Samstag, 5. September 2015

Afghanistan #österreichbloggtbunt


copyright Sina
siehe auch hier und hier

ein Rezept aus Afghanistan gibt es morgen...

Die meisten Flüchtlinge kommen derzeit aus Syrien zu uns, aber auch nicht wenige Afghanen. Ich erzähle euch die Geschichte von 2 jungen Männern, die aus Afghanistan geflüchtet sind und es in Österreich geschafft haben.

ein Dorf ganz im Norden von Afghanistan

Jan (aussprechen tschaan) verließ seine Heimat Afghanistan als Kind mit seinen Eltern und jüngeren Geschwistern; sie verbrachten viele Monate unter großen Entbehrungen in Pakistan und gelangten über den Iran und die Türkei schließlich nach Wien. Hier lebt die Familie seit Jahren gemeinsam in einer Wohnung, konnte zur Ruhe kommen und Jan sorgt als ältester Bruder mit seinem Verdienst mit für den Unterhalt. 
Qurban (kurban) und sein Bruder gingen mit dem Vater von zu Hause weg und gelangten auf einer langen abenteuerlichen Reise bis in den Iran. Qurban war beim Weggehen 5 Jahre alt und hat seine Mutter nie mehr wieder gesehen. Nach Jahren im Iran und nachdem der Vater aus unbekannten Gründen "verschwunden" war, versuchten die beiden inzwischen Jugendlichen sich nach Wien durchzuschlagen, wo ein entfernter Verwandter lebte. Qurban ist nun schon mehrere Jahre in Wien und es geht ihm gut. 


Was habe ich damit zu tun? Nun, ich kenne die beiden jungen Männer, weil sie in meiner Arbeitsstätte als Lehrlinge ausgebildet wurden. Sie haben beide unsere Sprache gelernt, haben die Berufsschule besucht und super abgeschlossen und ihre Lehrzeit total motiviert und ordentlich geleistet. Es sind die nettesten jungen ausländischen Männer, die ich kenne!! Und als Lehrlinge gehörten sie zu den besten, die wir je ausgebildet haben! Mittlerweile sind sie berufstätig.

Warum erzähle ich euch das? Vielleicht waren die beiden eine Ausnahmeerscheinung, aber wenn wir ihnen keine Chance gegeben hätten...

Piste im Norden Afghanistans

Wovor haben wir wirklich Angst? Wir hier in Österreich leben in einem historisch beispiellosen Luxus - Frieden, Klima, Wasser, Essen, Wohnen, Kleidung, Gesundheitssystem, Pensionsvorsorge...
Es klingt natürlich beängstigend, das ist klar, wenn allein heute in Wien zehntausende fremde und teils traumatisierte Menschen aus Kriegsgebieten erwartet werden, und die Situation in den Erstaufnahmestätten und Ortschaften ist sicher schlimm. Mir ist auch klar, dass nicht nur "gute" und arme und dankbare Flüchtlinge kommen. Und sie sind wahrscheinlich ungebildet, ungepflegt und werfen den Müll aus den Fenstern... ärgerlich... Oder aber sie sind präpotent und wissen genau, was sie fordern und erwarten können... anyway... es ändert nichts daran:

Wir sind alle Menschen und leben auf ein und derselben Erde!

oder? Und es gibt viele Möglichkeiten zu helfen! Tun wir es!




ob hier wer wohnt? 

Guest-House

einkaufen

Rinder auf der kargen Weide









































































Die Bilder stammen alle aus einem Tal ganz im Norden von Afghanistan, wo der Liebste im Sommer 2011 einen Forschungsaufenthalt machte. Die Versorgungslage ist dort nicht schlecht und die Bevölkerung kann von Ackerbau und Viehzucht leben. Das Gebiet ist nach Norden zum Nachbarland Tajikistan orientiert und es gibt derzeit keinen religiösen Fanatismus (und auch keine Burka für Frauen) wie in anderen Teilen Afghanistans. Die beidem genannten Lehrlinge stammen nicht von dort.








Kommentare:

  1. Das ist so ermutigend zu hören, dass ihr so praktisch helft. Ich hab auch das Bedürfnis, zu helfen - werde mich als Deutschlehrerin anbieten.

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  2. Danke für deine Geschichte, liebe Friederike. Schön und gut, so etwas zu hören.
    Liebe Grüße!

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  3. Was für eine tolle Geschichte.
    Wie gut, dass die beiden jungen Männer eine Chance bekommen haben.
    Dir eine gute Zeit
    Judika

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  4. Danke für dieses Posting, liebe Friederike. Ich habe mir erlaubt, es auf unserer Facebook-Seite zu teilen. Ich hoffe, das ist dir recht!
    https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1686113828287564&id=1679382608960686

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  5. Danke für diesen Bericht! Es sollte viel mehr solche Geschichten weitergegeben werden, das Verständnis für die Flüchtlinge verbessert sich und manches ist wie ein Wunder. Wir in Europa sind herausgefordert Lösungen zu finden und wir dürfen nie vergessen, dass vie Leid in früheren Zeiten gerade von Europa ausgegangen ist (Kolonialisierung, Raub von Bodenschätzen, Ausbeutung von Menschen in der "Dritten Welt") und unser "Wohlstand" auf dem Rücken Vieler "Fremder" zustande gekommen ist! Wir Europäer sollte aus Kräften alles tun, um Frieden zu schaffen und Menschen zu helfen ein besseres Leben zu haben...
    Liebe Grüße
    Elisabeth

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    1. ja genau, du bringst es auf den Punkt, danke für den Kommentar!
      lg

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