Shermin hat
den Einsendeschluss für ihr schönes kulinarisch-literarisches
Event verlängert und so bleibt noch genügend Zeit, um ein schönes Buch
vielleicht noch einmal zu lesen und ein dazu passendes Gericht zu kochen.
Ich wusste
sofort, mit welchem meiner Lieblingsbücher ich teilnehmen werde, es begleitet
mich immerhin seit mehr als 20 Jahren und es berührt mich immer wieder aufs
Neue. Den Anfang kann ich auswendig:
Hier war es. Da stand sie. Diese
steinernen Löwen, jetzt kopflos, haben sie angeblickt.
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| das steinerne Löwentor |
Kassandra stand dort – die mythische trojanische
Königstochter, der Christa Wolf mit eindrucksvollen
Worten und schöner Sprache Leben einhaucht und sie über ihr Leben erzählen
lässt. Die griechische Mythologie und Homer und das Thema Frau – Mann –
Abhängigkeit – Gewalt machen die Erzählung zu einem zeitlosen Erlebnis.
Während des Trojanischen Krieges tritt Kassandra
als weibliche Widerstandsfigur auf, aber sie kann den Untergang nicht aufhalten.
In der zunehmend männerdominierten und gewaltbereiten Gesellschaft hat sie und
die Frauen keine Bedeutung (mehr). Nach dem Sieg der Griechen über Troja wird
Kassandra wie viele andere gefangen genommen und nach Griechenland zur Festung des
Agamemnon gebracht. Das letzte, was sie sieht, ist das steinerne Löwentor von
Mykene.
Das Büchlein
reist jedes Mal mit mir mit, wenn es nach Griechenland geht, zuletzt zu Ostern
2009 auf den Peloponnes. Erst da habe
ich endlich Mykene zum ersten Mal besucht:
Diese Festung, einst uneinnehmbar, ein
Steinhaufen jetzt…
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| Früh am Vormittag, noch bevor die ersten Bustouristen kommen, hatten wir Mykene für uns allein |
"Hier ende ich, ohnmächtig, und nichts,
nichts was ich hätte tun oder lassen, wollen oder denken können, hätte mich an
ein anderes Ziel geführt."
(Kassandra)
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| Frühlingsblumen in Mykene |
Großer Gedankensprung von den Blumen für den
Mythos Kassandra zum profanen Essen. Ein Kochevent, auch wenn es ein
bibliophiles ist, verlangt nach einem Kochrezept. So habe ich wieder einmal griechisch gekocht:
Mussaka auf meine Art
Mussaka-Rezepte gibt es wohl soviele
wie Sand am griechischen Meeresstrand und jede griechische Familie wird auf
IHRE Version schwören. Dieses Rezept ist meine erprobte österreichische Variante für 4 Personen.
1 - Kartoffeln:
- 3 große Kartoffeln
(das sind etwa 500 g) kochen, schälen und in nicht zu dünne Scheiben schneiden,
leicht salzen und beiseite stellen.
2 - Melanzani/Auberginen:
- 2
mittelgroße Melanzani/Auberginen waschen, in etwa halb-cm-dicke Scheiben
schneiden und sofort und rasch gut salzen (die Melanzani werden schnell braun).
In einem Sieb mindestens eine halbe Stunde abtropfen lassen.
Dann die Scheiben mit Küchenrolle abwischen und in einer Pfanne in wenig Olivenöl
nach und nach beidseitig braun braten. Nur wenig Öl verwenden, denn die
Melanzani saugen sich schnell mit Öl voll. Herausnehmen und auf Küchenpapier parken.
3 - Sugo:
- 500 g
faschiertes Lamm- oder Rindfleisch/Hackfleisch in derselben Pfanne mit zusätzlich Olivenöl gemeinsam
mit
- 1 Zwiebel anbraten,
- Knoblauch nach
Geschmack und
- 1 Dose
Tomaten (im Sommer natürlich entsprechend frische aromatische Paradeiser) dazugeben, mit
- einem guten
Schuss Rotwein und/oder Suppe/Brühe aufgießen und würzen mit
- Salz und
Pfeffer sowie
- griechischen
Kräutern je nach Vorhandensein, aber zumindest getrockneter Oregano, Rosmarin
und 1 Lorbeerblatt sollten verwendet werden. Salbei finde ich auch sehr
passend.
(Zu den meist benutzten Gewürzen und Kräutern in der griechischen Küche
zählen Basilikum, Lorbeer, Kamille, Majoran, Pfefferminze, Oregano, Rosmarin, Salbei,
Thymian, Bohnenkraut und Zimt.)
Etwa eine halbe Stunde offen schmurgeln
lassen, ich lasse ganz gern noch getrocknete, klein geschnittene Tomaten mitgaren.
Eventuell noch etwas Flüssigkeit (Rotwein) dazugeben, wenn das Sugo zuwenig
„soßig“ ist, aber nicht zu flüssig machen. Mit etwas gemahlenem Zimt
abschmecken.
4 - Bechamel:
- 50 g Butter
zerlassen und
- 50 g Mehl
einrühren, auf kleiner Flamme unter Rühren hellbraun werden lassen und mit
- 500 ml Milch
aufgießen, unter kräftigem Rühren gut durchkochen, dass dich keine Klumpen
bilden, würzen mit
- Salz und
Pfeffer
Eine Auflaufform (ca. 30 x 23 cm) einölen und 1 – 2 – 3 lagenweise einschlichten, 4 obenauf verstreichen und mit etwas geriebenem
Hartkäse bestreuen. Im vorgeheizten Rohr bei 180°C ca. 30-35 Minuten überbacken. Nicht
zu heiß servieren, es schmeckt fast lauwarm am besten.
Empfehlung für das Buch und das Rezept!