Montag, 10. April 2023

Teigtaschen mit Lamm wie in Kärnten

 

ein mächtiger Gebirgszug - die Karawanken in Kärnten, 2013


üppige Kärntner Lammnudel, Gasthausfoto von 2013


Teigtaschen aus aller Welt sind das Thema bei der "kulinarische Weltreise" im April. Ich reise nicht weit weg, sondern bleibe bei heimischen bzw. Kärntner Teigtaschen und bastle die eher deftigen "Lammnudel" nach.
Sie bestehen aus einem dunklen Dinkelnudelteig mit einer Fülle aus faschiertem Lamm (Hackfleisch) und frischen Kräutern. Ich habe diese Variante zum ersten Mal in einem urigen Gasthaus im Dorf Zell-Pfarre ganz im Süden von Kärnten am Fuß der Karawanken gegessen. Die Wirtin hatte sie mit flüssiger Butter serviert und mit Kürbiskernen und Grammeln (Grieben) bestreut, wie das Foto oben von damals zeigt.
Deftig wie gesagt und seeehr sättigend, danach am besten ein Schnapserl trinken und eine Siesta im Liegestuhl einlegen....


...oder auf einer Bank mit Aussicht


Besonders in Kärnten hat sich über Jahrhunderte eine große Vielfalt an herzhaften und süßen Nudelteigtaschen entwickelt. Die "Kasnudel" mit Topfen-Erdäpfelfülle (Quark-Kartoffel) und Minze sind die bekanntesten. Übrigens werden die Kärntner Nudel auch im Plural ohne "n" am Ende ausgesprochen und geschrieben... 





"Lammnudel" Kärntner Teigtaschen mit Lammfülle
  für ca. 20 Stück

Nudelteig:
125 g Dinkelmehl (ich habe eine Mischung aus Dinkel-, Einkorn- und Emmermehl verwendet) 
50 - 70 ml lauwarmes Wasser nach Bedarf
1 Eidotter
1 gute Prise Salz
1 schwacher EL Öl

Fülle:
150 g Faschiertes (Hackfleisch) vom Lamm
1/2 Zwiebel, kleinwürfelig geschnitten
ca. 2 EL Öl
1 EL Semmelbrösel
Salz
schwarzer Pfeffer
frische Kräuter, klein geschnitten: Rosmarin, Minze, "Keferfil" = Kerbel, ersatzweise Petersil

weiters
:
reichlich Salzwasser zum Kochen
reichlich flüssige Butter
1 Handvoll Grammeln (Grieben), gehackt und gesalzen
1 Handvoll Kürbiskerne, trocken geröstet

Zubereitung:


Aus allen Zutaten mit der Hand einen Nudelteig kneten, er ist fertig, wenn er sich von der Schüssel löst. Der Teig soll glatt sein, seidig glänzen und mittelweich sein. Zugedeckt mindestens 30 Minuten rasten lassen.

Für die Fülle die Zwiebelwürferl in Öl glasig weich braten, aber keine Farbe annehmen lassen. Alle Zutaten vermischen, reichlich frische Kräuter verwenden und gut abschmecken. 

Den Nudelteig dünn ausrollen, Kreise mit ungefähr 9 cm Durchmesser ausstechen (zB. mit einem Glas). Jeweils 1 TL Fülle in die Mitte jedes Teigstückes geben und die Teigränder mit Wasser benetzen. Den Teig zusammenklappen und die Ränder krendeln, d.h. überlappend verschließen. 
Die Teigtaschen in kochendes Salzwasser einlegen und ca. 7 Minuten mehr ziehen als kochen lassen.

Zum Servieren mit reichlich flüssiger Butter übergießen und mit den gehackten und leicht gesalzenen Grammeln (Grieben) und Kürbiskernen bestreuen.
 



Sehr köstlich!
Ich finde kleinere Teigtaschen mit nicht allzu viel Fülle hübscher (psst! und auch einfacher herzustellen), daher habe ich sie heute gekrendelt und keine Riesennudel wie im Kärntner Gasthaus gemacht! Empfehlung! 





Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft sucht Teigtaschen aus aller Welt - die besten internationalen Rezepte 


Verlinkt mit der "kulinarischen Weltreise" von Volker, die im April kein bestimmtes Land ansteuert, sondern die weltweite Teigtaschenvielfalt zeigen möchte. Ein tolles Thema, finde ich, Teigtaschen sind ja fast weltweit verbreitet. Hier bei den "Kochgenossen" aus Wien gibt es einen sehr detaillierten Überblick über Teigtascherl aus aller Welt (unbezahlte Werbung).  

Auch auf meinem Blog gibt es einige wenige Teigtaschen:





links:
Kletzennudeln aka Dörrbirnen-Teigtaschen (Österreich)
Momos veggie (Nepal)
Fiore di patate, Kartoffelteigtaschen (Italien)

rechts:
Tortelli herbstlich (Italien)
Manti (Kasachstan)
Tiropitakia mit Feta (Griechenland)

ohne Bild:
Bolani (Afghanistan)
Buuz (Mongolei)








Linkliste der kulinarischen Weltreise:



Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Empanadas de morocho aus Ecuador
Britta von Brittas Kochbuch mit Pizza Calzone oder die größte Teigtasche der Welt (Italien)
Wilma von Pane-Bistecca mit Usbekische Manti
Sandra von Tracks and the City mit Toasted Ravioli aus St. Lous
Friederike von Fliederbaum mit "Lammnudel" - Teigtaschen mit Lamm wie in Kärnten
Wilma von Pane-Bistecca mit Sheng Jian Bao
Susannne von magentratzerl mit Sambose Mash
Britta von Brittas Kochbuch mit Bolani aus Afghanistan
Gabi von USA kulinarisch mit Knishes aus New York
Jenny von Jenny is baking mit Empanadas mit Quittenpaste und Käse aus Mittelamerika
Michael von SalzigSüssLecker mit Vegetarischen Empanadas – einfach köstliche Teigtaschen
Regina von bistroglobal mit Schwäbische Maultaschen
Wilma von Pane-Bistecca mit Zwei verschieden gefuellte Ravioli
Anja von GoOnTravel mit Herzhafte Piroggen: Ein Klassiker der polnischen Küche
Edyta von mein-dolcevita mit Teigtaschen aus Karelien
Susanne von magentratzerl mit Teigtäschchen mit Myzithra (Kalitsounia me myzithra)
Susan von Labsalliebe mit Reshteh Khoshkar – Glutenfreie süße Teigtaschen رشته خوشکار
 Britta von Brittas Kochbuch mit Kartoffeltaschen mit Frischkäsefüllung (Deutschland)
Regina von bistroglobal mit Cassone Romagnolo
Sonja von fluffig & hart mit Jjin Mandu - koreanische Teigtaschen
Simone von zimtkringel mit Cheese & Onion Pasties
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Vegane Mandu mit Kimchi-Füllung


was für eine Vielfalt!!





Sonntag, 12. März 2023

12 von 12 im März und ein sonniger Gartentag



Heute am Sonntag, 12. März verlinke ich gern wieder 12 Bilder des Tages bei Caro und ihrem Blogevent 12 von 12. An solchen monatlichen Blogaktionen oder auch an den diversen Monatsrückblicken merke ich immer besonders deutlich, wie doch die Zeit vergeht. Da denke ich dann an einen Spruch meiner Oma von früher: "die Zeit vergeht und das Licht verbrennt"...


1

1    Nach  dem gestrigen Sturm fängt der Tag mit schönem Morgenrot an und verspricht ein bisschen milder zu werden. So wie im November bin ich im Waldviertel in Niederösterreich und umsorge die Elterngeneration, was mittlerweile sozusagen zu einem (hoffentlich vorübergehenden) Altenpflege-Fulltimejob für mich geworden ist. 

2

2    Mein nicht ganz so gesundes Frühstück heute, aber der beste aller Rotweinkuchen ist schon ein paar Tage alt und soll weg. Einen magenfreundlichen grünen Tee dazu, den mag ich gern. 

3


3    Später nutzen wir die Vormittagssonne und tun uns im Garten um. Die Schneeglöckerl blühen an einem schattigen Platz immer noch schön. 


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4    Daneben recken die Leberblümchen ihre zarten Blütenköpfe in die Sonne. 


5

5    So schöner lila Krokus ist in der Wiese aufgegangen, den habe ich hier im Garten noch nie gesehen. In den Bergen wächst er oft in Blütenteppichen...


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6    Die mini Schwertlilie ist früh dran, die blühen doch eher später im Frühjahr? Aber wahrscheinlich ist es eine Netzblatt-Iris (Iris reticulata), ich habe mich schlau gemacht. 


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7    Mit vereinten Kräften wird geschnipselt und Dürres ausgerissen. Die Gartengestaltung liegt zum ersten Mal in meiner Hand, denn bisher ließen sich die Eltern nicht gern helfen und "dreinreden". 


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8    Ein veganes Festessen habe ich uns zum Mittagessen zubereitet, es gab einen lauwarmen Linsensalat mit Grapefruits, ein Süßkartoffelpüree und Ofenkarfiol bzw. Blumenkohl. So einfach und so gut, es ist kein Rezept notwendig und einfach aus dem Ärmel zu schütteln!


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9    Am Nachmittag dann der tägliche Gang meiner Mutter ins Spital zu ihrem Ehemann. Ich begleite sie jedes Mal, da sie sich allein nicht zurechtfinden würde. Wir haben es nicht weit und so gehe ich täglich zweimal mit ihr - einmal hinbringen, einmal abholen. 


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10    Am Abend gehen wir noch Burger-essen. Meine Männer = Herr Fliederbaum und der Junior, müssen morgen wieder nach Wien zurück fahren, ich sitze weiterhin hier im Waldviertel fest, und so genießen wir noch einen kurzen gemütlichen Abend zu dritt. 

 

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11    Die Burger sind hier wirklich ausgezeichnet. Das ist mein Rehburger mit Rotkraut, Brie, Birnenstücken, Speck etc. in einem krossen Brioche Bun. 


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12    Ich mache gern Werbung von Herzen (unbezahlt und unverlangt, auf FB zu finden) für das tolle kleine Burgerlokal in Horn in Niederösterreich. 

"Bonusbild": auf dem Heimweg an der mittelalterlichen Stadtmauer vorbei


Ein bisschen Geschichte zum Schluss muss sein, denn am 12. März im Jahr...

1938 hörte Österreich auf als eigenständiger Staat zu existieren und wurde als "Ostmark" Teil des "1000 jährigen Reiches", das zum Glück dann nur sechs Jahre gedauert hatte. Dieser Tag brachte Tod, Terror und Gewalt ins Land, aber leider auch Zustimmung und Massenbegeisterung. 

2011 war der Tag nach Fukushima. Die Nuklearkatastrophe in Japan hatte am Vortag mit einem schweren Erdbeben und nachfolgenden, mehr als zehn Meter hohen Tsunami-Wellen begonnen. Fast 20.000 Menschen starben und es wurden nicht nur Ortschaften, sondern auch das Atomkraftwerk an der Küste schwer beschädigt. Große Mengen an radioaktivem Material wurden freigesetzt und 470.000 Menschen evakuiert, ein Viertel davon endgültig. Die Aufräumarbeiten durch Roboter dauern übrigens an.



Dieses Titelbild von einer Tageszeitung habe ich 2011 eingescannt. Berührend, oder?




Sonntag, 5. März 2023

Grenadiermarsch

 

Blog-Event CXCIV - Cucina Povera - Rezepte für kleines Geld (Einsendeschluss 15. März 2023) 

 

"Jedes Land, jede Region hat ihre Cucina Povera"...

schreibt Regina von Bistro global in ihrem schönen Blogevent bei Zorra (Kochtopf.me). Die beiden suchen also Gerichte, die mit Zutaten um wenig Geld auskommen. 

Wir essen nicht oft, aber sehr gerne einen "Grenadiermarsch" - für mich immer eine Kindheitserinnerung und es ist gleichzeitig ein traditionelles Altwiener Arme-Leute Essen. Diese sind oft auch Restlessen, wo also Reste vom Vortag verwertet werden, nichts wird bzw. wurde früher weggeworfen.

 

"Fleckerl" - meist viereckige, kleine Nudeln

Es handelt sich um ein Gröstl mit hauptsächlich Erdäpfeln und Nudeln (siehe Foto), manche geben Speck oder Fleischreste dazu, aber mir ist es lieber vegetarisch oder vegan.

Der Name "Grenadiermarsch" kommt aus der Soldatensprache, Grenadiere waren in früheren Kriegszeiten die Soldaten, die die Granaten geworfen haben. Ich habe mit Kriegsgeschichten ja nun wirklich nichts am Hut (siehe auch hier), aber das Gericht schmeckte mir trotz seines Namens immer schon gut...



Grenadiermarsch

pro Person rechnet man mit:

1/2 gelbe Zwiebel
1 (mittel-) großer Kartoffel
1 Handvoll "Fleckerl", kleine Nudeln (vegan mit Nudeln, die ohne Ei hergestellt wurden)

weiters:
Butterschmalz bzw. neutrales Öl
1 gute Prise getrockneter Majoran
ein wenig Kümmel
Salz
schwarzer Pfeffer

Zubereitung:

  • Die Zwiebel nudelig schneiden.
  • Kartoffeln kochen, schälen und klein schneiden oder gekochte Kartoffeln vom Vortag verwenden.
  • Die Nudeln al dente kochen.
  • Butterschmalz oder Öl in einer schweren Pfanne erhitzen und die Zwiebeln goldgelb anbraten, aber nicht dunkel werden lassen. 
  • Die Kartoffelstücke beifügen und dann die Nudeln.
  • Würzen und alles gut durchrösten, nicht nur vermischen. Es ist ein Gröstl und der Geschmack steht und fällt mit dem Rösten!
  • Mit Pfeffer bestreut und einem frischen Salat je nach Saison servieren.

 

herrlich, immer wieder gut!
Probiert den Grenadiermarsch aus! Er ist auch ein Blitzrezept, vor allem, wenn die Erdäpfeln bereits gekocht sind...


Mit dem frischen, vor-frühlingshaften Vogerlsalat aus dem Garten habe ich den Grenadiermarsch nun sehr genossen und mich zurück erinnert, als meine Mutter ihn früher zubereitet hat. Schon länger ist sie nicht mehr in der Lage zu kochen. Mittlerweile kann sie nicht mehr allein bleiben, die Demenz schreitet leider fort. Ich bin seit ein paar Wochen ständig bei ihr im Haus in Niederösterreich, umsorge sie und plane die Zukunft. Und bewundere echt dabei alle, die Altenpflege beruflich machen! 


 Wenn die Nachbarskatze in der Nähe ist, ist alles gut!




Donnerstag, 23. Februar 2023

"War is over"

 

Bildquelle etsy.com

Neulich wieder gehört in einer Doku über John Lennon und Yoko Ono, die vor wenigen Tagen ihren 90. Geburtstag gefeiert hatte --- "Happy Xmas".

Es ist zwar ein Weihnachtslied, aber gleichzeitig ein Antikriegslied und somit eine eindrückliche Friedensbotschaft! Den größten Erfolg hatte der Song aus dem Jahr 1971 aber erst nach Lennons Ermordung 1980. Im Hintergrund singt der Kinderchor aus Harlem-New York:

War is over, if you want it...

Gemeint war der Vietnamkrieg, der erst 1975 vorbei war. Yoko Ono ist unter anderem auch Konzeptkünstlerin und sagte damals in einem Interview, es gehe hier um das Konzept FRIEDEN und dass die Menschen an ein Ende des Krieges GLAUBEN können sollen.

 

 

Von den derzeitigen politischen und kriegerischen Wirren möchte ich nicht zu viel an mich heranlassen. Geht euch das auch so? Aber ob wir wollen oder nicht - wir sind Zeitzeugen eines patriarchalen und (noch) auf ein Land begrenzten Krieges, was zuvor für Europa als undenkbar gegolten hatte. China und Russland nähern sich momentan politisch aneinander an. Schlittern wir in einen Weltkrieg und wie kann er verhindert werden? Wird der Kriegstreiber zur Verantwortung gezogen werden können? Folgt ihm womöglich ein noch Unberechenbarerer nach, der weiter Richtung Westen zieht, wenn er nicht aufgehalten wird? 

Was kann jede*r einzelne tun, außer dem Wahnsinn zuzuschauen und Hilfsbedürftige zu unterstützen...


Ich trage den Frieden in meinem Namen und finde, es kann FRIEDEN nicht oft genug von uns allen gelebt, gedacht, gewünscht, gesungen, getanzt, gerufen werden! Die Vorstellung, dass man sich Frieden erdenken kann, wird meist als naiv und weltfremd abgetan (von Männern), aber kann es nicht ein Teil eines positiven Prozesses sein? Gedanken setzen Energien in Bewegung, hier wird dazu geraten, LICHT gedanklich in die Ukraine zu senden... auch eine Möglichkeit, denke ich. Eine Freundin schickt mir ganz viel gute Energie, hilfreich, um eine momentane familiäre Ausnahmesituation zu managen. Alles ist möglich, oder?

 

Zum (ersten und hoffentlich letzten) Jahrestag des Kriegsbeginns habe ich das Peace-Zeichen gezeichnet und ausgeschnitten. Und aus meinen schnellen Kakaokuchen wurde sozusagen ein Friedenskuchen. 

 


Kakaokuchen mit Apfelmus vegan und glutenfrei
(für 1 kl. Kastenform oder Kuchenform)

trockene Zutaten: 

170 g Zucker
150 g Mehl (zB. eine glutenfreie Mais-/Reismehl-Mischung)
50 g ungesüßter Backkakao
1/2 P. Weinstein-Backpulver
Zitronenabrieb
1 Prise Salz

feuchte Zutaten:

150 g Apfelmus -- bei mir selbstgemacht, nur leicht gesüßt, mit Zimt und Zitronensaft verfeinert
50 ml neutrales Öl
200 ml Kokosmilch o.a. Pflanzendrink

Je nach Süße des Apfelmuses mehr oder weniger Zucker verwenden. 

Die Zubereitung ist einfach:
Die trockenen und feuchten Zutaten jeweils vermischen und gut miteinander verrühren. Die Konsistenz mit Apfelmus steuern. Den Kuchen in der vorbereiteten Form bei 180°C etwa eine halbe Stunde backen, dann anzuckern.

 




Die dunkle Masse als Kastenkuchen vom letzten Herbst.



 

John Lennon hat übrigens mehrere "Friedenslieder" hinterlassen, die ich lange vergessen hatte. Zum Beispiel "Give peace a chance" und auch das berührende "Imagine" über die Vision von einer Gesellschaft ohne Zwänge von Nationalismus, Religion, Besitz. Dort heißt es im Refrain:

You may say I'm a dreamer, but I'm not the only one...

Klingt auch in Zeiten wie diesen tröstlich, finde ich. 

 Living life in peace...

Ist das alles nur blauäugige Träumerei in schlimmen Zeiten? 

Welche Friedenslieder kennt ihr noch?



(Nachtrag: ich kann momentan nirgends kommentieren, nicht einmal auf dem eigenen Blog, freue mich aber über Kommentare)

Google lässt mich momentan kommentieren, wenn ich nur auf einem einzigen Gerät eingeloggt bin und nicht gleichzeitig auf Smartphone und Laptops. Vielleicht hilft manchen von euch dieser Hinweis auch...




Samstag, 11. Februar 2023

kulinarische Weltreise mit afghanischem Dopiaza und Fladenbrot

 

Endlich habe ich es geschafft, in diese kleine afghanische Bäckerei in Wien zu gehen, von der ich schon öfter gelesen hatte. Das Riesen-Fladenbrot dort ist dünn und immer frisch gebacken. Ich hätte es knusprig erwartet, aber es ist weich und lässt sich gut auseinander reißen (und am nächsten Tag toasten!). Und auf der Heimfahrt hat mein noch warmes Fladenbrot die ganze U-Bahn beduftet. 😋


Das Fladenbrot brauchte ich für Dopiaza, das ist ein afghanisches Zwiebelfleisch mit Lamm, für die "kulinarische Weltreise" (siehe weiter unten). Das Rezept habe ich mir im www zusammen gesucht. Dopiaza bedeutet "zwei Zwiebeln", sie werden teils mitgeschmort und teils gegen Ende dazu gegeben. Zusätzlich gibt es gepickelte Zwiebeln und Kichererbsen oder gelbe Erbsen. 

Ich habe mir im türkischen Geschäft, wo ich gern einkaufe, eine Lammschulter auslösen lassen und die Knochen auch mitgenommen. In Zentralasien wird das Fleisch einfach "irgendwie" zerhackt. Fleischgerichte sollte man dort daher immer vorsichtig und Zähne-schonend essen, hatte Hr. Fliederbaum nach seinen Reisen erzählt (siehe ganz unten). Denn in jedem noch so kleinen Fleischstückchen hatte mindestens ein Knochen gesteckt... 



Dopiaza - afghanisches Zwiebelfleisch mit Lamm
mit gepickelten Zwiebeln, gelben Erbsen und Fladenbrot

(für 1 Topf, ca. 4 Personen)

1 kg ausgelöste Lammschulter, die Knochen extra, ersatzweise Rindfleisch
neutrales Öl
4 mittelgroße weiße Zwiebeln
3 oder mehr Knoblauchzehen
Salz
Chili
1/2 TL Kurkuma
1 Gemüse- oder Spitzpaprika
ca. 1 TL Garam Masala
schwarzer Pfeffer

1 kleine weiße Zwiebel
reichlich milder heller Essig (ich habe Reisessig verwendet)

1 Handvoll getrocknete gelbe Erbsen oder Kichererbsen (Glas)
Pfeffer
1 Lorbeerblatt
Salz

dünnes Fladenbrot 

Zubereitung:

Für die gepickelten Zwiebeln wird die in nicht zu dünne Ringe geschnittene kleine Zwiebel in einem Glas mit Essig bedeckt. Mindestens eine halbe Stunde oder auch über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. 

Das Lammfleisch in Würfel schneiden, ich habe ein Zuviel an Fetträndern auch entfernt. Die Knochen mit kaltem Wasser waschen. 
Zwei Zwiebeln klein schneiden, den Knoblauch ebenso und den Gemüsepaprika in dünne Streifen schneiden. Die restlichen 2 Zwiebeln in nicht zu dünne Ringe schneiden und beiseite stellen, sie werden erst zum Schluss gebraucht.

In einem Topf reichlich Öl erhitzen, die klein geschnittenen Zwiebeln und den Knoblauch anbraten, ohne Farbe nehmen zu lassen. Das Fleisch und die Knochen beifügen und einige Minuten rundum anbraten. Mit Salz, Pfeffer, Chili und Kurkuma würzen und mit Wasser aufgießen, so dass das Fleisch zu etwa 2/3 bedeckt ist. Das Fleisch zugedeckt langsam weichgaren, die Knochen dann entsorgen. 

Die getrockneten gelben Erbsen in reichlich Wasser mit Pfeffer und Lorbeerblatt weich kochen, abseihen und mit Salz abschmecken. 

In einer großen Pfanne (in der das gesamte Gericht Platz hat) werden die in Ringe geschnittenen Zwiebeln und die Paprikastreifen in etwas Öl hell angebraten, Garam Masala beifügen sowie nach Bedarf noch Salz und Pfeffer. Nun kommt auch das gegarte Zwiebelfleisch inkl. Zwiebeln dazu (mit einem Schaumlöffel) und nach Belieben vom entstandenen Saft, bis die Konsistenz passt. Das Gericht wird zugedeckt weitere 15 Minuten auf der ausgeschalteten Herdplatte ziehen gelassen, so dass sich die Aromen gut verbinden.  

Anrichten:
Laut Originalrezept richtet man das Zwiebelfleisch inkl. Flüssigkeit direkt auf dem dünnen Fladenbrot an, gemeinsam mit den gelben Erbsen oder Kichererbsen sowie den gepickelten Zwiebeln. Alles mit schwarzen Pfeffer bestreuen. Man isst mithilfe des Fladenbrotes und tunkt damit auch die Sauce auf... 



Ich habe das Gericht in einem tiefen Teller angerichtet und das Fladenbrot extra dazu gegeben (und auch eine Gabel). Obenauf liegen die gepickelten Zwiebeln, die sind das i-Tüpfelchen!
 


Insgesamt waren wir total begeistert von diesem köstlichen Zwiebelfleisch! Ich könnte mich quasi reinlegen und auch noch die letzten Saucenreste mit dem Fladenbrot auftunken. Garam Masala, Lammfleisch und Zwiebeln passen gut zueinander. Ich finde, das Gericht klingt so einfach, aber der Geschmack hat uns wirklich überzeugt! 


Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in Afghanistan - die besten Rezepte und Gerichte


Verlinkt mit der "kulinarischen Weltreise" von Volker, die im Februar in Afghanistan Halt macht - virtuell und mit einem typischen Gericht, das sich die Menschen vor Ort wahrscheinlich gar nicht mehr leisten können. 

Denn das Land versinkt in Chaos und Gewalt, 90 % der Menschen seien vom Hungertod bedroht, liest man in den Medien. Die Wirtschaft des Landes liegt am Boden (außer der Opiumexport). Nicht nur Frauen, auch die Männer haben nach Jahrzehnten des Krieges keine Perspektive im Leben. 

Mich schmerzt unglaublich, dass Frauen nun von den religiösen Fanatikern total rechtlos gemacht worden sind, vom öffentlichen Leben, (höherer) Schulbildung, Universitäten, Arbeiten ausgeschlossen. Zum Beispiel dürfen Frauen und Mädchen dort nicht von männlichen Ärzten untersucht werden, aber Ärztinnen oder Hebammen dürfen nicht nachrücken, nicht (fertig) studieren, nicht arbeiten. Für Mitarbeiter*innen von NGOs ist Afghanistan momentan das gefährlichste Land der Welt und durch das Arbeitsverbot für Frauen ist Nothilfe und Vorsorge nicht mehr möglich. Ich fühle mich ziemlich hilflos, aber Menschenrechtsorganisationen zu unterstützen ist trotzdem nicht verkehrt... 


Bilder aus dem Norden von Afghanistan von Hr. Fliederbaum von 2011

Vor mehreren Jahren habe ich bereits von Afghanistan berichtet, hier und hier (und auch Bolani-Teigtaschen gebacken, die ich heute allerdings dünner und knuspriger backen würde). 

Mein Mann hatte 2011 während eines Forschungsaufenthalts in Tajikistan auch ein paar Tage im angrenzenden Afghanistan verbracht. 

Ich befürchte, dass diese abgelegenen Hochgebirgstäler, wo sie damals unterwegs waren, ganz im Norden von Afghanistan, auch nicht mehr relativ "frei" sind, sondern mittlerweile unter Kontrolle und Geiselhaft der religiösen Fanatiker. 😢


Getreidemühle


Gehen wir lieber etwas afghanisches kochen, es lohnt sich, und schicken dabei auch gute Gedanken an die afghanischen Frauen. 


Linkliste:

Die Links werden Ende des Monats ergänzt. 


Britta von Brittas Kochbuch mit Kochbuch: Salam - Rezepte & Geschichten aus Afghanistan Britta von Brittas Kochbuch mit Dolma - Paprika mit Linsenfüllung Britta von Brittas Kochbuch mit Chalau - Afghanischer Gewürzreis Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Afghanische Bolani - gefülltes Fladenbrot Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Bolani - afghanisches Fladenbrot mit Kartoffel-Lauch-Füllung, grünem Chutney und Joghurt Britta von Brittas Kochbuch mit Char Masala - Afghanische Gewürzmischung Britta von Brittas Kochbuch mit Qabuli Palau - Afghanisches Reisgericht mit Lamm Regina von bistroglobal mit Lobia - Kidney-Bohneneintopf 






Donnerstag, 9. Februar 2023

Versuch einer Pfannenpizza am World Pizza Day

 

witzige Pizza "Mathematik", gesehen bei etsy.com

Der World oder eigentlich amerikanische National Pizza Day ist wie jedes Jahr am 9. Februar. 

Chicago und New Jersey bezeichneten sich 2021 als Pizza Hauptstädte, was natürlich postwendend die Italiener empörte. Die Pizza wurde doch in Neapel erfunden und die Farben der italienischen Fahne finden sich auf der Pizza Napoli - rot für die Tomaten, weiß wie der Mozzarella und das grüne frische Basilikum. Diese Pizza wurde 2017 sogar zum immateriellen Erbe der Welt erklärt. Klar, dass die Italiener auf ihre Pizza stolz sind, aber der Pizzakonsum ist in den USA mit 13 kg pro Person und Jahr immerhin fast doppelt so hoch wie in Italien. In Österreich liegt er bei schlappen 3 kg, damit sind wir interessanterweise Schlusslicht in Europa. Welche Art von Pizza (aus der Pizzeria, Lieferdienst oder Tiefkühlware) bei dieser Statistik herangezogen wurde, ist mir nicht bekannt... selbstgemachte Pizza auf jeden Fall nicht, aber es lohnt sich, sie hin und wieder selbst zu machen! 


Ich bin heute weit weg vom Original, denn ich möchte schon längst einmal ausprobieren, ob eine Pfannenpizza Sinn macht. Man benötigt dafür nur eine möglichst breite Pfanne mit einem Deckel, gebacken wird sie auf dem Herd und nicht im Backofen.   



veggie Pfannenpizza
(für 1 große dicke Pizza, wir haben sie zu zweit gegessen)

Teig:

190 g (Dinkel-) Mehl
1/2 TL Trockengerm / Hefe
1 schwacher TL Salz
100 ml warmes Wasser, nach Bedarf auch mehr
2 EL Öl

Sauce:

250 g stückige Tomaten
1 Knoblauchzehe
1 EL frisches Basilikum, klein geschnitten
Salz, Chili

weiters: 

Mozzarella
beliebiges kleingeschnittenes Gemüse, zB. 1/2 Zucchini, 1/2 Gemüsepaprika, Pilze...
ein wenig Olivenöl



Aus allen Zutaten einen Germteig / Hefeteig kneten und rasten lassen. Meiner durfte den halben Tag im Kühlschrank verbringen, der Teig lässt sich also gut vorbereiten. Vor dem Essen muss nur mehr schnell das "Obenauf" geschnipselt werden.
Alle Zutaten für die Sauce verrühren und gut abschmecken.
Mozzi und Gemüse klein schneiden.

Eine breite Pfanne erhitzen und ein wenig Öl darin verteilen. Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen und in die Pfanne geben. Eventuell kann man ihn mit den Fingern noch ausdehnen. Wenn die Unterseite leicht gebräunt ist, wird ein wenig Öl auf den Pizzaboden geträufelt und dieser dann wie eine Palatschinke (Pfannkuchen) umgedreht.
Die Pfanne von der Hitze nehmen und belegen. Bei mittlerer Hitze und Deckel drauf wird die Pizza so lange gebraten, bis der Käse anfängt zu schmelzen.
Die Pizza dann noch ohne Deckel weiter braten, aber aufpassen, dass die Unterseite nicht zu dunkel wird und verbrennt. Auf einen Teller gleiten lassen und mit frischem Basilikum bestreuen. 


nicht schlecht, kann man ab und zu so machen! 


Für eine home-made Pizza mit dickerem Boden schmeckte sie wirklich sehr gut! Der Teig wird in der Pfanne auch schön knusprig. Die Pizza steht und fällt natürlich mit dem Belag. 

Die Energie für das Aufheizen des Backofens auf eine hohe Temperatur kann man ruhig hin und wieder einsparen!  


happy Pizza Day 😊