Ich habe damals meine liebste Nusstorte verbloggt. Es ist ein Familienrezept und ich fand die Kombination der Nussmasse mit Ganache (früher sagte man Pariser Creme) und Zitronenglasur immer schon umwerfend, bis heute! Ich habe die Torte neulich wieder für meinen Geburtstag gebacken und sie eignet sich für die kommenden Feiertage genauso gut!
Die Mengenangaben habe ich nun ein bisschen verbessert und schönere Fotos als vor acht Jahren geschossen. 😉 Am besten bereitet man die Torte am Vortag zu (backen, füllen, bestreichen), stellt sie kalt und muss sie am nächsten Tag nur mehr glasieren und verzieren.
Nusstorte mit Pariser Creme und Zitronenglasur
Familienrezept, für 1 Torte mit ca. 26 cm
Teig:
7 Eier, Größe M
1 Prise Salz
180 g Zucker (Original 210 g)
Vanille
170 g Nüsse (Original Haselnüsse, ich mische gern mit Walnüssen halb-halb)
60 g Semmelbrösel ca. 1 EL Stärkemehl 1/2 P. Backpulver
2 cl Inländer-Rum
Pariser Creme / Ganache:
250 ml Schlagobers / flüssige Sahne
250 g dunkle Schokolade 70 %
1 TL Butter
optional ein wenig Kaffeesirup von hier zum Verfeinern
Glasur:
Saft von 1/2 großen Zitrone
mind. 100 g Staubzucker / Puderzucker bzw. mehr je nach Größe der Zitrone
30 g dunkle Schokolade oder Kuvertüre für das Schokomuster
Zubereitung:
Das Backrohr auf 180°C vorheizen und eine Springform befetten und bemehlen.
Für den Teig die Eier mit Zucker, Vanille und der Prise Salz sehr sehr gut schaumig schlagen.
Die Nüsse und Brösel gemeinsam fein mahlen und mit dem Backpulver und Stärkemehl vermischen.
Die trockenen Zutaten und den Rum unter die Ei-Zucker Masse heben.
In der Springform im Rohr etwa 45 Minuten backen, aber bitte die Stäbchenprobe machen.
Für die Creme wird die Schokolade, ein wenig Butter und Obers langsam unter Rühren geschmolzen. Einmal kurz aufkochen lassen, sofort vom Herd nehmen und noch gelegentlich weiterrühren. Dann einige Stunden oder auch über Nacht zugedeckt kalt stellen. Die Creme wird ganz fest und man schlägt sie dann mit dem Handrührgerät kurz cremig auf.
Zum geschmacklichen Verfeinern und geschmeidig-machen der Creme kann jetzt Kaffeesirup eingerührt werden!
Die Torte einmal auseinander schneiden, reichlich mit Creme füllen und auch obenauf und am Rand bestreichen.
Für die Glasur verrührt man den Zitronensaft mit einem Schneebesen mit soviel Staubzucker, dass eine dickliche Glasur entsteht. Um zu testen, ob die Glasur richtig ist, mache ich die Löffelprobe: einen Esslöffel eintauchen und die Glasur über den Löffelrücken ablaufen lassen. Wenn sie zu schnell abrinnt, dann ist noch Zuckerzugabe notwendig (es ist relativ viel Zucker nötig!).
Die Tortenoberfläche glasieren und mit einem Messer verstreichen, die Glasur ist unproblematisch.
Für die Verzierung wird die Schokolade über einem Wasserbad geschmolzen. Die Schokolade in einen Spritzsack oder Tiefkühlsackerl füllen, ein kleines Loch schneiden und eine Schokospirale auf die noch weiche Glasur zeichnen. Die Spirale mit einem Zahnstocher oder Messerspitze „verlaufen“ lassen - zum Beispiel sternförmig von der Mitte zum Rand oder ganz nach Belieben.
Die Torte nun kühl stellen, bis die Glasur härtet und dann mit einem in heißes Wasser getauchten Messer anschneiden.
Große Empfehlung für diesen "Schokostern", ihr werdet sehen, diese Torte kommt immer gut an!
Übrigens, heute Abend ist stilles, unpolitisches "Lichtermeer" als Zeichen des Miteinanders, entlang der Ringstraße in Wien! Alternativ kann um 19 Uhr eine Kerze ins Fenster gestellt werden. Seid ihr dabei?
Punsch, Glühwein, heiße Schokolade oder ein feiner Festtags-Cocktail mit oder ohne Alkohol... was trinkt ihr im Winter am liebsten? Das fragen Martha und Zorra im neuen Blogevent.
Foto von 2017
Vor einigen Jahren habe ich bereits vom Hot Aperol vom Weihnachtsmarkt geschrieben. Da waren uns der Begriff und die Bedeutung von Lockdown noch nicht bekannt...
Leider, aber sowieso alternativlos musste ganz Österreich nun für einen längeren Zeitraum sozusagen "zusperren", nicht nur Weihnachtsmärkte wie am Foto oben...
Bevor ich heuer wieder um meinen jährlichen Weihnachtsmarkt-Hot Aperol "umfalle", bereite ich ihn zu Hause selbst zu! Ich bin sonst nicht unbedingt DIE Aperol-Freundin, aber zumindest EINMAL im Jahr würde ich ihn gern auf dem Weihnachtsmarkt trinken und zwar in der hot-Version! Der Hot-Aperol ist natürlich kein feiner Feierabend-Drink und manche rümpfen vielleicht die Nase, so wie meine Freundin U. Aber so wie Punsch und Glühwein ist er ein süffiges, outdoor-taugliches und wärmendes Wintergetränk.
Das Originalrezept der Erfinder ist geheim (klick, unbezahlte Werbung), daher baue ich es so nach, wie ich´s in Erinnerung habe.
Hot Aperol wie am Weihnachtsmarkt
pro Person:
1/8 l Prosecco 2 cl Aperol 1 - 2 EL Schlagobers / Sahne 1/2 TL Staubzucker etwas orange-farbiger Orangenlikör oder Sirup (ich, siehe unten) 1 bio Orangenscheibe
Den Prosecco in einem Topf erhitzen. Das Schlagobers mit ein wenig Zucker steif schlagen. Die Orangenscheiben vorbereiten.
Prosecco und Aperol in ein (hitzebeständiges!) Glas gießen, mit einem Schlagobers-Häubchen bedecken und ein wenig Likör oder Sirup darüber träufeln. Die Orangenscheibe auf den Glasrand stecken oder im Getränk untertauchen. Prost!
Ob erhitzter Prosecco oder vielleicht Weißwein verwendet wird, tut meiner Meinung nach dem Geschmack keinen Abbruch. Prosecco verliert beim Erhitzen sowieso viel von seinem Prickeln. Am besten, ihr verwendet das, was ihr zu Hause habt. Auf dem Weihnachtsmarkt wird der Einfachheit halber ein Wasserkocher zum Erhitzen genommen, das gesüßte Schlagobers kommt aus einer handelsüblichen Sprühdose. Das geht doch zu Hause besser und auch bei der Orangenscheibe kann man sicher sein, dass sie bio ist! Genau wie beim Sirup, siehe unten...
mein Orangen-Mandarinen-Sirup
500 g Wiener Sirupzucker 375 ml frisch gepresster Saft aus Orangen und Mandarinen die abgeschälte Schale einer bio Orange Gewürze, wie 1 Sternanis, 1 Zimtstange, Nelken
Alle Zutaten vermischen und kurz erhitzen, dass sich der Zucker gut auflöst. Mindestens 1 Stunde ziehen lassen, gern auch länger. Die Schalen und Gewürze entfernen und den Sirup nach Packungsanweisung 3 - 4 Minuten unter Rühren kochen lassen. In sterilisierte Flaschen füllen.
Der Sirup passt zum Hot Aperol oder zu Sekt, schmeckt mir mit Wasser verdünnt aber mindestens genauso gut! Es können beliebige Zitrusfrüchte verwendet werden (ggf. mit Rohrzucker nachzuckern) und er ist auch zum Verschenken geeignet. 😋
Übrigens, lassen wir uns von negativen Gedanken und den stets schlechten Nachrichten in den Medien nicht runterziehen, sondern freuen wir uns an den kleinen Dingen im Leben, wie ich am 1. Schnee in Wien...
In diesem Sinne liebe Grüße und einen besinnlichen 1. Advent!
"Apfeltag" war gestern bei uns, wie jedes Jahr am 2. Freitag im November, fast hätte ich darauf vergessen... Eines der Ziele dieses Aktionstages ist es, ein Bewusstsein für die Qualität vom heimischen Apfelanbau zu schaffen. Ich finde, mehr bio Qualität nicht nur der heimischen Äpfel wäre wichtig! "Ist regional das bessere bio?"... diese interessante Diskussion kann man zB. hier nachlesen (unbezahlte Werbung).
Ein Apfelkuchen geht auf jeden Fall immer! Die heutige supersaftige bio Apfeltarte habe ich schon öfter gebacken, diesmal sogar vegan.... nur die Butter und das Ei für den Teigboden musste ich gegen vegane Margarine bzw. Wasser austauschen. Marzipan ist sowieso vegan und bringt einen tollen Geschmack mit, also keine Geschmacksverluste! Das ursprüngliche Rezept kommt von Zorra, leider finde ich den Link und auch ihre Tarte nicht mehr.
saftige Apfeltarte vegan
frei nach Zorra (für eine Backform mit 26 cm, die halbe Menge für eine kleine Form)
Marzipan-Mürbteig: 180 g Dinkelmehl 50 g Mandeln, gerieben 20 g Stärkemehl 1 Prise Salz 50 g Marzipan, kleinwürfelig 80 g vegane Margarine 1 EL Zucker bzw. selbstgemachter Vanillezucker 1-2 EL kaltes Wasser nach Bedarf (orig. 1 Ei)
Fülle: 1 kg bio Äpfel 1 Zimtstange 1 EL Stärkemehl Saft von 1 Zitrone etwas Zimtpulver optional Zucker je nach Belieben und Süße der Äpfel
Zubereitung:
Für den Teigboden wird aus allen Zutaten ein geschmeidiger Mürbteig geknetet, was am einfachsten im Zerkleinerer funktioniert (danach mit den Händen noch kurz durchkneten). Den Teig auf einem Backpapier je nach Größe der Backform + Rand auswalken / ausrollen und in diese legen. Die Form inkl. Teig für mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen.
Mit dem Schneiden der Äpfel für die Fülle noch warten, ABER aus etwa einem Drittel der Äpfel, sehr wenig Wasser und der Zimtstange ein Apfelmus zubereiten und kurz auskühlen lassen.
Das Backrohr auf 180°C vorheizen.
Kurz vor Verwendung werden nun die Äpfel - geschält oder mit Schale (ich) - blättrig geschnitten und sofort mit dem Zitronensaft vermischt. Die restlichen Zutaten einmengen und auch das Apfelmus. Wer es gern süß mag bzw. je nach Süße der Äpfel, rührt auch Zucker nach Belieben unter. Ein Fingerhut Amaretto wäre auch eine Option... Die Apfelfülle auf dem Teig verteilen und die Tarte im Rohr etwa 45 Minuten backen. Mit Vanilleeis oder Schlagobers genießen.
Durch das Marzipan und die ungeschälten Mandeln sieht der Teig schön "gesprenkelt" aus. Das Apfelmus in der Fülle macht die Saftigkeit aus! Empfehlung!
Von meinen vielen verbloggten Apfelrezepten mache ich diese am allerliebsten:
Keine Ritter, aber viele Wanderer genossen so wie wir die warme Herbstsonne an den beiden Langbathseen in Oberösterreich. Es war Ende Oktober so wunderschön herbstlich und sonnig im Salzkammergut... wir werden noch lang davon zehren!
Arme Ritter gab es aber auch, nur bei uns heißt es "Pofesen".
Powidl-Pofesen mit Schokolade wie am Langbathsee / arme Ritter
pro Person 2 große Scheiben altbackenes Weißbrot oder Brioche
ca. 2 EL Powidl / Pflaumenmus optional Inländer-Rum zum Verfeinern
Vanillemilch: ca. 200 ml Milch 2 EL (selbstgemachter) Vanillezucker 1 Prise Salz
1 EL Mehl 1 Ei
reichlich Butterschmalz oder Öl zum Ausbacken Staubzucker zum Bestreuen 50 g dunkle Schokolade oder (selbstgemachte) Schokosauce 1 Fingerhut Schlagobers / flüssige Sahne 1 Hand voll Mandelblättchen zum Bestreuen
Zubereitung:
Vom Weißbrot ggf. die harte Rinde entfernen, bei Brioche nicht nötig. Als Ersatz kann helles selbstgebackenes bzw. Bäcker-Toastbrot verwendet werden (handelsübliches Industrie-Toastbrot ist nur ein schwacher Ersatz, finde ich).
Die Brioche- bzw. Brotscheiben mit Powidl bestreichen und jeweils zwei zusammenpicken.
Die Zutaten für die Vanillemilch in einer flachen Schüssel verrühren, in einer weiteren Schüssel Ei und Mehl klumpenfrei miteinander vermixen.
Reichlich Butterschmalz in einem Topf erhitzen, etwa 1-2 Finger hoch.
Die Brotscheiben gut in die Vanillemilch eintauchen - ist das Brot sehr altbacken und eher hart, taucht man es länger ein.
Danach in der Ei-Mehl Mischung wälzen und sofort ins heiße Fett einlegen. Beidseitig knusprig braun ausbacken. Herausnehmen und auf Küchenpapier entfetten.
Die Pofesen halbieren und mit Staubzucker bestreuen, das wäre die klassische Version, siehe unten. Mit Schokolade übergossen und mit Mandelblättchen bestreut werden sie am Langbathsee serviert.
Das hier war die "Langbathsee-Version" der Pofesen vom Stüberl am See (Werbung, nicht gesponsert!), mit Schokoladesauce und Mandelblättchen bedeckt und eine Vanillesauce extra dazu. Es wurde sicher Toastbrot und eine gekaufte Vanillesauce verwendet... naja, aber nach dem Wandern rund um den großen und den kleinen Langbathsee trotzdem gut!!
Dafür zahlt es sich zu Hause aus, nur die besten Zutaten zu verwenden und idealerweise sogar das Brot oder Brioche selbst zu backen. Empfehlung für dieses Dessert bzw. süße Hauptspeise!
Wer fürchtet sich mehr... die Schlangen oder die Sänger, denen das Holz gehört? 😏
Die umliegenden Berge spiegelten sich im sonnigen See "um die Wette"... die Sonne verschwand aber bereits am frühen Nachmittag hinter den Bergen (Ende Oktober) und es wurde schnell ziemlich kalt. Möglicherweise erreicht die Sonne den See im Winter gar nicht mehr, weiß wer genaueres?
Der (im Moment empfindlich kalte) Herbst ist nicht nur bei uns in Wien eingekehrt, sondern auch bei Zorra und Caroline von Linal’s Backhimmel.
Ich schließe mich mit einem schön herbstlichen Kürbis-Birnen-Risotto dem Herbstzeit-Event an. Das Risotto schmeckt mit erntefrischen und vollreifen Zutaten nur im Herbst so gut! 😍
Risotto mit Hokkaido-Kürbis und Birne vegetarisch
(für 2 Personen)
150 g Reis für Risotto (Arborio, bei mir heute spanischer Bomba-Reis) ca. 200 g Hokkaido-Kürbis, entkernt und geputzt gewogen 1 kl. Zwiebel 1 Knoblauchzehe etwas Olivenöl 1 Glas Weißwein oder Birnensaft (ich) ca. 500 ml heiße Gemüsesuppe Salz, weißer Pfeffer 1/2 TL Thymian 1/2 TL geräuchertes Paprikapulver 1 EL geriebener Parmesan und mehr zum Bestreuen 1 reife Birne
Den Kürbis mit Schale kleinwürfelig schneiden, Zwiebel und Knoblauch ebenso klein schneiden.
Wie gewohnt ein Risotto zubereiten: Zwiebel und Knoblauch in Öl anlaufen lassen, ohne Farbe nehmen zu lassen. Den Reis einrühren, sodass jedes Körnchen von Öl benetzt ist. Mit Wein oder Saft ablöschen, die Kürbiswürferl und Gewürze dazugeben und unter oftmaligem Rühren immer wieder mit heißer Suppe aufgießen. Reis und Kürbis werden gleichzeitig bissfest. Abschmecken.
Die Birne nun schälen, entkernen und in gefällige Würfel schneiden, ein paar dünne Scheiben zur Deko beiseite geben. Die Birnenwürferl und 1 EL Käse (nicht zu viel) unter das Risotto rühren, eventuell noch mit Suppe geschmeidig machen.
Das Risotto mit ein wenig Parmesan bestreut und mit den Birnenscheibchen servieren.
Also, ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich liebe die süßliche und fruchtige Komponente der Birnen im Risotto! Genauso wie die Apfelwürferl in meinem Apfelrisotto (mit Hühnerleber) und im Frühling die marinierten Erdbeeren im Spargelrisotto
Die Birne sollte aber wirklich reif und nicht hart und geschmacklos sein, gell...
Was ist der Unterschied zwischen Tortelli und Ravioli?
Keine Ahnung? Die italienische "Nudelkunde" ist auch nicht so einfach zu durchschauen und kann zudem noch regional differenzieren... Ravioli sind vielleicht eher quadratisch, aber auch Tortelli sind oft viereckig, meist aber größer. Wie auch immer, schmecken muss es, oder?
Zumindest stammen die heutigen gefüllten Nudelteigtascherln aus meinem schönen Toskana-Kochbuch von Cettina Vicenzino. Susi Turbohausfrau hat wie immer eine detailgenaue Rezension geschrieben, dieses Genussbuch enthält - so wie das Sizilien-Buch der Autorin - schöne Geschichten mit Fernwehfaktor und wirklich köstliche Rezepte zum Nachmachen-wollen.
(Werbung nicht gesponsert!)
Tortelli Cacio e Pere (Käse und Birnen)
frei nach dem Toskana Kochbuch für 2 - 4 Personen
Nudelteig nach Felix: 2 Eier, ca. 110 g (bitte abwiegen) ca. 220 g Mehl (doppeltes Gewicht der Eier) etwas kaltes Wasser, nur nach Bedarf
Fülle: (die halbe Mange vom Originalrezept) 100 g Ricotta, abgetropft 1 kleine bzw. halbe schön reife Birne 70 g mittelalter Pecorino, fein gerieben Salz, weißer Pfeffer
Rotes Püree: 1 mittelgroße rote Rübe (Bete) Salz, Pfeffer optional etwas Rotwein oder Traubensaft (ich)
zum Vollenden: 2 - 3 EL Butter 1 Handvoll Walnüsse, grob gehackt (im Original Mohn) optional dünne Birnenscheiben optional ein wenig Pecorino, gerieben
Zubereitung:
Einen geschmeidigen Nudelteig kneten und bei Zimmertemperatur zugedeckt mindestens eine halbe Stunde rasten lassen, länger ist auch kein Problem. Ich finde den Nudelteig von Felix am besten erklärt.
Für die Fülle wird die Birne geschält, entkernt und klein geschnitten bzw. zerdrückt. Alle Zutaten gut verrühren, ich habe mit dem Pürierstab nachgeholfen. Die Fülle gut abschmecken und kalt stellen.
Für das Püree die rote Rübe schälen und in wenig Salzwasser weichkochen. Pürieren und abschmecken, eventuell mit ein wenig Rotwein oder Saft verdünnen. Beiseite stellen und vor dem Servieren (wieder) erwärmen.
Den Nudelteig nun wie gewohnt dünn ausrollen und viereckige, ca. 6-7 cm große gefüllte Teigtaschen herstellen: Dabei jeweils einen Klecks Fülle mit einem Spritzsack oder einem Löffel (ich) auf die Teigplatten setzen. Ich habe den Teig rund um die Fülle noch mit Wasser bepinselt. Mit Teig abdecken und die Ränder gut andrücken. Vierecke schneiden, wobei pro Person etwa 5-6 Tortelli gerechnet werden. Reste der Fülle passen auf Crostini.
Die Tortelli in reichlich Salzwasser 3-4 Minuten mehr ziehen als kochen lassen.
In der Zwischenzeit die Butter in einer Pfanne schmelzen und die abgeschöpften Tortelli darin schwenken.
Anrichten: einen Klecks rote Rüben-Püree in die Mitte des Tellers geben, rundherum die Tortelli, gehackte Walnüsse und noch ein wenig zerlassene Butter, geriebener Käse und Birnenscheibchen (wenn vorhanden, ich hatte keine mehr).
(kleine Portion, es gab Nachschlag!)
Fazit: Sehr sehr harmonisch im Geschmack und schön herbstlich! Man braucht unbedingt richtig reife Birnen (Fallobst eignet sich gut), denn die Birne macht die Ricotta-Pecorinofülle aromatisch mild.
Zum Bestreuen der Tortelli haben mir die gehackten Walnüsse ganz besonders gut gefallen, sie passen geschmacklich super dazu und geben dem weichen Nudelgericht knackigen Bissss!
Hier noch ein Blick aufs Originalrezept im Kochbuch-
Valeria Piccini führt ein Restaurant in der südlichen Toskana, die Tortelli stehen seit vielen Jahren auf ihrer Karte!
Auch wenn das Rezept ein wenig aufwändig ist, für gutes Essen zahlt es sich aus, sich die Zeit dafür zu nehmen, oder?
Ich dachte immer, Heidelbeeren = Huckleberries, aber so einfach ist die Sache doch nicht...
Huckleberries sind eigentlich eine amerikanische wilde Waldheidelbeer-Sorte (Huckleberry Pacific Spear, Vaccinium ovatum), die an der Nordwestküste der USA heimisch ist, interessanterweise ist die Pflanze immergrün. Eine andere Sorte ist die Amerikanische Heidelbeere (Vaccinium corymbosum), von der die gezüchteten Kulturheidelbeeren abstammen. Die für mich beste Sorte ist natürlich die heimische Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus), die nicht nur schmeckt, sondern ein gesundes vitaminreiches Heilmittel ist.
Zum Glück hatte ich einen Vorrat an Waldheidelbeeren eingefroren, denn auch die Zeit der heimischen Kulturheidelbeeren geht jetzt im Frühherbst dem Ende zu, wie ich von meinem liebsten Obststand in einer Wiener U-Bahnstation erfuhr - quasi Obst-ab-Hof-Verkauf am Bahnhof.
Das heutige Rezept stammt von Jen aus den Colorado Rocky Mountains, ich mag ihren Blog "use real butter" sehr gern, auch weil sie die mit Abstand schönsten Landschaftsbilder zeigt.
für eine tiefe Pie-Form von ca. 22 - 23 cm Durchmesser (9 inch)
Teig:
350 g (Dinkel-) Mehl 280 g kalte Butter in Würfeln 25 g Kristallzucker 1 gute Prise Salz ca. 6 EL eiskaltes Wasser, nur nach Bedarf
Fülle:
ca. 500 g Heidelbeeren, frisch oder gefroren (ich habe auch einige rote Ribisel /Johannisbeeren reingeschmuggelt) 55 g brauner Zucker oder Kokosblütenzucker (ich) 45 g Kristallzucker, nach Belieben auch mehr (orig. 1 cup, 225 g!) 1 TL Zimt 2 EL Zitronensaft 2 - 3 EL Stärkemehl (orig. Tapioca-Stärke oder 4 EL weiße Tapioca-Perlen)
zum Bestreuen / Bestreichen:
1 EL Butter in kl. Würfeln 1 Ei (S) 1 EL Milch 1 EL Kristallzucker
Zubereitung:
Für den Teig alle Zutaten verkneten, am besten geht das mit dem Messereinsatz des Zerkleinerers. Kurz mit den Händen durchkneten und den Teig ungleich halbieren. Die kleinere Hälfte auf bemehlter Arbeitsfläche nicht zu dünn ausrollen und in eine befettete Form legen / drücken (inkl. Rand). In den Kühlschrank stellen. Die 2. Teighälfte ebenso kühl rasten lassen, mindestens eine halbe Stunde, aber auch länger ist kein Problem.
Das Backrohr auf 175°C vorheizen. Alle Zutaten für die Fülle vermischen, ich habe dabei den Zuckeranteil radikalst reduziert. Die Heidelbeerfülle in die Form auf den Teigboden leeren, mit Butterwürfeln belegen.
Aus dem restlichen Teig*) beliebige Formen ausstechen und die Fülle dicht damit belegen. Ein Gitter aus Teigstreifen wäre auch schön. Ei und Milch verrühren und die Oberfläche damit bestreichen, dann mit Zucker bestreuen. Den Pie im Ofen etwa 45 - 50 Minuten backen, bis er schön gebräunt ist. Achtung! Die Fülle ist - wie bei Pies dieser Art - relativ flüssig, dickt aber beim Abkühlen noch ein.
*)Die Teigmenge ist reichlich, Reste können im Kühlschrank mehrere Tage "überleben". Der Pie-Teig enthält verhältnismäßig viel Butter, aber das macht ihn schön weich und auch im kalten Zustand gut zum Bearbeiten.
Servieren am allerbesten (lau-) warm und mit einem Löffel portioniert. Der Pie schmeckt aber auch ausgekühlt gut, Vanilleeis gehört immer dazu! Empfehlung für dieses fruchtige und unkomplizierte Dessert!
So schön rot verfärbt sich das Heidelbeerlaub im Herbst.
Das sind Bilder vom letzten Wochenende in Innsbruck mit einer kleinen feinen Wanderung rund um den Patscherkofel. So schön kann der Herbst sein, oder?