Montag, 11. November 2013

Schlehenmarmelade herb-süß



Ich hab meine Liebe zu den Wildbeeren entdeckt und zum zweiten Mal schon gibt es Schlehenmus und heute auch eine delikate herb-süße Schlehenmarmelade! Was für ein Geschmack!!

Gestern am Sonntag habe ich mein "Schlehenparadies" im Marchfeld am östlichsten Rand von Österreich entdeckt. Am Waldrand außerhalb eines Dorfes wachsen unzählige Sträucher mit wahren blauen Riesenbeeren! Ich glaub, die pflückt sonst keiner... 
Zu Schlehensträuchern sagt man auch "natürlicher Stacheldraht" ;-) daher zum Pflücken immer Gartenhandschuhe mitnehmen! 




Wir hatten in Kürze mehr als 1 kg Schlehen gepflückt und auch ein paar Hagebutten. Am Abend stand ich also wieder in der Küche und habe mittlerweile fast eine Routine beim "Musen" entwickelt. Es ist halb so schlimm!

Bevor man Marmelade oder Chutney aus Schlehen oder Hagebutten kochen kann, muss zuerst das Mus hergestellt werden, um die lästigen Kerne loszuwerden. Ich habe das Mus diesmal ein bisschen anders als letztes Mal gemacht:




Schlehenmarmelade

Die Schlehen abwiegen, in einem Topf knapp mit Wasser bedeckt weichkochen, was gar nicht lang dauert, und mit einem Kartoffelstampfer bearbeiten (mittleres Foto unten). 
Dann habe ich in 2 Durchgängen passiert: 

  1. Die Beerenmasse zuerst portionsweise durch ein Sieb streichen (rechtes Foto unten) und die Kerne in einer Schüssel beiseite stellen. 
  2. Diese Masse aus Kernen und restlichem Fruchtmark dann durch die Flotte Lotte passieren, sodass außer den Kernen möglichst wenig übrig bleibt. 

Das Mus entweder abwiegen (habe ich vergessen) oder anhand des ursprünglichen Beerengewichtes schätzen (ca. 50%). Danach richtet sich die Menge des Gelierpulvers (zB. Gelier-Fix). Das Kochen mit Gelierpulver hat den Vorteil, finde ich, dass man mit der Zuckerzugabe besser variieren kann. 

Kristallzucker in das Mus einrühren - je nach Gewicht, Süße und Herbheit der Beeren und persönlichem Geschmack, und die Marmelade nach Packungsanweisung kochen. Die Marmelade in sterilisierte Gläser füllen oder noch lauwarm genießen, so wie ich. 

sie ist noch warm und nicht fest genug, aber zum Reinknien!

letzte Sonnenstrahlen im Marchfeld vor Regen- und Kälteeinbruch

Viel zu spät habe ich gelesen, dass man die Schlehenkerne auch weiterverwenden kann wie Kirschkerne in Kissen, d.h. abspülen, trocknen und in ein Kissen füllen. Dieses im Backrohr bei 100°C erwärmen und auf schmerzende oder verspannte Körperstellen legen.

Ich glaube, ich muss bald wieder pflücken gehen...



Kommentare:

  1. Liebe Friederike,
    wie lecker ist das denn? Ich liebe Schlehenmarmelade! nur kann man bei uns hier keine finden. ach, das war ja wirklich ein Paradies, so schöne Früchte!
    Ich wünsch Dir einen schönen und zufriedenen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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    1. bei dir gibts auch keine Schlehen? schade!
      diese Beeren waren wirklich schön groß und prall und gar nicht "verschrumpelt", lg

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    2. Liebe Friederike,
      heute habe ich 1,2 kg Schlehen gesucht und mit einem
      Kirschentkerner von den Kernen getrennt.
      es dauert geht aber gut.
      Morgen wird Marmelade gekocht, mit Stevia Gelierzucker.
      Bin gespannt wie es gelingt und schmeckt.

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    3. ohh!
      und wie ist die Ausbeute? zahlt sich die Arbeit aus?
      schreib mri doch, wie es geworden ist!
      lg

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    4. Emil
      Es hat sechs kleine Gläßer gegeben.
      Die Marmelade ist leicht herb,schöne dunkle Farbe und im geschmack mal etwas andere Marmelade aber lecker.

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    5. schön! Ich habe das unbestimmte Gefühl, dass der herbe Geschmack mit der Zeit ein wenig nachlässt und der Geschmack runder wird.

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  2. Mahh, hier gibt's kane Schlehen!
    Ich glaub ich geh mal mit einem Schlehenfoto laufen, vielleicht hab ich dir nur übersehen bisher,...das sieht sooo gut aus Friederike!

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    1. oft leuchten einem derzeit die blauen Beeren schon von weitem entgegen... weil die Sträucher meist keine Blätter mehr haben.
      die Marmelade ist wirklich gut, wenn man das Herbe mag!
      lg

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  3. Oh, liebe Frederike, das sieht so köstlich aus und die Bilder sind toll. Schlehen kenne ich leider nur als Schnaps gebrannt, da wäre mir die Marmelade schon lieber. Jetzt habe ich info wo ich welche evtl. finden kann muss ich schauen. Das Rezept muss ich probieren, ich danke Dir.
    Liebe Grüße und eine schöne Woche
    Ingrid

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    1. Schlehenschnaps würde ich auch nicht verachten ;-)
      hast du es schon probiert? wie ist es geworden?
      lg

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  4. Ich habe heute auch Schlehenmarmelade eingekocht, ich habe mir aber den Durchgang mit der Flotten-Lotte erspart. Dafür habe ich heftigst durchs Sieb gestrichen. Mehr als 4kg Fruchtmus habe ich herausbekommen. Jetzt reicht's mir bis zum kommenden Jahr. ;)
    Marmeladengrüße von Andrea

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    1. bei 4 kg Mus musst du ja fast das doppelte an Schlehen gehabt haben... 8 kg Beeren durchs Sieb streichen, was für eine (Muskel-) Arbeit, Kompliment!!
      lg

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  5. Schlehen....! Juch-heeee.,...! Vielleicht werde ich dieses WE auch mal pflücken gehen...! Die Rezepte klingen gut. :)

    Liebe Grüße von Aine

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    1. in Irland soll es ja viele Schlehenbüsche geben...
      lg

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  6. Hallo,
    kann mir jemand sagen, ob es normal ist, dass es sich so rau im Mund anfühlt. Die schlehen hatten Frost und ich hatte sie jetzt noch eine Woche gefrohren vor Verarbeitung. Oder ist das normal. Weil die Marmelade würde ansich super schmecken, wenn nur das rauhe Gefühl dann nicht im Mund wäre

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    1. das ist normal!
      das Herbe, Pelzige bleibt und der Frost macht die Beeren nur ein bisschen süßer,
      lg

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