Samstag, 10. Mai 2014

Robinienblüten und Zucker


Robinienblüten

Bei uns sind derzeit die Robinien am Aufblühen mit ihren schönen weißen Blüten! Ein paar Tage noch, dann stehen sie wieder in voller duftender Blütenpracht! 



Meist sagt man ja Akazienbaum zu ihm, aber es handelt sich "nur" um Scheinakazien (Robinia pseudoacacia), die Gattung Echte Akazie würde bei uns nicht überleben, sie ist nicht winterhart.
In Wien sind die Robinien recht zahlreich und beliebt, dass sogar in Liedern der "Akazibam" besungen wurde.

Ich mag den Baum sehr gern und die Blüten duften so wunderbar, so habe ich aus dem Blütenbuch von Elisabeth Mayer einiges ausprobiert (Achtung, alles außer den Blüten ist an der Robinie giftig!):




  • Ich habe ein paar Blüten und (weißen) Kristallzucker in eine Flasche, wo noch ein Rest Grappa war, versenkt und aufs Fensterbrett gestellt, immer wieder geschüttelt und beobachtet. Jetzt nach einer knappen Woche schmeckt der Likör schon sehr gut nach den Blüten, aber er darf noch eine Weile nachziehen. Der Geschmack ist es wert, mehr und guten Schnaps dafür zu "opfern".... 


Robinienblüten ertränkt



  • Auch habe ich Palatschinken/Pfannkuchen mit einzelnen Blüten drauf verbacken oder die Blüten in Backteig getaucht und herausgebacken so wie Holunderblüten. Aber beide gebackenen Varianten sind dem würzigen-duftigen Geschmack der Blüten nicht gerecht geworden, es bleibt beim Versuch, das mache ich nicht mehr. 


Robinienblüten gebacken und verzuckert



  • Das allerbeste Ergebnis haben rohe Robinienblüten mit Kristallzucker in 2 Varianten gebracht: 

als verzuckerte Blüten wie auf dem Foto oben links (Blüten in Eiklar tauchen und in Kristallzucker wälzen)
und als




Robinienblütenzucker

Schöne Robinienblüten pflücken, es macht nichts, wenn sie noch nicht ganz voll aufgeblüht sind, Duft und Geschmack sind schon da!
Ordentlich ausschütteln und nachsehen, ob wirklich alle Insekten, die sich in den Blüten verkrochen haben, herauskommen. Dann die ganzen Blüten mit etwas Kristallzucker im Mixer mahlen und auf Küchenpapier trocknen lassen, dann je nach Wunsch nocheinmal vermahlen oder grob lassen, was mir lieber ist. Man kann die Mischung auch frisch gemahlen verwenden.
Den Geschmack finde ich überraschend intensiv, würzig, duftend... ganz toll!
Man kann den Zucker überall drüberstreuen über Joghurt, Cremen oder wunderbar über überbackene Topfenpalatschinken!
Empfehlung!


Noch ein Bild vom vergangenen Urlaub:

Robinienwald auf der kroatischen Insel Krk



Kommentare:

  1. Sehr interessant, das man die Blüten essen kann, wusste ich ehrlich gesagt gar nicht! Das Buch klingt auch sehr interessant, muss es mir mal ansehen.
    Auf die Hollerblüten freue ich mich schon, die esse ich immer sehr gerne im Palatschinkenteig gebacken. Oder hab ich die etwa schon wieder versäumt? Die Zeit vergeht so schnell!
    LG Petra

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    1. das Buch ist auch zum "nur" Anschauen schön!!
      bei uns sind die Hollerblüten gerade richtig, warte nicht zu lange, lg

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  2. ich denke, es ist wichtig zu betonen, dass die blüte der einzige ungiftige teil der robinie ist! samen, wurzeln rinde und holz sind sehr giftig (auch für tiere!) und dürfen auf keinen fall gegessen werden.

    lieben gruß,

    susi

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    1. du hast recht, ich werde es ergänzen, aber die Blüten schmecken dafür richtig gut!
      lg

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  3. Du hast einen Bildungsblog, liebe Friederike! Ich hatte keine Ahnung, dass man die "Akazie" essen kann. Und jetzt werde ich Ausschau halten, ob ich irgendwo Robinien mit in erreichbarer Höhe hängenden Blüten finde, denn die Sache mit dem Zucker tät ich schon sehr gern ausprobieren wollen.

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    1. ha, danke ;-)
      ich hab Glück gehabt und schon im Herbst beim Schlehenpflücken in der Pampa bei Schlosshof den Akaziwald gefunden, mit noch niedrigen Bäumen,
      lg

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  4. Akazi-zucker... was für eine Idee! Mal schauen....

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