Samstag, 31. August 2013

nachgekocht: Kriecherl-Ribisel-Marmelade

Kriecherl / Mirabellen

Es ist Kriacherlzeit und aus vielen Blogs lachen mir jetzt diese runden Früchtchen entgegen, zum Beispiel bei Susi Turbohausfrau, die gerade einen wahren Kriecherl-Marathon hinlegt. Von ihr habe ich mich auch zur gemischten säuerlichen Marmelade verführen lassen:


Kriecherl-Ribisel-Marmelade 
frei nach Turbohausfrau 
  • 1 kg Kriecherl / Mirabellen
  • 1/2 kg rote Ribisel / Johannisbeeren
  • 1/2 kg Gelierzucker (ich hab 3:1 genommen, im Original 2:1). Die Früchte damit nach Packungsanleitung 6-8 Minuten sprudelnd kochen lassen.  
  • ein paar getrocknete Orangenschalen und zum Schluss etwas Orangenlikör (Cointreau)


Ich habe leider weder einen Kriecherlbaum im Garten noch eine private Früchtequelle, aber ich bin heute auf dem samstäglichen Bauernmarkt am Wiener Naschmarkt fündig geworden und habe sogar "Kerngeher" ergattert. Das bedeutet, die Kriecherl lösen sich gut vom Kern und ich musste sie nicht durch ein Sieb streichen.  



Ich habe die Marmelade vor dem Abfüllen noch ein wenig mit dem Mixstab püriert, nicht fein, sondern nur, dass noch ein paar Fruchtstückerl vorhanden sind.

Der Geschmack ist einmalig gut, etwas säuerlich (ich mag das!) und sehr aromatisch! 




Sonntag, 18. August 2013

Kopflos oder Tassentango?


vor einer alten Mühle (klickt es an... was seht ihr?)

Wir waren also in den Fischbacher Bergen in der Obersteiermark wandern und ein paar kühlere Tage genießen. Eine alte Mühle hatte es mir angetan und der Liebste hielt die Situation und die schöne Landschaft in 2 Bildern fest. Jedoch beim Zusammensetzen derselben hat er doch glatt etwas übersehen...




So stand ich also vor kurzem noch kopflos in der Landschaft herum und nun kommt Michaela (die mit dem Berg tanzt) mit einem Fotoprojekt daher und fragt, ob wir noch alle Tassen im Schrank haben...

Da ich aber gutmütig bin mit oder ohne Kopf, ist hier meine 1. Tasse:


bitte sehr, Michaela, für deine Tassensammlung

Sie ist eine getöpferte und handbemalte, waschechte Burgenländerin! Und mag am liebsten heiße Schoko, nur nicht jetzt im Hochsommer, wenn´s noch heiß ist...
Aber es "herbstelt" eh schon ein bisschen.

Alm bei der "Waldtoni-Hütte" bei Fischbach

auf der Pretul-Alpe



Dienstag, 13. August 2013

die Entdeckung des Sommers: Ribisel-Curd

rosarote Köstlichkeit aus roten Ribiseln/Johannisbeeren

Beim "Charlottenblog" aus Berlin hab ich DIE kulinarische Entdeckung des Sommers gemacht.
Die Rede ist vom sagenhaft guten Curd aus roten Ribiseln/Johannisbeeren. Es schmeckt milder als manches intensiv säuerliche Lemon-Curd und hat dennoch eine gute angenehme Säure.

Ich habe die halbe Menge des Berliner Originalrezeptes ausprobiert.


Ribisel-Curd (rote Johannisbeeren)
  • 500 g Ribiseln/Johannisbeeren abgerebelt und gewaschen, in einen hohen Topf geben und mit
  • einem Schuss Likör (zB. Cointreau, Limoncello oder auch nur Wasser) und ein 
  • wenig Kristallzucker bestreuen. Einmal unter Rühren aufkochen lassen und zugedeckt ziehen lassen, bis die Beeren weich sind. Dann mit dem Mixstab pürieren und durch ein Sieb in eine Schüssel, die für Wasserbad geeignet ist, streichen. 
  • 140 g Kristallzucker und 
  • 50 g Butter einrühren und im Wasserbad schmelzen.  
  • 2 Eier + 2 Dotter verschlagen und langsam in die rote Flüssigkeit einrühren, mit dem Schneebesen stetig weiterrühren, bis die Masse eindickt. Das Wasserbad dabei aber nicht zu heiß werden lassen, dass die Eier nicht ausflocken. Dann in sterilisierte Gläser oder zum baldigen Verzehr in Schüsselchen füllen. 

In manchen Rezepten wird die kalte Butter zum Schluss stückchenweise dazu gegeben (montiert), aber es gelingt auch so wie hier beschrieben. Manche stellen den Topf auch auf den Herd, aber mir ist die Herstellung im Wasserbad sympathischer und erscheint mir geling-sicherer!

durch ein Sieb streichen und im Wasserbad eindicken lassen

Beim Beerenkochen bleibt bitte beim Herd stehen, nicht, dass es euch so ergeht wie mir beim ersten Mal:

einmal nicht aufgepasst

Mir schmeckt das Curd am besten einfach PUR gelöffelt ohne etwas dazu. Ich könnte mich in der rosa Herrlichkeit derzeit eingraben....



Natürlich könnte man das Curd auch aufs Frühstückskipferl streichen oder eine Biskuittorte füllen oder noch warm als Sauce für Süßspeisen und Eis verwenden... oder einen Vorrat für später anlegen - das kleine Gläschen ist im Moment jedoch meine einzige Ausbeute für kältere Zeiten....

Unbedingte Empfehlung! Probiert es aus, solange es heuer noch Ribiseln gibt!



Samstag, 10. August 2013

Sommerbeeren-Event auf irisch

irgendwo in Nordwest-Irland

Ich weiß nicht mehr welcher Berg in Irland das ist, er ist uns 2008 bei unserem bislang letzten Irland-Aufenthalt aufgefallen. Irgendwo im Nordwesten der grünen Insel muss es sein, dort, wo auch Aine vor ein paar Jahren ihre Herzensheimat gefunden hat. Mittlerweile hat sie eine kleine Tochter und lebt in einem Häuschen mit großzügigem Garten. Sie hat in ihrem neuen Blog nun ein Sommerbeeren-Event (Competition) ausgerufen.


Ich habe mich für rote Ribisel / Johannisbeeren entschieden. Im Garten sind sie leider schon aus und hätten wohl auch die extreme Hitz der letzten Zeit nicht überstanden. Aber ich hab sehr schöne Beeren auf dem Markt bekommen und meinen leichten Lieblingsauflauf gemacht, der auch nach einem üppigen Essen noch passt:





Topfen-Auflauf mit Sommerbeeren(Quark-)
für eine eher kleinere backofenfeste Form  (meine Tarte-Form hat ca. 24 cm Durchmesser)

3 Eiklar mit
1 Prise Salz zu steifem Schnee schlagen und beiseite stellen

3 Eidotter mit
120 g Kristallzucker,
250 g Topfen/Quark und
beliebigen Aromen (zB. Vanille, Zitronenschale, Zimt) mit dem Rührgerät cremig schlagen, dann
50 g Weizenmehl mit einem Kochlöffel einrühren und zum Schluss den Eischnee unterheben.

Den lockeren Teig in die befettete und bemehlte Form streichen und mit beliebigen Beeren (hier rote Ribisel/Johannisbeeren) bestreuen. Im vorgeheizten Rohr bei 200°C etwa 20 Minuten backen. Mit Zucker bestreuen und warm oder kalt genießen.



Für dieses Rezept eignen sich fast alle Sommerbeeren, wie Him-Brom-Heidelbeeren und schwarze wie rote Ribiseln bzw. Johannisbeeren oder eine Mischung aus mehreren Sorten. Im Winter streue ich Tiefkühl-Beeren drauf. Am besten schmeckt uns dieses leichte Dessert mit roten Ribiseln oder Himbeeren.

(Meine Keramik-Form stammt übrigens von hier. Werbung unaufgefordert, unentgeltlich.)


in Nordwest-Irland unterwegs

Wir waren bisher 2x auf der grünen Insel, erstmals im Sommer 2007, es war wunderschön und etwas nass. Nachher haben wir gelesen, es war seit 5 Jahren der feuchteste Sommer in Irland.
Wir fuhren ein Jahr später wieder hin, es war wieder wunderschön und sehr nass. Im Nachhinein hieß es, dieser irische Sommer 2008 war ein Jahrhundert-Regensommer...


Edit: 
Aine sagt, dieser markante Berg vom 1. Foto, der auch in der Collage rechts unten zu sehen ist, ist der "Ben Whiskin" im County Sligo (das Nachbar-County von Leitrim, wo sie lebt).



Donnerstag, 8. August 2013

Kräuteranbau einmal anders

duftende Kräuter im Innenraum

Wenn ich in der Früh ins Büro komme, erwartet mich auf dem Gang immer ein besonderes Dufterlebnis:
die Kräuter im vertikalen Innenraumbegrünungs-System an der Wand.
Der ganze Raum ist vom Kräuterduft erfüllt und ich streiche oft noch mit der Hand über die Pflänzchen und vervielfältige sozusagen den Genuss.

von Rosmarin bis Zitronenmelisse

Sie wachsen in Edelstahlblech-Trögen, die an der Wand befestigt, mit Substrat (zB. Hydrokultur o.a.) befüllt und beliebig bepflanzt sind. Bei uns werden gerade Kräuter, wie Basilikum, Rosmarin, Zitronenmelisse oder Erdbeerspinat in verschiedenen Substraten getestet, in anderen Bereich auch Zimmerpflanzen, wie die Grünlilie.

ein kleinblättriges, intensiv duftendes Basilikum



diese interessante Pflanze ist Erdbeerspinat

Im Gegensatz zu den anderen üppig wachsenden Kräutern geht es dem Erdbeerspinat hier leider nicht so gut. Vielleicht verträgt er zumindest im Innenraum auch keine große Hitze (so wie ich), obwohl er eigentlich wärmebegünstigte Standorte mag. Die Blätter sollten nach Spinat schmecken - naja, wir konnten es nicht ausprobieren. Die roten dekorativen Früchte sehen interessant aus, schmecken aber leider nach gar nichts. Man kann damit zumindest Süßspeisen behübschen.

Habt ihr diese Pflanze schon einmal im Garten angebaut?


Innenraumbegrünungssystem, das dunkle Gefäß links ist der Wassertank

Eine tolle Sache für kahle Wände in trockenen oder unpersönlichen Bürogebäuden. Eine Begrünung hebt nicht nur die Stimmung, finde ich, sondern wirkt auch nachweislich positiv auf das Raumklima und die Luftfeuchtigkeit.
Und es ist gar keine Hexerei: die Bewässerung und die Beleuchtung mit LED-Leuchten werden mit einer Zeitschaltuhr gesteuert, man muss nur den Wassertank regelmäßig anfüllen und hin und wieder die Pflänzchen betreuen.
Mit der Zeit wird die Wand dann je nach Bepflanzung üppiger, grüner und noch schöner !! 





Donnerstag, 25. Juli 2013

Kärntner "Had´n" oder Buchweizentorte

eine Wiese in den Kärntner Karawanken, saftig und grün
(Bodental)

Ich hab mich im Urlaub diesmal mit der Kärntner Kulinarik beschäftigt, von den sagenhaft guten verschiedenen Nudeltäschchen  bis zum "Heidenkorn", auf gut kärntnerisch "Had´n".
"Heidenkorn" deshalb, weil es etwa im 14./15. Jahrhundert von angeblich heidnischen Völkern zu uns kam.

Es handelt sich um Buchweizen, der unweit der Karawanken in den Ebenen des Jauntales angebaut wird. Er  gehört zu den Knöterichgewächsen und die Körner werden wie Getreide zu Mehl vermahlen und in der Küche verwendet.

Ich habe mich mit dem relativ dunklen Mehl eingedeckt und zu Hause gleich zu Backen begonnen. Buchweizen-Mehlspeisen haben einen interessanten und ganz charakteristischen Geschmack.


links Weizenmehl, rechts das dunkle Buchweizenmehl


Buchweizentorte ("Had´n" - Torte)

für einen Tortenboden (Springform ca. 26 cm DM):
  • 75 g weiche Butter,
  • 2 Eidotter (M) und
  • 60 g Kristallzucker, schaumig schlagen,
  • 75 g Mehl (50 g Buchweizenmehl, 1/2 EL Weizenmehl und 1/2 EL geriebene Schokolade) und
  • eine Messerspitze Backpulver einrühren,
  • einen Schluck Milch nach Bedarf,
  • 2 Eiklar zu steifem Schnee geschlagen zum Schluss unterheben.
Die Masse in eine vorbereitete Tortenform streichen und im vorgeheizten Rohr bei 180°C etwa 25 Minuten backen.

Den Tortenboden auskühlen lassen und mit einer "Haube" bedecken.

Obers-Belag / "Haube" mit Preiselbeeren: 
  • 250 ml Schlagobers/Sahne mit
  • Zucker nach Geschmack steif schlagen und
  • 2 Bl. Gelatine (eingeweicht, ausgedrückt und in heißem Likör aufgelöst) einrühren.

Reichlich Preiselbeer-Marmelade auf den Tortenboden streichen und die Obersmasse auftragen, mit geriebener Schokolade behübschen. Kühl stellen.


Buchweizen verlangt nach einer säuerlichen oder fast herben, fruchtigen Begleitung, wie Preiselbeeren, Weichseln / Sauerkirschen oder Ribiseln / Johannisbeeren. Die Fruchtschicht kann frisch oder Marmelade sein und kann ruhig dicker sein als auf dem Foto oben.




Ribiseln / Johannisbeeren mit der Oberscreme zu vermischen, wie in meiner 2. Buchweizentorte oben, war auch eine gute Idee! Empfehlung!




Sonntag, 21. Juli 2013

Kärntner Nudel - "Forschungswoche"

"Koschuta" in den Karawanken im südlichsten Teil Kärntens

Ich war schon so ausgehungert nach hohen Bergen, saftigen grünen Wiesen und weitem Blick...
Die Karawanken bilden die Grenze von Südkärnten zu Slowenien und manche Täler sind noch richtig ursprünglich und nicht von zuviel Tourismus überschwemmt.




was für eine Aussicht...

Ich muss euch noch ein paar andere Aussichten auf typisch Südkärntner Kulinarisches geben.
Das Nachkochen muss ich mir noch überlegen, denn mit Nudelteig hab ich es nicht so...

süße Kletzen-/Dörrbirnen-Nudeln mit Zimt und Butter;
gegessen im Gasthaus Kovac im Ebriachtal.

Kärntner Kasnudeln (mit pikanter Topfen-/Quark-Fülle) mit Grammeln/Grieben bestreut, Salat dazu;
gegessen (bzw. hab ich mir "verdient") im Koschutahaus nach einer schönen Wanderung

Lamm-Nudeln von der Wirtin in Zell-Pfarre
(mit Lammfülle und Grammeln/Grieben und Kürbiskernen bestreut)

süße Kletzen-/Dörrbirnen-Nudeln mit Zimt und Butter;
die Wirtin in Zell-Pfarre ist berühmt für ihre Dinkelnudeln

Diese Verlockungen sind natürlich deftig, aber ich musste ihnen einfach nachgeben und mich durch alle Nudelvarianten kosten, die uns begegneten... Die Kalorien geht man sich dann eben in den Bergen wieder runter, oder?

Blick in das wunderschöne Hochtal (auf ca. 950 m Seehöhe) von Zell-Pfarre mit dem Hochobir