Donnerstag, 23. Februar 2023

"War is over"

 

Bildquelle etsy.com

Neulich wieder gehört in einer Doku über John Lennon und Yoko Ono, die vor wenigen Tagen ihren 90. Geburtstag gefeiert hatte --- "Happy Xmas".

Es ist zwar ein Weihnachtslied, aber gleichzeitig ein Antikriegslied und somit eine eindrückliche Friedensbotschaft! Den größten Erfolg hatte der Song aus dem Jahr 1971 aber erst nach Lennons Ermordung 1980. Im Hintergrund singt der Kinderchor aus Harlem-New York:

War is over, if you want it...

Gemeint war der Vietnamkrieg, der erst 1975 vorbei war. Yoko Ono ist unter anderem auch Konzeptkünstlerin und sagte damals in einem Interview, es gehe hier um das Konzept FRIEDEN und dass die Menschen an ein Ende des Krieges GLAUBEN können sollen.

 

 

Von den derzeitigen politischen und kriegerischen Wirren möchte ich nicht zu viel an mich heranlassen. Geht euch das auch so? Aber ob wir wollen oder nicht - wir sind Zeitzeugen eines patriarchalen und (noch) auf ein Land begrenzten Krieges, was zuvor für Europa als undenkbar gegolten hatte. China und Russland nähern sich momentan politisch aneinander an. Schlittern wir in einen Weltkrieg und wie kann er verhindert werden? Wird der Kriegstreiber zur Verantwortung gezogen werden können? Folgt ihm womöglich ein noch Unberechenbarerer nach, der weiter Richtung Westen zieht, wenn er nicht aufgehalten wird? 

Was kann jede*r einzelne tun, außer dem Wahnsinn zuzuschauen und Hilfsbedürftige zu unterstützen...


Ich trage den Frieden in meinem Namen und finde, es kann FRIEDEN nicht oft genug von uns allen gelebt, gedacht, gewünscht, gesungen, getanzt, gerufen werden! Die Vorstellung, dass man sich Frieden erdenken kann, wird meist als naiv und weltfremd abgetan (von Männern), aber kann es nicht ein Teil eines positiven Prozesses sein? Gedanken setzen Energien in Bewegung, hier wird dazu geraten, LICHT gedanklich in die Ukraine zu senden... auch eine Möglichkeit, denke ich. Eine Freundin schickt mir ganz viel gute Energie, hilfreich, um eine momentane familiäre Ausnahmesituation zu managen. Alles ist möglich, oder?

 

Zum (ersten und hoffentlich letzten) Jahrestag des Kriegsbeginns habe ich das Peace-Zeichen gezeichnet und ausgeschnitten. Und aus meinen schnellen Kakaokuchen wurde sozusagen ein Friedenskuchen. 

 


Kakaokuchen mit Apfelmus vegan und glutenfrei
(für 1 kl. Kastenform oder Kuchenform)

trockene Zutaten: 

170 g Zucker
150 g Mehl (zB. eine glutenfreie Mais-/Reismehl-Mischung)
50 g ungesüßter Backkakao
1/2 P. Weinstein-Backpulver
Zitronenabrieb
1 Prise Salz

feuchte Zutaten:

150 g Apfelmus -- bei mir selbstgemacht, nur leicht gesüßt, mit Zimt und Zitronensaft verfeinert
50 ml neutrales Öl
200 ml Kokosmilch o.a. Pflanzendrink

Je nach Süße des Apfelmuses mehr oder weniger Zucker verwenden. 

Die Zubereitung ist einfach:
Die trockenen und feuchten Zutaten jeweils vermischen und gut miteinander verrühren. Die Konsistenz mit Apfelmus steuern. Den Kuchen in der vorbereiteten Form bei 180°C etwa eine halbe Stunde backen, dann anzuckern.

 




Die dunkle Masse als Kastenkuchen vom letzten Herbst.



 

John Lennon hat übrigens mehrere "Friedenslieder" hinterlassen, die ich lange vergessen hatte. Zum Beispiel "Give peace a chance" und auch das berührende "Imagine" über die Vision von einer Gesellschaft ohne Zwänge von Nationalismus, Religion, Besitz. Dort heißt es im Refrain:

You may say I'm a dreamer, but I'm not the only one...

Klingt auch in Zeiten wie diesen tröstlich, finde ich. 

 Living life in peace...

Ist das alles nur blauäugige Träumerei in schlimmen Zeiten? 

Welche Friedenslieder kennt ihr noch?



(Nachtrag: ich kann momentan nirgends kommentieren, nicht einmal auf dem eigenen Blog, freue mich aber über Kommentare)

Google lässt mich momentan kommentieren, wenn ich nur auf einem einzigen Gerät eingeloggt bin und nicht gleichzeitig auf Smartphone und Laptops. Vielleicht hilft manchen von euch dieser Hinweis auch...




Samstag, 11. Februar 2023

kulinarische Weltreise mit afghanischem Dopiaza und Fladenbrot

 

Endlich habe ich es geschafft, in diese kleine afghanische Bäckerei in Wien zu gehen, von der ich schon öfter gelesen hatte. Das Riesen-Fladenbrot dort ist dünn und immer frisch gebacken. Ich hätte es knusprig erwartet, aber es ist weich und lässt sich gut auseinander reißen (und am nächsten Tag toasten!). Und auf der Heimfahrt hat mein noch warmes Fladenbrot die ganze U-Bahn beduftet. 😋


Das Fladenbrot brauchte ich für Dopiaza, das ist ein afghanisches Zwiebelfleisch mit Lamm, für die "kulinarische Weltreise" (siehe weiter unten). Das Rezept habe ich mir im www zusammen gesucht. Dopiaza bedeutet "zwei Zwiebeln", sie werden teils mitgeschmort und teils gegen Ende dazu gegeben. Zusätzlich gibt es gepickelte Zwiebeln und Kichererbsen oder gelbe Erbsen. 

Ich habe mir im türkischen Geschäft, wo ich gern einkaufe, eine Lammschulter auslösen lassen und die Knochen auch mitgenommen. In Zentralasien wird das Fleisch einfach "irgendwie" zerhackt. Fleischgerichte sollte man dort daher immer vorsichtig und Zähne-schonend essen, hatte Hr. Fliederbaum nach seinen Reisen erzählt (siehe ganz unten). Denn in jedem noch so kleinen Fleischstückchen hatte mindestens ein Knochen gesteckt... 



Dopiaza - afghanisches Zwiebelfleisch mit Lamm
mit gepickelten Zwiebeln, gelben Erbsen und Fladenbrot

(für 1 Topf, ca. 4 Personen)

1 kg ausgelöste Lammschulter, die Knochen extra, ersatzweise Rindfleisch
neutrales Öl
4 mittelgroße weiße Zwiebeln
3 oder mehr Knoblauchzehen
Salz
Chili
1/2 TL Kurkuma
1 Gemüse- oder Spitzpaprika
ca. 1 TL Garam Masala
schwarzer Pfeffer

1 kleine weiße Zwiebel
reichlich milder heller Essig (ich habe Reisessig verwendet)

1 Handvoll getrocknete gelbe Erbsen oder Kichererbsen (Glas)
Pfeffer
1 Lorbeerblatt
Salz

dünnes Fladenbrot 

Zubereitung:

Für die gepickelten Zwiebeln wird die in nicht zu dünne Ringe geschnittene kleine Zwiebel in einem Glas mit Essig bedeckt. Mindestens eine halbe Stunde oder auch über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. 

Das Lammfleisch in Würfel schneiden, ich habe ein Zuviel an Fetträndern auch entfernt. Die Knochen mit kaltem Wasser waschen. 
Zwei Zwiebeln klein schneiden, den Knoblauch ebenso und den Gemüsepaprika in dünne Streifen schneiden. Die restlichen 2 Zwiebeln in nicht zu dünne Ringe schneiden und beiseite stellen, sie werden erst zum Schluss gebraucht.

In einem Topf reichlich Öl erhitzen, die klein geschnittenen Zwiebeln und den Knoblauch anbraten, ohne Farbe nehmen zu lassen. Das Fleisch und die Knochen beifügen und einige Minuten rundum anbraten. Mit Salz, Pfeffer, Chili und Kurkuma würzen und mit Wasser aufgießen, so dass das Fleisch zu etwa 2/3 bedeckt ist. Das Fleisch zugedeckt langsam weichgaren, die Knochen dann entsorgen. 

Die getrockneten gelben Erbsen in reichlich Wasser mit Pfeffer und Lorbeerblatt weich kochen, abseihen und mit Salz abschmecken. 

In einer großen Pfanne (in der das gesamte Gericht Platz hat) werden die in Ringe geschnittenen Zwiebeln und die Paprikastreifen in etwas Öl hell angebraten, Garam Masala beifügen sowie nach Bedarf noch Salz und Pfeffer. Nun kommt auch das gegarte Zwiebelfleisch inkl. Zwiebeln dazu (mit einem Schaumlöffel) und nach Belieben vom entstandenen Saft, bis die Konsistenz passt. Das Gericht wird zugedeckt weitere 15 Minuten auf der ausgeschalteten Herdplatte ziehen gelassen, so dass sich die Aromen gut verbinden.  

Anrichten:
Laut Originalrezept richtet man das Zwiebelfleisch inkl. Flüssigkeit direkt auf dem dünnen Fladenbrot an, gemeinsam mit den gelben Erbsen oder Kichererbsen sowie den gepickelten Zwiebeln. Alles mit schwarzen Pfeffer bestreuen. Man isst mithilfe des Fladenbrotes und tunkt damit auch die Sauce auf... 



Ich habe das Gericht in einem tiefen Teller angerichtet und das Fladenbrot extra dazu gegeben (und auch eine Gabel). Obenauf liegen die gepickelten Zwiebeln, die sind das i-Tüpfelchen!
 


Insgesamt waren wir total begeistert von diesem köstlichen Zwiebelfleisch! Ich könnte mich quasi reinlegen und auch noch die letzten Saucenreste mit dem Fladenbrot auftunken. Garam Masala, Lammfleisch und Zwiebeln passen gut zueinander. Ich finde, das Gericht klingt so einfach, aber der Geschmack hat uns wirklich überzeugt! 


Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält in Afghanistan - die besten Rezepte und Gerichte


Verlinkt mit der "kulinarischen Weltreise" von Volker, die im Februar in Afghanistan Halt macht - virtuell und mit einem typischen Gericht, das sich die Menschen vor Ort wahrscheinlich gar nicht mehr leisten können. 

Denn das Land versinkt in Chaos und Gewalt, 90 % der Menschen seien vom Hungertod bedroht, liest man in den Medien. Die Wirtschaft des Landes liegt am Boden (außer der Opiumexport). Nicht nur Frauen, auch die Männer haben nach Jahrzehnten des Krieges keine Perspektive im Leben. 

Mich schmerzt unglaublich, dass Frauen nun von den religiösen Fanatikern total rechtlos gemacht worden sind, vom öffentlichen Leben, (höherer) Schulbildung, Universitäten, Arbeiten ausgeschlossen. Zum Beispiel dürfen Frauen und Mädchen dort nicht von männlichen Ärzten untersucht werden, aber Ärztinnen oder Hebammen dürfen nicht nachrücken, nicht (fertig) studieren, nicht arbeiten. Für Mitarbeiter*innen von NGOs ist Afghanistan momentan das gefährlichste Land der Welt und durch das Arbeitsverbot für Frauen ist Nothilfe und Vorsorge nicht mehr möglich. Ich fühle mich ziemlich hilflos, aber Menschenrechtsorganisationen zu unterstützen ist trotzdem nicht verkehrt... 


Bilder aus dem Norden von Afghanistan von Hr. Fliederbaum von 2011

Vor mehreren Jahren habe ich bereits von Afghanistan berichtet, hier und hier (und auch Bolani-Teigtaschen gebacken, die ich heute allerdings dünner und knuspriger backen würde). 

Mein Mann hatte 2011 während eines Forschungsaufenthalts in Tajikistan auch ein paar Tage im angrenzenden Afghanistan verbracht. 

Ich befürchte, dass diese abgelegenen Hochgebirgstäler, wo sie damals unterwegs waren, ganz im Norden von Afghanistan, auch nicht mehr relativ "frei" sind, sondern mittlerweile unter Kontrolle und Geiselhaft der religiösen Fanatiker. 😢


Getreidemühle


Gehen wir lieber etwas afghanisches kochen, es lohnt sich, und schicken dabei auch gute Gedanken an die afghanischen Frauen. 


Linkliste:

Die Links werden Ende des Monats ergänzt. 


Britta von Brittas Kochbuch mit Kochbuch: Salam - Rezepte & Geschichten aus Afghanistan Britta von Brittas Kochbuch mit Dolma - Paprika mit Linsenfüllung Britta von Brittas Kochbuch mit Chalau - Afghanischer Gewürzreis Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Afghanische Bolani - gefülltes Fladenbrot Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Bolani - afghanisches Fladenbrot mit Kartoffel-Lauch-Füllung, grünem Chutney und Joghurt Britta von Brittas Kochbuch mit Char Masala - Afghanische Gewürzmischung Britta von Brittas Kochbuch mit Qabuli Palau - Afghanisches Reisgericht mit Lamm Regina von bistroglobal mit Lobia - Kidney-Bohneneintopf 






Donnerstag, 9. Februar 2023

Versuch einer Pfannenpizza am World Pizza Day

 

witzige Pizza "Mathematik", gesehen bei etsy.com

Der World oder eigentlich amerikanische National Pizza Day ist wie jedes Jahr am 9. Februar. 

Chicago und New Jersey bezeichneten sich 2021 als Pizza Hauptstädte, was natürlich postwendend die Italiener empörte. Die Pizza wurde doch in Neapel erfunden und die Farben der italienischen Fahne finden sich auf der Pizza Napoli - rot für die Tomaten, weiß wie der Mozzarella und das grüne frische Basilikum. Diese Pizza wurde 2017 sogar zum immateriellen Erbe der Welt erklärt. Klar, dass die Italiener auf ihre Pizza stolz sind, aber der Pizzakonsum ist in den USA mit 13 kg pro Person und Jahr immerhin fast doppelt so hoch wie in Italien. In Österreich liegt er bei schlappen 3 kg, damit sind wir interessanterweise Schlusslicht in Europa. Welche Art von Pizza (aus der Pizzeria, Lieferdienst oder Tiefkühlware) bei dieser Statistik herangezogen wurde, ist mir nicht bekannt... selbstgemachte Pizza auf jeden Fall nicht, aber es lohnt sich, sie hin und wieder selbst zu machen! 


Ich bin heute weit weg vom Original, denn ich möchte schon längst einmal ausprobieren, ob eine Pfannenpizza Sinn macht. Man benötigt dafür nur eine möglichst breite Pfanne mit einem Deckel, gebacken wird sie auf dem Herd und nicht im Backofen.   



veggie Pfannenpizza
(für 1 große dicke Pizza, wir haben sie zu zweit gegessen)

Teig:

190 g (Dinkel-) Mehl
1/2 TL Trockengerm / Hefe
1 schwacher TL Salz
100 ml warmes Wasser, nach Bedarf auch mehr
2 EL Öl

Sauce:

250 g stückige Tomaten
1 Knoblauchzehe
1 EL frisches Basilikum, klein geschnitten
Salz, Chili

weiters: 

Mozzarella
beliebiges kleingeschnittenes Gemüse, zB. 1/2 Zucchini, 1/2 Gemüsepaprika, Pilze...
ein wenig Olivenöl



Aus allen Zutaten einen Germteig / Hefeteig kneten und rasten lassen. Meiner durfte den halben Tag im Kühlschrank verbringen, der Teig lässt sich also gut vorbereiten. Vor dem Essen muss nur mehr schnell das "Obenauf" geschnipselt werden.
Alle Zutaten für die Sauce verrühren und gut abschmecken.
Mozzi und Gemüse klein schneiden.

Eine breite Pfanne erhitzen und ein wenig Öl darin verteilen. Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen und in die Pfanne geben. Eventuell kann man ihn mit den Fingern noch ausdehnen. Wenn die Unterseite leicht gebräunt ist, wird ein wenig Öl auf den Pizzaboden geträufelt und dieser dann wie eine Palatschinke (Pfannkuchen) umgedreht.
Die Pfanne von der Hitze nehmen und belegen. Bei mittlerer Hitze und Deckel drauf wird die Pizza so lange gebraten, bis der Käse anfängt zu schmelzen.
Die Pizza dann noch ohne Deckel weiter braten, aber aufpassen, dass die Unterseite nicht zu dunkel wird und verbrennt. Auf einen Teller gleiten lassen und mit frischem Basilikum bestreuen. 


nicht schlecht, kann man ab und zu so machen! 


Für eine home-made Pizza mit dickerem Boden schmeckte sie wirklich sehr gut! Der Teig wird in der Pfanne auch schön knusprig. Die Pizza steht und fällt natürlich mit dem Belag. 

Die Energie für das Aufheizen des Backofens auf eine hohe Temperatur kann man ruhig hin und wieder einsparen!  


happy Pizza Day 😊




Dienstag, 24. Januar 2023

koch dich glücklich - Cannelloni einmal anders



  Blog-Event CXCIII - Happy Bubble - Koch dich glücklich! (Einsendeschluss 15. Februar 2023)

Koch dich glücklich, was für eine schöne Anweisung! Die befolge ich oft, stehe ich doch gerne zur Entspannung in der Küche... aber welches Essen macht mich glücklich? Diese Überlegung geht mir durch den Kopf, seit das schöne Blogevent von Maria (Mädel vom Land) bei Zorra läuft. 



Als erstes fällt mir die gute alte Palatschinke mit Marmelade ein und wenn ich in meinem Kreis so herumfrage, kommen Palatschinken (Pfannkuchen) öfter als Antwort. Erdäpfelgulasch und Fleischlaberl (faschierte Laibchen) gehören für mich auch zu den Glücklichmachern. 


Aber mich machen andere Gerichte richtig glücklich, nämlich wo "etwas" in einer Tomatensauce mit Käse überbacken wird. Dieses überbackene "Etwas" kann gefüllte Pasta sein (Muschelnudeln), Gemüse (wie Parmigiana, gefüllte Zucchini), Palatschinken etc... 😋 
In einer Lebensphase mit gesundheitlichen Herausforderungen haben mir solche Speisen Auftrieb gegeben, haben mir ganz besonders wohl getan und vor allem richtig gut geschmeckt. Seither liebe ich sie in allen möglichen Varianten und mit Gemüse je nach Jahreszeit. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, so wie immer. 

Heute habe ich Palatschinken so wie diese Strudelpäckchen gefüllt, eingerollt und auf einem Tomatenbett mit reichlich Käsesauce überbacken. 




überbackene Palatschinken-Cannelloni mit Apfel, Speck und Käse auf Tomatenbett

für 6 Röllchen, 2 - 3 Personen

Palatschinken-Teig (Pfannkuchen):
(für ca. 8 Stück, ich habe nur 3 verwendet)

500 ml Milch
200 g Mehl (hier 150 g Dinkel- + 50 g Kastanienmehl)
1 gute Prise Salz
2 - 3 Eier je nach Größe

Butter zum Ausbacken

Fülle:
1 mittelgroßer Granny Smith Apfel
6 Scheiben Prosciutto
6 EL geriebener Pecorino oder Parmesan

Käsemasse zum Überbacken (Bechamelersatz):
1 P., 250 g Stracchino (milder ital. Weichkäse)
1 - 2 EL Creme fraiche
reichlich geriebener Pecorino oder Parmesan für die Käsemasse und zusätzlich zum Bestreuen

Tomatensauce:
1 Dose, 400 g Paradeiser / Tomaten im Ganzen
1 Knoblauchzehe, gerieben
1 Handvoll frisches Basilikum, klein gehackt
Salz
Chili


Zubereitung:

  • Die Palatschinken als erstes zubereiten, was bereits im Vorhinein erledigt werden kann, wie hier.
  • Die Zutaten für die Paradeissauce verrühren, dabei die ganzen Tomaten klein schneiden oder wer will, kann sie auch pürieren (ich mag sie lieber stückig).
    Abschmecken und in eine Backofenform leeren. Das Backrohr auf 180°C vorheizen. 
  • Die "Cannelloni" herstellen:
    Den Apfel schälen, Kerngehäuse entfernen und in 6 Spalten schneiden.
    Drei Palatschinken halbieren, auf jede Hälfte eine Scheibe Prosciutto, eine Apfelspalte und einen Esslöffel Käse geben. Röllchen formen und in die Tomatensauce legen.
  • Mit der kompakten Käsemasse (alle Zutaten verrühren) bestreichen und zusätzlich mit dem restlichen Käse bestreuen.
  • Die Form im vorgeheizten Rohr 30 Minuten überbacken - nicht länger, da sonst der Apfel zu weich wird. 

Tipp: Reste der Käsemasse als Brotaufstrich verwenden, das müsst ihr unbedingt probieren!
Reste der Palatschinken mit Marmelade o.a. genießen. 




Sind die Palatschinken bereits fertig, ist es ein Blitzrezept und schmeckt uns (bzw. besonders mir wie gesagt) sagenhaft gut! 






zu Jahresbeginn in Niederösterreich


Ein Sonnenuntergang im Wald macht mich auch glücklich und vieles mehr... 😍

Was macht euch besonders glücklich? 




Freitag, 20. Januar 2023

philippinisch essen für die kulinarische Weltreise

 

Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft hält auf den Philippinen - die besten Rezepte und Gerichte



Die Reise geht im Jänner mit Volker auf die Philippinen, virtuell und kulinarisch mit einem Kochrezept! Ich habe mich für Adobo entschieden und gleich zwei Varianten gegessen - mit Huhn in einem philippinischem Restaurant in Wien und vegan mit Gemüse zu Hause gekocht. 






Adobo
ist ein typisches Gericht auf den Philippinen mit einer süß-säuerlichen Essig-Soja-Sauce. Meist wird es mit Huhn oder Schwein zubereitet, aber genauso gut kann man das Fleisch durch beliebiges saisonales Gemüse oder Tofu etc. ersetzen. Ich habe mir mein Rezept aus dem www zusammen gesucht. 

Das Wort Adobo kommt aus dem spanischen "adobar" - marinieren. 
Die Philippinen waren ja jahrhundertelang spanische Kolonie, nachdem der Seefahrer Ferdinand Magellan 1521 die Inseln "entdeckte". Entdecken bedeutete wie überall im fernen Osten, in Afrika, Nord- und Südamerika, dass weiße Europäer Gebiete annektierten, wo aber seit jeher die lokale Bevölkerung lebte... Die weitere Geschichte der Philippinen bis zu ihrer endgültigen Unabhängigkeit 1946 war oft kriegerisch, mit wechselnden Besatzungsmächten und vielen Opfern. Heute ist das tropische Land mit seinen mehr als 7000 Inseln eine Demokratie, aber mit großen sozialen Spannungen.




mein Kartoffel-Kürbis-Adobo vegan
(für 2 hungrige Personen)

200 g, ca. 2-3 mittelgroße Kartoffeln, geschält und in kleinere Würfel geschnitten
200 g Kürbis, zB. Butternuss, geschält und in etwas größere Würfel geschnitten
1 große Karotte, würfelig
neutrales Öl
Mandel-groß Ingwer, klein geschnitten
3 Knoblauchzehen, klein geschnitten
1 mittelgroße Zwiebel, klein geschnitten
1/2 TL schwarze Pfefferkörner
3 getrocknete Lorbeerblätter
1/2 Zitrone, die abgerieben Schale
optional wenig Salz
etwas frischer Koriander, gehackt, zum Bestreuen

Sauce:
40 ml, besser weniger, philippinischer Zuckerrohr- oder Reisessig (ich)
40 ml dunkle Sojasauce
1 TL brauner Zucker
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Beilage: Basmatireis

Zubereitung:

  • Die Zutaten für die Sauce miteinander verrühren, so dass sich der Zucker gut auflöst, und beiseite stellen.
    Ich würde nächstes Mal weniger Essig verwenden.
  • In einem Topf das Öl erhitzen und die Lorbeerblätter und Pfefferkörner kurz anbraten, bis sie duften. Zwiebel, Ingwer und Knoblauch mit braten, ohne viel Farbe nehmen zu lassen. 
  • Kartoffeln, Kürbis, Karotte und die dunkle Essig-Soja-Sauce beifügen. Etwa gleichviel Wasser zugießen. 
    Tipp: erst einmal nur 2/3 der Sauce verwenden und kosten, wie intensiv es schmeckt. 
  • Das Gericht sanft köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.
  • Mit Zitronenabrieb abschmecken, mit Pfeffer und wenn nötig mit ein wenig Salz nachwürzen.
  • Adobo mit Basmatireis anrichten und mit Koriander bestreuen.





Mein veganes Adobo schmeckte total interessant und sehr würzig-säuerlich-süßlich!
Mein Mann war begeistert von dem dunklen Gericht, mir war die Essig-Soja-Sauce ein bisschen zu dominant. Aber die Saucenmenge und vor allem das Verhältnis von Essig zur Sojasauce kann man ja für den eigenen Geschmack anpassen! Daher Empfehlung für dieses philippinische Gericht.




Restaurant:
Ein exzellentes Adobo mit zartem Huhn, Reis und Salat (siehe Foto) hatte ich dann im philippinischen Restaurant Pinoy Food in Wien. Dieses gehört zu einem Hotel mit einem schönen Innenhof, ich nehme an, im Sommer kann man draußen sitzen. Der derzeitige Hotelbesitzer hat philippinische Wurzeln und will offenbar seine Heimatküche nicht missen... 😋 Hier schmeckte mir das Adobo dann ganz ausgezeichnet und es war auch weniger Essig-lastig. 


edit: Ich vermute, es tut dem veggie Gericht gut, wenn die Sauce allein eine zeitlang vor-geköchelt wird und dann erst das Gemüse beigefügt wird. Verwendet man Huhn, das eine längere Garzeit hat, ist der Kochvorgang sowieso länger. 


Mitte der 1980er hatte ich mich in dem damals etwas "verstaubten" Hotel für eine Stelle als Rezeptionistin beworben (und nicht bekommen). Mittlerweile ist das Hotel renoviert und sehr persönlich gestaltet worden. Das Gebäude selbst ist ein sehenswertes und typisches Altwiener Biedermeier- "Pawlatschen" Haus, das heißt mit miteinander verbundenen Innenhof-Balkonen.

(Werbung und Namensnennung unbezahlt und unaufgefordert)



Nun bin ich gespannt auf die anderen Rezepte!

Linkliste:

poupou von poupous geheimes laboratorium mit Egg Pie Wilma von Pane-Bistecca mit Kare Kare Britta von Brittas Kochbuch mit Siopao - Gedämpfte Teigtaschen mit Schweinefleischfüllung Wilma von Pane-Bistecca mit Corned Beef Tortang Talong Susanne von magentratzerl mit Caldereta Wilma von Pane-Bistecca mit Philippinisches Calamansi Huhn Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Spanish Bread oder Señorita Bread Wilma von Pane-Bistecca mit Adobong Talong - Auberginen Adobo Regina von bistroglobal mit Chicken Sotanghon Soup Wilma von Pane-Bistecca mit Banana Lumpia Friederike von Fliederbaum mit Adobo mit Kartoffeln und Kürbis Wilma von Pane-Bistecca mit Pork Hamonado Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Gegrilltes Zitronengras-Hähnchen mit Bananen-Ketchup und Atchara Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Monay - Pan de monja Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Kare Kare – geschmorter Ochsenschwanz mit Röstgemüsen in Erdnusssauce Susanne von magentratzerl mit Hühnchen-Adobo mit Kokosmilch Simone von zimtkringel mit Philippinischer Bananenketchup Volker von Volkermampft mit Tortang Talong - philippinisches Auberginen-Omelett Volker von Volkermampft mit Pan de Sal - süße philippinische Milchbrötchen




Samstag, 14. Januar 2023

bitter macht wach?

 


Leider werden auch dem Radicchio immer mehr die Bitterstoffe herausgezüchtet und übrig bleibt ein Salat mit nur einer Idee von bitter... 😟  Dabei wären bittere Gemüsesorten so gesund für das Immunsystem und diverse Körperfunktionen (Durchblutung, Verdauung). Bitter ist die unbeliebteste Geschmackrichtung, wäre aber bei basischer Ernährung hilfreich und schmeckt zumindest mir (in Maßen, nicht zu viel) sehr gut. 

Der schöne, gelockte Radicchio spielte trotzdem eine Rolle in einem interessanten Risotto mit Linsen. 

Verlinkt mit Nova und ihrem Dauerevent "Zitat im Bild"




Risotto mit Linsen und Radicchio

(für ca. 2 Personen)

100 g Reis für Risotto
Olivenöl
1 Lauch, klein geschnitten
1 Knoblauchzehe, klein geschnitten
Salz, Pfeffer
1 Prise getrockneter Thymian
1 Glas Weißwein, zB. Friulano
ca. 250 - 300 ml heiße selbstgemachte Gemüsesuppe

50 g getrocknete, festkochende Beluga- oder Berglinsen, in kaltem Wasser eingeweicht
1 Lorbeerblatt
1 Kopf Radicchio, wenn möglich einen Rosso di Treviso tardivo, siehe Foto oben
2 Hände voll geriebener Parmesan und mehr zum Bestreuen
1 EL gehackte Petersilie zum Bestreuen

  • Als erstes die Linsen gut abspülen und in ungesalzenem Wasser mit Lorbeerblatt bissfest kochen, nicht zu weich, sie sollen nicht zerfallen. Die Linsen abseihen und kalt abspülen. 
  • Die Radicchioblätter in ca. 1 cm breite, schräge Streifen schneiden, dabei einige schöne Spitzen für die Deko beiseite legen.
  • Wie gewohnt ein Risotto zubereiten.
    Also Lauch und Knoblauch in reichlich Olivenöl anschwitzen, würzen, den Reis beifügen und mit Wein ablöschen. Dann unter oftmaligem Rühren nach und nach mit heißer Suppe aufgießen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist - sämig, cremig, weich, nicht zu trocken, die Reiskörner bissfest. *)
  • Den Herd ausschalten und Linsen, Radicchio und Parmesan unterrühren. Das Risotto abschmecken, die Flüssigkeit kontrollieren (noch etwas Suppe oder Wein?) und noch 2 - 3 Minuten ziehen lassen. Der Radicchio soll knackig bleiben, denn er verliert beim Garen viel von seiner Farbe und Bitterkeit. 
  • Das Risotto anrichten und mit Petersilie und Parmesan bestreuen. Mit den schön gelockten Radicchiospitzen behübschen...

*) Hintergrundinfo: Der in Deutschland gebräuchliche Ausdruck "schlotzig" für die Risotto-Konsistenz wird mir niemals über die Lippen oder ein 2.x über die Tastatur kommen. Er erzeugt in Wien die Assoziation mit einem ähnlichen Wort, das etwas Ungustiöses beschreibt ("schlatzig") - dieses Wort will man bei uns nicht mit Essen in Verbindung bringen. 😝




Das schön cremige Risotto schmeckte uns sehr gut und ist noch dazu eine ausgewogene Mahlzeit. Dass sich festkochende Linsen so gut in einem Risotto machen, hätte ich bis vor kurzem nicht gedacht. Auch die noch knackigen, aber leider sehr milden Radicchioblätter passen gut, aber die sind ja eh ein Winterrisotto Klassiker. 



Das Risotto ist für Hauptspeise oder Beilage geeignet - zu Silvester hatten wir Heilbuttfilets im Prosciutto-Mantel nach dieser Inspiration von Brigitta dazu. Das schmeckte sehr fein, Fisch "muss" aber nicht unbedingt sein, denn auch für sich ist das Risotto wirklich empfehlenswert! Es ist übrigens schön hell, weil die Linsen extra und nicht IM Risotto gegart werden, so verfärben sie den Reis nicht. 

Tipp nicht nur für den nächsten Jahreswechsel! 



Donnerstag, 12. Januar 2023

12 von 12 im Jänner aus Wien




Morgen ist Freitag der 13., ein sympathisches Datum für mich und so etwas wie ein "ewiger" Glückstag, aber das Blogevent 12 von 12 bei Caro (Draußen nur Kännchen) bezieht sich natürlich immer auf den 12. eines Monats. 


1

1     Also Donnerstag, der 12. Jänner, und der Tag beginnt mit Morgenmondschein über den Dächern vor unserem Fenster, was meine fast immer gute Grundstimmung gleich noch mehr hebt. 


2

2     Blumen gießen.
Die Amaryllis war ein Weihnachtsgeschenk und verausgabt sich gerade mit dem dritten prächtigen Blütenstamm. Dagegen ist mir der Weihnachtsstern eingegangen, die sind meist so hochgezüchtet und halten gerade über die Feiertage. 


3

3     Mein Frühstückstisch mit dem grünen Tee und heute Haferflocken-Porridge mit einer Birne. Die Tulpen lassen ein bisschen die Köpfe hängen, aber sie dürfen noch bleiben. 



4

4     Der japanische Schriftsteller Haruki Murakami hat heute Geburtstag, er wurde am 12. Jänner 1949 geboren. Daher suche ich gleich seinen Roman Kafka am Strand in den Tiefen meiner e-book-Bibliothek und möchte am liebsten gleich damit beginnen. Ich habe ihn vor Jahren gelesen und kann mich nicht mehr gut daran erinnern. Kennt ihr das Buch?


5

5     Vor der Lektüre muss ich noch einige Dinge erledigen und fahre mit der U-Bahn durch halb Wien. Unsere Hundertwasser Müllverbrennungsanlage leuchtet doch mit der Sonne um die Wette, oder? 😊 Man kann dort auch (geruchlose!) Führungen machen, das nehme ich mir für bald einmal vor. 



6

6     Zu Mittag gibt es schnelle Küche - wie so oft ein Kitchari aus der ayurvedischen Küche. In diesen veganen Mungbohnen-Reis Topf passt so ziemlich alles an Gemüse, was gerade da ist. Bei mir ist heute Lauch und Brokkoli dabei und Petersilie und Koriander obenauf. Es ist soo wohltuend, richtiges Soulfood! 



7

7     Das Hietzinger Tor nach Schönbrunn. 
Am Nachmittag bin ich nochmals unterwegs, diesmal zu meiner Energetikerin-Freundin für eine Access-Bars Behandlung, die mir immer so unendlich gut tut. 

(Werbung ist hier immer unverlangt und unbezahlt)


8

8     Genau, gebrauchte Masken gehören "gekübelt", also in den Mistkübel und nicht "frei" weggeworfen, so wie das viele machen. Nur noch in Wien besteht nach wie vor eine FFP2-Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, bei Arzt, Apotheke und im Spital. 
Die öffentlichen Wiener Mülleimer haben alle die verschiedensten witzigen Sprüche aufgedruckt. Ob sie helfen, die Moral zu verbessert, sei dahingestellt. 
Das Schild verlinke ich mit Artis Schilderwald, auch wenn es aufgeklebt ist... 



9

9     An solchen Sammelstellen in ganz Wien enden Christbäume und später werden sie an die Elefanten im Tiergarten Schönbrunn verfüttert. Ob das so gesund ist, bin ich mir nicht sicher, denn Bäume aus Christbaumkulturen sind nur selten bio. Aber die Elefanten freuen sich offenbar, wenn sie die Bäume zerlegen und damit "spielen" dürfen. 



10

10     Du siehst aber süß aus!



11

11     Süß und sehr köstlich sind auch diese Krapfen, die wir später zu Hause verspeisen. Die mit dem unbezuckerten Streifen sind mit Vanillecreme gefüllt, der dritte hat eine feine Marmeladefülle. Jetzt nach den Weihnachtsfeiertagen beginnt wieder die absolute Hoch-Zeit für Krapfen in Wien und dauert bis zum Faschingsende. Bei richtig guten Krapfen kann ich nicht widerstehen...



12

12     Abendliche Spiegelungen am Fenster mit der letzten Weihnachtsdeko und einem Mondsichelspiegel. Den Stern lassen wir gern noch eine Weile hängen, er macht so ein gemütliches Licht! 


In diesem Sinne habt noch einen schönen Abend, ich freu mich über Kommentare, 
liebe Grüße aus Wien