Freitag, 23. April 2021

Engadiner Nusstorte für die kulinarische Weltreise

 

Diese Bergwiese im Engadin ist mein Lieblingsbild aus der Schweiz und ich zeige sie euch zum wiederholten Mal 😍  (auch weil es keine neuen Fotos gibt, seufz). Ich habe die große Wiese mit den Frühlingsblumen und den Schneeresten auf den Bergen im Juni 2018 aufgenommen (klick). Für mich ist sie der Inbegriff von Bergfrühling und schöner Landschaft im ältesten Nationalpark der Schweiz. 



Und weil es dort gar so schön ist, freue ich mich sehr, dass ich wenigstens virtuell (mit Volker mampft) in die Schweiz fahren kann! 


Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in der Schweiz - die besten Rezepte und Gerichte 


Vor zwei Jahren war ich zuletzt im Engadin, habe hier Bilder davon gezeigt und auch köstliche Nusskaramellhäppchen gebacken, also in etwa eine Engadiner Nusstorte in Miniformat. 

Für die kulinarische Weltreise gibt es heute die berühmte Torte aus Graubünden im "Normalformat", aber nicht schweizerisch original, sondern nach einem österreichischen Rezept. Es stammt von Evelin Wild - einer bekannten Patissière und Konditorweltmeisterin aus der Steiermark. 




Engadiner Nusstorte nach Evelin Wild

(die halbe Menge ihres Originalrezeptes für 1 kl. Torte mit 18 cm)

Mürbteig (ein klassischer 1-2-3 Teig):
60 g Zucker (orig. 75 g)
112 g Butter
225 g Mehl
1 Ei

Fülle:
38 g Milch und
62 g Schlagobers / flüssige Sahne    (Summe 100 g)
150 g Kristallzucker 
100 g Marzipanrohmasse, klein würfelig geschnitten 
150 g Walnüsse, grob gehackt

1 Ei zum Bestreichen

Zubereitung:

Aus allen Teigzutaten einen geschmeidigen Mürbteig kneten. Wenn nötig, kann man ganz wenig !! kaltes Wasser dazu geben, wenn er zu trocken sein sollte. Den Teig eine halbe Stunde kühl rasten lassen. Die Teigkugel ungleich halbieren - die etwas größere Hälfte dann für den Boden und Rand, die kleinere Hälfte für den Deckel ausrollen und zuschneiden (auf bemehlter Fläche). Aus Teigresten können Keks ausgestochen werden. 

Für die Fülle wird Milch + Obers erwärmt. Den Kristallzucker in einem Topf bei nicht zu großer Hitze langsam schmelzen. Ich gebe dabei gern 10% Wasser dazu, also 15 g Wasser bei 150 g Zucker. 

Wenn das Karamell schön hellbraun ist, wird ebenso langsam die Milch-Obers-Mischung eingerührt, dann die Marzipanwürferl (siehe Foto oben). Die Hitze zurückschalten und ständig rühren. Wenn das Marzipan aufgelöst ist, kommen die gehackten Walnüsse dazu. Vom Herd nehmen, nur mehr kurz rühren und die Masse ein wenig überkühlen lassen.

Das Backrohr auf 175°C vorheizen. Eine befettete Ofenform oder einen Tortenring (auf einem Backblech + Papier) mit dem Teigboden + Rand auslegen. Die Fülle darin verteilen und die Ränder nach innen einschlagen. Ich habe den Tortenring dann entfernt, die Torte ist stabil genug und der Ring diente mir nur zur Formgebung. 

Den Teigdeckel schön darüber legen, andrücken und einige Male "stupfen", d.h. mit einem Holz- oder Metallstäbchen mehrmals einstechen, dass der Dampf beim Backen entweichen kann. Wer will, kann die Oberfläche mit Teigresten verzieren oder mit einer Gabel ein Muster einritzen etc. Mit einem verschlagenen Ei bestreichen. 

Die Torte im Rohr etwa ein halbe Stunde backen. Dann auskühlen lassen und ein bisschen anzuckern. 






Fazit:
Eine sehr köstliche, aber auch recht süße und mächtige Torte, daher war die halbe Menge für eine kleine Torte für uns mehr als ausreichend. Die Torte ist idealerweise längere Zeit haltbar und schmeckt auch nach Tagen bestens. Das Marzipan im Nusskaramell passt ganz hervorragend dazu, dominiert aber nicht. 

Tipp: 
Von der Marzipanrohmasse benötigt man meist nur kleinere Mengen. Reste lassen sich würfelig geschnitten und abgewogen gut einfrieren und sind im Nu aufgetaut. 



Genauso wie die Engadiner Torte lege ich euch auch diese kleinen Häppchen ans Herz! 



lange Linkliste zur kulinarischen Weltreise in die Schweiz:


Cornelia von SilverTravellers mit Zürcher Geschnetzeltes – ohne Fix schnell auf den Tisch 

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Tösstaler Sunntigsbroote mit prötlete Härdöpfel 

Britta von Brittas Kochbuch mit Schweizer Rösti 

Barbara von Barbaras Spielwiese mit Rüeblicake (Schweizer Karotten-Mandel-Kastenkuchen) 

Wilma von Pane-Bistecca mit Soledurner Wysuppe 

Britta von Brittas Kochbuch mit Aargauer Rüeblitorte 

Sonja von fluffig & hart mit Aargauer Rüeblitorte 

Dirk von low-n-slow mit Grillierte Forelle mit Mandelbutter 

Conny von food for the soul mit Pane Ticinese - das Tessiner Brot 

Wilma von Pane-Bistecca mit Salzige Zigerchrapfen 

Tina von Küchenmomente mit Roggenbrot Walliser Art 

Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Schweizer Butterweggli 

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit St. Galler Käsekugeln auf Löwenzahn-Rucola-Salat

Britta von Backmaedchen 1967 mit Schweizer Apfel-Wähe mit Joghurtguss 

Wilma von Pane-Bistecca mit Gemuese Suelzli 

poupou von poupous geheimes laboratorium mit Zuger Kirschtorte 

Susanne von magentratzerl mit Ghackets mit Baumnüssen und Kartoffelstock 

Tina von Küchenmomente mit Rhabarber-Quark-Wähe 

Britta von Brittas Kochbuch mit Älplermagronen 

Wilma von Pane-Bistecca mit Schweizer Ruchbrot 

Volker von Volkermampft mit Bürli - leckere Frühstücksbrötchen aus der Schweiz 

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit la torta da üdrion - Tessiner Heidelbeertarte 

Wilma von Pane-Bistecca mit Chuegeli Pastetli 

Britta von Brittas Kochbuch mit Minestrone ticinese 

Britta von Brittas Kochbuch mit Zürcher Geschnetzeltes 

Simone von zimtkringel mit Zibelechueche und Zibelemärit 

Edyta von mein-dolcevita mit Badener Chräbeli 

Tom & Kathi von Mehr Genuss mit Trinser Birnenravioli 

Wilma von Pane-Bistecca mit St. Galler Handbuerli 

Wilma von Pane-Bistecca mit Birewegge - so typisch Schweizerisch 

Gabi von slowcooker.de mit Lauwarmer Quark-Rhabarberauflauf 

Sonja von fluffig & hart mit Churer Birnenpizokels 

Britta von Brittas Kochbuch mit Solothurner Brot 

Wilma von Pane-Bistecca mit Schpaeck und Bohne 

Michael von SalzigSüssLecker mit Schweizer Nusskipferli 

Susanne von magentratzerl mit Bündner Gerstensuppe 

Susi von Turbohausfrau mit Waadtländer Flammkuchen 

Sylvia von Brotwein mit Käsewähe - Rezept für Schweizer Käse Tarte 

Wilma von Pane-Bistecca mit Meitschibei 

Anja von GoOnTravel mit Basler Brunsli – Leckere Plätzchen aus der Schweiz 

Gabi von slowcooker.de mit Gruyere-Risotto mit Schmortomaten 

Friederike von Fliederbaum mit Engadiner Nusstorte (nach Evelin Wild)


was für eine tolle Sammlung!!



Dienstag, 20. April 2021

die toskanische Torta di Riso e Ricotta



Der Winter 2012/13 war ziemlich kalt und schneereich und zog sich gefühlt endlos lang dahin, fast so wie im heurigen Jahr. Man sprach von Rekordwinter. Mit der Hoffnung auf Sonne und Wärme fuhren wir damals in der Osterzeit nach Italien. Aber die Kälte verfolgte uns und sogar in der südlichen Toskana war es noch ungemütlich kalt. Der Frühling hatte sich auch hier Zeit gelassen, denn es blühten Anfang April erst die ersten Bäume und die gelben Forsythien, wie auf dem Foto oben.



Wir waren in der Region Siena - Pienza unterwegs und kamen auch in das entzückende Monticchiello. Der Ort sieht aus, wie man sich ein typisches toskanisches Dorf vorstellt. Es hat sich sein mittelalterliches Erscheinungsbild und die Stadtmauer bis heute bewahrt. 




Eine nette Freiluft-Bilder-Ausstellung auf der großen Wiese neben der Kirche.  



Oben ein öffentlicher überdachter Brunnen und früherer Waschplatz. 
Ein eisiger Wind pfiff über die toskanischen Hügel...



...wir mussten uns aufwärmen und fanden ein sehr gemütliches und drinnen schön warmes Lokal gleich hinter dem Tor der alten Stadtmauer. 

Leider habe ich damals kaum Fotos vom Essen gemacht... das ist sehr schade, denn es kam gerade eine frisch gebackene Torta di Riso e Ricotta aus der Küche. Sie schmeckte so fantastisch, dass sie mir in Erinnerung blieb, denn ich merke mir gutes Essen jahrelang 😋


Ich habe mir das Rezept für eine Torta bzw. Crostata mit Reis-Ricottafülle später aus dem www zusammengesucht. Es ist die feinere Variante eines Reisauflaufs mit einem Mürbteigboden. 




Torta di Riso e Ricotta
(für 1 runde Form mit ca. 28 cm)

Mürbteig (ein klassischer 1-2-3-Teig):
30 g Zucker
90 g kalte Butter
180 g Mehl
1 Ei
1 Prise Salz
ein wenig Zitronenabrieb

Fülle:
300 ml Milch 
1 Prise Salz
110 g Rundkornreis
1 Zimtstange
---
50 g weiche Butter
70 g Zucker
Vanille
3 Eier (M)
1 Prise Salz
250 g Ricotta
1 - 2 bio Zitronen, Schale und Saft

Zubereitung:
  • Aus allen Teigzutaten rasch einen geschmeidigen Mürbteig kneten und eine gute halbe Stunde kühl rasten lassen. 
  • Eine Ofenform befetten und den Teig ausgerollt mit Rand in die Form basteln.
  • Den Reis kochen und er soll dabei die Flüssigkeit vollkommen aufnehmen. Auskühlen lassen und die Zimtstange entfernen.
  • Das Backrohr auf 175°C vorheizen. 
  • Für die Fülle die Eier trennen, mit Eiklar und der Prise Salz Schnee schlagen und dabei die Hälfte des Zuckers einrieseln lassen. Beiseite stellen.
  • Butter mit dem restlichen Zucker schaumig schlagen, die Eidotter einzeln beifügen, dann Ricotta, und die Aromen einrühren. 
  • Den Reis und den Eischnee sanft unterheben und gut zitronig abschmecken. 
  • Die Masse auf den Teigboden leeren und verstreichen. 
  • Die Tarte im Rohr etwa 45 Minuten backen. Sie soll nicht allzu sehr bräunen, daher zur Halbzeit mit Alufolie zudecken. 
  • Auskühlen lassen und anzuckern. 


Sehr fein!




in der südlichen Toskana...



Pienza



so schön, oder? Wir sind in früheren Jahren immer in der Osterzeit und manchmal sogar im Spätwinter (in den Februar-Ferien) in den Süden gefahren 😭




Freitag, 9. April 2021

Einbröckeln, eine saure Rahmsuppe und der Traunsee

Vorfreude


Ostern und die Fastenzeit sind vorbei, aber die früher typische heimische Fastensuppe passt besonders jetzt im Frühling immer! 

Von der guten alten Stosuppe ist die Rede bzw. Rahmsuppe oder saure Suppe... 

Das Wort sto kommt vom mittelhochdeutschen stouwen und bedeutet in etwa stocken, also eine gestockte Suppe. Jede Familie oder jede Region hat ihr Rezept und ihre Bezeichnung für diese Suppe, die es früher in kargen Zeiten täglich gab. Milch bzw. Sauermilch war auf den Bauernhöfen immer vorhanden, Erdäpfel und Brot auch. Heute gibt es die Stosuppe nur mehr selten, was sie aber nicht verdient hat! 

Sie besteht aus Milch oder Wasser und einem säuerlichen Milchprodukt, wie Sauerrahm, Sauer- oder Buttermilch. Gewürzt wird puristisch mit Kümmel, Salz und Pfeffer. Dazu kann man (mit-) gekochte Kartoffeln oder einen Erdäpfelschmarrn essen, aber meist gibt es gutes Bauernbrot dazu bzw. werden oder wurden die Brotstücke eingebröckelt. *)



*) "Einbröckeln" finde ich ein schönes altes Wort und es war früher gebräuchlicher als jetzt, kommt mir vor. Auch das Einbröckeln selbst, also das Einbrocken bzw. Eintunken von Brotstücken in Suppe oder Milch kommt mehr und mehr ab. Vielleicht liegt es an der besseren Zahngesundheit heute 😁  

"Brot oder Weißgebäck in den Kaffee einzubröckeln ... verstößt gegen die guten Tischmanieren - auch wenn es auf Grund unzulänglicher Zähne geschieht • Man darf das Brot auch nicht in die Suppe einbröckeln . Sind Ihre Zähne wirklich so schlecht oder ist das Brot so hart, daß Sie das nötig haben?" So schrieb Gustav Chamrath in seinem Lexikon des guten Tones, 1953. 

Die feinere Art des Einbröckelns sind heute eben die Croutons...

Aber auch süß wird oder wurde gern eingebröckelt... Als Kind war ich oft bei den Großeltern und liebte es sehr, gemeinsam mit meiner Omama zur Nachmittagsjause einen (koffeinfreien) Milchkaffee und eine Semmel darin eingebröckelt zu genießen. In Frankreich ist das Tunken von Croissants in die morgendliche Schale Café au lait gesellschaftsfähig (?) und kein Klischee, wie ich zuletzt im Osterurlaub vor 4 Jahren mit Vergnügen gesehen habe! 


Zurück zur Stosuppe - ich habe ein feines Rezept vom Haubenkoch Lukas Nagl aus seinem schönen Salzkammergut-Kochbuch verwendet. Katharina Seiser hat auch mitgeschrieben, was immer für Qualität bürgt! 
(Werbung not sponsered)



Saure Rahmsuppe vulgo Stosuppe

nach Lukas Nagl 

1 mittlerer Erdapfel / Kartoffel 
1 EL Kümmel ganz
300 ml Milch oder Wasser (ich) und
200 ml Sauermilch oder Buttermilch -- in Summe 500 ml Flüssigkeit, das Verhältnis ist variierbar
250 ml Sauerrahm
2 EL Mehl
Salz
schwarzer Pfeffer
optional ein wenig Majoran
optional 1 Spritzer Weißweinessig

Schnittlauch zum Bestreuen
Röstbrot

Zubereitung:


  • Den (rohen) Erdapfel schälen und klein würfelig schneiden, beiseite stellen.
  • Den Kümmel in kochendem Wasser etwa 2-3 Minuten blanchieren, dann kurz abspülen und abseihen, beiseite stellen.
  • Sauerrahm mit Mehl klumpenfrei zu einem "Gmachtl" verrühren, siehe Foto oben. Eventuell ein wenig Wasser dazugeben, wenn es zu dick ist, beiseite stellen.
  • In einem Topf wird nun die Milch bzw. Wasser und die Sauermilch leicht erwärmt und gleich das "Gmachtl" eingerührt, dann erst zum Kochen bringen. 
  • Die Kartoffeln dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und die Suppe köcheln lassen, bis die Erdäpfel weich sind. 
  • Zum Schluss den Kümmel beifügen und abschmecken nach Belieben. Ich finde, die Suppe ist säuerlich genug und braucht keinen Essig, auch habe ich den Majoran weg gelassen. 
  • Das Brot rösten bzw. wer will mit Knoblauch verfeinern und die Suppe mit Schnittlauch bestreut anrichten.
 

Eine gut säuerliche und sehr köstliche Suppe, für mich irgendwie der Inbegriff von Frühling. Bestreuen kann man die Suppe mit beliebigen Wildkräutern! Empfehlung, die Suppe wird es bei uns jetzt öfter geben! 

Das Blanchieren des Kümmels macht ihn übrigens schön fein im Geschmack und weniger vorherrschend - eine gute Idee von Lukas Nagl vom Traunsee! 



Gmunden und Schloss Orth am Traunsee, Juni 2018



Ich hoffe so sehr, im Mai unseren Frühlingsurlaub am Traunsee im Salzkammergut antreten zu dürfen (erst hatten wir für Mitte April gebucht, dann auf Mai verschoben). Der Tourismus liegt ja seit Monaten am Boden und darf bis auf weiteres nicht öffnen... Habt ihr auch so Fernweh bzw. Urlaubssehnsucht wie ich? Eine dumme Frage, oder 😟

Sagt mir lieber, ob ihr eine solche Stosuppe auch gern esst... 





Montag, 5. April 2021

März 12tel Blick, Jahresprojekt, Insektenfutter

 

die schöne Monatsbilder-Sammlung gibt es wie immer bei Eva.


mein März 12tel Blick mit dunklen Wolken

Im Rückblick hatte der März bei uns ein bisschen was von Aprilwetter und sogar wieder ein paar Tage Winter -- der total unpassend genau zum Frühlingsanfang hereinschneite 👎

Ich wollte als 12tel Blick Monatsfoto nicht schon wieder Schnee zeigen, sondern habe einen typischen Aprilwetter-Tag im letzten Monatsdrittel gewählt. Die drohenden dunklen Wolken wechselten sich mit Sonne und Schauern ab. Das große Feld ist bereits mit der Egge bearbeitet worden, dann wird teilweise angesät und die Parzellen abgesteckt. Ich freue mich schon aufs Garteln ab etwa Ende April! 




Das war der heutige frühlingshafte Blick in den Garten (Anfang April) und auch rundherum ist der Frühling ausgebrochen, wie die Fotos unten zeigen.



In diesem herrlichen Busch summte es wie verrückt... die Bienen und anderen Insekten stürzen sich auf jede Blüte, dass es eine Freude ist! Hier wird deutlich, wie wichtig solches "Insektenfutter" ist. Doch in immer mehr Gärten wird der unsägliche Kirschlorbeer oder die Thujen gepflanzt, die für heimische Tiere genau nichts bringen bzw. beide giftig sind 😢

Dabei wächst eine Hecke mit heimischen Pflanzen vielleicht nicht so rasant, aber trotzdem auch schnell in die Höhe. Und vor allem bringt sie Nahrung und Unterschlupf für viele Tiere. Die top 3 der heimischen Sträucher, die Insektenfutter bieten, sind Salweide, Schlehe und Weißdorn. Vögel besuchen bevorzugt Holunder und Vogelbeeren. 

In sterilen und rasengrünen Gärten finden Tiere nichts... wenn man das Insekten- und Vogelsterben aufhalten will, muss man ihnen etwas bieten! Hier können wir ALLE, die Freiflächen besitzen, unseren Beistand leisten!

Aber das Thema Insektensterben in Zusammenhang mit industrieller Landwirtschaft,  Flächenversiegelung etc. ist ein noch viel gravierenderes Problem...


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Jahresprojekt bei Andrea


Meine sportliche Jahresprojekt-Challenge hat im März leider keine Wanderung gebracht und "schuld" war wieder das meist ungemütliche Wetter. Ich hoffe auf Besserung des Wetters, denn damit steigt auch die (bzw. meine) Lust auf sportliche outdoor-Aktivitäten 😉 


Aber es gingen sich viele schöne Spaziergänge aus, auch im Wienerwald, der schön langsam aus der Winterruhe erwacht...


Der Bärlauch ist momentan genau richtig, also musste er mit nach Hause (klick). Ich freue mich jedes Jahr auf das erste Grün aus dem Wald! 

Vor einem Jahr habe ich ebenfalls über das Bärlauchpflücken geschrieben und die Hoffnung geäußert, dass der Corona-Kelch bald an uns vorüber gehen solle. Naja, leider hat das nicht funktioniert wie gewünscht...




So kam es, dass ich meine geliebten Yogaübungen nicht wie früher mit Gleichgesinnten im Kurs, sondern leider viel zu halbherzig allein zu Hause gemacht habe. Zu meiner Schande habe ich es erst im März geschafft, endlich meine Yogamatte zu entstauben, auszurollen und "richtig" Yoga zu üben! Nicht wie in den letzten Monaten nur so zwischendurch. Was für ein Unterschied... die sanften Bewegungen tun doch soo gut und ich hatte sie vermisst! 

Ich bleibe dran und bin nun froh über einen weiteren erfolgreichen Schritt in meinem Jahresprojekt, Andrea sei Dank 😊

Liebe Grüße!



Donnerstag, 1. April 2021

flaumiger Osterstriezel mit Buttermilch und weißer Schokolade

 



Bewährte Germteigrezepte (Hefeteig) habe ich einige... wenn ich aber etwas Neues oder Besonderes suche, gehören zwei Blogs zu meinen bevorzugten Anlaufstellen: da ist einmal Maria Mädel-vom-Land mit ihren wunderschönen Zöpfen und Irène, die "Brioche" Meisterin. 

Irène bloggt nicht (mehr) oft, aber ihr Blog ist eine interessante Fundgrube für meist französische Rezepte und unzählige schöne Brioche-Varianten. Für meinen heurigen Osterstriezel habe ich mich an ihrem Brioche mit Joghurt orientiert und einen gefüllten Zweistrangzopf geflochten. Die Mengenangaben von Irène stehen farbig in Klammer. 


Brioche / Striezel / Zopf mit Buttermilch und weißer Schokolade

frei nach Irène

Teig:

500 g (Dinkel-) Mehl
60 g Zucker
1 P. Trockenhefe oder ½ Würfel frische Germ
1,5 TL Salz
ca. 200 - 220 ml Buttermilch nach Bedarf, leicht erwärmt
1 Ei + 2 Eidotter
(orig. 120 g Naturjoghurt + 2 Eier + Milch = 300 ml Flüssigkeit)
100 g weiche Butter

Fülle:
1 Tafel, 100 g weiße Schokolade (orig. 60 g), klein geschnitten (Tipp: vorher kühlen)
(50 g Hagelzucker, habe ich weglassen, die Schokolade ist süß genug)

etwas Milch oder Buttermilch (ich) zum Bestreichen
1 Handvoll Hagelzucker zum Bestreuen



Zubereitung:


Aus allen Zutaten einen geschmeidigen Germteig / Hefeteig kneten und 1x gut aufgehen lassen, er soll sein Volumen verdoppeln. 
Den Teig halbieren und auf einer bemehlten Fläche jeweils zu einem Rechteck ausrollen bzw. mit den Fingern drücken. Mit den Schokoladestückchen bestreuen, einrollen und länglich formen, so dass man 2 Stränge für einen "Zweistrangzopf" erhält. 


Die beiden Stränge kreuzweise übereinanderlegen und flechten - jeweils den senkrechten bzw. den waagrechten Strang miteinander überkreuzen usw. Die Form des Zopfes geht von dick nach dünn, d.h. am Ende läuft er eher spitz zu.  

Den Striezel auf ein Backblech inkl. Backpapier legen und zugedeckt ein wenig rasten lassen. Das Backrohr auf 175°C vorheizen. 

Den Zopf mit Milch bepinseln bzw. mit reichlich Buttermilch bestrichen schmeckt er noch besser! Hagelzucker darüber streuen und etwa 35 - 45 Minuten goldbraun backen. Auskühlen lassen und nicht sofort darüber herfallen!




Fazit:
traumhaft gut! Wir sind begeistert von diesem lockeren, flaumigen und köstlichen Striezel, er wird Ostern nicht "erleben" 😋

Mein aha-Erlebnis bei diesem Zopf war die Buttermilch!
Sie bringt einen soo guten, leicht säuerlichen Geschmack mit und machte meinen Striezel flaumig wie selten. Durch das Bestreichen mit reichlich Buttermilch kam mir der Striezel nach dem Backen auch knuspriger vor als sonst. 

Die weiße Schokolade merkt man nach dem Backen "nur" am guten Geschmack, zu sehen ist die Fülle nicht. Ich würde die Schokoladestückerl nächstes Mal also gleich in den Teig mischen. 



weitere süße Ostersachen am Blog: 

Osterstriezel bzw. Osternest nach meinem Oma-Rezept

Osterpinze wie in Triest

der ebenfalls sehr flaumige Wolkenzopf




Wünsche eine schöne Osterzeit, kommt gut durch den wiederholten Lockdown! Aber mit Sonne und blühenden Pflanzen fällt es ein bisschen leichter, oder?

Was backt ihr eigentlich zu Ostern?