Samstag, 13. Dezember 2014

Himmelsbilder aus dem Wald nach dem Eis


der Wipfel der mächtigen Fichte vom Eis gekappt...


Wir hatten tagelang eine richtige "Eis-Plage" und die schaurigsten-schönsten Eisbilder gibt es hier und hier und hier, alle stammen aus dem Waldviertel in Niederösterreich.

Viele Äste und ganze Bäume hielten der zentimeterdicken Eislast nicht stand und knickten um wie Streichhölzer oder mitsamt der Wurzel, Stromleitungen waren unterbrochen, manche Gegenden wurden zum Katastrophengebiet erklärt. Die gesperrten Straßen wurden bald wieder frei gemacht und nun geht das Aufräumen in den Wäldern los. Zum Glück gab es keine Todesopfer zu beklagen!



Himmelsblicke in den eigenen Wald für die Raumfee und ihre samstägliche Sammlung. Ob die abgebrochenen Bäume weiterleben können, werden wir sehen... 



Auch eine Woche nach dem Eiswetter findet man noch nicht geschmolzenes Eis, es ist unter den herabgefallenen Zweigen gut konserviert. 



so sieht es nicht nur bei uns, sondern vielerorts aus... 

Im Moment ist es bei uns im Wald zum Arbeiten zu nass und zu warm, das Wetter ist irgendwie verrückt. Wir wünschen uns heuer vom Christkind ein bisschen Schnee und eine "normale" Kältewelle, die auch den Schädlingen (Borkenkäfer im Wald, Schnecken im Garten...) den Garaus macht...



Sonntag, 7. Dezember 2014

Christstollen-Muffins mit Orangen


Vom lieben Kollegen R. habe ich vor ewigen Zeiten ein Christstollen-Rezept aus Oberösterreich bekommen. Ich backe es jedes Jahr in der Weihnachtszeit und mit jedem Mal wird es ein bisschen mehr abgewandelt und das Ergebnis anders. Auch durch die verschiedensten kandierten Früchte (bio, ungeschwefelt etc.), die ich entweder am Wiener Naschmarkt oder in Bio-Läden besorge.

Heuer habe ich Muffins aus dem bewährten Stollenteig gebacken und sehr "orangenlastige" Zutaten verwendet. Vom Ergebnis sind wir total begeistert und vielleicht gelingt es mir, das Rezept im nächsten Jahr genau SO zu wiederholen ;-)


Christstollen-Muffins 

Menge für 12 Muffins + 1 Kastenform (ca. 27 x 11 cm) oder alternativ für 2 Stollen

1.
  • 450 Mehl (1/3 Dinkelmehl, 2/3 Weizenmehl) vermischen mit
  • 1 P. Weinstein-Backpulver
  • Gewürze: Zimt, Kardamom, Nelkenpulver, Muskat oder die tolle Gewürzmischung von hier


2. 
  • 150 g beliebige Nüsse (heute: 100 g geschälte Mandeln im Ganzen, Pinienkerne und ein Rest gehackte Pistazien)
  • 180 beliebige kandierte oder Trockenfrüchte (heute: Arancini/Orangenschale, Zitronat/Zitronenschale, Mango, kandierter Ingwer), die Früchte würfelig schneiden, mit den Nüssen vermischen und mit einem Stamperl 
  • Orangenlikör oder Orangensaft befeuchten.
getrocknete Mango, kandierte Zitronen- und Orangenschale, kandierte Ingwer-Scheiben


 3.
  • 150 g Kristallzucker
  • Vanille
  • 150 weiche Butter
  • 250 g Topfen/Quark
  • 3 Eier
  • 1 gr. Bio-Orange – abgeriebene Schale (und Saft)


Die obigen Zutaten (3.) mit einem Handrührgerät gut schlagen, dann die Nuss-Früchte-Mischung (2.) und das Mehl (1.) mit einem Kochlöffel einmengen, zum Schluss den Saft. Der Teig ist nun ziemlich weich und klebrig. 
(Würde man ihn für Stollen verwenden, käme kein Orangensaft hinein und man müsste ihn noch kurz verkneten.)  

Das Backrohr auf 175°C vorheizen.
Ein Muffinsblech mit Papierförmchen bestücken und mit Teighäufchen bis zum Rand befüllen, im Rohr knapp 20 Minuten backen.

Den restlichen Teig in eine Kastenform streichen und ca. 35-40 Minuten backen, Stäbchenprobe machen. 




schmeckt sehr gut nach Orange!
Empfehlung! 

(Wer Rosinen vermisst, kann sie natürlich auch reingeben... )

Den Tipp, meinen weihnachtlichen Teig in Muffinsformen zu backen, habe ich von hier aufgenommen. Gute Idee!







Freitag, 5. Dezember 2014

Apfel-Nuss-Brot vorweihnachtlich und tierfrei


Nur Nüsse und Äpfel -   "es ist nichts drin, was du nicht isst" ...

Dieser Satz ist mein jahrzehntealtes Mantra an den heiklen Herrn Junior, wenn es um neue Rezepte oder um gesundes - vitaminreiches - vollwertiges Essen statt Fertigfutter geht. Immer wieder habe ich auch heute noch tatsächlich damit Erfolg ;-)

Das Rezept dieses vorweihnachtlichen Gebäcks kommt wieder (so wie die Karottenmarmelade) von der Zeitung der Landwirtschaftskammer Niederösterreich, die monatlich bei mir auf dem Schreibtisch landet.
Ich habe das Rezept halbiert und ein bisschen gesund-geändert: viel weniger Zucker, brauner statt weißer Zucker, Dinkelmehl statt Weizenmehl und ich schäle die Äpfel nicht. Dieses nicht allzu süße "Brot" ist eine gute Alternative, wenn wer Kletzenbrot (Dörrobst) nicht mag, und meine KollegInnen stürzen sich jedes Mal drauf, wenn ich es mitbringe. Und es wandert wieder einmal zum Tierfreitag:





Apfel Nuss Brot
tierfrei

  • 2 -3 mittelgroße Äpfel (ca. 375 g) eventuell schälen (muss nicht sein), grob raspeln, mit
  • 110 g braunem Zucker vermischen und etwa ½ Tag im Kühlschrank ziehen lassen.




  • 125 g ganze Haselnüsse oder andere beliebige Nüsse  
  • (125 g Rosinen - mag ich nicht)
  • ½ EL Kakao ungesüßt
  • ½ EL Inländer-Rum oder Whiskey oder Apfelsaft
  • ½ TL Zimt
  • 250 g Dinkelmehl
  • ½ P. Backpulver




Aus allen Zutaten inklusive der Äpfel rasch einen Teig verrühren, mit nassen Händen ca. 8 Weckerl formen und auf einem Backblech im vorgeheizten Rohr bei 150°C 45 Minuten backen. 





Das Hirschmotiv auf der Stoffserviette und dem Teller (oben), das es jetzt beim großen Schweden gibt, hat mich ein bisschen an das metallene Wandbild (unten) erinnert. Meine Mutter hat es im Jahr 1961 ihrem damals noch-nicht-Schwiegervater zum 60. Geburtstag geschenkt. Vor genau 50 Jahren ist mein Großvater verstorben und das Bild hängt noch immer an der Wand, es gehört zum Haus dazu.




Montag, 1. Dezember 2014

Montagsschweinerei mit Katzengeschrei


Katzengeschrei und Sautanz (Schlachttag) gehören zusammen?


Die giftige Blonde hat sich da kürzlich eine blendende Montagsidee einfallen lassen, da es bei ihr am Sonntag oft Schwein gibt und man es bequem am Tag danach unter "Montagsschweinerei" verbloggen kann.

Bei uns gab es "Katzengeschrei"....
Keine Sorge, es werden jetzt keine Katzerln verwurstet und den Namen spricht man natürlich auch nicht hochdeutsch aus...


Mein altes Kochbuch sagt, dass die hungrigen Bauernhof-Katzen am Schlachttag beim Verwerten des Schweines wohl einfach gebettelt haben, um Fleisch- und Innerei-Reste zu erhalten, die dann aber eher in dieses gemischte Gericht gewandert sind. Es handelt sich einfach um ein Geschnetzeltes mit hauptsächlich Fleisch und beliebigen Innereien (Leber, Milz, Nieren..).

Ich kenne das Gericht von meiner Tante Hilda aus dem Kamptal in Niederösterreich, sie hat es nach der Weinlese gern für die Helfer gekocht. Meine Version ist "light", weil ohne Schweineschmalz und Grammeln (Grieben), die man auf die Beilagenerdäpfel geben sollte.





"Katzengschroa"

  für 3-4 Personen
  • 500 g Schweinefleisch (Schulter) länglich schneiden wie für Geschnetzeltes
  • 250 g Schweinsleber ebenso klein schneiden, am besten vorher kurz einfrieren, dann lässt sie sich besser schneiden. 


  • 2 -3 große Zwiebeln in reichlich
  • Rapsöl gut und langsam bei geringer Hitze braten (das kann ruhig 1/2 Stunde dauern, dabei immer wieder einmal rühren), dann das Fleisch mitbraten, dass sich die Poren schließen, wenig Farbe nehmen lassen,
    würzen mit:
  • Pfeffer (frisch gemörserter Szechuan-Pfeffer passt überraschend gut!)
  • reichlich Majoran
  • wenig Thymian
  • wenig Kümmel
  • 4 Knoblauchzehen zerdrückt,
    dann die Leber dazugeben und unter Rühren weiterbraten, mit
  • 1 EL Mehl stauben, nochmals durchrühren, mit
  • einem Glas Weißwein ablöschen und mit
  • Suppe (oder Wasser + selbstgemachte Suppenwürze) aufgießen,
  • Salz dazugeben und mindestens ½ Stunde zugedeckt dünsten, bis das Fleisch gut weich und die Sauce sämig ist. 

Das Gericht abschmecken und mit gekochten (rotschaligen und eher mehligen) Erdäpfeln zu Tisch bringen, die man in der Sauce gut zerdrücken kann. Einen guten Weißwein dazu trinken. Wir hatten heute im Eintopf und im Glas einen milden Neuburger aus der Thermenregion südlich von Wien, der sehr gut zu Leber passt.


Übrigens, "Kotzngschroa" ist auch ein ziemlich schräger T-Shirt Versand in deftiger Waldviertler Mundart...
(Werbung ohne Verlinkung, unaufgefordert und unentgeltlich)




Freitag, 28. November 2014

tierfreies Seelenfutter Apfelspatzen



was sind Spatzen?
Ich kenne sie aus dem - nicht schon wieder? - Waldviertel in Niederösterreich und das sind einfache Nockerl/Spätzle meist nur aus Mehl, Wasser und Salz. Man braucht nicht unbedingt ein Nockerlsieb, sondern schabt sie am besten mit einem glatten Messer von einem Holzbrettchen ins kochende Wasser. Dadurch werden sie meistens auch nicht so winzig klein wie Nockerl und ich finde, das gehört so...

Spatzen isst man hauptsächlich mit Begleitung (Ei, Kraut, auch Kartoffeln..) und mit Äpfeln als "seelenwärmende" Süßspeise essen wir sie besonders gern. Und da der Junior momentan hustend und schnupfend das Bett hütet, gibts Apfelspatzen für das arme Kind ähem den jungen Mann.




Apfelspatzen
für 3-4 Personen

Teig:

  • 200 g Mehl
  • 1 schwachen TL Salz und
  • ca. 150 ml kaltes Wasser gut vermischen und ein bisschen rasten lassen

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und möglichst kleine Spatzen/Nockerl einkochen (den Teig auf ein befeuchtetes Holzbrettchen geben und mit einem glatten Messer, das man immer wieder ins Wasser eintaucht, Teig runterschaben), nur kurz kochen lassen und abseihen. 

Das Backrohr auf 200°C vorheizen, 

  • 3  große Äpfel waschen, eventuell schälen (muss nicht sein) und in eine Schüssel blättrig hobeln, mit
  • Zucker (je nach Geschmack und Süße der Äpfel) und 
  • Zimt vermischen, dann die Spatzen/Nockerl dazugeben.

  • 1 EL Butter (bzw. in der tierfreien Variante Margarine) in einer backofenfesten Form zerlassen und die Mischung einfüllen, im Rohr 1/2 Stunde backen. Gegen Ende der Backzeit mit Kristallzucker bestreuen und noch karamellisieren lassen.


Dieses Gericht gehört für uns zum winterlichen Seelenfutter und vegetarisch (bzw. tierfrei, wenn man die Butter durch Margarine ersetzt) ist es auch. Daher schicke ich es zu Sabine und ihrem Event 


Blogevent Vegetarisches Seelenfutter



und zu Katharina zu ihrer Sammelstelle 







Sonniges Waldviertel noch vor einer Woche, 
ich bin nicht sicher, ob man heute den Kirchturmspitz von Horn gesehen hätte...  
Denn es steht der Winter vor der Tür und darum tut wohliges Seelenfutter so not!! 




Samstag, 22. November 2014

Novembergrau und rosensüß


Graue Novemberhimmelsbilder für die Raumfee


die Rosenburg im Novemberlicht 


Immer wieder bin ich im Waldviertel (nördliches Niederösterreich) unterwegs. Oben auf der Rosenburg hoch über dem Kamptal erreichten mich dann sogar ein paar Sonnenstrahlen, gerade lang genug, um ein paar freundliche Bilder von außen zu schießen.


Denn die Tore sind auch hier verschlossen (so wie in Rapottenstein) und die Rosenburg hat Winterpause bis Ostern, aber am langen Dezemberwochenende (5.-8.12.) gibt es einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt im großen Turnierhof!


der größte noch erhaltene Turnierhof Europas auf der Rosenburg,
Foto vom heurigen Sommer



Nicht nur auf der Rosenburg, sondern auch im Garten blühen noch die allerletzten Rosen. Die weißen sind Schneewittchen-Rosen und die roten eine mir unbekannte, aber unglaublich stark duftende, samtige Rose. Sie verströmt sogar jetzt noch im November ihren Duft. Ich habe ein paar Blüten mitgenommen und für heuer wohl den letzten Rosenzucker hergestellt.




Frische schöne Rosenblütenblätter (nicht waschen) mit Kristallzucker vermahlen und auf einem Backblech ausgebreitet im Rohr bei geöffneter Tür (Kochlöffel einklemmen) bei ca. 70°C trocknen lassen, eventuell nochmals fein mahlen oder grob belassen. Kekserl oder Süßspeisen damit behübschen.


Rosenkeks

(Menge für 2 Backbleche)

  • 100 g weiche Butter mit
  • 2 Eidottern, 
  • 40 g Staubzucker/Puderzucker und
  • ca. 1 TL Rosenwasser schaumig schlagen und dann 
  • 150 g Mehl einmengen. 

Die Masse kühl rasten lassen, auf bemehlter Fläche nicht zu dünn ausrollen und Kekse ausstechen. Der Teig ist total unkompliziert und vielseitig verwendbar, die halbe Menge reicht zB. als Tarte-Boden.
Die Kekse dann im vorgeheizten Rohr bei 175°C etwa 10 Minuten hell backen. Einzeln mit dünner Eiweißglasur bestreichen und mit Rosenzucker bestreuen. 


Ganzjahreskekse - nicht nur für die Vorweihnachtszeit ;-)



Samstag, 15. November 2014

Himmelsbild und Burglied

das ist die Burg Rapottenstein im Waldviertel im nördlichen Niederösterreich 

Dieses windige Himmelsbild ist zwar vom Sommer, aber ich schicke es trotzdem zu Katjas samstäglicher Himmelssammlung, heute Nr. 139
[die Raumfee zeigt Novembergegenlichtaufnahmen so wie mein Header.] 


Wir ließen das Auto am Fluss stehen und streiften durch den schönen Wald Richtung Burg - die liebe A. sagte, sie kenne sich hier eh gut aus und gleich wären wir da, nur noch ein kleines Stück bergauf und oben steht die Burg. Als wir dann endlich aus dem Wald heraus und auf einen größeren Weg kamen, sahen wir sie ... aber soo weit weg ...

Schlussendlich gingen wir zum Auto zurück (das war nämlich der kürzere Weg) und erreichten doch noch die letzte Burgführung und wurden eingelassen.


Mächtige Granitfelsen, auf denen die Burg Rapottenstein im 12. Jahrhundert unter sicher schwierigsten Bedingungen gebaut wurde. Sie wurde später immer wieder erweitert und nie eingenommen. 



Bis man in einer mittelalterlichen Burg drinnen ist, gibt es viele Tore, Höfe und Hindernisse. Und möglicherweise ist die Nacht kalt und der Wind bläst... Davon handelt dieses romantische Lied von FAUN, das ich dieser Tage entdeckt habe und das mir nun ständig im Ohr klingt:


ach, ist das nicht schön... ?



hoch oben ein Gärtchen für das Burgfräulein? 



Führungen in der Burg Rapottenstein gibt es wieder ab Ostern! Jetzt in der kalten Jahreszeit würde man wohl vor verschlossenem Tor stehen, und wenn die Nacht noch so kalt ist ...