Donnerstag, 26. Oktober 2017

Alpenberberitze trifft Rosenreis


Letzten Samstag in den Tiroler Bergen... herbstlich verfärbte Lärchen strahlen im Sonnenschein! 



Hier oberhalb von Nauders im Dreiländereck (Ö-Italien-Schweiz) auf 1400 Meter Höhe sah ich schon von weitem mehrere leuchtend rote Sträucher - Berberitzen! Eine Handvoll der schönsten Beeren musste mit nach Wien reisen, wo ich sie dann im leicht geöffneten Rohr bei 50°C einige Zeit trocknen ließ.


Getrocknete Berberitzen (Achtung, mit Ausnahme der Beeren ist die Pflanze giftig!) 

Die Beeren der Berberitze oder Sauerdorn sind sehr vitaminreich, schmecken säuerlich und werden oder eher wurden früher bei uns traditionell zu Mus oder Marmelade verkocht. Ich habe die Marmelade leider noch nie gegessen und nicht einmal in einem Bauernmarkt jemals gesehen, es ist sicher eine Heidenarbeit, dafür die kleinen Beeren zu pflücken und zu verarbeiten.
Der Iran ist heute das Hauptanbaugebiet der Berberitze und dort wandert sie meist in Reisgerichte.

Meine Inspiration für den Reis mit getrockneten Rosenblüten und Berberitzen mit Faschiertem/Hackfleisch mit Mandeln kommt von Wili (Wiltrud) von hier. Ich habe das Gericht schon öfter gekocht und variiert, auch mit 2 Schichten Reis etc. Das Reiskochen selbst stammt 1:1 vom Originalrezept.



Rosenreis mit Berberitzen, faschiertem Fleisch und Mandeln
für 3 - 4 Personen

Reis:

  • 220 g Basmati-Reis
  • Salz
  • 1 TL Butter
  • 1-2 große Kartoffeln
  • etwas Olivenöl
  • 1 Handvoll getrocknete Berberitzen

  • insgesamt 1 - 2 EL getrocknete Rosenblüten bzw. Knospen, nicht zu fein gemahlen oder gemörsert, für Reis und Fleisch und zum Bestreuen

Faschiertes/Hackfleisch:
  • ca. 300 g Faschiertes/Hackfleisch vom Rind
  • 1 Zwiebel
  • 1 große Karotte
  • Knoblauch nach Belieben, hier 4 Zehen
  • Salz, Pfeffer, Kurkuma
  • 1 TL Paradeismark/Tomatenmark
  • 1 Handvoll blanchierte Mandeln
  • ein wenig Rosenblüten, siehe oben

Mit dem Vorbereiten des Reises beginnen, mindestens 30 Minuten vor dem Kochen bzw. idealerweise am Vortag: 
  1. Reis in einem engmaschigen Sieb mit kaltem Wasser spülen, bis das Wasser klar ist, 
  2. Reis in einer Schüssel mit kaltem Wasser und ca. 1 EL Salz quellen lassen, mind. 30 Minuten oder über Nacht, dann das Wasser abgießen. 
  3. In einem Topf reichlich Wasser (mind. doppelt soviel wie Reis) mit Salz und Butter aufkochen und den Reis wenige Minuten al dente kochen. 
  4. Reis durch ein Sieb abgießen und mit kaltem Wasser spülen, sonst gart er weiter. Beiseite stellen. Nun kann der so vorbereitete Reis für viele orientalische Reisgerichte verwendet werden. 
Für das Reisgericht eignet sich am besten ein eher breiter Topf mit gut schließendem Deckel - bitte bedenken, dass das Gericht zum Schluss auf eine große Platte gestürzt werden soll.


Die Kartoffeln schälen und in knapp 1 cm dicke Scheiben schneiden. Den Boden des Topfes mit etwas Öl und Wasser benetzen und die Kartoffelscheiben nebeneinander schön einschlichten. Ein wenig salzen. Darauf kommt der Reis, der locker mit den Berberitzen und Rosenblüten vermischt wird. 

links: Reis mit Berberitzen und Rosenblüten, rechts: obenauf die Fleisch-Schichte mit Faschiertem/Hackfleisch

Für die Fleisch-Schichte mit Faschiertem/Hackfleisch wird in einer Pfanne die würfelig geschnittene Zwiebel mit Knoblauch und Karottenwürfeln angebraten und das faschierte Fleisch mitgebraten. Paradeismark, Gewürze und Mandeln beifügen, wenn nötig mit ganz wenig Wasser aufgießen und schmurgeln lassen. Zum Schluss wird mit Rosenblüten abgeschmeckt und alles auf den Reis verteilt.

Den Topf zudecken und dabei den Deckel entweder mit einem Geschirrtuch oder einer Küchenrolle abdichten, den Deckel bis zum Schluss nicht abnehmen. Den Herd aufdrehen, dann zurückschalten und das Gericht 30 - 40 Minuten bei geringer Hitze dämpfen. Idealerweise sind die Kartoffeln dann gegart und haben eine knusprige Schicht und das Gericht lässt sich gut auf eine große Platte stürzen. Servieren mit etwas Naturjoghurt und mit den restlichen Rosenblüten bestreut. Auch ein Pesto passt gut dazu.


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Bei Wili könnt ihr sehen, wie der gestürzte Rosenreis im Idealfall aussehen soll (klick). Es braucht meist mehrere "Versuchsreihen", bis man am eigenen Herd die richtige Temperatur, Garzeit und den richtigen Kochtopf dafür herausgefunden hat ;-)

Geschmacklich ist dieses Reisgericht für uns immer ein Highlight und die säuerlichen Tiroler Berberitzen gaben diesmal den richtigen Kick!  


einen schönen Nationalfeiertag! 


Pflückt ihr Berberitzen? Habt ihr Berberitzen jemals eingekocht?



Kommentare:

  1. Liebe Friederike,
    was für ein köstliches Gericht! Danke für das schöne Rezept und die schönen Bilder!
    Mit Berberitzen hab ich noch nie gekocht, acuh noch keine gepflückt. Da, wo ich wohne, müßte ich lange suchen gehen ...
    Hab einen schönen Tag und einen guten Start in ein entspanntes Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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    1. wenn ich die Sträucher nicht beim Wandern gesehen hätte, wüsste ich in meiner Umgebung leider auch nicht, wo ich Berberitzen sammeln könnte ;-)
      lg

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  2. Guten Morge, der gestrige Natonalfeiertag war doch so wunderschön sonnig und warm...und heute morgen regnet es scon heftig...das wird wohl ein kuscheliges langes Wochenende...
    Das Rezept hört sich toll an. Ich habe heuer bei unserer Wanderung zu den Ödseen im Almtal auch ganz viele Berberitzensträucher entdeckt, Ihr strahlendes Rot fasziniert mich immer wieder.
    Ich wünsche dir ein erholsames Wochenende... liebste Grüße, Petra

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    1. ja, leider stellt sich das Wetter jetzt um, ich hätte noch auf angenehme Wander-Tage gehofft ;-)
      lg

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  3. Bei uns wachsen auch vereinzelt Berberitzensträucher auf den Rainen, da ich mir aber nie sicher war, ob man diese essen kann, habe ich sie immer nur zu Deko Zwecken mitgenommen.
    verbring auch du ein gemütliches Herbst Wochenende
    LG Hermine

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    1. bevor die Vögel sie dir wegschnappen, könntest du sie pflücken und trocknen ;-)
      lg

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  4. Alles schön - die Bilder, die Berberitzen, und die Idee, sie im Reis mitzukochen. Ich habe gerade ein "Kipferlkoch" (bread pudding) mit Berberitzen gemacht.

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    1. oh, auch schön!!
      Überall, wo Rosinen, die ich nicht mag, oder getrocknete Cranberries etc. reinkommen, passt eigentlich auch die Berberitze!

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  5. Nauders ist mir noch ein Begriff, denn in meiner Kinderzeit haben wir nicht weit davon über Jahre unseren Sommerurlaub verbracht.
    Getrocknete Berberitzen habe ich auch im Haus, da könnte ich doch eigentlich nächste Woche mal eines Deiner Gerichte ausprobieren.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Ich kannte Nauders bisher nur vom Durchfahren über den Reschenpass nach Südtirol, es lohnt sich, stehen zu bleiben! Wenn du meine Himmelsbilder von dort ansehen willst... gerade gebloggt, lg

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  6. Was für ein schöner Beitrag und wie beneidenswert. Hier in Hannover kann ich leider keine Berberitzen sammeln. Dein Rosenreis sieht köstlich aus und ich fühle mich geehrt, dass du dich an meinem Rezept orientierst.
    Übrigens die Reistorte in meinem Beitrag, zu dem du hier verlinkst, war mir auch ein wenig verunglückt ;)
    Liebe Grüße, Wili

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    1. danke für den lieben Kommentar!
      Ich kämpfe bei diesem Gericht immer mit den Kartoffeln, von noch nicht gar bis verbrannt hatte ich schon alles ;-) ich übe weiter, lg

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    2. nicht gar? Das ist mir noch nie vorgekommen, aber verbrannt waren sie mir anfänglich auch öfters mal. Dann hatte ich die Temperatur nicht rechtzeitig herunter geschaltet. Du kannst aber anfangs auch ruhig etwas mehr Öl auf den Topfboden geben. Das ist eigentlich eine Gelinggarantie, wenn das Tadigh dann auch etwas fettig glänzen wird. Zu roh, da kann ich nur vermuten, dass die Kartoffelscheiben zu dick geschnitten waren und du halt zu kurz den Reis gedämpft hast.

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    3. danke, wie gesagt ich probiere auch immer andere Töpfe aus und variiere die Mengen von Öl und Wasser am Topfboden, lg

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