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Freitag, 23. April 2021

Engadiner Nusstorte für die kulinarische Weltreise

 

Diese Bergwiese im Engadin ist mein Lieblingsbild aus der Schweiz und ich zeige sie euch zum wiederholten Mal 😍  (auch weil es keine neuen Fotos gibt, seufz). Ich habe die große Wiese mit den Frühlingsblumen und den Schneeresten auf den Bergen im Juni 2018 aufgenommen (klick). Für mich ist sie der Inbegriff von Bergfrühling und schöner Landschaft im ältesten Nationalpark der Schweiz. 



Und weil es dort gar so schön ist, freue ich mich sehr, dass ich wenigstens virtuell (mit Volker mampft) in die Schweiz fahren kann! 


Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in der Schweiz - die besten Rezepte und Gerichte 


Vor zwei Jahren war ich zuletzt im Engadin, habe hier Bilder davon gezeigt und auch köstliche Nusskaramellhäppchen gebacken, also in etwa eine Engadiner Nusstorte in Miniformat. 

Für die kulinarische Weltreise gibt es heute die berühmte Torte aus Graubünden im "Normalformat", aber nicht schweizerisch original, sondern nach einem österreichischen Rezept. Es stammt von Evelin Wild - einer bekannten Patissière und Konditorweltmeisterin aus der Steiermark. 




Engadiner Nusstorte nach Evelin Wild

(die halbe Menge ihres Originalrezeptes für 1 kl. Torte mit 18 cm)

Mürbteig (ein klassischer 1-2-3 Teig):
60 g Zucker (orig. 75 g)
112 g Butter
225 g Mehl
1 Ei

Fülle:
38 g Milch und
62 g Schlagobers / flüssige Sahne    (Summe 100 g)
150 g Kristallzucker 
100 g Marzipanrohmasse, klein würfelig geschnitten 
150 g Walnüsse, grob gehackt

1 Ei zum Bestreichen

Zubereitung:

Aus allen Teigzutaten einen geschmeidigen Mürbteig kneten. Wenn nötig, kann man ganz wenig !! kaltes Wasser dazu geben, wenn er zu trocken sein sollte. Den Teig eine halbe Stunde kühl rasten lassen. Die Teigkugel ungleich halbieren - die etwas größere Hälfte dann für den Boden und Rand, die kleinere Hälfte für den Deckel ausrollen und zuschneiden (auf bemehlter Fläche). Aus Teigresten können Keks ausgestochen werden. 

Für die Fülle wird Milch + Obers erwärmt. Den Kristallzucker in einem Topf bei nicht zu großer Hitze langsam schmelzen. Ich gebe dabei gern 10% Wasser dazu, also 15 g Wasser bei 150 g Zucker. 

Wenn das Karamell schön hellbraun ist, wird ebenso langsam die Milch-Obers-Mischung eingerührt, dann die Marzipanwürferl (siehe Foto oben). Die Hitze zurückschalten und ständig rühren. Wenn das Marzipan aufgelöst ist, kommen die gehackten Walnüsse dazu. Vom Herd nehmen, nur mehr kurz rühren und die Masse ein wenig überkühlen lassen.

Das Backrohr auf 175°C vorheizen. Eine befettete Ofenform oder einen Tortenring (auf einem Backblech + Papier) mit dem Teigboden + Rand auslegen. Die Fülle darin verteilen und die Ränder nach innen einschlagen. Ich habe den Tortenring dann entfernt, die Torte ist stabil genug und der Ring diente mir nur zur Formgebung. 

Den Teigdeckel schön darüber legen, andrücken und einige Male "stupfen", d.h. mit einem Holz- oder Metallstäbchen mehrmals einstechen, dass der Dampf beim Backen entweichen kann. Wer will, kann die Oberfläche mit Teigresten verzieren oder mit einer Gabel ein Muster einritzen etc. Mit einem verschlagenen Ei bestreichen. 

Die Torte im Rohr etwa ein halbe Stunde backen. Dann auskühlen lassen und ein bisschen anzuckern. 






Fazit:
Eine sehr köstliche, aber auch recht süße und mächtige Torte, daher war die halbe Menge für eine kleine Torte für uns mehr als ausreichend. Die Torte ist idealerweise längere Zeit haltbar und schmeckt auch nach Tagen bestens. Das Marzipan im Nusskaramell passt ganz hervorragend dazu, dominiert aber nicht. 

Tipp: 
Von der Marzipanrohmasse benötigt man meist nur kleinere Mengen. Reste lassen sich würfelig geschnitten und abgewogen gut einfrieren und sind im Nu aufgetaut. 



Genauso wie die Engadiner Torte lege ich euch auch diese kleinen Häppchen ans Herz! 



lange Linkliste zur kulinarischen Weltreise in die Schweiz:


Cornelia von SilverTravellers mit Zürcher Geschnetzeltes – ohne Fix schnell auf den Tisch 

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Tösstaler Sunntigsbroote mit prötlete Härdöpfel 

Britta von Brittas Kochbuch mit Schweizer Rösti 

Barbara von Barbaras Spielwiese mit Rüeblicake (Schweizer Karotten-Mandel-Kastenkuchen) 

Wilma von Pane-Bistecca mit Soledurner Wysuppe 

Britta von Brittas Kochbuch mit Aargauer Rüeblitorte 

Sonja von fluffig & hart mit Aargauer Rüeblitorte 

Dirk von low-n-slow mit Grillierte Forelle mit Mandelbutter 

Conny von food for the soul mit Pane Ticinese - das Tessiner Brot 

Wilma von Pane-Bistecca mit Salzige Zigerchrapfen 

Tina von Küchenmomente mit Roggenbrot Walliser Art 

Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Schweizer Butterweggli 

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit St. Galler Käsekugeln auf Löwenzahn-Rucola-Salat

Britta von Backmaedchen 1967 mit Schweizer Apfel-Wähe mit Joghurtguss 

Wilma von Pane-Bistecca mit Gemuese Suelzli 

poupou von poupous geheimes laboratorium mit Zuger Kirschtorte 

Susanne von magentratzerl mit Ghackets mit Baumnüssen und Kartoffelstock 

Tina von Küchenmomente mit Rhabarber-Quark-Wähe 

Britta von Brittas Kochbuch mit Älplermagronen 

Wilma von Pane-Bistecca mit Schweizer Ruchbrot 

Volker von Volkermampft mit Bürli - leckere Frühstücksbrötchen aus der Schweiz 

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit la torta da üdrion - Tessiner Heidelbeertarte 

Wilma von Pane-Bistecca mit Chuegeli Pastetli 

Britta von Brittas Kochbuch mit Minestrone ticinese 

Britta von Brittas Kochbuch mit Zürcher Geschnetzeltes 

Simone von zimtkringel mit Zibelechueche und Zibelemärit 

Edyta von mein-dolcevita mit Badener Chräbeli 

Tom & Kathi von Mehr Genuss mit Trinser Birnenravioli 

Wilma von Pane-Bistecca mit St. Galler Handbuerli 

Wilma von Pane-Bistecca mit Birewegge - so typisch Schweizerisch 

Gabi von slowcooker.de mit Lauwarmer Quark-Rhabarberauflauf 

Sonja von fluffig & hart mit Churer Birnenpizokels 

Britta von Brittas Kochbuch mit Solothurner Brot 

Wilma von Pane-Bistecca mit Schpaeck und Bohne 

Michael von SalzigSüssLecker mit Schweizer Nusskipferli 

Susanne von magentratzerl mit Bündner Gerstensuppe 

Susi von Turbohausfrau mit Waadtländer Flammkuchen 

Sylvia von Brotwein mit Käsewähe - Rezept für Schweizer Käse Tarte 

Wilma von Pane-Bistecca mit Meitschibei 

Anja von GoOnTravel mit Basler Brunsli – Leckere Plätzchen aus der Schweiz 

Gabi von slowcooker.de mit Gruyere-Risotto mit Schmortomaten 

Friederike von Fliederbaum mit Engadiner Nusstorte (nach Evelin Wild)


was für eine tolle Sammlung!!



Montag, 6. April 2020

Engadin im Frühling und ein Konfekt (nachgebacken)


Zur Aufmunterung in Zeiten wie diesen zeige ich euch ein paar Frühlingsbilder... nein, leider nicht von heuer, sondern aus den vergangenen zwei Jahren aus dem Engadin... genauer aus dem ältesten Nationalpark der Schweiz "Engadin" und Val Müstair - Biospärenpark an der Grenze zu Südtirol.


Bisher war ich zweimal dort wandern (klick, klick - hier ist das 1. und letzte Foto aus dem Engadin, die anderen aus Südtirol), leider immer nur kurz.
Aber diese beeindruckende Gebirgslandschaft hat es mir angetan und ich mag die Almen, Wälder und die urigen Dörfer einfach sehr! Irgendwann bleibe ich dann länger dort!


Ein altes Wärterhäuschen im Dorf Zernez, das moderne Gebäude rechts ist das Nationalparkzentrum mit sehr interessanten Ausstellungen. Es ist in nachhaltiger Leichtbetonbauweise errichtet und auch deshalb sehenswert. 


Im Frühling sind die Bergwiesen mit weißen Krokkussen übersät. Ob es hier wohl auch die lila Frühlingskrokusse gibt... ich hab keine gesehen. 


Wälder mit Lärchen, die im Frühling so schön grün leuchten. 



Die Almen sind im Frühling noch sich selbst überlassen, das Vieh aus den Tälern wird erst später herauf gebracht. 


grün!

knorrig!

süß!

Diese süßen Häppchen musste ich gestern sofort nachbacken, nachdem ich sie bei Andy lieberlecker gesehen hatte. Er nennt es Bündner Nusstorten Konfekt. Graubünden und Engadin ist für mich eins bzw. liegt natürlich das Engadin im Kanton Graubünden, daher nenne ich sie...


Engadiner Nusshäppchen - ein haps und weg
frei nach Andy lieberlecker

Mürbteig:
(eine Hälfte für 1 Blech, ca. 30 Keks à 4 cm DM, die andere Hälfte des Teiges habe ich anderweitig verwendet)
300 g Dinkelmehl
150 g Butter
70 g Zucker
1 Ei
1 Prise Salz
1 bio Zitrone oder kl. Orange, die abgeriebene Schale

Karamell:
(halbe Menge vom Originalrezept)
75 g Kristallzucker
optional 10 % Wasser = 7,5 g
1 EL Honig
100 g Walnüsse, grob gehackt
75 g Schlagobers / flüssige Sahne


Für den Teig alle Zutaten rasch zu einem schönen Mürbteig verkneten und eine Weile kühl rasten lassen.
Das Rohr auf 180°C vorheizen.
Den Teig (bei mir wie gesagt die Hälfte) auf der bemehlten Arbeitsfläche auswalken, ca. 5 mm dick. Kreise ausstechen. Ich fand Kreise im Durchmesser von 4 cm am schönsten, 5 cm war mir zu groß.
Die Keks etwa 10 Minuten hell backen.

Für da Karamell habe ich Zucker und Wasser unter Rühren hellbraun karamellisiert, dann wird der Honig eingerührt, die Nüsse und zum Schluss das Obers. Es entsteht eine schöne braune Nusskaramell-Masse.


Fertigstellen: Mit einem kleinen Löffel wird nun das sehr kurz überkühlte Nusskaramell auf die Keks gehäufelt. Achtung! Ist das Karamell noch zu heiß und flüssig, rinnt es eher runter... kühlt das Karamell zu sehr aus, ist es hart ;-)
Nur noch ein wenig Staubzucker über die Häppchen stäuben und dann sofort genießen!


Wie gesagt... ein haps und weg! Sensationell im Geschmack! Aber bitte nicht zu viel auf einmal essen, es droht der Zuckerschock...

Idealerweise geht man nach dem Genuss wandern oder wenigstens spazieren, was ja erlaubt ist, oder?!