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Freitag, 21. Februar 2020

leichtes mildes Linsensüppchen und Nussbrot

der Majoran hat den Winter am Balkon bis jetzt gut überstanden

Nach meinem letzten Beitrag möchte ich ein kurzes "Lebenszeichen" von mir geben und mich nochmals für eure lieben Kommentare bedanken. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Überhaupt erlebe ich im Moment eine große Frauensolidarität von allen Seiten, die ich vor meiner Erkrankung so nicht erwartet hätte und wofür ich sehr dankbar bin! Einige wenige Männer mit eingeschlossen... 

Im Büro habe ich für alle sichtbar einen Spruch aufgehängt, der mir gut gefällt und den ich so wahr finde: 
Das Leben ist eine gemeinsame Reise und kein Konkurrenzkampf! 



Ich stehe auch schon wieder gern in der Küche und koche vor allem leichtes und gesundes Essen. Wie sehr oft in den letzten Monaten versuche ich mich eher vegan und nach Möglichkeit weizenfrei und zuckerarm zu ernähren, nicht immer gelingt es bzw. nicht immer mag ich es. Die heutige milde Linsensuppe und das bekömmliche (durch lange Gare) Sauerteig-Nussbrot erfüllen aber diese Kriterien. 


Kann denn eine Linsensuppe mild und leicht sein? Ja, aber... Linsen bzw. überhaupt Hülsenfrüchte gelten allgemein als eher schwer verdaulich, sind aber bekömmlich und sehr gesund, wenn ein paar Punkte beachtet werden. Allerdings gehen dabei die Meinungen auseinander und wenn man im www nachliest, kommen die unterschiedlichsten Aussagen. Ich für mich halte es so (siehe unten) und habe ein gutes Gefühl dabei...

  • Linsen und andere Hülsenfrüchte vor der Zubereitung immer in Wasser einweichen, mindestens eine halbe Stunde lang, idealerweise länger bis zu mehreren Stunden. Dann werden sie abgeseiht und noch gut abgespült. Dadurch wird das "Blähpotential" reduziert. 
  • Linsen mit doppelt Wasser und Gewürzen, wie unbedingt Lorbeerblatt und Kreuzkümmel bzw. "normalen" Kümmel, ausreichend lange, also nicht zu kurz, weich kochen. 
  • Je öfter man Hülsenfrüchte isst, desto besser verträgt man sie... echt! Es lohnt sich, vor allem Linsen häufiger zu essen, sie sind ein toller Eiweißlieferant und enthalten viele Ballaststoffe, B-Vitamine und Spurenelemente (Eisen, Zink etc.). 


Die heutige Linsensuppe ist an das Silvester-Rezept der Linsen-Papaya Suppe angelehnt. Statt Papaya habe ich einen mittelgroßen Apfel samt Schale in kleine Würfel geschnitten und mitgekocht. Er verkocht komplett und bringt der Suppe eine gewisse milde, leicht süßliche Note. 


Das Nussbrot Rezept mit Sauerteig und Roggen-/Dinkelmehl stammt von Sigrid  (Madame Rote Rübe). Es enthält viele Walnüsse und auch einen Apfel, den ich samt Schale in den Teig gerieben habe. Die grob gehackten Walnüsse habe ich, anders als im Originalrezept, ehrlich gesagt, einfach so in den Teig gemischt und kein extra Brühstück gekocht. Gewürzt habe ich mit meiner feinen Hildegard-Mischung von Bertram, Galgant, Quendel, Ysop, die sehr gut zu Brot passt. 


Sigrid, das ist wirklich ein wunderbares Brot! Es schmeckt mit Butter, aber auch ganz oben ohne! 


Liebe Grüße an alle!



Samstag, 23. März 2019

mit Veilchen den Frühling begrüßen

Monatsmotto bei Andrea der Zitronenfalterin. 
Sie fragt, wie wir den Frühling begrüßen. Also ich gehe ja sowieso immer am liebsten in den Wald, zu jeder Jahreszeit... 


Im Wienerwald sprießen derzeit ungewöhnlich viele Veilchen, sie blühen wie verrückt und in vielen Farbschattierungen von dunkellila bis blassblau und weiß.


Dieses kleine Schüsserl voll duftender Veilchen habe ich an verschiedenen und möglichst unzugänglichen Stellen im Wald gepflückt. Schade, dass ihr nicht riechen könnt, wie gut sie duften...

Beim Wandern habe ich immer kleine Gefäße oder Stoffsackerl im Rucksack für Schätze aus dem Wald. Meistens nehme ich auch Gartenhandschuhe mit, um jederzeit Brennesseln pflücken zu können, aber das ist eine andere Geschichte...


Mit den Veilchenblüten werde ich ein Veilchenöl ansetzen, dafür müssen die Blüten ganz trocken sein (nicht waschen!!).

Schon Hildegard von Bingen schrieb über die Heilwirkung des Veilchens bei Kopfschmerzen (die Stirn und Schläfen mit Veilchenöl einreiben). Öl und Creme aus Veilchen sollen bei allerlei Hautproblemen helfen, das möchte ich heuer gern ausprobieren. 


Die Veilchenblüten kommen in ein sterilisiertes Glas, und man könnte auch die Blätter der Veilchen verwenden.


Aufgießen mit hautfreundlichem bio Mandelöl. Die Blüten müssen bedeckt sein, ich musste deshalb einen kleinen Teil Olivenöl dazu gießen.

Das Glas habe ich leicht verschlossen und es lagert nun dunkel bei Zimmertemperatur. Hin und wieder werde ich es schütteln und nachsehen, ob die Blüten noch gut mit Öl bedeckt sind. Nach etwa 2 Wochen werde ich die Veilchen abseihen und das Öl in eine dunkle Flasche umfüllen.


Mich würde interessieren, ob wer (gute) Erfahrungen mit Veilchenöl oder Creme gemacht hat. Bitte hinterlasst mir doch einen Kommentar.


Nicht nur Veilchen, auch der Bärlauch wächst im Moment im Wienerwald wie wild... aber auch das ist eine andere Geschichte ;-)


Das war unser heutiges Mittags-Picknick mitten im Bärlauchwald mit Topfenaufstrich (Quark), Nussbrot und Bärlauchblättern, frisch gepflückt, von der Hand in den Mund... was für ein Genuss!!




Sonntag, 16. Dezember 2018

vom Keksbacken und "Nervenkeks"

Ich bin ja eher nicht so die Weihnachtskeks-Bäckerin... eine Ausnahme war heuer das kollektive Bürokolleginnen-Backen mit Weihnachtsmarkverkauf (in kompostierbaren Zellophansäckchen) für einen guten Zweck, siehe oben.

Ansonsten backe ich, wenn schon Kleinbäckereien, dann lieber "Saison-elastische" Keks, also für jederzeit passend ;-)  so wie zum Beispiel die venezianischen Zaletti von hier.
Oder die heutigen Hildegard von Bingen Keks mit einer feinen "stressless"-Gewürzmischung - mit der passen sie wiederum besonders gut in die leider oft hektische Vorweihnachtszeit...




Hildegard "Nervenkeks"
frei nach Rezeptquelle / Buch: Brigitte Pregenzer, Brigitte Schmidle: Hildegard von Bingen. Einfach gesund. Tyrolia Verlag 

Zutaten:
(für 2 Backbleche)

250 g feines Dinkelmehl
100 g kalte Butter
65 g Rohrohrzucker
50 g gemahlene Mandeln
2 schwache TL, ca. 7 g Gewürzpulver *) nach Hildegard von Bingen, zB. von Sonnentor mit Zimt, Nelken, Muskat
1 Ei (M)
1 kl. Prise Salz
25 - 30 ml Milch (oder flüssiges Obers)

Zubereitung:
Aus allen Zutaten einen geschmeidigen Mürbteig kneten, über Nacht oder zumindest einige Stunden kaltstellen, dann dünn auswalken, Formen ausstechen, mit Ei bestreichen.
Im vorgeheizten Rohr bei 180°C ca. 10 - 12 Minuten (je nach Ofen) backen.



*) Exkurs Gewürzpulver für "Nervenkeks" nach Hildgard von Bingen: 
100 Gramm enthalten meist etwa 45 g Zimt, 45 g Muskat, 10 g Nelken. Ob das Gewürzpulver von Sonnentor, das ich verwendet habe, auch diese Gewürzanteile mit relativ viel Muskat hat, konnte ich nicht herausfinden. Warnhinweise habe ich keine entdeckt, auch nicht im Originalrezept (Buch).

Sicher ist: Muskat wirkt in großen Mengen halluzinogen und kann Vergiftungen verursachen. Schwangere und kleine Kinder sollten auf Muskatnuss verzichten.
Eine einzelne Muskatnuss wiegt in etwa 5 Gramm, ca. 6 bis 30 g gelten als höhere Dosis. Bei meinem Keksrezept oben habe ich etwa 7 g gemischtes Gewürzpulver verwendet, der Muskatnuss-Anteil ist darin also vernachlässigbar für Erwachsene.

Katharina Seiser hat hier bei ihrem Rezept der Kekse notiert:

täglich oder bei lust und laune ein paar keks essen. aber bitte nicht zu viele. kleine kinder kriegen keine. größere kinder maximal 3.

hildegard von bingen soll dazu gesagt haben: „iss diese oft und alle bitternis deines herzens und deiner gedanken weiten sich, dein denken wird froh, deine stimme rein, alle schadhaften säfte in dir minderer, es gibt guten saft deinem blut und macht dich stark.“

(alle Namensnennungen und Blogverlinkung unaufgefordert und unentgeltlich)



Ein sehr schöner Weihnachtsmarkt findet immer auf der Rosenburg in Niederösterreich statt. Die Fotos stammen von vor einer Woche, jetzt wird alles schön verschneit sein. Ist es bei euch auch winterlich weiß? 



Mittwoch, 17. Oktober 2018

den Herbst kulinarisch feiern... Maronihonig

mit Andrea Zitronenfalterin

Diesen Herbst bzw. Oktober feiere ich gerne mit, liebe Andrea. Wo er doch heuer so prächtig und warm ist, aber leider auch so furchtbar trocken (bei uns im Osten Österreichs ist den ganzen Monat so gut wie kein Tropfen Regen gefallen). 



Das Laub färbt sich wieder wunderschön, ich kann mich nicht sattsehen an solchen roten Blättern. Hier ist ein herbstlicher Blick auf die Kirchenmauer und die Burgruine Senftenberg bei Krems in Niederösterreich zu sehen. Über einen kleinen Wanderweg gelangt man auf die Burg hinauf. 


Von einem Weingut mit Restaurant im Tal hat man den besten Blick auf die Burg Senftenberg. Wir konnten in der warmen Herbstsonne zu Mittag draußen essen - und das Mitte Oktober, was für ein Herbst!

Gartenrosen und die letzten Froschgoscherl


Kulinarisch sah es bis jetzt im Oktober so aus, ich habe ...

die wahrscheinlich letzten heimischen Steinpilze gegessen (im Gasthaus),

eine mollige veggie Kürbislasagne gebacken (klick),

Sturm bzw. Federweißer getrunken,


... und als gesunde süße Einstimmung auf den Winter einen Maronihonig zubereitet.



Maronihonig (Kastanien) nach Hildegard von Bingen

Grundrezept:

  • 1 kg Bio-Honig, am besten einen milden Akazienhonig, besser keinen allzu würzigen Waldhonig verwenden
  • (160 -) 200 g Maronimehl (Kastanienmehl) bio
edit: je mehr Kastanienmehl desto fester wird natürlich der fertige Honig

Zubereitung:
Der Honig (unbedingt bio) wird in einem breiten Topf unter ständigem Rühren sehr sanft erwärmt, er darf nicht heiß werden. Dann wird mittels eines Siebes sehr langsam nach und nach das Maronimehl eingesiebt. Dabei ständig mit einem Schneebesen rühren.
Würde man das ganze Mehl auf einmal in den Honig schütten, würde alles unrettbar verklumpen.

Den Maronihonig dann in sterilisierte Gläschen füllen und gut verschließen. Hält theoretisch ewig...

was tun damit?
Am besten genießt man diesen eher festen Honig löfferlweise, zum Beispiel dann, wenn einem der abendliche Heißhunger auf Süßes plagt. Zum aufs Brot streichen, finde ich ihn ein bisschen zu fest und kompakt, aber man kann die Kastanienmehlmenge reduzieren.
Zum Verschenken sind kleine Gläschen ideal.


Hildegard von Bingen schrieb über die Edelkastanie: "Alles, was an ihm (dem Baum, Anm.) ist, ist nützlich, und auch seine Frucht ist nützlich gegen jede Krankheit, die im Menschen ist..."
Sie stärkt Herz und Immunsystem, ist basenbildend, hilft bei Rheuma und Gicht, bei Problemen im Magen-Darm- sowie Leber-Milz-Bereich, bei Kreislaufbeschwerden etc....

Rezeptquelle: Workshop bei Sonnentor, Wien,
Werbung ohne Verlinkung, unaufgefordert und unentgeltlich


Auf dem Bild ist der Maronihonig und im Vordergrund ein kleines Fläschchen mit "Hildegard-Wein" - aber das ist eine andere Geschichte, sehr faszinierend, finde ich, und sie folgt bald.




Genießt den herbstlichen Oktober, solange es noch so schön ist! Ein paar Regentropfen würden (mich) dabei nicht stören, oder?