Mittwoch, 29. Juli 2015

noch ein Sirup: Sommer-Rosmarin mit Zitrone

Rosmarinstrauch im Garten

Vom Sirup-Ansetzen habe ich nach unserer Rettungsaktion von neulich noch lange nicht genug.
Diesmal kommt der Rosmarin dran, der im Garten genau jetzt im Hochsommer so schön frisch und grün ist. Ich habe ein paar schöne Seitentriebe abgeschnitten und mit Zitrone "versirupt":


Sommer-Rosmarin-Zitronen-Sirup

in ein 2 Liter-Glas geben und lose verschließen:


  • 1 kg Kristallzucker mit
  • 1 Liter Wasser zu einem klaren Sirup kochen und auskühlen lassen.
  • 1 P. Zitronensäure
  • 1 Bio-Zitrone in Scheiben geschnitten
  • 2 Hände voll Zweige vom frischen grünen Sommer-Rosmarin (getrockneten würde ich nicht verwenden)


Ich habe den angesetzen Sirup diesmal 4 Tage bei Zimmertemperatur ziehen lassen und dann in sterilisierte Flaschen gefüllt (das Kraut kann einfach mit einer Gabel herausgeholt werden). 

Rosmarin und Zitrone passen ganz ganz fantastisch zusammen und der Sirup schmeckt sehr würzig-zitronig-interessant! 




Vor einem Jahr habe ich im Sommer diese beiden Sirups gemacht, sie sind natürlich längst ausgetrunken... 
Rotklee-Sirup (klick
Brennesselblüten-Sirup (klick)


es geht so einfach und schmeckt so gut, oder? 

gelbe Rose vor Wetterwechselhimmel



Samstag, 25. Juli 2015

Schafgarbe-Rosen-Sirup, denn in der Beachbar der Rettungstruppe werden Sommerdrinks gerettet!


Beachbar?? 
naja, nicht so meins... außer ich wäre gerade, sagen wir, an einem idyllischen Meeresstrand in...? vielleicht auf einer griechischen Insel (um so nebenbei auch die "kleinen" Leute dort wenigstens moralisch zu unterstützen! Aber das ist eine andere Geschichte.).
Aber auf dem Foto seht ihr, wo ich mich in unseren Breiten lieber aufhalte: 
nämlich im schattigen Garten eines Heurigen!! 


und was trinkt frau dort gegen die Sommerhitze? 
einen Spritzer! und zwar am liebsten einen süffigen und erfrischenden Kaiserspritzer!!
die Erläuterung kommt ganz unten ;-) 



zuerst das Wichtigste: 
Sina hat anlässlich der derzeitigen "Affenhitze" die Rettungstruppe spontan für eine kulinarische Rettung zusammengetrommelt und heute retten wir selbst gemixte kühle Getränke, wie Limonaden, Eistees, Sommerdrinks, mit oder ohne Alkohol.

~ ~ ~ 

Von mir kommt heute selbstgemachter Sirup!
Die Herstellung von Sirup (zum Verdünnen mit Wasser und/oder Wein, Sekt etc.) aus beliebigen Kräutern und Blüten ist derart einfach und kostengünstig und schmeckt so gut, dass wirklich niemand zu künstlich aromatisierten Industrie-Zuckersäften mit allerlei Inhaltsstoffen greifen müsste... 


Im Garten einer Freundin (deren Haus wir gerade hüten) blüht die weiße Schafgarbe (hier neben der Wegwarte) und rosa Rosen verströmen ihren dezenten Duft. Warum nicht beides mischen? 
Ich habe mich vor Jahren einmal an einem Schafgarben-Sirup versucht und war damit nicht so zufrieden. Er hat mir gar zu intensiv und fast scharf geschmeckt und ich vermute, die Rosen können geschmacklich ausgleichend wirken.... und mir scheint es tatsächlich so!  


Schätze aus dem Garten: 
das ist in etwa die Menge an Schafgarben- und Duftrosenblüten, die für ein 2 Liter-Glas benötigt wird 


Schafgarben-Rosen-Sirup

in ein 2 Liter-Glas geben:

  • 1 kg Kristallzucker mit
  • 1 Liter Wasser zu einem klaren Zuckersirup kochen und auskühlen lassen.
  • 1 Zitrone - den ausgepressten Saft (2 Zitronen oder 1 P. Zitronensäure)
  • 1 Bio-Zitrone in Scheiben geschnitten (2 Zitronen)
  • Schafgarbenblüten mit einer Gartenschere abschneiden und auf Küchenpapier klopfen, damit Insekten das Weite suchen können
  • Blütenblätter von Duftrosen abzupfen und ebenfalls auf Küchenpapier ausbreiten und nach Insekten absuchen

Alle Zutaten in dem vorher sterilisierten Glas verrühren, lose verschließen und mindestens 1 Tag bei Zimmertemperatur stehen lassen (nicht in der prallen Sonne). Ich habe die Blüten übrigens nicht gewaschen, sie würden dadurch an Aroma verlieren. Blüten, Kräuter, Beeren sammelt frau ja sowieso nicht neben Straßen und gedüngten Feldern!! 



Bitte das Glas immer wieder kontrollieren, ob sich nicht etwa Schimmel gebildet hat (das ist mir zwar noch nie passiert, aber der Teufel schläft nicht...). Dann abseihen und in sterilisierte Flaschen füllen. 

Bei größeren Mengen und vor allem, wenn man den Sirup länger aufbewahren möchte, würde ich ihn einmal aufkochen. Ich rühre dann oft noch Einsiedehilfe (nach Packungsanleitung) ein. Hier könnt ihr nachlesen, welcher Alptraum mit einem Sirup passieren kann.

Fazit: geschmacklich dominiert die Schafgarbe, es hat aber eine Ahnung von der Rose... und schmeckt uns sehr gut!
Nachtrag: nach ein paar Tagen Ruhen, finde ich, dass in den Sirup mehr Zitrone gehört, bitte die Menge verdoppeln!


zurück zum Kaiserspritzer:
Das Original besteht aus Weißwein mit Mineral- oder Sodawasser (prickelnd) aufgespritzt, idealerweise halb-halb oder im Sommer mit mehr Wasser ("Sommerspritzer"), und wird mit einem Schuss Holunderblüten-Sirup verfeinert. 

Ein "Hugo" ist übrigens die elegantere Variante des volkstümlichen Kaiserspritzers mit Prosecco statt einfachem Wein und mit neckischen Minzblättchen ;-) 



Das ist mein heutiger Kaiserspritzer 
und er hat natürlich den frischen Schafgarbe-Rosen-Sirup drin!! Sehr süffig und wirksam gegen die Hitze!! 



wer steht noch an der Beachbar??


giftigeblonde http://wp.me/p2Na6l-34B



Donnerstag, 16. Juli 2015

rosarot im Waldviertel - Natur am Donnerstag


Im Waldviertel im nördlichen Niederösterreich blühen die Mohnfelder nach ein paar kühleren Tagen jetzt so richtig auf...  viele Felder strahlen schon von weitem in rosaroter (oder weißer oder blasslila...) Blütenpracht... die schönsten Fotos habe ich aber im Vorjahr geschossen (klick)  

Mohnfeld vor ein paar Tagen bei Ottenschlag

Ich schwebe im Moment auf einer rosaroten Urlaubswolke... 
und schicke meine rosa Mohnblüten zu Jutta und "Natur am Donnerstag" 



was gibt es sonst noch dieser Tage in rosa...

stilisierte und überdimensionale rosa Mohnblüten aus Holz in Bad Traunstein


die rosaroten und aromatischen Waldhimbeeren sind im Reif-werden, 
leider haben sie oft tierische "Mitbewohner"


und die bereits verblassten Linien des Labyrinths vor dem Haus meiner Freundin Sabine haben wir mit rosa Farbe nachgemalt... 

kleines Labyrinth vom Typ Charteres auf dem Zufahrstweg zum Haus.. 
ist das nicht schön... 


Freitag, 10. Juli 2015

Erdbeer-Shrub: Erdbeere goes Essig


Ihr seht direkt in mein Testglas vom angesetzten Erdbeer-Shrub, den ich jetzt mehr als 3 Wochen ziehen gelassen habe. Shrub? Ich habe zum ersten Mal (bewusst) hier davon gelesen. 

Shrub ist die Bezeichnung für einen Sirup aus beliebigen Früchten, bei dem die Früchte nicht mit Zitronensäure, sondern mit Essig (und natürlich Zucker) haltbar gemacht werden. Diese Methode kannten auch unsere Großmütter und ich kann mich dunkel an den Himbeersirup meiner Omama erinnern, der ganz leicht essigsäuerlich und sehr erfrischend schmeckte. Denkt auch an die bekannten Essigzwetschken, man kann auch ganze Früchte derart einlegen.

Das Grundrezept für den Shrub ist einfach: 
jeweils 1/3 Früchte, guten (Apfel-) Essig und Kristallzucker in einem großen verschließbaren Glas gut vermischen und ziehen lassen. 

Im www findet man die verschiedensten Methoden dazu: Die einen kochen den Essig zuerst mit Zucker auf; die anderen lassen die Früchte zuerst im Essig ziehen und geben nach dem Abseihen den Zucker dazu. Andere wiederum lassen die Frücht zuerst mit Zucker ziehen und geben dann den Essig rein...
Ich denke, früher wurden die Früchte mit Essig vermischt einige Zeit in den Keller gestellt, dann mit Zucker versehen und womöglich noch aufgekocht (ich kann meine Oma leider nicht mehr fragen, sie wäre übrigens dieser Tage 113 Jahre alt geworden.... )
Einen ausführlichen Beitrag zum Shrub gibt es hier. Ich hab es aber wie fast immer anders probiert...


In mein Testglas für Erdbeer-Shrub kam die kleine Menge von

  • 250 g pflückfrischen, klein geschnittenen Erdbeeren, 
  • 250 g Kristallzucker und 
  • 250 ml Essig (Condimento bianco) gleichzeitig rein. 

Die Mischung einige Male gut verrühren, dass sich der Zucker ganz auflösen kann und das verschlossene Glas nicht zu warm stehen lassen, idealerweise im Keller oder im Kühlschrank (zur Sicherheit - wer weiß, wie sich die Mischung bei warmen Temperaturen verhält, hat wer Erfahrungswerte?).
Das Glas dann ein paar Wochen "vergessen", aber doch immer wieder nachsehen!
Nach dem Ziehen wird der Shrub abgeseiht und in sterilisierte Flaschen gefüllt.


so eine schöne Farbe!
aber man muss ihn ordentlich verdünnen!

Sehr erfrischend schmeckt so ein Shrub mit Soda oder Mineralwasser aufgespritzt oder mit gutem Leitungswasser (Wiener Wasser!) oder mit Prosecco.... auch phantasievolle Cocktails mit oder ohne Alkohol lassen sich mit Shrub zaubern...


auch verdünnt finde ich den Erdbeer-Geschmack sehr gut!

Die Erdbeerzeit ist für heuer ja mehr oder weniger vorbei, aber es warten schon die ganzen Sommerfrüchte, um zu Shrub zu werden! Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt...


Dienstag, 7. Juli 2015

"Samen der Sonne" Marillen und Mandeln


"Samen der Sonne" wurden die sonnig-orangen Marillen / Aprikosen einst von den Persern genannt. 

Diese grüne Marille von unserem Baum ist weit davon entfernt... der Baum kümmert im heurigen Jahr leider vor sich hin und sieht etwas zerzaust aus. Die meisten Früchte fallen grün vom Baum und die wenigen verbliebenen sehen eingedellt aus... das wird heuer nichts mit Einkochen und Verbacken. Zum Glück gibt es schon heimische Marillen zu kaufen, auch in der Wachau habe ich die ersten schon gesehen und da greife ich heuer besonders gern zu.

Mit Mandeln ergeben sich die köstlichen Kombinationen;
die Gleichung lautet: Marillen + Mandeln + Lavendel = Sommergenuss
in jedes Rezept unten würde Lavendelzucker passen...


Auflauf mit Mandeln und Marillen
meine ovale Form hat rd. 30 cm Länge


  • 4 Eiklar zu Schnee schlagen und beiseite stellen.
  • 4 Eidotter mit
  • 120 g Butter,
  • 120 g Zucker und
  • 120 g Topfen/Quark schlagen, 
  • 120 g geriebene Mandeln einrühren
  • 1 Bio-Zitrone - die abgeriebene Schale und dann den Eischnee unterheben. 
Die Masse in die befettete und bebröselte Form leeren, mit geviertelten Marillen/Aprikosen belegen und im vorgeheizten Rohr bei 180° ca. 40 Minuten backen. Noch warm als Dessert oder ausgekühlt zum Kaffee genießen. 



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Tarte mit Mandeln und Marillen
für eine runde Form mit ca. 24 cm Durchmesser

Den Mürbteig ("1-2-3 und 1 Ei") von hier verkneten, auswalken, die befettete Form damit auslegen und einen Rand formen.

Mandelcreme:

  • 50 g weiche Butter
  • 50 g Zucker
  • 50 g Mandeln
  • 1 Bio-Zitrone - die abgeriebene Schale
  • etwas Inländer-Rum oder Weinbrand
  • 1 kleines Ei (optional, wenn die Masse zu fest erscheint)

Die Zutaten für die Creme verrühren und auf den Boden streichen, mit halbierten Marillen dicht belegen. Bei 180°C im vorgeheizten Rohr ca. 40 Minuten backen. Mit Lavendelblüten behübschen.


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Schneller Becherkuchen mit Mandeln und Marillen
für ein eher kleineres Backblech, ansonsten die Menge verdoppeln.
Die Maßeinheit ist ein handelsüblicher Joghurt-Becher, bei uns sind das 250 ml, man kann genausogut ein Glas als Einheit benutzen.


  • 2 große Eier (oder 3 kleine) 
  • 1 Becher Kristallzucker 
  • 1 Becher Joghurt oder ein anderes Milchprodukt, wie Milch, Sauerrahm, Buttermilch etc.
  • 1/2 Becher (Raps-) Öl
  • 1 1/2 Becher Mehl
  • 1/2 Becher geriebene Mandeln
  • 1/2 P. Weinstein-Backpulver
  • 1 Bio-Zitrone - Schale
Die Eier zuerst mit dem Zucker gut aufschlagen, dann die restlichen Zutaten einmengen. Den Teig auf ein Backblech verstreichen, mit halbierten Marillen (und Ribiseln/Johannisbeeren etc. was der Garten so hergibt) belegen. Im vorgeheizten Rohr bei 180°C etwa 25-30 Minuten backen. Dann noch lauwarm oder ausgekühlt drüber herfallen... frisch schmeckt´s am besten und am nächsten Tag gibt´s einen neuen...



ein paar Lavendelblüten drüberstreuen...
so einfach und so gut!



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heiß ist es heute...

 soll ich...?

so kann man die Hitze aushalten! 

und wie macht ihr das? 


Mittwoch, 1. Juli 2015

sauer macht lustig: Lemon Bars

Zitronenbaum im Garten unserer Ferienwohnung auf der Insel Hvar
(wir durften uns bedienen!)

Von den frisch gepflückten Gartenzitronen aus Kroatien sind leider keine mehr übrig, aber ich habe neulich viel zu viele Zitronen gekauft und musste sie verarbeiten. Wie sehr oft wurde ich auf der Seite der Pioneer Woman fündig. Dort kann man sich verlieren in die köstlichsten und (scheinbar) einfachsten Rezepte, die wie aus dem Ärmel geschüttelt und deppensicher erscheinen. Dabei sind die Anleitungen mit den vielen Fotos stimmig und funktionieren; nur manchmal reduziere ich etwas Zucker oder Fett... Dank www ist die Umrechnung der amerikanischen Maßeinheiten keine Hexerei.


Lemon Bars
Zitronenschnitten

(Rezeptquelle)

Eine Backform in der Größe von etwa 23 x 33 cm (9-by-13-inch) mit Butter sehr gut befetten.
Das Backrohr auf 175°C (350°F) vorheizen.

Boden:


  • 240 g Mehl (2 cups)
  • 112,5 g Kristallzucker (1/2 cup), ich habe reduziert auf 100 g
  • 1 gute Prise Salz
  • 225 g Butter (2 sticks = 1 cup), im Original wird gesalzene Butter verwendet, diese in Würfel schneiden

Die Zutaten mit den Fingern wie Streusel rasch miteinander verbröseln und in die vorbereitete Form drücken. Im Rohr etwa 15 - 20 Minuten vorbacken, bis der Teig beginnt zu bräunen. Herausnehmen und sofort die Fülle drauf leeren.

Fülle:


  • 340 g Zucker (1-1/2 cup), ich habe 300 g Zucker (halb Kristall- halb braunen Zucker) verwendet
  • 30 g Mehl (1/4 cup)
  • 4 Eier Größe L
  • 4 -5 Bio-Zitronen je nach Größe, Saft und Schale

Die Eier mit den trockenen Zucker schlagen und den Zitronensaft einrühren, wer will verfeinert die Mischung mit einem Schuss Inländer Rum oder Limoncello. Die flüssige Fülle auf den vorgebackenen Boden leeren, vorsichtig ins Rohr stellen und weitere 20 Minuten hell backen. Beim nächsten Mal würde ich die Form mit Alufolie belegen und etwas länger backen.

Auskühlen lassen, mit Staub-/Puderzucker bestreuen und in Quadrate schneiden.




Ich habe "normale" Zitronen verwendet, die man bei uns so zu kaufen bekommt; mit "besseren" Sorten, wie zum Beispiel Meyer Zitronen schmeckt das Ganze sicher feiner, wie man hier sieht. Eine Möglichkeit wäre, den sauren Zitronensaft mit etwas Orangensaft abzumildern, wie man bei der Küchenschabe auch nachlesen kann.

Uns haben die intensiv zitronigen Zitronenschnitten trotzdem gut geschmeckt und sie passen durch ihre erfrischende und säuerliche Fruchtigkeit so gut in den jetzt beginnenden Sommer mit erster Hitzewelle!!