Montag, 1. Dezember 2014

Montagsschweinerei mit Katzengeschrei


Katzengeschrei und Sautanz (Schlachttag) gehören zusammen?


Die giftige Blonde hat sich da kürzlich eine blendende Montagsidee einfallen lassen, da es bei ihr am Sonntag oft Schwein gibt und man es bequem am Tag danach unter "Montagsschweinerei" verbloggen kann.

Das passt für heute (wer ist heute noch dabei??), zumal es bei uns "Katzengeschrei" gab.
Keine Sorge, es werden jetzt keine Katzerln verwurstet und den Namen spricht man natürlich auch nicht hochdeutsch aus...


Mein altes Kochbuch sagt, dass die hungrigen Bauernhof-Katzen am Schlachttag beim Verwerten des Schweines wohl einfach gebettelt haben, um Fleisch- und Innereienreste zu erhalten, die dann aber eher in dieses gemischte Gericht gewandert sind. Es handelt sich einfach um ein Geschnetzeltes mit hauptsächlich Fleisch und beliebigen Innereien (Leber, Milz, Nieren..).

Ich kenne es von meiner Tante Hilda aus dem Kamptal in Niederösterreich, sie hat es nach der Weinlese gern für die Helfer gekocht. Meine Version ist "light", weil ohne Schweineschmalz und Grammeln/Grieben, die man auf die Beilagenerdäpfel geben sollte.





"Katzengschroa"

  für 3-4 Personen

  • 500 g Schweinefleisch (Schulter) länglich schneiden wie für Geschnetzeltes
  • 250 g Schweinsleber ebenso klein schneiden, am besten vorher kurz einfrieren, dann lässt sie sich besser schneiden. 


  • 2 -3 große Zwiebeln in reichlich
  • Rapsöl gut und langsam bei geringer Hitze braten (das kann ruhig 1/2 Stunde dauern, dabei immer wieder einmal rühren), dann das Fleisch mitbraten, dass sich die Poren schließen, wenig Farbe nehmen lassen,
    würzen mit:
  • Pfeffer (frisch gemörserter Szechuan-Pfeffer passt überraschend gut!)
  • reichlich Majoran
  • wenig Thymian
  • wenig Kümmel
  • 4 Knoblauchzehen zerdrückt,
    dann die Leber dazugeben und unter Rühren weiterbraten, mit
  • 1 EL Mehl stauben, nochmals durchrühren, mit
  • einem Glas Weißwein ablöschen und mit
  • Suppe (oder Wasser + selbstgemachte Suppenwürze) aufgießen,
  • Salz dazugeben und mindestens ½ Stunde zugedeckt dünsten, bis das Fleisch gut weich und die Sauce sämig ist. 

Das Gericht abschmecken und mit gekochten (rotschaligen und eher mehligen) Erdäpfeln zu Tisch bringen, die man in der Sauce gut zerdrücken kann. Einen guten Weißwein dazu trinken. Wir hatten heute im Eintopf und im Glas einen milden Neuburger aus der Thermenregion südlich von Wien, der sehr gut zu Leber passt.


Übrigens, "Kotzngschroa" ist auch ein ziemlich schräger T-Shirt Versand in deftiger Waldviertler Mundart...
(ich hab das kürzlich entdeckt und bekomme keine Vergünstigungen)



(Sina, der Kochtopf in orange ist mein geliebter gusseiserner!)




Kommentare:

  1. ha, das kenn ich! in meinem kochbuch steht, dass die katzen wohl beim anblick der kleingeschnittenen köstlichkeiten, die sie dann eben doch nicht gekriegt haben, in protestgeschrei ausgebrochen sind und man sich so den namen erklären kann! ;)

    lieben gruß, susi

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    1. kein Wunder, die armen Bauernhofkatzerln haben früher ja meist nur ein bissl Milch bekommen, wenn gemolken wurde...
      lg

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  2. Antworten
    1. es gibt da in Oberösterreich eine kleine Ortschaft, die heißt "Hühnergeschrei"...
      lg

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  3. Danke, Friederike, nun weiß ich endlich, wie dieses Essen gemacht wird. Ich hab es noch nie gegessen, noch auf keiner Speisekarte gesehen und war schon so neugierig, was das wirklich sein soll.

    Wobei ich ehrlich gesagt nicht so sicher bin, ob in der Nachkriegsgeneration da nicht doch die Dachhasen verarbeitet wurden. In der Not ist viel möglich.

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    1. auf einer Speisekarte hab ich es auch noch nie gesehen, eigentlich schade, denn es schmeckt sehr gut!!
      ha, wer weiß, was da alles mitgekocht wurde und genauso wie zB. Beuschel würde ich es auch heute nur auswärts wo essen, wo ich vertrauen kann... ich bin da ein bissl heikel ;-)
      lg

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  4. Hach! Katzengschrei wäre ja was für mich auch ggggg!
    Und ich kannte zwar den Namen, aber habe das auch noch nie wo gesehen und hab auch noch nie recherchiert, das erspar ich mir jetzt, wo du doch so eine schöne Montagsschweinerei mit Katze hier hast.

    Den Topf sehe ich! Aber ich hab die Bewertungen gelesen auf Amazon..hm, da las ich von unebenen Böden usw..wie wirkt sich das aus wenn ich das aufn Herd normal stellen möchte? Ist deiner ganz gerade unten? Mein Traum ist immer noch der von Le Creuset, allerdings das Ding das ich möchte kostet 215 Euro..das ist mir zu teuer, obwohl ich jemanden hätte der mir das schenken täte..seufz..Ich gehe wahrscheinlich noch Jahre mit so einem Topf schwanger bevor ich ihn mir kaufe lach!

    Jedenfalls schön dass du die Montagsschweinereien aufgenommen hast, bei mir gibt's diesmal Zwiebliges..ohne Schweinereien quasi ;-)

    lg. Sina

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    1. witzig, dass viele dieses Gericht vom Namen her kennen.

      ob mein Topf uneben ist, weiß ich nicht, ich hab einen Gasherd, da spielt es keine Rolle..
      na, dann lass dir doch den teuren Topf schenken, Gönner soll man nicht aufhalten ;-)
      lg

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  5. Hihi, liebe Friederike, ich mußte lachen bei dem Titel!
    Mir war es neu, aber das Gericht klingt sehr lecker! Danke für das tolle Rezept, das werd ich bestimmt mal - mit dem Originaltitel ;O))) .....servieren *lach*
    Ich wünsche Dir noch einen gemütlichen Abend!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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    1. ha, das finde ich ja super, wenn das Gericht in den Norden wandert ;-)
      lg und gutes Gelingen

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  6. Ich habe auch gegrinst

    Liebste Grüße zu dir :-)

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    1. das freut mich auch, wenn ich manche zum Grinsen und Lachen bringe!!
      lg

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  7. Liebe Friederike
    Scheen Daunk fia den interessantn Artikel iwa unsare Urspring und dei Valinkung za uns
    Pfiate
    Markus von kotzngschroa.at

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    1. :-))
      du adelst meinen Beitrag!!

      (i kann net so guad in dialekt schreim wia du)
      lg

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    2. Wiaso, des klingt jo eh blendend :-)

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  8. Hallo Friedericke,
    ja, die Bäume sehen alle sehr schlimm aus, ich hoffe für dich, dass die
    Bäume in deinem Wald die Last aushalten und dieses Wetter überstehen,
    ich wünsche dir noch einen ruhigen (wenn geht) Abend,
    Hermine

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  9. Mmmmm! Aber noch lieber hätt ich die Apfelspatzen - bin einfach eine Süße!

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