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Dienstag, 30. Januar 2024

Amarillo

 

🎵  Is this the way to Amarillo... 🎵


Ja, aber zu Aji amarillo. Das ist die gelbe Chilipaste aus Peru, die ich heute verkocht habe.


Quelle

Die "kulinarische Weltreise" von Volker reist in diesem Monat nicht nach Amarillo in Texas, sondern nach Peru.

Ich habe mir dafür im www den peruanischen Kürbistopf Locro de Zapallo aus mehreren Quellen zusammen gesucht. Das veggie Gericht ist wieder ein "drei Schwestern" Gericht mit Mais, Bohnen und eben Kürbis, was mich besonders freut! Diese Anbaumethode ist also nicht nur im Norden, sondern auch in Südamerika seit jeher bekannt, denn... 

  • in Bolivien, dem Nachbarland von Peru, fand man Kürbissamen, die auf ein Alter von 10.000 Jahren datiert wurden. 
  • Die ältesten Funde der Gartenbohne stammen aus einer Höhle in den Anden in Peru und sind 8.000 Jahre alt. Die Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) wird bei uns heutzutage als grüne Bohne oder österreichisch Fisole kultiviert. 
  • Maisanbau gibt es in Peru seit zumindest 5.000 Jahren, nach anderen Quellen auch länger. 

Zapallo ist (wenn ich das richtig verstanden habe) eine längliche Kürbissorte aus Peru, die äußerlich eher unansehnlich dunkelgrün-braun ist, aber innen ein umso schöneres, orangefarbenes Fruchtfleisch hat. Butternuss geht genauso gut... 




Für den Eintopf musste ich erst einmal meine Vorräte aufstocken und bin zu Wiens bekanntem "Exotic Supermarket" gefahren (unbezahlte Werbung). Nicht nur die Auswahl an zum Beispiel Chili- und Würzsaucen aus aller Welt ist dort riesig.

Ich wollte vor allem die gelbe Chilipaste Ají amarillo probieren [auszusprechen Achi amarijo]. Ach, sie riecht schon soo schön fruchtig und ist dabei nicht allzu scharf, was mir sehr recht ist. Ich meine, scharf ist die Paste trotzdem, nur nicht höllisch...
Ein Glas von der grünen Huacatay Kräuterpaste in Öl habe ich dann doch nicht gekauft. Es ist dies eine Minzenart (Tagetes minuta), der ein unverwechselbarer Geschmack nach frischer Minze, Estragon, Basilikum und Limette nachgesagt wird. Man kann sie aber durch frischen Koriander und Minze ersetzen. So habe ich es gemacht. 




Locro de Zapallo -
mein peruanischer Kürbistopf

Zutaten für 1 Topf:

etwas Pflanzenöl
1 mittelgroße rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
optional Petersilstängel und Korianderwurzeln, klein geschnitten
300 g (Butternuss-) Kürbis, geschält gewogen
150 g, ca. 2 mittelgroße Kartoffeln
150 g, 1 kl. Dose Mais, abgespült
50 g getrocknete Bohnen, zB. Limabohnen oder 1 kl. Dose
optional 1 kl. Lorbeerblatt
1 Hand voll TK-Erbsen
1 - 2 TL gelbe Chilipaste (Ají amarillo)
Salz, Pfeffer
ein Spritzer Limettensaft
125 ml ungesüßte Kondensmilch oder Kaffeeobers, Schlagobers / Sahne

zum Bestreuen:
reichlich frische Kräuter: Koriander, Minze, Petersilie (im Original Huacatay)
einige Würfel frischer peruanischer Käse (Queso fresco), ersatzweise ein junger, milder Feta

Beilagen:
1 Spiegelei pro Person
Reis

Zubereitung:

Die getrockneten Bohnen über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag abspülen und mit frischem Wasser und einem Lorbeerblatt weichkochen. Abgießen und beiseite stellen.
Ich habe sie mit etwas Wasser grob püriert, weil die großen Bohnen nach dem Kochen nicht schön ausgesehen haben. So tragen sie dann zur Bindung des Eintopfes bei. 

Zwiebel und Knoblauch klein schneiden. Den Kürbis ggf. schälen und wie die Kartoffeln in ca. 1 - 2 cm Würfel schneiden. 

In einem Topf Zwiebel und Knoblauch (und wenn vorhanden auch Petersilstängel und Korianderwurzeln) in etwas Pflanzenöl anschwitzen. Mit der Chilipaste (Menge nach Schärfevorliebe), Salz und Pfeffer würzen. 

Die Kartoffeln beifügen, mit ein wenig Wasser aufgießen und köcheln lassen, bis sie fast gar sind. Dann Kürbis, Mais, Bohnen und Erbsen dazu geben, auch die Kondensmilch und etwas Wasser, bis die Konsistenz passt - nicht zu suppig, nicht zu trocken. 

Den Eintopf sanft fertig köcheln lassen und dann mit Salz, Pfeffer und Limettensaft abschmecken. Mit den Kräutern vermischen, und mit Käsewürfeln oberdrauf, Spiegelei und Reis anrichten. 






Es schmeckte uns sehr sehr gut mit angenehmer Chili-Schärfe. Auch die Kombination der Gemüsesorten mit Koriander und Minze passte gut. Den Käse würde ich nächstes Mal weglassen, aber wenn er mild ist, "stört" er nicht allzu sehr... 😉

Danke an Volker für die Organisation der "kulinarischen Weltreise" auch im neuen Jahr! 


Linkliste:

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Shrimps in Erdnuss-Sauce – Langostinos con maní
Britta von Brittas Kochbuch mit Queque de naranja - Orangenkuchen
Wilma von Pane-Bistecca mit Pollo a la Brasa con Aji verde-Sauce
Susanne von magentratzerl mit Arroz con Pollo
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Sopa a la Criolla – Kreolische Suppe
Simone von zimtkringel mit Lomo saltado
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Pie de Limón - fruchtige Limettentarte
Cornelia von SilverTravellers mit Arroz con Pollo
Jenny von Jenny is baking mit Queque de platano - Bananenbrot
Susan von Labsalliebe mit Causa Rellena Vegana mit buntem Blattsalat
Regina von Bistroglobal mit Quinoa-Eintopf auf peruanische Art
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Peruanischer Ententopf (Seco de Pato) mit geschmorten Canario-Bohnen (Minestra de Frijoles Canarios)
Michael von SalzigSüssLecker mit Peruanische Garnelensuppe - Chupe de Camarones
Volker von Volkermampft mit Pollo a la Brasa – Peruanisches Hähnchen mit Korianderreis
Volker von Volkermampft mit Aji Verde – grüne peruanische Sauce mit Koriander und Chili
Verónica von 1000leckerbissen mit Quinoa: Die richtige Zubereitung des Inka- Korns
Verónica von 1000leckerbissen mit Quinoa- Pfanne mit Gemüse und Tofu (Chaufa de Quinoa) - Vegan


So eine Riesenauswahl! 

Alles Liebe aus Wien



Donnerstag, 7. Dezember 2023

Petla zum Frühstück

 


Guten Morgen aus Wien, habt ihr schon einmal von Petla gehört? 

Für mich war das Gebäck bis jetzt auch unbekannt, aber durch die monatliche "kulinarische Weltreise" bei Volker habe ich schon allerhand neues erfahren! Danke Volker und ich hoffe, es geht nächstes Jahr weiter! 

Im Dezember reisen wir virtuell auf den Balkan in den Kosovo



Das Gebiet liegt geographisch und ethnisch gesehen zwischen Albanien und Serbien, der Großteil der Bevölkerung sind Albaner*innen. Die Provinz gehörte bis 2008 zu Serbien, vorher bis 1912 zum osmanischen Reich. Die Republik Kosovo hat 2008 ihre Unabhängigkeit von Serbien erklärt, wurde aber bisher international nicht von allen Staaten anerkannt. Der Kosovo gehört zu den ärmsten Ländern in Europa. Das sind die trockenen Fakten... 

Kulinarisch gesehen ist der Kosovo von den verschiedenen ethnischen Gruppen im Land geprägt, es gibt eine "originale" Landesküche daher nicht wirklich. Mir ist aus dieser Region das vielseitige Kleingebäck Petla in den Weiten des www aufgefallen, das dort eher zum Frühstück gegessen wird.

Man kann Petla mit verschiedensten Dips und Aufstrichen süß oder auch salzig essen. Es passen Marmelade und Honig genauso dazu wie Naturjoghurt, Ajvar, Feta etc. 




Petla (Kleingebäck)

Zutaten für ca. 50 Stk.:
250 g Mehl (hier Dinkel-, Einkorn- und Emmermehl, original Weizen)
75 ml Naturjoghurt oder Sauerrahm
1 Ei (M)
1/2 P. Backpulver
1/2 TL Salz (nicht zu wenig!)
ca. 30 ml Mineralwasser mit Kohlensäure

reichlich Öl zum Ausbacken

Zubereitung:
Aus allen Zutaten am besten mit der Hand einen geschmeidigen Teig kneten und kurz rasten lassen. Den Teig auf der bemehlten Fläche ungefähr 1/2 cm dünn ausrollen, in beliebige rechteckige oder rautenförmige Stücke von ca. 5 - 6 cm Kantenlänge schneiden. 
Das Öl erhitzen und die Teilchen schwimmend beidseitig goldbraun ausbacken. Das geht blitzschnell und sie blähen sich auch schön auf. Auf Küchenpapier entfetten und sofort noch lauwarm genießen mit beliebigen Dips. 



Innen sind sie hohl...
meine Petla (oder wie auch immer die Mehrzahl heißt) sind durch das verwendete Mehl eher dunkel.



Am Abend haben wir das knusprige und noch lauwarme Gebäck mit Ajvar und griechischem Johgurt zu einem Gläschen Wein genossen! 




So sah mein Nikolo-Frühstück am nächsten Tag aus: die Petla-Teilchen schnell aufgebacken (auf den Toaster gelegt) und mit warmem Apfelmus und Joghurt zum Frühstück genossen. Wirklich allerbestens! 😋




Linkliste der #kulinarischen Weltreise:

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Faqe viçi me polentë - Ochsenbäckchen mit Polenta und Apfel
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Leqenik mit Spinat - Leqenik me spinaq tradicional
Regina von bistroglobal mit Qebapa te Kosoves Britta von Brittas Kochbuch mit Dollma - Gefüllte Paprikaschote
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Spitzpaprika in Sahne – speca me mazë und Pogace – Bukë pogaqe nga nëna ime
Wilma von Pane=Bistecca mit Skanderbeg Steak - kosovarische Speise





Donnerstag, 19. Oktober 2023

Jamaika und Bananenbrot

 

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in Jamaika - die besten Rezepte und Gerichte




Jamaika in der Karibik steht im Oktober auf dem Reiseplan von Volkers "kulinarischer Weltreise". Wer denkt da nicht sofort an türkisblaues Meer und weiße Strände, Palmen im Wind, Sonne, Urlaub, Bob Marley...




Ich drehe also im herbstlichen Wien die passende Musik auf und backe beschwingt ein kleines süßes Bananenbrot mit Kokos und mit relativ viel Rum, das Rezept verträgt ihn... Es stammt von hier, ich habe die Mengenverhältnisse ungefähr übernommen, aber den Kuchen doch ein bisschen anders gemacht, zum Beispiel auch mit ein wenig Mango. Sie sollte aber schön reif und süß sein, so wie die Bananen.

Jamaika wird oft als Mango-Himmel bezeichnet, auch werden Bananen, Kaffee und Zuckerrohr angebaut - für den Export und nicht für die lokale Bevölkerung. Deren Lebensqualität wird als schlecht bezeichnet, Kriminalität und Korruption sind ein großes Problem. Jamaika gehört zwar zu den wohlhabenden Ländern in der Karibik, trotzdem lebt ein Fünftel der EinwohnerInnen unterhalb der Armutsgrenze. Die wichtigsten Devisenquellen sind der Tourismus und das Geld, das ausgewanderte JamaikanerInnen nach Hause überweisen... 

Ende der 1970er sang Bob Marley von "So much trouble in the world". Ärger und Probleme in der Welt haben nicht abgenommen seither... 






mein jamaikanisches Bananenbrot
für 1 kl. Kastenform, ca. 25 cm

2 kleine reife Bananen
1/2 reife Mango
1 bio Limette, Schalenabrieb und Saft
25 g weiche Butter
1 EL Joghurt
100 g brauner Zucker
1 TL selbstgemachter Vanillezucker
1 Ei (M)
1 Prise Salz
2 EL brauner, karibischer Rum, gerne mehr
190 g Mehl
30 g Stärkemehl
20 g Kokosflocken
1/2 P. Weinstein Backpulver

Guss:
2 EL Rum
Staubzucker
1 Hand voll Kokosflocken zum Bestreuen

  • Die Bananen und Mango schälen und das Fruchtfleisch mit Limettensaft pürieren Es wird ungefähr 250 g Fruchtpüree benötigt, Reste essen. 😋
  • Eine kleine Kastenform mit Backpapier auskleiden oder müllsparend befetten und bemehlen. Das Backrohr auf 180°C vorheizen.
  • Das Ei trennen, aus Eiklar und der Prise Salz Schnee schlagen und beiseite stellen.
  • Butter, Zucker, Eidotter, Joghurt und Limettenabrieb langsam schaumig schlagen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. 
  • Fruchpüree und Rum einrühren - wer will verwendet mehr braunen Rum. Die trockenen vermischten Zutaten Mehl, Kokos und Backpulver mit einem Löffel einmengen, zum Schluss den Eischnee unterheben. 
  • Die Masse in der Kastenform etwa 40 - 45 Minuten backen. Den Kuchen stürzen und weitgehend auskühlen lassen.
  • Für den Guss wird Rum mit so viel Staubzucker verrührt, bis eine dickliche Glasurmasse entsteht. Den Kuchen behübschen und mit ein wenig Kokos bestreuen. 

Schmeckt sehr gut und fruchtig, aber der Kuchen steht und fällt natürlich mit dem Reifegrad der Früchte! 🍌
 
Liebe Grüße aus Wien



Linkliste der #kulinarischen Weltreise

(wird ergänzt)

Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Jamaikanischer Rumkuchen Michael von SalzigSüssLecker mit Mexikanische Maissuppe mit Hühnchen Wilma von Pane-Bistecca mit Jamaikanisches Chili con Carne mit Kokosnussreis und gebratenen Bananen Simone von zimtkringel mit Jamaican Dark Stout Punch Regina von bistroglobal mit Jerkfish Britta von Brittas Kochbuch mit Jamaikanische Jerk Gewürzmischung Britta von Brittas Kochbuch mit Jerk Chicken Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Geschmorter Ochsenschwanz aus Jamaika




Donnerstag, 14. September 2023

Fasolakia und Fisolen

 


Der Name Fasolakia gefällt mir besonders gut, denn es spielen Fisolen eine wichtige Rolle neben Paradeisern und Erdäpfeln. Übersetzt heißt das, es kommen grüne Bohnen, Tomaten und Kartoffeln in diesen griechischen veganen Eintopf und ich schicke ihn zu Volkers "kulinarischer Weltreise".

Diese hat im heurigen September kein bestimmtes Ziel, sondern tischt Veganes aus aller Welt auf. Also mache ich in Griechenland Halt, vor einem Jahr war Italien das virtuelle Reiseziel. 

Das heutige Rezept stammt aus den Weiten des www, wo sich unzählige Varianten von Fasolakia finden. Feta macht sich auch gut dazu, zum Beispiel in Würfeln oben drauf, wenn es nicht-vegan sein darf...



Fasolakia, vegan
(für ca. 2-3 Personen als Hauptspeise)

350 g frische Fisolen / grüne Bohnen
300 g Kartoffeln, eine festkochende Sorte
300 g frische Tomaten oder aus der Dose

reichlich gutes Olivenöl
1 mittelgroße Zwiebel, kleinwürfelig
2 Knoblauchzehen
2 EL Tomatenmark
1/2 TL Zucker
1 TL Paprikapulver
etwas getrockneter Oregano und Thymian
Salz
schwarzer Pfeffer
eine Prise Zimtpulver oder mehr nach Belieben (ich)
einige Minzeblättchen für Deko

Zubereitung:

Die Fisolen putzen (die Enden und unschöne Stellen wegschneiden) und halbieren. Die Kartoffeln schälen und in längliche Stücke oder Wedges schneiden. Die Tomaten blanchieren und häuten (wer will, ich nicht) und in kleine Würfel schneiden. 

Die Fisolen in wenig Salzwasser rund 15 Minuten dämpfen, bis sie weich, aber noch bissfest sind. Abschrecken und beiseite stellen.

Parallel Zwiebel und Knoblauch in reichlich Olivenöl glasig braten, Zucker und Tomatenmark beifügen und kurz mitbraten. Mit Paprikapulver, Oregano, Thymian, Salz und Pfeffer würzen und sofort mit den Tomaten ablöschen. Die Kartoffeln beifügen und etwas Wasser, so dass sie so halb bedeckt sind. Zugedeckt köcheln lassen, bis die Kartoffeln gegart sind. Dann kommen die Fisolen und der Zimt dazu und das Gericht soll noch ziehen (zugedeckt auf der ausgeschaltenen Herdplatte), bis sich die Aromen verbunden haben. 

Abschmecken und eher lauwarm als zu heiß servieren - als Hauptspeise oder Beilage zu Gegrilltem zum Beispiel... 


Blick in den Topf - fast fertig, nur noch kurz ziehen lassen und abschmecken




Wir fanden es fantastisch! Mit markt- oder gartenfrischen Fisolen und aromatischen Tomaten ist es ein herrliches spätsommerliches Essen. 

Liebe Grüße aus Wien



Linkliste der kulinarischen Weltreise:

Susanne von magentratzerl mit Cheung Fun - Gedämpfte Reisnudelrollen
Friederike von Fliederbaum mit Fasolakia
Susan von Labsalliebe mit Yatimcheh – Vegane Auberginen-Pfanne یتیمچه
Susanne von magentratzerl mit Malaiisches Dal-Curry
Britta von Brittas Kochbuch mit Like-Chicken Tetrazzini
Britta von Brittas Kochbuch mit Erfrischender Sommersalat
Britta von Brittas Kochbuch mit Minestrone
Britta von Brittas Kochbuch mit Linsenpfannkuchen mit Tofu, veganem Tzatziki und Salat
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Vegane Pide mit Spinat
Regina von Bistroglobal mit Picknick im Ländle mit veganen Zutaten gekocht
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Veganes Streetfood aus Nordindien: Pani Phulki – Pani Ke Pakode
Regina von Bistroglobal mit Vietnamesischer Glasnudelsalat
Britta von Brittas Kochbuch mit Saitan mit rotem Curry und Kaffirblättern
Simone von zimtkringel mit Masada Dal Vada - Falafel auf indisch
Volker von Volkermampft mit Mujaddara – libanesische Reis-Linsen-Pfanne mit Zwiebeln
Volker von Volkermampft mit Tabbouleh – der libanesische Salat mit Petersilie und Bulgur


Die Liste ist komplett, so eine schöne vegane Auswahl!




Donnerstag, 29. Juni 2023

gefüllte Kartoffeln für die kulinarische Weltreise

 


Mit Volkers "kulinarischer Weltreise" ist virtuell alles möglich, sogar nach Libyen zu reisen. Tatsächlich ist es kein Reise- und schon gar kein Urlaubsland und bei uns besteht auch eine Reisewarnung des Außenministeriums. 

Denkt man an das heutige Libyen fällt einem am ehesten Bürgerkrieg, Gaddafi, Öl ein. Das Land versinkt in Gewalt und Chaos. Flüchtlinge von weiter südlich gelegenen afrikanischen Ländern auf dem Weg nach Europa stranden in libyschen Lagern und werden nicht selten Opfer von Gewalt, Folter und Tod (Nachlese). Oder besteigen unsichere Boote über das Mittelmeer in Richtung europäischer Länder, die sie auch nicht mit offenen Armen aufnehmen... es ist die humanitäre Katastrophe unserer Zeit und auch ein Dilemma, das unsere Gesellschaft spaltet. Mit der Lösung werden auch die nächsten Generationen noch beschäftigt sein. 


unbezahlte Werbung


Die Suche nach libyschen Restaurants in Wien führt ins Leere, aber die orientalische Küche ist sehr gut vertreten. Die Küche Libyens ist sowieso beeinflusst von den nordafrikanischen Nachbarländern, von den Arabern, Berbern und der früheren Kolonialmacht Italien.

Auf der Suche nach einem libyschen Rezept sind mir im www gefüllte und frittierte Kartoffeln aufgefallen, die schmeckten uns echt gut. Man findet sie unter den Bezeichnungen M´Battan oder Batata Mbatna, Mubatan, Imbaten potatoes etc., wie man auch bei Petra sehen kann. Sie hatte die gleiche Idee, was ich immer spannend finde. Denn auch wenn zwei das gleiche tun, ist es doch nicht das selbe. 😉



meine gefüllten frittierten Kartoffeln
(Vorspeise aus Libyen)

250 g Faschiertes (Hackfleisch) vom Lamm, ersatzweise Rind
1 kleine weiße Zwiebel
1 oder mehr Knoblauchzehen
1/2 EL Tomatenmark
Salz
Harissa für eine schöne Schärfe
Kreuzkümmel
Zimtpulver
Petersilie
Koriander
1 Ei
Olivenöl

ca. 2 große Kartoffeln
1 Ei
Mehl

reichlich Öl zum Ausbacken
Salzflocken zum Bestreuen

Für 6 Stück habe ich eine sehr große Kartoffel verwendet und aus den Resten der Fülle (mit Zugabe von Grieß und Bröseln) Fleischbällchen frittiert. 

Zubereitung:

Die Zwiebel fein hacken und in Olivenöl glasig braten, das faschierte (Hack-) Fleisch und den Knoblauch dazugeben und gut durchbraten. Tomatisieren, würzen und abschmecken. Ein wenig auskühlen lassen und dann die gehackten frischen Kräuter und das Ei für die Bindung beifügen.

Die rohen Kartoffeln schälen und so in dünne Scheiben schneiden, dass jeweils zwei Scheibchen eine "Tasche" bilden (also einmal nicht ganz durchschneiden). 



Die Kartoffeltaschen jeweils mit ungefähr 1 EL Fülle füllen, ein wenig zusammendrücken, rundum mit Ei bepinseln und mit Mehl bestäuben. 



Reichlich Öl erhitzen und die Teilchen schwimmend frittieren, bis die Kartoffeln goldbraun sind. Erstaunlicherweise halten die Kartoffeln mit der Fülle gut zusammen und lösen sich nicht auf... das war mein Aha-Erlebnis dabei...



Zum Servieren mit Salzflocken bestreuen und als Vor- oder sommerliche lauwarme Hauptspeise mit zB. Löffelsalat und anderen guten Sachen anrichten. 




Diese Kartoffeln sind eine nette Spielerei, wenn frau Muße und Lust dazu hat. Sie schmeckten uns sehr gut und sind im Endeffekt doch überraschend unkompliziert zu basteln.
Nächstes Mal würde ich die Fülle so wie Petra roh verwenden, denn durch das relativ lange Frittieren wird sie auf jeden Fall gar. Ob man nun Mehl wie in meinem Rezept oder Semmelbröseln zum Panieren nimmt, ist ziemlich egal und mehr ein optischer Unterschied... 


Linkliste:


Susanne von magentratzerl mit Mbakbaka - Libysche Pasta mit Hühnchen in Tomatensauce Britta von Brittas Kochbuch mit Za'atar - Die Gewürzmischung aus dem Maghreb Britta von Brittas Kochbuch mit Rooz fil furoon - Libyscher gebackener Reis Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Libysche gefüllte Kartoffeln - M'Batten Simone von zimtkringel mit Libysche Mbakbaka Wilma von Pane-Bistecca mit Kufta bil Batinjal Regina von Bistrogobal mit Mbakbka - Libyscher Lammeintopf Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Ghraybeh mit Nelken - libysche Butterkekse Susanne von magentratzerl mit Shorba libya Britta von Backmaedchen 1967 mit Arshella Mandel-Anis-Biscotti Friederike von Fliederbaum mit gefüllte frittierte Kartoffeln Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Couscous bil Busla - libyscher Couscous mit gedämpften Zwiebeln


Eine interessante Auswahl, oder?
Liebe Grüße aus Wien









Donnerstag, 4. Mai 2023

Korvapuusti oder süße finnische "Ohrfeigen" im Mai

 


Bildquelle
(unbezahlte Werbung)

Nordlichter einmal in natura zu sehen, steht auf meiner "Liste" ziemlich weit oben. In Lappland im Norden Finnlands besteht offenbar 200 Mal im Jahr die Chance auf die bunten Himmelsfarben, die so ein mystisches Gefühl erzeugen. 


Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in Finnland - die besten Rezepte und Gerichte

 

Volkers "kulinarische Weltreise" im Mai ist für Polarlichter leider zu spät nach Finnland unterwegs, denn Aurea Borealis ist nur im Winterhalbjahr in klaren Nächten zu sehen. Macht nichts, ich glaube, Finnland wäre sowieso immer eine Reise wert. Ich war aber leider noch nicht dort, wart ihr schon in Finnland?


weiß wie Schnee, blau wie die Seen

In Wien gibt es wenige kulinarische Angebote aus Finnland oder Skandinavien, aber zumindest ein finnisches Café - das IHANA, was "wunderbar" auf deutsch heißt. Wunderbar schmecken auch finnische Zimtschnecken. Das Rezept für meine habe ich mir aus dem www zusammengesucht. 




Korvapuusti - finnische Zimtschnecken 

Zutaten für ca. 15 Stück:

Teig:
500 g (Dinkel-) Mehl
½ Würfel frische Germ / Hefe oder 1 P. Trockengerm
1 Eidotter
1 TL gemahlener Kardamom
1 TL Salz
70 g Zucker
ca. 200 ml Milch
90 g Butter

Fülle:
100 g brauner Zucker
80 g flüssige Butter
ca. 1 EL Zimt

zum Bestreichen
1 Eidotter
1 EL Milch
etwas Hagelzucker

Zubereitung:

Teig: Die Milch lauwarm erwärmen und die Butter darin weich werden lassen. Aus allen Zutaten einen festen Germteig / Hefeteig kneten. Für Schnecken soll der Teig nie weich sein! Zugedeckt aufgehen und reifen lassen. 

Fülle: Die Butter sanft schmelzen und den Zucker darin verrühren, die Zimtmenge dem persönlichen Geschmack anpassen. 

Formen

  • Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem großen Rechteck ausrollen. Die ganze Teigfläche mit der Fülle bestreichen und wie einen Strudel einrollen. 
  • Nun werden trapezförmige Stücke abgeschnitten. Der größere Abstand soll 4-5 cm betragen. 
  • Die Stücke hochkant auf ein Backblech + Papier aufstellen, also auf den 4-5 cm breiten "Fuß", oben ist die schmale Kante. 
  • Mit einem runden Kochlöffelstiel drückt man nun diese schmale Kante tief ein.
  • Die Schnecken kurz rasten lassen, dann mit verrührtem Eidotter plus Milch bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen. 
  • Ins kalte Backrohr stellen (Vorheizen nicht notwendig) und bei 180°C etwa eine knappe halbe Stunde backen, bis die Schnecken schön gebräunt sind.




Sie schmecken herrlich, gut zimtig, aber doch eher süß, zumindest für mich. Zucker ist hier enthalten im Teig, in der Fülle und obenauf -- wer es weniger süß lieber hat, reduziert 3x den Zuckeranteil um 10 - 20%, so wie ich es das nächste Mal tun würde.
Das Besondere an finnischen Zimtschnecken ist der Kardamom im Teig und die eigenwillige Form. Sie werden meist für den Sonntag gebacken und sind offenbar im ganzen Land beliebt und auch bei uns. Bei mir wird es sie auch bald wieder geben!  😋






Linkliste der kulinarischen Weltreise:

Regina von bistroglobal mit Rahkapulla Britta von Brittas Kochbuch mit Poronkäristys (Rentiergeschnetzeltes aus Finnland) Britta von Brittas Kochbuch mit Talvinen salaatti (Finnischer Wintersalat) Britta von Brittas Kochbuch mit Lohikeitto (Finnische Lachssuppe) Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Sima und Munkki zum finnischen Maifeiertag Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Korvapuusti - Finnische Zimtschnecken Michael von SalzigSüssLecker mit Runebergintorttu (Finnische Runeberg-Törtchen) Ulrike von Salon Matilda mit Britakakku, Finnland, Urlaubsvorfreude Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Hernekeitto ja Pannukakku - finnische Erbsensuppe und Ofenpfannkuchen Simone von zimtkringel mit Karelische Blini #BEZUG! Edyta von Mein dolcevita mit Finnlands Roggenbrot - Ruisreikäleipä Edyta von Mein dolcevita mit Runeberg- Törtchen Friederike von Fliederbaum mit Korvapuusti - Finnische Zimtschnecken Britta von Backmaedchen 1967 mit Pikkupullat-weiche süße Brötchen aus Finnland Anja von GoOnTravel.de mit Traditioneller Genuss: Rahkapulla – Der klassische finnische Quarkkuchen Tina von Küchenmomente mit Kylmäsavulohipiirakka - Finnische Lachs-Quiche Volker von Volkermampft mit Makaronilaatikko - Finnischer Makkaroni-Auflauf


Ich bin gespannt auf die Rezepte der anderen "Reisenden"! 






Montag, 10. April 2023

Teigtaschen mit Lamm wie in Kärnten

 

ein mächtiger Gebirgszug - die Karawanken in Kärnten, 2013


üppige Kärntner Lammnudel, Gasthausfoto von 2013


Teigtaschen aus aller Welt sind das Thema bei der "kulinarische Weltreise" im April. Ich reise nicht weit weg, sondern bleibe bei heimischen bzw. Kärntner Teigtaschen und bastle die eher deftigen "Lammnudel" nach.
Sie bestehen aus einem dunklen Dinkelnudelteig mit einer Fülle aus faschiertem Lamm (Hackfleisch) und frischen Kräutern. Ich habe diese Variante zum ersten Mal in einem urigen Gasthaus im Dorf Zell-Pfarre ganz im Süden von Kärnten am Fuß der Karawanken gegessen. Die Wirtin hatte sie mit flüssiger Butter serviert und mit Kürbiskernen und Grammeln (Grieben) bestreut, wie das Foto oben von damals zeigt.
Deftig wie gesagt und seeehr sättigend, danach am besten ein Schnapserl trinken und eine Siesta im Liegestuhl einlegen....


...oder auf einer Bank mit Aussicht


Besonders in Kärnten hat sich über Jahrhunderte eine große Vielfalt an herzhaften und süßen Nudelteigtaschen entwickelt. Die "Kasnudel" mit Topfen-Erdäpfelfülle (Quark-Kartoffel) und Minze sind die bekanntesten. Übrigens werden die Kärntner Nudel auch im Plural ohne "n" am Ende ausgesprochen und geschrieben... 





"Lammnudel" Kärntner Teigtaschen mit Lammfülle
  für ca. 20 Stück

Nudelteig:
125 g Dinkelmehl (ich habe eine Mischung aus Dinkel-, Einkorn- und Emmermehl verwendet) 
50 - 70 ml lauwarmes Wasser nach Bedarf
1 Eidotter
1 gute Prise Salz
1 schwacher EL Öl

Fülle:
150 g Faschiertes (Hackfleisch) vom Lamm
1/2 Zwiebel, kleinwürfelig geschnitten
ca. 2 EL Öl
1 EL Semmelbrösel
Salz
schwarzer Pfeffer
frische Kräuter, klein geschnitten: Rosmarin, Minze, "Keferfil" = Kerbel, ersatzweise Petersil

weiters
:
reichlich Salzwasser zum Kochen
reichlich flüssige Butter
1 Handvoll Grammeln (Grieben), gehackt und gesalzen
1 Handvoll Kürbiskerne, trocken geröstet

Zubereitung:


Aus allen Zutaten mit der Hand einen Nudelteig kneten, er ist fertig, wenn er sich von der Schüssel löst. Der Teig soll glatt sein, seidig glänzen und mittelweich sein. Zugedeckt mindestens 30 Minuten rasten lassen.

Für die Fülle die Zwiebelwürferl in Öl glasig weich braten, aber keine Farbe annehmen lassen. Alle Zutaten vermischen, reichlich frische Kräuter verwenden und gut abschmecken. 

Den Nudelteig dünn ausrollen, Kreise mit ungefähr 9 cm Durchmesser ausstechen (zB. mit einem Glas). Jeweils 1 TL Fülle in die Mitte jedes Teigstückes geben und die Teigränder mit Wasser benetzen. Den Teig zusammenklappen und die Ränder krendeln, d.h. überlappend verschließen. 
Die Teigtaschen in kochendes Salzwasser einlegen und ca. 7 Minuten mehr ziehen als kochen lassen.

Zum Servieren mit reichlich flüssiger Butter übergießen und mit den gehackten und leicht gesalzenen Grammeln (Grieben) und Kürbiskernen bestreuen.
 



Sehr köstlich!
Ich finde kleinere Teigtaschen mit nicht allzu viel Fülle hübscher (psst! und auch einfacher herzustellen), daher habe ich sie heute gekrendelt und keine Riesennudel wie im Kärntner Gasthaus gemacht! Empfehlung! 





Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft sucht Teigtaschen aus aller Welt - die besten internationalen Rezepte 


Verlinkt mit der "kulinarischen Weltreise" von Volker, die im April kein bestimmtes Land ansteuert, sondern die weltweite Teigtaschenvielfalt zeigen möchte. Ein tolles Thema, finde ich, Teigtaschen sind ja fast weltweit verbreitet. Hier bei den "Kochgenossen" aus Wien gibt es einen sehr detaillierten Überblick über Teigtascherl aus aller Welt (unbezahlte Werbung).  

Auch auf meinem Blog gibt es einige wenige Teigtaschen:





links:
Kletzennudeln aka Dörrbirnen-Teigtaschen (Österreich)
Momos veggie (Nepal)
Fiore di patate, Kartoffelteigtaschen (Italien)

rechts:
Tortelli herbstlich (Italien)
Manti (Kasachstan)
Tiropitakia mit Feta (Griechenland)

ohne Bild:
Bolani (Afghanistan)
Buuz (Mongolei)








Linkliste der kulinarischen Weltreise:



Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Empanadas de morocho aus Ecuador
Britta von Brittas Kochbuch mit Pizza Calzone oder die größte Teigtasche der Welt (Italien)
Wilma von Pane-Bistecca mit Usbekische Manti
Sandra von Tracks and the City mit Toasted Ravioli aus St. Lous
Friederike von Fliederbaum mit "Lammnudel" - Teigtaschen mit Lamm wie in Kärnten
Wilma von Pane-Bistecca mit Sheng Jian Bao
Susannne von magentratzerl mit Sambose Mash
Britta von Brittas Kochbuch mit Bolani aus Afghanistan
Gabi von USA kulinarisch mit Knishes aus New York
Jenny von Jenny is baking mit Empanadas mit Quittenpaste und Käse aus Mittelamerika
Michael von SalzigSüssLecker mit Vegetarischen Empanadas – einfach köstliche Teigtaschen
Regina von bistroglobal mit Schwäbische Maultaschen
Wilma von Pane-Bistecca mit Zwei verschieden gefuellte Ravioli
Anja von GoOnTravel mit Herzhafte Piroggen: Ein Klassiker der polnischen Küche
Edyta von mein-dolcevita mit Teigtaschen aus Karelien
Susanne von magentratzerl mit Teigtäschchen mit Myzithra (Kalitsounia me myzithra)
Susan von Labsalliebe mit Reshteh Khoshkar – Glutenfreie süße Teigtaschen رشته خوشکار
 Britta von Brittas Kochbuch mit Kartoffeltaschen mit Frischkäsefüllung (Deutschland)
Regina von bistroglobal mit Cassone Romagnolo
Sonja von fluffig & hart mit Jjin Mandu - koreanische Teigtaschen
Simone von zimtkringel mit Cheese & Onion Pasties
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Vegane Mandu mit Kimchi-Füllung


was für eine Vielfalt!!





Samstag, 11. Februar 2023

kulinarische Weltreise mit afghanischem Dopiaza und Fladenbrot

 

Endlich habe ich es geschafft, in diese kleine afghanische Bäckerei in Wien zu gehen, von der ich schon öfter gelesen hatte. Das Riesen-Fladenbrot dort ist dünn und immer frisch gebacken. Ich hätte es knusprig erwartet, aber es ist weich und lässt sich gut auseinander reißen (und am nächsten Tag toasten!). Und auf der Heimfahrt hat mein noch warmes Fladenbrot die ganze U-Bahn beduftet. 😋


Das Fladenbrot brauchte ich für Dopiaza, das ist ein afghanisches Zwiebelfleisch mit Lamm, für die "kulinarische Weltreise" (siehe weiter unten). Das Rezept habe ich mir im www zusammen gesucht. Dopiaza bedeutet "zwei Zwiebeln", sie werden teils mitgeschmort und teils gegen Ende dazu gegeben. Zusätzlich gibt es gepickelte Zwiebeln und Kichererbsen oder gelbe Erbsen. 

Ich habe mir im türkischen Geschäft, wo ich gern einkaufe, eine Lammschulter auslösen lassen und die Knochen auch mitgenommen. In Zentralasien wird das Fleisch einfach "irgendwie" zerhackt. Fleischgerichte sollte man dort daher immer vorsichtig und Zähne-schonend essen, hatte Hr. Fliederbaum nach seinen Reisen erzählt (siehe ganz unten). Denn in jedem noch so kleinen Fleischstückchen hatte mindestens ein Knochen gesteckt... 



Dopiaza - afghanisches Zwiebelfleisch mit Lamm
mit gepickelten Zwiebeln, gelben Erbsen und Fladenbrot

(für 1 Topf, ca. 4 Personen)

1 kg ausgelöste Lammschulter, die Knochen extra, ersatzweise Rindfleisch
neutrales Öl
4 mittelgroße weiße Zwiebeln
3 oder mehr Knoblauchzehen
Salz
Chili
1/2 TL Kurkuma
1 Gemüse- oder Spitzpaprika
ca. 1 TL Garam Masala
schwarzer Pfeffer

1 kleine weiße Zwiebel
reichlich milder heller Essig (ich habe Reisessig verwendet)

1 Handvoll getrocknete gelbe Erbsen oder Kichererbsen (Glas)
Pfeffer
1 Lorbeerblatt
Salz

dünnes Fladenbrot 

Zubereitung:

Für die gepickelten Zwiebeln wird die in nicht zu dünne Ringe geschnittene kleine Zwiebel in einem Glas mit Essig bedeckt. Mindestens eine halbe Stunde oder auch über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. 

Das Lammfleisch in Würfel schneiden, ich habe ein Zuviel an Fetträndern auch entfernt. Die Knochen mit kaltem Wasser waschen. 
Zwei Zwiebeln klein schneiden, den Knoblauch ebenso und den Gemüsepaprika in dünne Streifen schneiden. Die restlichen 2 Zwiebeln in nicht zu dünne Ringe schneiden und beiseite stellen, sie werden erst zum Schluss gebraucht.

In einem Topf reichlich Öl erhitzen, die klein geschnittenen Zwiebeln und den Knoblauch anbraten, ohne Farbe nehmen zu lassen. Das Fleisch und die Knochen beifügen und einige Minuten rundum anbraten. Mit Salz, Pfeffer, Chili und Kurkuma würzen und mit Wasser aufgießen, so dass das Fleisch zu etwa 2/3 bedeckt ist. Das Fleisch zugedeckt langsam weichgaren, die Knochen dann entsorgen. 

Die getrockneten gelben Erbsen in reichlich Wasser mit Pfeffer und Lorbeerblatt weich kochen, abseihen und mit Salz abschmecken. 

In einer großen Pfanne (in der das gesamte Gericht Platz hat) werden die in Ringe geschnittenen Zwiebeln und die Paprikastreifen in etwas Öl hell angebraten, Garam Masala beifügen sowie nach Bedarf noch Salz und Pfeffer. Nun kommt auch das gegarte Zwiebelfleisch inkl. Zwiebeln dazu (mit einem Schaumlöffel) und nach Belieben vom entstandenen Saft, bis die Konsistenz passt. Das Gericht wird zugedeckt weitere 15 Minuten auf der ausgeschalteten Herdplatte ziehen gelassen, so dass sich die Aromen gut verbinden.  

Anrichten:
Laut Originalrezept richtet man das Zwiebelfleisch inkl. Flüssigkeit direkt auf dem dünnen Fladenbrot an, gemeinsam mit den gelben Erbsen oder Kichererbsen sowie den gepickelten Zwiebeln. Alles mit schwarzen Pfeffer bestreuen. Man isst mithilfe des Fladenbrotes und tunkt damit auch die Sauce auf... 



Ich habe das Gericht in einem tiefen Teller angerichtet und das Fladenbrot extra dazu gegeben (und auch eine Gabel). Obenauf liegen die gepickelten Zwiebeln, die sind das i-Tüpfelchen!
 


Insgesamt waren wir total begeistert von diesem köstlichen Zwiebelfleisch! Ich könnte mich quasi reinlegen und auch noch die letzten Saucenreste mit dem Fladenbrot auftunken. Garam Masala, Lammfleisch und Zwiebeln passen gut zueinander. Ich finde, das Gericht klingt so einfach, aber der Geschmack hat uns wirklich überzeugt! 


Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in Afghanistan - die besten Rezepte und Gerichte


Verlinkt mit der "kulinarischen Weltreise" von Volker, die im Februar in Afghanistan Halt macht - virtuell und mit einem typischen Gericht, das sich die Menschen vor Ort wahrscheinlich gar nicht mehr leisten können. 

Denn das Land versinkt in Chaos und Gewalt, 90 % der Menschen seien vom Hungertod bedroht, liest man in den Medien. Die Wirtschaft des Landes liegt am Boden (außer der Opiumexport). Nicht nur Frauen, auch die Männer haben nach Jahrzehnten des Krieges keine Perspektive im Leben. 

Mich schmerzt unglaublich, dass Frauen nun von den religiösen Fanatikern total rechtlos gemacht worden sind, vom öffentlichen Leben, (höherer) Schulbildung, Universitäten, Arbeiten ausgeschlossen. Zum Beispiel dürfen Frauen und Mädchen dort nicht von männlichen Ärzten untersucht werden, aber Ärztinnen oder Hebammen dürfen nicht nachrücken, nicht (fertig) studieren, nicht arbeiten. Für Mitarbeiter*innen von NGOs ist Afghanistan momentan das gefährlichste Land der Welt und durch das Arbeitsverbot für Frauen ist Nothilfe und Vorsorge nicht mehr möglich. Ich fühle mich ziemlich hilflos, aber Menschenrechtsorganisationen zu unterstützen ist trotzdem nicht verkehrt... 


Bilder aus dem Norden von Afghanistan von Hr. Fliederbaum von 2011

Vor mehreren Jahren habe ich bereits von Afghanistan berichtet, hier und hier (und auch Bolani-Teigtaschen gebacken, die ich heute allerdings dünner und knuspriger backen würde). 

Mein Mann hatte 2011 während eines Forschungsaufenthalts in Tajikistan auch ein paar Tage im angrenzenden Afghanistan verbracht. 

Ich befürchte, dass diese abgelegenen Hochgebirgstäler, wo sie damals unterwegs waren, ganz im Norden von Afghanistan, auch nicht mehr relativ "frei" sind, sondern mittlerweile unter Kontrolle und Geiselhaft der religiösen Fanatiker. 😢


Getreidemühle


Gehen wir lieber etwas afghanisches kochen, es lohnt sich, und schicken dabei auch gute Gedanken an die afghanischen Frauen. 


Linkliste:

Die Links werden Ende des Monats ergänzt. 


Britta von Brittas Kochbuch mit Kochbuch: Salam - Rezepte & Geschichten aus Afghanistan Britta von Brittas Kochbuch mit Dolma - Paprika mit Linsenfüllung Britta von Brittas Kochbuch mit Chalau - Afghanischer Gewürzreis Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Afghanische Bolani - gefülltes Fladenbrot Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Bolani - afghanisches Fladenbrot mit Kartoffel-Lauch-Füllung, grünem Chutney und Joghurt Britta von Brittas Kochbuch mit Char Masala - Afghanische Gewürzmischung Britta von Brittas Kochbuch mit Qabuli Palau - Afghanisches Reisgericht mit Lamm Regina von bistroglobal mit Lobia - Kidney-Bohneneintopf