Dienstag, 25. Mai 2021

Marinierte Erdbeeren zum Spargelrisotto


Blog-Event CLXXV - Erdbeerliebe (Einsendeschluss 15. Juni 2021)

 

Erdbeer Liebe (Blogevent bei Zorra und Johanna)... die kann ich nachvollziehen!

Tatsächlich mag ich Erdbeeren so gern, dass ich sogar hochschwanger - vor ziemlich genau 29 Jahren - zu Beginn der Saison ein Erdbeerfeld zum Erdbeerpflücken besuchen musste. Dabei habe ich es mit dem exzessiven Erdbeeren-essen wohl übertrieben. Sie schmeckten herrlich und mir ging es auch gut dabei, nur offenbar gustierte der Zwerg in meinem Bauch die vielen Erdbeeren nicht. Denn schon vor dem Morgengrauen kündigte er sein Kommen an und wollte schnell ans Tageslicht. Der Junior hat übrigens bis heute nur ein einziges Mal eine Erdbeere gekostet, als er ein Kleinkind war - und hat sie mit Verachtung sofort wieder ausgespuckt, nichts zu machen ;-) 

Ich hingegen würde sie in der Erdbeerzeit, wenn sie aus heimischem Anbau kommen, am liebsten täglich essen und pur - daher gibt es auf dem Blog auch kaum Erdbeer-Rezepte. 


Eine Ausnahme ist zum Beispiel dieser Shrub, also sozusagen ein "Erdbeeressig", er ist nach mittlerweile 5 Jahren zu einem feinen Balsamico geworden und kann auch verwendet werden wie ein "richtiger" Balsamico aus Trauben. 



Der Shrub bzw. Erdbeer-Balsamico passt total gut zu den marinierten Erdbeeren, die das heutige Spargelrisotto aufpeppen. Erdbeeren und Spargel sind sowieso ein ideales Paar und Frau Erdbeere kann auch gut mit Herrn Pfeffer! 





Spargel-Erdbeer-Risotto mit marinierten Erdbeeren

(für 2 Pers. als Hauptspeise)

Risotto:
1 halbe Stange Lauch, klein geschnitten
etwas Öl
200 g Risotto-Reis
1 Glas Weißwein
ca. 500 ml (Gemüse-) Suppe und/oder Spargelsud
1/2 Bund Spargel weiß (ich) oder grün
Salz, Pfeffer
1-2 EL geriebener Parmesan bzw. etwas mehr zum Servieren

marinierte Erdbeeren:
2 Hände voll Erdbeeren
1-2 EL Balsamico (ich: Erdbeer-Balsamico, siehe oben)
ein wenig gutes Olivenöl
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 Prise Salz


Zubereitung:
Mit den Erdbeeren mind. 1 Stunde vor dem Servieren beginnen, dass sie durchziehen können. Die Erdbeeren klein würfelig schneiden und mit allen Zutaten vorsichtig verrühren, Pfeffermenge nach Belieben. 

Die Suppe für das Risotto bzw. einen Spargelsud aus den Schalen vom weißen (bio!) Spargel kochen. Den Spargel in 1 cm Stücke schneiden.  
Wie gewohnt ein Risotto zubereiten: Lauch und Spargel in Öl anschwitzen, den Reis einrühren, würzen, mit Wein ablöschen und unter Rühren nach und nach mit heißer Suppe aufgießen. Sind Reis und Spargel bissfest gegart, dann den Parmesan einrühren und abschmecken. 



Erst unmittelbar vor dem Servieren wird ein Teil der marinierten Erdbeeren (ohne Flüssigkeit) vorsichtig unter das Risotto gehoben und gemeinsam mit weiteren Erdbeeren serviert. Das Risotto mit ein wenig, nicht zu viel, Parmesan bestreuen und genießen!


Sehr frisch und fruchtig! Empfehlung, probiert es aus! 
Wer mag Erdbeeren noch so gern wie ich?





Donnerstag, 20. Mai 2021

Tag der Biene


Biene auf Sommerflieder 😍
(Bild vom Vorjahr)

Die gute Nachricht zum heutigen Welt-Bienentag: die Honigbiene ist, zumindest bei uns, nicht vom Aussterben bedroht!

Die schlechten Nachrichten weltweit überwiegen leider. 
Von Alfred Einstein stammt der Ausspruch: "Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben". Wer bestäubt dann zum Beispiel Pflanzen, wenn die tierischen Bestäuber aussterben? Wird die "China-Methode" die einzige Möglichkeit sein? Dort schwärmen bereits jetzt billige Arbeitskräfte mit Pollen im Gepäck in die Obstplantagen aus, klettern auf die Obstbäume und bestäuben die einzelnen Blüten händisch. In manchen Regionen in China sind Insekten und Vögel ausgerottet. Unglaublich, oder?

Bei uns gelten die Hälfte der rund 600 Wildbienen-Arten als gefährdet, weil ihnen der notwendige gesunde Lebensraum zunehmend fehlt, das ökologische Gleichgewicht wankt... Man kann sie unterstützen durch Insektenhotels und das Anpflanzen von natürlichen Blumenwiesen, da ist jede*r einzelne von uns gefragt. Mir scheinen diese Maßnahmen wie der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, aber besser als nichts zu tun. Denn das große Problem ist zu einem großen Teil die industrielle Landwirtschaft mit ihren diversen Umweltgiften und die allgemeine Flächenversiegelung unserer Erde. Es ist zum Verzweifeln 😥, aber Biene & Co brauchen unsere Unterstützung, Infos und Initiativen sind zahlreich im www zu finden! 

Zumindest macht der Welt-Bienentag auf diese Problematik aufmerksam, das ist ein erster Schritt. 




Honigcreme mit Honighippen

(Dessert für ca. 4 Personen)

Creme:

80 g weiße Schokolade
20 g Butter
1 Eidotter
1-2 EL Honig
125 g Mascarpone
150 g Schlagobers /Sahne

Hippen:

30 g Mehl
20 g Staubzucker
40 g Butter, geschmolzen
1-2 EL Honig

Zubereitung - mind. 2 - 3 Stunden vor dem Servieren: 

Für die Creme...

  • wird Schlagobers steif geschlagen, 
  • Schokolade und Butter gemeinsam über Dampf geschmolzen, und
  • Eidotter mit Honig über Dampf schaumig geschlagen.
  • Die Ei-Honigmischung mit der Schokolade verrühren und den Mascarpone einrühren, dass eine glatte Creme entsteht. Abschmecken und event. mehr Honig verwenden. 
  • Zum Schluss das Obers unterheben und die Creme in Gläser füllen. Kaltstellen. 

Für die Hippen...

  • werden alle Zutaten glatt verrührt und 1 Stunde kalt gestellt. Die Masse wird dadurch hart. 
  • In der Zwischenzeit das Backrohr auf 180°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier vorbereiten.
  • Aus der kompakten Hippenmasse werden etwa 15 kleine Kugerl geformt und mit Abstand zueinander auf das Blech gesetzt. Sie laufen beim Backen dann total auseinander. 
  • Etwa 7 - 8 Minuten backen, nicht zu dunkel. Herausnehmen und kurz auskühlen bzw. hart werden lassen, später in Stücke brechen. 




Die Creme mit den Hippen und beliebigen Früchten anrichten. Zum Schluss noch ein wenig Honig drüber träufeln. 


Eine süße Sache und ohne Bienenhonig wär´s nur das halbe Vergnügen!



Sonntag, 16. Mai 2021

die "kalte Sophie" und ein schön saftiger Rotweinkuchen

 

Die "Eisheiligen" ließen grüßen - heuer war auf sie Verlass 😉 zum Glück, denn der viele Regen der letzten Tage war auch dringend nötig! Fast konnte man das Aufatmen der Natur "hören", oder?

Die kalt‘ Sophie, die bringt zum Schluss, ganz gern noch einen Regenguss.

Laut heimischen Bauernregeln soll nach dem Tag der "kalten Sophie", also Mitte Mai die Chance auf stabiles Wetter steigen und keine Nachtfröste mehr auftreten (Nachlese)... 



Regenpausen haben wir für die Waldarbeit genutzt, haben wieder einige Bäumchen gesetzt und mit Schutzhüllen vor Wildschäden geschützt. 

Im Vordergrund blüht das Gefleckte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) sehr üppig. Ich sammle und trockne schöne Blätter und Blüten sehr gern für eine Frühlingstee-Mischung. Lungenkraut ist gesund, stärkt die Atemwege und wirkt schleimlösend. 




Unseren geplanten "richtigen" Urlaub (klick) am Traunsee mussten wir leider noch einmal verschieben. Statt dessen konnten wir uns ins Waldviertel zurückziehen und die teils kalten und nassen Tage auch genießen. 

An solchen Tage passt ein molliger Schokokuchen sehr gut! Mit Rotwein!

Rotweinkuchen ist oft eine trockene Sache, aber diesen hier von Sarah Wiener finden wir richtig gut!! Sie hat während der Lockdowns ein Video davon aufgenommen und zeigte es auf FB. Das Rezept dürfte auch in einem ihrer Kochbücher stehen, aber sie sagte, es wäre vergriffen...

(Werbung ist hier immer unverlangt und unentgeltlich bzw. alles selbst bezahlt!)



Rotweinkuchen nach Sarah Wiener

(für 1 große Rehrückenform, meine ist von Riess Emaille und 31 cm lang)

125 g Zartbitterschokolade 70%
4 Eier (M)
1 Prise Salz
250 g weiche Butter
240 g Zucker (orig. 250 g)
250 g Dinkelmehl
1,5 EL ungesüßten Kakao
1 P. Backpulver
optional etwas Zimt und Kardamompulver
110 ml kräftigen Rotwein bzw. etwas mehr nach Bedarf

Butter und Brösel für die Form
optional Mandelblättchen

Backen: 175°C, ca. 1 Stunde

Zubereitung:

  • Das Backrohr vorheizen, die Backform befetten und mit Bröseln ausstreuen. Wer will kann auch Mandelblättchen auf den Boden der Form geben. 
  • Die Schokolade über einem Wasserbad unter Rühren schmelzen und ein bisschen auskühlen lassen.
  • Die Eier trennen, aus Eiklar und der Prise Salz Schnee schlagen und dabei die Hälfte des Zuckers einrieseln lassen.
  • Butter mit restlichem Zucker schaumig schlagen, dann die Eidotter nach und nach beifügen,
  • die Schokolade einrühren.
  • Die trockenen Zutaten (Mehl, Backpulver, Kakao, Gewürze) vermischen und durch ein Sieb auf die Masse sieben,
  • den Eischnee und den Rotwein unterheben.
  • Den Kuchen etwa 1 Stunde backen, dann die Stäbchenprobe machen und herausnehmen. 
  • Auskühlen lassen und leicht anzuckern. 



Manchmal, aber seltsamerweise nicht immer, passiert es mir, dass diese Masse beim Backen übergeht, weil die Teigmenge sehr reichlich ist. Ausweg: die Rehrückenform nicht zu voll füllen und eine 2. kleine Form daneben ins Rohr schieben. Und/oder zur Sicherheit Backpapier auf den Rost unterlegen. 




Wie gesagt, ein supersaftiger schokoladiger Kuchen und mit einem gehaltvollen, kräftigen Rotwein noch besser! Empfehlung! 



Eine schöne warme Frühlingswoche wünsche ich euch! Aber Rotweinkuchen kann man immer essen, oder?



Sonntag, 9. Mai 2021

Zitronentarte-Rezepte kann man nie genug haben

 

Bei uns auf dem Balkon blüht und duftet der Zitronenbaum, dass es eine Freude ist!




Leider haben die Blüten und Blätter und auch die einzige, grüne Zitrone beim Sturm von neulich stark gelitten. Aber wir genießen den Baum ja wegen seines Duftes und seiner mediterranen Ausstrahlung 😍 


Eine köstliche Zitronentarte gab es zum Muttertag, die ich mir mangels Backfreude des erwachsenen Juniors wie immer selbst gebacken habe...


Das Rezept für die Zitronentarte stammt aus dem sympathischen Kochbuch der Südtirolerin Tina Marcelli. Sie ist Haubenköchin im Pflerschtal - das ist ein (mir noch unbekanntes) Tal nicht weit vom Brenner. Sehr idyllisch soll es dort sein. Susi Turbohausfrau hat hier übrigens eine Rezension des schönen Genussbuches geschrieben. 

(Werbung not sponsered!)

Bei dieser Tarte sind mir sofort die Haferflocken für den Teig aufgefallen, das wollte ich ausprobieren und es hat auch sehr gut geschmeckt! Der Teig ist gelingsicher und sehr vielseitig verwendbar, aber die Mengenangaben im Buch sind über-reichlich für eine Tarte mit den angegebenen 20 cm Durchmesser. 

Unten habe ich daher für euch die originalen Mengenangaben für den Teig angeführt und die reduzierten Mengen ausgerechnet. Wer will, kann auch den Zuckeranteil radikal verringern, minus 25 % sind ok. 

Die Zitronenfülle fand ich auch interessant. Sie erinnert mich ein bisschen an das englische Dessert "Lemon Posset", das aber ohne Stärkemehl auskommt, Ilse hat es kürzlich hier gezeigt. Für meine Zitronentarte wird die geronnene Milch-Zitronensaft Mischung zusätzlich mit Stärkemehl aufgekocht und dickt sehr gut ein. Hier stimmen die Mengenangaben für eine Tarte mit der angegebenen Größe!  



Zitronentarte (frei) nach Tina Marcelli

für 1 Form mit ca. 20 cm

Mürbteig:
Ich habe 2/3 der Originalmenge verwendet und den Rest eingefroren. 









Zitronencreme:

600 ml Milch
4 Eidotter
100 g Zucker
70 g Stärkemehl
160 ml Zitronensaft (von ca. 3 Zitronen)
Zitronenabrieb
1 Prise Salz

Es bleiben 4 Eiklar übrig, zB. für einen Schokoschneekuchen

Zubereitung:

  • Die Haferflocken (oder statt dessen Mandeln oder Haselnüsse) für den Teig trocken rösten und fein mahlen. Aus allen Zutaten einen glatten Mürbteig kneten und zugedeckt 40 Minuten kühl rasten lassen, danach nochmals durchkneten. 
  • Eine Backform befetten. 
  • Zwei Drittel des Teiges auf einer bemehlten Fläche für Boden und Rand ausrollen und in die Form basteln. Alternativ (so wie ich) den Teig auf einem Backpapier ohne Mehl ausrollen und mit dem Papier in die Form drücken. Den überstehenden Rand abschneiden.
  • Für die Zitronencreme werden alle Zutaten in einem Topf klumpenfrei vermischt und unter ständigem Rühren (!!) zum Kochen gebracht. Die geronnene Flüssigkeit (Milch + Zitronensaft) dickt ein und wird eine schöne glatte Creme. Den Topf sofort vom Herd nehmen und weiter rühren. Kurz zugedeckt ruhen lassen. 
  • Die Creme auf den Tarteboden leeren und verstreichen. 
  • Das Backrohr auf 180°C vorheizen.
  • Ein Drittel des Teiges auf bemehlter Fläche ausrollen. Lange Streifen schneiden oder Formen ausstechen und dekorativ auf die Creme legen.
    Aus Teigresten Keks backen. 
  • Die Tarte im Rohr rund 40 Minuten backen. 
  • Gut auskühlen und nach Möglichkeit über Nacht kühl rasten lassen, die Tarte schmeckt dann noch besser!


ab in den Ofen!


Diese zitronige Torte ist ein Gedicht, Mürbteig und Zitronencreme sehr harmonisch und köstlich! Empfehlung!



weitere Zitronenkuchen am Blog:

Zitronentarte

Lemon Bars


Happy Muttertag allen Müttern! Bekommt IHR vielleicht die Torte vom Nachwuchs gebacken?




Freitag, 23. April 2021

Engadiner Nusstorte für die kulinarische Weltreise

 

Diese Bergwiese im Engadin ist mein Lieblingsbild aus der Schweiz und ich zeige sie euch zum wiederholten Mal 😍  (auch weil es keine neuen Fotos gibt, seufz). Ich habe die große Wiese mit den Frühlingsblumen und den Schneeresten auf den Bergen im Juni 2018 aufgenommen (klick). Für mich ist sie der Inbegriff von Bergfrühling und schöner Landschaft im ältesten Nationalpark der Schweiz. 



Und weil es dort gar so schön ist, freue ich mich sehr, dass ich wenigstens virtuell (mit Volker mampft) in die Schweiz fahren kann! 


Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in der Schweiz - die besten Rezepte und Gerichte 


Vor zwei Jahren war ich zuletzt im Engadin, habe hier Bilder davon gezeigt und auch köstliche Nusskaramellhäppchen gebacken, also in etwa eine Engadiner Nusstorte in Miniformat. 

Für die kulinarische Weltreise gibt es heute die berühmte Torte aus Graubünden im "Normalformat", aber nicht schweizerisch original, sondern nach einem österreichischen Rezept. Es stammt von Evelin Wild - einer bekannten Patissière und Konditorweltmeisterin aus der Steiermark. 




Engadiner Nusstorte nach Evelin Wild

(die halbe Menge ihres Originalrezeptes für 1 kl. Torte mit 18 cm)

Mürbteig (ein klassischer 1-2-3 Teig):
60 g Zucker (orig. 75 g)
112 g Butter
225 g Mehl
1 Ei

Fülle:
38 g Milch und
62 g Schlagobers / flüssige Sahne    (Summe 100 g)
150 g Kristallzucker 
100 g Marzipanrohmasse, klein würfelig geschnitten 
150 g Walnüsse, grob gehackt

1 Ei zum Bestreichen

Zubereitung:

Aus allen Teigzutaten einen geschmeidigen Mürbteig kneten. Wenn nötig, kann man ganz wenig !! kaltes Wasser dazu geben, wenn er zu trocken sein sollte. Den Teig eine halbe Stunde kühl rasten lassen. Die Teigkugel ungleich halbieren - die etwas größere Hälfte dann für den Boden und Rand, die kleinere Hälfte für den Deckel ausrollen und zuschneiden (auf bemehlter Fläche). Aus Teigresten können Keks ausgestochen werden. 

Für die Fülle wird Milch + Obers erwärmt. Den Kristallzucker in einem Topf bei nicht zu großer Hitze langsam schmelzen. Ich gebe dabei gern 10% Wasser dazu, also 15 g Wasser bei 150 g Zucker. 

Wenn das Karamell schön hellbraun ist, wird ebenso langsam die Milch-Obers-Mischung eingerührt, dann die Marzipanwürferl (siehe Foto oben). Die Hitze zurückschalten und ständig rühren. Wenn das Marzipan aufgelöst ist, kommen die gehackten Walnüsse dazu. Vom Herd nehmen, nur mehr kurz rühren und die Masse ein wenig überkühlen lassen.

Das Backrohr auf 175°C vorheizen. Eine befettete Ofenform oder einen Tortenring (auf einem Backblech + Papier) mit dem Teigboden + Rand auslegen. Die Fülle darin verteilen und die Ränder nach innen einschlagen. Ich habe den Tortenring dann entfernt, die Torte ist stabil genug und der Ring diente mir nur zur Formgebung. 

Den Teigdeckel schön darüber legen, andrücken und einige Male "stupfen", d.h. mit einem Holz- oder Metallstäbchen mehrmals einstechen, dass der Dampf beim Backen entweichen kann. Wer will, kann die Oberfläche mit Teigresten verzieren oder mit einer Gabel ein Muster einritzen etc. Mit einem verschlagenen Ei bestreichen. 

Die Torte im Rohr etwa ein halbe Stunde backen. Dann auskühlen lassen und ein bisschen anzuckern. 






Fazit:
Eine sehr köstliche, aber auch recht süße und mächtige Torte, daher war die halbe Menge für eine kleine Torte für uns mehr als ausreichend. Die Torte ist idealerweise längere Zeit haltbar und schmeckt auch nach Tagen bestens. Das Marzipan im Nusskaramell passt ganz hervorragend dazu, dominiert aber nicht. 

Tipp: 
Von der Marzipanrohmasse benötigt man meist nur kleinere Mengen. Reste lassen sich würfelig geschnitten und abgewogen gut einfrieren und sind im Nu aufgetaut. 



Genauso wie die Engadiner Torte lege ich euch auch diese kleinen Häppchen ans Herz! 



lange Linkliste zur kulinarischen Weltreise in die Schweiz:


Cornelia von SilverTravellers mit Zürcher Geschnetzeltes – ohne Fix schnell auf den Tisch 

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Tösstaler Sunntigsbroote mit prötlete Härdöpfel 

Britta von Brittas Kochbuch mit Schweizer Rösti 

Barbara von Barbaras Spielwiese mit Rüeblicake (Schweizer Karotten-Mandel-Kastenkuchen) 

Wilma von Pane-Bistecca mit Soledurner Wysuppe 

Britta von Brittas Kochbuch mit Aargauer Rüeblitorte 

Sonja von fluffig & hart mit Aargauer Rüeblitorte 

Dirk von low-n-slow mit Grillierte Forelle mit Mandelbutter 

Conny von food for the soul mit Pane Ticinese - das Tessiner Brot 

Wilma von Pane-Bistecca mit Salzige Zigerchrapfen 

Tina von Küchenmomente mit Roggenbrot Walliser Art 

Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Schweizer Butterweggli 

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit St. Galler Käsekugeln auf Löwenzahn-Rucola-Salat

Britta von Backmaedchen 1967 mit Schweizer Apfel-Wähe mit Joghurtguss 

Wilma von Pane-Bistecca mit Gemuese Suelzli 

poupou von poupous geheimes laboratorium mit Zuger Kirschtorte 

Susanne von magentratzerl mit Ghackets mit Baumnüssen und Kartoffelstock 

Tina von Küchenmomente mit Rhabarber-Quark-Wähe 

Britta von Brittas Kochbuch mit Älplermagronen 

Wilma von Pane-Bistecca mit Schweizer Ruchbrot 

Volker von Volkermampft mit Bürli - leckere Frühstücksbrötchen aus der Schweiz 

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit la torta da üdrion - Tessiner Heidelbeertarte 

Wilma von Pane-Bistecca mit Chuegeli Pastetli 

Britta von Brittas Kochbuch mit Minestrone ticinese 

Britta von Brittas Kochbuch mit Zürcher Geschnetzeltes 

Simone von zimtkringel mit Zibelechueche und Zibelemärit 

Edyta von mein-dolcevita mit Badener Chräbeli 

Tom & Kathi von Mehr Genuss mit Trinser Birnenravioli 

Wilma von Pane-Bistecca mit St. Galler Handbuerli 

Wilma von Pane-Bistecca mit Birewegge - so typisch Schweizerisch 

Gabi von slowcooker.de mit Lauwarmer Quark-Rhabarberauflauf 

Sonja von fluffig & hart mit Churer Birnenpizokels 

Britta von Brittas Kochbuch mit Solothurner Brot 

Wilma von Pane-Bistecca mit Schpaeck und Bohne 

Michael von SalzigSüssLecker mit Schweizer Nusskipferli 

Susanne von magentratzerl mit Bündner Gerstensuppe 

Susi von Turbohausfrau mit Waadtländer Flammkuchen 

Sylvia von Brotwein mit Käsewähe - Rezept für Schweizer Käse Tarte 

Wilma von Pane-Bistecca mit Meitschibei 

Anja von GoOnTravel mit Basler Brunsli – Leckere Plätzchen aus der Schweiz 

Gabi von slowcooker.de mit Gruyere-Risotto mit Schmortomaten 

Friederike von Fliederbaum mit Engadiner Nusstorte (nach Evelin Wild)


was für eine tolle Sammlung!!



Dienstag, 20. April 2021

die toskanische Torta di Riso e Ricotta



Der Winter 2012/13 war ziemlich kalt und schneereich und zog sich gefühlt endlos lang dahin, fast so wie im heurigen Jahr. Man sprach von Rekordwinter. Mit der Hoffnung auf Sonne und Wärme fuhren wir damals in der Osterzeit nach Italien. Aber die Kälte verfolgte uns und sogar in der südlichen Toskana war es noch ungemütlich kalt. Der Frühling hatte sich auch hier Zeit gelassen, denn es blühten Anfang April erst die ersten Bäume und die gelben Forsythien, wie auf dem Foto oben.



Wir waren in der Region Siena - Pienza unterwegs und kamen auch in das entzückende Monticchiello. Der Ort sieht aus, wie man sich ein typisches toskanisches Dorf vorstellt. Es hat sich sein mittelalterliches Erscheinungsbild und die Stadtmauer bis heute bewahrt. 




Eine nette Freiluft-Bilder-Ausstellung auf der großen Wiese neben der Kirche.  



Oben ein öffentlicher überdachter Brunnen und früherer Waschplatz. 
Ein eisiger Wind pfiff über die toskanischen Hügel...



...wir mussten uns aufwärmen und fanden ein sehr gemütliches und drinnen schön warmes Lokal gleich hinter dem Tor der alten Stadtmauer. 

Leider habe ich damals kaum Fotos vom Essen gemacht... das ist sehr schade, denn es kam gerade eine frisch gebackene Torta di Riso e Ricotta aus der Küche. Sie schmeckte so fantastisch, dass sie mir in Erinnerung blieb, denn ich merke mir gutes Essen jahrelang 😋


Ich habe mir das Rezept für eine Torta bzw. Crostata mit Reis-Ricottafülle später aus dem www zusammengesucht. Es ist die feinere Variante eines Reisauflaufs mit einem Mürbteigboden. 




Torta di Riso e Ricotta
(für 1 runde Form mit ca. 28 cm)

Mürbteig (ein klassischer 1-2-3-Teig):
30 g Zucker
90 g kalte Butter
180 g Mehl
1 Ei
1 Prise Salz
ein wenig Zitronenabrieb

Fülle:
300 ml Milch 
1 Prise Salz
110 g Rundkornreis
1 Zimtstange
---
50 g weiche Butter
70 g Zucker
Vanille
3 Eier (M)
1 Prise Salz
250 g Ricotta
1 - 2 bio Zitronen, Schale und Saft

Zubereitung:
  • Aus allen Teigzutaten rasch einen geschmeidigen Mürbteig kneten und eine gute halbe Stunde kühl rasten lassen. 
  • Eine Ofenform befetten und den Teig ausgerollt mit Rand in die Form basteln.
  • Den Reis kochen und er soll dabei die Flüssigkeit vollkommen aufnehmen. Auskühlen lassen und die Zimtstange entfernen.
  • Das Backrohr auf 175°C vorheizen. 
  • Für die Fülle die Eier trennen, mit Eiklar und der Prise Salz Schnee schlagen und dabei die Hälfte des Zuckers einrieseln lassen. Beiseite stellen.
  • Butter mit dem restlichen Zucker schaumig schlagen, die Eidotter einzeln beifügen, dann Ricotta, und die Aromen einrühren. 
  • Den Reis und den Eischnee sanft unterheben und gut zitronig abschmecken. 
  • Die Masse auf den Teigboden leeren und verstreichen. 
  • Die Tarte im Rohr etwa 45 Minuten backen. Sie soll nicht allzu sehr bräunen, daher zur Halbzeit mit Alufolie zudecken. 
  • Auskühlen lassen und anzuckern. 


Sehr fein!




in der südlichen Toskana...



Pienza



so schön, oder? Wir sind in früheren Jahren immer in der Osterzeit und manchmal sogar im Spätwinter (in den Februar-Ferien) in den Süden gefahren 😭




Freitag, 9. April 2021

Einbröckeln, eine saure Rahmsuppe und der Traunsee

Vorfreude


Ostern und die Fastenzeit sind vorbei, aber die früher typische heimische Fastensuppe passt besonders jetzt im Frühling immer! 

Von der guten alten Stosuppe ist die Rede bzw. Rahmsuppe oder saure Suppe... 

Das Wort sto kommt vom mittelhochdeutschen stouwen und bedeutet in etwa stocken, also eine gestockte Suppe. Jede Familie oder jede Region hat ihr Rezept und ihre Bezeichnung für diese Suppe, die es früher in kargen Zeiten täglich gab. Milch bzw. Sauermilch war auf den Bauernhöfen immer vorhanden, Erdäpfel und Brot auch. Heute gibt es die Stosuppe nur mehr selten, was sie aber nicht verdient hat! 

Sie besteht aus Milch oder Wasser und einem säuerlichen Milchprodukt, wie Sauerrahm, Sauer- oder Buttermilch. Gewürzt wird puristisch mit Kümmel, Salz und Pfeffer. Dazu kann man (mit-) gekochte Kartoffeln oder einen Erdäpfelschmarrn essen, aber meist gibt es gutes Bauernbrot dazu bzw. werden oder wurden die Brotstücke eingebröckelt. *)



*) "Einbröckeln" finde ich ein schönes altes Wort und es war früher gebräuchlicher als jetzt, kommt mir vor. Auch das Einbröckeln selbst, also das Einbrocken bzw. Eintunken von Brotstücken in Suppe oder Milch kommt mehr und mehr ab. Vielleicht liegt es an der besseren Zahngesundheit heute 😁  

"Brot oder Weißgebäck in den Kaffee einzubröckeln ... verstößt gegen die guten Tischmanieren - auch wenn es auf Grund unzulänglicher Zähne geschieht • Man darf das Brot auch nicht in die Suppe einbröckeln . Sind Ihre Zähne wirklich so schlecht oder ist das Brot so hart, daß Sie das nötig haben?" So schrieb Gustav Chamrath in seinem Lexikon des guten Tones, 1953. 

Die feinere Art des Einbröckelns sind heute eben die Croutons...

Aber auch süß wird oder wurde gern eingebröckelt... Als Kind war ich oft bei den Großeltern und liebte es sehr, gemeinsam mit meiner Omama zur Nachmittagsjause einen (koffeinfreien) Milchkaffee und eine Semmel darin eingebröckelt zu genießen. In Frankreich ist das Tunken von Croissants in die morgendliche Schale Café au lait gesellschaftsfähig (?) und kein Klischee, wie ich zuletzt im Osterurlaub vor 4 Jahren mit Vergnügen gesehen habe! 


Zurück zur Stosuppe - ich habe ein feines Rezept vom Haubenkoch Lukas Nagl aus seinem schönen Salzkammergut-Kochbuch verwendet. Katharina Seiser hat auch mitgeschrieben, was immer für Qualität bürgt! 
(Werbung not sponsered)



Saure Rahmsuppe vulgo Stosuppe

nach Lukas Nagl 

1 mittlerer Erdapfel / Kartoffel 
1 EL Kümmel ganz
300 ml Milch oder Wasser (ich) und
200 ml Sauermilch oder Buttermilch -- in Summe 500 ml Flüssigkeit, das Verhältnis ist variierbar
250 ml Sauerrahm
2 EL Mehl
Salz
schwarzer Pfeffer
optional ein wenig Majoran
optional 1 Spritzer Weißweinessig

Schnittlauch zum Bestreuen
Röstbrot

Zubereitung:


  • Den (rohen) Erdapfel schälen und klein würfelig schneiden, beiseite stellen.
  • Den Kümmel in kochendem Wasser etwa 2-3 Minuten blanchieren, dann kurz abspülen und abseihen, beiseite stellen.
  • Sauerrahm mit Mehl klumpenfrei zu einem "Gmachtl" verrühren, siehe Foto oben. Eventuell ein wenig Wasser dazugeben, wenn es zu dick ist, beiseite stellen.
  • In einem Topf wird nun die Milch bzw. Wasser und die Sauermilch leicht erwärmt und gleich das "Gmachtl" eingerührt, dann erst zum Kochen bringen. 
  • Die Kartoffeln dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und die Suppe köcheln lassen, bis die Erdäpfel weich sind. 
  • Zum Schluss den Kümmel beifügen und abschmecken nach Belieben. Ich finde, die Suppe ist säuerlich genug und braucht keinen Essig, auch habe ich den Majoran weg gelassen. 
  • Das Brot rösten bzw. wer will mit Knoblauch verfeinern und die Suppe mit Schnittlauch bestreut anrichten.
 

Eine gut säuerliche und sehr köstliche Suppe, für mich irgendwie der Inbegriff von Frühling. Bestreuen kann man die Suppe mit beliebigen Wildkräutern! Empfehlung, die Suppe wird es bei uns jetzt öfter geben! 

Das Blanchieren des Kümmels macht ihn übrigens schön fein im Geschmack und weniger vorherrschend - eine gute Idee von Lukas Nagl vom Traunsee! 



Gmunden und Schloss Orth am Traunsee, Juni 2018



Ich hoffe so sehr, im Mai unseren Frühlingsurlaub am Traunsee im Salzkammergut antreten zu dürfen (erst hatten wir für Mitte April gebucht, dann auf Mai verschoben). Der Tourismus liegt ja seit Monaten am Boden und darf bis auf weiteres nicht öffnen... Habt ihr auch so Fernweh bzw. Urlaubssehnsucht wie ich? Eine dumme Frage, oder 😟

Sagt mir lieber, ob ihr eine solche Stosuppe auch gern esst...