Samstag, 24. Januar 2015

Lesehunger und Mousse au chocolat für Commissario Tron

einsames Gässchen in Venedig

Dem Namen Tron begegnet man in Venedig immer wieder und einer der Trons war im 15. Jahrhundert tatsächlich Doge. Sein fiktiver Ur...enkel Conte Alvise Tron ist verarmt und verdient als Commissario der venezianischen Polizei gerade einmal sein karges Auskommen.

Die Krimireihe vom deutschen Autor Nicolas Remin mit dem sympathischen Commissario Tron spielt in den 1860-er Jahren in Venedig. Wenn man Krimis und Venedig gemischt mit Historie mag, dann nur zu!! Es gibt 6 Bände, 5 davon habe ich mittlerweile zur abendlichen Entspannung gelesen und den 1. Krimi im Dezember stilecht in Venedig begonnen, der spielt im nebeligen venezianischen Winter und das passte zu meinem Aufenthalt. Und das passt jetzt auch zu Shermins Lesehunger Dauerevent.




schöne Paläste in Venedig

Den Palazzo Tron am oberen Abschnitt des Canal grande gibt es tatsächlich (ich hab kein Foto) und heute ist er prächtig renoviert und Sitz einer Universität. 
Im Krimi ist der Palazzo feucht und kalt, die Fenster schließen schlecht, das Dach ist undicht  und die Mauern zum Seitenkanal saugen sich bei jedem Regen voll....  (daher sind die Gobelins an den Wänden ständig feucht und muffeln vor sich hin, igitt)

Aber einmal im Jahr erwacht der Palazzo Tron zu altem Glanz, wenn der traditionelle Maskenball stattfindet, wo der Ballsaal schon Tage vorher geheizt wird und dann mit hunderten Kerzen erleuchtet wird. Die eleganten Gäste kommen mit ihren Gondeln vom Canal grande und auch das Wassertor des Palazzos wird einladend beleuchtet. 



Tron fährt natürlich mit der Gondel ins Präsidium und zu seinen Mordermittlungen und diese gestalten sich immer recht verwickelt und mit vielen Wendungen. Adelige Hoheiten sind auch vor Verwicklungen nicht sicher (zB. Kaiserin Sisi, die 1862 tatsächlichen mehrere Monate in Venedig war; der Autor hat gut recherchiert).

Eine hübsche Principessa spielt eine immer wichtigere Rolle. Und es gibt den Vorgesetzten des Commissario, der wie bei Brunetti (Donna Leon) oder Kottan (österreichische TV-Kultkrimis) ein wenig „speziell“ ist. Die Krimis sind alle recht witzig und kurzweilig geschrieben. Man kann in venezianische Pracht und Abgründe abtauchen und sich freuen, dass man es heute auf dem Sofa daheim warm und kuschelig hat. 


Und der adelige Commissario wird mit jedem Band sympathischer und menschlicher, finde ich, und auch süßer im Hinblick auf seine Vorliebe für Desserts, für die er gern das Hauptgericht auslässt und sich dafür beim Nachspeisenbuffet doppelt bedient. Er hat keine Probleme damit, nach und nach 4 ganze Ananas aufzuschneiden, mit Schlagobers/Schlagsahne zu bedecken und mit Mandelkrokant bestreut zu verputzen (klingt gut, das hätte ich auch gern).
Wenn es Mousse au chocolat gibt, bestreut mit Schokospänen, dann wird sie von den äthiopischen Dienern im Palazzo in einer großen Schüssel bereitgestellt und Tron würde sich nicht mit einer Portion oder einem einzigen Törtchen zufrieden geben ;-)




Mousse au chocolat-Törtchen

(für 3 Törtchen mit 8 cm Durchmesser)
  • 150 g dunkle, gute Schokolade mit
  • etwas Chili (optional)
  • 70 g Butter                    im Wasserbad schmelzen
  • 2 Eidotter einrühren
  • etwas Inländer-Rum oder Amaretto.
  • 2 Eiklar zu Schnee schlagen und
  • 40 (- 60) g Zucker einschlagen. Den Schnee unter die leicht abgekühlte Schokolademasse heben. 
ca. 10 Vollkorn-Biskotten/Löffelbiskuits halbieren und damit den Innenrand von Dessert-Ringen bilden, die Schokolademasse einfüllen und die Törtchen ein paar Stunden im Kühlschrank fest werden lassen. Wenn Schoko übrig bleibt, dann sofort genießen, lauwarm schmeckt´s auch gut. 
Die Ringe vorsichtig entfernen (mit einem Messer an der Innenseite entlang fahren), die Törtchen noch etwas stehen lassen, dass sie nicht so kühlschrankkalt sind und dann mit Schlagobers oder Früchten dekorieren.  




Mit dieser Mousse au chocolat und mit getränkten Biskotten lässt sich auch ein herrliches Schoko-Tiramisu (oder heißt´s dann Charlotte? auf jeden Fall ein Schichtdessert) mit Bananen machen. 

Fazit: ein ganz wunderbares Mousse au chocolat-Rezept, frei nach Bubbacco, bei uns gibt es das derzeit jede Woche...  



"Tron unterdrückte den Impuls, sich seine Portionen Mousse au chocolat mit dem Servierlöffel in den Mund zu schaufeln, anstatt den kleinen Dessertlöffel zu benutzen" ...



Kommentare:

  1. Man wünscht sich, man wäre der Kommissar, bei den Bildern!

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    1. ja schon, aber nur in einem renovierten, heizbaren Palazzo ;-)
      lg

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  2. Was für eine schöne Buchvorstellung - ich glaube, ich muss mal eigens nach Venedig fahren, um dort diese Romane verschlingen zu können. Vor passender Kulisse funktionieren die sicher noch mal so gut.

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    1. danke :-)
      vor allem ist es nett, wenn man die beschriebenen Plätze ein wenig kennt und sie sich vorstellen kann ...

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  3. Jetzt muss ich mich doch mal wieder bei Dir melden, liebe Friederike :) Du bist echt immer fleißig, ganz toll deine Buchbesprechung, und deine Mousse-au-Chocolat-Törtchen möchte ich auch mal nachmachen, danke für die Idee!

    Ich lass Dir mal liebe Grüße da und danke Dir dafür, dass Du trotz meiner großen Abstände beim Bloggen doch eine treue Leserin bleibst.

    Herzlichst Barbara <3

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    1. danke :-)
      und wie ich deine Kreationen kenne, machst du aus so einem einfachen Törtchen etwas ganz Phantasievolles!
      lg

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  4. Liebe Friederike,

    ganz lieben Dank für diese lesehungrige Buchvorstellung. Ich dachte erst so "Okay... noch so ein Krimi in Venedig..Mh..", aber deine Beschreibung macht richtig Leselust. Und sehr großen Appetit auf die total lecker aussehende Schokoladenkreme. So ein Cremetörtchen könnte ich jetzt ganz hervorragend gebrauchen. (Nomnomnom....)

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    1. ja, Venedig-Krimis gibt es wie Sand am Lido... aber diese Krimireihe finde ich ganz besonders anprechend und kurzweilig (wie bereits geschrieben zur abendlichen Entspannung oder vor Ort super!)
      Ich bin gerade beim letzten und 6. Band und für mich besonders reizvoll sind die historischen Hintergründe und das Aha-Erlebnis, dass es in Venedig immer schon touristenvoll war.
      lg

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