Donnerstag, 29. Juni 2023

gefüllte Kartoffeln für die kulinarische Weltreise

 


Mit Volkers "kulinarischer Weltreise" ist virtuell alles möglich, sogar nach Libyen zu reisen. Tatsächlich ist es kein Reise- und schon gar kein Urlaubsland und bei uns besteht auch eine Reisewarnung des Außenministeriums. 

Denkt man an das heutige Libyen fällt einem am ehesten Bürgerkrieg, Gaddafi, Öl ein. Das Land versinkt in Gewalt und Chaos. Flüchtlinge von weiter südlich gelegenen afrikanischen Ländern auf dem Weg nach Europa stranden in libyschen Lagern und werden nicht selten Opfer von Gewalt, Folter und Tod (Nachlese). Oder besteigen unsichere Boote über das Mittelmeer in Richtung europäischer Länder, die sie auch nicht mit offenen Armen aufnehmen... es ist die humanitäre Katastrophe unserer Zeit und auch ein Dilemma, das unsere Gesellschaft spaltet. Mit der Lösung werden auch die nächsten Generationen noch beschäftigt sein. 


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Die Suche nach libyschen Restaurants in Wien führt ins Leere, aber die orientalische Küche ist sehr gut vertreten. Die Küche Libyens ist sowieso beeinflusst von den nordafrikanischen Nachbarländern, von den Arabern, Berbern und der früheren Kolonialmacht Italien.

Auf der Suche nach einem libyschen Rezept sind mir im www gefüllte und frittierte Kartoffeln aufgefallen, die schmeckten uns echt gut. Man findet sie unter den Bezeichnungen M´Battan oder Batata Mbatna, Mubatan, Imbaten potatoes etc., wie man auch bei Petra sehen kann. Sie hatte die gleiche Idee, was ich immer spannend finde. Denn auch wenn zwei das gleiche tun, ist es doch nicht das selbe. 😉



meine gefüllten frittierten Kartoffeln
(Vorspeise aus Libyen)

250 g Faschiertes (Hackfleisch) vom Lamm, ersatzweise Rind
1 kleine weiße Zwiebel
1 oder mehr Knoblauchzehen
1/2 EL Tomatenmark
Salz
Harissa für eine schöne Schärfe
Kreuzkümmel
Zimtpulver
Petersilie
Koriander
1 Ei
Olivenöl

ca. 2 große Kartoffeln
1 Ei
Mehl

reichlich Öl zum Ausbacken
Salzflocken zum Bestreuen

Für 6 Stück habe ich eine sehr große Kartoffel verwendet und aus den Resten der Fülle (mit Zugabe von Grieß und Bröseln) Fleischbällchen frittiert. 

Zubereitung:

Die Zwiebel fein hacken und in Olivenöl glasig braten, das faschierte (Hack-) Fleisch und den Knoblauch dazugeben und gut durchbraten. Tomatisieren, würzen und abschmecken. Ein wenig auskühlen lassen und dann die gehackten frischen Kräuter und das Ei für die Bindung beifügen.

Die rohen Kartoffeln schälen und so in dünne Scheiben schneiden, dass jeweils zwei Scheibchen eine "Tasche" bilden (also einmal nicht ganz durchschneiden). 



Die Kartoffeltaschen jeweils mit ungefähr 1 EL Fülle füllen, ein wenig zusammendrücken, rundum mit Ei bepinseln und mit Mehl bestäuben. 



Reichlich Öl erhitzen und die Teilchen schwimmend frittieren, bis die Kartoffeln goldbraun sind. Erstaunlicherweise halten die Kartoffeln mit der Fülle gut zusammen und lösen sich nicht auf... das war mein Aha-Erlebnis dabei...



Zum Servieren mit Salzflocken bestreuen und als Vor- oder sommerliche lauwarme Hauptspeise mit zB. Löffelsalat und anderen guten Sachen anrichten. 




Diese Kartoffeln sind eine nette Spielerei, wenn frau Muße und Lust dazu hat. Sie schmeckten uns sehr gut und sind im Endeffekt doch überraschend unkompliziert zu basteln.
Nächstes Mal würde ich die Fülle so wie Petra roh verwenden, denn durch das relativ lange Frittieren wird sie auf jeden Fall gar. Ob man nun Mehl wie in meinem Rezept oder Semmelbröseln zum Panieren nimmt, ist ziemlich egal und mehr ein optischer Unterschied... 


Linkliste:


Susanne von magentratzerl mit Mbakbaka - Libysche Pasta mit Hühnchen in Tomatensauce Britta von Brittas Kochbuch mit Za'atar - Die Gewürzmischung aus dem Maghreb Britta von Brittas Kochbuch mit Rooz fil furoon - Libyscher gebackener Reis Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Libysche gefüllte Kartoffeln - M'Batten Simone von zimtkringel mit Libysche Mbakbaka Wilma von Pane-Bistecca mit Kufta bil Batinjal Regina von Bistrogobal mit Mbakbka - Libyscher Lammeintopf Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Ghraybeh mit Nelken - libysche Butterkekse Susanne von magentratzerl mit Shorba libya Britta von Backmaedchen 1967 mit Arshella Mandel-Anis-Biscotti Friederike von Fliederbaum mit gefüllte frittierte Kartoffeln Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Couscous bil Busla - libyscher Couscous mit gedämpften Zwiebeln


Eine interessante Auswahl, oder?
Liebe Grüße aus Wien









Dienstag, 13. Juni 2023

gar nicht verzopfte Zopfliebe



Blog-Event CXCVII - Zopfliebe (Einsendeschluss 15. Juni 2023)

Gar nicht verzopft = altmodisch ist das Zopfliebe Blogevent von Nadja (Little Kitchen and more) bei Zorra.


Bei uns in Wien sagt man ja Striezel zu einem geflochtenen Zopf aus Germ- bzw. Hefeteig. Weiter westlich und auch in Bayern und der Schweiz ist "Zopf" gebräuchlicher. Geflochten werden beide.

Die Heimat des feinen Zopfgebäcks liegt vermutlich in Wien. Schon 1840 bezeichnete eine Zeitung die Herstellung der Striezel als dort altüberliefert: „Charakteristisch ist für die Österreicher, besonders für die Wiener, die uralte Sitte, sich am Tag aller Heiligen mit einem zopfartigen geflochtenen Weißbrot, dem sogenannten (Aller-) Heiligenstriezel, zu beschenken.“ Quelle

Striezel oder Zopf ist Jacke wie Hose... und wie mögen sie zu jeder Jahreszeit! Der ein bisschen fettreduzierte Teig unten gelingt immer und der Striezel schmeckt pur oder mit Butter/Marmelade wirklich super! Da lass ich jedes andere Frühstück oder Kuchen stehen... 





flaumiger Striezel mit Mascarpone und Vanille
Inspiration

Zutaten für 1 großen oder 2 kleinere Zöpfe:
600 g Mehl (ich habe 595 g Dinkelmehl genommen)
100 ml Milch
1 Vanilleschote
60 g weiche Butter
150 g Mascarpone
2 Eier + 1 Eidotter
90 - 100 g Zucker
1/2 Würfel, ca. 21 g frische Germ / Hefe
1 TL Salz
1/2 bio Zitrone, die abgeriebene Schale
etwas Muskatnuss

(alle Zutaten sollen mind. Raumtemperatur haben)

1 Eidotter und ca. 1 EL Milch zum Bestreichen
Hagelzucker zum Bestreuen

Zubereitung:
Die Vanilleschote aufschneiden und das Mark herauskratzen. Beides in der Milch leicht erwärmen und ziehen lassen, dann die Vanilleschote entfernen. Die Germ / Hefe in der lauwarmen Milch auflösen. 
Aus allen Teigzutaten einen eher festen Germteig kneten, aber wenn notwendig noch einen Schluck Milch dazugeben. 
Den Teig zugedeckt aufgehen lassen, bis er sein Volumen schön verdoppelt hat. 
Ich habe dann einen langen 4-Strang-Zopf geflochten und ihn wie einen Kranz auf ein Backblech + Papier bugsiert. 


4-Strang-Zopf:
Jeweils den rechts außen Strang über 1 Strang nach links legen,
und jeweils den links außen Stang über 2 Stränge nach rechts legen,
immer so weiter, bis der Zopf fertig geflochten ist! 😍




Den Striezel kurz entspannen lassen, dann bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen. 
Backen: Ich stelle Germteiggebäck immer ins kalte Backrohr und schalte dann erst auf ca. 175°C ein. So erspart frau sich ein nochmaliges Aufgehen-lassen und das Vorheizen des Ofens. 
Das Ding eine gute halbe Stunde backen.




Tipp: Nach dem Backen gut auskühlen lassen, dann kommt die Vanille deutlicher zur Geltung! 




Meine liebsten Zöpfe bisher waren der flaumige Wolkenzopf (links) und der Striezel mit Buttermilch und weißer Schokolade (beide oben rechts). Das geflochtene Osternest backe ich gern nach einem Oma-Rezept. 

Habt ihr auch einen Lieblings-Striezel? 






Freitag, 9. Juni 2023

der Lavendel blüht noch nicht

 

Gartenbild vom Vorjahr

Für so üppige Lavendelblüten ist es noch zu früh, 


aber sie stehen schon in den "Startlöchern"...

Für mein heutiges Dessert musste ich auf getrocknete bio Lavendelblüten zurückgreifen. Das tolle Rezept ist mir in einer bunten Zeitungsbeilage aufgefallen, es ist aus Cettina Vicenzino´s neuem Italien-veggie Kochbuch. Ich muss gestehen, dass ich das Buch (noch?) nicht habe, aber diese Rezension hat mich sofort elektrisiert. Denn Cettinas bisherige Genussbücher über Sizilien und die Toskana nehme ich gern zur Hand fürs Nachkochen oder nur darin schmökern und von Italien träumen.
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Siehe auch meinen liebsten Topinambur und die herbstlichsten aller Teigtaschen




Lavendel-Orangendessert
"Lavendel-Frischkäse Törtchen" frei nach Cettina Vicenzino

(für 4 Personen)

Boden:
4 handelsübliche große Honigwaffeln

Creme:
200 g weiße Schokolade
5 g Kakaobutter, ersatzweise Kokosöl
600 g Frischkäse
1 TL selbstgemachter Vanillezucker (im Original 1 Msp. Vanillepulver)
4 Tropfen bio ätherisches Lavendelöl
optional etwas Lavendel- oder Blütenhonig

Crunch:
2 Honigwaffeln
4 EL Orangenmarmelade (bei mir selbstgemachte mit Schalen)
2 EL Orangenlikör (ich habe selbstgemachten Bitterorangenlikör verwendet)

Deko:
3 - 4 EL Orangenmarmelade
ca. 2 EL Orangenlikör
1 EL bio Lavendelblüten (frisch oder getrocknet)
optional frische Lavendelzweige

4 Dessertringe mit 8 cm Durchmesser

Zubereitung:

Für die Creme wird die Schokolade mit der Kakaobutter über einem (nicht kochenden!) Wasserbad geschmolzen, dann kurz auskühlen lassen. Frischkäse mit den Aromen verrühren und die Schokolade einrühren. Die Creme abschmecken, evtl. mit etwas Honig nachsüßen. 

Achtung! Das ätherische Öl ganz vorsichtig verwenden und nicht überdosieren! 

Crunch: Zwei Honigwaffeln mit den Fingern so gut es geht zerkleinern (es muss nicht ganz fein sein) und mit Marmelade und Likör vermischen. 

Deko: Die Marmelade mit Likör und ggf. etwas heißem Wasser glattrühren für obenauf. 

Zusammenbauen:

  • Für den Boden des Desserts wird jeweils eine Honigwaffel in die 4 Dessertringe eingepasst. Meine Waffeln waren größer als die Dessertringe, ich habe sie ausgestochen und rundherum schön abgeschnitten. 
  • Etwas Creme (jeweils 1/8) darüber verstreichen. 
  • Den Crunch darüber verteilen und ein wenig glätten. 
  • Weitere bzw. die restliche* Creme bis zum Rand einfüllen und glattstreichen. 
  • Die Marmelade-Deko obenauf verteilen und mit ein paar Lavendelblüten behübschen.
  • Das Dessert zumindest eine Stunde kalt stellen, bevor die Dessertringe entfernt werden. 

* Bei mir blieb Creme übrig.






Diese Törtchen schmeckten sensationell, fanden wir. Das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten, die nicht allzu süße Creme, die Honigwaffeln, die Bitternote der Orangen und der dezente Lavendel hat uns begeistert. 

Ein Nachteil ist, dass die gekühlte Honigwaffel, die den Boden bildet, sehr hart ist. Sie kann nicht unfallfrei zerteilt werden und bleibt übrig. Ich würde nächstes Mal daher alle Honigwaffeln zerkleinern. Oder man richtet das Dessert einfacher an ohne Dessertringe und steckt eine extra Honigwaffel in die Creme... 



Das Lavendelöl und meine vielen anderen ätherischen Öle beziehe ich von hier und verwende sie vor allem im Diffuser. Ich mag es besonders am Abend sehr gern, wenn je nach Laune beruhigende oder anregende Düfte durch den Raum schweben. Die Aromatherapie als Unterstützung bei diversen Beschwerden und Krankheiten ist eine ganzheitliche Behandlungsform mit langer Tradition. "Pflanzendüfte sind wie Musik für unsere Sinne", besagt ein altes persisches Sprichwort. Körper und Geist oder die Seele bzw. eigentlich unser limbisches System im Gehirn werden mittels der Düfte angesprochen, heißt es. Die Aromatherapie wird auch in einem Wiener Privatspital bei Chemotherapien angeboten und erfolgreich eingesetzt - die Nebenwirkungen seien dadurch deutlich geringer. Bei einer Erkältung, wie gerade jetzt, finde ich es so angenehm, wenn die Nase durch Düfte wieder frei wird... 

Da meine Öle natürlich bio sind, verwende ich sie auch tröpferlweise (nicht zu viel) in der Küche, besonders eben Lavendel, Zitrone, Minze etc.
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Habt ihr auch ätherische Öle zu Hause? 



Freitag, 2. Juni 2023

süße Rhabarberzeit

 


Der Frühling hat sich jetzt Ende Mai endlich durchgesetzt und die Daunenjacke ist hoffentlich für längere Zeit nicht mehr gefragt. So eine elendslange kühle Zeit hatten wir lange nicht, oder? 

Leider dauert die Saison für Rhabarber (und auch Spargel) jetzt auch nicht mehr lang, kaum dass sie verspätet begonnen hat. Rund um den 24. Juni ist Schluss mit beiden, Rhabarber bildet danach zu viel Oxalsäure aus. Die Spargelernte endet zum "Spargelsilvester", weil die Pflanze sonst im nächsten Jahr weniger Ertrag liefern würde. 


Backt doch im Juni einen Rhabarberkuchen, ich stelle euch meine drei liebsten vor:


Rhabarberkuchen mit Gleichschwerteig,  Rhabarberkuchen mit Schokoteig


Der dritte Rhabarberkuchen (siehe unten) stammt von unserer rumänischen 24 Stunden-Betreuerin Aurora. Sie bäckt gern und viel und mit Kuchen kann sie bei meiner Mutter immer punkten... 

Aurora und Carolina sind uns rasch ans Herz gewachsen, die beiden Betreuerinnen wechseln sich alle drei Wochen ab. Auch meine demente Mutter hat sich mittlerweile nach dem Tod ihres Mannes an die mütterlichen und warmherzigen Frauen im Haus gewöhnt (*klopfaufholz* dass es auch so bleibt). Auch wenn sie sich deren Namen meist nicht merkt. Aber sie ist nicht allein, was das wichtigste ist, und ich kann wieder halbwegs mein eigenes Leben gestalten...

Die 24 Stunden Pflege wurde uns vermittelt über die "Volkshilfe Niederösterreich" und ich mache gern von Herzen Werbung für diese gemeinnützige Organisation (natürlich unbezahlt!). 


Demenz und Trauer sind übrigens eine interessante Kombination, finde ich, zumindest bei uns. Mir kommt nämlich so vor, als hätte meine Mutter die Trauerphase nach dem Tod ihres Mannes sozusagen "übersprungen". Anfangs hat sie es nicht glauben können und hat ihn gesucht, obwohl sie beim Sterben bei ihm war. Jede Erinnerung war und ist weg oder erfolgreich verdrängt. Dann war eine kurze Zeit der Traurigkeit, wo ich viel mit ihr gesprochen, getröstet und Fotos gezeigt habe. Schon das Begräbnis hat sie gut und fast ungerührt überstanden und nun ist sie mehr oder weniger "zur Tagesordnung" zurückkehrt. Gut oder schlecht, ich bewerte nicht. 




Rhabarberkuchen mit Kokosbaiser "Aurora"

(für 1 kleines Backblech)

Teig:
250 g weiche Butter 
240 g Zucker 
5 Eidotter + 1 ganzes Ei 
1 Prise Salz
Zitronenabrieb
400 g Mehl
1/2 P. Backpulver 
6 EL Milch oder Obers

Belag:
1 Bund Rhabarber 
1 EL Zucker 

Haube:
5 Eiklar
1 Prise Salz
250 g Zucker
60 g Kokosette / Kokosflocken


Mit dem Rhabarber beginnen: die gröbsten Fäden entfernen und in ca. 2 cm lange Stücke schneiden, dicke Stangen auch längs halbieren. Den Rhabarber in einem Sieb mit dem Zucker vermischen, einen Teller drunter stellen und entsaften lassen. 

Das Backrohr auf 180°C vorheizen. 

Einen Rührteig herstellen: Butter, Zucker, Aromen und Ei schaumig schlagen. Dann das mit Backpulver vermischte Mehl mit einem Löffel einmengen und nach Bedarf Milch oder flüssiges Obers. Den Teig auf das Backblech streichen. 
Die Rhabarberstücke auf dem Teigboden verteilen und dabei gut in den Teig hinein drücken. Im Ofen 30 Minuten backen.

In der Zwischenzeit die Kokoshaube schlagen, also Eiklar mit Salz schaumig schlagen. Den Zucker einrieseln lassen und steif schlagen. Zum Schluss die Kokosflocken einrühren. Diese Masse wird nun auf den Kuchen gestrichen und 15 Minuten fertig gebacken.



Es ging nicht anders: wir mussten über den noch ofenwarmen Kuchen "herfallen"... und das Rezept macht inzwischen innerhalb der Familie die Runde und nicht nur dort hoffentlich 😋




Alles Liebe!





Freitag, 12. Mai 2023

12 von 12 im Mai am Traunsee

 

Heute ist Freitag, der 12. Mai, und es ist wieder ein 12 von 12 Tag. Caro (Draußen nur Kännchen) sammelt wie jedes Monat unsere 12 Bilder des Tages.



1    Weder der Traunsee noch der markante Traunstein lassen sich heute von unserer Ferienwohnung aus blicken. Guten Morgen heute aus dem Salzkammergut in Oberösterreich. 

Nach wochenlanger Altenpflege (12 von 12 im März) genieße ich ein paar freie Tage, während eine 24 Stunden-Hilfe die Eltern betreut. Heute ist auch der internationale Tag der Pflege, wo mit Infos und Veranstaltungen auf die Thematik aufmerksam gemacht werden soll. Ich bewundere alle, die Pflegearbeit berufllich machen! Und dabei meist nicht adäquat bezahlt werden...


2    Die Berge verstecken sich den ganzen Tag in Nebel und Wolken, aus denen es aber zum Glück nicht so regnet wie gestern. Das ziemlich frische Frühlingswetter finden wir heute sogar sehr angenehm. 


3    Herr Fliederbaum und ich fahren über einsame und abgesperrte Forststraßen (und natürlich mit amtlicher Erlaubnis) in die Berge, um an verschiedenen Quellen Wasserproben für Analysen zu nehmen.
Hier auf etwa 1000 Meter Höhe erleben wir eine Überraschung... schönster Bärlauch in diesem Laubwald. Er ist genau richtig und "knofelt" schön, natürlich pflücke ich einige Blätter.


4    Über Stock und Stein wandern wir durch den Wald auf den Eibenberg, um eine Quelle zu suchen.


5    Die gesuchte Wasserquelle ist erreicht... unter dem Felsen ist ein "Loch" im Hang, Wasser sprudelt heraus und bahnt sich seinen Weg ins Tal. Wir füllen 3 Fläschchen mit dem 5° kalten Wasser, und es schmeckt auch sehr erfrischend. Ein Kuckuck ist in der Nähe und singt uns sein Lied.


6    Die schönsten Frühlingsblumen blühen gerade oben in den Bergen, viele Schlüsselblumen und auch Schneerosen habe ich noch gesehen. Schneereste aber auch...


7    Ausblick über den südlichen Traunsee von oben herab.


8    Wieder eine Quelle am Hang, sogar mit einem Holzbrett zum Sitzen. Insgesamt schaffen wir es heute 7 Wasserstellen zu beproben.


9    Wieder Bärlauch so wie im Buchenwald?
Neinnn, das sind Maiglöckerl, die hier in den tieferen Wäldern häufig wachsen. Sie sind aber hochgiftig und dürfen nicht mit Bärlauch verwechselt werden. Man kann die beiden leicht auseinander halten... Bärlauch hat ein Blatt pro Stängel und bei Maiglöckchen wachsen jeweils zwei Blätter aus einem Stängel. Mir ist der Unterschied noch nie so deutlich geworden wie heute.

 

10    Auf der Heimfahrt noch ein Blick über den Traunsee Richtung Traunkirchen... der hübsche Ort mit der Kirche auf der Halbinsel. Wart ihr schon dort?


11    Auf die Pizza nach getaner "Arbeit", die sowieso mehr Vergnügen war, haben wir uns schon gefreut!

12    Am Abend lässt sich der Traunsee blicken, aber der Berg immer noch nicht....


Bonusbild: So soll der Ausblick sein. 😊

Die markante Frau Traunstein, die "Wächterin" des Salzkammergutes, wie sie sich bei unserer Ankunft präsentiert hat... ich mag diesen Berg sehr gern, obwohl ich noch nie oben war. 

 

Liebe Grüße von diesem 12. Mai, der für mich denkwürdig mit einem zwar vorhersehbaren, aber doch unerwartet schnellen familiären Todesfall endet, genau wie meine Urlaubstage. Denn morgen früh ist heimfahren angesagt... aber das ist eine andere Geschichte



Donnerstag, 4. Mai 2023

Korvapuusti oder süße finnische "Ohrfeigen" im Mai

 


Bildquelle
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Nordlichter einmal in natura zu sehen, steht auf meiner "Liste" ziemlich weit oben. In Lappland im Norden Finnlands besteht offenbar 200 Mal im Jahr die Chance auf die bunten Himmelsfarben, die so ein mystisches Gefühl erzeugen. 


Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in Finnland - die besten Rezepte und Gerichte

 

Volkers "kulinarische Weltreise" im Mai ist für Polarlichter leider zu spät nach Finnland unterwegs, denn Aurea Borealis ist nur im Winterhalbjahr in klaren Nächten zu sehen. Macht nichts, ich glaube, Finnland wäre sowieso immer eine Reise wert. Ich war aber leider noch nicht dort, wart ihr schon in Finnland?


weiß wie Schnee, blau wie die Seen

In Wien gibt es wenige kulinarische Angebote aus Finnland oder Skandinavien, aber zumindest ein finnisches Café - das IHANA, was "wunderbar" auf deutsch heißt. Wunderbar schmecken auch finnische Zimtschnecken. Das Rezept für meine habe ich mir aus dem www zusammengesucht. 




Korvapuusti - finnische Zimtschnecken 

Zutaten für ca. 15 Stück:

Teig:
500 g (Dinkel-) Mehl
½ Würfel frische Germ / Hefe oder 1 P. Trockengerm
1 Eidotter
1 TL gemahlener Kardamom
1 TL Salz
70 g Zucker
ca. 200 ml Milch
90 g Butter

Fülle:
100 g brauner Zucker
80 g flüssige Butter
ca. 1 EL Zimt

zum Bestreichen
1 Eidotter
1 EL Milch
etwas Hagelzucker

Zubereitung:

Teig: Die Milch lauwarm erwärmen und die Butter darin weich werden lassen. Aus allen Zutaten einen festen Germteig / Hefeteig kneten. Für Schnecken soll der Teig nie weich sein! Zugedeckt aufgehen und reifen lassen. 

Fülle: Die Butter sanft schmelzen und den Zucker darin verrühren, die Zimtmenge dem persönlichen Geschmack anpassen. 

Formen

  • Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem großen Rechteck ausrollen. Die ganze Teigfläche mit der Fülle bestreichen und wie einen Strudel einrollen. 
  • Nun werden trapezförmige Stücke abgeschnitten. Der größere Abstand soll 4-5 cm betragen. 
  • Die Stücke hochkant auf ein Backblech + Papier aufstellen, also auf den 4-5 cm breiten "Fuß", oben ist die schmale Kante. 
  • Mit einem runden Kochlöffelstiel drückt man nun diese schmale Kante tief ein.
  • Die Schnecken kurz rasten lassen, dann mit verrührtem Eidotter plus Milch bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen. 
  • Ins kalte Backrohr stellen (Vorheizen nicht notwendig) und bei 180°C etwa eine knappe halbe Stunde backen, bis die Schnecken schön gebräunt sind.




Sie schmecken herrlich, gut zimtig, aber doch eher süß, zumindest für mich. Zucker ist hier enthalten im Teig, in der Fülle und obenauf -- wer es weniger süß lieber hat, reduziert 3x den Zuckeranteil um 10 - 20%, so wie ich es das nächste Mal tun würde.
Das Besondere an finnischen Zimtschnecken ist der Kardamom im Teig und die eigenwillige Form. Sie werden meist für den Sonntag gebacken und sind offenbar im ganzen Land beliebt und auch bei uns. Bei mir wird es sie auch bald wieder geben!  😋






Linkliste der kulinarischen Weltreise:

Regina von bistroglobal mit Rahkapulla Britta von Brittas Kochbuch mit Poronkäristys (Rentiergeschnetzeltes aus Finnland) Britta von Brittas Kochbuch mit Talvinen salaatti (Finnischer Wintersalat) Britta von Brittas Kochbuch mit Lohikeitto (Finnische Lachssuppe) Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Sima und Munkki zum finnischen Maifeiertag Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Korvapuusti - Finnische Zimtschnecken Michael von SalzigSüssLecker mit Runebergintorttu (Finnische Runeberg-Törtchen) Ulrike von Salon Matilda mit Britakakku, Finnland, Urlaubsvorfreude Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Hernekeitto ja Pannukakku - finnische Erbsensuppe und Ofenpfannkuchen Simone von zimtkringel mit Karelische Blini #BEZUG! Edyta von Mein dolcevita mit Finnlands Roggenbrot - Ruisreikäleipä Edyta von Mein dolcevita mit Runeberg- Törtchen Friederike von Fliederbaum mit Korvapuusti - Finnische Zimtschnecken Britta von Backmaedchen 1967 mit Pikkupullat-weiche süße Brötchen aus Finnland Anja von GoOnTravel.de mit Traditioneller Genuss: Rahkapulla – Der klassische finnische Quarkkuchen Tina von Küchenmomente mit Kylmäsavulohipiirakka - Finnische Lachs-Quiche Volker von Volkermampft mit Makaronilaatikko - Finnischer Makkaroni-Auflauf


Ich bin gespannt auf die Rezepte der anderen "Reisenden"! 






Montag, 10. April 2023

Teigtaschen mit Lamm wie in Kärnten

 

ein mächtiger Gebirgszug - die Karawanken in Kärnten, 2013


üppige Kärntner Lammnudel, Gasthausfoto von 2013


Teigtaschen aus aller Welt sind das Thema bei der "kulinarische Weltreise" im April. Ich reise nicht weit weg, sondern bleibe bei heimischen bzw. Kärntner Teigtaschen und bastle die eher deftigen "Lammnudel" nach.
Sie bestehen aus einem dunklen Dinkelnudelteig mit einer Fülle aus faschiertem Lamm (Hackfleisch) und frischen Kräutern. Ich habe diese Variante zum ersten Mal in einem urigen Gasthaus im Dorf Zell-Pfarre ganz im Süden von Kärnten am Fuß der Karawanken gegessen. Die Wirtin hatte sie mit flüssiger Butter serviert und mit Kürbiskernen und Grammeln (Grieben) bestreut, wie das Foto oben von damals zeigt.
Deftig wie gesagt und seeehr sättigend, danach am besten ein Schnapserl trinken und eine Siesta im Liegestuhl einlegen....


...oder auf einer Bank mit Aussicht


Besonders in Kärnten hat sich über Jahrhunderte eine große Vielfalt an herzhaften und süßen Nudelteigtaschen entwickelt. Die "Kasnudel" mit Topfen-Erdäpfelfülle (Quark-Kartoffel) und Minze sind die bekanntesten. Übrigens werden die Kärntner Nudel auch im Plural ohne "n" am Ende ausgesprochen und geschrieben... 





"Lammnudel" Kärntner Teigtaschen mit Lammfülle
  für ca. 20 Stück

Nudelteig:
125 g Dinkelmehl (ich habe eine Mischung aus Dinkel-, Einkorn- und Emmermehl verwendet) 
50 - 70 ml lauwarmes Wasser nach Bedarf
1 Eidotter
1 gute Prise Salz
1 schwacher EL Öl

Fülle:
150 g Faschiertes (Hackfleisch) vom Lamm
1/2 Zwiebel, kleinwürfelig geschnitten
ca. 2 EL Öl
1 EL Semmelbrösel
Salz
schwarzer Pfeffer
frische Kräuter, klein geschnitten: Rosmarin, Minze, "Keferfil" = Kerbel, ersatzweise Petersil

weiters
:
reichlich Salzwasser zum Kochen
reichlich flüssige Butter
1 Handvoll Grammeln (Grieben), gehackt und gesalzen
1 Handvoll Kürbiskerne, trocken geröstet

Zubereitung:


Aus allen Zutaten mit der Hand einen Nudelteig kneten, er ist fertig, wenn er sich von der Schüssel löst. Der Teig soll glatt sein, seidig glänzen und mittelweich sein. Zugedeckt mindestens 30 Minuten rasten lassen.

Für die Fülle die Zwiebelwürferl in Öl glasig weich braten, aber keine Farbe annehmen lassen. Alle Zutaten vermischen, reichlich frische Kräuter verwenden und gut abschmecken. 

Den Nudelteig dünn ausrollen, Kreise mit ungefähr 9 cm Durchmesser ausstechen (zB. mit einem Glas). Jeweils 1 TL Fülle in die Mitte jedes Teigstückes geben und die Teigränder mit Wasser benetzen. Den Teig zusammenklappen und die Ränder krendeln, d.h. überlappend verschließen. 
Die Teigtaschen in kochendes Salzwasser einlegen und ca. 7 Minuten mehr ziehen als kochen lassen.

Zum Servieren mit reichlich flüssiger Butter übergießen und mit den gehackten und leicht gesalzenen Grammeln (Grieben) und Kürbiskernen bestreuen.
 



Sehr köstlich!
Ich finde kleinere Teigtaschen mit nicht allzu viel Fülle hübscher (psst! und auch einfacher herzustellen), daher habe ich sie heute gekrendelt und keine Riesennudel wie im Kärntner Gasthaus gemacht! Empfehlung! 





Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft sucht Teigtaschen aus aller Welt - die besten internationalen Rezepte 


Verlinkt mit der "kulinarischen Weltreise" von Volker, die im April kein bestimmtes Land ansteuert, sondern die weltweite Teigtaschenvielfalt zeigen möchte. Ein tolles Thema, finde ich, Teigtaschen sind ja fast weltweit verbreitet. Hier bei den "Kochgenossen" aus Wien gibt es einen sehr detaillierten Überblick über Teigtascherl aus aller Welt (unbezahlte Werbung).  

Auch auf meinem Blog gibt es einige wenige Teigtaschen:





links:
Kletzennudeln aka Dörrbirnen-Teigtaschen (Österreich)
Momos veggie (Nepal)
Fiore di patate, Kartoffelteigtaschen (Italien)

rechts:
Tortelli herbstlich (Italien)
Manti (Kasachstan)
Tiropitakia mit Feta (Griechenland)

ohne Bild:
Bolani (Afghanistan)
Buuz (Mongolei)








Linkliste der kulinarischen Weltreise:



Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Empanadas de morocho aus Ecuador
Britta von Brittas Kochbuch mit Pizza Calzone oder die größte Teigtasche der Welt (Italien)
Wilma von Pane-Bistecca mit Usbekische Manti
Sandra von Tracks and the City mit Toasted Ravioli aus St. Lous
Friederike von Fliederbaum mit "Lammnudel" - Teigtaschen mit Lamm wie in Kärnten
Wilma von Pane-Bistecca mit Sheng Jian Bao
Susannne von magentratzerl mit Sambose Mash
Britta von Brittas Kochbuch mit Bolani aus Afghanistan
Gabi von USA kulinarisch mit Knishes aus New York
Jenny von Jenny is baking mit Empanadas mit Quittenpaste und Käse aus Mittelamerika
Michael von SalzigSüssLecker mit Vegetarischen Empanadas – einfach köstliche Teigtaschen
Regina von bistroglobal mit Schwäbische Maultaschen
Wilma von Pane-Bistecca mit Zwei verschieden gefuellte Ravioli
Anja von GoOnTravel mit Herzhafte Piroggen: Ein Klassiker der polnischen Küche
Edyta von mein-dolcevita mit Teigtaschen aus Karelien
Susanne von magentratzerl mit Teigtäschchen mit Myzithra (Kalitsounia me myzithra)
Susan von Labsalliebe mit Reshteh Khoshkar – Glutenfreie süße Teigtaschen رشته خوشکار
 Britta von Brittas Kochbuch mit Kartoffeltaschen mit Frischkäsefüllung (Deutschland)
Regina von bistroglobal mit Cassone Romagnolo
Sonja von fluffig & hart mit Jjin Mandu - koreanische Teigtaschen
Simone von zimtkringel mit Cheese & Onion Pasties
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Vegane Mandu mit Kimchi-Füllung


was für eine Vielfalt!!