Sonntag, 30. März 2025

"Landkapitän" Country Captain Chicken



Blog-Event CCXVII - Cook across America (Einsendeschluss 15. April 2025)
 

Das Thema des Blogevents von Gabi bei Zorra´s Kochtopf hat mich erst ein bisschen ratlos gemacht - in (politischen) Zeiten wie diesen, wo wir unfreiwillige Zeitzeugen eines unglaublichen Umbruches sind. "Normalerweise" würde die USA mit Hawaii zu meinen Sehnsuchtsländern gehören und leider erst einmal war ich in diesem so faszinierenden Land, seufz.

Aber bei dem Blogevent soll es ja um die Kulinarik gehen... 



Das heutige Rezept kommt aus diesem dünnen Cookbook, das ich vor mehr als 20 Jahren aus Atlanta, Georgia, mitgebracht habe. 

Es gibt Country Captain aus den Südstaaten der USA, wo es sehr populär sein soll. Es handelt sich um ein Schmorgericht mit frittiertem Huhn in einer Curry-Tomatensauce. Zum ersten Mal wurde Country Captain 1857 in einem amerikanischen Kochbuch beschrieben.


am alten Hafen von Savannah, 2002
Blick in meinen Fotoordner mit den eingeklebten analogen Fotos


Einer Version (von mehreren) zufolge soll ein Kapitän der amerikanischen Marine das Rezept von Ostindien nach Amerika mitgebracht haben. Wer weiß, aber Savannah, Georgia, war in früheren Zeiten ein wichtiger Hafen für den Gewürzhandel - und auch für den unsäglichen Sklavenhandel. Auch heute ist Savannah einer der wichtigsten Seehäfen von Nordamerika, das Viertel um den historischen Hafen in der schönen Südstaaten-Stadt aber gehört nun den Menschen...




"Georgia Country Captain" mit Huhn und Reis

Zutaten für 4 Pers.:

1 bio Huhn oder 4 Hühnerkeulen mit Knochen und Haut (bone-in skin-on chicken thighs)

1/2 cup, ca. 2 EL Mehl
1 TL Salz
schwarzer Pfeffer
optional 1 TL Paprikapulver
reichlich Öl oder Butterschmalz zum Frittieren

Pflanzenöl
2 oder mehr Knoblauchzehen, klein geschnitten
2 mittelgroße Zwiebeln, in kleine Würfel geschnitten
1/2 cup, 2 Stk. Stangensellerie, ebenso
1 grüner Paprika, ebenso, aber nicht allzu klein
3,5 cups, 2 Dosen à 400 g Tomaten
1 - 2 EL Currypulver
Salz
schwarzer Pfeffer
Chili je nach Schärfe-Belieben

Reis:
1 cup, ca. 200 g Reis
Salz
1 EL Butter
1/4 cup, 1 Hand voll Trockenfrüchte (currants) *
gleich viele Mandeln, grob gehackt

Petersilie o.a. frische Kräuter zum Bestreuen

* Im Originalrezept stehen "currants", damit sind wahrscheinlich eher Korinthen als Johannisbeeren gemeint. Korinthen und Rosinen stehen bei mir zu Hause nicht so hoch im Kurs, daher sind beliebige klein geschnittene Trockenfrüchte (zB. Marillen / Aprikosen) als süßliche Komponente auch gut!


Zubereitung
:

  • Das Hendl in mehrere Teile teilen bzw. die Keulen halbieren. Die Hühnerteile in einer Schüssel mit Mehl und den Gewürzen vermischen. Dann beidseitig in Öl rasch goldgelb ausbacken bzw. frittieren (sie müssen nicht durchgegart sein). 

  • Gleichzeitig Knoblauch und Zwiebeln in einem großen breiten Topf oder Bräter in etwas Öl andünsten, aber nur wenig Farbe nehmen lassen. Die restlichen Zutaten, also Sellerie, Paprika, Tomaten und die Gewürze beifügen. Die Sauce abschmecken und die Hühnerteile einlegen, sie sollen nicht gänzlich bedeckt sein.

  • Das Gericht zugedeckt leise simmern lassen, bis das Huhn "tender", zart gegart ist. Ich habe den Topf im Backrohr bei 175°C teils zugedeckt, zum Schluss offen schmoren lassen. Dauer ca. eine Dreiviertel- bis 1 Stunde.

  • Den Reis kochen. Die Mandeln in Butter leicht bräunen, dann die Trockenfrüchte beifügen und die Mischung unter den fertigen Reis mischen. Das Huhn auf oder mit dem Reis anrichten und mit Kräutern bestreuen. 

1 - 2 - 3

Das Ergebnis ist ein sehr zartes Huhn in einer würzigen Sauce! Hat uns ausgesprochen gut geschmeckt, auch unserem heiklen Herrn Junior, der sich sogar sämtliche Reste für den nächsten Tag einpacken ließ. 
Der Reis mit den Trockenfrüchten bringt die süßliche Komponente, die es braucht, finde ich. Ohne die Trockenfrüchte im Reis würde ich die Tomatensauce mit ein wenig Zucker abschmecken. 




Mit dem Gericht schicke ich auch gute und aufmunternde Gedanken über den großen Teich zu den vernünftigeren Menschen!


Schon einmal habe ich bei einem USA-Blogevent mitgemacht, mit einem Southern Cornbread, also einem Maisbrot, wie es in den Südstaaten der USA üblich ist. Von dort kommen auch die süßen Peanut Butter Skilled Cookies von Gabi, die man sich seeehr schokoladig gestalten kann. Als Nachspeise nach dem Country Captain gab es bei uns zum Vanilleeis die "Schokoschock-Brookies", also Brownies plus Cookies obenauf von Zorra. 

Durch ihre Inhaltsstoffe soll dunkle hochwertige Schokolade ja dazu beitragen können, dass man sich glücklich und zufrieden fühlt, oder? 💗

Danke an Gabi fürs Organisieren des Blogevents, liebe Grüße aus Wien!




Mittwoch, 26. März 2025

Ciceri e tria für die kulinarische Weltreise






Lecce 2013


In Lecce haben wir damals  Ciceri e tria kennen gelernt. Diese gehaltvolle Suppe ist dort im Salento, ganz im Süden von Apulien, Hausmannskost mit Ciceri, das sind die Kichererbsen und Tria Nudeln. Das Besondere an dem Gericht ist, dass die Pasta teils in der Kichererbsensuppe gekocht und teils knusprig gebraten wird. 




Die Kichererbsen wurden früher in solchen Terracotta-Pignate (Einzahl Pignata) langsam gegart; mein Tontöpfchen ist nur Deko. Es stand am Rand des Holzofens, dort, wo die Hitze dafür gerade "richtig" war. Bis die Kichererbsensuppe fertig war, das konnte schon einmal einen Tag lang dauern, während man draußen bei den Ziegen oder im Olivenhain zu tun hatte. Vorgegarte Kichererbsen aus der Dose gab es früher nicht und sind auch heute nicht ideal für dieses alte Rezept aus der Cucina povera.


Für Ciceri e tria habe ich mich wieder einmal am Blog "suditalia in cucina" orientiert, der schon lange nicht mehr aktiv ist. Mimmo hat immer dokumentiert, was seine Frau Rita zubereitet hatte. Mein gefülltes, gebackenes Brot "Mozzarella in carozza" stammte von ihnen und "Pettole tarantine", die süßen frittierten Teigbällchen. 




Ciceri e tria - apulische Kichererbsensuppe mit zweierlei Pasta

Zutaten für 4 Pers.:

150 g Weizenmehl für den Pastateig
1 Prise Salz
ca. 75 ml Wasser, nach Bedarf

150 g getrocknete Kichererbsen (keine vorgegarten)
2 Knoblauchzehen, klein geschnitten
1 helle Zwiebel, in kleine Würfel geschnitten
1 Stk. Stangensellerie, ebenso
1 Karotte, ebenso
Peperoncini / Chili
Pfeffer
1 Lorbeerblatt

Salz
Öl oder Kokosfett zum Frittieren
Olivenöl extra vergine zum Anrichten


Zubereitung:

Die Kichererbsen am Vorabend in der doppelten Menge kaltem Wasser einweichen.

Das Einweichwasser am nächsten Tag unbedingt wegschütten und die Kichererbsen gut abspülen. In einem Topf mit frischem Wasser bedecken. Mit Knoblauch, Zwiebel, Chili und Lorbeerblatt bei geringer Hitze langsam weich kochen, dabei immer wieder die Flüssigkeit kontrollieren (Suppe!). Etwa zur Halbzeit die Sellerie- und Karottenwürferl dazu geben, Salz zum Schluss. 

Einen eher festen Nudelteig aus Mehl, einer Prise Salz und Wasser kneten. Zugedeckt mind. eine halbe Stunde ruhen lassen.

Wenn die Suppe fertig und final abgeschmeckt ist, den Nudelteig nicht allzu dünn ausrollen. Bandnudelartige, längliche Nudelstreifen schneiden - glatt oder gezackt ist egal. 

Ab jetzt geht es blitzschnell! Ungefähr ein Drittel der Nudeln portionsweise in reichlich Öl frittieren, dabei bleiben und aufpassen, dass sie nicht zu dunkel werden. Dann auf Küchenpapier entfetten und ein bisschen salzen. 

Die restlichen Nudelstreifen einzeln in die (wieder) kochende Suppe einlegen und kurz kochen. Die Suppe mit der frittierten Pasta obenauf anrichten. 



Die frittierte, leicht gesalzene Pasta ist schön knusprig, wir haben sie restlos weggeknabbert (Notiz an mich: nächstes Mal mehr machen!).



Ein sehr köstliches, einfaches und überaus gesundes Essen, das es bei uns jetzt sicher öfter geben wird!




Ich schicke meine Suppe zu Volker, der im März Suppen, die einem Land zugeordnet werden können, für sein Dauerblogevent "die kulinarischen Weltreise"sammelt. 

Wer ist noch dabei?


Linkliste:

Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Ägyptische Kuschari-Suppe
Britta von Brittas Kochbuch mit Gulyásleves - Gulaschsuppe
Britta von Brittas Kochbuch mit Fasoláda - Bohnensuppe mit Kräutertopping
Susanne von magentratzerl mit Peruanische Koriandersuppe
Cornelia von SilverTravellers mit Herzhafte Grüne Bohnen Suppe mit Kassler
Susanne von magentratzerl mit Vospapur – Armenische Linsensuppe mit Aprikosen
Regina von bistroglobal mit Chicken Pot Pie nach Lancaster County Art
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Green Chili Chicken Noodle Soup – Hühnersuppe mit grünen Chilis und Nudeln
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Chupe de Camarones Antiguo – Traditionelle Garnelensuppe aus Peru
Wilma von Pane-Bistecca mit Flädlisuppe mit Dinkelomelette
Susanne von magentratzerl mit Bureachiţǎ
Simone von zimtkringel mit Soledurner Wysüppli
Wilma von Pane-Bistecca mit Simon’s Basler Määlsuppe – Fasnachtssuppe
Friederike von Fliederbaum mit Ciceri e tria - apulische Kichererbsensuppe mit zweierlei Pasta
Sylvia von Brotwein mit Maronensuppe - Rezept für Maronencremesuppe
Ute von wiesengenuss mit Tom Yum mit Enoki Pilzen - Suppen aus aller Welt





Bilder aus dem Salento, 2012 und 2013 im Frühling



Salento, der "Stiefelabsatz" Italiens - Apulien - barocke Städte - einsame Küsten, zumindest im Frühling - knorrige Olivenbäume - prähistorische Dolmen (Grabbauten) - Hirtenunterkünfte (Mitte links) - ein karges steiniges faszinierendes Land! Wart ihr schon dort?




Donnerstag, 13. März 2025

Salat mit Orangen und Ricottabällchen



Banner Blog-Event CCXVI - Leicht in den Frühling (Einsendeschluss 15. März 2025)

Deadline des Blogevents ist am 15. März bei Zorra Kochtopf.me

Wer will noch mitmachen? Mein heutiger leichter frischer Salat läuft außer Konkurrenz, ist aber sozusagen maßgeschneidert für den beginnenden Frühling...




Salat mit Orangen und Ricotta-Pistazienbällchen

nach Cettina Vicenzino

Zutaten für ca. 1 - 2 Pers. als Hauptspeise:

Salat:
1 kleiner Radicchio (egal welche Sorte) und / oder grüner Blattsalat, Chicoree etc. ganz nach Belieben
2 eher kleine bio-Orangen
Saft von 1/2 Zitrone
1 kleine rote Zwiebel, in feine Ringe geschnitten
1 TL Honig
Salz
Chili
Olivenöl

Ricottabällchen:
1 Becher, 250 g Ricotta
1 - 2 EL Parmesan, fein gerieben
Salz, Pfeffer
Chili
optional ein Spritzer Zitronensaft
1 Hand voll gemahlene Pistazien zum Wälzen

Deko:
Granatapfelkerne (hatte ich nicht)
1 Hand voll geröstete Pistazien, grob gehackt
etwas geriebener Parmesan

Zubereitung:

Von den 2 Orangen die Schale abreiben - ein Teil kommt zu den Ricottabällchen, der Rest zum Salatdressing. Eine Orange auspressen fürs Dressing, die 2. Orange mit dem Messer schälen und filetieren oder in dünne Scheiben schneiden (ich).

Den Ricotta ein paar Stunden abtropfen lassen - im Kühlschrank über einer Schüssel in einem Sieb, das mit Küchenpapier ausgelegt ist. Ricotta mit Orangenabrieb, Parmesan und den Gewürzen vermischen. Optional etwas Zitronensaft für mehr Säure einrühren. Mit nassen Händen kleine Bällchen (die Menge von 1 TL) formen und diese in gemahlenen Pistazien wälzen. 

Für das Dressing den restlichen Orangenabrieb, Orangen- und Zitronensaft, Honig, Gewürze und Olivenöl vermixen. 

Den Salat entblättern und in gefällige Stücke teilen, zusammen mit den Orangenfilets und Zwiebelringen anrichten. Das Dressing darüber träufeln. Einige Granatapfelkerne, Pistazien und die Ricottabällchen auf dem Salat verteilen. Mit ein wenig Parmesan bestreuen. 


(unbezahlte Werbung)


Der Salat von Cettina Vicenzino schmeckte mir (wie alles bisher Zubereitete von ihr) fantastisch, so habe ich ihn auch ganz allein als Hauptmahlzeit, mit Brot dazu, verputzt. Für den heimischen hellen Chicoree und den grünen Pflücksalat war das Orangendressing genau richtig. Nur würde ich nächstes Mal die Bällchen mit Frischkäse und nicht mit Ricotta machen, der schmeckt ein bisschen fad und wird vor allem durch die Pistazien "gerettet"...

Cettina macht den Salat mit Radicchio, von dem es ja mehrere Sorten gibt, eine schöner als die andere. Und mit etwas Glück erwischt man auf dem Markt einen Radicchio, dem noch nicht alle Bitterstoffe herausgezüchtet worden sind. Ich bleibe dran! 😋

Habt ihr auch leicht bittere Salate gerne?

Liebe Grüße aus Wien




Freitag, 7. März 2025

Mimosa Dessert zum Weltfrauentag



Gepostet vor einigen Jahren am internationalen Frauentag 8. März von einem Restaurant in Wien.
Klingt witzig, ist aber leider traurige Tatsache.



Solche blühenden Mimosen werden in Italien oft am Frauentag verteilt und bei uns wird immer öfter mit Geschenkideen geworben. Aber an diesem Tag die Frauen nur zu beschenken ist der falsche Ansatz, finde ich. Mimosen mag ich aber grundsätzlich sehr gerne mit ihren gelben Blüten und zarten Blättern. Mein Mimosa Dessert erinnert optisch an die Blüten, nicht wegen dem Frauentag, sondern weil der Frühling kommt! 




Mimosa Dessert mit Lemon Curd im Glas

Zutaten für 4 Personen / Gläser:

Biskuit:
(für 1 kl. Kastenform)

4 Eier (M)
120 g Zucker
etwas Zitronenabrieb (von 1/2 Zitrone vom Lemon Curd)
1 Prise Salz
100 g Mehl

Tränke:
50 ml Wasser
35 g Zucker
Limoncello oder beliebiger heller Saft

Lemon Curd:
(Rezeptquelle, für 1 mittelgroßes Schraubglas)

3 Eier (M)
3 - 4 bio Zitronen, ca. 110 ml Saft und die abgeriebene Schale
140 g Zucker
1 Prise Salz
90 g sehr kalte Butter, in kleinen Würfeln, ggf. kurz einfrieren

Creme:
250 g Mascarpone
250 g griechisches Joghurt

3-4 EL Staubzucker
(gemahlene) Vanille

Zubereitung:
Biskuit, Tränke und Lemon Curd können bereits am Vortag zubereitet werden. 

Für das Biskuit werden die ganzen Eier mit Zucker und Aromen weißschaumig aufgeschlagen, dann das Mehl mit einem Schneebesen vorsichtig untergehoben. Die Masse in die vorbereitete Kastenform leeren und im vorgeheizten Backrohr bei 180°C ungefähr 1/2 Stunde backen. Die Stäbchenprobe machen, dann stürzen und auskühlen lassen.

Tränke: Wasser mit Zucker aufkochen, auskühlen lassen und mit Likör oder Saft verfeinern. 

Lemon Curd: Eier, Zitronensaft und Schale, Zucker und Salz in einer Schüssel über einem heißen Wasserbad oder alternativ in einem Topf (ich) unter ständigem Rühren langsam erhitzen. Bei geringer Hitze eindicken lassen, nicht kochen! Dabei die kalte Butter nach und nach einrühren, ggf. den Topf vom Herd nehmen, wenn das Curd doch zu heiß wird.
Das Curd in eine Schüssel oder ein Glas umfüllen und kalt stellen. 

Für die Creme alle Zutaten nur verrühren.


Zusammenbauen: 
Vom Biskuit und Lemon Curd bleiben Reste; das Curd hält sich im Kühlschrank theoretisch einige Zeit. 


Vom kastenförmigen Biskuit die Seitenwände dünn abschneiden (und essen). Pro Person und Glas 1 dicke Scheibe vom Biskuit abschneiden. Den Ober- und Unterteil (mit dem braunen Rand) in jeweils 3 Würfel schneiden. Den schönen randlosen Mittelteil grob zerbröseln, nicht zu fein - diese Brösel oder Krümel sind die "Mimosas" für obenauf, die die Mimosenblüten symbolisieren.

In die Gläser schichten:
  • 3 Biskuitwürfel (mit dem braunen Rand nach unten)
  • reichlich Tränke darüber träufeln
  • Creme
  • Lemon Curd
jeweils 2x
obenauf die "Mimosas" streuen und mit Staubzucker anzuckern.


  

Die leichte Vanillecreme und das Lemon Curd sind ein Traumpaar! Ein insgesamt feines Dessert!

Eine Mimosa-Torte gibt es hier!




Blog-Event CCXVI - Leicht in den Frühling (Einsendeschluss 15. März 2025)


Momentan läuft noch das Blogevent von Zorra und mir und wir würden uns über weitere Beiträge sehr freuen! Bis 15. März... 😊

Liebe Grüße aus Wien








Montag, 24. Februar 2025

Blitzgericht Chinakohl süß-sauer-scharf



Peking 2010,
Verbotene Stadt, die ehemalige Palastanlage
 


Streetfood (zB. Insekten...)


Mich hat es, ehrlich gesagt, nie nach China gezogen und ich habe das Land auch nicht auf meiner "to travel-Liste". Aber Herr Fliederbaum war vor einigen Jahren beruflich zweimal in Peking, von ihm sind die Fotos. Gebratene Insekten (wie oben) hat er zwar nicht gekostet, aber sonst sehr gut gegessen, sagte er. Und in der kurzen, zur Verfügung stehenden freien Zeit viel gesehen. 

Ich bleibe, was China angeht, lieber bei der Kulinarik - Essen und Tee.




gebratener Chinakohl süß-sauer-scharf, vegan
(Suan La Bai Cai)


Zutaten für 2 Pers.:

1 Kopf Chinakohl
ca. 2 - 3 EL hocherhitzbares Öl
1 Stk. Frühlingszwiebel inkl. Grün, ringelig geschnitten (etwas vom Grün für Deko beiseite geben)
2 Knoblauchzehen, klein geschnitten
nussgroß Ingwer, ebenso
1 rote Chili oder ca. 1/2 roter Spitzpaprika (ich mag es lieber weniger scharf), kleinwürfelig geschnitten

Sauce:
1/2 - 1 TL Chilipulver oder Flocken
1 TL Zucker
1 TL Stärkemehl
2 EL dunkler chinesischer Essig, ersatzweise dunkler Balsamico
2 EL Reisessig
2 EL Sojasauce
1 EL Reiswein

Reis, frisch gekocht

Zubereitung:
  • Die Zutaten für die Sauce verrühren und abschmecken.
  • Den Chinakohl entblättern und waschen. Die einzelnen Blätter in ca. 3 - 4 cm große Stücke schneiden, die Strünke etwas kleiner, so dass alles die gleiche Garzeit hat.
  • Reichlich Öl im Wok oder Pfanne erhitzen. Frühlingszwiebel, Knoblauch, Ingwer und Chili bzw. Paprika für 30 Sekunden bei hoher Hitze anbraten. Den noch feuchten Chinakohl beifügen und unter Rühren 1 - 2 Minuten braten. Dann die Sauce untermischen, den Wok vom Herd nehmen und noch kurz ziehen lassen. Der Chinakohl soll noch knackig und nicht zu weich sein.
  • Mit dem Reis anrichten, mit Frühlingszwiebelgrün bestreuen und genießen. 

Ein tolles Blitzgericht!




So einfach, schnell und gut! Es schmeckte uns echt fantastisch! 

Mein Chinakohl sah zwar nicht mehr schön grün aus, aber er profitierte von der Zubereitungsweise! Diese ist ein gute Verwertung von nicht mehr ganz taufrischem Kohl. Der doch eher große Kopf Chinakohl war gerade richtig für uns zwei, denn von den äußeren Blättern müssen eh immer einige unschöne weg.

Alles in allem eine große Empfehlung für dieses vegane Essen, ich werde es sicher bald wieder machen! 




Ich schicke das Gericht als 2. Beitrag zu Volkers "kulinarischer Weltreise", die im Februar in China Halt macht. Mein 1. Beitrag dazu war eine TCM-Kraftsuppe, die viele Stunden lang köchelt -- das heutige absolute Blitzgericht ist das andere zeitliche Extrem... 😉



Linkliste:


Wilma von Pane-Bistecca mit Beef with Sa Tsa Sauce
Susanne von magentratzerl mit Hom Chi - Frittierte Teigtaschen aus Klebreis-Kartoffelteig
Regina von bistroglobal mit Zha Jiang Mian
Wilma von Pane-Bistecca mit Chinese Lion Head
Friederike von Fliederbaum mit TCM-Kraftsuppe
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Feuer-explodierte Nieren-Blumen - huo-bao yaohua
Susi von Turbohausfrau mit Hui Guo Rou - Doppelt gegarter Schweinebauch
Wilma von Pane-Bistecca mit Chinesische Chili Knoblauch Garnelen
Britta von Brittas Kochbuch mit Gemüse nach Chef Tak
Britta von Brittas Kochbuch mit Dim Sum Sui Mai
Britta von Brittas Kochbuch mit Fried Tofu
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Salat von kalter Schweinezunge – liángbàn zhu shé
Susanne von magentratzerl mit Gekochte Teigtaschen in saurer Sauce - suantang shuijiao (酸汤水饺)
Cornelia von SilverTravellers mit Hähnchen süß-sauer wie im Chinarestaurant
Wilma von Pane-Bistecca mit Chinese Five Spice marinated Beef
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Chinesische Mandel Plätzchen
Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Dessert mit Mango, Pomelo und Sago 楊枝甘露
Simone von zimtkringel mit Schweinebauch mit Black Bean Sauce und Gemüse
Susi von Turbohausfrau mit Chinesischer Erdäpfelsalat



Hui, so eine große Auswahl!!
Liebe Grüße aus Wien




Freitag, 21. Februar 2025

Feldsalat macht Risotto grün

 

Der erste Feldsalat bzw. Vogerlsalat, wie er bei uns heißt, streckt im Garten seine Blätter der Sonne entgegen. Schon bald wird er "durchstarten"...


...genauso wie die ersten Brennesseln, die ich so mag, und vieles mehr. 



Blog-Event CCXVI - Leicht in den Frühling (Einsendeschluss 15. März 2025)

 

Die eisigen Temperaturen der letzten Zeit haben den Beginn meines 2. Blogevent, das ich bei Zorra ausrichten darf, leider ganz schön torpediert. So war das nicht gedacht (wo es doch vorher schon deutlich wärmer war)... 😖

Aber die Natur lässt sich mit den länger werdenden Tagen und hin und wieder warmer Sonne jetzt eh nicht mehr aufhalten. Ich möchte den Winter, auch wenn er sich noch nicht geschlagen gibt, schön langsam gedanklich hinter mir lassen. Geht es euch nicht auch so?


Beim Blogevent geht es bis 15. März um eher leichte Gerichte, mit denen man sich kulinarisch auf den Frühling einstimmen kann. Ich habe richtig Lust darauf und das Schöne ist, zumindest der meteorologische Frühlingsbeginn ist ja schon sehr bald -- am 1. März! 


Das heutige grüne Risotto mit Feldsalat ist mir in den Weiten des Netzes aufgefallen und ich habe es mit Fenchel, Ziegenkäse und Fisch kombiniert. Nicht schlecht, meinte Her Fliederbaum, was so viel heißt wie klare Empfehlung! 



grünes Risotto mit Feldsalat und Fenchel
zu Fisch

Zutaten für ca. 2 Pers.:

Risotto:
150 g Risottoreis
Olivenöl
1 kl. Zwiebel, klein geschnitten
2 Knoblauchzehen, ebenso
10 cm Lauch, dünn geschnitten
Salz, Pfeffer
1 Glas Weißwein
400 ml (selbstgemachte) Gemüsesuppe
ca. 70 g Vogerlsalat / Feldsalat
1 Fenchelknolle
1 EL Creme fraiche
2 EL geriebener Ziegen-Hartkäse oder Pecorino
gehackte frische Kräuter

zum Anrichten:
Fenchelgrün
geriebener Ziegen-Hartkäse oder Pecorino

Fisch:
pro Person ca. 200 g Fischfilet (ich hatte heimischen bio Seesaibling)
Salz
1/2 Zitrone - Saft
1 EL Mehl
Öl zum Braten

Feldsalat mariniert (zB. mit einer Vinaigrette)

Zubereitung:

Die Fenchelknolle in kleine Würfel schneiden, das Fenchelgrün für Deko beiseite legen. 
Den Vogerlsalat / Feldsalat gut waschen und mit der Gemüsesuppe mehr oder weniger fein pürieren.
Ich habe zur Vorbereitung am Vortag eine gehaltvolle Gemüsesuppe nach diesem Vorbild geköchelt.

Ein Risotto zubereiten:
Zwiebel, Knoblauch und Lauch in reichlich Olivenöl anschwitzen, würzen und den Reis einrühren, so dass jedes Reiskörnchen vom Öl benetzt wird. Mit Wein ablöschen und die Fenchelwürferl beifügen. Dann unter oftmaligem Rühren nach und nach mit der heißen grünen Suppe aufgießen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist - sämig, cremig, nicht zu trocken und die Reiskörner bissfest.

Den Herd ausschalten, Creme fraiche, Käse und Kräuter unterrühren. Das Risotto abschmecken, die Flüssigkeit kontrollieren (noch etwas Suppe oder Wein?) und noch 2 - 3 Minuten ziehen lassen.

Während das Risotto köchelt, werden die Fischfilets mit Salz und Zitronensaft gewürzt, mit Mehl bestäubt und in ein wenig Öl auf der Hautseite kross gebraten.

Das grüne Risotto mit dem Fisch anrichten und mit Fenchelgrün und Käse bestreuen. Den marinierten Vogerlsalat lieber extra dazu geben. 


Vogerlsalat und der Ziegenkäse von einer regionalen Käserei zum Bestreuen
(unbezahlte Werbung)


Die Kombi schmeckte sehr sehr gut, ein leichtes Festessen für uns zwei Hungrige.
Dazu ein "gemischter Satz", der typische Weißwein aus Wien, perfekt!


Ich würde mich freuen, wenn ihr beim Blogevent mitmacht und schicke liebe Grüße aus Wien!



Mittwoch, 12. Februar 2025

12 von 12 im Februar, kalt in Wien

 


Es ist Mittwoch, der 12. Februar 2025, in der 7. Woche des noch jungen Jahres, und es ist wieder ein 12 von 12 Tag. Das bedeutet, 12 Bilder des Tages für das Dauerblogevent von Caro (Draußen nur Kännchen) zu posten. Ich finde es eine schöne Gewohnheit und ich gehe auch irgendwie bewusster durch den Tag.

Vor einem Jahr: Februar 2024


1

1    Das 1. Bild ist aber von gestern Abend, weil es mir so gut gefällt. Denn beim Nachhausegehen von der U-Bahn hat mir der fast volle Mond geleuchtet. 


2

2    Der Vollmond im Februar heißt Schneemond und witzigerweise liegt genau heute Früh am Vollmondtag eine dünne Schneedecke. Geschneit hat es den bisherigen Winter in Wien so gut wie gar nicht, aber wenigstens heute ein bisschen!


3

3    Am Vormittag ist es mit der spärlichen weißen "Pracht" auch schon wieder vorbei. Was bleibt ist der gewohnte eisige Wind und der Himmel grau in grau. Regen wäre einmal gut, denn es ist furchtbar trocken diesen Winter. Und vom kalten Wetter habe ich jetzt auch langsam genug, geht es euch auch so? 


4

4    Ich möchte heute einige Besorgungen machen, aber vorher lasse ich mich von meiner Kosmetikerin verwöhnen. Frau gönnt sich ja sonst nichts... 😇


5

5    Dann fahre ich mit der U-Bahn in die Innenstadt. Bei einem der Ausgänge kann man einige Infotafeln mit diversen Statistiken verfolgen.
Zum Beispiel betragen die weltweiten Rüstungsausgaben seit Jahresbeginn in Euro eine 12-stellige Zahl, wo ich nicht einmal weiß, wie sie bezeichnet wird. Es gab fast 15.000 Kriegstote bisher und wir sind erst in der 7. Woche des Jahres. Aber auch Positives wird gezählt oder irgendwie geschätzt, etwa wieviele Wiener Schnitzel gegessen werden.


6

6    Zum Stephansdom, der sich im Hintergrund kaum vom heute allgemeinen Grau abhebt, gehe ich ein anderes Mal. Mich treibt es in die andere Richtung, vorbei an...


7

7    ... der Secession mit dem goldenen "Krauthappel", wie es in Wien heißt. Damit ist die Kuppel des Ausstellungshauses gemeint, die die Form eines Kraut- bzw. Kohlkopfes mit goldenen Lorbeerblättern hat. Die Wiener waren vor über 120 Jahren nicht sehr begeistert von der Architektur des Jugenstilgebäudes, daher der scherzhaft abwertende Name, der sich bis heute gehalten hat. 


8

8    Am Naschmarkt bin ich kurz einmal im 7. Gemüsehimmel, denn mir stechen sofort die ersehnten italienischen Köstlichkeiten ins Auge, wie Puntarelle und Chioggia-Rüben. Dann noch Tropea Frühlingszwiebeln, Radicchio treviso und hübche längliche Radieschen. Die Sorte kenne ich aus Frankreich und wundere mich immer, dass es sie bei uns so selten zu kaufen gibt.


9

9    Was hier so schön orange leuchtet, ist Sanddorn-Essig. Der kommt auch gleich mit nach Hause, denn die Essige von hier sind bekannt für beste Qualität (unbezahlte Werbung wie immer). 


10

10    "War is over" war in den 1970-ern ein Projekt von John Lennon und Yoko Ono und Teil des Songs "Happy Xmas". Mich freut es immer, wenn ich davon lese, wie hier bei diesem Café, wo ich gegenüber an der Bushaltestelle stehe.

"War is over, if you want it", also das positive Denken und Wünschen darf uns in Zeiten wie diesen nicht abhanden kommen, finde ich!


11

11    Über solche bunten Regenbogen-Zebrastreifen freue ich mich ebenfalls. Immer wieder gehe ich über einen, es gibt immer mehr davon, seit 2019 die "Europride" in Wien stattfand. Sie stehen für Offenheit, Gleichberechtigung, sind ein Zeichen der Toleranz und gegen Diskriminierung gegenüber der LGBTIQ+ Community. Ich finde sie auch einfach schön, die Welt kann nicht bunt genug sein, oder?


12

12    Jetzt gibt es endlich Abendessen! Gebratene Puntarelle vom Markt, Pilze und Brokkoli-Nocken, so ähnlich, wie ich sie bei Ilse gesehen habe. Von Puntarelle oder Catalogna sind die inneren verdickten Teile am zartesten und begehrtesten. Die äußeren Blätter werde ich morgen zubereiten, ich weiß aber noch nicht wie...
(Nachtrag: wie Blattspinat! Köstlich!)

Heute verlinke ich noch meinen Beitrag bei Caro, freue mich wie immer über Kommentare und schicke liebe Grüße aus Wien!