Donnerstag, 14. Oktober 2021

Herbstzeit-Risotto mit Kürbis und Birne


Blog-Event CLXXIX - Leckeres für die Herbstzeit (Einsendeschluss 15. Oktober 2021)


Der (im Moment empfindlich kalte) Herbst ist nicht nur bei uns in Wien eingekehrt, sondern auch bei Zorra und Caroline von Linal’s Backhimmel.  

Ich schließe mich mit einem schön herbstlichen Kürbis-Birnen-Risotto dem Herbstzeit-Event an. Das Risotto schmeckt mit erntefrischen und vollreifen Zutaten nur im Herbst so gut!  😍



Risotto mit Hokkaido-Kürbis und Birne vegetarisch

(für 2 Personen)

150 g Reis für Risotto (Arborio, bei mir heute spanischer Bomba-Reis)
ca. 200 g Hokkaido-Kürbis, entkernt und geputzt gewogen
1 kl. Zwiebel
1 Knoblauchzehe
etwas Olivenöl
1 Glas Weißwein oder Birnensaft (ich)
ca. 500 ml heiße Gemüsesuppe
Salz, weißer Pfeffer
1/2 TL Thymian
1/2 TL geräuchertes Paprikapulver
1 EL geriebener Parmesan und mehr zum Bestreuen
1 reife Birne

Den Kürbis mit Schale kleinwürfelig schneiden, Zwiebel und Knoblauch ebenso klein schneiden. 

Wie gewohnt ein Risotto zubereiten:
Zwiebel und Knoblauch in Öl anlaufen lassen, ohne Farbe nehmen zu lassen. Den Reis einrühren, sodass jedes Körnchen von Öl benetzt ist. Mit Wein oder Saft ablöschen, die Kürbiswürferl und Gewürze dazugeben und unter oftmaligem Rühren immer wieder mit heißer Suppe aufgießen. Reis und Kürbis werden gleichzeitig bissfest. Abschmecken. 

Die Birne nun schälen, entkernen und in gefällige Würfel schneiden, ein paar dünne Scheiben zur Deko beiseite geben. Die Birnenwürferl und 1 EL Käse (nicht zu viel) unter das Risotto rühren, eventuell noch mit Suppe geschmeidig machen. 

Das Risotto mit ein wenig Parmesan bestreut und mit den Birnenscheibchen servieren. 



Also, ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich liebe die süßliche und fruchtige Komponente der Birnen im Risotto! Genauso wie die Apfelwürferl in meinem Apfelrisotto (mit Hühnerleber) und im Frühling die marinierten Erdbeeren im Spargelrisotto

Die Birne sollte aber wirklich reif und nicht hart und geschmacklos sein, gell...

Liebe Grüße




Sonntag, 10. Oktober 2021

herbstliche Tortelli aus der Toskana

 


Was ist der Unterschied zwischen Tortelli und Ravioli? 

Keine Ahnung? Die italienische "Nudelkunde" ist auch nicht so einfach zu durchschauen und kann zudem noch regional differenzieren... Ravioli sind vielleicht eher quadratisch, aber auch Tortelli sind oft viereckig, meist aber größer. Wie auch immer, schmecken muss es, oder?

Zumindest stammen die heutigen gefüllten Nudelteigtascherln aus meinem schönen Toskana-Kochbuch von Cettina Vicenzino. Susi Turbohausfrau hat wie immer eine detailgenaue Rezension geschrieben, dieses Genussbuch enthält - so wie das Sizilien-Buch der Autorin - schöne Geschichten mit Fernwehfaktor und wirklich köstliche Rezepte zum Nachmachen-wollen.  

(Werbung nicht gesponsert!)



Tortelli Cacio e Pere (Käse und Birnen)

frei nach dem Toskana Kochbuch
für 2 - 4 Personen

Nudelteig nach Felix:
2 Eier, ca. 110 g (bitte abwiegen)
ca. 220 g Mehl (doppeltes Gewicht der Eier)
etwas kaltes Wasser, nur nach Bedarf

Fülle:
(die halbe Mange vom Originalrezept)
100 g Ricotta, abgetropft
1 kleine bzw. halbe schön reife Birne
70 g mittelalter Pecorino, fein gerieben
Salz, weißer Pfeffer

Rotes Püree:
1 mittelgroße rote Rübe (Bete)
Salz, Pfeffer
optional etwas Rotwein oder Traubensaft (ich)

zum Vollenden:
2 - 3 EL Butter
1 Handvoll Walnüsse, grob gehackt (im Original Mohn)
optional dünne Birnenscheiben
optional ein wenig Pecorino, gerieben

Zubereitung:


  • Einen geschmeidigen Nudelteig kneten und bei Zimmertemperatur zugedeckt mindestens eine halbe Stunde rasten lassen, länger ist auch kein Problem.
    Ich finde den Nudelteig von Felix am besten erklärt. 
  • Für die Fülle wird die Birne geschält, entkernt und klein geschnitten bzw. zerdrückt. Alle Zutaten gut verrühren, ich habe mit dem Pürierstab nachgeholfen. Die Fülle gut abschmecken und kalt stellen.
  • Für das Püree die rote Rübe schälen und in wenig Salzwasser weichkochen. Pürieren und abschmecken, eventuell mit ein wenig Rotwein oder Saft verdünnen. Beiseite stellen und vor dem Servieren (wieder) erwärmen.

  • Den Nudelteig nun wie gewohnt dünn ausrollen und viereckige, ca. 6-7 cm große gefüllte Teigtaschen herstellen:
    Dabei jeweils einen Klecks Fülle mit einem Spritzsack oder einem Löffel (ich) auf die Teigplatten setzen. Ich habe den Teig rund um die Fülle noch mit Wasser bepinselt. Mit Teig abdecken und die Ränder gut andrücken. Vierecke schneiden, wobei pro Person etwa 5-6 Tortelli gerechnet werden. 
    Reste der Fülle passen auf Crostini. 
  • Die Tortelli in reichlich Salzwasser 3-4 Minuten mehr ziehen als kochen lassen.
  • In der Zwischenzeit die Butter in einer Pfanne schmelzen und die abgeschöpften Tortelli darin schwenken. 
  • Anrichten: einen Klecks rote Rüben-Püree in die Mitte des Tellers geben, rundherum die Tortelli, gehackte Walnüsse und noch ein wenig zerlassene Butter, geriebener Käse und Birnenscheibchen (wenn vorhanden, ich hatte keine mehr).  


(kleine Portion, es gab Nachschlag!)


Fazit:
Sehr sehr harmonisch im Geschmack und schön herbstlich! Man braucht unbedingt richtig reife Birnen (Fallobst eignet sich gut), denn die Birne macht die Ricotta-Pecorinofülle aromatisch mild.

Zum Bestreuen der Tortelli haben mir die gehackten Walnüsse ganz besonders gut gefallen, sie passen geschmacklich super dazu und geben dem weichen Nudelgericht knackigen Bissss! 



Hier noch ein Blick aufs Originalrezept im Kochbuch-
Valeria Piccini führt ein Restaurant in der südlichen Toskana, die Tortelli stehen seit vielen Jahren auf ihrer Karte! 

Auch wenn das Rezept ein wenig aufwändig ist, für gutes Essen zahlt es sich aus, sich die Zeit dafür zu nehmen, oder? 







Mittwoch, 6. Oktober 2021

Huckleberry Pie oder letzte Heidelbeeren

 

Sommerbild

Ich dachte immer, Heidelbeeren = Huckleberries, aber so einfach ist die Sache doch nicht... 

Huckleberries sind eigentlich eine amerikanische wilde Waldheidelbeer-Sorte (Huckleberry Pacific Spear, Vaccinium ovatum), die an der Nordwestküste der USA heimisch ist, interessanterweise ist die Pflanze immergrün. Eine andere Sorte ist die Amerikanische Heidelbeere (Vaccinium corymbosum), von der die gezüchteten Kulturheidelbeeren abstammen. Die für mich beste Sorte ist natürlich die heimische Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus), die nicht nur schmeckt, sondern ein gesundes vitaminreiches Heilmittel ist. 

Zum Glück hatte ich einen Vorrat an Waldheidelbeeren eingefroren, denn auch die Zeit der heimischen Kulturheidelbeeren geht jetzt im Frühherbst dem Ende zu, wie ich von meinem liebsten Obststand in einer Wiener U-Bahnstation erfuhr - quasi Obst-ab-Hof-Verkauf am Bahnhof. 

Das heutige Rezept stammt von Jen aus den Colorado Rocky Mountains, ich mag ihren Blog "use real butter" sehr gern, auch weil sie die mit Abstand schönsten Landschaftsbilder zeigt. 


Heidelbeer-Pie
Huckleberry Pie frei nach Jen

für eine tiefe Pie-Form von ca. 22 - 23 cm Durchmesser (9 inch)

Teig:

350 g (Dinkel-) Mehl 
280 g kalte Butter in Würfeln
25 g Kristallzucker
1 gute Prise Salz
ca. 6 EL eiskaltes Wasser, nur nach Bedarf

Fülle:

ca. 500 g Heidelbeeren, frisch oder gefroren (ich habe auch einige rote Ribisel /Johannisbeeren reingeschmuggelt)
55 g brauner Zucker oder Kokosblütenzucker (ich)
45 g Kristallzucker, nach Belieben auch mehr (orig. 1 cup, 225 g!)
1 TL Zimt
2 EL Zitronensaft
2 - 3 EL Stärkemehl (orig. Tapioca-Stärke oder 4 EL weiße Tapioca-Perlen)

zum Bestreuen / Bestreichen:

1 EL Butter in kl. Würfeln 
1 Ei (S)
1 EL Milch
1 EL Kristallzucker

Zubereitung:

Für den Teig alle Zutaten verkneten, am besten geht das mit dem Messereinsatz des Zerkleinerers. Kurz mit den Händen durchkneten und den Teig ungleich halbieren. Die kleinere Hälfte auf bemehlter Arbeitsfläche nicht zu dünn ausrollen und in eine befettete Form legen / drücken (inkl. Rand). In den Kühlschrank stellen. Die 2. Teighälfte ebenso kühl rasten lassen, mindestens eine halbe Stunde, aber auch länger ist kein Problem. 

Das Backrohr auf 175°C vorheizen. 
Alle Zutaten für die Fülle vermischen, ich habe dabei den Zuckeranteil radikalst reduziert. Die Heidelbeerfülle in die Form auf den Teigboden leeren, mit Butterwürfeln belegen. 

Aus dem restlichen Teig*) beliebige Formen ausstechen und die Fülle dicht damit belegen. Ein Gitter aus Teigstreifen wäre auch schön. 
Ei und Milch verrühren und die Oberfläche damit bestreichen, dann mit Zucker bestreuen.
Den Pie im Ofen etwa 45 - 50 Minuten backen, bis er schön gebräunt ist. Achtung! Die Fülle ist - wie bei Pies dieser Art - relativ flüssig, dickt aber beim Abkühlen noch ein. 


*) Die Teigmenge ist reichlich, Reste können im Kühlschrank mehrere Tage "überleben".  
Der Pie-Teig enthält verhältnismäßig viel Butter, aber das macht ihn schön weich und auch im kalten Zustand gut zum Bearbeiten. 



Servieren am allerbesten (lau-) warm und mit einem Löffel portioniert. Der Pie schmeckt aber auch ausgekühlt gut, Vanilleeis gehört immer dazu! Empfehlung für dieses fruchtige und unkomplizierte Dessert!






So schön rot verfärbt sich das Heidelbeerlaub im Herbst.



Das sind Bilder vom letzten Wochenende in Innsbruck mit einer kleinen feinen Wanderung rund um den Patscherkofel. So schön kann der Herbst sein, oder?



Donnerstag, 9. September 2021

eine interessante veggie Version von Fleischlaberln

 

auf der Alm sind wirklich alle relaxed!

Mit Laibchen geht es nach der erholsamen Almpause weiter... denn schon immer gehörten besonders Fleischlaberl (faschierte Laibchen, Frikadellen oder wie auch immer sie bei euch heißen...) zu meinen absoluten Lieblingsessen. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert, nur dass mir in Bezug auf die Laibchen vegetarische Varianten immer lieber werden. Die diversen veggie Laibchen und Bällchen gehören zu meinen kulinarischen Entdeckungen der letzten Jahre und ich bin über deren fleischlose Vielfältigkeit geradezu entzückt! 😍


Das "veggie Faschierte für alles" stammt von Maria (klick) und diese vegane Gemüse-Nuss Masse als Basis schmeckt uns in der rundum knusprigen Laibchenform am besten. Die Laibchen sind bei mir nicht vegan, was aber auch einen Versuch wert wäre. Es ist aber oft schwierig, eine Gemüse-Laibchen-Masse ohne Ei und Käse etc. zu kreieren, die auch gut zusammenhält, oder? 




veggie "Fleischlaberl" 

frei nach Maria (für ca. 8 Laibchen)

Basis-Masse Gemüse-Nuss:

200 g Karfiol / Blumenkohl
100 g braune Champignons
100 g Walnüsse
etwas Öl
2 Knoblauchzehen
1 kleine Zwiebel
2 EL Tomatenmark
jeweils 1/2 EL Majoran und Oregano
ein wenig geräuchertes Paprikapulver
Salz, Pfeffer

Laibchen:

250 g der Basis-Masse von oben
50 g Knödelbrot /Semmelwürfel
2 Eier (M)
3 EL geriebener Parmesan (der kommt im Original nicht vor)
etwas gehackte Petersilie 
ca. 1 Handvoll Semmelbrösel nach Bedarf

reichlich Öl oder Kokosfett zum Ausbacken

Zubereitung:

Für die Basis-Masse (siehe Foto oben)...
  • die Karfiolröschen, Champignons und Walnüsse schreddern bzw. in einem Food Processor zerkleinern, aber nicht allzu fein. 
  • Zwiebel und Knoblauch fein schneiden. 
  • Alle Zutaten in einer Pfanne in Öl unter Rühren gut durchbraten, so dass Karfiol und Pilze später keine Flüssigkeit mehr abgeben und sich die Röstaromen entfalten können. 
  • Die Masse sehr gut würzig abschmecken und kurz auskühlen lassen. 


Für die Laibchen werden... 

  • 250 g der Basis-Masse und 
  • die restlichen Zutaten vermischt. 
(Reste der Basis-Masse, ca. 100 g, wandern zB. in die nächste Sauce Bolognese!)
Die Laibchen-Masse sollte ein bisschen durchziehen, ca. eine halbe Stunde und wird dann noch abgeschmeckt. 

In der Zwischenzeit die gewünschten Beilagen fertig stellen.

Ausbacken: In einer Pfanne reichlich Öl erhitzen. Etwa 8 nicht zu große, aber auch nicht zu flache Laibchen formen. Achtung! Die Masse ist nicht einfach zu formen und zerfällt leicht, aber sie hält beim Ausbacken dann doch gut zusammen. 

Die Laibchen sehr vorsichtig in Brösel wenden und beidseitig knusprig ausbacken, wobei sie bei mir oft ziemlich dunkel werden...

Mit beliebigen Beilagen anrichten, zum Beispiel...


mit Erdäpfelpüree...



mit Ajvar, Ofenkartoffeln und Ofengemüse...


mit Kartoffelsalat...


Die dunklen Laibchen schmecken richtig gut, das finden wir jedes Mal, und sind glücklich über diese veggie Fleischlaberl-Variante, danke dir, Maria für die Anregung! Reste sind auch kalt sehr gut und im Lauf eines Tages sind dann plötzlich alle weg... aber ich glaube, das geht allen so mit übrig gebliebenen Laibchen, oder?




Donnerstag, 12. August 2021

Kartoffellaibchen, vielseitig und Fewo-tauglich

 


Noch ein paar Tage, dann geht es wieder auf "unsere" Almhütte in den Bergen, meine tierischen Freundinnen warten schon. 😍  

Ohne Laptop... da es dort oben auf dem Berg zwar Strom, aber nur spärlich Internet- und Handyempfang gibt. Ich finde das schön und für drei Wochen absolut auszuhalten! Für mich genügt es, das Handy zu kontrollieren, wenn ich hin und wieder ins Tal runter komme! 

So suche ich in meinem digitalen Kochbuch schnelle Rezepte als Anregung zusammen und drucke sie zum Mitnehmen auf Papier aus. Sie sollen Almhütten- bzw. Ferienwohnung-tauglich sein und kein Backrohr benötigen. Die heutigen Laibchen mit Kartoffeln und Gemüse eignen sich perfekt, sie schmecken und gelingen auch dann, wenn man sie "aus dem Ärmel schüttelt"!



Erdäpfel-Gemüselaibchen

frei nach "Silvia kocht" ORF (für 2 - 3 Pers.)

Laibchen:
ca. 300 g mehlige Erdäpfel
1 kleine Karotte
ca. 10 cm Lauch oder 1 kl. Zwiebel
1/2 Bund Petersilie, Stängel und Blätter
2-3 EL Öl
1 Ei (M)
1 Knoblauchzehe
2 EL Haferflocken
1 Handvoll Bergkäse, gerieben
Salz, Pfeffer

etwas Öl zum Braten

Die Erdäpfel kochen, schälen und noch heiß durch die Kartoffelpresse drücken (alternativ stampfen oder mit einer Gabel gut zerdrücken). Salzen und auskühlen lassen.
Die Karotte stiftelig hobeln oder raspeln, den Lauch und die Petersilstängel klein schneiden. In Öl sanft anschwitzen, nicht Farbe nehmen lassen und unter Rühren weich braten.
Die Petersil-Blätter fein hacken, Knoblauchzehe und Käse reiben.

Alle Zutaten gut vermischen und abschmecken. Ist die Masse zu weich, dann mehr Haferflocken verwenden, aber durch Käse und Ei hält sie beim Braten sowieso gut zusammen. 
Mit nassen Händen eher kleine Laibchen formen und in einer Pfanne in Öl rasch beidseitig knusprig braun braten. 


Die veggie Laibchen schmecken sehr gut mit Salat und ...



  • Knoblauch-Sauce

1 Becher, 250 ml Sauerrahm
1 EL Creme fraiche
reichlich zerdrückter Knoblauch nach Belieben
gehackte Petersilie bzw. andere frische (Alm-) Kräuter nach Belieben
etwas Zitronensaft
Salz, Pfeffer

Alle Zutaten verrühren und abschmecken. Je nach Belieben die Anteile von Knoblauch bzw. Kräutern variieren. 



  • Petersil-Dill-Sauce und Räucherlachs

Die Sauce wie oben, aber mit weniger Knoblauch und reichlich gehackter Petersilie und Dille zubereiten. Alternativ beliebige frisch gepflückte Kräuter von der Almwiese verwenden. 

Die Sauce auf die Laibchen löffeln und darüber Scheibchen von einem Räucherlachs oder anderen geräucherten Fisch von guter Qualität darüber legen. Wir hatten zuletzt zu Hause eine feine kaltgeräucherte bio Lachsforelle aus dem Waldviertel, gekauft am Slow-Food Markt in Horn

(Werbung nicht gesponsert!)




Da der Sommer heuer warm und feucht ist, müsste ja wieder ein gutes Schwammerljahr sein (klick), denn ich freue mich schon auf meine geliebten Eierschwammerl bzw. Pfifferlinge. Meinen Brotsalat genieße ich auch sicher wieder auf der Hausbank. 

Und die eine oder andere Suppe mit Ausblick...




Liebe Grüße (noch) aus Wien




Sonntag, 1. August 2021

Kukuruz und ein bunter Sommersalat

 

Kukuruz...
heißt eigentlich bei uns im Osten Österreichs der Mais (Zea mays, Pflanzenfamilie der Süßgräser, ursprünglich aus Mexiko und Peru, von Kolumbus nach Europa gebracht). Aber wer sagt heutzutage noch "Kukuruz"... verschwindet das Wort? 😞

"Kruzitürken" schimpfte früher mein Vater manchmal, wenn ihm etwas gegen den Strich ging. Auch diesen Kraftausdruck habe ich schon lange nicht mehr gehört (und nicht nur, weil mein Vater seit 40 Jahren nicht mehr ist). 


Die Kuruzen...
waren in vergangenen Jahrhunderten eine bewaffnete Bauerngemeinschaft aus Ungarn und haben genauso wie die Türken bzw. Osmanen der Habsburger Monarchie zugesetzt. Aber gerade aus diesen Gebieten im Südosten kam einst der Mais über Umwege zu uns in den Ostalpenraum, er wurde lang abgelehnt und als "Kukuruz", "Türken" oder sogar als "gelbe Gefahr" bezeichnet. 


Heutzutage...
spielt der Mais in der Futter- und Nahrungsmittelindustrie eine große Rolle und Maisstärke findet sich in vielen Produkten, wie Kunststoffen, Klebstoffen, Verpackungsmaterialien...
Ökologisch gesehen finde ich intensiven Maisanbau als Problem. Mais benötigt hohe Stickstoffdüngung, die Pflanze kann selbst viel Stickstoff aufnehmen, der aber "irgendwann" wieder in die Umwelt abgegeben wird. Mais gehört zu den Ackerbaukulturen mit den höchsten Nitratgehalten im Boden und im Grundwasser. Die Befürworter meinen (wie üblich), es wäre alles nicht so schlimm und die Ökobilanz von Mais besser als jene von Raps oder Weizen.
Wie immer bleiben viele Fragen offen und als einzelne kleine Konsumentin kann man sowieso immer nur das eine machen -- nämlich sich zu informieren, bewusst einzukaufen und nachhaltig zu leben!

Dieser Zuckermais aus dem Burgenland ist zwar nicht bio, aber aus regionalem Anbau mit kurzen Transportwegen. Könnte auf der Verpackung nicht (wenigstens zusätzlich) "Kukuruz" stehen? Diesen Ausdruck hört man immer seltener und ich habe das Gefühl, er verschwindet langsam, still und leise. 

(Werbung für "Da komm´ich her", nicht gesponsert!)


Susi Turbohausfrau benutzte ihn noch (zB. für ihre kalte Kukuruzsuppe) und auch Frau Ziii, die aber schon lang nicht mehr bloggt. Von ihr gibt es ebenfalls ein wunderbares Rezept für eine Kukuruzsuppe, die es bei uns mindestens 1x im Sommer gibt. Sie schmeckt auch "veganisiert" mit Kokosmilch statt Schlagobers sehr gut und mit Schnittlauch statt Dill (siehe Foto oben)!

Empfehlung für meine Suppe mit Biss frei nach Frau Ziii, ein echtes Highlight!



Ein weiteres Kukuruz-Highlight habe ich nun mit diesem bunten Salat entdeckt --


Kukuruzsalat mit Marillen und Senfdressing vegan

(für 1-2 Personen)

1 Kukuruz-Kolben / Mais
Salzwasser zum Kochen
Sonnenblumenöl zum Braten

1/2 Salatgurke
einige Paradeiser / Tomaten
einige feste Marillen / Aprikosen, ersatzweise Nektarinen oder Pfirsiche 
Basilikum
optional einige Sonnenblumenkerne

Senfdressing:
1 TL Senf
reichlich gutes Sonnenblumenöl
Balsamico
Salz, Pfeffer

  • Den Maiskolben in Salzwasser weichkochen und abgetrocknet in wenig Öl rundherum anbraten (alternativ auf den Grill legen). Die Körner mit einem scharfen Messer herunter schneiden.
  • Die Salatgurke schälen oder nicht (ich), entkernen und klein schneiden. Die Paradeiser je nach Größe vierteln oder achteln. Die Marillen entkernen und in schmale Spalten schneiden.
  • Aus allen Zutaten für das Dressing mit einem Schneebesen ein molliges Dressing rühren, wenn nötig mit ein wenig Wasser verdünnen.
  • Alles vermischen und mit Basilikumblättchen und ggf. Sonnenblumenkernen bestreuen.



Ein Gedicht! Sehr harmonisch!
Mit eher säuerlichen Früchten schmeckt mir der Salat am besten, sie bilden einen schönen Gegenpart zum milden Kukuruz und zum Dressing. Und nicht auf das Basilikum verzichten! 



Zu meinen kulinarischen Kindheitserinnerungen gehört auch der junge knackige Kukuruz - frisch gepflückt, von den Hüllblättern und den Maishaaren befreit und die Körner mitsamt dem noch zarten Kolben geknabbert! Köstlich... und mein Onkel Josef vom Manhartsberg in Niederösterreich freute sich früher immer, wenn er uns seine Felder (und Weingärten) zeigen konnte und uns die Kostproben schmeckten! 



Auch heute noch ist der junge Mais ein besonderer Genuss für mich und ich habe meinen Garten-Kukuruz nur aus diesem Grund angebaut 😋 



Habt ihr auch Mais im Garten?



Mittwoch, 21. Juli 2021

Marillenzeit ist!

 

Mmmm... Marillenzeit und "alles Marille" heißt es momentan auch in der Wachau, wo "Marillenfeste" stattfinden. 

Mit Marillen (Aprikosen) gibt es einige bewährte Rezepte auf meinem Blog, klickt doch das Label "Marille" an!


Mit den schönsten Marillen bereite ich als erstes immer Knödel zu (zum Beispiel nach diesem Rezept), dann folgt Kuchen und zum Schluss wandern die reiferen und nicht mehr so einwandfreien Früchte in Marmelade und pürierte Saucen. 😋

Das Foto oben zeigt Topfenpalatschinken, bedeckt mit einer warmen Marillensauce und ein paar roten Ribiseln aus dem Garten (für meine lieben deutschen Leser*innen: Quark-Pfannkuchen, Aprikosensauce, Johannisbeeren). 


Ein sehr interessanter neuer Kuchen in Kombination mit einer "alten" und bewährten Dessertcreme kommt hier:


dunkler Marillenkuchen (Aprikose)

(für 1 kl. Blech)

Gleichschwer-Teig mit Buchweizenmehl und Kakao:
180 g weiche Butter
180 g Zucker
4 Eier (M) Zimmertemperatur
1/2 bio Zitrone, Schale und Saft
1/2 P. Weinstein Backpulver

110 g Dinkelmehl
55 g Buchweizenmehl
15 g ungesüßter Kakao
(in Summe 180 g)

einige schöne Marillen, geviertelt, zum Belegen

Zubereitung:

Das Backrohr auf 180°C vorheizen und ein Backblech + Papier bereit stellen. Die Marillen vierteln. 

Butter mit Zucker schaumig schlagen und nach und nach die Eier einschlagen. Zitronensaft und die restlichen trockenen, miteinander vermischten Zutaten einrühren. Den Teig auf das Backblech streichen, reichlich mit Marillen belegen und etwa 25 Minuten backen. 



"kalifornisches Dessert" mit kalter Marillensauce

aus meiner Schulzeit (klick)

Pudding-Joghurt-Creme:
2 Eiklar
1 Prise Salz
1 EL Zucker

375 ml Milch
100 g Zucker inkl. Vanille
30 g Stärkemehl
2 Eidotter

250 ml Naturjoghurt

Marillensauce:
einige Marillen
Zucker nach Geschmack
etwas Marillensaft oder Likör

Zubereitung:

Für die Creme wird zuerst mit Eiklar, Salz und Zucker ein fester Eischnee geschlagen und beiseite gestellt. 
Alle Zutaten für den Pudding (außer dem Joghurt) in einem Topf unter Rühren erhitzen und eindicken lassen, nicht kochen. Den Eischnee vorsichtig unterheben und die Mischung ein wenig auskühlen lassen.
Zum Schluss das Joghurt einrühren, die Creme in Gläser verteilen und kalt stellen.
Alle Zutaten für die Marillensauce vermixen und abschmecken, die Sauce wird in diesem Fall nicht gekocht. 
Erst direkt vor dem Servieren kommt die Fruchtsauce auf die Creme. Die Creme wird von kleinen Kuchenstücken begleitet, zum gemeinsamen Genießen! 

Das Dessert schmeckt Jahrzehnte nach der Schulzeit immer noch gut. 😋

Der Kuchen mit Buchweizenmehl passt sehr gut dazu, fanden wir. Der Buchweizengeschmack ist recht dominant, ggf. könnten die Mehlsorten-Mengen dem persönlichen Geschmack angepasst werden. 


Wie "feiert" ihr denn die Marillenzeit?




Sonntag, 18. Juli 2021

Tor in die Rosenburg und ein Rosensirup

 



verlinkt mit "Tor in die neue Woche Nr. 249" bei Nova


Die Rosenburg in Niederösterreich ist mindestens einmal im Sommer unser Ziel... 


...immer dann, wenn im achteckigen und überdachten Zelt Theater gespielt wird. 



Waren es jahrelang sehr schöne Shakespeare Inszenierungen, so werden nun internationale Komödien gespielt, heuer ist es "ein Käfig voller Narren" (Werbung nicht gesponsert). 



Ein Theaterstück zum Lachen, gute heimische Schauspieler und vor allem das einzigartige und wunderschöne Ambiente des Theaterzeltes und der Rosenburg bieten einen entspannten Abend. Und lassen Sorgen und (Klimawandel-) Katastrophen kurz vergessen. 



Nach der Vorstellung kann man bei Mondlicht noch gemütlich ein Gläschen trinken und den Abend ausklingen lassen. Lieber als der Aper*l Spritz vom Foto wäre mir ein Rosensekt gewesen, aber heuer hatten sie offenbar keinen im Angebot...
also musste ich tags darauf selbst dafür sorgen! 



Einige wenige Rosenblütenblätter konnte ich im Garten pflücken, die Hagelunwetter der letzten Zeit haben nicht mehr übrig gelassen. Ich sammle sowieso gern nur kleinere Mengen Blüten für einen Sirup, dafür bei nächster Gelegenheit wieder und auch einmal gemischt mit anderen Blüten.


Rosensirup
(für 1 kl. Flasche)

2 Hände voll frischer Duftrosenblätter (ich hatte verschiedene Sorten)
250 g Kristallzucker
250 ml Wasser
1/2 Zitrone, Saft und Schale

Zucker und Wasser zu einem Sirup kochen. 

Die frisch gepflückten Rosenblätter nicht waschen, nur auf Insekten untersuchen. Die Blätter in den noch heißen Sirup tauchen und den Zitronensaft dazugeben -- hat man rosa oder rote Blütenblätter genommen, so färbt sich die Flüssigkeit nun rosa! 

Die Zitronenschale (von der ausgepressten Zitronenhälfte) ebenfalls beifügen und die Mischung zugedeckt einen Tag lang bzw. über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag durch ein Sieb abseihen, dabei die Blüten ein wenig ausdrücken und den Saft abfüllen. 


Den Sirup bitte zur Sicherheit im Kühlschrank aufbewahren und rasch aufbrauchen, das Aroma und die Farbe verflüchtigen sich möglicherweise rasch. Außerdem gibt es bald die nächsten Blüten...


Der Rosensirup lässt sich mit Wasser aufgespritzt als Durstlöscher oder mit Sekt / Prosecco / Frizzante als eleganter Sommerdrink oder Aperitiv genießen! Da mein Rosensirup natürlich nicht extra gefärbt ist, erscheint er verdünnt farbloser, was dem Geschmack keinen Abbruch tut! Empfehlung!



die Rosenburg im Herbst, Rosenzucker und Rosenkeks (klick)

Rosenblütengelee (klick), ein alter Beitrag aus 2012, mein erster...

Rosige Sommergrüße!