Sonntag, 19. Oktober 2014

Mongolische Teigtaschen


in der Mongolei vor ein paar Tagen, es ist schon winterlich

Die weiten Steppen der Mongolei stelle ich mir landschaftlich faszinierend vor! Zur Zeit ist der Liebste dort auf Dienstreise und schickt mir wenigstens ein paar Fotos per email. Und was tu ich Strohwitwe? Anstatt auf lepschi zu gehen (klick) stelle ich mich in die Küche und versuche mich an mongolischen Teigtaschen. Selber schuld, aber es war ein Vergnügen!

Diese Teigtaschen, die "Buuz" heißen (ich hab keine Ahnung, wie man das ausspricht), werden über Dampf gegart und ich hab doch irgendwo im Küchenkastl ganz hinten einen Siebeinsatz für mein Kochgeschirr. Den hab ich lange nicht verwendet - also wird es wieder Zeit!






"Buuz"  mongolische gefüllte Teigtaschen

für 2 Personen (rd. 10 Teigtaschen bzw. mehr, wenn man sie dünner ausrollen kann)


Vorbereiten:
Einen Kochtopf mit Wasser zustellen, auf den der Siebeinsatz + Deckel passt oder man hat einen Dampfgarer. Den Siebeinsatz etwas einölen.


Fülle:
  • 170 g faschiertes Lammfleisch (Ersatz Rind), Hackfleisch 
  • ½ Zwiebel fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen gehackt oder durchgepresst
  • Salz, Pfeffer, Kümmel, eventuell ein wenig Majoran

Die Zutaten für die Fülle vermischen und kräftig würzen, da der Teig ungesalzen ist. Manche geben etwas Wasser in die Fülle, um sie geschmeidiger zu machen.


Teig:
  • 125 g Weizenmehl
  • 75 ml kaltes Wasser

Das Mehl in eine Schüssel geben und mit der einen Hand einen festen Teig zu kneten beginnen, indem man das Wasser mit der anderen Hand langsam dazu leert. Erstaunlich, wie gut das geht. Den Teig etwa 15 Minuten rasten lassen und dann auf einer leicht bemehlten Unterlage rasch zu einer Rolle formen.

Tipp: für das Bemehlen habe ich italienischen Hartweizengrieß verwendet, da klebt nichts.



Von der Teigrolle nun jeweils Stücke abschneiden und diese zuerst mit den Fingern ein bisschen auseinander ziehen und dann mit einem Nudelwalker (Rollholz) auf der bemehlten Unterlage zu etwa 7 cm großen, runden, möglichst dünnen Kreisen ausrollen. Etwas Fülle drauf geben und verschließen – da gibt es sagenhafte kunstvolle Möglichkeiten; meine Dinger sehen so aus: 




Die Tascherl auf den geölten Siebeinsatz setzen, so dass sie wenn möglich nicht zu dicht aufeinander picken, und zugedeckt 15 Minuten dampfgaren. Dann sofort herausnehmen, damit sie nicht zu weich und "gatschig" werden. 




mmhhh, ich bin begeistert!! 
... weil sich die Tascherl so einfach herstellen lassen und weil sie wirklich gut schmecken!!
Die wird es sicher so oder mit anderer Fülle wieder geben!

Rezeptquelle


Als Beilage isst man dazu am besten einen Salat oder ein bisschen was Buntes. Oft wird einfach Ketchup empfohlen (naja), einen Joghurtdip kann ich mir eher dazu vorstellen.

Die ursprüngliche mongolische Küche kennt ja kaum Gemüse, das Klima in der unendlichen Steppe lässt im kurzen Sommer keinen Grünzeuganbau zu. Die Mongolen, die noch in Jurten in der Steppe leben und noch nicht in die expandierende Hauptstadt Ulaanbaatar gezogen sind, sind ja immer noch Nomaden, obwohl sie sicher eine längere Zeit auch an einem Platz bleiben. 




Das ist Dschinghis Khan, berühmter Herrscher der Mongolen im 13. Jahrhundert. Unter der Herrschaft seines Sohnes sind die kriegerischen Reiterhorden aus dem Osten 1242 sogar bis nahe vor Wien gekommen und haben Angst und Schrecken verbreitet, sind aber dann bei Wiener Neustadt umgekehrt.

Dieses neu erbaute glänzende Reiterstandbild liegt in der Nähe der Hauptstadt Ulaanbaatar und ist angeblich das größte der Welt.
(wie der grimmig dreinschaut... männliche Macht- und Kraftdemonstration... wie ging/geht es den Frauen dort - aber das ist nicht Gegenstand der History)


Übrigens, die Mongolei heute ist 20x größer als Österreich und 4-5x größer als Deutschland mit nur 3 Millionen Einwohner, es ist das am dünnsten besiedelte Land der Welt. Wart ihr schon dort?






Kommentare:

  1. Wie es den Frauen dort geht? Vermutlich sellen sie sich diese Frage nicht. Ich war leider noch nicht in der Mongolei, bin aber schon einmal darüber geflogen und selbst aus 10000m Höhe wirke sie ziemlich riesig. :-)
    Die Tascherl nehme ich mal mit. Danke.
    Liebe Grüße,
    Eva

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    1. ich kenne eine Mongolin, die in Wien studiert, also in der Hauptstadt dort ist es heute sicher ok.,
      du kannst diese Täschchen sicher besser falten!!
      lg

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  2. Das klingt wieder mal köstlich, werde das Rezept an meine Mutter weiterreichen, die fährt im Frühjahr auch in die Gegend ;-)
    lg und schönen Sonntag!
    Sina

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    1. im Frühling dorthin - da wird die Steppe sicher schon ein bisschen grün, vielleicht magst du dann davon berichten, wie es ihr ergangen ist?
      lg

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  3. Ich habe eine Freundin, die wegen der Musik in der Mongolei war, für ein Projekt das traditionelle Musik "rettet" durch Aufnahmen. Sie fand es toll.
    Und deine Teigtaschen sind auch toll - ich liebe Teigtaschen aus allen Kulturen. Diese sehen ein bisschen wie die Momos aus dem Himalayagebiet aus.

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    1. da gibts doch den schönen Film vom weinenden Kamel, wo man mit Musik Kamelmutter und Fohlen zusammenführt, ich muss ihn suchen...
      lg

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  4. hört sich gut an..
    DANKE übriges hier sagt man auf den Zwutsch gehen..wenn die Strohwite unterwegs ist
    LG vom katerchen

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  5. Ich war noch nie dort, wäre aber nicht abgeneigt. Das Verrückte ist, dass einer meiner Deutschschüler mir letzte Woche erzählte, er würde neben Russisch sich auch gerade noch Mongolisch beibringen. Wird die Mongolei demnächst Trend?

    Die Teigtaschen sehen übrigens sehr lecker aus. Mhmmm...

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  6. hhm, das klingt lecker! teigtascherl mag ich in allen variationen!

    lieben gruß, susi

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