Montag, 12. Oktober 2026

12 von 12 im Oktober, auf Reisen und ein Lesetipp

 

Dauerblogevent


Hui, so kalt heute, nur 3°C am Montag, 12. Oktober 2026, aber klar und sonnig, leider kein Regen in Sicht. Ich koche wie immer gleich eine große Kanne grünen Tee für uns zwei.


Ich habe gestern schon das meiste gepackt, denn wir machen uns für ein paar Tage auf in den Osten Deutschlands. Ich freue mich sehr auf interessante Tage (unser hauptsächliches Reisemotiv siehe ganz unten).


Das Auto lassen wir am nächsten Bahnhof in Niederösterreich stehen und jetzt warten wir auf den Zug nach Prag, unserem 1. Ziel heute.


Es ist eine gemütliche Fahrt durch schöne Landschaften und nach 4 Stunden sind wir auch schon in Prag.

Die Stadt ist so nah, warum fahren wir nicht öfter hin? Ich war *hust* ca. 1990 einmal in Prag, kurz nach der Grenzöffnung...


Der Blick hinauf zum historischen Hauptbahnhof gefällt mir, ins dortige berühmte Café wollen wir aber erst später schauen.




Erst einmal ein kleiner Stadtbummel durch die Prager Altstadt, da wir hier 4 Stunden Aufenthalt haben, bis es weitergeht. 


Aha, in Prag gibt es ein Bansky Museum, das will ich sehen, aber lieber nächstes Mal. 


Ein Mural ist an der Hausmauer gerade in Arbeit. 


Zurück zum Bahnhof, obwohl es dort momentan wegen vielen Baustellen ein bisschen chaotisch ist. Ich bin müde und...



...brauche eine Stärkung. Im alten Bahnhofscafe ist es schön relaxen und die Palatschinken richten uns wieder auf. 😀


Dann die Koffer von der Gepäcksaufbewahrung holen und am Bahnsteig auf den Zug warten, der uns nach Leipzig bringt.

Prag "verabschiedet" sich mit einem leichten Abendrot... ich verabschiede mich heute aus dem Zug. 

Jetzt verlinke ich noch meine Bilder bei Caro vom Blog Draußen nur Kännchen (und hoffe, ich kriege das mit dem Smartphone klaglos hin) und wünsche eine gute Nacht!



Unser Reisemotiv und ein Lesetipp:

Das Rätsel der Schamanin, Harald Meller, Kai Michel

Es ist Tatsache, dass die Frau vor 9000 Jahren im Gebiet des heutigen Deutschland gelebt hat, als es hier noch keine dauerhaft sesshafte Bevölkerung gegeben hat. Sie muss als Schamanin und Heilerin weithin bekannt und bedeutend gewesen sein, denn nach ihrem Tod hat man ihr ein außergewöhnlich aufwändiges Grab mit zahlreichen und kostbaren Beigaben *) gestaltet. Noch 800 Jahre danach sind Menschen zu ihrem Grab gepilgert - in Zeiten ohne Schrift, nur durch mündliche Erzählungen durch unzählige Generationen überliefert.

Man kann sich fast nicht vorstellen, dass eine mündliche Überlieferung durch ungefähr 25 Generationen hindurch möglich war. Ich bekomme jedes Mal Gänsehaut, wenn ich an die Geschichte dieser heilkundigen, weisen Frau denke. Das Buch nehme ich immer wieder zur Hand und es gibt auch eine tolle Filmdoku. Es handelt von den hightech-Untersuchungen, die in den letzten Jahren von ihren Gebeinen, vom vollständig geborgenen Grab und den Beigaben durchgeführt worden sind. So konnte zb. ihr Leben und Aussehen wissenschaftlich mehr oder weniger rekonstruiert werden und die Bezeichnung Schamanin ernsthaft erfolgen. Das Rehgeweih, so wie man es auf dem Buchdeckel (siehe unten) sieht, wird sie zu spirituellen Zwecken getragen haben.

Ich finde das alles unglaublich spannend, denn die Steinzeit ist es, die mich in der Geschichte am meisten fesselt. Auch wie das Leben der europäischen ursprünglichen Bevölkerung in der Mittelsteinzeit in unseren Breiten ausgesehen haben könnte. (Auch wenn die spirituelle Seite im Buch zu kurz kommt, es gibt zahlreiche Wissenschafterinnen, die sich damit beschäftigen.)

*) Die interessanten und vor 9000 Jahren überaus kostbaren Grabbeigaben waren zb. Schildkrötenpanzer als Gefäße, bearbeitete Kranichknochen als Behälter, viele Tierzähne, Steinwerkzeuge etc. (Metallgewinnung und Verarbeitung waren noch unbekannt).

Seit ich das Buch kenne, war für mich klar, ich muss den Ort ihres ursprünglichen Grabes besuchen, der in Bad Dürrenberg in Sachsen-Anhalt liegt. Auch die große Sonderausstellung in Halle an der Saale läuft nur mehr wenige Monate (Landesmuseum für Vorgeschichte, alles unbezahlte Werbung).

Jetzt im Herbst ist für uns die ideale Zeit, deswegen in den Osten Deutschlands zu fahren...


Wer hat bis hierher gelesen, den das Thema vielleicht auch interessiert? Oder kennt ihr das Buch schon?

Ich freue mich über Kommentare,  liebe Grüße!



Dienstag, 6. Oktober 2026

Plov - Königin der Seidenstraße

 

Dauerblogevent von Volker


Kommt ihr mit auf die Seidenstraße und in die sagenhaften Oasenstädte Samarkand und Buchara? Das Dauerblogevent "die kulinarische Weltreise" führt uns im Oktober nach Usbekistan ins Herz (auch rot auf der Karte oben) von Zentralasien.

Die Küche in Usbekistan ist sehr fleischlastig, aromatisch mit vielen Gewürzen und natürlich von der Seidenstraße geprägt, also dem viele Jahrhunderte-langen wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen dem Mittelmeerraum und Asien bis nach China. 


Unter meinem Label "Zentralasien" findet ihr auch ein Pilaw-Reisgericht bzw. Plov (wie es dort überall heißt) mit Huhn aus Usbekistan. Plov wurde sogar in die immaterielle UNESCO-Kulturerbeliste aufgenommen, es ist das traditionelle Essen der Seidenstraße und der gesamten Region. Derartige Reisgerichte und auch Teigtaschen, wie solche Manti, sind dort sehr beliebt und verbreitet. 

Plov mache ich hin und wieder ganz gerne, obwohl die Zubereitung auch so ihre Tücken hat, siehe ganz unten... diesmal ist es eine Version mit Fleisch geworden →


Plov
Reisgericht mit Fleisch und Karotten aus Usbekistan


Zutaten (für ca. 3-4 Personen):

ca. 250 g Basmatireis
500 g Fleisch von der Lammkeule oder Rindfleisch für Gulasch
400 g Karotten, traditionell gemischt orange Karotten und gelbe (Rüben)
2 mittelgroße helle Zwiebeln
2 ganze Knoblauchknollen
reichlich Pflanzenöl
1 TL getrocknete Berberitzen
optional Rosinen

Gewürze:
1 EL Kreuzkümmel, im Mörser leicht zerstoßen
Salz
schwarzer Pfeffer
etwas Kurkuma, Paprikapulver, gemahlener Koriander, Chiliflocken

Vorbereiten:

Mit dem Reis beginnen, da er eine zeitlang quellen muss. Den Reis also sehr gründlich mit kaltem Wasser waschen, bis das Wasser klar bleibt (5 – 6x), um überschüssige Stärke zu entfernen. Das Plov soll später locker und nicht klebrig werden. Den Reis in warmem, leicht gesalzenem Wasser ca. 30 Minuten quellen lassen, danach in einem Sieb abtropfen lassen.

Die Zwiebel halbieren und in Ringe schneiden, nicht zu fein. Die Karotten in Stifte schneiden. Die Knoblauchknollen im Ganzen lassen, nicht schälen, nur die äußere Haut und den Wurzelansatz entfernen, so gut es geht (was eine Challenge ist, aber es macht nichts, wenn sich dabei einzelne Knoblauchzehen lösen).

Das Fleisch in 3- 4 cm große Würfel schneiden.

"Zirvak" = Fleisch- und Gemüsebasis garen:

Das Öl in einem großen breiten Topf oder Bräter (der einen gut schließenden Deckel hat) heiß werden lassen. Traditionell werden oder wurden Gusseisentöpfe über offenem Feuer verwendet. Die Zwiebelringe darin goldgelb anbraten.

Das Fleisch beifügen und von allen Seiten scharf anbraten, bis es eine schöne braune Kruste hat. Die Karottenstifte dazugeben und kurz mitbraten. Die Hälfte des Kreuzkümmels, die restlichen Gewürze und die Berberitzen (Rosinen) beifügen. So viel kochendes Wasser in den Topf gießen, dass das Fleisch und die Karotten knapp, aber nicht ganz bedeckt sind.

Die ganzen Knoblauchknollen leicht hineindrücken. Die Hitze reduzieren und das Gericht ohne Deckel ca. 30 Minuten sanft köcheln lassen, bis das Fleisch ziemlich gegart ist. Die Knoblauchknollen / Zehen mit einem Löffel herausnehmen und beiseite legen. Den/das "Zirvak" bzw. den Fleischsud kräftig abschmecken.

Reis beifügen:

Den abgetropften Reis gleichmäßig auf dem Fleisch-Bett verteilen. Nicht untermengen und ab jetzt auch nicht mehr umrühren! Den restlichen Kreuzkümmel darüber verteilen und ein wenig Salz. Vorsichtig (d.h. am besten über einen Löffelrücken, um die Reisschichte nicht aufzuwirbeln) so viel kochendes Wasser dazugießen, dass es knapp 1 cm über dem Reis steht.

Die Hitze noch einmal hochdrehen, damit das Wasser gleichmäßig sprudelt. Der Reis saugt nun das Wasser und den aromatischen Sud von unten auf (ca. 10 Minuten). Sobald das Wasser von der Oberfläche verschwunden ist, mit dem Stiel eines Kochlöffels einige wenige Löcher bis zum Topfboden in den Reis stechen, damit der Dampf entweichen kann. Dabei nur nicht umrühren, wie oben erwähnt!

Die Knoblauchknollen wieder in den Reis stecken und den Reis vorsichtig von den Rändern her leicht pyramidenförmig in die Mitte schieben. Den Herd auf die kleinste Stufe stellen. Den Topf mit einem sauberen Geschirrtuch bzw. Küchenhangerl abdecken (wichtig, um Kondenswasser aufzufangen!) und den Deckel fest daraufsetzen. Das Plov für 20–25 Minuten dämpfen und den Deckel dabei absolut geschlossen halten!

Anrichten:

Den Topf vom Herd nehmen, den Knoblauch herausnehmen und das Plov nun einmal von unten nach oben durchmischen, damit sich Fleisch, Karotten und Reis verbinden. Auf einer großen Servierplatte zu Tisch bringen oder gleich portionsweise auf Teller anrichten. Die Knoblauchknollen dekorativ obenauf legen bzw. wie ich den weichen Knoblauch rausdrücken und alles pfeffern.

Dazu isst man traditionell einen erfrischenden Salat aus hauchdünn geschnittenen Tomaten, Zwiebeln und etwas Salz und Chili.

Sehr köstlich, mit wenigen, aber top Zutaten, zb. habe ich Rindfleisch aus bio Landwirtschaft vom Nachbardorf bekommen. Plov kommt bei uns immer gut an!


Aber die Sache ist doch etwas tricky... die Basis ("Zirvak") und die Konsistenz vom Reis muss stimmen, der Reis darf nur nicht weich und klebrig werden. Zu viel Reis im Verhältnis zum Fleisch ist auch nicht gut, weil er die Aromen vom guten Fleischsud zu sehr "schluckt". Ist mir alles schon passiert und je größer die Menge Plov, desto schwieriger finde ich es auch, den Reis richtig hinzubekommen. Aber wer liebt nicht solche Küchenchallenges, besonders wenn es wie hier um DAS Gericht der Seidenstraße geht?

Am besten, ihr verwendet die Sorte oder Marke Reis, die ihr gewohnt seid. In Usbekistan ist der leicht rötliche, großkörnige Devzira Reis üblich, der auch bissfest ist und angeblich nicht klumpt. Den möchte ich gerne beim nächste Plov testen.

Habt ihr Plov schon einmal zubereitet?

Liebe Grüße aus Wien!


Linkliste:

(wird ergänzt)


Wer macht mit?




Donnerstag, 24. September 2026

Steinpilze und Pasta

 

Blog-Event CCXXXIV - Urlaubsschätze & Schrankhüter (Einsendeschluss 15. Oktober 2026)

Regina hat mit ihrem Blogevent-Thema (bei Zorra) einen Nerv getroffen, zumindest bei mir. Es trifft nämlich beides oft nach dem jährlichen Alm-Urlaub oder anderen Reisen zu...

Ich freue mich immer sehr über meine selbst gesammelten oder gekauften Urlaubsschätze und oft werden sie dann zu Hause zu Schrankhütern, weil sie für mich so kostbar sind, dass ich ewig nachdenke, wie ich ihnen gerecht werden kann. Kommt euch das bekannt vor?


Ist der Pilz nicht prächtig? Bei mir geht es heute um getrocknete Pilze, genauer gesagt um dieses einzige, große Exemplar eines Stein- bzw. Herrenpilzes. Denn allzu erfolgreich war das Schwammerlsuchen in diesem Jahr sonst nicht, wobei wir im Urlaub sowieso nicht mehr als für 1-2 Mahlzeiten sammeln, hauptsächlich Eierschwammerl (wie hier geschrieben).







Wir wollen uns das Essen im urigen Berggasthof "verdienen" und sind einem kaum begangenen Weg in den Wald zu einer einsamen Alm gefolgt. Keine große Wanderung, nur die Beine vertreten. Der große Steinpilz stand ganz unverhofft neben dem Waldweg und ein bisschen vom Gras verdeckt. Daran konnten wir nicht vorbei gehen...
Wie oft findet man denn schon einen schönen Steinpilz, also wir haben leider nur alle paar Jahre so ein Glück. Denn Steinpilze sind allgemein sehr begehrt und werden leider auch professionell gesammelt.



Später habe ich ihn nach dem Putzen dünn aufgeschnitten und zum Trocknen aufgelegt. Das ist bei Steinpilzen die beste Methode, wenn man sie nicht zeitnah und frisch zubereiten kann. In 2-3 Tagen sind die Pilzscheibchen dann getrocknet, geschrumpft und duften herrlich (warum Steinpilze auch Herrenpilze heißen, siehe ganz unten).



In diesem Joghurtschraubglas fand der gesamte große, nun getrocknete Steinpilz Platz und kam mit nach Hause. Ich habe auch gleich meine Schränke in zwei Wohnsitzen durchforstet und zum Glück noch ein weiteres Glas mit getrockneten Pilzschätzen gefunden. Denn eines wäre zu wenig gewesen, die Pilze werden durch das Trocknen ja federleicht und wiegen quasi fast nichts.


(unbezahlte Werbung)

Um die aromatischen getrockneten Steinpilze würdig zu verwerten, ist mir das Rezept für ein Ragú für Pasta von Ixta Belfrage wieder eingefallen. Susi Turbohausfrau hat es vor ein paar Jahren bereits ausprobiert und in den Kommentaren hatte ich geschrieben "ich ebenfalls" - aber verbloggt habe ich es nie. Aber heute frisch zubereitet passt es und damit sende ich auch liebe Grüße an Susi. 




Steinpilz-Pasta nach Ixta Belfrage

Zutaten für 2 Pers. als Hauptspeise oder 4 Pers. als Vorspeise:

200 - 250 g Tagliatelle-Nester oder selbstgemachte Nudeln

Ragú:
ca. 40 g getrocknete Steinpilze
4 EL Olivenöl
3 Knoblauchzehen, fein geschnitten
Chiliflocken
1 EL Petersilie, Stängel und Blätter, fein gehackt
Salz
1 EL Tomatenmark
schwarzer Pfeffer
40 g Parmesan, fein gerieben
ca. 2 - 3 EL Schlagobers / flüssige Sahne

zum Servieren:
Olivenöl
Petersilblättchen
Parmesan

Zubereitung:

Die getrockneten Pilze in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen (nicht zu viel) und 10 Minuten aufweichen lassen. Dann abseihen und 75 ml Flüssigkeit auffangen. Die Pilze fein hacken und beiseite stellen.

In einer großen Pfanne das Öl, Knoblauch, Chili, Petersilie und Salz erhitzen und 5 Minuten sanft braten, bis alles weich und sehr leicht gebräunt ist (nicht dunkel). Dann die gehackten Pilze, Tomatenmark und Pfeffer beifügen. Alles einige Minuten "pfannenrühren".

In der Zwischenzeit die Pasta sehr al dente kochen, dann abseihen und 350 ml Kochwasser auffangen. 

Die beiden Flüssigkeiten Pilz- und Nudelkochwasser (Achtung, letzteres nur nach Bedarf zugeben, mir schien es zu viel) zur Pilzmischung in die Pfanne geben und 3 Minuten köcheln lassen.

Die Hälfte des Parmesans einrühren, bis er geschmolzen ist. Den restlichen Parmesan, das Schlagobers und die abgetropfte Pasta unterrühren und alles gut vermischen, bis Sauce und Pasta emulgiert sind..

Servieren und mit Olivenöl, Petersilblättchen und Parmesan vollenden.

die gehackte Pilzmasse


sehr geschmackvoll


Sind zu wenig getrocknete Steinpilze vorhanden, dann kann man sie auch mit frischen Pilzen mischen, finde ich - diese vorher aber gut anbraten. Der intensive umami-Geschmack von getrockneten Pilzen fehlt dann aber ein bisschen.

Wie fanden es ein würdiges Rezept für meine kostbaren getrockneten Steinpilze! Ixta Belfrage ist für mich eine der Großen; weitere Gerichte von ihr findet ihr unter meinem Label Belfrage.



Liebe Regina, liebe Zorra, ich freue mich über das tolle Blogevent und bin gespannt auf die Gerichte und Geschichten! Liebe Grüße aus Wien!



Steinpilze zum Trocknen aufgelegt, Foto von 2023


Übrigens...
Der Gemeine Steinpilz (Boletus edulis) heißt mancherorts in Österreich auch Herrenpilz. Mich hat jetzt interessiert, wie es zu diesem Namen gekommen ist (und KI weiß Bescheid...).

Der Name Herrenpilz für den Steinpilz stammt aus dem Mittelalter, weil diese besonders feinen Pilze damals den herrschenden Grundherren, dem Adel oder der Geistlichkeit vorbehalten waren.
Nach historischer Überlieferung mussten Bauern und einfache Leute gesammelte Steinpilze oft als Abgabe an den Grundbesitzer abliefern – teilweise unter Androhung von strengen Strafen, wenn sie sie selbst behielten. Daher galt er im Volksmund als der Pilz der "Herren"...


So ist das also, ich bleibe ab jetzt beim neutralen "Steinpilz"! 





Samstag, 19. September 2026

Malta Rindsrouladen und Lesetipp

 

Foto von 2021

Bei Malta fällt mir als erstes das wildromantische Maltatal in den Hohen Tauern in Österreich ein, an deren Talschluss die imposante Kölnbreinsperre liegt. Wir haben sie im Sommer 2021 zuletzt besucht, aber das ist heute nicht gemeint... 


Dauerblogevent

Denn die kulinarische Weltreise von Volker reist im September ins Mittelmeer auf die Inselgruppe bzw. den kleinsten EU Staat Malta südlich von Sizilien. Dort war ich noch nicht, aber die Inseln mit ihrer reichen prähistorischen Vergangenheit würden mich sehr reizen.

Aus Malta stammt auch eine interessante Version von Rindsrouladen. Ich habe mich heute am Rezept von Johann Lafer orientiert, der es in einer österreichischen Kochsendung ("Silvia kocht", unbezahlte Werbung) gezeigt hat. 



Bragioli - Malta Rindsrouladen nach Johann Lafer

Zutaten für 4 Pers.:

4 große Rindsschnitzel für Rouladen
Salz und Pfeffer
Olivenöl zum Anbraten

Fülle:
200 g Faschiertes vom Rind / Hackfleisch
1 kleine Zwiebel, kleine Würfel
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
50 g Speck, kleine Würfel
1 Ei, hart gekocht, klein geschnitten
optional 40 g Semmelbrösel
1 EL Petersilie, gehackt
25 g Parmesan, fein gerieben (ich finde, es kann auch mehr sein)
Salz, Pfeffer
Chili oder Cayennepfeffer

Sauce:
Olivenöl
1 Zwiebel, kleine Würfel
1 oder mehr Knoblauchzehen, zerdrückt
1 Karotte, kleine Würfel
optional 75 g frische Erbsen (habe ich weglassen, die mag bei uns nicht jeder)
1 - 2 EL Tomatenmark
125 ml Suppe
125 ml kräftiger Rotwein (aus Süditalien oder Spanien)
1 Lorbeerblatt
Salz, Pfeffer
Chili oder Cayennepfeffer
optional Maisstärke zum Binden 

Zubereitung:

Das Rindfleisch leicht plattieren, dann etwas salzen und pfeffern.
Alle Zutaten für die Fülle vermischen bzw. mit der Hand verkneten und wenn erforderlich etwas kaltes Wasser beifügen.
Die Fülle auf die Rindsschnitzel auftragen, dabei den Rand frei lassen. Das Fleisch zu Rouladen rollen, mit Küchengarn binden oder mit Rouladen-Nadeln feststecken.
Die Bragioli auch außen mit Salz und Pfeffer würzen. In einem Bräter in Olivenöl anbraten, dann herausnehmen und beiseite stellen. 

Für die Sauce ggf. weiteres Olivenöl im Bratrückstand der Bragioli erhitzen und die Zwiebeln darin goldbraun braten. Den Knoblauch und das Tomatenmark mitbraten, dann mit Rotwein ablöschen und kurz verkochen lassen. Die Erbsen und Karotten beifügen und mit Suppe aufgießen. Lorbeerblatt und Gewürze dazu geben und aufkochen lassen.

Die Hitze reduzieren und die Rouladen in den Bräter legen, sie sollten mit der Flüssigkeit weitgehend (2/3) bedeckt sein. Die Bragioli zugedeckt bei 180°C mindestens 1 Stunde im Rohr garen, nach 30 Minuten einmal umdrehen.
Ich habe nun (rohe) Kartoffelhälften zum Mitgaren dazu gelegt. Da ich sehr viel Sauce hatte, habe ich die Rouladen ohne Deckel fertig geschmort. 

Die Rouladen (und Kartoffeln) dann herausnehmen und etwas ruhen lassen. Die Sauce abschmecken und ggf. kurz mit dem Pürierstab hineinfahren. Wer will kann die Sauce auch noch mit in Wasser angerührter Maisstärke binden (dann aber nocheinmal aufkochen).


Die Zutaten für die Fülle habe ich absichtlich nicht allzu fein geschnitten, so hat die Sache mehr Biss!

Die Malta-Rindsrouladen mit der besonderen Fülle und der geschmackvollen Sauce sind bei unserem kleinen Familienessen sehr gut angekommen! Auch die Kartoffeln passen gut, und ich mag es, sie in viel Sauce zu zerdrücken.
Es lohnt sich immer, ein neues Rezept auszuprobieren, aber schlussendlich sind zumindest mir meine gewohnten Rindsrouladen lieber... Trotzdem Empfehlung für das Rezept und den Lesetipp unten!




Malta-Lesetipp zum Entspannen:

Muschelseide von Federica de Cesco (Belletristik)

Das Interessanteste an dem Buch war für mich, dass es Muschelseide tatsächlich gab, sie wurde seit der Antike oder noch früher aus dem Faserbart der Edlen Steckmuschel (Pinna nobilis) gewebt. Unglaublich, oder? Mit ihren Fasern "hält" sich die Muschel am Untergrund im Meer fest. Das feine und schillernde Gewebe ist schlussendlich dünner als "normale" Seide und war wahnsinnig kostbar.
Die Riesenmuschel kommt nur im Mittelmeer vor, wo es noch intakte Seegraswiesen und gute Wasserqualität gibt. Sie kann fast 1 Meter groß und ca. 50 Jahre alt werden. Sie steht heute unter strengstem Schutz (weil vom Aussterben bedroht) und das Sammeln ist absolut verboten, auch von toten Exemplaren!

Im Roman, der von einer Familiengeschichte über 100 Jahre in Valletta auf Malta handelt, hat dieses Verbot kaum eine Bedeutung, was ich ziemlich unverständlich finde. Ich fand es aber interessant, über die komplizierte Herstellung der Muschelseide und mehr über Maltas Geschichte (vor allem im 1. Weltkrieg), die ursprüngliche Sprache etc. zu erfahren.

Insgesamt ist der Roman flüssig zu lesen, nicht fordernd und zur abendlichen Entspannung bestens geeignet... Darüber hinaus kann man sich im www über diese besondere Muschelart informieren, zb. hier →

Bildquelle und Infos


Malta-Linkliste:


Susanne von magentratzerl mit Ravioli mit maltesischer Wurst 
Simone von zimtkringel mit Bragioli , Rinderrouladen aus Malta
Susanne von magentratzerl mit Qassatat 
Britta von Brittas Kochbuch mit Stuffat tal-Fenek - Kaninchenragout aus Malta 
Friederike von Fliederbaum mit Bragioli - Malta Rindsrouladen nach Johann Lafer 
Tina von Küchenmomente mit Ottijiet - Gewürzkekse aus Malta 







Samstag, 12. September 2026

12 von 12 im September im Waldviertel

 


Heute am Samstag, 12. September 2026, ist wieder ein 12 von 12-Tag, wo viele Bloggerinnen (ich glaube, die meisten sind Frauen) ihren Tag mit 12 Fotos aufzeichnen und bei Caro verlinken. 

Ich sitze in der kühlen Morgensonne mit Blick in den Garten und denke, dass ich dem sprießenden Unkraut heute zu Leibe rücken muss. Es gedeiht prächtig, was man vom ziemlich verdorrten Gras nicht sagen kann. Aber der Regen der letzten Tage war gut!



Später am Vormittag schaue ich, was es in der Kleinstadt (nach unserem Almurlaub) Neues gibt.
Ach, es ist wieder Slow Food-Markt, wie schön! Alle zwei Wochen kann man hier tolle regionale und bio Lebensmittel direkt von den Produzenten kaufen, von Gemüse, über Eier, Fisch, Gebäck bis zu Wein.



Meine Tasche füllt sich... Bunten Mangold zb. gibt hier auf dem Land sonst nur selten.



In dem blauen Haus hat mein Vater in seiner Kindheit gewohnt, ich denke jedes Mal daran, wenn ich hier am Hauptplatz bin. Mir ist es sehr leid, dass ich seit langem die letzte aus dieser Familie bin, alle sind früh verstorben. Ich würde mich gerne zu einem Gespräch zu ihnen zurück beamen und so vieles fragen. 



Ich streife ein bisschen durch die Stadt und bewundere wie immer die "Murals" aus dem 16. Jahrhundert... 😉 Nur die Ritz- und Kratztechnik beim "Sgraffittohaus" aus der Renaissancezeit unterscheidet sich natürlich von den heutzutage bemalten Hauswänden.



Warum man hier mickrige Bäume als Kübelpflanzen aufstellt und nicht auspflanzt, erschließt sich mir nach gut 2 Jahren immer noch nicht. Aber besser als gar nix Grünes.



In diesen Laden schaue ich immer rein, wenn ich vorbeikomme. Ich mag die hübschen Handarbeiten, Schmuck, Filzblumen etc. aus aller Welt, auch besondere Lebensmittel und im Winter kommt wieder eine Orangenlieferung aus dem Süden. 



Auch an der Konditorei bzw. dem einzigem verbliebenen Bäcker der Stadt kann ich nicht so einfach vorbeigehen, verständlich, oder?



Voll bepackt fahre ich heimwärts, Herr Fliederbaum hilft mir beim Reintragen und Auspacken.




Meine Gemüsebeute vom Markt heute: der Mangold ist eingewässert, dass er knackig bleibt und die Fisolen (grünen Bohnen) kommen vorerst in den Keller. Einen Teil der eleganten Brokkoli-"Königin", wie der Verkäufer sagte, werde ich später verarbeiten.




Aus dem Tiefkühler hole ich schnell einen Curryansatz, der bis zum Abend auftauen kann. Auf dem Schild hatte ich notiert "noch Gemüse dazu", das wird heute kein Problem sein! Noch Reis kochen und gut is...


Nach dem Unkrautzupfen im Garten muss Relaxen und eine kleine Belohnung sein, die Schachtel mit Macadamia-Pralinen aus Hawai´i ist jetzt genau richtig (eh nur 1-2 Stückchen).

Kühler Wind vertreibt uns bald und so verlinke ich meinen Beitrag bei Caro vom Blog Draußen nur Kännchen und gehe bald einmal in die Küche zum Abendessen-vorbereiten.


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Später möchte ich noch die Fotos vom vergangenen Almurlaub sortieren...


Liebe Gartengrüße!



(alles unbezahlte Werbung, wie immer)