Donnerstag, 26. Oktober 2023

die "drei Schwestern" und ein Herbstsalat

 

Bild gesehen bei etsy

Mit den "drei Schwestern" meine ich heute jedoch Mais, Bohne und Kürbis. Die drei werden von vielen indigenen Völkern in Nordamerika seit jeher gemeinsam angepflanzt. Man liest oft von Maya oder Azteken Anbaumethode, aber diese ist von Mexiko bis hinauf zur kanadischen Grenze bekannt, sagt mein interessantes und wunderschönes Buch, das ich letztlich verschlungen habe (Lesetipp, siehe ganz unten). 

Mich fasziniert diese Pflanzmethode der drei Gemüsesorten sehr, bei der im Frühling Samen von Mais, Bohnen und Kürbis in ein einziges Pflanzloch oder zumindest nah beieinander in den Boden gelegt werden. Als erstes keimt der Mais und wächst dem Licht entgegen. Dann kommt die Bohnenpflanze aus der Erde und rankt sich um die Mais-Stütze hinauf. Der letzte ist der Kürbis, der am Boden rundherum wächst und die Erde im Sommer auch feucht und unkrautfrei hält als sozusagen lebender Mulch. 

Alle drei profitieren von den jeweils anderen beiden und ergänzen einander, auch was die Pflanzennährstoffe (Stickstoff, Phosphor etc.) und den Wurzelraum (flach, tief) in der Wachstumsphase angeht. Sie reifen ungefähr zur gleichen Zeit bzw. können nach und nach geerntet werden. Und sie passen auch in der Küche perfekt zueinander als ausgewogene Lieferanten von Proteinen, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen. 


Ist das nicht eine geniale Symbiose? Habt ihr eine solche Mischkultur-Pflanzmethode schon ausprobiert, wer kennt sie? Wie sind eure Erfahrungen? Ich freue mich über eure Kommentare!


Ich bleibe dran und möchte das unbedingt nächstes Jahr im Garten testen, das Internet ist voll von Infos und Tipps. Bis dahin sammle ich "drei Schwestern" Rezepte, das erste ist der heutige herbstliche Salat, der gleich alle drei vereint. 



"drei Schwestern" Salat vegan

(für ca. 4 Pers. als Hauptspeise)

2 frische Maiskolben
150 g, 1 kl. Dose Cannellini-Bohnen
200 g Fisolen / grüne Bohnen
200 g Kürbis, zB. Butternuss, entkernt gewogen
etwas Pflanzenöl zum Braten
Salz, Pfeffer
1 gute Prise Kurkuma
1 kleine rote, milde Zwiebel
beliebiger grüner Salat
1-2 Tomaten
1 Hand voll Kürbiskerne zum Bestreuen
optional ein wenig Kürbiskernöl
Petersilie

Dressing:
2 TL milder Senf
1 Knoblauchzehe, gerieben
2 EL Balsamico
reichlich gutes Pflanzenöl
Salz
schwarzer Pfeffer und Cayennepfeffer

Zubereitung:

  • Die Maiskolben im Ganzen in reichlich Salzwasser weich kochen und ein bisschen auskühlen lassen. Die Kolben dann aufrecht halten und die Maiskörner mit einem scharfen Messer herunter schneiden. 
  • Die gegarten Bohnen abspülen und abtropfen lassen.
  • Die Fisolen bzw. grünen Bohnen putzen, d.h. die Enden abschneiden und je nach Größe halbieren oder dritteln. In Salzwasser bissfest kochen, dann abschrecken und abtropfen lassen. 
  • Den Kürbis mit Schale in kleine Würfel schneiden und in einer Pfanne in etwas Öl weich braten. Mit Salz und Kurkuma würzen und mitsamt dem Bratöl für den Salat verwenden. 
  • Zwiebel und Tomaten schneiden.
  • Die Zutaten für das Dressing vermixen und mit den Salatzutaten vermischen, ein wenig durchziehen lassen. 
  • Den Salat mit Kürbiskernen und Petersil bestreuen. Wer will kann ihn auch mit dem dunklen Kürbiskernöl beträufeln, was aber optisch nicht mehr so gut aussieht... 


Herrlich!
Gutes Brot dazu und vielleicht auch ein wachsweiches Ei, was dann aber nicht mehr vegan ist. Je nach Belieben und Saison nimmt man mehr grünen Salat oder Rohkost für mehr Frische... 



wildes Gras, aber kein Süßgras

Lesetipp (unbezahlte Werbung): 

Robin Wall Kimmerer: Geflochtenes Süßgras, die Weisheit der Pflanzen. Aufbau-Verlag.

Das namensgebende Süßgras oder duftende Mariengras (Hierochloe odorata) ist wie Waldmeister cumarinhaltig. Es wird getrocknet, geflochten und spielt bei Ritualen von Indigenen oft eine wichtige Rolle. 

Die Autorin ist Biologin und Professorin an der Uni von Syracuse im Bundesstaat New York im Norden der USA und Indigene vom Stamm der Potawatomi. Für manche indigenen Völker war der nahe Onondaga Lake ein besonderer und heiliger Ort. Doch durch die Industrialisierung und Einleitung von sämtlichen ungeklärten und auch giftigen Abwässern gilt er heute als der am stärksten verschmutzte See der USA - nicht nur die Quecksilber-Gehalte sind "beeindruckend". Dieser tote See ist nur ein Beispiel im Buch für die Zerstörung der Natur, auch wenn hier offenbar ein Umdenken eingesetzt hat. 

Das Buch ist eine Essaysammlung, die das Leben der Autorin und die Geschichte ihres Volkes mit viel wissenschaftlichem und indigenem Pflanzenwissen verbindet. Es ist sehr schön und berührend zu lesen und ihre Liebe zu Pflanzen und zur Erde (Mutter Erde) spürt man in jeder Zeile. 

Wie die indigenem Völker ursprünglich im Einklang mit der Natur gelebt haben, beeindruckt mich sehr und ich habe in den letzten Jahren viel darüber gelesen. Sie sahen die Natur als belebt an und drückten das auch mit ihrer lebensbetonenden Sprache aus. Tiere und Pflanzen (auch Steine) galten bei ihnen nicht als Objekte oder Sache, sondern als nichtmenschliche Verwandte. Der Mensch steht nicht wie bei uns an der Spitze der Schöpfung und macht sie sich auch nicht "untertan". Mit einer solchen indigenen Philosophie muss doch der Umgang mit der Natur ein anderer sein, oder?

Bei den so genannten "Entdeckungen" und Annektionen der neuen Welt durch den weißen Mann sind tragischerweise nicht nur Menschen bzw. Völker, sondern auch total entgegengesetzte Weltanschauungen wortwörtlich aufeinander geprallt. 


auch das ist kein Süßgras... nur schöne Gräser in den Bergen in Oberösterreich


"Nimm nie mehr als die Hälfte von dem, was dir die Natur bereit hält".
"Ernte so, dass du möglichst wenig Schaden anrichtest."
"Danke für das, was dir geschenkt wurde."

Das sind einzelne Sätze aus dem Buch über die indigene "ehrenhafte Ernte". Sie klingen heutzutage angesichts der industriellen profitorientierten Landwirtschaft ja eher weltfremd, oder? Aber was wäre, wenn wir uns diese Prinzipien aneignen und erst einmal im Kleinen damit beginnen würden? Wenn wir alle eine Kultur der Dankbarkeit gegenüber der Natur leben würden... ich habe es mir mittlerweile angewöhnt, mich zu bedanken. Ihr auch?

Wäre es dann noch möglich, dass, wie zum Beispiel bei uns im kleinen Österreich, täglich eine Fläche von 10 Hektar Natur bzw. Ackerland vernichtet und verbaut wird? Damit sind wir traurigerweise Europameister und es ist keine politische Änderung in Sicht. 

Weltweiter Treibhausgas-Anstieg, Artensterben, Abholzung von Urwäldern, Bodenvergiftung und Versiegelung, industrieller Bergbau und radioaktiver Abfall, totes Wasser und vieles mehr, mensch könnte verzweifeln. Ein besonderer und gewaltsamer Irrsinn für Mensch und Natur in unserer Nähe ist in der Ukraine im Gange und hat im Nahen Osten begonnen. Ist die Menschheit ver-rückt geworden, wer oder was rückt sie / uns wieder gerade (soferne wir es überleben)? 

Die Autorin erklärt aber auch und gibt uns Mut, wie es weitergehen könnte...
Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch, ich habe es bereits mehrfach verschenkt und kann es wirklich empfehlen. Auch den Herbstsalat der "drei Schwestern". 

Kennt ihr das Buch?




Donnerstag, 19. Oktober 2023

Jamaika und Bananenbrot

 

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in Jamaika - die besten Rezepte und Gerichte




Jamaika in der Karibik steht im Oktober auf dem Reiseplan von Volkers "kulinarischer Weltreise". Wer denkt da nicht sofort an türkisblaues Meer und weiße Strände, Palmen im Wind, Sonne, Urlaub, Bob Marley...




Ich drehe also im herbstlichen Wien die passende Musik auf und backe beschwingt ein kleines süßes Bananenbrot mit Kokos und mit relativ viel Rum, das Rezept verträgt ihn... Es stammt von hier, ich habe die Mengenverhältnisse ungefähr übernommen, aber den Kuchen doch ein bisschen anders gemacht, zum Beispiel auch mit ein wenig Mango. Sie sollte aber schön reif und süß sein, so wie die Bananen.

Jamaika wird oft als Mango-Himmel bezeichnet, auch werden Bananen, Kaffee und Zuckerrohr angebaut - für den Export und nicht für die lokale Bevölkerung. Deren Lebensqualität wird als schlecht bezeichnet, Kriminalität und Korruption sind ein großes Problem. Jamaika gehört zwar zu den wohlhabenden Ländern in der Karibik, trotzdem lebt ein Fünftel der EinwohnerInnen unterhalb der Armutsgrenze. Die wichtigsten Devisenquellen sind der Tourismus und das Geld, das ausgewanderte JamaikanerInnen nach Hause überweisen... 

Ende der 1970er sang Bob Marley von "So much trouble in the world". Ärger und Probleme in der Welt haben nicht abgenommen seither... 






mein jamaikanisches Bananenbrot
für 1 kl. Kastenform, ca. 25 cm

2 kleine reife Bananen
1/2 reife Mango
1 bio Limette, Schalenabrieb und Saft
25 g weiche Butter
1 EL Joghurt
100 g brauner Zucker
1 TL selbstgemachter Vanillezucker
1 Ei (M)
1 Prise Salz
2 EL brauner, karibischer Rum, gerne mehr
190 g Mehl
30 g Stärkemehl
20 g Kokosflocken
1/2 P. Weinstein Backpulver

Guss:
2 EL Rum
Staubzucker
1 Hand voll Kokosflocken zum Bestreuen

  • Die Bananen und Mango schälen und das Fruchtfleisch mit Limettensaft pürieren Es wird ungefähr 250 g Fruchtpüree benötigt, Reste essen. 😋
  • Eine kleine Kastenform mit Backpapier auskleiden oder müllsparend befetten und bemehlen. Das Backrohr auf 180°C vorheizen.
  • Das Ei trennen, aus Eiklar und der Prise Salz Schnee schlagen und beiseite stellen.
  • Butter, Zucker, Eidotter, Joghurt und Limettenabrieb langsam schaumig schlagen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. 
  • Fruchpüree und Rum einrühren - wer will verwendet mehr braunen Rum. Die trockenen vermischten Zutaten Mehl, Kokos und Backpulver mit einem Löffel einmengen, zum Schluss den Eischnee unterheben. 
  • Die Masse in der Kastenform etwa 40 - 45 Minuten backen. Den Kuchen stürzen und weitgehend auskühlen lassen.
  • Für den Guss wird Rum mit so viel Staubzucker verrührt, bis eine dickliche Glasurmasse entsteht. Den Kuchen behübschen und mit ein wenig Kokos bestreuen. 

Schmeckt sehr gut und fruchtig, aber der Kuchen steht und fällt natürlich mit dem Reifegrad der Früchte! 🍌
 
Liebe Grüße aus Wien



Linkliste der #kulinarischen Weltreise

(wird ergänzt)

Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Jamaikanischer Rumkuchen Michael von SalzigSüssLecker mit Mexikanische Maissuppe mit Hühnchen Wilma von Pane-Bistecca mit Jamaikanisches Chili con Carne mit Kokosnussreis und gebratenen Bananen Simone von zimtkringel mit Jamaican Dark Stout Punch Regina von bistroglobal mit Jerkfish Britta von Brittas Kochbuch mit Jamaikanische Jerk Gewürzmischung Britta von Brittas Kochbuch mit Jerk Chicken Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Geschmorter Ochsenschwanz aus Jamaika




Sonntag, 15. Oktober 2023

komm Abendessen...


Blog-Event CCI - Abendbrot (Einsendeschluss 15. Oktober 2023)


Bei uns in Wien wird zum Abendessen oder Nachtmahl gerufen... mit oder ohne Brot. 😏

Britta möchte mit ihrem Blogevent bei Zorra das in ihrer (und meiner) Kindheit tägliche klassische Abend-BROT in Erinnerung rufen. 





Auch wenn wir heute oft ein warmes Abendessen genießen, so habe ich doch einige bewährte Brotaufstriche auf dem Blog:

Mandel-Lauch, Foto oben
Rote Rüben (Bete)
Geflügelleber
veganer "Leber"-Aufstrich
Mandel-Ofengemüse, vegan

Den Mandel-Lauch Aufstrich vom Foto kenne ich von einem Heurigen*), wo er zu dünn aufgeschnittenem kalten Putenbraten und Brot serviert wurde, was eine sehr feine Sache ist. 


In einem anderen Heurigenlokal essen wir sehr gerne Wildschweinschinken mit Krendip (Meerrettich) und Preiselbeeren. Gutes Bauernbrot (und ein Weinchen) dazu und jeder Abend ist gerettet! 
Mir persönlich gefällt dabei vor allem die Kombination herzhaft mit fruchtig und auch Chutneys mag ich gern, zum Beispiel zu Käse. Herr Fliederbaum ist nicht so begeistert davon, trotzdem gibt es bei mir oft ein selbst gekochtes Chutney. 

Das heutige Chutney hat den Vorteil, dass es mit Preiselbeeren aus dem Glas zubereitet wird, die die Süße bereits mitbringen. Leider hat meines nicht die schöne Preiselbeerfarbe behalten, aber das betrifft nur die Optik. 



Preiselbeerchutney

1 kl. Glas bio Wildpreiselbeeren, ca. 250 g
1 kleine rote Zwiebel, klein geschnitten
etwas Öl zum Anbraten
1/2 TL Honig, je nach Süße-Bedarf auch etwas mehr
1 Knoblauchzehe, zerdrückt oder gerieben
Salz
Pfeffer
Chili
1 EL Balsamico
1 Schluck Rotwein


Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel gemeinsam mit dem Honig sehr langsam glasig weich braten. Nicht Farbe nehmen lassen. Die restlichen Zutaten dazu geben, dabei die Preiselbeeren samt der Flüssigkeit aus dem Glas verwenden.
Einmal aufkochen, danach noch etwa 15 Minuten unter häufigem Umrühren leicht köcheln lassen. Das Chutney soll ein wenig eindicken. Dann abschmecken, in ein Glas oder Schüsserl füllen und weitgehend auskühlen lassen. 
(Im Kühlschrank aufbewahren. Da ich immer nur kleine Mengen einkoche, weiß ich nicht, wie lange es sich hält...)




Das Chutney ist gut vorzubereiten und macht sich auf jeder Käseplatte gut. Oder aber wie erwähnt passt es super zu einem milden Schinken oder Wildschinken, dazu Oberskren (Sahne-Meerrettich) oder frischer Kren und gutes Brot. Herrlich!



Auch am nächsten Tag habe ich frisches Bauernbrot mit dem restlichen Rohschinken belegt, darauf einige Kleckse Chutney und alles bestreut mit ein wenig frischem Kren (Meerrettich). So lasse ich mir "Abendbrot" gefallen! 

Danke, Britta für diese nette Blogevent-Idee!




*) Heuriger bezeichnet sowohl ein Weinlokal in Ostösterreich als auch den jungen Wein vom heurigen Jahr. 



Dieses Schild haben wir bei einem Spaziergang entdeckt. Es ist offenbar notwendig, darauf hinzuweisen, dass Weintrauben und Blätter dem Weingarten-Inhaber gehören. Muss man wirklich alles einzäunen, um nicht Opfer von Dieben zu werden? 

In den Medien liest man immer wieder, dass im Frühjahr Weinblätter säckeweise abgerupft werden, was nicht nur illegal ist, sondern die Pflanze schädigt. Jetzt im Herbst war von besonders dreisten Diebstählen von Weintrauben die Rede, dabei ging es um das tonnenweise Abernten von reifen Trauben. Ich finde das unglaublich und traurig! Wer macht so was...

Das Schild wird demnächst verlinkt mit Arti und ihrer Schildersammlung.

Liebe Grüße aus Wien





Donnerstag, 14. September 2023

Fasolakia und Fisolen

 


Der Name Fasolakia gefällt mir besonders gut, denn es spielen Fisolen eine wichtige Rolle neben Paradeisern und Erdäpfeln. Übersetzt heißt das, es kommen grüne Bohnen, Tomaten und Kartoffeln in diesen griechischen veganen Eintopf und ich schicke ihn zu Volkers "kulinarischer Weltreise".

Diese hat im heurigen September kein bestimmtes Ziel, sondern tischt Veganes aus aller Welt auf. Also mache ich in Griechenland Halt, vor einem Jahr war Italien das virtuelle Reiseziel. 

Das heutige Rezept stammt aus den Weiten des www, wo sich unzählige Varianten von Fasolakia finden. Feta macht sich auch gut dazu, zum Beispiel in Würfeln oben drauf, wenn es nicht-vegan sein darf...



Fasolakia, vegan
(für ca. 2-3 Personen als Hauptspeise)

350 g frische Fisolen / grüne Bohnen
300 g Kartoffeln, eine festkochende Sorte
300 g frische Tomaten oder aus der Dose

reichlich gutes Olivenöl
1 mittelgroße Zwiebel, kleinwürfelig
2 Knoblauchzehen
2 EL Tomatenmark
1/2 TL Zucker
1 TL Paprikapulver
etwas getrockneter Oregano und Thymian
Salz
schwarzer Pfeffer
eine Prise Zimtpulver oder mehr nach Belieben (ich)
einige Minzeblättchen für Deko

Zubereitung:

Die Fisolen putzen (die Enden und unschöne Stellen wegschneiden) und halbieren. Die Kartoffeln schälen und in längliche Stücke oder Wedges schneiden. Die Tomaten blanchieren und häuten (wer will, ich nicht) und in kleine Würfel schneiden. 

Die Fisolen in wenig Salzwasser rund 15 Minuten dämpfen, bis sie weich, aber noch bissfest sind. Abschrecken und beiseite stellen.

Parallel Zwiebel und Knoblauch in reichlich Olivenöl glasig braten, Zucker und Tomatenmark beifügen und kurz mitbraten. Mit Paprikapulver, Oregano, Thymian, Salz und Pfeffer würzen und sofort mit den Tomaten ablöschen. Die Kartoffeln beifügen und etwas Wasser, so dass sie so halb bedeckt sind. Zugedeckt köcheln lassen, bis die Kartoffeln gegart sind. Dann kommen die Fisolen und der Zimt dazu und das Gericht soll noch ziehen (zugedeckt auf der ausgeschaltenen Herdplatte), bis sich die Aromen verbunden haben. 

Abschmecken und eher lauwarm als zu heiß servieren - als Hauptspeise oder Beilage zu Gegrilltem zum Beispiel... 


Blick in den Topf - fast fertig, nur noch kurz ziehen lassen und abschmecken




Wir fanden es fantastisch! Mit markt- oder gartenfrischen Fisolen und aromatischen Tomaten ist es ein herrliches spätsommerliches Essen. 

Liebe Grüße aus Wien



Linkliste der kulinarischen Weltreise:

Susanne von magentratzerl mit Cheung Fun - Gedämpfte Reisnudelrollen
Friederike von Fliederbaum mit Fasolakia
Susan von Labsalliebe mit Yatimcheh – Vegane Auberginen-Pfanne یتیمچه
Susanne von magentratzerl mit Malaiisches Dal-Curry
Britta von Brittas Kochbuch mit Like-Chicken Tetrazzini
Britta von Brittas Kochbuch mit Erfrischender Sommersalat
Britta von Brittas Kochbuch mit Minestrone
Britta von Brittas Kochbuch mit Linsenpfannkuchen mit Tofu, veganem Tzatziki und Salat
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Vegane Pide mit Spinat
Regina von Bistroglobal mit Picknick im Ländle mit veganen Zutaten gekocht
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Veganes Streetfood aus Nordindien: Pani Phulki – Pani Ke Pakode
Regina von Bistroglobal mit Vietnamesischer Glasnudelsalat
Britta von Brittas Kochbuch mit Saitan mit rotem Curry und Kaffirblättern
Simone von zimtkringel mit Masada Dal Vada - Falafel auf indisch
Volker von Volkermampft mit Mujaddara – libanesische Reis-Linsen-Pfanne mit Zwiebeln
Volker von Volkermampft mit Tabbouleh – der libanesische Salat mit Petersilie und Bulgur


Die Liste ist komplett, so eine schöne vegane Auswahl!




Mittwoch, 6. September 2023

nur ein Kürbis...

 

Nur ein Kürbis ist ein Kopf ohne Sorgen
(angeblich ein italienisches Sprichwort)


Es heißt aber auch, was ich dumm und nicht wirklich witzig finde, der Kürbis wäre die Entschuldigung der Natur, dass der Sommer endgültig vorbei ist... Also, bei mir braucht sich "die Natur" nicht entschuldigen. (Vielmehr müssten wir uns bei ihr entschuldigen für das, was ihr täglich angetan wird, aber das ist eine andere Geschichte.)

Meine liebste Jahreszeit ist seit einigen Jahren der Herbst, früher was es der Frühling - ob das mit dem Alter zusammenhängt? Ich mag es immer lieber, wenn sich die Blätter bunt verfärben, die ersten Nebel ziehen und die Nächte angenehm kühl werden, wenn die fliegenden Spinnweben den so genannten Altweibersommer ankündigen und nicht nur die Kürbisse reif werden. 


unbezahlte Werbung

Das heutige Kürbisrezept der interessant gefüllten Teigtaschen kommt wieder einmal aus diesem 1 kg schweren Wälzer (wie die Kastanien-Kakao-Nudeln mit Ricotta-Nuss-Sauce). Die Fülle mit Mostarda und Amaretti Kekserln fand ich total spannend. Ob sie nun Tortelli oder Ravioli heißen, es sind oft größere und einfach verschlossene Teigtaschen ohne kompliziertes Formen. Das krieg ich auch hin, das kommt mir sehr entgegen. 😜 



Tortelli / Ravioli mit Kürbis

ein lombardisches Rezept, Inspiration aus "Osteria"
für 2 Personen als Hauptspeise

Nudelteig:
200 g Mehl
2 Eier

Kürbisfülle:
ein wenig Olivenöl
1 kl. Schalotte
200 g Kürbis = ca. 1/2 kl. Hokkaido, entkernt gewogen

2 TL Mostarda *)
1 Hand voll Amaretti Kekse, fein zerbröselt
3 EL Parmesan, fein gerieben
(Semmelbrösel nach Bedarf, waren bei mir nicht notwendig)
Gewürze:
Muskatnuss
Salz
schwarzer Pfeffer
Chili für eine schöne Schärfe

weiters:
reichlich Butter
Salbeiblätter oder Basilikum
Parmesan, gerieben

*) Mostarda sind in Sirup und Senfpulver eingelegte Äpfel bzw. andere Früchte, die im Originalrezept klein geschnitten verwendet werden. Handelsübliche Mostarda bezeichnet aber auch eine pürierte Senfsauce mit meistens Feigen. Diese habe ich verwendet, um die gewünschte süß-sauer-leicht scharfe Komponente in die Fülle zu bringen. 

Zubereitung:

  • Aus Mehl, Ei und wenn nötig einem Schluck Wasser einen eher festen Nudelteig kneten. Zugedeckt rasten lassen.
  • Die Schalotte fein und den Kürbis in kleine Würfel schneiden. Beides in wenig Olivenöl anschwitzen und mit einem Schluck Wasser (Wein ist auch gut) zugedeckt weich garen. 
  • Den Kürbis ausdampfen lassen und dann in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrücken. 
  • Die restlichen Zutaten für die Fülle gut einmengen und abschmecken. Ist sie zu weich, dann können Semmelbrösel beigefügt werden, das war bei mir nicht notwendig. 
  • Den Nudelteig mit der Nudelmaschine zu dünnen Bahnen ausrollen und mit jeweils einem Häufchen Fülle Tortelli / Ravioli herstellen, die Ränder gut andrücken. Es gehen sich ca. 18 - 20 Stück aus. Ich habe sie mit einem Glas rund ausgestochen. 
  • Die Teigtaschen auf einer gut bemehlten Fläche zwischenlagern. 
  • Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und in einer Pfanne Butter schmelzen.
  • Kurz vor dem Servieren werden die Teigtaschen wenige Minuten gegart (mehr ziehen lassen als kochen) und in Butter geschwenkt. Anrichten, mit Butter beträufeln und mit Käse und Kräutern bestreuen. 


Es hat uns supergut geschmeckt! 
(Wie oben zu sehen ist, habe ich zweierlei Nudelteig verwendet, einen "normalen" und einen grünen mit Kräutern, so wie hier. Das muss aber nicht sein.)

Das dezente und leicht süßliche Mostarda-Amaretti Aroma passt wirklich gut zum Kürbis, das schmeckt total interessant. Man muss nur aufpassen, dass die Fülle nicht zu süß wird! Dieses Gericht wird es auf alle Fälle bei uns nun öfter geben. Ich bleibe dran, auch was die "richtige" italienische Mostarda betrifft. Die möchte ich versuchen, selbst herzustellen, kann ja nicht so schwierig sein, oder? Ich werde berichten... 

Wünsche euch einen schönen September! 





Donnerstag, 10. August 2023

veggie Pasta und Italien

 

unbezahlte Werbung

Ich konnte nicht daran vorbei gehen, auch wenn es schon mein 3. Genussbuch von Cettina Vicenzino ist. Und ich mag sie alle, weil sie so schön sind und die Geschichten, Bilder und Rezepte Lust auf Mehr (und Meer) machen. Cettina kann teils einfache Gerichte durch besondere Zutaten- oder Zubereitungs-Kniffe veredeln und hat Sinn für einen harmonischen Geschmack. Ihre Rezepte funktionieren und schmecken (mir) immer gut! Hier gibt es eine ausführliche Rezension. 

Im Vorwort des Buches schreibt sie, dass es nicht als Nachschlagewerk der italienischen vegetarischen Küche verstanden werden soll...

... sondern als Lesebuch für Menschen, die Italien lieben. Ja, da gehöre ich auch dazu, auch wenn ich in den letzten paar Jahren leider nicht mehr so oft dort war. Aber vorigen Herbst waren wir wenigstens ein paar Tage in Grado an der oberen Adria. Von Wien aus ist es ja nicht so weit...

Aquileia ist ja immer ein lohnendes Ziel. Offenbar ist die Ausstellung von Auchentallers Bildern (unten rechts) heuer nicht mehr zu sehen. Natürlich muss ich in Italien  immer auch einkaufen und so kamen Paccheri und Conchiglioni, also diese riesigen Muschelnudeln, mit nach Hause. Von beiden hatte ich jetzt noch letzte Reste, die heute in das tolle Pastagericht aus dem Buch wanderten. 



Paccheri mit Zucchini, Minze, Pistazien und Ricotta 
nach Cettina Vicenzino
(die halbe Menge vom Original, für ca. 2 - 3 Pers. als Hauptspeise)

Pistazienpesto:
100 g Pistazien
1 gute Prise Salz
gutes Olivenöl nach Bedarf
alternativ gekauftes Pesto (aus Bronte) verwenden, wie es Cettina macht

ca. 80 g Zucchini, gern auch mehr
ein wenig Olivenöl
Salz
Pfeffer

200 g Paccheri (oder Conchiglioni)
reichlich Salzwasser

125 g Ricotta
Salz
(roter Kampot-) Pfeffer
1 Hand voll Pistazien, grob gehackt
1/2 - 1 bio Zitrone, die abgeriebene Schale
einige Minze Blättchen zum Behübschen

Zubereitung: 

  • Für das Pesto alle Zutaten mixen und abschmecken.
  • Die Zucchini in ca. 0,5 cm dicke Scheiben schneiden und in Öl goldbraun braten. Würzen.
  • Die Paccheri al dente kochen, abseihen und dabei das Kochwasser auffangen.
  • Die Pasta sofort in den (noch heißen) Kochtopf zurück geben. Mit dem Ricotta und etwas vom heißen Kochwasser nach Bedarf vermischen. 
  • Würzen und jeweils die Hälfte der gehackten Pistazien und des Zitronenabriebs unterrühren.
  • Das Pesto auf Teller anrichten, darauf die Pasta und die Zucchini. Alles bestreuen mit Minze, Pistazien und Zitronenabrieb. 

Pistazien, Pesto, Zitronenabrieb



Das Rezept klingt so einfach und es scheint so, als wäre es "nur" Pasta und ein paar Zucchini, bestreut mit allerlei Deko. ABER hier zaubert wieder die Kombination von allem ein traumhaftes Geschmackserlebnis! Es passt alles wunderbar zusammen, man sollte wirklich keine Zutat weglassen, alle haben ihren Sinn. Großartig!


Als Nachspeise gab es wieder Cettinas Lavendel-Orangen Dessert, aber nicht als Törtchen, sondern diesmal im Glas angerichtet. Im Glas auch deshalb, weil ein Teil meiner Honigwaffeln durch die Sommerhitze in der Packung verklumpt ist. Nichts wird weggeworfen. Ich konnte sie mühsam zerkleinern und gemäß Rezept mit der Orangenmarmelade vermischen. In die Creme kam diesmal zum Frischkäse auch Ricotta, alles ist gut!  

Empfehlung für beide Gerichte und für das schöne Genussbuch zum Träumen (Werbung unbezahlt)! 


Wart ihr heuer in Italien?



Dienstag, 1. August 2023

Schafgarbe und Sirup

 


Hochsommer ist Sirupzeit!
Zumindest bei mir, denn genau jetzt stehen die meisten 
Kräuter und Wildpflanzen in voller Kraft oder Blüte und haben viel Geschmack, Heilkraft und Duft! 


Setzt doch einen Sommersirup an! 



Die Collage zeigt die besten und meine liebsten Sirupe:
linke Seite:

*) 
Beim dem Foto rechts unten sieht man, dass eigentlich zu viel Schafgarbenkraut drin ist. Mehr ist nicht immer gut und im Nachhinein ist frau immer gescheiter! Aber... 
Ja, ich hatte es mit der Menge wohl übertrieben und beim Abfüllen schmeckte der Sirup auch zuuu intensiv, würzig und interessanterweise scharf. Irgendwie unrund und nicht gut zu trinken. Ich war verstimmt, die Schafgarbensirup-Flaschen landeten im Keller (zum Glück) und irgendwann hatte ich sie vergessen. Nach ein paar Jahren sind sie mir wieder "begegnet" und siehe da... der Sirup hatte sich total gewandelt, er schmeckte mild, schön aromatisch und richtig harmonisch! Gut Ding braucht Weile; nicht immer, aber hier stimmte das Sprichwort.

So war ich mit der Schafgarbe wieder versöhnt und feiere sie seither jedes Jahr mit ihrem Sirup!! 
Immer öfter setze ich nun einen schnellen Sirup in einer 1-Liter Glasflasche an. Bereits ab dem nächsten Tag ist er trinkfertig und braucht auch nicht unbedingt abgefüllt zu werden. 



Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) ist ein richtiges Frauen- und Powerkraut und große Heilpflanze. Garbe kommt vom althochdeutschen "garwe" und bedeutet die Heilende, das sagt ja schon alles. Die ganze Pflanze ist nutzbar und sie hat im Hochsommer um die Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht, die größte Heilkraft. 

Liebe Frauen, also genau jetzt sollten wir die Venuspflanze Schafgarbe mit Blüten, Stängel und den obersten schönen Blättern pflücken, essen, verarbeiten und auch für den Winter für einen heilkräftigen Tee trocknen! Die zarten gefiederten Blättchen heißen nicht umsonst "Augenbrauen der Venus"...



Bei uns wächst die Schafgarbe im Garten und kommt jedes Jahr wieder. Ich mähe sie auch nicht ab, sondern lasse sowieso immer Blumen-Inseln im Gras stehen. Im Frühling sind es die Gänseblümchen, später die Margeriten und jetzt die Schafgarben. Bienen und Hummeln mögen die Blüten, weil sie einen hohen Pollen- und Nektargehalt haben... wenn es nur mehr Insekten gäbe. Kommt zu mir, da findet ihr Nahrung und immer auch Wasser!  


Nicht nur Insekten, auch Amseln und die Nachbarskatze schätzen eine Wasserstelle im Garten!




schneller Sommersirup

Für eine 1-Liter Flasche koche ich einen Zuckersirup aus 500 ml Wasser und 500 g Zucker und lasse ihn auskühlen. Meist verwende ich handelsüblichen "Sirupzucker", der enthält bereits die Zitronensäure und man braucht keine zusätzlichen Zitronen. 
Dann streife ich durch den Garten und pflücke, was mir begegnet: momentan ist das zum Beispiel Schafgarbe, einige Minze Blättchen, letzte Lavendelblüten, ein oder zwei Brombeeren oder Walderdbeeren für die Farbe... 

Tipp: Schafgarbe und ein wenig Minze passen sehr gut zusammen! 

Durch die Beeren färbt sich der Sirup-Ansatz schon nach kurzer Zeit rosa. Er sollte anfangs ein paar Mal umgerührt und die Pflanzenteile, die aus dem Zuckerwasser herausstehen, wieder eingetaucht werden.
Am nächsten Tag kann der Sirup bereits verkostet werden, aber je länger die Pflanzen ziehen dürfen, desto gehaltvoller wird das Ganze natürlich (Achtung auf Schimmelbildung). Die Blüten fische ich dann mit einer Gabel aus der Flasche oder manchmal, aber nicht immer, fülle ich den Sirup auch durch ein Sieb um. 



Ein Liter Sirup ist bei uns im Sommer ziemlich schnell verbraucht, mit Wasser aufgespritzt, mit Tonic und Martini, mit Prosecco... jede Sirupsorte passt dazu! Aber ist die Flasche leer, kommt eben bald die nächste Sirupvariante dran (Tipps siehe Collage ganz oben)! 😋


Liebe Sommergrüße, was sind denn eure liebsten Sirupe? Macht ihr auch Sirup selbst?