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Mittwoch, 9. September 2026

Karpfen und Risotto



Blog-Event CCXXXIII - So isst Italien (Einsendeschluss 15. September 2026)

Wer mag Risotto noch so gerne wie ich? Bei Risotto denkt jeder sofort an Italien, wie bei Pizza, Pasta und Tiramisu... 😄

Risotto ist unglaublich vielseitig und wandelbar und mein 2. Beitrag zu Zorras Jubiläumsblogevent ist heute daher ein etwas anderes Risotto.


Die Heimat des Risottos ist der Norden Italiens, wo in der Po- Ebene die "Reiskammer" Europas liegt. Der Reisanbau benötigt aber viel Wasser und steht durch die extreme Trockenheit im heurigen Sommer vor einem Wandel hin zu anderen Sorten, veränderten Anbaumethoden, weniger Flächen etc. 
Die italienischen Reissorten für Risotto, Carnaroli und Arborio, sind von der Dürrekrise besonders stark betroffen und werden wohl preislich weiter steigen. Es könnte sich also lohnen, sich beizeiten mit diesen klassischen Sorten aus Italien einzudecken...


Heute habe ich mich an Risotto alla pescatora orientiert, also nach Art der Fischer, die es allerdings mit diversen Meeresfrüchten und dementsprechendem Fischfond zubereiten bzw. anrichten. So ein Risotto genießt man am besten vor Ort! In einem Binnenland funktioniert die Sache mit regionalem Süßwasserfisch aber auch ganz gut. 


am zugefrorenen Teich - ein Winterbild zum Abkühlen!

Ein großes Karpfenfilet aus einem der vielen Waldviertler Teiche wartete seit geraumer Zeit im Tiefkühler sowie Karkassen von einem ganzen Karpfen inklusive dem riesigen Kopf. Also zuerst einen Fond kochen, den man auch gut vorbereiten oder einfrieren kann.

Karpfenfond passt in ein schön cremiges Risotto mit frischen Kräutern und Zitrone ganz fantastisch. Dazu Stücke vom gebratenen Karpfenfilet und ein (zwei...) Gläschen vom selben guten Weißwein, mit dem man das Risotto abgelöscht hat.


Stichwort Fisch und Parmesan:
So wie schon bei der Räucherforelle für Carbonara (KLICK) passt geriebener Käse auch beim Karpfen geschmacklich und für die Bindung sehr gut! Geräucherte Forelle mit ihrem Raucharoma und der rustikale Karpfen bringen genügend eigenen Geschmack mit, der vom Käse nicht "erschlagen" wird oder untergeht!




Kräuter-Zitronen Risotto mit Karpfen-Fischfond 
zum gebratenen Karpfenfilet

Zutaten für 2 Pers.:

ca. 200 g Risottoreis
ca. 500 ml heißer Karpfen-Fischfond
1 kleine helle Zwiebel, fein gewürfelt
1 Glas trockener Weißwein (Veltliner)
2 EL Olivenöl

30 g kalte Butter, in Würfeln
2 EL Parmesan, fein gerieben, 
1 bio Zitrone, Abrieb und 1 Fingerhut Saft
Salz
weißer Pfeffer
etwas frischer Dill und Petersil, gehackt

einige (Wald-) Heidelbeeren für Deko

Zubereitung:

Zwiebel in Öl anlaufen lassen, ohne Farbe nehmen zu lassen. Den Reis einrühren, so dass jedes Körnchen von Öl benetzt ist. Mit Wein ablöschen, kurz verkochen lassen und unter oftmaligem Rühren immer wieder mit heißem Fond aufgießen. Mit Salz und Pfeffer würzen. 
Wenn der Reis al dente gegart ist, den Topf vom Herd nehmen und die kalte Butter, Zitronenabrieb und Saft, Parmesan und die Kräuter einrühren. Die Konsistenz wenn notwendig noch mit Suppe geschmeidig machen.

In der Zwischenzeit ist auch das Karpfenfilet gebraten. Dann kann beides angerichtet und obenauf mit Heidelbeeren bestreut werden, die auch geschmacklich einen Kick bringen!




Liebe Zorra, vielleicht habe ich dir jetzt Lust auf Risotto alla pescatora mit Meeresfrüchten machen können (da du an Karpfen wohl nicht herankommst).

Aber das Rezept ist ja das gleiche (abgesehen vom Käse). Denn ob man Fond aus den Karkassen vom Karpfen oder von Meeresfischen, Muschel- und Garnelenschalen macht, ist Jacke wie Hose... Auch die frischen Kräuter und die Zitrone passen für beide Varianten, nur eben der Käse und die Heidelbeeren nicht!😉

Risotto geht immer, finden wir! Nochmals happy Bloggeburtstag!

Liebe Grüße aus Wien!





Samstag, 29. August 2026

Carbonara mit Räucherfisch



  Blog-Event CCXXXIII - So isst Italien (Einsendeschluss 15. September 2026)

Zorra wünscht sich zu ihrem 22. Blogjubiläum italienische Gerichte, nichts lieber als das! Die italienische Küche ist fast immer Soulfood für uns und wie ein Lebensgefühl, das man schmeckt!
Ich habe mich heute für Spaghetti Carbonara entschieden, aber in einer etwas anderen bzw. einer fake-Version.


Fake Carbonara deshalb, weil ich diese schöne geräucherte Forelle vom Wochenmarkt in Lienz in Osttirol statt dem üblichen luftgetrockneten Guanciale verwendet habe, sonst ist alles so, wie es sein soll. Also KEIN Schlagobers bzw. Sahne und keine weiteren Zutaten! Allerdings habe ich ein wenig Olivenöl ins Gericht geschmuggelt, da die Räucherforelle im Gegensatz zum Guanciale ja etwas weniger fett ist.

Die italienische "Carbonara-Polizei" bzw. Food Puristen, die die Tradition recht streng hochhalten, würden wohl auch die Kombination Fisch und Käse "beanstanden". Nicht, dass mir das nicht egal wäre...

Tatsächlich passt die würzige Räucherforelle zu einem gereiften Pecorino ganz ausgezeichnet!


Diese Art Carbonara habe ich mir beim Spitzenkoch Lukas Nagl abgeschaut, der gerne geräucherte Saiblinge aus dem Traunsee im Salzkammergut verwendet. Lukas Nagl wurde heuer zur Nr. 1 der 100 besten Köche Österreichs gewählt, er hat einen Michelin-Stern und vier Gault-Millaut Hauben. Aus seinem 1. Kochbuch stammt auch diese traditionelle Suppe.



(fake) Spaghetti Carbonara mit Räucherforelle

Zutaten für 2 Pers. als Hauptspeise

1 Räucherforelle im Ganzen (keine Filets, sondern mit Kopf, Haut und Gräten)

200 - 250 g Spaghetti

1 Ei und 1 Eidotter

50 g Pecorino, frisch fein gerieben

Salz, nicht zu viel, Räucherfisch und Pecorino sind bereits salzig!

reichlich schwarzer Pfeffer aus der Mühle

optional 1 EL mildes Olivenöl

Zitronenabrieb und Blüten für Deko

Zubereitung:

Die Räucherforelle enthäuten, filetieren und grob zerpflücken. Die Stückchen sorgfältig nach Gräten kontrollieren und im Kühlschrank parken. Die durch das Räuchern ledrige (und ungenießbare) Haut und restliche Karkassen in gesalzenem Wasser aufkochen und zugedeckt auf der ausgeschalteten Herdplatte ein wenig ziehen lassen.

Den Sud dann durch ein feines Sieb (wegen einzelner Gräten) in einen passenden Topf abseihen und die Spaghetti darin al dente kochen. Wenn nötig Salz und Wasser ergänzen, aber hier gilt: so wenig Flüssigkeit wie möglich und nur so viel wie unbedingt nötig! 

Die Eier verquirlen, Käse und Pfeffer beifügen.

Die Spaghetti abseihen und dabei etwas von der Kochflüssigkeit auffangen. Die Pasta in den noch heißen Topf zurück geben und mit der Ei-Käsemischung, Olivenöl und mit ein wenig Kochwasser kräftig durchrühren. So viel heiße Kochflüssigkeit beifügen und gut vermischen, dass eine cremige Sauce entsteht. Die Hälfte der Räucherfisch-Stückchen untermengen, ev. Pfeffer und Salz ergänzen.

Die Spaghetti anrichten, den restlichen Räucherfisch darüber verteilen und mit Zitronenschale und ev. Blüten bestreuen.

bestreut mit Blüten von Frauenmantel und Schafgarbe von der Almwiese


Immer wieder gut, wir mögen diese Spaghetti wahnsinnig gerne! Wir genießen sie mindestens einmal im Jahr, wenn wir im Almurlaub den Wochenmarkt in Lienz in Osttirol besuchen...


Denn dort gibt es einen Stand mit den, wie wir finden, besten geräucherten und auch frischen Fischen -- jedes Mal ein Muss!

Lienz ist eine entzückende Stadt mit mildem Klima im Sommer und zahlreichen Sonnenstunden das ganze Jahr über. Auch von vielen italienischen Besuchern geschätzt und fast kann man sich hier wie in Italien fühlen...


Liebe Zorra, happy Bloggeburtstag oder besser gesagt tanti auguri di buon compleanno!


Freitag, 7. August 2026

Sommerobst Brombeeren und Marillen auf Flammkuchen



Blog-Event CCXXXII - Sommerobst (Einsendeschluss 15. August 2026)


Achtung! Das sommerliche Obst-Blogevent, das ich bei Zorra ausrichten darf, läuft nicht mehr lange... wer hat noch Lust und Zeit bis Mitte August einen Beitrag beizusteuern?



Ich habe nochmals schöne heimische Marillen /Aprikosen bekommen und wieder diese tollen Knödel gekocht. Sie sind das ultimative sommerliche süße Soulfood für uns - je sonniger der Sommer, desto lieber Marillenknödel!! 💛🍑

Marillen habe ich heute auch für einen Flammkuchen "zweckentfremdet" und sie harmonierten tatsächlich wunderbar gemeinsam mit (gekauften, leider nicht wilden) Brombeeren, eingelegten roten Zwiebeln und Schafkäse auf dem dünnen Teigboden. Klassisch belegt man Flammkuchen ja nur mit drei Zutaten: Creme fraiche, Speck und Zwiebeln, aber alles ist möglich und der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!



Flammkuchen mit Brombeeren, Marillen und Zwiebeln

Zutaten für 1 Blech:

Teig:
250 g Dinkelmehl
2 EL Öl
ca. 125 ml lauwarmes Wasser, nach Bedarf
1/2 TL Salz
1 Prise Zucker

Belag:
125 g Creme fraiche
1 EL Sauerrahm
Salz, nicht zu wenig
Pfeffer

eingelegte rote Zwiebeln, Menge nach Belieben
1 - 2 Marillen / Aprikosen, entkernt und in dünne Spalten geschnitten
100 g Brombeeren, je nach Größe ganz oder halbiert
ca. 150 g Schaf-Hartkäse, zB. Manchego (ich), grob gerieben oder gehobelt

nach dem Backen:
frische Thymian-Blättchen
optional etwas flüssiger Honig

eingelegte Zwiebeln (1 kl. Glas):
1 mittelgroße rote Zwiebel
75 ml Condimento bianco Weißweinessig
75 ml Wasser
1 gute Prise Zucker
Salz


Zubereitung:


Mit den eingelegten roten Zwiebeln beginnen, mindestens 1-2 Stunden vorher oder schon am Vortag.
Dafür die Zwiebeln in Ringe schneiden und in ein Schraubglas schichten. Die restlichen Zutaten in einem Topf verrühren und aufkochen lassen. Den Sud über die Zwiebeln gießen, sodass sie bedeckt sind. Sie sind nach ungefähr 1-2 Stunden einsatzbereit und mild.
Die Zwiebelringe werden schön gleichmäßig rot und auch den roten Essigsud kann man weiter verwenden, zb. für Salate...

Alle Zutaten für den Teig vermischen, dabei das Wasser nur nach und nach beifügen. Den Teig eine halbe Stunde rasten lassen, dann (auf Backpapier) in Backblech-Größe auswalken/ausrollen.

Den Ofen auf 220° O/U vorheizen und das Backblech ebenso.

Creme fraiche mit Sauerrahm glatt rühren, mit Salz und Pfeffer gut würzig abschmecken und auf dem Teig verstreichen. Die Zwiebeln in einem Sieb abtropfen lassen und mit den Marillenspalten und den Brombeeren auf dem Teigboden verteilen. Geriebenen Käse darüber streuen.

Den Flammkuchen ca. 15–20 Minuten (je nach Ofen) backen, bis der Rand knusprig ist. Frischen Thymian darüber streuen und wer will beträufelt das Ganze noch mit ein wenig flüssigem Honig. Ich würde eher Salzflocken darüber streuen, die machen sich sicher auch gut. 


Bunt belegt, sind die Farben nicht schön? So als hätte ich sie von meinem neuen Sommerkleid (siehe unten) abgeschaut, oder?
Jetzt kommt noch der Käse drauf auf den Flammkuchen, dann ab in den Ofen.





Der Flammkuchen ist fertig gebacken, der Käse verdeckt den bunten Belag ein bisschen...


Genießen! Sehr köstlich, so einen Flammkuchen mit saisonalem Obst wird es bald wieder geben!



Liebe Grüße aus Wien!
Und nicht auf das Blogevent vergessen... 🍑






Mittwoch, 22. Juli 2026

Sommerobst Marillenknödel



  Blog-Event CCXXXII - Sommerobst (Einsendeschluss 15. August 2026)

Ich freue mich sehr, dass ich momentan ein Blogevent bei der lieben Zorra ausrichten darf, bei dem sich alles um Obst dreht, das jetzt im Hochsommer reif und aromatisch ist. Wollt ihr auch mitmachen?




Wenn SIE reif werden wie gerade jetzt, dreht sich nicht nur in Krems am Eingang zur Wachau alles um die Marille bzw. Aprikose!



Marillenbäumchen im Topf

Seife


Orange ist momentan die angesagteste Farbe... 🍑


meine frisch eingelegte Marillen

Auch bei mir ... wir haben gestern eine Kiste voll schönster Marillen in der Wachau ab Baum, also frisch gepflückt, besorgt. Jetzt heißt es, sie nach und nach zu verarbeiten. Mit den ersten mache ich gerne Knödel, Kompott, Kuchen, die weichen werden dann zu Marmelade verkocht.



Heute habe ich ein neues Rezept für Marillenknödel mit Topfenteig ausprobiert und wir waren begeistert! Es stammt vom "Landhaus Bacher" in Mautern, gegenüber von Krems, von Spitzenkoch Thomas Dorfer (2 Michelin-Sterne, 5 Hauben). Er hat es sicher von seiner Schwiegermutter Lisl Wagner-Bacher übernommen. Die bislang erfolgreichste Köchin Österreichs hat sich aus dem "Landhaus Bacher" aber bereits zurückgezogen.

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Marillenknödel nach Thomas Dorfer

Zutaten für 6 Knödel:

6 einwandfreie Marillen / Aprikosen, im Ganzen
6 Stk. Würfelzucker

Topfenteig:
70 g weiche Butter
70 g Weizengrieß
70 g Mehl
1 Ei (M), getrennt
250 g Topfen / Quark
1 gute Prise Salz

zum Kochen:
Wasser
etwas Inländer-Rum
die Hälfte von 1 bio Zitrone
Vanille
1 EL Zucker
1 TL Salz

Butterbrösel:
50 g Butter
ca. 120 - 150 g Semmelbrösel
1 EL Zucker nach Belieben
Vanille
Zitronenabrieb von 1/2 bio Zitrone

Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung:

  • Für den Topfenteig die Butter schaumig rühren, erst Eidotter beifügen, dann Grieß, Eiweiß und Salz. Nun abwechselnd Mehl und Topfen einrühren, bis ein glatter Teig entsteht. Eine halbe Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Ich habe ihn auf der bemehlten Arbeitsfläche dann noch einmal durchgeknetet.
  • Die Marillen an den Enden kreuzweise ein bisschen einschneiden und jeweils den Kern mit einem Kochlöffelstiel herausdrücken (wie hier) und durch ein Stück Würfelzucker ersetzen.
  • Mit bemehlten Händen Knödel formen und noch einmal in Mehl wälzen.
  • Die Knödel in einem großen Topf im Salzwasser mit den Aromen ca. 15–20 min leicht köcheln bzw. simmern lassen. Einzeln herausnehmen und sofort in den Butterbröseln wälzen.

  • Für die Butterbrösel die Butter in einer breiten Pfanne schmelzen und die Semmelbrösel auf kleiner Flamme unter Rühren langsam goldbraun rösten. Erst dann Zucker beifügen (er soll nicht karamellisieren), Vanille und den Zitronenenabrieb. 
  • Die Knödel ordentlich anzuckern und wer will beträufelt sie wie Thomas Dorfer noch mit flüssiger Butter (ich nicht).


Viel lieber mögen wir einen Marillenröster dazu (kalt oder warm), Marilleneis, einen Klecks Schlagobers (auf das habe ich vergessen) etc...


Marillenröster

ca. 500 g Marillen, mit Kern gewogen
50 g Zucker
50 ml Wasser
1 EL Zitronensaft
Vanille
1 Zimtstange
optional etwas Marillenlikör oder Inländer-Rum

  • Den Zucker in einem Topf bei mittlerer Hitze langsam schmelzen lassen, bis er leicht karamellisiert (nicht dunkel werden lassen). Das Wasser beifügen und rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  • Die Marillen entkernen und vierteln. Dann gemeinsam mit Zitronensaft und Aromen zum Karamell geben und kurz im eigenen Saft köcheln lassen, bis die Marillen weich, aber nicht zerkocht sind. Die Konsistenz soll nicht zu flüssig sein - ein Röster ist kein Kompott!
  • Dann abschmecken (mehr Zucker?), die Zimtrinde entfernen und ggf. mit Marillenlikör oder Rum verfeinern. 
  • Der Marillenröster kann warm oder auch kalt genossen werden.


Marilleneis

300 g Marillen, mit Kern gewogen
2 EL Zucker
125 ml flüssiges Schlagobers / Sahne
1 Schluck Milch, nur nach Bedarf
optional 1 Fingerhut Likör

  • Die Marillen entkernen, vierteln und klein schneiden. Mit dem Zucker vermischen und eine halbe Stunde zugedeckt (Insekten!) ziehen lassen.
  • Die Früchte mit dem Mixstab pürieren und dann das flüssige Obers einmixen. Ist die Konsistenz zu dick, dann kann ein Schluck Milch beigefügt werden. Abschmecken und zugedeckt 1-2 Stunden im Kühlschrank kühlen und reifen lassen.
  • Dann kommt die Masse in die Eismaschine oder alternativ in einer flachen Form in den Tiefkühler (dann aber jede halbe Stunde auflockern).

 

Ein Genuss!! Wir waren vom neuen Marillenknödelrezept begeistert, der Teig schmeckt super, ist gelingsicher und Spitzenkoch-würdig! Die Kerne der Marillen durch Würfelzucker zu ersetzen, habe ich heute zum ersten Mal gemacht, es lohnt den kleinen Aufwand auf jeden Fall!

Probiert sie aus, große Empfehlung!

Liebe Grüße aus Wien!





Mittwoch, 15. Juli 2026

Ricotta Obers Parfait

 

öffentliche Sprühnebelduschen in Wien...

... sie werden auch "Sommerspritzer" genannt... Aber unter einem "Sommerspritzer" versteht man in Wien eigentlich Weißwein mit viel Mineralwasser (1:3 in einem Halbliterglas) aufgespritzt. Beide sind bei Hitze sehr sehr erfrischend und beliebt! 😉

Ein gutes Eis genauso...


Meine heutige Inspiration kommt von einem Eissalon in Wien, wo es manchmal das Ricotta-Eis "La Sicilia" mit Orangenmarmelade, Pistazien und Kardamom gibt (unbezahlte Werbung). Ich musste es einfach nach Gutdünken nachbasteln, aber als Parfait in der Kastenform.



Ricotta-Obers-Parfait: 
mit Pistazien, Schokolade und Orangenmarmelade

Zutaten für 1 Kastenform:

250 g Ricotta
90 g Zucker
3 sehr frische Eidotter
1 Prise Salz
Vanille

250 ml Schlagobers / Sahne, steif geschlagen

40 g ungesalzene Pistazien, grob gehackt
60 g zartbitter Schokoladestückchen

4 EL leicht bittere Orangenmarmelade, wenn möglich mit Schalenstückchen
etwas Marsala oder Rum

Zubereitung:

  • Ricotta in einem Sieb im Kühlschrank ein wenig entwässern lassen.
  • Eine Kastenform mit Folie auskleiden.

  • Eigelb und Zucker sehr schaumig schlagen.
    Normalerweise würde man sie über einem heißen Wasserbad schlagen, das auch zur Pasteurisierung der Eimasse dient. Aber wenn die Eier sehr frisch sind, ist auch Kaltschlagen kein Problem.
  • Dann Ricotta und Aromen einrühren und das geschlagene Obers gemeinsam mit den gehackten Pistazien und Schokostückchen unterheben. Die Masse in die Kastenform leeren und glatt streichen.

Marmelade drauf gekleckst

  • Die Orangenmarmelade mit Marsala und ggf. einem Schluck Wasser glatt rühren und darüber klecksen.
  • Mit einem Stäbchen oder Löffelstiel so gut es geht marmorieren. Das Parfait für einige Stunden oder über Nacht einfrieren.
  • Vor dem Servieren kurz antauen lassen, dann stürzen und in Scheiben schneiden. Reste sofort wieder einfrieren.


Eine interessante Kombi und ein Eisdessert, das sich super vorbereiten und portionieren lässt! Die etwas bittere Orangenmarmelade gefiel uns im vanilligen Parfait mit dem Pistazien- und Schokocrunch, ganz besonders gut! Durch die Zutaten ist es auch für den Winter bestens geeignet, aber nächstes Mal probiere ich das Ganze auch einmal in der Eismaschine aus. 



Blog-Event CCXXXI - Die Küche bleibt kalt! (Einsendeschluss 15. Juli 2026)


Die Küche  blieb diesmal tatsächlich kalt, so schicke ich das Parfait noch schnell am letzten Tag zum Blogevent von Danii bei Zorra


Alles Liebe!



Montag, 20. April 2026

Palatschinken-Hype



Blog-Event CCXXIX – Lasst es rollen! (Einsendeschluss 15. Mai 2026)

 
Felix von FEL!X kitchen und Zorra (Kochtopf.me) wollen uns im aktuellen Blogevent ROLLEN sehen. Ich habe zufällig gestern ROLLEN zubereitet, habe zum Glück Fotos gemacht und schicke meinen Beitrag sofort zu euch. 

Lieber Felix, du hast in deiner Aufzählung, was gerollt werden kann, auf Palatschinken bzw. Pfannkuchen vergessen. 😁 Die kann man zwar auch falten, aber klassisch ist, besonders bei süß gefüllten, sie zu einer ROLLE aufzurollen. Daher frage ich dich und die liebe Zorra:


Habt ihr schon gehört von... 
Germknödel  +  Palatschinken   Germknödelpalatschinken ?


Diese geistern seit einiger Zeit offenbar durch die social media Welt (ich habe sie hier gesehen) und wer sie beide liebt, wird sicher auch bei der kulinarischen Fusion schwach werden! Mir ist es jedenfalls so ergangen!

Die gerollten Palatschinken (Pfannkuchen) haben Mohn im "normalen" Teig, werden wie Germknödel mit Powidl (Zwetschken- bzw. Pflaumenmus) gefüllt und mit Vanillesauce und Mohnzucker serviert. Uns hat ein süß-herbes Sorbet aus Preiselbeeren auch sehr gut dazu geschmeckt.

Übrigens werden Pala-tschinken mit der Betonung auf dem i ausgesprochen, sind weiblich und haben auch sprachlich mit Schinken nix zu tun... 😉 Die Bezeichnung ist vom europäischen Osten, über das rumänische plăcintă, das ungarische palacsinta einst in den österreichischen Sprachgebrauch gelangt. Das lateinische Wort placenta (Kuchen) ist der Ursprung.




Germknödelpalatschinken mit Vanillesauce und Preiselbeersorbet

Zutaten für 4 Personen (je 2 Palatschinken) oder 8 Personen (je 1):

Palatschinken / Pfannkuchen:
500 ml Milch
3 Eier (M)
200 g Mehl
1 gute Prise Salz
2 EL Mohn, gequetscht bzw. gemahlen
1 TL Zucker

Butter zum Ausbacken
ca. 1 EL Powidl / Pflaumenmus für jede Palatschinke zum Füllen

Vanillesauce:
500 ml Milch
3 EL Zucker
Vanille
15 g Stärkemehl
2 Eidotter
optional etwas Eierlikör zum Verfeinern

Mohnzucker:
1 EL Mohn, gequetscht bzw. gemahlen
1 EL Kristallzucker oder Staubzucker

Preiselbeersorbet:
1/2 Glas, ca. 200 ml Preiselbeermarmelade
1 Orange, Saft
ca. 2 EL flüssiger Honig

Zubereitung:

Mit dem Sorbet rechtzeitig beginnen und dafür die Preiselbeermarmelade pürieren, Orangensaft und Honig nach Geschmack beifügen. Dann entweder in der Eismaschine gefrieren lassen oder für einige Stunden in einem flachen Gefäß in den TK-Schrank stellen. Hin und wieder mit einer Gabel auflockern.

Den Teig für die Palatschinken aus allen Zutaten mixen und kurz quellen lassen. Dann mindestens 8 Stück ausbacken. Je nach Dicke der Palatschinken und Größe der Pfanne können es mehr oder weniger sein... 😏 Die Palatschinken im Rohr bei 50°C zugedeckt warm halten.

Für die Vanillesauce den Großteil der Milch mit Zucker und Vanille aufkochen. Die restliche Milch mit Stärke und Eigelb vermixen, beifügen und unter Rühren noch einmal aufkochen lassen. Die Sauce zugedeckt (dass sich keine Haut bildet) warm stellen. Wer will, verfeinert die Sauce noch mit (selbstgemachtem) Eierlikör.

Anrichten:
Vanillesauce auf Teller verteilen. Die Palatschinken mit glatt gerührtem Powidl bestreichen, die seitlichen Ränder ein wenig einschlagen und die Palatschinke zu einer hübschen ROLLE einrollen. Auf die Sauce legen und mit Mohnzucker bestreuen. Das Sorbet extra dazu reichen.



Also, ich weiß ja nicht, wie es euch mit Palatschinken-essen geht... wir haben auf jeden Fall jeder zwei Stück als Dessert verdrückt. Als süße Hauptspeise gehen noch mehr! Bei uns in Österreich war bzw. ist es teils am Freitag immer noch üblich, dass zum Mittagessen nach einer Suppe eine süße Hauptspeise folgt, wie Palatschinken, Kaiserschmarrn, Fruchtknödel etc.

Die Komponenten der Germknödelpalatschinken harmonieren alle wunderbar miteinander und wie oben gesagt, wer beides mag... 😋 Das Sorbet gibt dem Ganzen einen fruchtig-frischen und bisschen herben Kick, fanden wir. Nicht nur frische Früchte, sondern auch Marmelade (oder Saft) ist für Sorbet gut, was mich doch positiv überrascht hat.



Mit essbaren Blüten lässt sich jedes Essen behübschen! Im Garten blüht gerade der Weichselbaum (Sauerkirsche) so schön üppig, was mich jedes Jahr begeistert und auch die Bienchen.


Die Gundelrebe mit ihren filigranen lila Blüten hat sich unter einem Baum ziemlich ausgebreitet, früher wurde sie in der Wiese immer abgemäht. 

Der frühlingsfrische Garten (und das Kochen) ist mein kleiner Trost in einer Welt, die zunehmend ver-rückt scheint, wer rückt sie sozusagen wieder gerade?


Findet ihr die Germknödelpalatschinken seltsam oder doch verlockend? Über Kommentare freue ich mich, liebe Frühlingsgrüße!



Sonntag, 1. März 2026

Orangensalat

 


"lass dein Leben (wieder) leuchten wie eine Orange im Winter" 💖


Die europäische BIO Orangenzeit ist leider bald um. Ich finde, es lohnt sich, jetzt noch schnell Orangen (in größeren Mengen?) zu kaufen, zu genießen und zu verarbeiten, zum Beispiel für einen



Orangensalat mit Pecorino und Oliven nach Cettina Vicenzino

Zutaten für ca. 3 - 4 Personen als Vorspeise:

4 Orangen, wenn möglich verschiedene Sorten, es sollten helle und Blutorangen dabei sein (ich hatte tw. helle Tarocco und dunkle Moro)
1 große rote, milde Zwiebel
40 g oder besser mehr Pecorino
reichlich schwarze Oliven (ich hatte trocken eingelegte)

Dressing:
1/2 Orange, Saft oder 1 Mandarine wie im Original
einige EL gutes Olivenöl
etwas Salz
schwarzer Pfeffer

optional frische Oregano-Blättchen für Deko

Zubereitung:

  • Die "Polkappen" der Orangen abschneiden und den Saft auspressen (ggf. für das Dressing verwenden).
  • Die Orangen mit einem Messer schälen und dabei auch alles Weiße wegschneiden. Die geschälten Orangen im Ganzen quer in möglichst dünne Scheiben schneiden (also nicht filetieren). Eventuell vorhandene Kerne entfernen.
    Tipp: Mit Abschnitten, Resten und Saft eine Marmelade kochen (siehe ganz unten)!

  • Die Orangenscheiben dekorativ in eine große Schüssel oder besser portionsweise in tiefen Tellern auflegen.
  • Die Zwiebel in dünne Ringe schneiden und darüber anrichten.
  • Die Zutaten für das Dressing vermixen und über Orangen und Zwiebeln leeren.
  • Den Pecorino in dünne Scheibchen schneiden oder hobeln und mit den Oliven über dem Salat verteilen. Wer will, streut noch frische Oregano-Blättchen darüber.



Der Orangensalat ist DIE perfekte Vorspeise in Zitruszeiten! 

Wir waren wieder einmal begeistert von einem Cettina-Rezept! Nur der frische Oregano obenauf hat für mich nicht gepasst.
Sie schreibt in ihrem Kochbuch (siehe unten), dass man zusätzlich eingelegte Sardellen dazu geben könnte und auch andere Zitrussorten. Oder dass der Orangensalat als Beilage zu gebratenen Sardellen gut passen würde... kann sein, ich habe es nicht ausprobiert. Denn der Salat schmeckt für sich allein schon soo großartig, dass ich nichts weiteres dazu kombinieren möchte! 😋



(unbezahlte Werbung)

Das Rezept heute stammt aus dem Sizilienkochbuch von Cettina Vicenzino und auch ihr Orangensalat mit Ricotta-Pistazienbällchen aus einem anderen Kochbuch ist ein Volltreffer.
Überhaupt hat uns bisher alles seht gut geschmeckt, was von Cettina kam (klick mit weiteren Verlinkungen). Ich sollte ihre Kochbücher wirklich öfter zur Hand nehmen! Welche Kochbücher von ihr habt ihr?



Blog-Event CCXXVII - Zitruszeit! (Einsendeschluss 15. März 2026)


Der Orangensalat mit Pecorino und Oliven ist mein 2. Beitrag für das erfrischende und wunderbare Zitrus-Blogevent von Susanne Magentratzerl bei Zorra Kochtopf. Ich freue mich auf die weiteren Einreichungen!





Beim Schneiden der Orangen für den Orangensalat dachte ich, was tun mit den Fruchtfleisch-Abschnitten und nicht so schön geschnittenen Orangenscheiben (außer gleich essen...)? Mit ein bisschen Saft und weiteren Tarocco und sehr dunklen Moro Orangen hatte ich genug für eine schöne rote  Blutorangenmarmelade. Die Schalen wollte ich diesmal nicht mitverwenden, nur ein bisschen Abrieb.

Ich hatte schlussendlich mehr als 500 g Orangen-Fruchtanteil für einen Rest von 190 g Gelierzucker 3:1 vom Vorjahr (also 3 Teile Frucht und 1 Teil Gelierzucker 3:1). Vanille passt gut dazu, ein Spritzer Zitronensaft, dann die Marmelade nach Packungsanweisung kochen, pürieren... perfekt!


Alles Liebe aus dem (endlich) frühlingshaften Wien!



Dienstag, 24. Februar 2026

Zitruszeit mit Zitronenkuchen

 


Mein Zitronenbäumchen im Topf überwintert zum ersten Mal in der alten Garage und, wie man sieht, eingezwängt zwischen allerlei Gerümpel und Baumaterialien (unser Auto hat hier drinnen keinen Platz mehr). Die Garage ist nicht wirklich ideal fürs Überwintern, weil zu dunkel und zumindest im heurigen Winter auch ein bissl zu kalt, nur momentan bei uns die einzige Möglichkeit. Wo überwintert ihr eure heiklen Pflanzen?

Der Zitronenbaum und auch der Oleander im Vordergrund nehmen mir die Bedingungen nicht übel und es geht den Pflanzen bis jetzt soweit gut. Vor allem leben sie und haben keine Blätter verloren! 💚 Leider hat mein Zitronenbaum letztes Jahr zwar geblüht und geduftet, aber keine Zitronen gebildet... Ich glaube, ich muss ihm mehr Zuwendung geben. 



Blog-Event CCXXVII - Zitruszeit! (Einsendeschluss 15. März 2026)



Dabei ist die Lust auf Zitrusfrüchte bei mir immer groß! Das neue Blogevent von Susanne Magentratzerl bei Zorra Kochtopf  kommt jetzt wie gerufen und allein schon das Banner macht fröhlich, oder?

Den Zitronenkuchen, den ich neulich gebacken habe, schicke ich gleich zum Blogevent. Es ist ein klassisches französisches bzw. bretonisches Rezept und ich weiß gar nicht mehr, wo ich es zum ersten Mal gesehen habe. Denn den Kuchen mögen wir seit vielen Jahren sehr gerne!


Der Zitronenkuchen ist sehr reichhaltig, denn die Mengen an Zucker, Butter und Mehl richten sich nach dem Gewicht der Eier -- es ist ein Ei-schwer-Kuchen.


Zuerst sollte man also die ganzen Eier (mit Schale) abwiegen und dann genauso viel Zucker, Butter und Mehl, wobei ich aber weniger Zucker verwende! Aber wegen dem vielen Zitronensaft in der Masse beim Zuckerreduzieren lieber vorsichtig sein...

Hier seht ihr die ungefähren Zutaten als Richtwert für eine große Kastenform und 4 eher große bio Eier:



französischer Zitronenkuchen

Zutaten für 1 Kastenform, ca. 30 cm lang:

4 Eier (L)
250 g weiche Butter
220 g (ich) bis 250 g Zucker
250 g Mehl
2-3 Zitronen, Abrieb der Schale und ca. 90-100 ml Saft
1 P. Weinstein-Backpulver
1 Prise Salz
Vanille

Guss:
1 schwacher EL Zitronensaft
Staubzucker (mehrere Esslöffel)

Zubereitung:

Die Eier trennen und mit der Prise Salz einen Eischnee schlagen, dabei die Hälfte des Zuckers einrieseln lassen. Die Butter schaumig schlagen, den restlichen Zucker, Vanille und die Eidotter einzeln beifügen. Zum Schluss den Zitronensaft, Mehl mit Backpulver und den Eischnee unterheben.

Die Masse in einer Kastenform im vorgeheizten Backrohr bei 180°C ungefähr eine dreiviertel Stunde backen. Für den Guss verrührt ihr die Flüssigkeit mit soviel Staubzucker, dass eine dickliche Glasur entsteht. Den Kuchen stürzen und mit ein bisschen Glasur wild behübschen.


erfrischend, unkompliziert, schnell gemacht und immer wieder gut!


Es ist kein eleganter Kuchen, sondern einer, den man gerne zum Kaffee oder Tee genießt. Herr Fliederbaum, der viel Kaffee trinkt, könnte sich den ganzen Tag nur von diesem Zitronenkuchen ernähren (wenn ich ihn lasse und den Kuchen nicht verstecke...). 😉

Liebe Grüße aus Wien!



Donnerstag, 8. Januar 2026

überbackenes Sauerkraut

 

Blog-Event CCXXV - Aus dem Ofen! (Einsendeschluss 15. Januar 2026) 

"Heizt den Ofen vor und macht es euch gemütlich"... rät uns Nadja von Little Kitchen and more. Sie ist Gastgeberin des aktuellen Blogevents bei Zorra von Kochtopf.me. Gerne mache ich wieder mit und bei den derzeitigen frostigen Temperaturen wärmt ein Gericht aus dem Ofen ganz wunderbar!



Esst ihr gerne Sauerkraut oder verschmäht ihr es, so wie viele? Jetzt kommt nämlich ein richtiger Winter-Auflauf mit gesundem Sauerkraut und Kartoffeln.

Vor einigen Jahren habe ich ihn gerne zubereitet (und nicht verbloggt), dann ist er aber irgendwie in Vergessenheit geraten. Der Auflauf steht und fällt mit dem Geschmack der einzelnen Komponenten und man kann ihn mit Fleisch bzw. Wurst oder fleischlos mit Tofu gestalten, ganz wie ihr wollt. Das Sauerkraut könnte man auch mit weiterem Gemüse, nicht nur mit Karotten, "strecken".

Die Inspiration stammt vom ehemaligen Blog der Wienerin (mit persischen Wurzeln) Parvin Razavi. Die Kochbuchautorin und Haubenköchin führt seit einigen Jahren ein überwiegend vegetarisches Restaurant in Wien. 


Sauerkraut-Kartoffel Auflauf

Zutaten für 1 Ofenform mit ca. 24 - 26 cm

500 g bio Sauerkraut
etwas Pflanzenöl
1 mittelgroße Zwiebel, klein geschnitten
1 Knoblauchzehe, ebenso
1 mittelgroße Karotte, geraspelt
1 TL Zucker
1 EL Mehl
Salz
Pfeffer
1 Lorbeerblatt
etwas Kümmel
getrockneter Thymian
250 ml Apfelsaft

vom Sauerkraut wird nicht alles benötigt

500 g Kartoffeln, eine mehlig kochende Sorte
250 ml Milch
1 EL Butter
Salz
geriebene Muskatnuss
1 EL fein geriebener Hartkäse

100 - 150 g Leberkäse oder Geselchtes, Wurst, Tofu etc.
2 EL Semmelbrösel zum Bestreuen

Zubereitung:

Das Sauerkraut wie gewohnt zubereiten, was bereits am Vortag erledigt werden kann bzw. ist das Gericht eine gute Resteverwertung von übrig gebliebenem Sauerkraut.

Wer will, spült das rohe Sauerkraut in einem Sieb mit kaltem Wasser ab, wenn es zu säuerlich ist - mir ist es mild auch lieber...

Zwiebel, Knofel und Karotte in Öl anschwitzen, den Zucker beifügen und leicht karamellisieren lassen. Mit Mehl stauben, dann das Sauerkraut und die Gewürze dazu geben und mit Apfelsaft ablöschen. Wasser nach Bedarf beifügen und das Sauerkraut köcheln lassen, bis es weich ist. Abschmecken.

Für das Kartoffelpüree bzw. den Stampf die Erdäpfel kochen und noch heiß schälen. In einem Topf mit der erhitzten Milch und Butter stampfen und würzen. Dann den Käse einrühren.

Den Leberkäse bzw. das geselchte Fleisch, Wurst oder Tofu in Würfel schneiden - ich habe einen Puten-Leberkäse verwendet.

Das Backrohr auf 190°C vorheizen.
In eine Ofenform (meine ist oval und 26 cm lang) kommt unten eine beliebig dicke Schicht Sauerkraut, darauf der Leberkäse o.a. und alles wird mit dem Kartoffelstampf bedeckt und glatt verstrichen. Jetzt noch Semmelbrösel darüber streuen und den Auflauf im Ofen etwa 40 Minuten goldgelb überbacken. 



So einfach und so gut!


Wer meint, man könnte doch das Sauerkraut, den Erdäpfelstampf und in der Pfanne gebratenen Leberkäse einfach so auf Teller anrichten, hat natürlich recht... 😉 

Nur gibt ein überbackener Auflauf schon allein optisch und auch geschmacklich mehr her, oder? Und vielleicht lassen sich diejenigen, die Sauerkraut nicht so lieben, vom Auflauf überlisten?

Liebe Grüße aus Wien