte oder Marke Reis, die ihr gewohnt seid. In Usbekistan ist der leicht rötliche, großkörnige Devzira Reis üblich, der auch bissfest ist und angeblich nicht klumpt. Den möchte ich gerne beim nächste Plov testen.

Habt ihr Plov schon einmal zubereitet?

Liebe Grüße aus Wien!


Linkliste:

(wird ergänzt)


Wer macht mit?




Donnerstag, 24. September 2026

Steinpilze und Pasta

 

Blog-Event CCXXXIV - Urlaubsschätze & Schrankhüter (Einsendeschluss 15. Oktober 2026)

Regina hat mit ihrem Blogevent-Thema (bei Zorra) einen Nerv getroffen, zumindest bei mir. Es trifft nämlich beides oft nach dem jährlichen Alm-Urlaub oder anderen Reisen zu...

Ich freue mich immer sehr über meine selbst gesammelten oder gekauften Urlaubsschätze und oft werden sie dann zu Hause zu Schrankhütern, weil sie für mich so kostbar sind, dass ich ewig nachdenke, wie ich ihnen gerecht werden kann. Kommt euch das bekannt vor?


Ist der Pilz nicht prächtig? Bei mir geht es heute um getrocknete Pilze, genauer gesagt um dieses einzige, große Exemplar eines Stein- bzw. Herrenpilzes. Denn allzu erfolgreich war das Schwammerlsuchen in diesem Jahr sonst nicht, wobei wir im Urlaub sowieso nicht mehr als für 1-2 Mahlzeiten sammeln, hauptsächlich Eierschwammerl (wie hier geschrieben).







Wir wollen uns das Essen im urigen Berggasthof "verdienen" und sind einem kaum begangenen Weg in den Wald zu einer einsamen Alm gefolgt. Keine große Wanderung, nur die Beine vertreten. Der große Steinpilz stand ganz unverhofft neben dem Waldweg und ein bisschen vom Gras verdeckt. Daran konnten wir nicht vorbei gehen...
Wie oft findet man denn schon einen schönen Steinpilz, also wir haben leider nur alle paar Jahre so ein Glück. Denn Steinpilze sind allgemein sehr begehrt und werden leider auch professionell gesammelt.



Später habe ich ihn nach dem Putzen dünn aufgeschnitten und zum Trocknen aufgelegt. Das ist bei Steinpilzen die beste Methode, wenn man sie nicht zeitnah und frisch zubereiten kann. In 2-3 Tagen sind die Pilzscheibchen dann getrocknet, geschrumpft und duften herrlich (warum Steinpilze auch Herrenpilze heißen, siehe ganz unten).



In diesem Joghurtschraubglas fand der gesamte große, nun getrocknete Steinpilz Platz und kam mit nach Hause. Ich habe auch gleich meine Schränke in zwei Wohnsitzen durchforstet und zum Glück noch ein weiteres Glas mit getrockneten Pilzschätzen gefunden. Denn eines wäre zu wenig gewesen, die Pilze werden durch das Trocknen ja federleicht und wiegen quasi fast nichts.


(unbezahlte Werbung)

Um die aromatischen getrockneten Steinpilze würdig zu verwerten, ist mir das Rezept für ein Ragú für Pasta von Ixta Belfrage wieder eingefallen. Susi Turbohausfrau hat es vor ein paar Jahren bereits ausprobiert und in den Kommentaren hatte ich geschrieben "ich ebenfalls" - aber verbloggt habe ich es nie. Aber heute frisch zubereitet passt es und damit sende ich auch liebe Grüße an Susi. 




Steinpilz-Pasta nach Ixta Belfrage

Zutaten für 2 Pers. als Hauptspeise oder 4 Pers. als Vorspeise:

200 - 250 g Tagliatelle-Nester oder selbstgemachte Nudeln

Ragú:
ca. 40 g getrocknete Steinpilze
4 EL Olivenöl
3 Knoblauchzehen, fein geschnitten
Chiliflocken
1 EL Petersilie, Stängel und Blätter, fein gehackt
Salz
1 EL Tomatenmark
schwarzer Pfeffer
40 g Parmesan, fein gerieben
ca. 2 - 3 EL Schlagobers / flüssige Sahne

zum Servieren:
Olivenöl
Petersilblättchen
Parmesan

Zubereitung:

Die getrockneten Pilze in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen (nicht zu viel) und 10 Minuten aufweichen lassen. Dann abseihen und 75 ml Flüssigkeit auffangen. Die Pilze fein hacken und beiseite stellen.

In einer großen Pfanne das Öl, Knoblauch, Chili, Petersilie und Salz erhitzen und 5 Minuten sanft braten, bis alles weich und sehr leicht gebräunt ist (nicht dunkel). Dann die gehackten Pilze, Tomatenmark und Pfeffer beifügen. Alles einige Minuten "pfannenrühren".

In der Zwischenzeit die Pasta sehr al dente kochen, dann abseihen und 350 ml Kochwasser auffangen. 

Die beiden Flüssigkeiten Pilz- und Nudelkochwasser (Achtung, letzteres nur nach Bedarf zugeben, mir schien es zu viel) zur Pilzmischung in die Pfanne geben und 3 Minuten köcheln lassen.

Die Hälfte des Parmesans einrühren, bis er geschmolzen ist. Den restlichen Parmesan, das Schlagobers und die abgetropfte Pasta unterrühren und alles gut vermischen, bis Sauce und Pasta emulgiert sind..

Servieren und mit Olivenöl, Petersilblättchen und Parmesan vollenden.

die gehackte Pilzmasse


sehr geschmackvoll


Sind zu wenig getrocknete Steinpilze vorhanden, dann kann man sie auch mit frischen Pilzen mischen, finde ich - diese vorher aber gut anbraten. Der intensive umami-Geschmack von getrockneten Pilzen fehlt dann aber ein bisschen.

Wie fanden es ein würdiges Rezept für meine kostbaren getrockneten Steinpilze! Ixta Belfrage ist für mich eine der Großen; weitere Gerichte von ihr findet ihr unter meinem Label Belfrage.



Liebe Regina, liebe Zorra, ich freue mich über das tolle Blogevent und bin gespannt auf die Gerichte und Geschichten! Liebe Grüße aus Wien!



Steinpilze zum Trocknen aufgelegt, Foto von 2023


Übrigens...
Der Gemeine Steinpilz (Boletus edulis) heißt mancherorts in Österreich auch Herrenpilz. Mich hat jetzt interessiert, wie es zu diesem Namen gekommen ist (und KI weiß Bescheid...).

Der Name Herrenpilz für den Steinpilz stammt aus dem Mittelalter, weil diese besonders feinen Pilze damals den herrschenden Grundherren, dem Adel oder der Geistlichkeit vorbehalten waren.
Nach historischer Überlieferung mussten Bauern und einfache Leute gesammelte Steinpilze oft als Abgabe an den Grundbesitzer abliefern – teilweise unter Androhung von strengen Strafen, wenn sie sie selbst behielten. Daher galt er im Volksmund als der Pilz der "Herren"...


So ist das also, ich bleibe ab jetzt beim neutralen "Steinpilz"! 





Samstag, 19. September 2026

Malta Rindsrouladen und Lesetipp

 

Foto von 2021

Bei Malta fällt mir als erstes das wildromantische Maltatal in den Hohen Tauern in Österreich ein, an deren Talschluss die imposante Kölnbreinsperre liegt. Wir haben sie im Sommer 2021 zuletzt besucht, aber das ist heute nicht gemeint... 


Dauerblogevent

Denn die kulinarische Weltreise von Volker reist im September ins Mittelmeer auf die Inselgruppe bzw. den kleinsten EU Staat Malta südlich von Sizilien. Dort war ich noch nicht, aber die Inseln mit ihrer reichen prähistorischen Vergangenheit würden mich sehr reizen.

Aus Malta stammt auch eine interessante Version von Rindsrouladen. Ich habe mich heute am Rezept von Johann Lafer orientiert, der es in einer österreichischen Kochsendung ("Silvia kocht", unbezahlte Werbung) gezeigt hat. 



Bragioli - Malta Rindsrouladen nach Johann Lafer

Zutaten für 4 Pers.:

4 große Rindsschnitzel für Rouladen
Salz und Pfeffer
Olivenöl zum Anbraten

Fülle:
200 g Faschiertes vom Rind / Hackfleisch
1 kleine Zwiebel, kleine Würfel
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
50 g Speck, kleine Würfel
1 Ei, hart gekocht, klein geschnitten
optional 40 g Semmelbrösel
1 EL Petersilie, gehackt
25 g Parmesan, fein gerieben (ich finde, es kann auch mehr sein)
Salz, Pfeffer
Chili oder Cayennepfeffer

Sauce:
Olivenöl
1 Zwiebel, kleine Würfel
1 oder mehr Knoblauchzehen, zerdrückt
1 Karotte, kleine Würfel
optional 75 g frische Erbsen (habe ich weglassen, die mag bei uns nicht jeder)
1 - 2 EL Tomatenmark
125 ml Suppe
125 ml kräftiger Rotwein (aus Süditalien oder Spanien)
1 Lorbeerblatt
Salz, Pfeffer
Chili oder Cayennepfeffer
optional Maisstärke zum Binden 

Zubereitung:

Das Rindfleisch leicht plattieren, dann etwas salzen und pfeffern.
Alle Zutaten für die Fülle vermischen bzw. mit der Hand verkneten und wenn erforderlich etwas kaltes Wasser beifügen.
Die Fülle auf die Rindsschnitzel auftragen, dabei den Rand frei lassen. Das Fleisch zu Rouladen rollen, mit Küchengarn binden oder mit Rouladen-Nadeln feststecken.
Die Bragioli auch außen mit Salz und Pfeffer würzen. In einem Bräter in Olivenöl anbraten, dann herausnehmen und beiseite stellen. 

Für die Sauce ggf. weiteres Olivenöl im Bratrückstand der Bragioli erhitzen und die Zwiebeln darin goldbraun braten. Den Knoblauch und das Tomatenmark mitbraten, dann mit Rotwein ablöschen und kurz verkochen lassen. Die Erbsen und Karotten beifügen und mit Suppe aufgießen. Lorbeerblatt und Gewürze dazu geben und aufkochen lassen.

Die Hitze reduzieren und die Rouladen in den Bräter legen, sie sollten mit der Flüssigkeit weitgehend (2/3) bedeckt sein. Die Bragioli zugedeckt bei 180°C mindestens 1 Stunde im Rohr garen, nach 30 Minuten einmal umdrehen.
Ich habe nun (rohe) Kartoffelhälften zum Mitgaren dazu gelegt. Da ich sehr viel Sauce hatte, habe ich die Rouladen ohne Deckel fertig geschmort. 

Die Rouladen (und Kartoffeln) dann herausnehmen und etwas ruhen lassen. Die Sauce abschmecken und ggf. kurz mit dem Pürierstab hineinfahren. Wer will kann die Sauce auch noch mit in Wasser angerührter Maisstärke binden (dann aber nocheinmal aufkochen).


Die Zutaten für die Fülle habe ich absichtlich nicht allzu fein geschnitten, so hat die Sache mehr Biss!

Die Malta-Rindsrouladen mit der besonderen Fülle und der geschmackvollen Sauce sind bei unserem kleinen Familienessen sehr gut angekommen! Auch die Kartoffeln passen gut, und ich mag es, sie in viel Sauce zu zerdrücken.
Es lohnt sich immer, ein neues Rezept auszuprobieren, aber schlussendlich sind zumindest mir meine gewohnten Rindsrouladen lieber... Trotzdem Empfehlung für das Rezept und den Lesetipp unten!




Malta-Lesetipp zum Entspannen:

Muschelseide von Federica de Cesco (Belletristik)

Das Interessanteste an dem Buch war für mich, dass es Muschelseide tatsächlich gab, sie wurde seit der Antike oder noch früher aus dem Faserbart der Edlen Steckmuschel (Pinna nobilis) gewebt. Unglaublich, oder? Mit ihren Fasern "hält" sich die Muschel am Untergrund im Meer fest. Das feine und schillernde Gewebe ist schlussendlich dünner als "normale" Seide und war wahnsinnig kostbar.
Die Riesenmuschel kommt nur im Mittelmeer vor, wo es noch intakte Seegraswiesen und gute Wasserqualität gibt. Sie kann fast 1 Meter groß und ca. 50 Jahre alt werden. Sie steht heute unter strengstem Schutz (weil vom Aussterben bedroht) und das Sammeln ist absolut verboten, auch von toten Exemplaren!

Im Roman, der von einer Familiengeschichte über 100 Jahre in Valletta auf Malta handelt, hat dieses Verbot kaum eine Bedeutung, was ich ziemlich unverständlich finde. Ich fand es aber interessant, über die komplizierte Herstellung der Muschelseide und mehr über Maltas Geschichte (vor allem im 1. Weltkrieg), die ursprüngliche Sprache etc. zu erfahren.

Insgesamt ist der Roman flüssig zu lesen, nicht fordernd und zur abendlichen Entspannung bestens geeignet... Darüber hinaus kann man sich im www über diese besondere Muschelart informieren, zb. hier →

Bildquelle und Infos


Malta-Linkliste:


Susanne von magentratzerl mit Ravioli mit maltesischer Wurst 
Simone von zimtkringel mit Bragioli , Rinderrouladen aus Malta
Susanne von magentratzerl mit Qassatat 
Britta von Brittas Kochbuch mit Stuffat tal-Fenek - Kaninchenragout aus Malta 
Friederike von Fliederbaum mit Bragioli - Malta Rindsrouladen nach Johann Lafer 
Tina von Küchenmomente mit Ottijiet - Gewürzkekse aus Malta 







Mittwoch, 9. September 2026

Karpfen und Risotto



Blog-Event CCXXXIII - So isst Italien (Einsendeschluss 15. September 2026)

Wer mag Risotto noch so gerne wie ich? Bei Risotto denkt jeder sofort an Italien, wie bei Pizza, Pasta und Tiramisu... 😄

Risotto ist unglaublich vielseitig und wandelbar und mein 2. Beitrag zu Zorras Jubiläumsblogevent ist heute daher ein etwas anderes Risotto.


Die Heimat des Risottos ist der Norden Italiens, wo in der Po- Ebene die "Reiskammer" Europas liegt. Der Reisanbau benötigt aber viel Wasser und steht durch die extreme Trockenheit im heurigen Sommer vor einem Wandel hin zu anderen Sorten, veränderten Anbaumethoden, weniger Flächen etc. 
Die italienischen Reissorten für Risotto, Carnaroli und Arborio, sind von der Dürrekrise besonders stark betroffen und werden wohl preislich weiter steigen. Es könnte sich also lohnen, sich beizeiten mit diesen klassischen Sorten aus Italien einzudecken...


Heute habe ich mich an Risotto alla pescatora orientiert, also nach Art der Fischer, die es allerdings mit diversen Meeresfrüchten und dementsprechendem Fischfond zubereiten bzw. anrichten. So ein Risotto genießt man am besten vor Ort! In einem Binnenland funktioniert die Sache mit regionalem Süßwasserfisch aber auch ganz gut. 


am zugefrorenen Teich - ein Winterbild zum Abkühlen!

Ein großes Karpfenfilet aus einem der vielen Waldviertler Teiche wartete seit geraumer Zeit im Tiefkühler sowie Karkassen von einem ganzen Karpfen inklusive dem riesigen Kopf. Also zuerst einen Fond kochen, den man auch gut vorbereiten oder einfrieren kann.

Karpfenfond passt in ein schön cremiges Risotto mit frischen Kräutern und Zitrone ganz fantastisch. Dazu Stücke vom gebratenen Karpfenfilet und ein (zwei...) Gläschen vom selben guten Weißwein, mit dem man das Risotto abgelöscht hat.


Stichwort Fisch und Parmesan:
So wie schon bei der Räucherforelle für Carbonara (KLICK) passt geriebener Käse auch beim Karpfen geschmacklich und für die Bindung sehr gut! Geräucherte Forelle mit ihrem Raucharoma und der rustikale Karpfen bringen genügend eigenen Geschmack mit, der vom Käse nicht "erschlagen" wird oder untergeht!




Kräuter-Zitronen Risotto mit Karpfen-Fischfond 
zum gebratenen Karpfenfilet

Zutaten für 2 Pers.:

ca. 200 g Risottoreis
ca. 500 ml heißer Karpfen-Fischfond
1 kleine helle Zwiebel, fein gewürfelt
1 Glas trockener Weißwein (Veltliner)
2 EL Olivenöl

30 g kalte Butter, in Würfeln
2 EL Parmesan, fein gerieben, 
1 bio Zitrone, Abrieb und 1 Fingerhut Saft
Salz
weißer Pfeffer
etwas frischer Dill und Petersil, gehackt

einige (Wald-) Heidelbeeren für Deko

Zubereitung:

Zwiebel in Öl anlaufen lassen, ohne Farbe nehmen zu lassen. Den Reis einrühren, so dass jedes Körnchen von Öl benetzt ist. Mit Wein ablöschen, kurz verkochen lassen und unter oftmaligem Rühren immer wieder mit heißem Fond aufgießen. Mit Salz und Pfeffer würzen. 
Wenn der Reis al dente gegart ist, den Topf vom Herd nehmen und die kalte Butter, Zitronenabrieb und Saft, Parmesan und die Kräuter einrühren. Die Konsistenz wenn notwendig noch mit Suppe geschmeidig machen.

In der Zwischenzeit ist auch das Karpfenfilet gebraten. Dann kann beides angerichtet und obenauf mit Heidelbeeren bestreut werden, die auch geschmacklich einen Kick bringen!




Liebe Zorra, vielleicht habe ich dir jetzt Lust auf Risotto alla pescatora mit Meeresfrüchten machen können (da du an Karpfen wohl nicht herankommst).

Aber das Rezept ist ja das gleiche (abgesehen vom Käse). Denn ob man Fond aus den Karkassen vom Karpfen oder von Meeresfischen, Muschel- und Garnelenschalen macht, ist Jacke wie Hose... Auch die frischen Kräuter und die Zitrone passen für beide Varianten, nur eben der Käse und die Heidelbeeren nicht!😉

Risotto geht immer, finden wir! Nochmals happy Bloggeburtstag!

Liebe Grüße aus Wien!





Samstag, 29. August 2026

Carbonara mit Räucherfisch



  Blog-Event CCXXXIII - So isst Italien (Einsendeschluss 15. September 2026)

Zorra wünscht sich zu ihrem 22. Blogjubiläum italienische Gerichte, nichts lieber als das! Die italienische Küche ist fast immer Soulfood für uns und wie ein Lebensgefühl, das man schmeckt!
Ich habe mich heute für Spaghetti Carbonara entschieden, aber in einer etwas anderen bzw. einer fake-Version.


Fake Carbonara deshalb, weil ich diese schöne geräucherte Forelle vom Wochenmarkt in Lienz in Osttirol statt dem üblichen luftgetrockneten Guanciale verwendet habe, sonst ist alles so, wie es sein soll. Also KEIN Schlagobers bzw. Sahne und keine weiteren Zutaten! Allerdings habe ich ein wenig Olivenöl ins Gericht geschmuggelt, da die Räucherforelle im Gegensatz zum Guanciale ja etwas weniger fett ist.

Die italienische "Carbonara-Polizei" bzw. Food Puristen, die die Tradition recht streng hochhalten, würden wohl auch die Kombination Fisch und Käse "beanstanden". Nicht, dass mir das nicht egal wäre...

Tatsächlich passt die würzige Räucherforelle zu einem gereiften Pecorino ganz ausgezeichnet!


Diese Art Carbonara habe ich mir beim Spitzenkoch Lukas Nagl abgeschaut, der gerne geräucherte Saiblinge aus dem Traunsee im Salzkammergut verwendet. Lukas Nagl wurde heuer zur Nr. 1 der 100 besten Köche Österreichs gewählt, er hat einen Michelin-Stern und vier Gault-Millaut Hauben. Aus seinem 1. Kochbuch stammt auch diese traditionelle Suppe.



(fake) Spaghetti Carbonara mit Räucherforelle

Zutaten für 2 Pers. als Hauptspeise

1 Räucherforelle im Ganzen (keine Filets, sondern mit Kopf, Haut und Gräten)

200 - 250 g Spaghetti

1 Ei und 1 Eidotter

50 g Pecorino, frisch fein gerieben

Salz, nicht zu viel, Räucherfisch und Pecorino sind bereits salzig!

reichlich schwarzer Pfeffer aus der Mühle

optional 1 EL mildes Olivenöl

Zitronenabrieb und Blüten für Deko

Zubereitung:

Die Räucherforelle enthäuten, filetieren und grob zerpflücken. Die Stückchen sorgfältig nach Gräten kontrollieren und im Kühlschrank parken. Die durch das Räuchern ledrige (und ungenießbare) Haut und restliche Karkassen in gesalzenem Wasser aufkochen und zugedeckt auf der ausgeschalteten Herdplatte ein wenig ziehen lassen.

Den Sud dann durch ein feines Sieb (wegen einzelner Gräten) in einen passenden Topf abseihen und die Spaghetti darin al dente kochen. Wenn nötig Salz und Wasser ergänzen, aber hier gilt: so wenig Flüssigkeit wie möglich und nur so viel wie unbedingt nötig! 

Die Eier verquirlen, Käse und Pfeffer beifügen.

Die Spaghetti abseihen und dabei etwas von der Kochflüssigkeit auffangen. Die Pasta in den noch heißen Topf zurück geben und mit der Ei-Käsemischung, Olivenöl und mit ein wenig Kochwasser kräftig durchrühren. So viel heiße Kochflüssigkeit beifügen und gut vermischen, dass eine cremige Sauce entsteht. Die Hälfte der Räucherfisch-Stückchen untermengen, ev. Pfeffer und Salz ergänzen.

Die Spaghetti anrichten, den restlichen Räucherfisch darüber verteilen und mit Zitronenschale und ev. Blüten bestreuen.

bestreut mit Blüten von Frauenmantel und Schafgarbe von der Almwiese


Immer wieder gut, wir mögen diese Spaghetti wahnsinnig gerne! Wir genießen sie mindestens einmal im Jahr, wenn wir im Almurlaub den Wochenmarkt in Lienz in Osttirol besuchen...


Denn dort gibt es einen Stand mit den, wie wir finden, besten geräucherten und auch frischen Fischen -- jedes Mal ein Muss!

Lienz ist eine entzückende Stadt mit mildem Klima im Sommer und zahlreichen Sonnenstunden das ganze Jahr über. Auch von vielen italienischen Besuchern geschätzt und fast kann man sich hier wie in Italien fühlen...


Liebe Zorra, happy Bloggeburtstag oder besser gesagt tanti auguri di buon compleanno!


Sonntag, 16. August 2026

Sopa ist nicht Suppe

 

Paraguay


"Sopa" (spanisch) heißt nicht zwingend immer Suppe?

In Paraguay stimmt diese Aussage, was das Nationalgericht des Landes betrifft (siehe unten). Paraguay, das "Herz" Südamerikas, ist das virtuelle August-Reiseziel mit Volker und der "kulinarischen Weltreise". 


Dauerblogevent


Für das Dauerblogevent wage ich mich an das paraguayanische Nationalgericht Sopa paraguaya. Anders als man beim spanischen Wort "Sopa" vermuten würde, ist es keine Suppe, sondern ein Mittelding zwischen Auflauf, Maisbrot und herzhaftem Kuchen mit Zwiebeln und Käse.


Beim Rezept habe ich mich hauptsächlich an dem von Günther aus Graz orientiert. Er hat in der Pandemie mit seiner eigenen kulinarischen Weltreise begonnen, aber befüllt seinen Blog momentan leider sehr unregelmäßig.
Und auch bei Jenny gibt es ein Rezept, wieder ein bisschen anders.
Bei beiden kann man nachlesen, was es mit dem Namen auf sich hat.



Sopa Paraguaya - mein Maiskuchen mit Zwiebeln und Käse

Zutaten für 1 gr. Backform:

250 g Zwiebeln, in Streifen geschnitten
35 g Butter
1 EL Öl

1 kl. Dose Maiskörner
3 Eier (M)
250 g Maismehl *) 
250 ml Milch
Salz, nicht zu wenig 
schwarzer Pfeffer
1 MSp. Backpulver
250 g Queso Käse aus Paraguay **)

*) Es ist ein "normales" Maismehl das richtige, kein "nixtamalisiertes" Maismehl, wie man es für Tortillas verwendet! Ein guter Ersatz für Maismehl ist fein gemahlene Polenta, also Maisgrieß.

**) Queso Paraguay ist ein kräftiger Frischkäse aus Kuhmilch. Ich habe 1 Packung Feta, geriebenen Emmentaler und etwas Frischkäse gut vermischt verwendet. Geriebener Mozzarella ist auch möglich, je nachdem, was man so im Kühlschrank hat...


Zubereitung:
Das Backrohr auf 180°C vorheizen und eine große flache Backform oder ein kleines Blech bereit stellen, diese befetten.

Die Zwiebelstreifen in Butter und Öl langsam weich braten, keine Farbe annehmen lassen.
Die Eier schaumig schlagen und mit Milch und Mehl zu einem klumpenfreien, dickflüssigen Teig verrühren. Etwa 10 Minuten quellen lassen und bei Bedarf noch Mehl oder Milch beifügen.
Die restlichen Zutaten einrühren, in die Form leeren und im Ofen so ungefähr 35/40 Minuten backen. Herausnehmen und in Stücke schneiden, warm oder kalt genießen.



Sopa paraguaya ist schnell und unkompliziert gemacht. Es wird im Land gerne wie Brot als Beilage zu gegrilltem Fleisch, Suppen, Eintöpfen gegessen. Ich kann mir das gut vorstellen, denn auch am 2. Tag schmeckt es kalt überraschend ausgezeichnet zb. mit einem Joghurtdip etc. Oder man isst die Dinger pur als Snack und zum Frühstück.
Wir hatten eine erfrischende Salsa mit Zwiebeln dazu, die im ganzen lateinamerikanschen Raum üblich ist.



Salsa criolla

Zutaten für 1 Schüssel, ca. 2-3 Personen:

1 große rote Zwiebel (ich: Tropea)
2 - 3 Paradeiser / Tomaten
1 roter Spitzpaprika
ev. 1/2 grüner Paprika
1 Knoblauchzehe
Saft von 1 Limette
1 Fingerhut Weißweinessig
Olivenöl
Salz
schwarzer Pfeffer
1 frische Chili oder Flocken
frische Petersilie

Zubereitung:
Die Rohkost in kleine Würfel schneiden, dabei dürfen die Tomaten ruhig ein bisschen größer bleiben.
Manche entfernen bei den Tomaten das vermeintlich nur wässrige Innere mit den Kernen, aber dort steckt ja der ganze Geschmack drin!!

Die Zwiebelwürfel in eine Schüssel geben, salzen und 10 Minuten ziehen lassen. Das macht sie milder und bekömmlicher. Dann die restlichen Zutaten beifügen und gut durchrühren. Ich habe einen kleinen Teil Maiskörner aus der (größeren) Dose auch dazu gemischt.



Für uns war diese Kombi von dem warmen Auflauf mit der Salsa ein perfektes Abendessen an einem lauen Abend auf der Terrasse. Ein Gläschen Rotwein passte auch gut dazu, obwohl das Nationalgetränk in Paraguay "Tereré"  ist und ein kalter Maté Tee ist. Er wird mit Eis(wasser) und frischen Kräutern getrunken.
Schön langsam werden die Abende (und Nächte) hier bei uns spürbar kühler und so feieren wir die Feste wie sie fallen... 

Liebe Gartengrüße! 🌸




Linkliste der kulinarischen Weltreise:

Wilma von Pane-Bistecca mit Caipirinha 
Britta von Brittas Kochbuch mit Guiso de Gallina - Hähncheneintopf aus Paraguay 
Susanne von magentratzerl mit Mbejú - Käsepfannkuchen 
Jenny von Jenny is baking mit Mbeju - glutenfreie Käsepfannkuchen 
Regina von bistroglobal mit Lomito Arabe 
Friederike von Fliederbaum mit Sopa paraguaya (Maisauflauf) und Salsa criolla 
Tina von Küchenmomente mit Pastafrola de Guayaba aus Paraguay 
Britta von Brittas Kochbuch mit Chipas - Käsesnack aus Paraguay 
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Sopa Paraguaya 
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Fleischbällchen in Brühe - Albondigas en Caldo





Freitag, 7. August 2026

Sommerobst Brombeeren und Marillen auf Flammkuchen



Blog-Event CCXXXII - Sommerobst (Einsendeschluss 15. August 2026)


Achtung! Das sommerliche Obst-Blogevent, das ich bei Zorra ausrichten darf, läuft nicht mehr lange... wer hat noch Lust und Zeit bis Mitte August einen Beitrag beizusteuern?



Ich habe nochmals schöne heimische Marillen /Aprikosen bekommen und wieder diese tollen Knödel gekocht. Sie sind das ultimative sommerliche süße Soulfood für uns - je sonniger der Sommer, desto lieber Marillenknödel!! 💛🍑

Marillen habe ich heute auch für einen Flammkuchen "zweckentfremdet" und sie harmonierten tatsächlich wunderbar gemeinsam mit (gekauften, leider nicht wilden) Brombeeren, eingelegten roten Zwiebeln und Schafkäse auf dem dünnen Teigboden. Klassisch belegt man Flammkuchen ja nur mit drei Zutaten: Creme fraiche, Speck und Zwiebeln, aber alles ist möglich und der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!



Flammkuchen mit Brombeeren, Marillen und Zwiebeln

Zutaten für 1 Blech:

Teig:
250 g Dinkelmehl
2 EL Öl
ca. 125 ml lauwarmes Wasser, nach Bedarf
1/2 TL Salz
1 Prise Zucker

Belag:
125 g Creme fraiche
1 EL Sauerrahm
Salz, nicht zu wenig
Pfeffer

eingelegte rote Zwiebeln, Menge nach Belieben
1 - 2 Marillen / Aprikosen, entkernt und in dünne Spalten geschnitten
100 g Brombeeren, je nach Größe ganz oder halbiert
ca. 150 g Schaf-Hartkäse, zB. Manchego (ich), grob gerieben oder gehobelt

nach dem Backen:
frische Thymian-Blättchen
optional etwas flüssiger Honig

eingelegte Zwiebeln (1 kl. Glas):
1 mittelgroße rote Zwiebel
75 ml Condimento bianco Weißweinessig
75 ml Wasser
1 gute Prise Zucker
Salz


Zubereitung:


Mit den eingelegten roten Zwiebeln beginnen, mindestens 1-2 Stunden vorher oder schon am Vortag.
Dafür die Zwiebeln in Ringe schneiden und in ein Schraubglas schichten. Die restlichen Zutaten in einem Topf verrühren und aufkochen lassen. Den Sud über die Zwiebeln gießen, sodass sie bedeckt sind. Sie sind nach ungefähr 1-2 Stunden einsatzbereit und mild.
Die Zwiebelringe werden schön gleichmäßig rot und auch den roten Essigsud kann man weiter verwenden, zb. für Salate...

Alle Zutaten für den Teig vermischen, dabei das Wasser nur nach und nach beifügen. Den Teig eine halbe Stunde rasten lassen, dann (auf Backpapier) in Backblech-Größe auswalken/ausrollen.

Den Ofen auf 220° O/U vorheizen und das Backblech ebenso.

Creme fraiche mit Sauerrahm glatt rühren, mit Salz und Pfeffer gut würzig abschmecken und auf dem Teig verstreichen. Die Zwiebeln in einem Sieb abtropfen lassen und mit den Marillenspalten und den Brombeeren auf dem Teigboden verteilen. Geriebenen Käse darüber streuen.

Den Flammkuchen ca. 15–20 Minuten (je nach Ofen) backen, bis der Rand knusprig ist. Frischen Thymian darüber streuen und wer will beträufelt das Ganze noch mit ein wenig flüssigem Honig. Ich würde eher Salzflocken darüber streuen, die machen sich sicher auch gut. 


Bunt belegt, sind die Farben nicht schön? So als hätte ich sie von meinem neuen Sommerkleid (siehe unten) abgeschaut, oder?
Jetzt kommt noch der Käse drauf auf den Flammkuchen, dann ab in den Ofen.





Der Flammkuchen ist fertig gebacken, der Käse verdeckt den bunten Belag ein bisschen...


Genießen! Sehr köstlich, so einen Flammkuchen mit saisonalem Obst wird es bald wieder geben!



Liebe Grüße aus Wien!
Und nicht auf das Blogevent vergessen... 🍑






Sonntag, 26. Juli 2026

Kibbeh Arnabieh einfach und vegan


Dauerblogevent von Volker


Kennt ihr Kibbeh Arnabieh aus dem Libanon? Das traditionelle Gericht stammt aus Beirut und wird gerne im Winter gegessen, auch weil dann in der Umgebung die Zitronen und verschiedenen Orangensorten reif sind. Diese werden für die Zitrussauce mit Tahin benötigt, in der die Kibbeh, die Fleisch-Bulgurbällchen schwimmen.

Seit ich das Gericht bei Kitchen impossible (unbezahlte Werbung) gesehen habe, geistert es mir im Hinterkopf herum. Jetzt in den letzten Tagen der kulinarischen Weltreise in den Libanon (noch bis Ende Juli) ist Gelegenheit, es endlich auszuprobieren!

Ich habe mich hauptsächlich, aber nicht nur, am Rezept von Tina orientiert. Sie hat unglaublich viele Gerichte aus der TV Serie auf ihrem Blog, Volker übrigens auch, aber genau dieses nicht...



Statt Rindfleisch für die Kibbeh habe ich heute rote Linsen verwendet und zufällig ist das alles auch noch vegan. Die Suppe aus Gemüseresten kommt aus dem Vorrat. Die traditionellen Kibbeh mit dem Loch kann man in Videos bewundern, aber wie schon bei den Weinblättern bin ich den einfachen Weg gegangen und habe Nocken ohne Loch geformt. Die Zitrussauce mit Tahin ist dabei DAS Highlight.




Kibbeh Arnabieh auf einfache Art und vegan

Zutaten für ca. 3 (- 4) Personen:

Kibbeh Bällchen:
100 g rote Linsen (im Original Rindfleisch)
100 feiner Bulgur
Salz, nicht zu wenig
schwarzer Pfeffer
Kreuzkümmel
Baharat oder Ras el Hanout (ersatzweise zb. Paprika, Zimt, Piment, Nelken, Koriander, Kardamom, Muskatnuss)

Reis:
25 g feine Suppennudeln
etwas Öl
150 g Basmati Reis
Salz

Tahin-Zitrus-Sauce:
1 mittelgroße Zwiebel, gehackt
Öl
ca. 125 ml klare Gemüsesuppe, bei Bedarf mehr
100 g Tahin
50 ml Zitronensaft, ca. 1 - 2 Zitronen
150 ml frisch gepresster Orangensaft (im Original auch Bitterorangensaft)
Salz
Pfeffer
etwas Kurkuma für die Farbe
gemahlener Kreuzkümmel
1 TL Stärkemehl zum Binden (war bei mir nicht notwendig)
1 Glas, 330 g, gegarte Kichererbsen

zum Bestreuen:
Petersilie, grob gehackt
Granatapfelkerne

Zubereitung:

Mit den Kibbeh beginnen, da die Masse einige Zeit quellen muss.
Die roten Linsen abspülen und mit Wasser bedeckt weich kochen, sie sollen dann die meiste Flüssigkeit aufgesogen haben. Den Topf vom Herd nehmen und den Bulgur und die Gewürze einrühren, dann zugedeckt quellen und auskühlen lassen. Die Mischung mit den Händen kneten, ist sie zu trocken, dann nach und nach Wasser zugeben.
Das Backrohr auf 220°C vorheizen und ein Backblech bereit stellen. Mit nassen Händen längliche Nocken mit spitzen Enden formen, es gehen sich ca. 14 Kibbeh aus. Im Ofen goldbraun backen, das kann schnell gehen, weil die Masse bereits gegart ist.

Für den Reis werden die Suppennudeln in reichlich Öl goldbraun (nicht zu dunkel) gebraten, dann kommt der gewaschene Reis dazu, Salz und doppelt Wasser.

Sind Kibbeh und Reis fertig, ist die Sauce ein Blitzrezept...
In einer breiten Pfanne die Zwiebeln in Öl langsam braten, aber nicht braun werden lassen. Mit etwas Suppe aufgießen und weich köcheln. Dann die verrührte Mischung aus Tahin, Zitronen- und Orangensaft, die Gewürze und die gut abgespülten Kichererbsen beifügen. Die Sauce einmal aufkochen lassen, weitere Suppe nach Belieben beifügen und abschmecken.
Ist die Sauce zu dünn, kann sie mit Stärkemehl (mit ein wenig Wasser verrührt) gebunden werden. Ich habe das nicht gemacht, uns sind nicht eingedickte Saucen lieber.




Sauce und Reis in tiefen Tellern anrichten, die Kibbeh reinlegen, mit Petersilie und den Granatapfelkernen bestreuen. Oder die Sauce mit Kibbeh in einer großen Servierschüssel zu Tisch bringen und den Reis extra.




Die Zitrus-Tahinsauce ist zum Reinlegen gut, sie ist eine echte Entdeckung! Die wird es bald wieder geben! Mir hätte diese geniale Sauce mit Reis allein schon genügt, vielleicht etwas Gemüsiges dazu (Blattspinat?). Die Granatapfelkerne runden das Gericht gut ab.

Ein tolles vollwertiges Essen! Die Kibbeh waren ebenfalls sehr gut, ich würde sie nächstes Mal mit Rindfleisch versuchen (fein gecuttert) zum Vergleich. 




Linkliste #die kulinarische Weltreise:


Britta von Brittas Kochbuch mit Fattoush - Brotsalat (فتوش) aus dem Libanon 
Susanne von magentratzerl mit Shorba Hamrah 
Friederike von Fliederbaum mit Warak Enab - gefüllte Weinblätter 
Wilma von Pane-Bistecca mit Maghmour - Libanesisches Moussaka 
Regina von bistroglobal mit Makloubeh 
Wilma von Pane-Bistecca mit Malfouf Mahshi - Libanesische Kohlrouladen 
Britta von Brittas Kochbuch mit Mezzeteller aus dem Libanon 
wilma von Pane-Bistecca mit Shish Barak - Dumplings aus Libanon 
Wilma von Pane-Bistecca mit Libanesischer Curcuma Reis im TM6 
Wilma von Pane-Bistecca mit Libanesisches Zitronen Huehnchen auf Joghurt 
Susanne von magentratzerl mit Lahm bi ajeen - Libanesische Pizza 
Tina von Küchenmomente mit Sfouf - Libanesischer Grießkuchen