Donnerstag, 10. August 2023

veggie Pasta und Italien

 

unbezahlte Werbung

Ich konnte nicht daran vorbei gehen, auch wenn es schon mein 3. Genussbuch von Cettina Vicenzino ist. Und ich mag sie alle, weil sie so schön sind und die Geschichten, Bilder und Rezepte Lust auf Mehr (und Meer) machen. Cettina kann teils einfache Gerichte durch besondere Zutaten- oder Zubereitungs-Kniffe veredeln und hat Sinn für einen harmonischen Geschmack. Ihre Rezepte funktionieren und schmecken (mir) immer gut! Hier gibt es eine ausführliche Rezension. 

Im Vorwort des Buches schreibt sie, dass es nicht als Nachschlagewerk der italienischen vegetarischen Küche verstanden werden soll...

... sondern als Lesebuch für Menschen, die Italien lieben. Ja, da gehöre ich auch dazu, auch wenn ich in den letzten paar Jahren leider nicht mehr so oft dort war. Aber vorigen Herbst waren wir wenigstens ein paar Tage in Grado an der oberen Adria. Von Wien aus ist es ja nicht so weit...

Aquileia ist ja immer ein lohnendes Ziel. Offenbar ist die Ausstellung von Auchentallers Bildern (unten rechts) heuer nicht mehr zu sehen. Natürlich muss ich in Italien  immer auch einkaufen und so kamen Paccheri und Conchiglioni, also diese riesigen Muschelnudeln, mit nach Hause. Von beiden hatte ich jetzt noch letzte Reste, die heute in das tolle Pastagericht aus dem Buch wanderten. 



Paccheri mit Zucchini, Minze, Pistazien und Ricotta 
nach Cettina Vicenzino
(die halbe Menge vom Original, für ca. 2 - 3 Pers. als Hauptspeise)

Pistazienpesto:
100 g Pistazien
1 gute Prise Salz
gutes Olivenöl nach Bedarf
alternativ gekauftes Pesto (aus Bronte) verwenden, wie es Cettina macht

ca. 80 g Zucchini, gern auch mehr
ein wenig Olivenöl
Salz
Pfeffer

200 g Paccheri (oder Conchiglioni)
reichlich Salzwasser

125 g Ricotta
Salz
(roter Kampot-) Pfeffer
1 Hand voll Pistazien, grob gehackt
1/2 - 1 bio Zitrone, die abgeriebene Schale
einige Minze Blättchen zum Behübschen

Zubereitung: 

  • Für das Pesto alle Zutaten mixen und abschmecken.
  • Die Zucchini in ca. 0,5 cm dicke Scheiben schneiden und in Öl goldbraun braten. Würzen.
  • Die Paccheri al dente kochen, abseihen und dabei das Kochwasser auffangen.
  • Die Pasta sofort in den (noch heißen) Kochtopf zurück geben. Mit dem Ricotta und etwas vom heißen Kochwasser nach Bedarf vermischen. 
  • Würzen und jeweils die Hälfte der gehackten Pistazien und des Zitronenabriebs unterrühren.
  • Das Pesto auf Teller anrichten, darauf die Pasta und die Zucchini. Alles bestreuen mit Minze, Pistazien und Zitronenabrieb. 

Pistazien, Pesto, Zitronenabrieb



Das Rezept klingt so einfach und es scheint so, als wäre es "nur" Pasta und ein paar Zucchini, bestreut mit allerlei Deko. ABER hier zaubert wieder die Kombination von allem ein traumhaftes Geschmackserlebnis! Es passt alles wunderbar zusammen, man sollte wirklich keine Zutat weglassen, alle haben ihren Sinn. Großartig!


Als Nachspeise gab es wieder Cettinas Lavendel-Orangen Dessert, aber nicht als Törtchen, sondern diesmal im Glas angerichtet. Im Glas auch deshalb, weil ein Teil meiner Honigwaffeln durch die Sommerhitze in der Packung verklumpt ist. Nichts wird weggeworfen. Ich konnte sie mühsam zerkleinern und gemäß Rezept mit der Orangenmarmelade vermischen. In die Creme kam diesmal zum Frischkäse auch Ricotta, alles ist gut!  

Empfehlung für beide Gerichte und für das schöne Genussbuch zum Träumen (Werbung unbezahlt)! 


Wart ihr heuer in Italien?



Dienstag, 1. August 2023

Schafgarbe und Sirup

 


Hochsommer ist Sirupzeit!
Zumindest bei mir, denn genau jetzt stehen die meisten 
Kräuter und Wildpflanzen in voller Kraft oder Blüte und haben viel Geschmack, Heilkraft und Duft! 


Setzt doch einen Sommersirup an! 



Die Collage zeigt die besten und meine liebsten Sirupe:
linke Seite:

*) 
Beim dem Foto rechts unten sieht man, dass eigentlich zu viel Schafgarbenkraut drin ist. Mehr ist nicht immer gut und im Nachhinein ist frau immer gescheiter! Aber... 
Ja, ich hatte es mit der Menge wohl übertrieben und beim Abfüllen schmeckte der Sirup auch zuuu intensiv, würzig und interessanterweise scharf. Irgendwie unrund und nicht gut zu trinken. Ich war verstimmt, die Schafgarbensirup-Flaschen landeten im Keller (zum Glück) und irgendwann hatte ich sie vergessen. Nach ein paar Jahren sind sie mir wieder "begegnet" und siehe da... der Sirup hatte sich total gewandelt, er schmeckte mild, schön aromatisch und richtig harmonisch! Gut Ding braucht Weile; nicht immer, aber hier stimmte das Sprichwort.

So war ich mit der Schafgarbe wieder versöhnt und feiere sie seither jedes Jahr mit ihrem Sirup!! 
Immer öfter setze ich nun einen schnellen Sirup in einer 1-Liter Glasflasche an. Bereits ab dem nächsten Tag ist er trinkfertig und braucht auch nicht unbedingt abgefüllt zu werden. 



Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) ist ein richtiges Frauen- und Powerkraut und große Heilpflanze. Garbe kommt vom althochdeutschen "garwe" und bedeutet die Heilende, das sagt ja schon alles. Die ganze Pflanze ist nutzbar und sie hat im Hochsommer um die Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht, die größte Heilkraft. 

Liebe Frauen, also genau jetzt sollten wir die Venuspflanze Schafgarbe mit Blüten, Stängel und den obersten schönen Blättern pflücken, essen, verarbeiten und auch für den Winter für einen heilkräftigen Tee trocknen! Die zarten gefiederten Blättchen heißen nicht umsonst "Augenbrauen der Venus"...



Bei uns wächst die Schafgarbe im Garten und kommt jedes Jahr wieder. Ich mähe sie auch nicht ab, sondern lasse sowieso immer Blumen-Inseln im Gras stehen. Im Frühling sind es die Gänseblümchen, später die Margeriten und jetzt die Schafgarben. Bienen und Hummeln mögen die Blüten, weil sie einen hohen Pollen- und Nektargehalt haben... wenn es nur mehr Insekten gäbe. Kommt zu mir, da findet ihr Nahrung und immer auch Wasser!  


Nicht nur Insekten, auch Amseln und die Nachbarskatze schätzen eine Wasserstelle im Garten!




schneller Sommersirup

Für eine 1-Liter Flasche koche ich einen Zuckersirup aus 500 ml Wasser und 500 g Zucker und lasse ihn auskühlen. Meist verwende ich handelsüblichen "Sirupzucker", der enthält bereits die Zitronensäure und man braucht keine zusätzlichen Zitronen. 
Dann streife ich durch den Garten und pflücke, was mir begegnet: momentan ist das zum Beispiel Schafgarbe, einige Minze Blättchen, letzte Lavendelblüten, ein oder zwei Brombeeren oder Walderdbeeren für die Farbe... 

Tipp: Schafgarbe und ein wenig Minze passen sehr gut zusammen! 

Durch die Beeren färbt sich der Sirup-Ansatz schon nach kurzer Zeit rosa. Er sollte anfangs ein paar Mal umgerührt und die Pflanzenteile, die aus dem Zuckerwasser herausstehen, wieder eingetaucht werden.
Am nächsten Tag kann der Sirup bereits verkostet werden, aber je länger die Pflanzen ziehen dürfen, desto gehaltvoller wird das Ganze natürlich (Achtung auf Schimmelbildung). Die Blüten fische ich dann mit einer Gabel aus der Flasche oder manchmal, aber nicht immer, fülle ich den Sirup auch durch ein Sieb um. 



Ein Liter Sirup ist bei uns im Sommer ziemlich schnell verbraucht, mit Wasser aufgespritzt, mit Tonic und Martini, mit Prosecco... jede Sirupsorte passt dazu! Aber ist die Flasche leer, kommt eben bald die nächste Sirupvariante dran (Tipps siehe Collage ganz oben)! 😋


Liebe Sommergrüße, was sind denn eure liebsten Sirupe? Macht ihr auch Sirup selbst? 




Donnerstag, 20. Juli 2023

Paradiesapfel und Parmesan

 

"Ich bin´s, dein Paradeiser"
Diese Plakataktion gab es 2018 in Wien und machte auf regionales Gemüse und Obst (zum Beispiel Marille) aufmerksam. Heuer gibt es wieder witzige Plakate, aber ich konnte sie noch nicht fotografieren. 


Paradeiser = Tomate 😍

Das schöne und liebliche Wort Paradeiser kommt von Paradies-Apfel, früher sagte man auch Goldapfel oder Liebesapfel zur Tomate. In Italien heißt es auch Goldapfel = pomodoro! Paradeiser werden heute aber nur mehr in Ostösterreich so bezeichnet, und auch hier hört man das Wort leider immer weniger. Die Tomate erobert Wien. 😔 Das Wort Tomate (auch Chili und Xocolat) stammt aus der aztekischen Sprache Nahuatl, die heute vereinzelt noch in Mexiko gesprochen wird. 

Paradeiser kamen in den Altwiener Kochbüchern selten vor und hauptsächlich als süßlich gewürzte Sauce, wie man sie heute noch zu den Wiener gefüllten Paprika macht. 

Mich fasziniert es sehr, wie unendlich viele Sorten es doch gibt (klick, unbezahlte Werbung) und im Supermarkt findet man meist die ewig gleichen Paradeiser. Für die Ochsenherz-Tomaten für die heutige Sommersuppe bin ich extra auf den Markt gefahren. Das Rezept kommt von Richard Rauch - er ist mein österreichischer Spitzenkoch-Liebling und ich sammle alle Rezepte von ihm, die ich in die Finger kriege. 😋




kalte Paradeisersuppe mit Parmesan-Eis
Vorspeise nach Richard Rauch bei "Silvia kocht", ORF

Zutaten für ca. 3 - 4 Pers.:

Suppe:
ca. 400 - 500 g schön reife Ochsenherz Paradeiser / Tomaten
Salz
1/2 Schalotte oder milde Zwiebel
1 TL Zucker (ich 1/2)
Chili
1 bio Limette, Schale und Saft
einige Basilikumblättchen
optional 1 kleine Knoblauchzehe

Parmesan-Eis (die halbe Menge vom Originalrezept):
100 ml Milch
100 ml Schlagobers / flüssige Sahne
2 Eidotter
1/2 EL Zucker
Salz
schwarzer Pfeffer
75 g Parmesan, fein gerieben

Salat bzw. Einlage:
2 eher kleine Paradeiser
Salz
etwas Olivenöl

frische Kräuter zum Behübschen

Zubereitung:

Mit dem Eis rechtzeitig beginnen, es kann mit oder ohne Eismaschine hergestellt werden. 
Den Parmesan reiben und in eine große Schüssel geben.
Milch und Obers unter Rühren aufkochen lassen, vom Herd nehmen und die Eidotter nach und nach, aber sehr zügig einrühren, ohne dass sie stocken! Die Gewürze beifügen.
Den Topf wieder auf den Herd stellen und rühren rühren rühren! Sobald die Masse beginnt einzudicken, wird sie in die Schüssel über den Parmesan geleert und gut vermischt. Abschmecken, auskühlen und dann in der Eismaschine frieren lassen. 

Alternativ in den Tiefkühler stellen und jede halbe Stunde mit einem Schneebesen oder einer Gabel durchrühren. So habe ich es gemacht und daher nur die halbe Menge vom Originalrezept verwendet. Keine Sorge, es ist genug Eis für die Suppe da! 

Die Paradeiser für den Salat bzw. Einlage entkernen, kleinwürfelig schneiden und marinieren. Die Kerne zur Suppe geben (vor dem Pürieren). 

Suppe: Die Ochsenherz-Paradeiser klein schneiden und mit allen Zutaten im Mixer fein pürieren. Wer es noch feiner haben will, streicht die Masse wie im Originalrezept durch ein Sieb, ich habe darauf verzichtet. Die Suppe nicht allzu kräftig abschmecken, denn das Parmesan-Eis schmeckt auch gut würzig. Die Suppe bis zur Verwendung kalt stellen oder so wie ich zimmerwarm servieren. 

Das Süppchen anrichten mit dem "Salat" obenauf, einer Kugel oder Nocke Eis und frischen Kräutern. 


Einfach fantastisch, ein tolles Richard Rauch-Rezept! Große Empfehlung!


Baguette dazu und unser Sommerhitzemittagessen war komplett - es gab Nachschlag und Reste vom leicht angetauten Eis haben wir als Brotaufstrich zweckentfremdet! 😋

Wenn Gäste kommen ist diese Vorspeise auch total ideal, nicht nur weil sie perfekt vorbereitet werden kann. Ich würde dann vielleicht ein paar Grissini dazu backen. Ach, und eine Eismaschine für eine feinere Eiskonsistenz zu haben (ich habe noch immer keine), wäre überhaupt der Gipfel! 



Die Paradeisersuppe wandert zum aktuellen sommerlichen Blogevent von Simone (Zimtkringel) bei Zorra (Kochtopf.me). 

Blog-Event CXCIX - Tomate (Einsendeschluss 15. August 2023)

Simone fragt, ob Tomaten unser liebstes Gemüse sind: los, sagt ja... und ich sage ja! Ich musste ein bisschen überlegen, aber ja, eigentlich sind Paradeiser wirklich mein liebstes Gemüse, auch weil sie übers ganze Jahr so vielseitig sind. 

Geht es euch auch so?




Mittwoch, 5. Juli 2023

Pasta und Salsa

 


Gehen wir Salsa tanzen? 
Mich würde es sehr reizen, zur fröhlichen lateinamerikanischen Musik diesen hüftschwingenden Tanz zu lernen. Vielleicht mache ich es wirklich irgendwann, denn Tanzen ist das, was mich am meisten bewegt, im doppelten Wortsinn. Bei uns in Wien gibt es auch Salsa-Kurse nur für Frauen (denn die Vorstellung dass Herr Fliederbaum mitmacht, ist eher abwegig 😏). 

Aber hier geht es um Salsa zum Essen. Salsa ist eigentlich das spanische Wort für Sauce, aber mit Salsa meint man meistens den scharfen mexikanischen "Salat", wo alle Zutaten klein geschnitten sind. Chili gehört unbedingt dazu, meist Tomaten, Limettensaft und oft sieht man die Kombination von Avocado mit Mango oder Ananas. 


Blog-Event CXCVIII - Schnelle Sommerrezepte (Einsendeschluss 15. Juli 2023) 

Jenny wünscht sich momentan schnelle Sommergerichte, die in höchstens einer halben Stunde zubereitet sein sollen. Wer will schon bei Hitze oder schönstem Sommerwetter viel Zeit in der Küche verbringen? Ihr schönes Blogevent bei Zorra läuft noch bis Mitte Juli. 


In den Weiten des www habe ich die magischen Worte Avocado Mango Pasta Salsa aufgeschnappt. Klingt das nicht wie getanzter Salsa? Ohne auf ein Rezept zu sehen, hatte ich auch sofort Bild und Geschmack im Kopf. Die Avocado wartete schon und die fehlenden Zutaten waren rasch besorgt, und schon stand ich schnipselnd in der Küche. Oft geht es eben schnell und aus dem Ärmel geschüttelt. 
Diese Salsa ist tatsächlich ein Blitzgericht, es schadet allerdings nicht, wenn sie ein Weilchen durchziehen kann. In der Zwischenzeit, wenn sich die Salsa-Aromen harmonisch verbinden, könnte frau ja Salsa hören, das www ist voll davon... 



meine Avocado Mango Pasta Salsa

Zutaten (für ca. 2 Pers. als Haupt- oder 4 Pers. als Vorspeise):

1 Avocado
1/2 Mango
2 mittelgroße Tomaten
ca. 1/4 - 1/2 Salatgurke, entkernt
ein kleines Stück Paprikaschote
1 Schalotte
1 kleine Knoblauchzehe, gerieben
1 Chili für eine schöne Schärfe
Saft von 1 Limette
Salz
Olivenöl
frischer Koriander oder Petersilie, klein geschnitten
2 Hände-voll Pasta (zB. Fusilli)

Zubereitung:

Die Pasta al dente kochen, abschrecken und auskühlen lassen.
Die Avocado schälen, klein schneiden und sofort mit Limettensaft beträufeln. 
Die weiteren Gemüse-Zutaten ebenfalls schälen und in kleine Würferl schneiden - wer will verwendet Tomaten und Gurke mit Schale. 
Alle Zutaten vermischen, abschmecken und mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen. 



köstlichst! 


genau, be happy! 
Auch wenn dunkle Wolken am Himmel stehen.


Eigentlich ist es wie Eulen nach Athen tragen, wenn ich meine Pasta Salsa zu Jenny´s Blogevent schicke. Sie hat nämlich lateinamerikanische Wurzeln und Salsa liegt ihr wohl im Blut, oder Jenny? 

 Alles Liebe aus Wien und schöne Sommertage!



Donnerstag, 29. Juni 2023

gefüllte Kartoffeln für die kulinarische Weltreise

 


Mit Volkers "kulinarischer Weltreise" ist virtuell alles möglich, sogar nach Libyen zu reisen. Tatsächlich ist es kein Reise- und schon gar kein Urlaubsland und bei uns besteht auch eine Reisewarnung des Außenministeriums. 

Denkt man an das heutige Libyen fällt einem am ehesten Bürgerkrieg, Gaddafi, Öl ein. Das Land versinkt in Gewalt und Chaos. Flüchtlinge von weiter südlich gelegenen afrikanischen Ländern auf dem Weg nach Europa stranden in libyschen Lagern und werden nicht selten Opfer von Gewalt, Folter und Tod (Nachlese). Oder besteigen unsichere Boote über das Mittelmeer in Richtung europäischer Länder, die sie auch nicht mit offenen Armen aufnehmen... es ist die humanitäre Katastrophe unserer Zeit und auch ein Dilemma, das unsere Gesellschaft spaltet. Mit der Lösung werden auch die nächsten Generationen noch beschäftigt sein. 


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Die Suche nach libyschen Restaurants in Wien führt ins Leere, aber die orientalische Küche ist sehr gut vertreten. Die Küche Libyens ist sowieso beeinflusst von den nordafrikanischen Nachbarländern, von den Arabern, Berbern und der früheren Kolonialmacht Italien.

Auf der Suche nach einem libyschen Rezept sind mir im www gefüllte und frittierte Kartoffeln aufgefallen, die schmeckten uns echt gut. Man findet sie unter den Bezeichnungen M´Battan oder Batata Mbatna, Mubatan, Imbaten potatoes etc., wie man auch bei Petra sehen kann. Sie hatte die gleiche Idee, was ich immer spannend finde. Denn auch wenn zwei das gleiche tun, ist es doch nicht das selbe. 😉



meine gefüllten frittierten Kartoffeln
(Vorspeise aus Libyen)

250 g Faschiertes (Hackfleisch) vom Lamm, ersatzweise Rind
1 kleine weiße Zwiebel
1 oder mehr Knoblauchzehen
1/2 EL Tomatenmark
Salz
Harissa für eine schöne Schärfe
Kreuzkümmel
Zimtpulver
Petersilie
Koriander
1 Ei
Olivenöl

ca. 2 große Kartoffeln
1 Ei
Mehl

reichlich Öl zum Ausbacken
Salzflocken zum Bestreuen

Für 6 Stück habe ich eine sehr große Kartoffel verwendet und aus den Resten der Fülle (mit Zugabe von Grieß und Bröseln) Fleischbällchen frittiert. 

Zubereitung:

Die Zwiebel fein hacken und in Olivenöl glasig braten, das faschierte (Hack-) Fleisch und den Knoblauch dazugeben und gut durchbraten. Tomatisieren, würzen und abschmecken. Ein wenig auskühlen lassen und dann die gehackten frischen Kräuter und das Ei für die Bindung beifügen.

Die rohen Kartoffeln schälen und so in dünne Scheiben schneiden, dass jeweils zwei Scheibchen eine "Tasche" bilden (also einmal nicht ganz durchschneiden). 



Die Kartoffeltaschen jeweils mit ungefähr 1 EL Fülle füllen, ein wenig zusammendrücken, rundum mit Ei bepinseln und mit Mehl bestäuben. 



Reichlich Öl erhitzen und die Teilchen schwimmend frittieren, bis die Kartoffeln goldbraun sind. Erstaunlicherweise halten die Kartoffeln mit der Fülle gut zusammen und lösen sich nicht auf... das war mein Aha-Erlebnis dabei...



Zum Servieren mit Salzflocken bestreuen und als Vor- oder sommerliche lauwarme Hauptspeise mit zB. Löffelsalat und anderen guten Sachen anrichten. 




Diese Kartoffeln sind eine nette Spielerei, wenn frau Muße und Lust dazu hat. Sie schmeckten uns sehr gut und sind im Endeffekt doch überraschend unkompliziert zu basteln.
Nächstes Mal würde ich die Fülle so wie Petra roh verwenden, denn durch das relativ lange Frittieren wird sie auf jeden Fall gar. Ob man nun Mehl wie in meinem Rezept oder Semmelbröseln zum Panieren nimmt, ist ziemlich egal und mehr ein optischer Unterschied... 


Linkliste:


Susanne von magentratzerl mit Mbakbaka - Libysche Pasta mit Hühnchen in Tomatensauce Britta von Brittas Kochbuch mit Za'atar - Die Gewürzmischung aus dem Maghreb Britta von Brittas Kochbuch mit Rooz fil furoon - Libyscher gebackener Reis Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Libysche gefüllte Kartoffeln - M'Batten Simone von zimtkringel mit Libysche Mbakbaka Wilma von Pane-Bistecca mit Kufta bil Batinjal Regina von Bistrogobal mit Mbakbka - Libyscher Lammeintopf Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Ghraybeh mit Nelken - libysche Butterkekse Susanne von magentratzerl mit Shorba libya Britta von Backmaedchen 1967 mit Arshella Mandel-Anis-Biscotti Friederike von Fliederbaum mit gefüllte frittierte Kartoffeln Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Couscous bil Busla - libyscher Couscous mit gedämpften Zwiebeln


Eine interessante Auswahl, oder?
Liebe Grüße aus Wien









Dienstag, 13. Juni 2023

gar nicht verzopfte Zopfliebe



Blog-Event CXCVII - Zopfliebe (Einsendeschluss 15. Juni 2023)

Gar nicht verzopft = altmodisch ist das Zopfliebe Blogevent von Nadja (Little Kitchen and more) bei Zorra.


Bei uns in Wien sagt man ja Striezel zu einem geflochtenen Zopf aus Germ- bzw. Hefeteig. Weiter westlich und auch in Bayern und der Schweiz ist "Zopf" gebräuchlicher. Geflochten werden beide.

Die Heimat des feinen Zopfgebäcks liegt vermutlich in Wien. Schon 1840 bezeichnete eine Zeitung die Herstellung der Striezel als dort altüberliefert: „Charakteristisch ist für die Österreicher, besonders für die Wiener, die uralte Sitte, sich am Tag aller Heiligen mit einem zopfartigen geflochtenen Weißbrot, dem sogenannten (Aller-) Heiligenstriezel, zu beschenken.“ Quelle

Striezel oder Zopf ist Jacke wie Hose... und wie mögen sie zu jeder Jahreszeit! Der ein bisschen fettreduzierte Teig unten gelingt immer und der Striezel schmeckt pur oder mit Butter/Marmelade wirklich super! Da lass ich jedes andere Frühstück oder Kuchen stehen... 





flaumiger Striezel mit Mascarpone und Vanille
Inspiration

Zutaten für 1 großen oder 2 kleinere Zöpfe:
600 g Mehl (ich habe 595 g Dinkelmehl genommen)
100 ml Milch
1 Vanilleschote
60 g weiche Butter
150 g Mascarpone
2 Eier + 1 Eidotter
90 - 100 g Zucker
1/2 Würfel, ca. 21 g frische Germ / Hefe
1 TL Salz
1/2 bio Zitrone, die abgeriebene Schale
etwas Muskatnuss

(alle Zutaten sollen mind. Raumtemperatur haben)

1 Eidotter und ca. 1 EL Milch zum Bestreichen
Hagelzucker zum Bestreuen

Zubereitung:
Die Vanilleschote aufschneiden und das Mark herauskratzen. Beides in der Milch leicht erwärmen und ziehen lassen, dann die Vanilleschote entfernen. Die Germ / Hefe in der lauwarmen Milch auflösen. 
Aus allen Teigzutaten einen eher festen Germteig kneten, aber wenn notwendig noch einen Schluck Milch dazugeben. 
Den Teig zugedeckt aufgehen lassen, bis er sein Volumen schön verdoppelt hat. 
Ich habe dann einen langen 4-Strang-Zopf geflochten und ihn wie einen Kranz auf ein Backblech + Papier bugsiert. 


4-Strang-Zopf:
Jeweils den rechts außen Strang über 1 Strang nach links legen,
und jeweils den links außen Stang über 2 Stränge nach rechts legen,
immer so weiter, bis der Zopf fertig geflochten ist! 😍




Den Striezel kurz entspannen lassen, dann bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen. 
Backen: Ich stelle Germteiggebäck immer ins kalte Backrohr und schalte dann erst auf ca. 175°C ein. So erspart frau sich ein nochmaliges Aufgehen-lassen und das Vorheizen des Ofens. 
Das Ding eine gute halbe Stunde backen.




Tipp: Nach dem Backen gut auskühlen lassen, dann kommt die Vanille deutlicher zur Geltung! 




Meine liebsten Zöpfe bisher waren der flaumige Wolkenzopf (links) und der Striezel mit Buttermilch und weißer Schokolade (beide oben rechts). Das geflochtene Osternest backe ich gern nach einem Oma-Rezept. 

Habt ihr auch einen Lieblings-Striezel? 






Freitag, 9. Juni 2023

der Lavendel blüht noch nicht

 

Gartenbild vom Vorjahr

Für so üppige Lavendelblüten ist es noch zu früh, 


aber sie stehen schon in den "Startlöchern"...

Für mein heutiges Dessert musste ich auf getrocknete bio Lavendelblüten zurückgreifen. Das tolle Rezept ist mir in einer bunten Zeitungsbeilage aufgefallen, es ist aus Cettina Vicenzino´s neuem Italien-veggie Kochbuch. Ich muss gestehen, dass ich das Buch (noch?) nicht habe, aber diese Rezension hat mich sofort elektrisiert. Denn Cettinas bisherige Genussbücher über Sizilien und die Toskana nehme ich gern zur Hand fürs Nachkochen oder nur darin schmökern und von Italien träumen.
(unbezahlte Werbung)

Siehe auch meinen liebsten Topinambur und die herbstlichsten aller Teigtaschen




Lavendel-Orangendessert
"Lavendel-Frischkäse Törtchen" frei nach Cettina Vicenzino

(für 4 Personen)

Boden:
4 handelsübliche große Honigwaffeln

Creme:
200 g weiße Schokolade
5 g Kakaobutter, ersatzweise Kokosöl
600 g Frischkäse
1 TL selbstgemachter Vanillezucker (im Original 1 Msp. Vanillepulver)
4 Tropfen bio ätherisches Lavendelöl
optional etwas Lavendel- oder Blütenhonig

Crunch:
2 Honigwaffeln
4 EL Orangenmarmelade (bei mir selbstgemachte mit Schalen)
2 EL Orangenlikör (ich habe selbstgemachten Bitterorangenlikör verwendet)

Deko:
3 - 4 EL Orangenmarmelade
ca. 2 EL Orangenlikör
1 EL bio Lavendelblüten (frisch oder getrocknet)
optional frische Lavendelzweige

4 Dessertringe mit 8 cm Durchmesser

Zubereitung:

Für die Creme wird die Schokolade mit der Kakaobutter über einem (nicht kochenden!) Wasserbad geschmolzen, dann kurz auskühlen lassen. Frischkäse mit den Aromen verrühren und die Schokolade einrühren. Die Creme abschmecken, evtl. mit etwas Honig nachsüßen. 

Achtung! Das ätherische Öl ganz vorsichtig verwenden und nicht überdosieren! 

Crunch: Zwei Honigwaffeln mit den Fingern so gut es geht zerkleinern (es muss nicht ganz fein sein) und mit Marmelade und Likör vermischen. 

Deko: Die Marmelade mit Likör und ggf. etwas heißem Wasser glattrühren für obenauf. 

Zusammenbauen:

  • Für den Boden des Desserts wird jeweils eine Honigwaffel in die 4 Dessertringe eingepasst. Meine Waffeln waren größer als die Dessertringe, ich habe sie ausgestochen und rundherum schön abgeschnitten. 
  • Etwas Creme (jeweils 1/8) darüber verstreichen. 
  • Den Crunch darüber verteilen und ein wenig glätten. 
  • Weitere bzw. die restliche* Creme bis zum Rand einfüllen und glattstreichen. 
  • Die Marmelade-Deko obenauf verteilen und mit ein paar Lavendelblüten behübschen.
  • Das Dessert zumindest eine Stunde kalt stellen, bevor die Dessertringe entfernt werden. 

* Bei mir blieb Creme übrig.






Diese Törtchen schmeckten sensationell, fanden wir. Das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten, die nicht allzu süße Creme, die Honigwaffeln, die Bitternote der Orangen und der dezente Lavendel hat uns begeistert. 

Ein Nachteil ist, dass die gekühlte Honigwaffel, die den Boden bildet, sehr hart ist. Sie kann nicht unfallfrei zerteilt werden und bleibt übrig. Ich würde nächstes Mal daher alle Honigwaffeln zerkleinern. Oder man richtet das Dessert einfacher an ohne Dessertringe und steckt eine extra Honigwaffel in die Creme... 



Das Lavendelöl und meine vielen anderen ätherischen Öle beziehe ich von hier und verwende sie vor allem im Diffuser. Ich mag es besonders am Abend sehr gern, wenn je nach Laune beruhigende oder anregende Düfte durch den Raum schweben. Die Aromatherapie als Unterstützung bei diversen Beschwerden und Krankheiten ist eine ganzheitliche Behandlungsform mit langer Tradition. "Pflanzendüfte sind wie Musik für unsere Sinne", besagt ein altes persisches Sprichwort. Körper und Geist oder die Seele bzw. eigentlich unser limbisches System im Gehirn werden mittels der Düfte angesprochen, heißt es. Die Aromatherapie wird auch in einem Wiener Privatspital bei Chemotherapien angeboten und erfolgreich eingesetzt - die Nebenwirkungen seien dadurch deutlich geringer. Bei einer Erkältung, wie gerade jetzt, finde ich es so angenehm, wenn die Nase durch Düfte wieder frei wird... 

Da meine Öle natürlich bio sind, verwende ich sie auch tröpferlweise (nicht zu viel) in der Küche, besonders eben Lavendel, Zitrone, Minze etc.
(wieder unbezahlte Werbung). 

Habt ihr auch ätherische Öle zu Hause?