Freitag, 18. November 2022

veggie "Gans" für die #kulinarische Weltreise

 


"Wenn’s Laub nicht vor Martini fällt, kommt eine große Winterkält’..."
(Bauernregel)

Martini (11.11.) ist auch schon wieder vorbei und dieser schöne wilde Wein hat seine Blätter rechtzeitig fallen lassen. Ob wir daher laut Bauernregeln einen milden Winter erwarten können? Ich würde mir für die Natur wenigstens einen feuchten Winter wünschen...


Normalerweise gehen wir rund um Martini gern Ganslessen und gebratene Gänse mit den klassischen Beilagen Knödel und Rotkraut gibt es meist den ganzen November in der Gastronomie. Später folgt zu Hause dann oft die Weihnachtsgans. 


Aber heuer fehlt mir irgendwie die Lust auf das traditionelle Gansl, wir tendieren auch immer mehr zum vegetarischen Essen. Da fügte es sich gut, dass ich neulich in der ORF-Mediathek einen Beitrag über ein vegetarisches "Gans"-Gericht mit Pilzen gesehen hatte, das in einem Lokal in Eisenstadt im Burgenland serviert wurde. Das musste ich doch gleich Daumen mal Pi bzw. iwahaps, wie die Burgenländer*innen sagen, aus dem Ärmel schütteln! 



Blogger Aktion "Die kulinarische Weltreise" von @volkermampft sucht die besten Rezepte und Gerichte zu internationalen Feiertagen


Den Beitrag verlinke ich gerne mit der kulinarischen Weltreise von Volker mampft, wo es im November um Feiertagsgerichte aus aller Welt geht. Mein vegetarisches Martini- oder Weihnachts-"Gans"-Gericht passt gut dazu... 😋





mein veggie "Gansl"-Schmaus

Pilze mit Rotweinzwiebeln:
(für 2 Personen):
200 g Kräuterseitlinge
ein wenig Öl
Salz zum Schluss!

ca. 1 EL Gänsebraten-Gewürzmischung:
1/2 TL Majoran
1/2 TL Thymian
optional 1/2 TL Beifuss (Artemisia vulgaris), die Blattspitzen und noch geschlossenen Blütenansätze, zB. im Sommer selbst gesammelt und getrocknet (ich)
Pfeffer
wenig gemahlener Kümmel
Abrieb von 1/2 bio Orange
eine gute Prise Zimtpulver

2 milde rote Zwiebeln oder Schalotten, ca. 130 g, in schmale Segmente geschnitten
etwas Öl
1 TL Tomatenmark
1 TL dunkler Balsamico
200 ml gehaltvoller, nicht säurebetonter Rotwein bzw. mehr nach Bedarf
100 ml Suppe oder ersatzweise Wasser mit selbstgemachtem Suppenpulver
Salz, Pfeffer
1/2 TL Stärkemehl, in wenig Wasser angerührt
1 EL Preiselbeeren

Maroni-Serviettenknödel:
nach dem Rezept der Kürbisknödel von hier
Statt Kürbis habe ich 200 g gegarte und grob gehackte Maroni / Esskastanien ohne Anbraten in die Knödelmasse gemischt.

Rotkraut / Rotkohl:
nach Plachutta von hier

Preiselbeeren

Das Gericht kann auch einfach "veganisiert" werden, wenn man möchte.
Von Knödeln und Rotkraut bleiben Reste.


Zubereitung:


Serviettenknödel und Rotkraut als erstes zubereiten, was gut im Vorhinein oder am Vortag erledigt werden kann. Beide sollten fertig sein, bevor man mit den Pilzen und Rotweinzwiebeln beginnt, denn diese sind fast ein Blitzgericht. 

Die Kräuterseitlinge in schmale Streifen schneiden (siehe Foto oben) und in Öl unter Rühren scharf anbraten. Mit der Hälfte der Gewürzmischung würzen, aber erst zum Schluss salzen. Die Pilze herausnehmen und warm halten.

In der selben Pfanne die Zwiebeln anschwitzen, ggf. etwas Öl ergänzen. Das Tomatenmark und die restlichen Gewürze beifügen und kurz mit braten. Die Hitze ein wenig reduzieren und mit Balsamico und Rotwein ablöschen. Die Suppe beifügen, und die Sauce etwa auf die Hälfte einreduzieren lassen bzw. bis die Zwiebeln weich sind. Die Flüssigkeit kontrollieren und das Stärkemehl einkochen, es sollte genügend Sauce vorhanden sein.
Abschmecken und Preiselbeeren nach Belieben als süße ausgleichende Komponente einrühren. 

Anrichten: Wer will, kann die Pilze und Rotweinzwiebeln in der Pfanne nun vermischen, so wie ich es gemacht habe, oder aber getrennt anrichten. Die Knödelscheiben habe ich in einer Pfanne in wenig Öl angebraten. Das Rotkraut erwärmen und anrichten, dazu die Preiselbeeren - die sind für mich ein Muss, reichlich!



Die Pilze und Rotweinzwiebeln können einen richtig schön knusprigen Gänsebraten natürlich nicht ersetzen, aber das Gericht hat uns außerordentlich gut geschmeckt und ist ein würdiger vegetarischer Ersatz! 


Der Fantasie bei den Beilagen sind keine Grenzen gesetzt. Statt der Maroni-Serviettenknödel würden mir zum Beispiel auch diese Knödel aus Kartoffelteig mit Rotkrautfülle gut dazu gefallen! 


Probiert die etwas andere veggie "Gans" doch aus und lasst lieber eine Weihnachtsgans leben!  😇



Linkliste der kulinarischen Weltreise:

(wird Ende des Monats ergänzt)


Wilma von Pane-Bistecca mit Panettone, keine Weihnacht ohne! 
Sonja von fluffig & hart mit Ochsenbäckchen 
Wilma von Pane-Bistecca mit Gefuellte Rinderbraten Rolle mit Pilz Sauce 
Susanne von magentratzerl mit Türkische Hochzeitssuppe 
Wilma von Pane-Bistecca mit Basler Brunsli



23 Kommentare:

  1. Mir geht das da wie Dir liebe Friederike keine Lust auf Gans aber überhaupt gar keine. Dieses Rezept klingt wirklich lecker und ich tät es glatt mit den Kartoffelklößen machen aber das ist sicher Geschmackssache. Danke fürs Rezept

    Liebe Grüße
    Kerstin und Helga

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    1. Kartoffelknödel mag ich auch sehr gerne, du musst sie ja auch nicht füllen ;-))
      lg

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  2. Was die Burgenländer so alles machen.😂 Auf den ersten Blick wäre ich zwar nicht auf "Gansl" gekommen, aber die Pilze und Rotweinzwiebeln klingen durchaus verlockend. Gut zu wissen, wenn man einen Vegetarier zum richtigen Gansl-Essen eingeladen hat.😜

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    1. ja, es ist immer gut, eine vegetarische Alternative anbieten zu können!

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  3. sehr interessant, danke für dein Rezept, ich esse schon einige Jahre kein Gansl mehr, da mir die Tiere leid tun.
    liebe Grüße
    Hermine

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    1. danke dir :-))
      Ich höre immer öfter, dass keine Gänse (mehr) gegessen werden, lg

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  4. Ich möchte Gansl schon sehr, alle 5 Jahre so ungefähr hab ich ein Biogansel gegessen. Aber mittlerweile finde ich dieses jährliche Gemetzel einfach abschreckend. Und so, wie die meisten Gänse heranwachsen müssen, das will ich schon gar nicht verspeisen. Besser also dein Veggie-Geflügel :-). LG Bettina

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    1. Ich glaube zwar, dass es Gänsen auf bio Bauernhöfen, die artgerecht im Freien gehalten werden, nicht so schlecht geht, aber essen mag ich sie trotzdem nicht mehr.

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  5. Ich esse zwar gerne Ente oder Gans, aber bei deinem Gericht würde ich auch sofort zugreifen, das sieht ausgesprochen verlockend aus!

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  6. Das klingt spannend. Da braucht es keine echte Gans mehr.

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    1. genau, und es müssen keine Gänse mehr "gestopft" (zwangsgemästet) werden, wie es zB. in Ungarn noch üblich ist.

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  7. Gab es da nicht mal einen Werbeslogan: "Retten Sie eine Weihnachtsgans, fliegen Sie auf Urlaub"? Da gefällt mir deine Gänserettung sehr viel besser. Dieses Gericht könnte ich sicher auch meinem Mann vorsetzen im Gegensatz zu einer wirklichen Gans.

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    1. ja, es gab oder gibt solche Kampagnen, ich fand sie immer recht witzig...

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  8. Gans ist nicht meins (Ente schon eher), da gefallen mir deine Pilze sehr viel besser.

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  9. Pilze finde ich immer eine gute vegetarische Variante für Fleisch

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  10. Deine vegetarische Gans-Interpretation ist einfach super. Sie gefällt mir!

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  11. Eine interessante Kombination. Pilze mag ich eh gerne. Das probiere ich gerne aus.

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  12. Das Rezept habe ich mir gespeichert!!! Danke!

    LG Wilma / Pane-Bistecca

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  13. Deine Veggie-Gans wäre total mein Fall, hört sich richtig lecker an. Da sieht man mal, das auch ohne Fleisch tolles Essen zubereitet werden kann.

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