Samstag, 14. September 2013

von reifen Trauben, Trauben-Curd und Füchsen in Tropea



Es ist Lesehunger-Zeit und es ist Trauben-Zeit!
Was das mit den Füchsen in Tropea in Kalabrien zu tun hat, lest ihr weiter unten...


Sogar in unserem Waldviertler Garten sind sie reif und ich habe einige den Wespen und Amseln entreißen können. Diese blauen Trauben sind sehr gut säuerlich und geschmackvoll und deshalb musste ich sie unbedingt auf "Curd-Tauglichkeit" testen.
Das Ribisel-/Johannisbeer-Curd ist ja meine Entdeckung des Sommers; das Rezept findet ihr hier.
Ganz genauso habe ich es mit den blauen Weintrauben versucht:

Trauben-Curd


Und es hat funktioniert!!
Der Geschmack ist fantastisch, und seht euch diese Farbe an!!

Trauben-Curd

Es sollten säuerliche Trauben sein, aber sonst kommt eben etwas Zitronensaft dazu. Zucker und Zitronensaft kann man nach eigenem Geschmack immer variieren (wie Ingrid schreibt). Wenn die Konsistenz zu flüssig ist, ein kl. Löfferl Stärkemehl einrühren (entweder mit dem Ei vermixen oder mit wenig Flüssigkeit verrühren) und eindicken lassen.



Dabei fällt mir die Fabel von Aesop vom Fuchs und den Trauben ein und das passt doch perfekt zu Shermins bibliophilem Kochevent... 


Der Fuchs hat einen Weinstock mit schönen reifen Trauben entdeckt, sie hängen aber sehr hoch. Er strengt sich furchtbar an, um sie zu erreichen, aber er schafft es nicht. Die Maus und der Spatz sehen ihm aus einem sicheren Versteck zu und machen sich dann auch noch lustig über ihn. Das kann er nicht vertragen... 

Der Fuchs biss die Zähne zusammen, rümpfte die Nase und meinte hochmütig: „Sie sind mir noch nicht reif genug, ich mag keine sauren Trauben.“ Mit erhobenem Haupt stolzierte er in den Wald zurück.


Aesop ist der Dichter, der seinen Zeitgenossen im antiken Griechenland (rd. 600 v.Chr.) mit seinen Tierfabeln und Gleichnissen einen Spiegel vorgehalten hat. Er hat menschliche Schwächen aufgezeigt, wie zB. Neid oder nicht verlieren zu können, genau wie unser Fuchs. Beeindruckend finde ich, dass Aesops Fabeln auch nach mehr als 2500 Jahren noch bekannt und so aktuell sind. 



In Tropea in Kalabrien trägt eine kleine volkstümliche Hosteria den Namen dieser Fabel:
Hosteria Le Volpi e l`Uva, Via Garibaldi, Tropea.

Der Liebste und ich haben dort im Februar vor einem Jahr einen äußerst netten und anregenden Abend verbracht. Der Wind pfiff durch die Gässchen und wir waren neben einem älteren allein reisenden Engländer die einzigen Gäste in dem heimeligen Lokal mit offener Küche. Das Essen schmeckte hervorragend: Frittata mit Tropea-Zwiebeln, Pasta mit der scharfen kalabresischen Nduja-Salami und danach Brandteigkrapferl, die ich mir mit dem Engländer geteilt habe. Dazu bester vino rosso della casa und zum café den berühmten Amaro Kräuterlikör. Der Kellner und die Küchenmannschaft setzten sich dann zum gemeinsamen Essen an den Nebentisch und der Engländer unterhielt uns alle teils mit recht gutem italienisch und auf englisch. Zu sehr später Stunde wankten wir heimwärts in unser entzückendes Hotel im centro storico von Tropea.

Wer einmal nach Kalabrien reisen sollte (außerhalb der Sommersaison sehr zu empfehlen), dann fahrt unbedingt auch nach Tropea am Thyrrenischen Meer...

Altstadt von Tropea, die Straße endet hoch über dem Meer

Ende der Hauptstraße, hier geht´s tief hinunter



Zum Schluss zeige ich euch noch die Verbindung von den Brandteigkrapferln in Tropea zum heutigen Trauben-Curd:

Brandteigkrapferl mit italienischer Vanillecreme und Trauben-Curd

Das Rezept folgt demnächst...


Kommentare:

  1. Liebe Friederike,
    Dein Blog ist ein Augenschmaus und ich freue mich ihn gefunden zu haben. Schöne Dinge schreibst Du und ich lese, dass Dir Luisa Francia gefällt - und Italien - und Bücher und schöne Worte an sich.
    Ich wünsche Dir eine fröhliche und kreative Woche!
    Liebe Grüße
    Erika

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    1. danke für den netten Kommentar, ich freue mich und das Bloggen macht gleich viel mehr Spaß ..
      lg


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  2. Friederike! Jetzt hast du mich aber erwischt, Ribiselcurd ist sich ja irgendwie nicht ausgegangen bei mir, ABER im Garten wachsen Tonnen von roten Weintrauben vom Nachbarn rüber.
    Also wird ich das mit den Weinträubchen versuchen.
    Die roten Weintrauben haben echt eine wunderbare Farbe, der Sirup daraus ist wirklich immer wunderschön und schmeckt auch gut.
    Vielleicht mach ich auch noch ein paar Gläser Gelee, nur wer soll das alles essen?
    Liebe Grüße!

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    1. ja, wer soll´s essen, die Frage stellt sich bei mir auch, aber oft sind die Bürokollegen die Antwort..

      das Traubencurd ist bei mir nicht gut fest geworden, vielleicht war ich zu ungeduldig, ich hab Stärkemehl dazu geben müssen.
      bin gespannt, was du draus machst,
      lg

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  3. Liebe Friederike, entschuldige bitte, dass ich erst jetzt dazu komme dir zu antworten. Das Traubencurd sieht traumhaft aus. Wie schön, dass du nicht säuerlich unterm Weinstock hocken musstest, sondern pflücken kannst. ;)
    Reichst du das Rezept hier im Beitrag noch nach oder habe ich das schlicht übersehen?

    Liebe Grüße

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    1. das Traubencurd hab ich mit meinem Curd aus Ribiseln/Joh.beeren verlinkt, die Brankteigkrapferl/Windbeutel kommen noch... lg

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  4. Liebe Frederike,
    das ist ein wunderschöner post, toll geschrieben und die Bilder und Kalabrien hach einfach zu schön und das bibliophile Kochevent muss ich mir mal anschauen, danke.
    Dieses Windbeutel mit dem Trauben-Curd genial. Ich liebe Curd in allen Variationen bzw. säuerlichen Früchten und hier in Verbindung mit der Creme köstlich.
    Jetzt habe ich Dich endlich in meiner Leseliste, irgendwie war mir Dein Blog abhanden gekommen und ich nicht auf dem Laufenden was hier so passiert, jetzt aber.
    Ein wunderschönes Wochenende und liebe Grüße
    Ingrid

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    1. Das ist lieb, dass du mich nun aufgenommen hast! Ich lese auch gern bei dir, du machst wunderbare Fotos und hast gute Rezeptideen, lg

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