Dienstag, 12. Januar 2016

Zimt-Kardamom-Nelke-Blogevent mit gefüllten Oliven


Ein paar Tage noch läuft der tolle Blogevent mit Zimt, Kardamom und Nelke. Die drei Gewürze verbindet man ja am ehesten mit süßen Rezepten zur Weihnachtszeit oder mit der asiatischen Küche. Ich habe Zimt und Nelken in Fleischgerichten in Italien kennen und lieben gelernt.

in den Bergen Liguriens

Wildschwein-Jagd
Wir waren vor vielen Jahren in den Bergen in Ligurien und aßen eines Abends in einer recht einfachen und urigen Trattoria. Es war Herbst und Wildschwein-Jagdsaison, also bestellte ich das Tagesgericht, ein Ragout mit Cinghiale, dazu einfaches Brot. Es schmeckte einfach fantastisch, aber wie war ich überrascht, als ich beim Essen eine Gewürznelke im Mund hatte... Zimt und Nelken im Schmorgericht - das machte den himmlischen Geschmack! Seither hat mich das Thema nicht mehr losgelassen. Mein Rindsbraten in Rotwein (Brasato al vino rosso von neulich) hat ganz ähnliche Zutaten wie das Wildschweinragout von damals und würde auch zum Blogevent passen.

~ ~ ~

Aber ich bin heute übermütig und koche etwas ganz anderes. Ich bereite eine Fleischfülle mit allen drei Gewürzen des Blogevents zu, fülle damit Oliven und frittiere sie. Man isst diese Olive ascolane als Antipasti oder zum Aperitiv oder einfach zu einem Gläschen Wein. Im Original kommen als Gewürze nur Nelken in die Fülle, aber ich finde ein klein wenig Zimt und ein Hauch Kardamom können nicht schaden und runden den Geschmack ab.

Die Mengenangaben für die Fülle sind mehr als reichlich, aber ich habe sie im Rezept (aus dem www zusammengestoppelt) nicht reduziert, weil jeder einzelne Zubereitungsschritt sehr gut schmeckt und Reste mit Brot gegessen werden können... wieviele Oliven gefüllt werden können, kann ich daher leider nicht sagen, aber wer Zeit und Lust hat, kann wahrscheinlich stundenlang Oliven füllen ;-) 

Das Ganze ist eine Spielerei und leider auch fürchterliche Patzerei ;-)


Gefüllte frittierte Oliven - Olive ascolane

Fülle:
  • etwas Olivenöl
  • 300 g gemischtes faschiertes Fleisch/Hackfleisch (100 g Rind, 100 g Schwein, 100 g Huhn oder Pute)
  • 1 kl. Zwiebel
  • 1 mittlere Karotte
  • 1 Stange Sellerie
  • ¼ TL Nelkenpulver
  • 1 gute Messerspitze gemahlener Zimt
  • 1 Prise gemahlener Kardamom
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 Glas Weißwein
Das Fleisch kann entweder faschiert (Hackfleisch) gekauft werden oder man schneidet es möglichst klein. In einer Pfanne in Olivenöl die klein gewürfelten Gemüse und das Fleisch sanft anbraten, würzen, aufgießen und gar köcheln lassen, eventuell ein wenig Wein nachgießen. Diese Fleisch-Mischung schmeckt bereits fantastisch und könnte gleich mit einem guten Brot oder Pasta verspeist werden… sie ist aber die Basis für die Fülle.


Ein bisschen auskühlen lassen und mit der Küchenmaschine mehr oder weniger fein pürieren.

An dieser Stelle hab ich gesehen, dass die Menge an pürierter Fleischmasse viel zu viel ist (rd. 400 g) und habe nur die Hälfte (200 g) weiterverwendet, die andere Hälfte war dann auch plötzlich weg ;-)


Die weiteren Zutaten werden nun in diese halbierte Fleischmasse von 200 g eingemengt, die Mengenangaben sind hier bereits angepasst (wer die komplette Fülle von rd. 400 g weiterverarbeitet, muss die Zutaten unten verdoppeln):
  • 1 kl. Ei
  • 50 g Parmesan fein gerieben
  • ½ Zitrone - Schale
  • 20 – 30 g Semmelbrösel
  • etwas Muskatnuss
Die Fülle ist nun fertig, sie soll kompakt sein, also eventuell noch Brösel einmengen bei Bedarf. Auch diese fertige Fleischfülle kann man mit Brot „zweckentfremden“ und genießen.


Oliven:
Im Original sollen große grüne Oliven entkernt und gefüllt werden. Das Entkernen der großen Cerignola-Oliven hat bei mir nicht gut geklappt, sie gehen schlecht vom Kern und ich habe die Oliven eher zerstört und konnte sie nicht mehr füllen. Besser ist es, wenn man bereits entkernte Oliven kauft... ich habe als echte Notlösung schwarze Kalamata-Oliven genommen, auch wenn die griechischen Oliven jetzt nicht "stilecht" sind... 

Die Oliven werden vorsichtig mit einem kleinen Messer halbiert und mittels Spritzsack mit der Fülle gefüllt, was ganz gut funktioniert. Wenn die Fülle herausquillt, macht das gar nichts.


Die gefüllten Oliven wie Wiener Schnitzel nacheinander in Mehl, Ei und Semmelbröseln wälzen und schwimmend in Öl (oder Butterschmalz) frittieren. Das kann schnell gehen, weil die Fülle sowieso bereits gegart ist. Die Oliven auf Küchenpapier entfetten und dann zu einem Gläschen Wein genießen! Herrlich!! Und die restliche Fülle kann man auch auf getoastetem Brot servieren wie Bruschetta.

~ ~ ~ 

So sahen die frittierten Oliven in Rom aus, als wir sie im Vorweihnachtsurlaub am Campo de Fiori gekostet haben (auf dem Foto in der Mitte):


danke für das schöne Blogevent, liebe Tina Foodina, hat mir richtig Spaß gemacht!



noch ein Foto zum Schluss muss sein... ich habe es aufgenommen vor einigen Jahren im Winter (daher die Weihnachtsdekoration):
Das ist der große Platz im Zentrum von Ascoli Piceno in den Marken in Mittelitalien, von dieser Stadt haben die Olive ascolane oder all´ascolana ihren Namen! Es gibt in der Region auch eine Olivensorte, die sich angeblich besonders für diese gefüllten Köstlichkeiten eignet.


Kommentare:

  1. interessant, also da werden sicher einige bei dir auf deinem Blog landen mit diesem Rezept

    lg netzchen

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    1. ... und vielleicht testet wer, wieviele gefüllte Oliven sich mit dieser Menge an Fülle ausgehen ;-)
      lg

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  2. Liebe Friederike,
    das ist aber ein Megaaufwand, aber, ich bin sicher, es hat sich gelohnt und die gefüllten Oliven schmeckten köstlich!
    Ich wünsche Dir einen schönen und zufriedenen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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    1. ja, der Aufwand ist groß, das macht frau nur, wenn sie lustig ist ;-)
      Der Liebste sagte an diesem Abend, ich solle nicht zu viel kochen, ich meinte er würde später wollen, ich hätte MEHR gemacht... und so war es dann auch, weil diese Oliven wirklich köstlich sind!
      lg

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  3. Gefüllte Oliven und die auch noch frittiert, da kann ja nichts mehr schiefgehen.

    Herzlichen Dank für deinen Beitrag und die Mühe, die du dir mit den Oliven gemacht hast,
    Tina

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    1. gern :-)
      ich geh nun auf die Suche nach den "richtigen" Oliven und mache es nocheinmal,
      lg

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  4. Ui, da hast du dir eine Menge Arbeit angetan, liebe Friederike! Aber es liest sich extrem gut!

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    1. es schmeckt auch wirklich gut, man muss wie gesagt Muße dazu haben!
      Ich habe gelesen, manche schneiden die Oliven spiralförmig und wickeln sie um die Fülle herum... da würd ich ja Tage dabei stehen ;-)

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  5. wenn die Mühe lohnt Friederike dann ist es NIE Arbeit..
    LG vom katerchen der auch gerne Nelken im Essen mag und Zimt auch..muss nicht Weihnachten sein..Borsch z.B ist so ein Gericht

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    1. du hast recht, alles was Spaß macht, ist eigentlich keine "Arbeit" (im Sinne von mühevoll..)
      lg

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  6. Liebe Friederike,
    wow, eine köstliche Arbeit die sich sicher lohnt, klasse sehen sie aus. Ein tolles Rezept ich werde es gerne mal probieren, den Oliven mag ich sehr wie auch die Küche Liguriens.
    Einen schönen Abend und liebe Grüße
    Ingrid

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    1. wenn du es probierst, dann verblogge es doch!!
      lg

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  7. Liebe Friederike, dass ich Dich ob Deiner Lust zum Kochen und Probieren bewundere, habe ich schon des Öfteren geschrieben. Dieses Rezept aber, ist ja der reinste Wahnsinn an Arbeits ------ falsch ------ Lustaufwand *g*

    Was bin ich doch für eine faule Gretl....

    Liebe Grüße
    Elisabetta



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    1. danke für die Blumen,
      "Lustaufwand" gefällt mir, ein schönes Wort ;-)
      lg

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