Donnerstag, 25. Juli 2013

Kärntner "Had´n" oder Buchweizentorte

nocheinmal eine Wiese in den Kärntner Karawanken, saftig und grün
(Bodental)

Ich hab mich in der Kärntner Kulinarik nicht nur mit den sagenhaft guten, verschiedenen Nudeltäschchen beschäftigt, sondern auch mit dem "Heidenkorn", auf gut kärntnerisch "Had´n".
"Heidenkorn" deshalb, weil es etwa im 14./15. Jahrhundert von angeblich heidnischen Völkern zu uns kam.

Es handelt sich um Buchweizen, der unweit der Karawanken in den Ebenen des Jauntales angebaut wird. Er  gehört zu den Knöterichgewächsen und die Körner werden wie Getreide zu Mehl vermahlen und in der Küche verwendet.

Ich habe mich mit dem relativ dunklen Mehl eingedeckt und zu Hause gleich zu Backen begonnen. Buchweizen-Mehlspeisen haben einen interessanten und ganz charakteristischen Geschmack.


links Weizenmehl, rechts das dunkle Buchweizenmehl


Buchweizentorte ("Had´n" - Torte)

für einen Tortenboden (Springform ca. 26 cm DM):
  • 75 g weiche Butter,
  • 2 Eidotter (wenn die Eier klein sind, dann 3 verwenden) und
  • 60 g Kristallzucker, schaumig schlagen,
  • 75 g Mehl (50 g Buchweizenmehl, 1/2 EL Weizenmehl und geriebene Schokolade) und
  • eine Messerspitze Backpulver einrühren,
  • einen Schluck Milch nach Bedarf,
  • 2 Eiklar zu steifem Schnee geschlagen zum Schluss unterheben.

Die Masse in eine vorbereitete Tortenform streichen und im vorgeheizten Rohr bei 180°C etwa 25 Minuten backen.

Ich habe den Teig einmal wie oben beschrieben mit Buchweizenmehl vermischt mit geriebener Schokolade (etwa im Verhältnis 2:1) bereitet und das 2. Mal nur mit Buchweizenmehl und 1 Esslöffel Weizenmehl. Die Schoko-Variante schmeckte uns besser!

Den Tortenboden auskühlen lassen und mit einer "Haube" bedecken.

Obers-Belag / "Haube" mit Preiselbeeren: 
  • 250 ml Schlagobers/Sahne mit
  • Zucker nach Geschmack steif schlagen und
  • 2 Bl. Gelatine (eingeweicht, ausgedrückt und in heißem Likör aufgelöst) einrühren.

Reichlich Preiselbeer-Marmelade auf den Tortenboden streichen und die Obersmasse auftragen, mit geriebener Schokolade behübschen. Kühl stellen.

Buchweizen verlangt nach einer säuerlichen oder fast herben Begleitung, wie Preiselbeeren, Weichseln/Sauerkirschen oder Ribiseln/Johannisbeeren. Die Fruchtschicht (frisch oder Marmelade) kann ruhig dicker sein als hier bei mir.



mit Preiselbeeren und Obers-Haube


Bei Barafra habe ich eine tolle Ribiseltorte gesehen und eine der Anregungen gleich mitgenommen.
Meine 2. Buchweizentorte bekam folgenden

Joghurt-Obers-Belag mit roten Ribiseln/Johannisbeeren:
  • 125 ml Natur-Joghurt mit
  • Zucker nach Geschmack und etwas
  • Zitronensaft verrühren,
  • 125 ml Schlagobers/Sahne steif geschlagen unterheben und
  • 2 Bl. Gelatine (wie oben ausgelöst) einrühren. 
Ribiseln/Johannisbeeren in die Masse rühren und auf den Tortenboden leeren. Kühl stellen.

2. Variante mit Ribisel/Johannisbeer - Joghurt-Obers-Belag


Empfehlen möchte ich euch auch mein Wildpflanzenbuch, Buchweizen ist auch drin:


anklicken, dann wird´s größer

Ich hab ihn "wild" noch nie gesehen, ihr vielleicht?




Kommentare:

  1. Ich hab einmal Buchweizen, ich glaube auch in einem Kuchen gegessen, ich kann mich da leider gar nicht damit anfreunden.
    Gesund soll der ja schon sein,...seufz

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    1. er hat schon einen "eigenen" Geschmack, aber gemischt mit Schoko schmeckts mir sehr gut,
      lg

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    2. Naja Schokolade ist ja auch nich tmeine LIeblingszutat im Kuchen gg.
      Aber das Wildkräuterbuch ist gut, das habe ich mir auch gekauft, vor ein paar Wochen, hat mir das Mädel vom Land empfohlen.

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    3. ja, dort hab ich auch den Buchtipp gelesen!!
      du magst keine Schoko? beneidenswert ;-)

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    4. Doch doch, aber nicht zwingend im Kuchen oder Schokieis, aber essen tu ich es schon!

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  2. Sieht lecker aus! Ich hab Buchweizen, glaube ich, noch nicht gegessen. Das Buch über Wildkräuter sieht sehr interessant aus!
    LG Petra

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    1. ich kannte Buchweizen auch lang nicht, aber ich probiere gern andere Mehle (auch zB. Kastanien-),
      lg

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  3. oh, das sieht sehr gut aus! ich sollte ohnehin mehr buchweizen essen, ist gut für die venen! wildwachsend ist er mir aber auch noch nicht begegnet, oder hab ich ihn bloß nicht erkannt?

    lieben gruß!

    susi

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    1. ich blättere oft das Buch durch und denke bei den meisten Bildern, das kenn ich doch, aber dann in der "Wildnis"...
      lg

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  4. Hallo Friederike,
    schön hast Du es hier. Und tolle Rezepte...! Der Name 'Heidenmehl' gfallt ma. Wo in etwa in Österreich lebst Du...? Buchweizen hab ich auch noch nie in der Wildnis gesehen. Ist aber im Garten auch gut als Gründünger einsetzbar. Ich liebe Pfannkuchen aus Buchweizenmehl'. Mmmmmm....

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  5. danke,
    ja, Pfannkuchen/Palatschinken mit Buchweizenmehl schmecken mir auch sehr gut!
    lg aus Wien

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  6. Hallo Friederike!
    Die Torte sieht zum Anbeißen aus. Mit Buchweizen habe ich noch nie gebacken. Auch wusste ich nicht, wie dieser in der Natur aussieht.
    Lieben Gruß
    Lemmie

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