Freitag, 2. Juni 2023

süße Rhabarberzeit

 


Der Frühling hat sich jetzt Ende Mai endlich durchgesetzt und die Daunenjacke ist hoffentlich für längere Zeit nicht mehr gefragt. So eine elendslange kühle Zeit hatten wir lange nicht, oder? 

Leider dauert die Saison für Rhabarber (und auch Spargel) jetzt auch nicht mehr lang, kaum dass sie verspätet begonnen hat. Rund um den 24. Juni ist Schluss mit beiden, Rhabarber bildet danach zu viel Oxalsäure aus. Die Spargelernte endet zum "Spargelsilvester", weil die Pflanze sonst im nächsten Jahr weniger Ertrag liefern würde. 


Backt doch im Juni einen Rhabarberkuchen, ich stelle euch meine drei liebsten vor:


Rhabarberkuchen mit Gleichschwerteig,  Rhabarberkuchen mit Schokoteig


Der dritte Rhabarberkuchen (siehe unten) stammt von unserer rumänischen 24 Stunden-Betreuerin Aurora. Sie bäckt gern und viel und mit Kuchen kann sie bei meiner Mutter immer punkten... 

Aurora und Carolina sind uns rasch ans Herz gewachsen, die beiden Betreuerinnen wechseln sich alle drei Wochen ab. Auch meine demente Mutter hat sich mittlerweile nach dem Tod ihres Mannes an die mütterlichen und warmherzigen Frauen im Haus gewöhnt (*klopfaufholz* dass es auch so bleibt). Auch wenn sie sich deren Namen meist nicht merkt. Aber sie ist nicht allein, was das wichtigste ist, und ich kann wieder halbwegs mein eigenes Leben gestalten...

Die 24 Stunden Pflege wurde uns vermittelt über die "Volkshilfe Niederösterreich" und ich mache gern von Herzen Werbung für diese gemeinnützige Organisation (natürlich unbezahlt!). 


Demenz und Trauer sind übrigens eine interessante Kombination, finde ich, zumindest bei uns. Mir kommt nämlich so vor, als hätte meine Mutter die Trauerphase nach dem Tod ihres Mannes sozusagen "übersprungen". Anfangs hat sie es nicht glauben können und hat ihn gesucht, obwohl sie beim Sterben bei ihm war. Jede Erinnerung war und ist weg oder erfolgreich verdrängt. Dann war eine kurze Zeit der Traurigkeit, wo ich viel mit ihr gesprochen, getröstet und Fotos gezeigt habe. Schon das Begräbnis hat sie gut und fast ungerührt überstanden und nun ist sie mehr oder weniger "zur Tagesordnung" zurückkehrt. Gut oder schlecht, ich bewerte nicht. 




Rhabarberkuchen mit Kokosbaiser "Aurora"

(für 1 kleines Backblech)

Teig:
250 g weiche Butter 
240 g Zucker 
5 Eidotter + 1 ganzes Ei 
1 Prise Salz
Zitronenabrieb
400 g Mehl
1/2 P. Backpulver 
6 EL Milch oder Obers

Belag:
1 Bund Rhabarber 
1 EL Zucker 

Haube:
5 Eiklar
1 Prise Salz
250 g Zucker
60 g Kokosette / Kokosflocken


Mit dem Rhabarber beginnen: die gröbsten Fäden entfernen und in ca. 2 cm lange Stücke schneiden, dicke Stangen auch längs halbieren. Den Rhabarber in einem Sieb mit dem Zucker vermischen, einen Teller drunter stellen und entsaften lassen. 

Das Backrohr auf 180°C vorheizen. 

Einen Rührteig herstellen: Butter, Zucker, Aromen und Ei schaumig schlagen. Dann das mit Backpulver vermischte Mehl mit einem Löffel einmengen und nach Bedarf Milch oder flüssiges Obers. Den Teig auf das Backblech streichen. 
Die Rhabarberstücke auf dem Teigboden verteilen und dabei gut in den Teig hinein drücken. Im Ofen 30 Minuten backen.

In der Zwischenzeit die Kokoshaube schlagen, also Eiklar mit Salz schaumig schlagen. Den Zucker einrieseln lassen und steif schlagen. Zum Schluss die Kokosflocken einrühren. Diese Masse wird nun auf den Kuchen gestrichen und 15 Minuten fertig gebacken.



Es ging nicht anders: wir mussten über den noch ofenwarmen Kuchen "herfallen"... und das Rezept macht inzwischen innerhalb der Familie die Runde und nicht nur dort hoffentlich 😋




Alles Liebe!





7 Kommentare:

  1. Liebe Friederike,
    deine Mama hat Glück, eine Tochter wie dich zu haben! Und ich freue mich für dich, dass du wieder mehr Zeit für dich hast :-)
    Schön, dass ihr mit der Betreuung so ein Glück habt... Und wenn die Damen dann auch noch gute Rezepte mitbringen, was gibt es Besseres!
    Alles Liebe!
    Maria

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    1. danke dir :-))
      Es ist nicht leicht den alten Eltern beim körperlichen und geistigen Verfall zuzusehen...

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  2. Mmmmhhh liebe Friederike das sieht wieder köstlich aus und muss zwingen ausprobiert werden solange es die Stangen noch gibt. Danke für das Rezept und alles Gute für Dich und die Mama

    Liebe Grüße
    Kerstin und Helga

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    1. man muss die Rhabarberfeste feiern, wie sie fallen... :-))

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  3. Liebe Friederike,
    aus deinen Zeilen über deine Mama klingt unglaublich viel Liebe! So schön, das zu lesen.

    Dein Rezept klingt natürlich auch ausgezeichnet. Kokos und Rhabarber habe ich noch nie zusammen gegessen und muss das ausprobieren.

    Alles Gute und mein aufrichtiges Beileid!

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    1. Sorry, Turbohausfrau hier. Google mag mich nicht ...

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    2. ".. so unglaublich viel Liebe..."
      ja, das ist wohl so, wir haben uns in den letzten Monaten ein wenig aneinander gewöhnt.
      danke dir und lg

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