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Mittwoch, 22. Juli 2026

Sommerobst Marillenknödel



  Blog-Event CCXXXII - Sommerobst (Einsendeschluss 15. August 2026)

Ich freue mich sehr, dass ich momentan ein Blogevent bei der lieben Zorra ausrichten darf, bei dem sich alles um Obst dreht, das jetzt im Hochsommer reif und aromatisch ist. Wollt ihr auch mitmachen?




Wenn SIE reif werden wie gerade jetzt, dreht sich nicht nur in Krems am Eingang zur Wachau alles um die Marille bzw. Aprikose!



Marillenbäumchen im Topf

Seife


Orange ist momentan die angesagteste Farbe... 🍑


meine frisch eingelegte Marillen

Auch bei mir ... wir haben gestern eine Kiste voll schönster Marillen in der Wachau ab Baum, also frisch gepflückt, besorgt. Jetzt heißt es, sie nach und nach zu verarbeiten. Mit den ersten mache ich gerne Knödel, Kompott, Kuchen, die weichen werden dann zu Marmelade verkocht.



Heute habe ich ein neues Rezept für Marillenknödel mit Topfenteig ausprobiert und wir waren begeistert! Es stammt vom "Landhaus Bacher" in Mautern, gegenüber von Krems, von Spitzenkoch Thomas Dorfer (2 Michelin-Sterne, 5 Hauben). Er hat es sicher von seiner Schwiegermutter Lisl Wagner-Bacher übernommen. Die bislang erfolgreichste Köchin Österreichs hat sich aus dem "Landhaus Bacher" aber bereits zurückgezogen.

(unbezahlte Werbung)




Marillenknödel nach Thomas Dorfer

Zutaten für 6 Knödel:

6 einwandfreie Marillen / Aprikosen, im Ganzen
6 Stk. Würfelzucker

Topfenteig:
70 g weiche Butter
70 g Weizengrieß
70 g Mehl
1 Ei (M), getrennt
250 g Topfen / Quark
1 gute Prise Salz

zum Kochen:
Wasser
etwas Inländer-Rum
die Hälfte von 1 bio Zitrone
Vanille
1 EL Zucker
1 TL Salz

Butterbrösel:
50 g Butter
ca. 120 - 150 g Semmelbrösel
1 EL Zucker nach Belieben
Vanille
Zitronenabrieb von 1/2 bio Zitrone

Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung:

  • Für den Topfenteig die Butter schaumig rühren, erst Eidotter beifügen, dann Grieß, Eiweiß und Salz. Nun abwechselnd Mehl und Topfen einrühren, bis ein glatter Teig entsteht. Eine halbe Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Ich habe ihn auf der bemehlten Arbeitsfläche dann noch einmal durchgeknetet.
  • Die Marillen an den Enden kreuzweise ein bisschen einschneiden und jeweils den Kern mit einem Kochlöffelstiel herausdrücken (wie hier) und durch ein Stück Würfelzucker ersetzen.
  • Mit bemehlten Händen Knödel formen und noch einmal in Mehl wälzen.
  • Die Knödel in einem großen Topf im Salzwasser mit den Aromen ca. 15–20 min leicht köcheln bzw. simmern lassen. Einzeln herausnehmen und sofort in den Butterbröseln wälzen.

  • Für die Butterbrösel die Butter in einer breiten Pfanne schmelzen und die Semmelbrösel auf kleiner Flamme unter Rühren langsam goldbraun rösten. Erst dann Zucker beifügen (er soll nicht karamellisieren), Vanille und den Zitronenenabrieb. 
  • Die Knödel ordentlich anzuckern und wer will beträufelt sie wie Thomas Dorfer noch mit flüssiger Butter (ich nicht).


Viel lieber mögen wir einen Marillenröster dazu (kalt oder warm), Marilleneis, einen Klecks Schlagobers (auf das habe ich vergessen) etc...


Marillenröster

ca. 500 g Marillen, mit Kern gewogen
50 g Zucker
50 ml Wasser
1 EL Zitronensaft
Vanille
1 Zimtstange
optional etwas Marillenlikör oder Inländer-Rum

  • Den Zucker in einem Topf bei mittlerer Hitze langsam schmelzen lassen, bis er leicht karamellisiert (nicht dunkel werden lassen). Das Wasser beifügen und rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  • Die Marillen entkernen und vierteln. Dann gemeinsam mit Zitronensaft und Aromen zum Karamell geben und kurz im eigenen Saft köcheln lassen, bis die Marillen weich, aber nicht zerkocht sind. Die Konsistenz soll nicht zu flüssig sein - ein Röster ist kein Kompott!
  • Dann abschmecken (mehr Zucker?), die Zimtrinde entfernen und ggf. mit Marillenlikör oder Rum verfeinern. 
  • Der Marillenröster kann warm oder auch kalt genossen werden.


Marilleneis

300 g Marillen, mit Kern gewogen
2 EL Zucker
125 ml flüssiges Schlagobers / Sahne
1 Schluck Milch, nur nach Bedarf
optional 1 Fingerhut Likör

  • Die Marillen entkernen, vierteln und klein schneiden. Mit dem Zucker vermischen und eine halbe Stunde zugedeckt (Insekten!) ziehen lassen.
  • Die Früchte mit dem Mixstab pürieren und dann das flüssige Obers einmixen. Ist die Konsistenz zu dick, dann kann ein Schluck Milch beigefügt werden. Abschmecken und zugedeckt 1-2 Stunden im Kühlschrank kühlen und reifen lassen.
  • Dann kommt die Masse in die Eismaschine oder alternativ in einer flachen Form in den Tiefkühler (dann aber jede halbe Stunde auflockern).

 

Ein Genuss!! Wir waren vom neuen Marillenknödelrezept begeistert, der Teig schmeckt super, ist gelingsicher und Spitzenkoch-würdig! Die Kerne der Marillen durch Würfelzucker zu ersetzen, habe ich heute zum ersten Mal gemacht, es lohnt den kleinen Aufwand auf jeden Fall!

Probiert sie aus, große Empfehlung!

Liebe Grüße aus Wien!





Sonntag, 12. Juli 2026

12 von 12 im Juli und die reifen Kriecherl

 

Dauerblogevent 12 Bilder am 12. Tag jeden Monats


Mein schnelles erstes Frühstück auf der Terrasse, die ich schon letztes Mal bei 12 von 12 gezeigt habe.

Es ist ein sonniger Sontagmorgen, heute am 12. Juli 2026. Aber ein kühler unangenehmer Wind vertreibt mich bald und dichte Wolken ziehen auf. Regen komm... leider bleibt es trocken und windig, wenigstens mit angenehmen Sommertemperaturen!


Nach dem Frühstück muss ich mich gleich um die reifen gelben Kriecherl (Mirabellen) im Garten kümmern, bevor sie mir von den Vögeln weggeschnappt werden. Besonders die Horde Stare (oder waren es doch Drosseln?), die gestern im Garten eingefallen sind, habe ich in Verdacht, dass sie bald wiederkommen...

Wie ihr seht, ist meine Ausbeute leider mager, denn der Baum trägt heuer nicht so viele Früchte wie letztes Jahr. Darum bin ich auch so versessen darauf, die wenigen für mich einzukochen und nicht zu teilen! Für die Vögel gibt es noch genug überreife Weichseln (Sauerkirschen) auf den Bäumen rundherum. 😉


Dann gehe ich gleich Marmelade einkochen, zwei kleine Gläschen sind es schlussendlich geworden, ich freue mich. Sieht sie nicht schön gelborange aus? Die Marmelade schmeckt erfrischend säuerlich und ich mag sie wahnsinnig gern mit Joghurt, morgen dann.

Ich koche die Kriecherl kurz in einem Topf mit bodenbedeckt Wasser auf und streiche sie durch ein Sieb, um die Kerne zu entfernen. Dann das Fruchtmus abwiegen, mit Gelierzucker (ich 3:1) nach Packungsanweisung einkochen und abfüllen.





Am späten Vormittag gehe ich zu Fuß in die (Klein-) Stadt, es ist nicht weit, denn...




... im Renaissancehof und in den ebenerdigen Gewölben findet wie jedes Jahr der Waldviertler Textilkunstmarkt  statt (unbezahlte Werbung) mit zahlreichen Ausstellern, auch aus dem nahen Tschechien.
Die farbenfrohen Leinenkleider beim Brunnen (und die anderen naturfarbenen Leinensachen) gefallen mir immer sehr gut. Die Designerin ist jedes Jahr da und ich freue mich ihre neuen Kreationen zu sehen. Aber ich habe mit mir selbt ausgemacht, nichts zu kaufen...



Ein liebevoll handgemachtes, textilgebundenes Büchlein mit Haikus, also den sehr kurzen, japanisch inspirierten Gedichten, durfte dann doch mitgehen. 
Bei diesem Haiku unten musste ich schmunzeln, das ist doch süß... 

Zitronenfalter -
vom Regen rein gewaschen 
wie ein Kohlweißling.





Blicke vom Arkadengang in den Hof, ich mache noch einen ausgiebigen Rundgang zu allen Ausstellerinnen (fast nur Frauen) und mich dann auf den Heimweg in den Garten.



Später steht noch Kuchen backen an für morgen, wo sich lieber Besuch angekündigt hat. Ich bin immer erleichtert, wenn sich ein Guglhupf schön aus der Form stürzen lässt.


Am Abend richte ich für uns eine Schüssel Panzanella, also einen Brotsalat mit geröstetem Toskanabrot und allem, was der Vorrat an frischen Salaten am Sonntagabend noch hergibt. Ich muss darf ihn allein essen, denn Herr Fliederbaum verweigert den Salat -- es könnten ja gesunde Sachen und Vitamine drin sein... 😨

Der Wind hat sich mittlerweile mehr oder weniger gelegt und wir sitzen noch auf der Terrasse beisammen. Die dunklen Wolken haben leider woanders Regen gebracht, nicht bei uns.


Das war mein 12 von 12-Tag im Juli, liebe Gartengrüße aus Niederösterreich!



Verlinkt mit Caro vom Blog Draußen nur Kännchen aus Hamburg und einen lieben Dank fürs Sammeln der Beiträge!



Freitag, 3. Juli 2026

Weinblätter gefüllt und eingelegt

 

Dauerblogevent


Der Libanon ist die Juli-Destination von Volkers "kulinarischer Weltreise" und wie jeden Monat geht es darum, sich einem Land auch kulinarisch zu nähern. Ich habe eine zeitlang bestes Olivenöl von Bauern aus dem Libanon bezogen, aber durch die Kriegswirren im Nahen Osten ist meine Bezugsquelle sozusagen versiegt...




Diesmal habe ich mich für libanesische gefüllte Weinblätter (Warak Enab) entschieden, die ein Vorspeisen-Klassiker im gesamten östlichen Mittelmeerraum und Nahen Osten sind. Sie werden im Libanon traditionellerweise, anders als die griechische Variante, nicht nur mit Reis und frischen Kräutern, sondern auch mit Tomaten gefüllt. Sehr oft auch mit Fleisch.


In Videos kann man fasziniert die Fingerfertigkeit von Frauen bewundern, mit der unzählige Weinblätter mit Fülle zu den schönsten und denkbar dünnsten Röllchen gedreht werden. Da kann ich nicht mithalten, daher sind meine gefüllten Gartenweinblätter nicht authentisch, haben uns aber als Hauptspeise an einem heißen Tag außerordentlich gut geschmeckt!



Wer Weinreben im Garten hat wie ich, sitzt an der "Quelle" für gefüllte Weinblätter und kann sie auch selbst in Salzlake konservieren. Weinblätter sind zwar im späten Frühling am feinsten, aber auch jetzt Anfang Juli können zarte Blätter noch gepflückt werden, wenn sie noch nicht zu ledrig sind - im eigenen Garten oder wenn man die Besitzer fragt! 



Bitte keinesfalls kommerzielle Weingärten plündern, das ist Diebstahl, schädigt die Pflanzen und die Blätter sind mit Sicherheit gespritzt...

 


Weinblätter vorbereiten bzw. in Salzlake einlegen
  • Weinblätter: zarte handtellergroße und einwandfreie Blätter vom vorderen Drittel der Ranke pflücken, am besten an einem schönen Vormittag, wenn der Tau bereits abgetrocknet ist. Wenn sich die Blätter zu ledrig angreifen, sind sie nicht mehr gut geeignet.
  • Die Stängel mit der (Garten-) Schere abschneiden. Die Blätter kurz in kochendem Wasser blanchieren, in Eiswasser abschrecken und ausgebreitet auf einem Tuch abtropfen lassen. 
Jetzt können sie gefüllt werden oder man konserviert sie:
  • Salzlake: eine 6 % Salzlake kochen, d.h. auf 1 Liter Wasser kommen 60 g Salz (Grundrezept). Einmal aufkochen lassen und heiß verwenden.
  • Gläser: möglichst breite, sterilisierte Gläser bereit stellen.
  • Die Blätter übereinander in ein Glas legen, sie können auch eingerollt werden. Mit der heißen Salzlake begießen, dass alle Blätter bedeckt sind. Verschließen und kühl lagern. Die eingelegten Weinblätter sollten sich monatelang halten, ich bin gespannt.




Warak Enab - meine gefüllten libanesischen Weinblätter

Zutaten für ca. 2 Pers. als Hauptspeise:

ca. 20 vorbereitete Weinblätter (siehe oben) oder 1 Glas handelsübliche eingelegte Weinblätter

Fülle:
90 g Rundkornreis oder Risottoreis
Olivenöl
1 kleine Zwiebel, fein geschnitten
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
1-2 Tomaten, in kleine Würfel geschnitten
1 TL Tomatenmark
Saft von 1/2 Zitrone
Salz
Pfeffer
1 MSp. gemahlener Zimt
Paprikapulver
Kreuzkümmel
frische Petersilie und Minze, gehackt

Sud:
ca. 500 ml Wasser
etwas Salz
Saft von 1/2 Zitrone
1 Fingerhut Granatapfelsirup
---------
1 EL Olivenöl
2 mittelgroße Kartoffeln
1 Karotte

Zubereitung:

Eingelegte Weinblätter aus dem Glas gut abspülen, vor allem gekaufte Blätter, um die Salzlake zu entfernen.

Für die Fülle wird der Reis normalerweise nur in warmem Wasser eingeweicht (für ca. 20 Minuten) und mit allen Zutaten vermischt. Ich habe den Reis mit den Zwiebeln etc. halb vorgegart, um sicher zu gehen, dass er schlussendlich gar ist. 

Zwiebel in Öl anlaufen lassen, Tomatenmark beifügen. Den Reis, die Tomatenwürferl und Knoblauch dazu geben und langsam mit ein wenig Wasser nach Bedarf halb gar köcheln. Die Flüssigkeit kontrollieren, sie soll zum Schluss aufgesogen sein. Dann die restlichen Zutaten einmengen und überkühlen lassen.

Jeweils 1 Weinblatt (oder 2 überlappend, wenn sie klein sind) mit der glatten "schönen" Seite nach unten und dem Stielansatz nach oben auf einem Brett ausbreiten. Etwa 1 - 2 Teelöffel Fülle auftragen, die Seiten einschlagen und straff aufrollen, so gut es geht. 


In einem Topf ein wenig Öl verteilen. Die (rohen) Kartoffeln schälen und wie die Karotte in Scheiben schneiden, in den Topf legen und ein wenig salzen. Die Röllchen dicht aneinander darauf legen, siehe Foto.

Alle Zutaten für den Sud bis ------ verrühren und über die Röllchen gießen, sodass sie etwa zur Hälfte bis 2/3 bedeckt sind. Mit einem hitzebeständigen Teller beschweren, sonst rollen sie sich beim Kochen auf. Bei niedriger Hitze zugedeckt am Herd etwa 30 - 45 Minuten sanft köcheln lassen.

Die Weinblätter warm als Hauptspeise oder lauwarm / kalt wie im Original als Vorspeise bzw. Teil einer Vorspeisenplatte servieren.



Sehr gut! Wir haben sie lauwarm und nicht-authentisch als Hauptspeise mit den Kartoffeln genossen. Da der Reis in der Fülle bereits vorgegart und nicht mehr roh ist, wird beim Kochen nicht der ganze Sud aufgesogen. Dieser kann über das fertige Gericht geträufelt werden und rundet es super ab! Nächstes Mal würde ich trotzdem gerne ausprobieren, wie es mit ungegartem Reis funktioniert.

Die Fülle mit deutlich Zitronensaft, den Tomaten und Kräutern hat mir besonders gut gefallen, die wird es auch für andere gefüllte Gemüsesorten wieder geben!



Linkliste:

(wird bis Monatsende ergänzt)


Britta von Brittas Kochbuch mit Fattoush - Brotsalat (فتوش) aus dem Libanon 
Susanne von magentratzerl mit Shorba Hamrah 
Friederike von Fliederbaum mit Warak Enab - gefüllte Weinblätter 
Wilma von Pane-Bistecca mit Maghmour - Libanesisches Moussaka 
Regina von bistroglobal mit Makloubeh 
Wilma von Pane-Bistecca mit Malfouf Mahshi - Libanesische Kohlrouladen 
Britta von Brittas Kochbuch mit Mezzeteller aus dem Libanon 
wilma von Pane-Bistecca mit Shish Barak - Dumplings aus Libanon 
Wilma von Pane-Bistecca mit Libanesischer Curcuma Reis im TM6 
Wilma von Pane-Bistecca mit Libanesisches Zitronen Huehnchen auf Joghurt 
Susanne von magentratzerl mit Lahm bi ajeen - Libanesische Pizza 
Tina von Küchenmomente mit Sfouf - Libanesischer Grießkuchen 





Donnerstag, 25. April 2024

Reste-Crostata mit Superfruchtmarmelade

 


Habt ihr auch noch Sommerfrüchte vom Vorjahr in eurem Tiefkühlschrank? 

Schön langsam wird es Zeit, solche schlummernden Obstreste aufzubrauchen... wie wäre es mit einer gemischten Marmelade?

Ich habe meine diversen gefrorenen Schätze heute gleich in "einem Aufwaschen", wie man in Wien sagt, verarbeitet, also alles auf einmal. Herausgekommen ist eine superfruchtige Marmelade aus reichlich Erdbeeren, Pfirsichen und Marillen. Das Wort "Superfruchtmarmelade" kommt leider nicht von mir, das hat Maria schon vor Jahren kreiert. Eine passendere Bezeichnung ist mir nicht eingefallen.  😉

Für die frische Marmelade bietet sich eine Crostata an, also diese flache italienische Mürbteigtarte, die reichlich Marmelade "verträgt". Ich habe obenauf Streusel verteilt, ein Teiggitter würde sich auch gut machen, aber das ist mir ehrlicherweise meist zu aufwändig. 



Crostata mit Superfruchtmarmelade und Amarettini-Streusel

Zutaten für eine gr. Form mit 28 cm:

Mürbteig-Boden:

190 g Dinkelmehl (gemischt mit Emmer- und Einkornmehl)
65 g Rohrohrzucker
100 g kalte Butter
1 Ei (M)
kaltes Wasser, nur nach Bedarf

Fülle Superfruchtmarmelade:

eine beliebige fertige bzw. frisch gekochte Marmelade aus TK-Resten (ich):

600 g tiefgekühlte Früchte vom Vorjahr (ich hatte Erdbeeren, Pfirsiche, Marillen / Aprikosen)
ca. 30 g Marzipan in kl. Würfeln
200 g Gelierzucker 3:1
etwas frische oder getrocknete Minze, fein gehackt (ich hatte noch Minzezucker im Vorrat)
1 Orange - Saft
1 Schnapsglas Orangenlikör

Amarettini-Streusel:

100 g Amarettini Kekse
2 EL geschmolzene Butter

Zubereitung:

Als erstes die Marmelade kochen:

Die tiefgekühlten Früchte in einem großen Topf langsam auftauen, dabei Gelierzucker, Marzipan und die Aromen einrühren. Die Mischung mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen und pürieren. Die Marmelade dann nach Packungsanweisung des Gelierzuckers kochen und zum Schluss mit Likör abschmecken.
Ungefähr 350 g Marmelade für die Crostata in einer Schüssel beiseite stellen, den Rest in sterilisierte Gläschen abfüllen. 
Wer eine fertige Marmelade verwendet, sollte diese mit ein bisschen warmem Wasser und Likör glattrühren. 

Für den Teigboden aus allen Zutaten einen Mürbteig kneten. Auf Backpapier ausrollen (oder mit den Fingern auseinander drücken, Mehl ist dabei nicht notwendig) und eine Tarteform damit auskleiden. Die Form eine halbe Stunde kalt stellen, länger ist auch kein Problem.

Für die Streusel werden die Kekse grob zerbröselt und mit den Fingern mit der geschmolzenen Butter vermengt.
Ich hatte noch einen kleinen Rest Haferflockenstreusel eingefroren und habe diese mit Amarettini gestreckt. 

Backen

Den Teigboden mit einer Gabel mehrmals einstechen. Reichlich Marmelade darauf verteilen - die frisch gekochte Marmelade sollte ausgekühlt sein, muss aber noch nicht gestockt sein. Die Streusel darüber verteilen. Die Crostata im Backrohr bei 180°C ungefähr 40 - 45 Minuten backen.


Etwas Schlagobers darauf, Eis würde auch passen, und wir sind über die noch lauwarme Crostata "hergefallen", sie schmeckte einfach köstlich! 😋 


So habe ich heute meinen Tiefkühlschrank um das gesamte Obst vom Vorjahr erleichtert - und auch ich bin erleichtert und froh, dass ich wieder mehr Platz und Übersicht habe. Die Reste der eingefrorenen Marzipanwürferl und Haferflockenstreusel sind ebenfalls weg, genauso wie der getrocknete Minzezucker im Glas. 


Tina hat mich mit ihrer Kleiderschrankinventur angefixt und so möchte ich langsam beginnen, alle meine Schränke "durchzuarbeiten"... aber ich fürchte, das wird eine Jahresaufgabe. Gerne lese ich auch bei Uli, was sie für Tipps und Tricks beim Aufräumen und Entrümpeln auf Lager hat. 
(unbezahlte Werbung)


Wie sieht das bei euch aus, habt ihr so wie ich zeitweise zu viele Vorräte und anderes gebunkert? 




Sonntag, 15. Oktober 2023

komm Abendessen...


Blog-Event CCI - Abendbrot (Einsendeschluss 15. Oktober 2023)


Bei uns in Wien wird zum Abendessen oder Nachtmahl gerufen... mit oder ohne Brot. 😏

Britta möchte mit ihrem Blogevent bei Zorra das in ihrer (und meiner) Kindheit tägliche klassische Abend-BROT in Erinnerung rufen. 





Auch wenn wir heute oft ein warmes Abendessen genießen, so habe ich doch einige bewährte Brotaufstriche auf dem Blog:

Mandel-Lauch, Foto oben
Rote Rüben (Bete)
Geflügelleber
veganer "Leber"-Aufstrich
Mandel-Ofengemüse, vegan

Den Mandel-Lauch Aufstrich vom Foto kenne ich von einem Heurigen*), wo er zu dünn aufgeschnittenem kalten Putenbraten und Brot serviert wurde, was eine sehr feine Sache ist. 


In einem anderen Heurigenlokal essen wir sehr gerne Wildschweinschinken mit Krendip (Meerrettich) und Preiselbeeren. Gutes Bauernbrot (und ein Weinchen) dazu und jeder Abend ist gerettet! 
Mir persönlich gefällt dabei vor allem die Kombination herzhaft mit fruchtig und auch Chutneys mag ich gern, zum Beispiel zu Käse. Herr Fliederbaum ist nicht so begeistert davon, trotzdem gibt es bei mir oft ein selbst gekochtes Chutney. 

Das heutige Chutney hat den Vorteil, dass es mit Preiselbeeren aus dem Glas zubereitet wird, die die Süße bereits mitbringen. Leider hat meines nicht die schöne Preiselbeerfarbe behalten, aber das betrifft nur die Optik. 



Preiselbeerchutney

1 kl. Glas bio Wildpreiselbeeren, ca. 250 g
1 kleine rote Zwiebel, klein geschnitten
etwas Öl zum Anbraten
1/2 TL Honig, je nach Süße-Bedarf auch etwas mehr
1 Knoblauchzehe, zerdrückt oder gerieben
Salz
Pfeffer
Chili
1 EL Balsamico
1 Schluck Rotwein


Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel gemeinsam mit dem Honig sehr langsam glasig weich braten. Nicht Farbe nehmen lassen. Die restlichen Zutaten dazu geben, dabei die Preiselbeeren samt der Flüssigkeit aus dem Glas verwenden.
Einmal aufkochen, danach noch etwa 15 Minuten unter häufigem Umrühren leicht köcheln lassen. Das Chutney soll ein wenig eindicken. Dann abschmecken, in ein Glas oder Schüsserl füllen und weitgehend auskühlen lassen. 
(Im Kühlschrank aufbewahren. Da ich immer nur kleine Mengen einkoche, weiß ich nicht, wie lange es sich hält...)




Das Chutney ist gut vorzubereiten und macht sich auf jeder Käseplatte gut. Oder aber wie erwähnt passt es super zu einem milden Schinken oder Wildschinken, dazu Oberskren (Sahne-Meerrettich) oder frischer Kren und gutes Brot. Herrlich!



Auch am nächsten Tag habe ich frisches Bauernbrot mit dem restlichen Rohschinken belegt, darauf einige Kleckse Chutney und alles bestreut mit ein wenig frischem Kren (Meerrettich). So lasse ich mir "Abendbrot" gefallen! 

Danke, Britta für diese nette Blogevent-Idee!




*) Heuriger bezeichnet sowohl ein Weinlokal in Ostösterreich als auch den jungen Wein vom heurigen Jahr. 



Dieses Schild haben wir bei einem Spaziergang entdeckt. Es ist offenbar notwendig, darauf hinzuweisen, dass Weintrauben und Blätter dem Weingarten-Inhaber gehören. Muss man wirklich alles einzäunen, um nicht Opfer von Dieben zu werden? 

In den Medien liest man immer wieder, dass im Frühjahr Weinblätter säckeweise abgerupft werden, was nicht nur illegal ist, sondern die Pflanze schädigt. Jetzt im Herbst war von besonders dreisten Diebstählen von Weintrauben die Rede, dabei ging es um das tonnenweise Abernten von reifen Trauben. Ich finde das unglaublich und traurig! Wer macht so was...

Das Schild wird demnächst verlinkt mit Arti und ihrer Schildersammlung.

Liebe Grüße aus Wien





Samstag, 17. Oktober 2020

pink im Oktober - roter Reissalat, Shrub und Radieschen

 

Der "pinke rosarote Oktober" bei mir geht weiter! 
Hier habe ich bereits die Pink Ribbon Aktion erwähnt, die besonders jeden Oktober auf die Brustkrebsvorsorge aufmerksam macht. Denn in den letzten 25 Jahren erkrankten in Europa unglaubliche 12 Millionen Frauen an Brustkrebs - genauer gesagt sind es 99% Frauen und 1% Männer. Selbst im kleinen Österreich gibt es pro Jahr etwa 5.500 von Brustkrebs Betroffene (Quelle Pink Ribbon Broschüre), viel zu viele! 

Es ist mir (als medizinische Laiin) ein persönliches Anliegen, zu schreiben, wie wichtig daher die Früherkennung (klick) ist! Das Früherkennungs-Programm bei uns beinhaltet Mammographie plus Ultraschall, Befunderstellung durch 4-Augen-Prinzip, die Zertifizierung von Radiolog*innen etc. Auch wenn die Untersuchung nur alle 2 Jahre vorgesehen ist, kann frau sich jederzeit bei Bedarf dafür freischalten lassen! 

Viele nutzen das (kostenlose) Angebot aber nicht oder fürchten sich vor Schmerzen während der Mammographie... ja, es gibt angenehmere Dinge als eine eingequetschte Brust, aber diese kurze Untersuchung kann Tumore erkennen, auch wenn man sie (noch) nicht selbst ertasten kann! Einer guten Bekannten ist genau das passiert und sie befindet sich dank Operation und Therapien auf dem besten Weg, gesund zu werden. Ist das nicht Grund genug, um alle Vorsorgemöglichkeiten anzunehmen? 

(Werbung durch Namensnennung, unaufgefordert, unentgeltlich!)



Nicht gerade pink, aber zumindest rötlich ist mein heutiges Gericht zu pink im Oktober. Der burgenländische rote Reis hat mich zu einem Reissalat inspiriert als Beilage zu Lachs und kurz mitgebratenen Radieschen. Ein wahres Festessen, bei dem ein gut gereifter Shrub (siehe weiter unten) eine wichtige Rolle spielte!


roter Reissalat
(für ca. 3 Personen als Beilage)

120 g roter Reis 
1 mittelgroße rote Zwiebel
1/2 Bund Petersilie
1 Handvoll Mandelstifte 
1 Handvoll rote Weintrauben

Dressing:
2 EL Balsamico oder guten Balsamessig oder Shrub* (ich)
reichlich Olivenöl
1 TL Senf
Salz
Pfeffer

Zubereitung

Zuerst den Reis nach Packungsanweisung (hier in der doppelten Menge Wasser) mit ein wenig Salz kochen und ausquellen lassen. 
Die Zwiebel fein schneiden, die Petersilie hacken, die Mandelstifte in einer Pfanne trocken rösten und die Weintrauben halbieren. 
Die Zutaten für das Dressing mit einem Schneebesen gut verrühren, so dass es schön sämig wird. Alles vermischen, abschmecken und etwas durchziehen lassen. 

Der Salat kann lauwarm oder kalt für sich allein stehen oder als Beilage zu zB. Fisch serviert werden. Reste schmecken auch am nächsten Tag bestens. Durch den gereiften Shrub, der mit einem guten Balsamico vergleichbar ist, bekam der Salat das gewisse Etwas!! 


Shrub
Vor mittlerweile 5 Jahren habe ich mich an die Herstellung eines Erdbeer-Shrubs gewagt (klick).  Ein solcher enthält zu gleichen Teilen frische Früchte, Zucker und guten Essig. 
Nachdem die Mischung damals 3 Wochen durchgezogen hatte, füllte ich die schöne rote Flüssigkeit in eine Flasche ab. Mein Shrub schmeckte aber immer noch sehr deutlich nach Essig und so vergaß ich die Flasche für einige Zeit...

Jetzt, 5 Jahre später ist aus meinem ehemals roten, eher essigsauren Erdbeer-Shrub ein sensationeller milder, fruchtiger, dickflüssiger und dunkler "Balsamico" geworden (siehe Foto oben). Er eignet sich zum Verfeinern von Süßspeisen genauso wie für pikante Gerichte, wie eben jeder "normale" Balsamico aus Weintrauben auch! Empfehlung!
 
Kennt ihr Shrub? Ich werde das Thema weiter verfolgen... 




Lachsfilet und mitgebratene Radieschen

Kurz gesagt werden Lachsfilets gewürzt und in ein wenig Olivenöl kross gebraten.
Gegen Ende der Bratzeit habe ich Radieschen-Stücke (je nach Größe geviertelt oder geachtelt) zum Mitbraten in die Pfanne gegeben. Mit ein wenig Salz versehen und mit etwa 1 Löffel Shrub oder Balsamico beträufeln. 

Den Fisch aus der Pfanne nehmen und die Radieschen noch ein wenig durchschwenken, sie sollen knackig bleiben. 

Den Fisch gemeinsam mit den Radieschen und dem lauwarmen Reissalat servieren und genießen! Große Empfehlung! 


liebe Grüße


Montag, 1. Juni 2020

Lieblingsfarbe Erdbeermarmelade


Jedesmal, wenn ich einen Rundgang im (eigenen) Wald mache, nehme ich viele Schätze mit nach Hause. Letztlich an einem sonnigen Frühlingstag waren das Brennesselspitzen und Labkraut für eine Kräutersuppe, junge Himbeerblätter für Tee, duftende Holunderblüten und einige Stämmchen Waldmeister. Die ersten Walderdbeeren schmeckten noch zu "grün", sie brauchen noch mehr Sonne.

Die Hollerblüten und der Waldmeister haben eine erste Marmelade mit Erdbeeren vom Bauernmarkt verfeinert. 


Ich finde es jedes Jahr erstaunlich, wie viele Hollerbüsche es im Land gibt, die in der Landschaft erst dann so richtig auffallen, wenn die weißen Blütendolden leuchten.



Das ist der Blick in den Kochtopf, in dem Erdbeeren, abgezupfte Hollerblüten und angetrockneter Waldmeister gemeinsam mit Gelierzucker über Nacht durchgezogen haben. Den Waldmeister habe ich dann vor dem Kochen der Marmelade entfernt und die Erdbeeren mit den Blüten leicht püriert.



Erdbeermarmelade mit Holunderblüten und Waldmeister


Ein genaues Rezept ist eigentlich nicht notwendig; für 6 kleine Gläser und einen Rest zur sofortigen Verkostung nahm ich:
  • rd. 750 g schöne reife Erdbeeren, geputzt gewogen, klein geschnitten, 
  • die abgezupften Blüten von etwa 5 - 7 Holunderblütendolden, wie auf dem 1. Foto zu sehen ist, 
  • 5 Stämmchen vom angetrockneten Waldmeister, 
  • optional 1 TL Waldmeistersirup
  • 250 g Gelierzucker 3:1

Die Mischung über Nacht oder zumindest einige Stunden zugedeckt durchziehen lassen und dann nach Packungsanweisung des Gelierzuckers verkochen (ggf. mit oder ohne Waldmeisterblättchen ein wenig pürieren). Die Marmelade in sterilisierte Gläschen füllen und kopfüber auskühlen lassen.



Der Waldmeistersirup vom Bauernmarkt bringt nicht viel, aber zumindest eine Idee mehr Waldmeistergeschmack in die Marmelade.



Habe ich schon erwähnt, dass frische Erdbeermarmelade zu meinen Lieblingsfarben gehört :-))
Empfehlung für die Marmelade! Habt ihr heuer schon Erdbeermarmelade eingekocht? 




Diese große Hollerin ist eine meiner größten Holunderstauden im Wald in einem eingezäunten Bereich fernab von Straßen. Sie bekommt genügend Sonne und blüht immer so schön üppig mit unzähligen Dolden wie gerade jetzt.
Die Blüten setzten vor einem Jahr unzählige Beeren an und ließen mich auf eine überreiche Hollerbeeren-Ernte hoffen. Ich sah mich schon fleißig Saft und Röster einkochen und legte mir sogar einen neuen Dampf-Entsafter zu. Dieser blieb leider unbenutzt im Keller stehen, denn ich hatte wohl den ganz genau richtigen Zeitpunkt zum Pflücken der Beeren verpasst. Wir waren zu langsam.
Als wir in den Wald kamen, war KEINE EINZIGE Hollerbeere mehr am Strauch zu finden... alles abgefressen von Vögeln, ratzekahl, nichts übrig gelassen... grrr! 
Aber wartet nur, dieses Jahr werde ich aufmerksamer sein ;-)