Mittwoch, 31. Dezember 2014

Venezianischer gefüllter Putenbraten mit Radicchio



nocheinmal Venedig:
Ich habe IHN erstmals gesehen auf dem Markt bei der Rialtobrücke in der Auslage einer Fleischerei (und nicht gekauft): 

Braten Pute Speck Radicchio





Ob der Braten jetzt typisch venezianisch ist? egal...
Aber er sieht so gut aus, den musste ich zu Hause nachmachen! So habe ich einige italienische Rezepte im www gewälzt und herausgekommen ist diese sehr interessante Kombination:


Putenbraten gefüllt mit Radicchio, Salsicce und Speck

Zutaten für 3-4 Personen: 
  • ca. 1 kg Putenbrust im Ganzen
  • 1 Stück Radicchio von der Sorte „Radicchio Rosso di TrevisoTardivo“ (das ist wieder der elegante Salat mit den schmalen langen Blättern; mit einer anderen Sorte geht es auch)
  • 2 oder mehr Salsicce je nach handelsüblicher Größe (italienische Bratwurst)
  • 150 g Prociutto crudo oder beliebiger Schinkenspeck, besser ein gut fetter Speck so wie auf dem obigen Venedig-Foto!
  • Salz, Pfeffer
  • frische Rosmarinzweige
  • Spagat zum Umwickeln, einige Holz- oder Metallspieße zum Feststecken
  • beliebiges Wintergemüse zum Mitbraten (Selleriestange, Karotten/Möhren, gelbe Rüben, Zwiebel etc.)




Zubereitung:

  • Die Putenbrust wenn möglich gleich vom Fleischhauer/Metzger aufschneiden lassen, so dass man sie gut füllen und einrollen kann. Das Fleisch dann aufgebreitet auflegen, salzen und pfeffern.
  • Den Radicchio waschen und den Strunk wegschneiden. Die schönen eingerollten dunklen Spitzen ebenfalls abschneiden und für Salat verwenden.
    Die Radicchioblätter auf das Fleisch verteilen und die Salsicce drauflegen, bei mir waren das 2 eher dickere Würste hintereinander. Ich wollte die Würste häuten, aber so hätte ich sie zerstört und es muss nicht sein. 
  • Dann das Fleisch einrollen, so dass die Fülle schön rund beisammen bleibt, und mit den Spießen provisorisch feststecken (oder man hat eine 3. Hand zur Hilfe). Den Speck der Länge nach außen rundherum drauflegen und dann den Braten mit dem Bindfaden gut festbinden. Das ist eine schöne Bastelei, aber mit den Hilfsspießchen, die man dann wieder entfernt, geht das recht gut!!
  • Zum Schluss ein paar frische Rosmarinzweigerl dazustecken und in einem Bräter ein Gemüsebett für das Schätzchen vorbereiten.
  • Das Backrohr auf 150°C aufheizen und den Rollbraten auf das Gemüse betten, mit etwas Wasser oder Weißwein untergießen und zugedeckt langsam etwa 1 ½ Stunden braten. Einmal umdrehen, Flüssigkeit kontrollieren und die letzte halbe Stunde ohne Deckel und mit 175°C fertig braten.
  • Den Braten rasten lassen und dann aufschneiden. Mit Salat, Brot und dem Gemüse servieren.



Fazit: ein würdiger Neujahrsbraten und ein etwas "anderer" Putenbraten; das leicht Bittere des Radicchios und die würzige Wurst sind ein guter Kontrast zur dezenten Pute!

Das Gemüsebett kann ich mir mit Paradeisern/Tomaten auch gut vorstellen. Das Fleisch könnte ein bisschen dünner sein und beim nächsten Mal würde ich einen fetteren Speck verwenden.

Diese wunderschönen und leicht bitteren Salate habe ich beim Nachhausefahren auf dem Markt
in der Altstadt von Udine besorgt:  

Udine im Friaul ist auch zu jeder Jahreszeit eine sehr schöne Stadt,
aber das ist eine andere Geschichte...



Und jetzt wünsche ich euch noch einen guten Rutsch und besonders ein 
"Prosit Neujahr" - es möge gelingen! 
Interessante Gedanken zum Jahreswechsel gibt es bei artedea zum Nachlesen. 

Montag, 29. Dezember 2014

auf dem Rialto-Markt und Pasta mit Radicchio


ach, wie beneide ich die Italiener um ihre schönen Märkte mit einem Angebot an frischem Obst, Gemüse, Fisch und Meeresfrüchten und allerlei sonst, von dem wir nur träumen können... 


Im Urlaub sind Märkte daher für mich immer ein Anziehungspunkt (wenigstens nur schauen!) und natürlich diesmal auch der Markt in der Nähe der Rialtobrücke in bella Venezia: 

die geputzten Artischoken begeistern mich immer wieder (oben links), auch die winterlichen Bittergemüse wie Puntarelle und Cime di rapa; Huhn mit Füßen dran hätte ich auch gern;
gekauft habe ich dann nur sonnengetrocknete Tomaten aus dem apulischen Salento und aromatische Clementinen 



Heimtransport von allerhand eingekauften Schätzen mit dem Vaporetto über den Canal grande ins Hotel



Der Rialto-Markt heißt nicht umsonst Pescheria/Fischmarkt. Muscheln habe ich erst vor ein paar Jahren lieben gelernt und ich muss sie auch (noch) nicht selbst zubereiten, im Restaurant können die das besser ;-)


Wir haben so ausgezeichnet gegessen in Venedig! Es gibt viele gute und leistbare Lokale - abseits der bekannten Routen und Touristenströme, man muss nur ein bisschen suchen. 

oben: Branzinofilet zugedeckt mit knackigem Lauch-Radicchio Gemüse (sehr gut!) und vongole/Venusmuscheln,
rechts meine geliebten eingelegten Sardinen mit Zwiebeln "sarde in saor"
unten: eine herrliche Kalbsleber auf venezianische Art mit Polenta und das unansehnliche und unscharfe Ding rechts ist eine Wahnsinns-Lasagne mit Radicchio und Taleggio-Käse! 


Die Kombination von Pasta mit dem leicht bitteren Radicchio ist eine Wucht und musste zu Hause sofort so halbwegs nachgekocht werden:


Pasta mit Radicchio

für 2 Personen

  • 1 Radicchio waschen und in 1 cm Stücke schneiden, die schönsten gelockten Spitzen für Salat verwenden.
    Welche Sorte Radicchio man nimmt, dürfte nicht von großer Bedeutung sein, ich habe ein paar von diesen länglichen eleganten mitgebracht:
Radicchio Rosso di Treviso Tardivo


  • beliebige Nudeln kochen
  • 1 kl. Zwiebel in Olivenöl weich schmoren, ohne viel Farbe nehmen zu lassen
  • etwas Lauch dazugeben und zum Schluss den Radicchio

nur kurz durchschwenken, salzen, pfeffern (schwarzer, frisch gemahlener Pfeffer) und gleich die gekochten Nudeln dazugeben. Anrichten und mit grob geriebenem Käse bestreuen. 



so einfach und so gut!
Empfehlung 

und die Lasagne kommt auch noch dran irgendwann


Samstag, 27. Dezember 2014

Venedig im Winter und im Nebel




wenn der Himmel sich herabsenkt...

Nebelhimmelsbilder aus Venedig für die Raumfee - dichter Nebel in einer Stadt macht eigentlich nur diese eine Stadt so richtig schön und romantisch!



Venedig im Winter oder besser in der Vorweihnachtszeit ist etwas für Genießer, die allerdings wetterfest sein müssen!

Natürlich sind die üblichen Tagestouristen- "Trampelpfade" (wie San Marco - Rialto) voll, aber abseits davon und am Abend kann man wunderschönste Wege und Plätze entdecken. Besonders Dorsoduro rechtsseitig des Canale Grande mit seinen Gässchen, Plätzen und schönen Geschäften (und dem Rialto-Markt, den zeige ich euch extra) hat es uns angetan.



eine Karte für die Eltern muss sein


zuerst hält sie sich bedeckt, erst nach Zusicherung eines Obolus lässt sie sich ablichten





Venedig in der Weihnachtszeit:


rudernde Weihnachtsmänner am Canal Grande, Weihnachtsbeleuchtung
Weihnachtskrippe in einer Geschäftsauslage, Eislaufplatz... 

Überall "weihnachtet" es, aber dem großen Rummel haben wir erfolgreich getrotzt! 



Übrigens, Tipp zur Anreise nach Venedig:
  • entweder mit der Bahn (es gibt wieder Direktzüge von Wien nach Venedig!) oder 
  • mit dem Auto: Wir sind nicht ins Venedig-nahe, teure Parkhaus Tronchetto gefahren, sondern über Jesolo nach Punta Sabbioni. Das Parken ist dort 4x günstiger (derzeit rd. 5,- pro Tag) und 2x pro Stunde fährt ein Schiff (Linie 14, hier gelb eingezeichnet) am Rand der Lagune nach Venedig. In einer guten halben Stunde ist man nahe San Marco. Und gleich in Punta Sabbioni Tagestickets für Venedig kaufen! 




wir sind da!
warum nicht öfter ...


Donnerstag, 25. Dezember 2014

Frohe Weihnachten


ein Christbaum neben dem Markusdom in Venedig



Am Abend hat man den riesigen Markusplatz fast für sich allein. 

Schöne Feiertage wünsche ich euch! 


Mittwoch, 17. Dezember 2014

Venezianische Sehnsuchtskekse

venezianische Zaletti

Der Sehnsucht nach Venedig im Advent geben wir heuer wieder einmal nach und verbringen ein paar Tage vor Weihnachten in Friaul und in der Serenissima. Ein idealer Zeitpunkt, denn es ist dann dort ein bisschen stiller als sonst und romantisch-weihnachtlich-relaxed.

Zuletzt waren wir 2006 im Dezember in Venedig:

auf Murano

ganz aus Glas





Zur Einstimmung auf den Kurzurlaub backe ich schnell noch ein paar venezianische Zaletti, oder stammen sie aus Verona? egal! Es handelt sich um süße Maismehlkekse und sie gehören zu den "trockenen biscotti", die man das ganze Jahr über zu (Süß-) Wein, Kaffee oder Grappa genießt. Mir schmecken sie zu Hause auch zu einem fruchtigen Tee sehr gut.
Die meisten dürfen in einer Keksdose bis Weihnachten auf uns warten und werden gleichzeitig dadurch mürber und geschmacklich runder.


Zaletti

Menge für 2 Backbleche

  • 2-3 EL Cranberries (oder Rosinen) in gut
  • 2 cl Grappa (oder Saft) rechtzeitig einweichen und beiseite stellen. 

  • 120 g weiche Butter mit
  • 110 g Rohrzucker und
  • 1 Ei schaumig schlagen, dann die Cranberries mitsamt der Flüssigkeit dazugeben und die restlichen Zutaten mit einem Kochlöffel einmengen. 

  • 250 g Maismehl
  • 80 g Weizenmehl
  • 1 Prise Meersalz
  • ½ P. Backpulver
  • etwas Milch bis höchstens 1/8 Liter Milch nach Bedarf
  • eine Handvoll Pinienkerne 


Die Masse nicht zu lange rühren und zum Schluss händisch verkneten.
Das Backrohr auf 180°C vorheizen.
Aus dem etwas bröseligen Teig werden nun mit den Händen kleine Kugerl geformt und gedrückt, auf ein Backblech (+ Backpapier) gelegt und ein bisschen flach gedrückt, oder man kann alternativ eine Rolle formen, Scheibchen abschneiden und nachformen (drücken!). 

Etwa 15-20 Minuten backen, nicht zu lange, nur bis sie eine schöne dezente Bräune oder maisgoldene Farbe haben. 




Macht euch nicht zu viel Stress vor Weihnachten!




Sonntag, 14. Dezember 2014

Keksrettung - Hasenpfoten bringen Glück



Ein ängstlicher Mensch ist ein "Hasenfuß", aber die Pfoten von (Feld-) Hasen gelten als Glücksbringer. Im Mittelalter glaubte man, dass eine um den Hals gehängte Hasenpfote Zahnschmerzen vertreiben würde. Ich muss das heute zum Glück nicht testen, sondern backe lieber zur Prophylaxe ein paar süße Hasenpfoten.

Gleichzeitig hat die giftige Blonde wieder zu einer Rettung aufgerufen und - 
wie überraschend in der Weihnachtszeit ;-)  

wir retten die Weihnachtsbäckerei! 



Hasenpfoten

Teig (für 1 Blech):
  • 120 g weiche Butter
  • 100 g Staubzucker/Puder-
  • Vanille
  • 1 Ei                                  schaumig schlagen
  • 150 g Weizenmehl
  • 100 g Maizena Stärkemehl
  • 1 TL Backpulver              einmengen
Die Masse in einen Dressiersack mit großer Sterntülle füllen und längliche „Pfoten“ auf ein Backblech (mit Backpapier belegt) spritzen, im vorgeheizten Rohr bei 190°C etwa 10 Minuten hell backen. 

Glasur:
  • 200 g Staubzucker/Puder-
  • 2 EL ungesüßter Kakao
  • 20 g flüssige Butter
  • 20 g flüssiges Kokosfett (Ceres)
  • 4-5 EL warmes Wasser
  • 1 EL Inländer-Rum oder Likör (heute Himbeerlikör)
Die Zutaten gut glatt rühren, bei Bedarf noch etwas warmes Wasser oder Likör dazugeben, dass eine schöne nicht zu dicke Glasur entsteht. Die Hasenpfoten jeweils zur Hälfte glasieren. Die Glasur bekommt durch das Kokosfett einen schönen Glanz. 



Eine sehr gute Spritzgebäck-Masse und ein schnelles unkompliziertes Rezept wie für mich gemacht. Es stammt ursprünglich aus diesem Buch, wo Bäuerinnen aus ganz Österreich ihre liebsten Rezepte eingesandt haben:

erschienen im Weltbild-Verlag, 2008



happy together
von Painting dreams

das wünsche ich euch!


Und hier waren weitere Keksretterinnen und 1 Retter unterwegs:


hier gibt es auch eine schöne Collage von allen Rettungskeksen




Genussjäger: http://wp.me/p5oad4-rq

giftigblonde: http://wp.me/p2Na6l-2Eo

Hoetus Poetus: http://wp.me/p2tOrO-12G




Prostmahlzeit: http://turbohausfrau.blogspot.co.at/2014/12/rettet-die-kekse-schirligum.html