Montag, 12. Februar 2024

12 von 12 im Februar in Wien

 


Heute ist Montag, der 12. Februar und damit wieder ein 12 von 12 Tag. 

Caro (Draußen nur Kännchen) sammelt wie immer unsere 12 Bilder des Tages, danke sehr! 



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1    Mein Tag beginnt wie immer mit ein paar Yogaübungen und viel grünem Tee. So komme ich langsam in die "Gänge", aber wieso liegt nur wieder so viel Zeug auf dem Esstisch herum? Was für ein Durcheinander... und das große Oma-Häferl mit dem Tee hält die Zeitung "warm". 😇


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2    Es ist ein windiger, wechselhafter und schon wieder viel zu warmer Tag, die Natur hält es schon für den Frühlingsbeginn. Ich finde es ja auch schön, wenn es draußen grünt und die Vögel zwitschern, bin aber noch skeptisch. Der Winter gibt sich noch nicht geschlagen, wetten?


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3    Zu Mittag mache ich mir den letzten Rest vom gestrigen Szegediner Topf warm, es ist nicht mehr viel da, aber mit Brot dazu ausreichend. Man sagt ja, dass ein "richtiges" Gulasch aufgewärmt noch besser schmeckt als frisch gekocht, aber für mein leichtes veggie Gericht gilt das eigentlich nicht so. Frisch fand ich es gestern aromatischer. 


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4    Dann suche ich die gesammelten Schilling-Münzen und Geldscheine der alten Währung zusammen, die wir beim Entrümpeln bei den Eltern gefunden haben. Angeblich sind noch 7 Milliarden Schilling in Österreich im Umlauf bzw. "schlummern" in privaten Haushalten, das sind umgerechnet fast 500 Millionen Euro.


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5    Nur bei der Nationalbank kann man die alte Währung noch in Euro umtauschen und ich bekomme heute fast 120 Euro für das alte Geld, besser als nichts, oder? Es lohnt sich also, zu Hause nach alten Geldscheinen und Münzen zu suchen und sie auch tatsächlich umzutauschen, was auch per Post möglich ist. 


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6    Nicht weit von der Nationalbank entfernt ist die neugotische Votivkirche aus dem 19. Jahrhundert zu sehen. Die helle, frisch geputzte Fassade leuchtet in der Sonne, und ich spaziere hinüber. 


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7    Für uns WienerInnen ist es ein neues Erlebnis, die Votivkirche endlich ohne Gerüst und in voller Schönheit sehen zu können, denn sie wurde seit 2001 (!) renoviert. Vorher sah die Kirche ziemlich verschmutzt aus und Steinplastiken lösten sich von den Außenwänden.


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8    Drohende dunkle Wolken und Sonne, was für ein stimmungsvoller Himmel, schön, oder? Er begleitet mich auf dem Weg in den Norden von Wien.



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9    Denn heute ist der 12. Februar und wann, wenn nicht heute, wollte ich hierher fahren. An diesem Tag im Jahr 1934, also vor genau 90 Jahren, begann ein Bürgerkrieg.

Die Kämpfe dauerten zum Glück nur wenige Tage und waren vor allem auf Wien und Industriebetriebe in Oberösterreich und der Steiermark beschränkt. Vereinfacht gesagt kämpften Sozialdemokraten gegen Christlich-Soziale, die damals offen faschistisch waren. Es gab rund 350 Todesopfer und viele Verletzte zu beklagen, ein Drittel der Opfer waren Unbeteiligte. 

Bis heute werden die Februar-Ereignisse von den politischen Lagern unterschiedlich bewertet und es gab in 90 Jahren leider nur 2x ein gemeinsames Gedenken, zuletzt vor zehn Jahren. Heuer haben wir in Österreich ein Wahljahr und die politischen Kräfte bewegen sich immer weiter auseinander...  😟



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10    Dieser Wiener Gemeindebau ist der berühmte "Karl-Marx-Hof", die Wohnungen wurden 1930 besiedelt. Es ist interessanterweise der längste zusammenhängende Wohnbau der Welt (mit mehr als 1 km Länge). 

Die Grünfläche heißt 12.-Februar-Platz, weil auch hier 1934 Bürgerkriegskämpfe stattfanden. Ich hätte heute eigentlich irgendein Zeichen des Gedenkens erwartet, aber es ist nichts zu sehen, keine Blumen oder Kerzen. Und der Himmel hat sich nun auch eingetrübt...


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11    Bevor es möglicherweise zu regnen anfängt, geht es ab nach Hause. Unterwegs kaufe ich noch ein paar Sachen ein und weil morgen Faschingdienstag ist, müssen die besten Krapfen von Wien auch mitkommen (unbezahlte Werbung). 


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12    Sehr fein! Der mit dem unbezuckerten Streifen ist ein Vanillekrapfen, der andere ein Marillekrapfen, also mit Marillenmarmelade, die beiden gehören in Wien zum Fasching unbedingt dazu. Wer mag sie noch so gern wie ich?


Habt noch einen schönen Faschingsausklang, liebe Grüße aus Wien




6 Kommentare:

  1. interessant, dass es in Wien einen 12. Februar-Platz gibt. Den Karl-Marx-Hof kenne ich, den Platz nicht.
    Ach, ja die Vergangenheitsbewältigung!Sie ist ja inzwischen auch bei uns ordentlich angeschrabbelt. Ich hoffe, die über 70 Jahre Aufklärung & Unterweisung waren nicht für die Katz bei uns.
    Schön, einige Wien-Motive bei dir zu sehen. es ist jetzt neun jahre her, dass ich das letzte Mal dort war.
    GLG
    Astrid

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    1. Bei uns wird ja für die Vergangenheitsbewältigung viel getan, aber beim Bürgerkrieg, den Ursachen und Auswirkungen hakt es...
      liebe Grüße nach Köln

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  2. Tolle Idee das Geld umzutauschen. Verrückt wie viel Geld da noch so schlummert. In Deutschland ist das bestimmt auch so.
    Krapfen gehören bei uns auch zum Fasching. Ich habe gestern tatsächlich etwas ähnliches in Ban Krut auf dem Markt entdeckt. Aber ohne Zucker drumrum und Füllung.
    Liebe Grüße Tina 🌴

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    1. ach Krapfen-ähnliches auch in Thailand... genieße noch deinen Urlaub!

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  3. Danke fürs Mitnehmen durch deinen Tag!
    Die Krapfen essen wir durch die räumliche Nähe zu diesem Konditor öfter, denn wir bekommen sie dann noch warm und da sind sie am besten.

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    1. ja, das glaube ich :-))
      Der letzte Krapfen war am nächsten Tag schon ein bissl trocken...

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