![]() |
| Fliederblüte am Heldenplatz in Wien |
Die üppigen lila Fliederbüsche am Heldenplatz waren immer eine ganz besondere Pracht und ich bin oft nur deshalb in die Stadt gefahren, um den blühenden lila Flieder zu bewundern. Nun mussten die Büsche (leider, aber notwendigerweise) stark verjüngt und teils auch neu gepflanzt werden.
![]() |
| im Volksgarten |
Es war früher vor allem in Wien üblich, dass man der Mutter (und Oma) zum Muttertag frisch gepflückten Flieder mitgebracht hat, auch wenn man keinen eigenen Garten hatte. Flieder blüht passenderweise genau jetzt und wächst in Wien seit Jahrhunderten sehr zahlreich.
Flieder war in kargen Zeiten daher leicht verfügbar *hüstel*, ob in den Parks der Stadt oder als Wildwuchs auf den Friedhöfen und am Stadtrand. "Flieder fladern" war ein geflügeltes Wort am Muttertag in Wien und auch wenn er gemopst war, so bedeutete ein Fliederstrauß doch Wertschätzung und Zuneigung... 😇💜
![]() |
| mein Gartenflieder |
Heute sind doch eher gekaufte Schnittblumen am Muttertag üblich oder man hat Blümchen und auch Flieder im eigenen Garten! Und natürlich wie eh und je eine Muttertagstorte. Ich habe mir meine sicherheitshalber schon jetzt ausgesucht und gebacken, denn ob ich zum Muttertag vom erwachsenen Kind eine bekomme... ? 😏
Diese Charlotte Royal kenne ich noch aus meiner Schulzeit und fast genau so lange, wie diese her ist (ewig), habe ich diese "Kuppeltorte" nicht mehr zubereitet. Diesmal mit meiner bevorzugten Biskuitroulade, die ich sehr oft, fast einmal die Woche, backe. Zur sicheren Standfestigkeit der Pudding-Oberscreme habe ich Gelatine reingegeben. Da kann nichts schiefgehen und die Charlotte wäre auch gut zu transportieren.
Charlotte Royal
Zutaten für 1 Schüssel mit ca. 22 cm Durchmesser:
Biskuitroulade:
6 Eier (M)
132 g Zucker
120 g Mehl
Zitronenabrieb von 1/2 bio Zitrone
Marillenmarmelade zum Bestreichen
optional etwas Inländer Rum
Pudding-Obers-Creme:
450 ml Weißwein oder zB. Apfelsaft für eine alkoholfreie Variante
35 g Stärkemehl
120 g Zucker
Vanille
2 Eidotter
2 EL Mascarpone
200 ml Schlagobers / Sahne
6 Blätter Gelatine
Zubereitung:
Die Biskuitroulade kann gut vorbereitet werden, weil sie sowieso auskühlen soll.
Das Backrohr auf 190°C vorheizen und ein Backblech mit Papier bereit stellen.
Die ganzen Eier mit Zucker mit der Küchenmaschine sehr schaumig schlagen, das Mehl und Zitronenabrieb mit einem Schneebesen einrühren (ohne Küchenmaschine würde ich lieber einen Eischnee und die Eidotter mit Zucker schaumig schlagen!).
Die Masse auf das Blech streichen und 10 Minuten backen. Die Marmelade mit wenig heißem Wasser glatt rühren und wer will mit Rum verfeinern. Das Biskuit dann auf ein feuchtes Küchenhangerl / Geschirrtuch stürzen und das Papier vorsichtig abziehen. Gleichmäßig mit der Marmelade bestreichen und sofort mit Hilfe des Tuches einrollen.
Für die Creme einen "normalen" Pudding mit Wein oder Saft kochen, dafür das Stärkemehl mit ein wenig von der Flüssigkeit und den Eidottern vermixen und einkochen. Sobald der Pudding eindickt, vom Herd nehmen und in eine Schüssel umfüllen.
In der Zwischenzeit die Gelatineblätter nach Packungsanweisung in kaltem Wasser einweichen. Wenn der Pudding nur mehr "Lippen-warm" ist, wird die ausgedrückte Gelatine eingerührt, bis sie sich aufgelöst hat. Schlagobers mit Mascarpone steif schlagen und unterheben.
Fertigstellen: Eine Schüssel mit Klarsichtfolie auskleiden, damit die Charlotte sich später leicht stürzen lässt. Die Biskuitroulade in knapp 1 cm dicke Scheiben schneiden und diese dicht nebeneinander von der Mitte nach außen in die Schüssel legen. Die Creme einfüllen und restliche Biskuitscheiben darauf legen (die sind später der Boden). Die Schüssel für einen halben Tag oder besser über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Zum Schluss das eventuell am Schüsselrand überstehende Biskuit gerade abschneiden und die Kuppeltorte auf eine Platte stürzen. Ich finde, sie braucht keine zusätzliche Behübschung...
Wir finden, das ist echt eine würdige Torte, nicht nur für den Muttertag! Ich hoffe, sie gefällt euch so gut wie mir!









Sozusagen die Königs-Disziplin!
AntwortenLöschenLiebe Friederike,
es geht mir genau so, wie dir: eine Charlotte Royal habe ich seit ewig nicht mehr zubereitet. Deine Version steht nächstens auf dem Programm, die Weisswein/Apfelsaft-Creme liest sich interessant.
Besten Dank für deinen zweiten Beitrag, Felix
Wenn man Wein und Apfelsaft mischt, schmeckt die Creme dann sicher lieblicher. Ich mache "Schüsseldesserts", zB. auch mit Biskuitroulade sehr gerne, nur gestürzt habe ich sie nie...
Löschenlg
Interessant, das mit dem Flieder in Wien. Dass der dort so üppig wächst, dass man ihn bedenkenlos mopsen konnte, war mir neu. Flieder ist aber auch wirklich so schön und duftet so gut.
AntwortenLöschenDeine Charlotte Royal sieht toll aus und jetzt weiß ich endlich, wie man das Schneckenmuster auf die Torte bekommt! :-)))
Liebe Grüße Maren
In den eleganten Parks sollte man sich beim Flieder pflücken nicht erwischen lassen, nehme ich an, aber in den Außenbezirken wuchs er früher noch üppiger und wilder als heutzutage. Ich stecke meine Nase auch gerne in Fliederblüten! :-))
Löschenlg
Servus Friederike, Flieder und Muttertag gehören traditionell zusammen. Die Yoghurt-Bombe habe ich schon fast vergessen und werde sie jetzt bald auch wieder machen. Eine Köstlichkeit aus der Kindheit, damals meistens mit Erdbeeren.
AntwortenLöschenLG aus Wien
Was für eine geniale Torte liebe Friederike, ja eine Besondere zu besonderen Tagen! Gerade heute habe ich auch beschlossen einmal eine Charlotte zu machen. Meine Großmutter war immer ganz scharf auf eine Charlotte Russe. Diese möchte ich mal ausprobieren. Ja der Flieder blüht hier auch schon ganz üppig. Ich mag diese alten Fliederbüsche und den Geruch sehr. Schneiden tue ich sie eher weniger gerne denn sie halten ja auch in der Vase nicht lange...
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Kerstin und Helga