
Zorra wünscht sich zu ihrem 22. Blogjubiläum italienische Gerichte, nichts lieber als das! Die italienische Küche ist fast immer Soulfood für uns und wie ein Lebensgefühl, das man schmeckt!
Ich habe mich heute für Spaghetti Carbonara entschieden, aber in einer etwas anderen bzw. einer fake-Version.
Fake Carbonara deshalb, weil ich diese schöne geräucherte Forelle vom Wochenmarkt in Lienz in Osttirol statt dem üblichen luftgetrockneten Guanciale verwendet habe, sonst ist alles so, wie es sein soll. Also KEIN Schlagobers bzw. Sahne und keine weiteren Zutaten! Allerdings habe ich ein wenig Olivenöl ins Gericht geschmuggelt, da die Räucherforelle im Gegensatz zum Guanciale ja etwas weniger fett ist.
Die italienische "Carbonara-Polizei" bzw. Food Puristen, die die Tradition recht streng hochhalten, würden wohl auch die Kombination Fisch und Käse "beanstanden". Nicht, dass mir das nicht egal wäre...
Tatsächlich passt die würzige Räucherforelle zu einem gereiften Pecorino ganz ausgezeichnet!
Diese Art Carbonara habe ich mir beim Spitzenkoch Lukas Nagl abgeschaut, der gerne geräucherte Saiblinge aus dem Traunsee im Salzkammergut verwendet. Lukas Nagl wurde heuer zur Nr. 1 der 100 besten Köche Österreichs gewählt, er hat einen Michelin-Stern und vier Gault-Millaut Hauben. Aus seinem 1. Kochbuch stammt auch diese traditionelle Suppe.
(fake) Spaghetti Carbonara mit Räucherforelle
Zutaten für 2 Pers. als Hauptspeise
1 Räucherforelle im Ganzen (keine Filets, sondern mit Kopf, Haut und Gräten)
200 - 250 g Spaghetti
1 Ei und 1 Eidotter
50 g Pecorino, frisch fein gerieben
Salz, nicht zu viel, Räucherfisch und Pecorino sind bereits salzig!
reichlich schwarzer Pfeffer aus der Mühle
optional 1 EL mildes Olivenöl
Zitronenabrieb und Blüten für Deko
Zubereitung:
Die Räucherforelle enthäuten, filetieren und grob zerpflücken. Die Stückchen sorgfältig nach Gräten kontrollieren und im Kühlschrank parken. Die durch das Räuchern ledrige (und ungenießbare) Haut und restliche Karkassen in gesalzenem Wasser aufkochen und zugedeckt auf der ausgeschalteten Herdplatte ein wenig ziehen lassen.
Den Sud dann durch ein feines Sieb (wegen einzelner Gräten) in einen passenden Topf abseihen und die Spaghetti darin al dente kochen. Wenn nötig Salz und Wasser ergänzen, aber hier gilt: so wenig Flüssigkeit wie möglich und nur so viel wie unbedingt nötig!
Die Eier verquirlen, Käse und Pfeffer beifügen.
Die Spaghetti abseihen und dabei etwas von der Kochflüssigkeit auffangen. Die Pasta in den noch heißen Topf zurück geben und mit der Ei-Käsemischung, Olivenöl und mit ein wenig Kochwasser kräftig durchrühren. So viel heiße Kochflüssigkeit beifügen und gut vermischen, dass eine cremige Sauce entsteht. Die Hälfte der Räucherfisch-Stückchen untermengen, ev. Pfeffer und Salz ergänzen.
Die Spaghetti anrichten, den restlichen Räucherfisch darüber verteilen und mit Zitronenschale und ev. Blüten bestreuen.
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| bestreut mit Blüten von Frauenmantel und Schafgarbe von der Almwiese |
Immer wieder gut, wir mögen diese Spaghetti wahnsinnig gerne! Wir genießen sie mindestens einmal im Jahr, wenn wir im Almurlaub den Wochenmarkt in Lienz in Osttirol besuchen...
Denn dort gibt es einen Stand mit den, wie wir finden, besten geräucherten und auch frischen Fischen -- jedes Mal ein Muss!
Lienz ist eine entzückende Stadt mit mildem Klima im Sommer und zahlreichen Sonnenstunden das ganze Jahr über. Auch von vielen italienischen Besuchern geschätzt und fast kann man sich hier wie in Italien fühlen...
Liebe Zorra, happy Bloggeburtstag oder besser gesagt tanti auguri di buon compleanno!






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