Freitag, 9. November 2018

Apfelrisotto zum Tag des Apfels


Auch ein Zierapfelbaum ist ein Apfelbaum... und er darf zum heutigen österreichischen Tag des Apfels (9.11.) aufs Bild. Die Äpfel sind winzig klein und ganz schön herb, sie eignen sich höchstens für die Likörherstellung (was ich aber noch nicht ausprobiert habe; hat wer?). Nicht einmal die Vögel fressen diese hantigen Zierapferl ab.

Sina Giftigeblonde hat ein paar Bloggerinnen um sich geschart (danke!), die zum Tag des Apfels etwas Passendes bloggen, die Linkliste findet sich am Schluss.
Ich dachte mir, da wird es genügend süße Apfelspeisen geben und kochte daher etwas nicht-Süßes. Ein Apfelrisotto, das mit seiner gewissen leichten Süße nur vom Apfel, am besten zu gebratener Geflügelleber (Hühner-, Gänse-..) passt. Vorweg, die Kombination schmeckte seeehr genial!


Die Inspiration stammt aus diesem Mittelmeerkochbuch von Christoph Wagner aus dem Jahr 2004 (Werbung bzw. Namensnennung unverlinkt, unaufgefordert, unentgeltlich). Aber ich habe wie so oft sowieso einiges anders gemacht...

(mein) Grundrezept Risotto für Hauptspeise: 
pro Person 100 g Risottoreis, 
bei 200 g Reis (für 2 Pers.) werden 1 Glas Wein und 500 ml Suppe benötigt (idealerweise selbst gekocht!) 


Apfelrisotto
zu gebratener Hühnerleber
(für 2 Personen)

Olivenöl
1 mittelgroße Zwiebel, fein geschnitten
1 Knoblauchzehe
200 g Risottoreis
Thymian, Pfeffer
1 Glas Weiß- oder Apfelwein (im Original ungesüßten Apfelsaft)
500 ml heiße Hühner-Suppe
ca. 1 EL geriebener Parmesan
ca. 130 g Apfel (ich hatte 2 sehr kleine rote Äpfel mit je 65 g), vierteln, Kerngehäuse entfernen, schälen nicht unbedingt notwendig

Zubereitung:

Ein Risotto wie gewohnt zubereiten: 
In einem breiten Topf Öl erhitzen, Zwiebel und Knoblauch hell anschwitzen, Reis einrühren, sodass die einzelnen Körner von Öl rundum benetzt werden. Würzen und mit Wein ablöschen. Dann unter oftmaligem Rühren nach und nach mit heißer Suppe aufgießen und jeweils verkochen lassen (bei nicht allzu großer Hitze).
Zum Schluss, wenn der Reis bissfest und der Herd bereits abgedreht ist, wird etwas Parmesan (nicht zu viel, soll nicht dominieren) und die in kleine Würferl frisch geschnittenen Äpfel vorsichtig untergerührt.
Das Risotto nur mehr kurz ziehen lassen - die Äpfel sollen noch Biss haben. Sie werden durch den heißen Reis sehr schnell "al dente".


Nebenher wird zugeputzte Hühnerleber (200 g) rundum in etwas Olivenöl sanft gebraten, gemeinsam mit einer grob geschnittenen Zwiebel, frischem Lorbeer und Rosmarin. Nur pfeffern, noch nicht salzen (erst bei Tisch) und mit sehr wenig Flüssigkeit (Rest-Suppe vom Risotto oder Wein) aufgießen und schön schmurgeln lassen. Aber nicht allzu lange, denn innen soll die Leber noch rosig sein.

Anrichten:

  • Risotto und frische Apfelscheiben, 
  • Hühnerleber mit mitgebratenen Zwiebeln und Bratensaft,
  • sowie - sehr wichtig - gutes Meersalz in Flocken zum Bestreuen der Leber (jede/r selbst).
  • Ein Gläschen Weißwein (bei uns ein Rotgipfler aus der Thermenregion südlich von Wien) rundete das Essen ab.

für mich die besten Meersalzflocken, natürlich aus Kroatien
(Werbung unverlinkt, unaufgefordert, unentgeltlich)

Ein sehr feines und harmonisches Gericht, einfach toll, unbedingte Empfehlung! Es macht optisch mehr her, wenn Äpfel mit roter Schale ins Risotto kommen (das sieht schöner aus, als Apfelwürfel ohne Schale).



Linkliste zum österr. Tag des Apfels:

Apfelkuchen mit Walnüssen und Marzipan von Sina Giftigeblonde

Apfelchips von Christina, the Apricot Lady

eine "Kindernachspeise" von Susi Turbohausfrau

 Apfel-Zimt Schnecken von Michaela vom Genussatelier Lang

Apfeltorte von Maria Mädel vom Land

Ich bin gespannt auf die süßen Köstlichkeiten, und mein Risotto ist tatsächlich das einzige nicht-Süße...


Übrigens, der deutsche Tag des Apfels ist am 11.1.   ❤



Dienstag, 6. November 2018

Kürbis-Kartoffel-Gratin für #wirrettenwaszurettenist

Kürbis-Rettungsaktion 

Die liebe U. hat kürzlich eine Geschichte aus Kanada erzählt, wo sie vor mehreren Jahren ein Auslandsjahr erlebte. Sie fuhr oft mit Studienkollegen zum Wandern oder Bootfahren weg und am Abend saß man gern am Lagerfeuer beisammen. Bei einer solchen Gelegenheit wurde einmal Kartoffelgratin aufgetischt. Wie war sie überrascht, dass die Zutaten alle aus der Packung kamen - die Kartoffeln wie Chips getrocknet und die Sauce ein undefinierbares Pulver zum Anrühren mit Wasser. Zum Mitnehmen in die Wildnis zumindest nicht unpraktisch ;-) 

Über Zusatzstoffe und industrielle Nahrungsherstellung wurde da noch nicht viel nachgedacht. Das tun heutzutage bei uns offenbar auch nicht viele, wenn man in die Supermarktregale mit den Convenience-Angeboten schaut. Irgendwer muss diese Fertig- und Halbfertig-Produkte ja kaufen, sonst würden die Firmen kein Geschäft damit machen und das Angebot nicht ständig ausbauen.


Dass es auch anders geht, zeigt die "Rettungstruppe Wir retten, was zu retten ist" seit mittlerweile mehr als 4 Jahren (klick). 


meine Kürbis-Schätze, die draußen am Balkon lagern
Die Geschichte mit dem Kartoffelgratin in Kanada kam mir in den Sinn, als Ingrid zur Kürbis-Rettung aufrief. Kürbis eignet sich total perfekt für ein schönes molliges Gratin. Daher gibt es ein einfaches Kürbis-Gratin mit Kartoffeln, aber garantiert NICHT aus der Packung, sondern mit frischen Zutaten und genauso frisch zubereitet. 


Ich habe einen "Marble"-Kürbis mit Schale verwendet, er ist äußerlich so unansehnlich wie innerlich wunderschön! Es eignen sich Hokkaido, Butternuss bzw. andere Kürbissorten mit oder ohne Schale für ein Gratin genauso gut.
Eigentlich benötigt man kein Rezept, aber oft einen Anstoß... einfach reichlich Kürbis plus Kartoffeln und Guss plus Käse drüber ;-)

Kürbis-Kartoffel-Gratin
(für 1 eher kleine Auflaufform)

ca. 500 g Kürbis
ca. 400 g Kartoffeln, geschält oder bio mit Schale (ich)
1 EL Dinkelmehl
Salz, Pfeffer, Muskat
optional Hildegard von Bingen-Gewürze wie Galgant, Bertram und Quendel
ca. 250 ml Schlagobers / Sahne
250 ml Milch
etwas geriebener Parmesan nach Belieben

Zubereitung:

Den Kürbis vorbereiten (waschen, vierteln, Kerne, Strunk entfernen) und in ca. 1/2 cm dicke Stücke schneiden - nicht allzu dünn schneiden, denn er wird schnell gar.
Die rohen Kartoffeln in sehr dünne Scheiben hobeln oder schneiden.
Die Backform sehr gut befetten und das Rohr auf 180°C vorheizen.


Kürbis- und Kartoffelscheiben abwechselnd nach Belieben in die Form schichten, entweder hochkant oder flach.
Reste wandern in die nächste Suppe. 
Würzen und mit Dinkelmehl bestreuen.
Für den Guss werden Obers, Milch und Salz, Pfeffer, Muskat vermischt und über das Gratin geleert.
Mit Käse bestreuen und im Rohr ca. 45 Minuten bis 1 Stunde überbacken. Die Kartoffeln müssen gegart sein.


So einfach und so gut! Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und immer neue Varianten möglich. 


Danke, liebe Ingrid, fürs Organisieren!

Linkliste:

auchwas - Kürbis süß-sauer
Bonjour Alsace - Kürbis Spaghetti mit Olivenöl und Thymian
Brigittas Kulinarium - Kürbisravioli aus Kartoffelteig
Brittas Kochbuch - Kürbisrisotto
Brotwein - Saftiges Kürbisbrot mit frischer Hefe und Hokkaido
Cakes Cookies an more - Mac and Cheese mit Kürbis
CorumBlog 2.0 - Kürbis-Konfitüre
Das Mädel vom Land - Wickelknödel mit Kürbis und Pilzen
evchenkocht - Kürbis-Cannelloni
Fliederbaum - Kürbis-Kartoffel-Gratin
genial-lecker - Kürbis-Möhren-Quiche
lieberlecker - Kürbis Vermicelles
Madam Rote Rübe - Schmackhafte Kürbis-Suppe mit Linsen und Zwiebeln
our food creations - Vielseitiges Kürbismus
Pane-Bistecca - Kuerbis Prussien
Unser Meating - Kürbis-Käse-Suppe
Turbohausfrau - Kürbistascherl mit Grammeln

Sina Giftigeblonde, die zwar aus der Gruppe ausgestiegen ist, aber heute auch Kürbis zubereitet hat, verlinke ich jetzt einfach, sozusagen außer "Konkurrenz".... ihre Kürbissuppe passt so gut dazu.


Donnerstag, 1. November 2018

nachgebacken Wolkenzopf flaumig hoch 3

schwarz-weiß Graffiti in Wien,
Allerheiligen
Den Allerheiligenstriezel von Maria mit dem schönen poetischen Namen Wolkenzopf musste ich nachbacken. Sie hat ihn für die Blogaktion von Genuss in rot-weiß-rot neulich "gestriezelt".

Ich habe unten die halbe Menge für einen Zopf notiert und habe - ich gestehe -  das Rezept vereinfacht, d.h. aus zwei Vorteigen einen gemacht. Mein gemischter Vorteig ist super aufgegangen und auch der Hauptteig reagierte total perfekt. Das einzige, ich würde nächstes Mal doch die doppelte, also "richtige" Menge wie im Originalrezept machen. Denn er war im Nu weg... so flaumig wie der ist...


Wolkenzopf frei nach Maria Mädel vom Land 
(für 1 Zopf)

Vorteig:
62,5 g Mehl gemischt (2/3 Dinkel-, 1/3 Roggenmehl)
75 g kaltes Wasser
0,063 g frische Germ / Hefe, das ist in etwa ein kleines "Reiskorn" (ich habe nicht abgewogen)
(im Original 2 Vorteige mit jeweils 1 Mehlsorte)

Teig:
Vorteig
187,5 g Weizenmehl
25 g Zucker
1 schwacher TL Salz
6,25 g frische Germ / Hefe
50 g kalte Milch
50 g Eidotter (bei mir ca. 3 kleine Dotter)
62,5 g kalte Butter in Würfeln

1 Ei zum Bestreichen
Hagelzucker oder Mandelblättchen zum Bestreuen

Zubereitung:
Die Zutaten für den Vorteig am Vorabend zusammenrühren und zugedeckt bei Zimmertemperatur über Nacht bzw. rd. 12 Stunden stehen lassen.


Am nächsten Tag den "Hauptteig" als kalten Germteig /Hefeteig mit kalten Zutaten zubereiten:
Alle Zutaten mit Ausnahme der Butter verkneten und zum Schluss die Butterwürferl gut einarbeiten.
Den Teig zugedeckt gut aufgehen lassen, meine alte T*pperware Schüssel hat schon gute Dienste geleistet.

Auf der bemehlten Arbeitsplatte den Teig halbieren, jeweils rund schleifen (mit etwas Druck) und  zu einem länglichen Strang rollen. Einen Zweistrang-Zopf flechten (siehe www) bzw. alternativ einen Zopf mit 3 Strängen.


Mein 1. Zweistrang-Zopf... ein bisschen Übung ist noch notwendig. Der Vorteil dieses Zopfes ist, dass er von allen Seiten, auch von unten, geflochten aussieht.

Den Zopf auf ein Backblech + Backpapier legen und zugedeckt noch eine Weile rasten lassen.
Mit Ei bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen.
Dann ab ins kalte Rohr, auf 190/200°C aufdrehen und den Striezel ca. 25 Minuten backen.



Ein sehr tolles Rezept! Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen soo flaumigen Striezel gegessen zu haben! Sagenhaft, er trägt den Namen Wolkenzopf zu Recht! Absolute Empfehlung! 


Am Allerheiligentag konnten wir sogar kurz am Balkon draußen sitzen, wenigstens zum Kaffeetrinken...  wie sieht es bei euch aus?



Sonntag, 28. Oktober 2018

Brioche-Striezel für Genuss in rot-weiß-rot


Ein "Striezel" ist kann vieles sein... ein Wecken Brot, ein geflochtenes Gebäck aus Germ-/Hefeteig, aber auch ein frecher Lausbub (ein "Strizzi" ist jedoch nicht etwa ein kleinerer Lausbub, sondern bezeichnet in Wien einen mit allen Wassern gewaschenen Zuhälter).

Sina Giftigeblonde hat also knapp vor Allerheiligen den Striezel-Genuss ausgerufen und meint natürlich den geflochtenen Germteig-Zopf. Die Links der diesmal sehr kleinen Gruppe sind ganz unten.
Übrigens, wenn der Teig für den traditionellen Allerheiligenstriezel nicht aufgeht, sagte man früher, dass ein Unglück im nächsten Jahr drohe, aber an so etwas wollen wir nicht einmal denken. Oder nehmt meinen Striezel, der Teig ist wunderschön aufgegangen...


Ich habe einen nicht allzu süßen Brioche-Striezel gebacken, den kann man für süß und pikant nehmen. Zum Beispiel mit Butter und Marmelade zum Frühstück essen oder mit einer (Geflügel-  oder veganen) Leberpastete genießen (siehe mein Rezept Hühnerleberpastete).
Auch getoastet ein Genuss und scheibenweise zum Einfrieren geeignet. Große Empfehlung!


Brioche Striezel 
(Germteig / Hefeteig mit Creme fraiche und wenig Zucker)

500 g Weizenmehl
1 P. Trockengerm /Hefe
40 g Kristallzucker
1 guter TL Salz
2 Eier + 1 Eidotter (M)
180 - 200 ml Milch-Wasser-Gemisch (halb-halb) nach Bedarf
1 Becher, 125 g Creme fraiche
125 g kalte Butter in Würfeln zum Schluss
1 Eidotter zum Bestreichen
optional etwas Anis oder Flohsamen zum Bestreuen

Zubereitung:

Aus allen Zutaten mit Ausnahme der Butter einen kalten Germteig bereiten, d.h. die Zutaten müssen nicht Zimmertemperatur haben bzw. angewärmt sein. Nicht die ganze Flüssigkeit auf einmal dazugeben, sondern nach Bedarf. Zum Schluss werden die kalten Butterwürfeln nach und nach gut in den geschmeidigen Teig eingearbeitet.

Den Teig zugedeckt bei Zimmertemperatur gut aufgehen lassen. Das kann bei kalt zubereitetem Hefeteig etwas länger dauern.
Eine Kastenform oder eine andere, eher schmale Backform mit Backpapier bereitstellen.
Auf der bemehlten Arbeitsplatte mit bemehlen Händen 3 Rollen formen und einen Zopf flechten. Da der Teig bei mir etwas weich war, habe ich den Zopf gleich auf dem Papier geflochten und in die Form gelegt.
Die Backform ins kalte Rohr stellen (wie immer bei Germteig, das erspart ein weiteres Aufgehen-lassen) und die Temperatur auf 180°C aufdrehen. Den Striezel etwa eine halbe Stunde backen, bis er schön goldgelb ist.


Ich habe die Butter zur Hälfte durch Creme fraiche ersetzt, die zwar auch einen ordentlichen Fettgehalt von mehr als 30% hatte, aber immer noch weniger als Butter... Der Teig ist dadurch, finde ich, herrlich geschmeidig und locker geworden!


Linkliste:

Striezel mit Mohn-Birnen Fülle von Sina Giftigeblonde

Allerheiligenstriezel von Christina, der Apricot Lady

Wolkenzopf von Nachzüglerin Maria Mädel vom Land


Liebe Grüße aus Wien


Freitag, 26. Oktober 2018

schneller Geflügelleberaufstrich


Manchmal muss es schnell gehen... der Hunger groß, die Zeit knapp...
Bevor nun ein Fertigprodukt geöffnet wird, könnte doch schnell ein solcher Aufstrich hergestellt werden...

Hühnerleberpastete bzw. Aufstrich
für ca. 4 Personen

250 g Hühnerleber, geputzt (Häute entfernt)
1 Zwiebel, 100 g
1 Knoblauchzehe
1/2 Apfel, geschält
Öl zum Braten
optional 1 Schuss Weinbrand oder Calvados zum Ablöschen
etwas Suppe
frischer Lorbeer und Thymian oder Rosmarin
Pfeffer und eine Pastetengewürzmischung, Ersatz Wildgewürz
1 EL eingelegte grüne Pfefferkörner
Salz
50 g kalte Butter in Würfeln
ca. 75 ml Schlagobers / Sahne

Zubereitung:

Die Hühnerleber in kleine Stücke schneiden, ebenso Zwiebel, Knoblauchzehe und Apfel.
Öl in einer Pfanne erhitzen und die obigen Zutaten sanft anbraten, würzen und ablöschen. Mit etwas Suppe aufgießen und offen köcheln lassen, bis die Flüssigkeit aufgesogen und die Leber gegart ist.
Die Lebermischung in ein hohes Gefäß umfüllen und im Kühlschrank kalt stellen. Bis hierher kann die Pastete bzw. der Aufstrich vorbereitet werden.

Vor Verwendung dann mit Salz würzen und gemeinsam mit Butter und Obers mit dem Mixstab pürieren. Abschmecken, die Pfefferkörner untermengen und in ein schönes Schüsserl umfüllen.

Mit gutem Brot, Toastbrot oder - am allerbesten - mit feinem, nicht süßem Brioche (von hier) genießen!

Großglockner mit rot-weiß-rot

Einen schönen Feiertag (österr. Nationalfeiertag) wünsche ich! 



Mittwoch, 17. Oktober 2018

den Herbst kulinarisch feiern... Maronihonig

mit Andrea Zitronenfalterin

Diesen Herbst bzw. Oktober feiere ich gerne mit, liebe Andrea. Wo er doch heuer so prächtig und warm ist, aber leider auch so furchtbar trocken (bei uns im Osten Österreichs ist den ganzen Monat so gut wie kein Tropfen Regen gefallen). 



Das Laub färbt sich wieder wunderschön, ich kann mich nicht sattsehen an solchen roten Blättern. Hier ist ein herbstlicher Blick auf die Kirchenmauer und die Burgruine Senftenberg bei Krems in Niederösterreich zu sehen. Über einen kleinen Wanderweg gelangt man auf die Burg hinauf. 


Von einem Weingut mit Restaurant im Tal hat man den besten Blick auf die Burg Senftenberg. Wir konnten in der warmen Herbstsonne zu Mittag draußen essen - und das Mitte Oktober, was für ein Herbst!

Gartenrosen und die letzten Froschgoscherl


Kulinarisch sah es bis jetzt im Oktober so aus, ich habe ...

die wahrscheinlich letzten heimischen Steinpilze gegessen (im Gasthaus),

eine mollige veggie Kürbislasagne gebacken (klick),

Sturm bzw. Federweißer getrunken,


... und als gesunde süße Einstimmung auf den Winter einen Maronihonig zubereitet.



Maronihonig (Kastanien) nach Hildegard von Bingen

Grundrezept:

  • 1 kg Bio-Honig, am besten einen milden Akazienhonig, besser keinen allzu würzigen Waldhonig verwenden
  • 200 g Maronimehl (Kastanienmehl) bio

Zubereitung:
Der Honig (unbedingt bio) wird in einem breiten Topf unter ständigem Rühren sehr sanft erwärmt, er darf nicht heiß werden. Dann wird mittels eines Siebes sehr langsam nach und nach das Maronimehl eingesiebt. Dabei ständig mit einem Schneebesen rühren.
Würde man das ganze Mehl auf einmal in den Honig schütten, würde alles unrettbar verklumpen.

Den Maronihonig dann in sterilisierte Gläschen füllen und gut verschließen. Hält theoretisch ewig...

was tun damit?
Am besten genießt man diesen eher festen Honig löfferlweise, zum Beispiel dann, wenn einem der abendliche Heißhunger auf Süßes plagt. Zum aufs Brot streichen, finde ich ihn ein bisschen zu fest und kompakt, eventuell könnte man die Kastanienmehlmenge reduzieren.
Zum Verschenken sind kleine Gläschen ideal.


Hildegard von Bingen schrieb über die Edelkastanie: "Alles, was an ihm (dem Baum, Anm.) ist, ist nützlich, und auch seine Frucht ist nützlich gegen jede Krankheit, die im Menschen ist..."
Sie stärkt Herz und Immunsystem, ist basenbildend, hilft bei Rheuma und Gicht, bei Problemen im Magen-Darm- sowie Leber-Milz-Bereich, bei Kreislaufbeschwerden etc....

Rezeptquelle: Workshop bei Sonnentor, Wien,
Werbung ohne Verlinkung, unaufgefordert und unentgeltlich


Auf dem Bild ist der Maronihonig und im Vordergrund ein kleines Fläschchen mit "Hildegard-Wein" - aber das ist eine andere Geschichte, sehr faszinierend, finde ich, und sie folgt bald.




Genießt den herbstlichen Oktober, solange es noch so schön ist! Ein paar Regentropfen würden (mich) dabei nicht stören, oder?  



Samstag, 13. Oktober 2018

Schlehen und Hagebutten, Mus und Marmelade, herb und süß (überarbeitet)


Schlehen und Hagebutten

Seit November 2013 steht mein Blog-Beitrag über die Verarbeitung von Schlehen und Hagebutten unangefochten an der Spitze der Zugriffe und Suchbegriffe. Nicht nur jetzt im Herbst, wo diese Wildfrüchte reif werden, sondern das ganze Jahr über, finden sich Interessenten. Insgesamt wurde dieser alte Post bereits mehr als 10.000 mal aufgerufen. Grund genug für ein Revival.

Ich habe die Verarbeitungsschritte von Schlehen, die für Hagebutten grundsätzlich genauso zutreffen, nun nochmals übersichtlich zusammengefasst.



1. PFLÜCKEN
Schlehen kann man auch roh essen, besser ist es, sie zu verarbeiten. Sie schmecken herb und süß, aber nur, wenn sie bereits einmal gefroren waren (Nachtfrost). Alternativ kann man den gepflückten Früchten mit Stängel ein paar Frostnächte im Tiefkühler bieten. Das gilt auch für Hagebutten.

Zu den dornigen Schlehensträuchern sagt man nicht umsonst auch "natürlicher Stacheldraht" - daher zum Pflücken immer Handschuhe mitnehmen ;-)
Wichtig! Wildfrüchte und Wildpflanzen sammelt man nur an unbedenklichen Stellen fernab von Straßen und gedüngten Feldern und Wiesen. Nur in Haushaltsmengen sammeln bzw. nach Möglichkeit die Grundbesitzer fragen.



2. MUS herstellen
Bevor man Marmelade aus Schlehen oder Hagebutten kochen kann, muss als erstes ein Mus hergestellt werden, um die Kerne loszuwerden. Das ist die Hauptarbeit... idealerweise macht man das zu zweit.

Die Früchte werden zuerst "verlesen", also gesäubert, aber nicht gewaschen (außer, wenn unbedingt notwendig) und die Stängel entfernt. In einem Topf mit eher wenig Wasser (weniger als bedeckt) werden sie weichgekocht. Das dauert bei Schlehen gar nicht lange, die Früchte platzen schnell auf. Hagebutten brauchen etwas länger.

Die weich gekochten Früchte (Schlehen oder Hagebutten) noch im Topf mit einem Kartoffelstampfer bearbeiten und sie portionsweise in 2 Durchgängen passieren:
  1. Die Fruchtmasse durch ein Sieb streichen und das Mus in einem Topf auffangen. Die Kerne in einer Schüssel beiseite stellen.
  2. Diese Masse aus Kernen, an denen noch Fruchtmark haftet, wird nun nochmals durchpassiert, diesmal durch die Flotte Lotte. Dadurch hat man den größtmöglichen Fruchtmus-Gewinn. 

Die Kerne bleiben übrig, aber nichts wird weggeworfen.
Die großen Schlehenkerne werden abgespült und gut getrocknet (im Backrohr bei geringer Temperatur). Sie eignen sich als Fülle für ein Kissen, wie Kirschkernkissen, das man erwärmen und auf verspannte oder schmerzende Körperstellen legen kann.
Aus übrigen Hagebuttenkernen kocht man Tee  - der schmeckt unvergleichlich besser als gekaufter Hagebuttentee! 

die dunkle Schlehenmarmelade

3. MARMELADE kochen
Um das Frucht-Mus (siehe oben) zu Marmelade einzukochen, gibt es 2 Möglichkeiten:
  1. mit Gelierzucker oder 
  2. mit Kristallzucker plus Gelierpulver. Der Vorteil von Gelierpulver ist, dass man bei der Kristallzucker-Zugabe variieren kann, je nachdem wie süß man es haben will. 
Das Mus abwiegen - danach richtet sich das Gewicht von Gelierzucker bzw.  Gelierpulver. Die Marmelade dann nach jeweiliger Packungsanweisung kochen.

In sterilisierte Gläser füllen und innerhalb eines Jahres verbrauchen. Nicht, dass sie verderben würde, sie hält sich schon länger, aber besonders die Schlehenmarmalade verliert mit der Zeit leider ihren typischen Geschmack und die herbe Note.


4. Verwendung
Das Mus ist zum Einfrieren auch gut geeignet, am besten portionsweise, gesüßt oder ungesüßt.
Man kann Mus und Marmelade vielfältig verwenden: für Saucen für Wildgerichte, für Süßspeisen etc. (das gilt für Schlehen genauso wie für Hagebutten).

Topfentarte (Quark) mit Schlehenmus und Mürbteigboden

Entenbrust mit lila Schlehensoße (klick)

warmer Mohnauflauf mit Joghurt und Schlehenmarmelade (klick)


Was tut ihr mit euren gesammelten Schlehen bzw. Hagebutten? Über Kommentare freue ich mich das ganze Jahr über!


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