Mittwoch, 1. November 2017

"kremšnita" schnell und einfach


Cremeschnitten (links) und Gibanica (rechts) sind jedes Mal ein Muss für uns, wenn wir sie in Slowenien oder Kroatien in einem Lokal angeboten sehen. Vor allem den Cremeschnitten bin ich "verfallen" und kann selten widerstehen ;-)  


Die Cremeschnitte besteht aus einer Vanillepuddingcreme und einer Schlagobers-Schichte, die mehr oder weniger dick sein kann, der Blätterteig ist nur angezuckert. Sie hat von Bled aus ihren Siegeszug angetreten - in der kleinen slowenischen Stadt Bled am gleichnamigen See hat Konditormeister Ištvan Lukačevič in den 1950-er Jahren ein altes Rezept verfeinert und bekannt gemacht. Seither wurden dort sagenhafte 12 Millionen Cremeschnitten verkauft.

gesehen, gern gegessen und auch nach Hause mitgenommen aus Krk und Losinj

Es gibt die herrliche kremšnita oder kremna rezina nach Bleder Rezept so ziemlich überall in Kroatien und in Slowenien. Sie selbst herzustellen ist gar keine Hexerei und relativ schnell fertig, auch sind die Kalorien eher vernachlässigbar ;-)  weil es sich ja hauptsächlich um Pudding handelt, oder?

Da diese Cremeschnitten oft quadratisch oder rechteckig sind, bräuchte man eigentlich einen eckigen Backrahmen, um die Creme bis zum Festwerden in Form zu halten. Ich besitze leider weder einen solchen Backrahmen noch den Platz dafür in meiner Küche, also muss frau sich anders behelfen!

mit Dinkel-Blätterteig wird´s dunkler,
diesen Blätterteig habe ich offen (und nicht blind) gebacken, daher ist er nicht schön eben

Für den "Hausgebrauch" genügt grundsätzlich eine rechteckige Back- oder Glasform, die von der Größe und Höhe her geeignet ist. Ich schneide den fertig gebackenen Blätterteig für den Boden und den Deckel portionsweise vor und verstreiche die noch warme Vanillecreme und die Obersschichte in die Form. Im Kühlschrank wird alles schön fest und kann dann sehr einfach portioniert werden. Das Resultat ist optisch natürlich nicht so exakt wie in einer Slaščičarna, aber dem Genuss tut das keinen Abbruch - im Gegenteil, denn bei Selbst-Hergestelltem weiß ich genau, was drin ist!  

Für das Rezept habe ich einmal quer durch das www gesucht. Immer wird Puddingpulver aus dem Packerl für die Creme verwendet, das muss überhaupt nicht sein - mit einem selbstgemachtem Pudding schmeckt die Fülle noch besser! Den oft hohen Zuckeranteil habe ich in meinem Rezept bereits reduziert. Den Blätterteig könnte man natürlich auch selbst machen, ich bin aber mit dem handelsüblichen bio Blätterteig sehr zufrieden.

Cremeschnitte mit blind gebackenem Blätterteig

meine kremšnita
(für 6 Cremeschnitten)

1 P. bio (Dinkel-) Blätterteig oder selbst gemachter Blätterteig

Puddingcreme:
600 ml Milch
120 g Kristallzucker
1 Vanilleschote
70 g Stärkemehl (Maizena)
3 Eier getrennt
1 Prise Salz
optional 1 EL Inländer-Rum

Obers-Schichte:
200 ml Schlagobers/flüssige Sahne
1 EL Zucker
1 P. Sahnesteif

Das Rohr auf 180°C vorheizen, den Blätterteig auf einem Blech mit einer Gabel mehrmals einstechen und ca. 10 - 15 Minuten hell backen. Entweder offen backen oder blind backen, d.h. Backpapier obenauf legen und eher schwere, getrocknete Hülsenfrüchte (Bohnen) drauflegen. Die Backzeit verlängert sich dabei etwas. Auskühlen lassen.

Für die Creme wird ein dicker Pudding gekocht. Dafür den Großteil der Milch mit Zucker, Mark und ausgekratzter Vanilleschote erhitzen. Den Herd abdrehen und etwa 15 Minuten ziehen lassen, die Vanilleschote dann entfernen. Die Milch wieder erhitzen und aufkochen lassen.
Die restliche Milch mit Stärkemehl, den Eidottern und Rum vermischen und in die Milch einrühren. Wenn der Pudding eindickt den Herd abdrehen, kurz glattrühren und zugedeckt kurze Zeit auskühlen lassen. Eiklar mit Salz zu Schnee schlagen und in den noch warmen, aber nicht mehr so heißen, Pudding einrühren.

Das Obers schlagen und dabei Zucker und Sahnesteif einrieseln lassen.

Fertigstellen:
  1. Eine geeignete eckige Form (bzw. wenn vorhanden einen eckigen Backrahmen) bereitstellen.
  2. Den Blätterteig für Boden und Deckel zurechtschneiden, in meinem Fall 12 Rechtecke.
  3. Sechs Stücke nebeneinander als Boden in die Form legen, die Puddingcreme drauf verteilen, glattstreichen und kurz überkühlen lassen. Das geschlagene Obers obenauf schön verstreichen. Die restlichen (und schönsten) 6 Blätterteigstücke anzuckern und drauflegen.
  4. Die Form mindestens 1 Stunde, besser länger, in den Kühlschrank stellen und die Fülle fest werden lassen.
Die einzelnen Cremeschnitten lassen sich nun sehr schön portionieren und herausnehmen.


Das war´s! So schnell sind Cremeschnitten fertig und man kann von unseren südlichen Sehnsuchts-Ländern träumen ;-)


Das war vor genau einem Jahr am 1. November, dem Allerheiligen-Tag auf Krk... was seht ihr, wenn ihr heute aus dem Fenster schaut?



Kommentare:

  1. Nix Gscheid's seh ich heute. Aber in der Küche wartet eine Schokotarte, und demnächst gibt es Cremeschnitten... dafür ist die graue Jahreszeit gerade gut.

    AntwortenLöschen
  2. Die slowenischen Köstlichkeiten sind auch mich noch in guter Erinnerung. Einfach nur lecker!
    LG, Varis

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ja, wir haben auch immer sehr gut gegessen!

      Löschen
  3. Hallole,
    das sieht total klasse aus. Meine Mutter hat den Blätterteig immer selbst gemacht und der ist gut geworden.

    Von Hefeblätterteig hat sie Hörnchen gebachen, ich habs versucht, aber es ist nichts geworden.

    Lieben Dank für deinen Kommentar, habe mich sehr gefreut.

    LKieben Gruß Eva

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Blätterteig mach ich nur selten selbst und wenn dann den mit Topfen/Quark, der geht einfacher ;-)

      Löschen
  4. Mhhhh! Cremeschnitten mag ich auch sehr! Nein, ich liebe sie und hab grad einen irrsinnigen Guster drauf bekommen, als ich dein leckern Fotos sah!
    LG Petra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. wie gesagt, sie sind gar keine Hexerei und ich muss auch nicht mehr bis zum nächsten Kroatien-/Slowenienurlaub warten ;-)

      Löschen
  5. o jee sieht das lecker aus das würde ich mir auch nicht entgehen lassen. Das muss ich mir merken danke für das Rezept.
    Ja der November ist trübe, bedeckt und feucht.. stimmt letztes Jahr hatte ich auch anderes in Erinnerung wie heute!
    Ich wünsche dir einen schönen Abend
    Lieben Gruss Elke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ich hab eigenichts gegen den typischen November, nur mag ich nicht, wenn es zu sehr stürmt, lg

      Löschen