Sonntag, 27. Dezember 2015

Pizza bianca oder Schiacciata oder Focaccia?


Hier am Campo de fiori links im Eck hinten an der Nordwest-Seite ist die wohl berühmteste und beste Bäckerei von Rom, die alles von Brot über süße Bäckereien bis zum römischen Street food Nr. 1, der Pizza bianca anbietet. Die römische Pizza bianca ist nicht wie eine "normale" Pizza belegt, sondern wird meist waagrecht aufgeschnitten und mit den köstlichsten Dingen gefüllt. Ich hatte Zucchiniblüten plus Mozzarella (die Blüten gibt es bei uns selbst im Sommer selten seufz), es gab auch Prosciutto, Pilze, Spinat etc. alles was das Herz begehrt.


Dann setzt man sich mit seiner Beute auf den Brunnenrand, beobachtet das Markttreiben und genießt die römischen Köstlichkeiten.

Foto oben links: Pizza bianca
Bäckerei Forno (klick, dort gibt es auch ein sehenswertes Video!)


Was ist jetzt der wesentliche Unterschied zwischen Pizza bianca, Schiacciata und Focaccia? Den gibt es aus meiner mitteleuropäischen Sicht nicht wirklich... bevor jetzt wer aufschreit... sogar in einem italienischen Blog habe ich gelesen:

"Schiacciata, Pizza bianca, Focaccia come la chiami la chiami..." 
auf gut wienerisch „g´hupft wie g´hatscht“, also gehüpft wie gesprungen oder Jacke wie Hose ;-) 



Bei Jutta Lorbeerkrone, die in Rom lebt, aber leider kaum mehr blogt, habe ich vor Jahren bereits dieses tolle Rezept für Pizza bianca gefunden und habe mir auch Anregungen von einem Schiacciata-Rezept von Angelika Apfelthaler hier eingeholt:


Pizza bianca oder Schiacciata
(für 1 Backblech)

  • 500 g Weizenmehl
  • 1 g Trockengerm/Hefe (oder 3 g frische, in etwas Milch aufgelöst)
  • 1 guter TL Salz
  • 50 ml Olivenöl
  • 1 EL Gerstenmalz (Ersatz Honig)
  • 325 ml warmes Wasser
Aus den Zutaten einen schönen mittelweichen Germteig bereiten. Es ist nur wenig Hefe drin, das ist kein Tippfehler. Den Teig zugedeckt bei Raumtemperatur einmal aufgehen lassen und dann im Kühlschrank ca. 8-10 Stunden oder über Nacht ruhen lassen. Er geht weiter schön auf, es ist eine Freude, diesen Teig zu machen... 

Am Backtag ein Backblech mit Backpapier belegen und mit ein wenig Olivenöl bestreichen. Mit den öligen Händen den elastischen Teig auseinander ziehen, auf das Blech legen und weiter drücken, bis er das Blech ausfüllt. Mit einem Tuch bedecken und noch einmal ein bisschen rasten lassen.

In der Zwischenzeit das Backrohr auf ca. 230-240°C aufheizen. Den Teig dann nochmals mit den Fingerkuppen eindellen, ordentlich mit Olivenöl beträufeln und mit grobem Meersalz bestreuen, optional Rosmarin. 15 Minuten backen und auskühlen lassen. 


Eine römische Pizza bianca schneidet man mit der Schere (das ist tatsächlich ein guter Tipp von Jutta!) in Quadrate, halbiert diese waagrecht und füllt sie beliebig, hier mit Mozzi. 

Eine Schiacciata kann man vor dem Backen noch mit Oliven, Maroni etc... belegen und später nicht füllen. 


Schmeckt wirklich seeeehr gut mit einem Gläschen Wein und ist ein guter Tipp für den baldigen Jahresausklang. Mit einer originalen Pizza bianca aus einem römischen Backofen kann sie sich nicht ganz messen...  aber es muss ja Gründe geben, um bald wieder nach Rom fahren zu können ;-) 



Markt...




Kommentare:

  1. Ich freue mich so über deine Romberichte. In den 70ern habe ich da gelebt und geliebt, aber das Essen war damals so unwichtig. Man hat eh überall gut gegessen - ich damals auch zum ersten Mal Zucchiniblüten. Den Forno am Campo de Fiori gab es auch schon damals.
    Schiacciata ist tatsächlich g'hupft wia g'sprunga (sagen wir in Bayern), es beschreibt ja genau deine Zubereitung: schiacciare, also drücken statt ausrollen!

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    1. ja genau, man isst in Rom und überhaupt in Italien fast überall gut und wir sind normalerweise nicht auf der Suche nach empfohlenen Lokalitäten! Am besten haben wir diesmal in einem winzigen Lokal ohne Namen an der Piazza Albania gegessen (nicht weit vom Hotel). Wo hast du denn gewohnt damals?

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    2. An der Ecke zum "Ghetto", fast an der Ponte Garibaldi, bei der Insel mit dem Krankenhaus. Wir waren immer am Campo de Fiori, da gab es ein Kino an der Ecke, und Piazza Farnese. Eine Freundin wohnt immer noch in der Wohnung die damals die WG war, da kann ich sie weiter besuchen. Es ist aber schon wieder fast vier Jahre her..

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    3. ah ja, schön zentral!
      mir gefällt, wie du schreibst, du hast hier gelebt und geliebt!



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  2. Liebe Friederike,
    danke für die weiteren herrlichen Rom-Bilder!
    Ich wünsche Dir eine wunderschöne Woche zwischen den Jahren!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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    1. :-) ich habe Urlaub und genieße die freien Tage, lg

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  3. Hmmm, jetzt hab´ich Gusta auf Italienisch ;) Diene Rom- Bilder und das Rezept sind herrlich :)
    Liebe Grüße, Petra

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  4. Focaccia habe ich schon öfter gebacken. Die beiden anderen sind mir neu, hören sich aber ungemein lecker an.
    Rom ist bestimmt auch kulinarisch eine Reise wert.
    Liebe Grüße
    Andrea

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