Dienstag, 14. Oktober 2025

knusprige Pilze



gesehen vor einigen Jahren in einem Wald im Salzburger Land

Schwammerl und Pilze sammeln ist in manchen Gebieten in den Alpen echt ein Reizwort und als Waldbesitzerin kann ich gut verstehen, wenn anderen der Kragen platzt. Auch die Parasolpilze in meinem Wald in Niederösterreich werden mir oft weggeschnappt...



Im Urlaub gehen wir zwar auch gerne Schwammerlsuchen, aber es geht uns mehr ums Naturerlebnis im Wald. Wenn jeder nur so viel sammeln würde, wie in 1 - 2 Mahlzeiten für den Eigenbedarf verbraucht wird, wäre es wohl kein Problem. Siehe auch die "ehrenvolle Ernte" der indigenen Völker Amerikas, also den Grundsatz, nur die Hälfte zu ernten, dass für andere und die Natur noch etwas übrig bleibt (Info, im Beitrag ganz unten).

Säckeweise und womöglich zu kommerziellen Zwecken in fremden Wäldern Pilze zu pflücken, finde ich daher rücksichtslos und es ist eigentlich auch verboten (maximal 2 kg pro Person und Tag sind in Ö erlaubt, was ich aber sehr viel finde). Aber wo kein Kläger, da kein Richter, oder?

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Genug gesudert (gejammert) - ich freue mich, dass Felix ein so schönes herbstliches Blogevent mit Pilzen aller Art bei Zorra ausrichtet! Ich bin für mein Gericht auf dem Markt Pilze kaufen gegangen und habe heute Kräuterseitlinge und braune Champignons bekommen.




knusprige Pilzspieße mit Kichererbsen und Salsa verde

frei nach Ixta Belfrage aus "Mezcla"

Zutaten für 2 Pers. als Hauptspeise:

Pilze:
ca. 300 g frische Pilze, zB. aus der Pilzfamilie der Seitlinge (Pleurotus), wie Kräuterseitlinge oder Austernpilze, alternativ Steinpilze, Champignons...

Chili-Öl:
reichlich Olivenöl (im Original nur 2 EL, das ist zu wenig)
30 g Harissa oder ein anderes Schärfeprodukt
Chili nach Belieben
Salz
1 Prise Zucker

Kichererbsen:
1 Glas gegarte Kichererbsen, ca. 220 g Abtropfgewicht, sie sollen Raumtemperatur haben
1 - 2 Knoblauchzehen, fein gehackt oder durchgepresst
Salz
Chili
1 bio Limette, die abgeriebene Schale und 1 EL Saft
Olivenöl
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1 EL griechisches Joghurt

Salsa verde:
1 Bund frische Korianderblätter und/oder Petersil, klein geschnitten
1/2 Bund Schnittlauch, ebenso
2 EL Olivenöl
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1/2 EL Limettensaft
Salz

zum Anrichten:
optional 1 EL griechisches Joghurt pro Person (ich nicht)
Meersalzflocken
übriges Chili-Öl oder Garsud vom Grillen der Pilze

Kokosjoghurt statt griechischem Joghurt verwenden, dann ist das Gericht vegan!

Zubereitung:
  • Ungefähr 6 - 8 Metall- oder Holzspieße für die Pilze bereit legen, die Holzspieße müssen 20 Minuten in Wasser gelegt werden, dass sie beim Grillen nicht verbrennen!
  • Die Pilze putzen, kleine ganz lassen, größere halbieren oder vierteln bzw. große Seitlinge in 1/2 cm dicke Scheiben schneiden.
  • Die Zutaten für das Chili-Öl in einer großen Schüssel verrühren und die Pilze vorsichtig damit rundum marinieren.

  • Das Backrohr auf 220°C Umluft oder 240°C O/U vorheizen und ein Backblech (mit Backpapier) bereit stellen.
  • Die Pilzscheiben mit Abstand zueinander auf die Spieße stecken und auf das Backblech legen. Im Ofen dann rund 20 Minuten grillen, bis sie knusprig sind. Bei mir dauerte es 25 Minuten.

  • In der Zwischenzeit die Kichererbsen abspülen und marinieren. Die Hälfte davon mit Joghurt zu einem Stampf grob mixen oder stampfen, dann abschmecken.
    Wer will, kann den Stampf leicht erwärmen, aber eigentlich wird er zimmerwarm serviert.
  • Aus den angegebenen Zutaten die Salsa verde mischen. Von der Salsa bleiben wahrscheinlich Reste.
Anrichten:
  • Den Stampf und die marinierten Kichererbsen mittig auf Teller anrichten und die Spieße frisch und heiß (!!) aus dem Ofen darauf legen. Alles mit Salsa verde beträufeln und mit Meersalzflocken bestreuen. Wer noch Chili-Öl übrig hat, kann auch dieses darüber geben oder etwas vom Garsud (ich).

Pilzspieße ab in den Ofen




Felix und Zorra, ich hoffe, ihr seid genauso begeistert von dem Pilzgericht, wie wir es waren! Es schmeckte uns fantastisch, wieder eine "echte Ixta Belfrage", die uns mit ihren Rezepten noch nie enttäuscht hat.

Im Originalrezept werden die gesamten Kichererbsen zu einem Stampf verarbeitet, wir haben aber gerne zusätzlich Bisss, das hat gut gepasst. Dass Pilze beim Grillen teilweise (nicht alle) so schön knusprig werden, fand ich auch interessant. Ich muss beim nächsten Mal darauf achten, dass die Kräuterseitlinge gleichmäßig geschnitten sind. Insgesamt ein Volltreffer, Empfehlung!




Ein weiteres Rezept mit Kräuterseitlingen gibt es bereits auf dem Blog:

Kräuterseitlinge als veggie "Gans"





Deko gesehen in einem Bauernmarkt (nicht gekauft!)




Liebe Grüße aus Wien!



10 Kommentare:

  1. Liebe Friederike
    Dein spezielles Pilz-Rezept freut mich ganz besonders!
    Eine schöne Idee, Pilze mal zu grillen.
    Danke für deinen Beitrag zum Event.
    Mit lieben Grüssen, Felix

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    1. gerne :-))
      Dein Blogevent hat große Freude gemacht!

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  2. Hallo Friederike,
    viele sammeln wirklich sehr große Mengen und zu kommerziellen Zwecken, das geht gar nicht.
    Ist dasselbe Problem mit Bärlauch im Frühjahr, da sieht man auch oft Leute mit großen Tüten voll.
    VG
    Elke

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    1. genau, schlimm finde ich auch, wenn die Blätter von Weinstöcken in großen Mengen "abgeräumt" werden...

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  3. Pilze in Wasser einweichen, damit sie beim Grillen nicht verbrennen - vielen Dank für diesen Tipp! Das wusste ich bisher noch nicht. Ich passe immer sehr auf, damit Pilze nicht zu viel Wasser aufsaugen, damit sie nicht wässrig schmecken. Mit dem Grillen macht das allerdings Sinn, es so zu machen.

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  4. Mah, das schaut wirklich große Klasse aus - ein tolles Rezept!
    Bei uns in den Wäldern muss man auch schnell sein, es gilt der Grundsatz: Wenn du einen passablen Pilz siehst, gleich mitnehmen - er ist mit 100%iger Sicherheit ein paar Stunden später nicht mehr da ;-)
    Alles Liebe zu dir!
    Maria

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  5. Ich finde den ersten Absatz besonders beindruckend heute. Mir war nämlich nicht klar, dass Pilze so rücksichtslos gesammelt werden. Und 2 Kilo pro Tag und Nase kommt mir auch sehr viel vor... sehr, sehr viel. Wie du denke ich, dass wenn jeder nur für den Eigenbedarf pflücken oder sammeln würde (und das wären niemals 2 Kilo!) gäbe es das Problem nicht.
    Dafür sehen deine knusprigen Schwammerlspieße unglaublich lecker aus!
    Liebe Grüße
    Maren

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    1. Die Kombi schmeckt auch wirklich sehr gut, wenn du also Pilze gern magst...
      Besonders wegen Steinpilzen werden die Wälder intensiv "abgegrast", weil man sie nicht züchten kann und sie in der Lebensmittelindustrie unseres südlichen Nachbarlandes heiß begehrt sind. Im Urlaub in Kärnten zB. kann das jeder beobachten. Es gibt wohl zu wenig Kapazitäten für Kontrolle, aber hin und wieder liest man von großen Mengen an beschlagnahmten und tw. bereits konservierten Pilzen - ist ein big business...

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