Dienstag, 29. April 2014

Kroatien - Blumen und Wildspargel

Lovran heute Vormittag, Blick Richtung Rijeka

Der Header mit Sonnenschein in einer einsamen Bucht auf Hvar zeigt nur die halbe Wahrheit ;-)
Tatsächlich wurde für uns die traumhafte Landschaft immer wieder einmal "gewaschen", aber freundlicherweise bei angenehmen Temperaturen und das Beste: alles blüht!! Nicht nur in den Gärten, auch in der Wildnis der Macchie blühen die verschiedensten Wildblumen derzeit in allen erdenklichen Farben.

Bienenstöcke auf Hvar

Es ist genügend Nahrung für die Bienen da!
Auch für unsereins bietet Kroatien (nicht nur) im Frühling kulinarisch genug, vor allem den unscheinbaren Wildspargel, aber in der "Wildnis" hätte ich ihn gar nicht gefunden:


gesehen auf dem Markt in Split

der Grüne Markt in Split ist hauptsächlich ein Blumenmarkt

Schweinsmedaillons mit Wildspargel und Polenta, gegessen in Baska auf Krk

Frittata mit Wildspargel und Krabben, in Moscenice genossen

Er schmeckt ganz zart wie die meisten Wildpflanzen und kommt eigentlich mit Ei so wie auf dem Foto am besten zur Geltung! Wir saßen gestern zum letzten kroatischen Abendessen heraußen auf der Restaurant-Terrasse hoch oben über der Kvarner Bucht mit Blick in den abendlichen Himmel über dem Meer... seufz



Nachtrag zum  Gemeinschaftsprojekt Osterpinze:
In Split lacht mir doch glatt in einer Bäckerei eine Osterpinze entgegen, sie hatte ein mitgebackenes (und ziemlich pickiges) Kristallzucker-Häubchen und schmeckte wie hausgemacht - also fast so gut wie unsere Pinzen ;-)



Pinze aus Split






Freitag, 18. April 2014

Presnitz, Osterbaum und Antworten


Bevor ich in den (wohlverdienten) Urlaub abzische, will ich noch ein paar Dinge erledigen ;-)


Ich backe noch schnell einen Presnitz. Das ist nach den Pinzen von neulich eine weitere typische Osterspezialität aus dem alten Triest. Das Rezept dieses feinen Strudels mit Orangen-Nuss-Fülle habe ich einmal bei der Küchenschabe gesehen und ich backe es gern in halber Menge ohne Rosinen und meist mit gekauftem Blätterteig (Schande über mein Haupt).




Presnitz aus Triest frei nach Küchenschabe

1 P. Bio-Blätterteig

Fülle:
100 g verschiedene Nüsse bzw. Kerne, zum Beispiel:
                      60 g Walnüsse grob gehackt
20 g Mandeln grob gehackt
20 g Pinienkerne ganz
85 - 100 g verschiedene kandierte oder getrocknete Früchte, am besten sind:
                      2/3 Aranzini fein gehackt oder geschreddert
1/3 Cranberries fein gehackt
20 g dunkle Schokolade grob gehackt
40 g Kekse oder Zwieback zerbröselt
1-2 Bio-Orangen – Schale
1 Bio-Zitrone – Schale
20 g Butter zerlassen
(Zimt)
75 ml Weißwein oder Orangensaft vermischt mit
1 schwachen EL Zucker (im Original 55 g, aber das ist mir zu süß, vor allem wenn man kandierte Früchte und Saft reintut). 



Die Zutaten für die Fülle vermischen. Ich hacke nur die kandierten oder getrockneten Früchte ganz fein, die verschiedenen Nüsse und die Schokolade bleiben bei mir grob, weil ich gern "Biss" habe, wer will hackt alles kurz und klein ;-)  Rosinen oder getrocknete Feigen würden wahrscheinlich gut passen, wenn man sie mag.
Die Fülle auf den ausgerollten Blätterteig streichen, einrollen, mit Ei bestreichen und bei 175°C ca. 25 Minuten backen.



Von der nördlichen Adria stammt auch dieser Osterbaum mit Olivenbaumzweigerln. Die giftige Blonde sucht ja ein originelles Osterei für ihr Osterevent und ich hab leichtsinnigerweise gemeint, ich hätte da was für sie. Aber statt einem verkochten, gebackenen oder besonders künstlerischen Osterei habe ich halt nur diesen ganzen mediterranen Osterbaum gefunden...



bitte sehr!
vorige Ostern gesichtet in Caorle in Norditalien




Zuletzt bekommt auch Nikky von Kitchen Stories noch schnell ihre Fragen beantwortet, so von Wien / Waldviertel nach Waldviertel / Wien. Ich befolge aber die Award-Regeln nicht und leite keine Fragen an andere Blogs weiter, aber wer will, fängt sie auf:



Nikkys Fragen an mich:

1.      Wie viel Einfluss auf deine Küche hat die Region/die Stadt in der du lebst?
großen Einfluss, ich verwende am liebsten regionale Produkte und lasse mich gern von der Wiener Küche aber auch dem großen Angebot am "fremdländischen" kulinarischen Angebot in Wien verleiten. 
2.      Welches ultimative Gericht aus deiner Kindheit verbindest du mit Genuss und weshalb?
das Erdäpfelgulasch meiner Mutter, weil ich es nur so mag, wie sie es immer schon gemacht hat mit den mehligen Erdäpfeln und der Dürren Wurst und die Sauce so mollig, ich könnte es Tage hintereinander essen…
3.      Wie kaufst du deine Lebensmittel ein… Bio, regional oder ganz egal?
zunehmend bio und regional, immer weniger egal
4.      Welche drei (oder auch vier, fünf,…) Produkte dürfen in deinem Kühlschrank/deinem Vorratsschrank nicht fehlen?
Kaffee, Milch und ein paar Kekse müssen immer da sein, dann ist wenigstens das Frühstück und damit der Tag gerettet, alles weitere findet sich
5.      Kochen/Backen bedeutet für dich….?
meist Entspannung, weil ich nicht täglich kochen muss, sondern es dann tun kann (meistens zumindest), wenn ich will
6.      Bei wem aus der großen Welt der Koch- und Backblogs wärst du gerne mal Gast?
Gast eher nicht, aber am meisten bewundere ich Hobbykochbloggerinnen, die sagenhafte mehrgängige Menüs auf den Tisch bringen
7.      Hast du einen Wunsch an mich? Was sollte ich mal „für dich“ kochen oder backen?
da fällt mir sicher für ein Gemeinschaftskoch-oder Backprojekt (siehe Osterpinzen) einmal etwas ein, oder?
8.      Wenn du eine Reise aus rein kulinarischen Gesichtspunkten gestalten würdest, wohin würde es dich führen?
am ehesten in den mediterranen Raum, aber eigentlich egal wohin, denn ich probiere überall gern was Landestypisches aus
9.      Welches Kochbuch würdest du mir empfehlen, bzw. was darf in meinem Bücherregal auf gar keinen Fall fehlen?
Das schöne und berührende „The Dining-Room Kochbuch“ von Angelika Apfelthaler. Nachschauen geh ich am ehesten in mein altes kleines rotes Schulkochbuch, dort sind alle Basisrezepte und grundlegendes Kochwissen drin, auf das man aufbauen kann.
10.  Kannst du mir ein Restaurant empfehlen und weshalb sollte ich dort unbedingt mal hingehen?
In Wien sollte man wenigstens 1x beim Plachutta einen Tafelspitz gegessen haben…
11.  Und zu guter Letzt: was bringt dich zum Lachen?
sogar die Aussprüche und Witze meines Südtiroler Chefs (das spricht FÜR ihn!)


Schöne Ostern euch allen! 


Dienstag, 15. April 2014

Osterpinze wie in Triest für das "3-er Pinzenprojekt"

Jede von uns 3 hat Osterpinzen gebacken - die giftige Blonde, die Turbohausfrau und ich!

Die Zahl 3 spiegelt sich auch in der Pinzenform wider, da jede vor dem Backen von der Mitte her 3x eingeschnitten und optisch gedrittelt wird. Man kann diese Dreieinigkeit religiös betrachten oder von der Verbreitung ableiten, denn Osterpinzen werden besonders im südösterreichischen Alpenraum, im italienischen Friaul (zB. Triest und Görz/Gorizia) und im slawischen Raum von Laibach bis Zagreb gebacken. Pinzen sind also ein typisches altösterreichisches Ostergebäck aus dem (wie es heute heißt) Alpe-Adria-Raum.

Sehr gute Pinzen habe ich einmal nach dem Rezept von Katha gebacken (hier schreibt sie vom "inneren Pinzenzwang"). Es sind lupenreine alpenländische Pinzen, die nur mit Aniswein und Zitrone gewürzt werden dürfen. Weiter im Süden ist man da nicht so streng (und ich auch nicht) und dort dürfen ruhig auch andere Aromen wie Vanille, Orangenschale, Rum oder sogar Rosinen rein. Immerhin stammt das Ostergebäck ja von dort und kam einst als "Görzer Pinze" zu uns.


Triest

Vor mehr als 10 Jahren habe ich einmal in Triest in einer winzigen Bäckerei in der Hafengegend eine wunderbare, aromatische Osterpinze gekauft, sie hat läppische 6.100 Lire gekostet - ich hab den Rechnungsbon damals ins Fotoalbum geklebt ;-)
Ich kann mich bis heute an den feinen Orangengeschmack erinnern und deshalb habe ich für unser 3-er Pinzenprojekt so eine Pinze nach Triestiner Art nachgebastelt. Basis ist das bewährte Rezept von Katha, denn die Pinzenrezepte in mehreren italienischen Blogs haben mich nicht wirklich angesprochen, überall ist eine Kleinigkeit im Rezept, die mir nicht gefällt (zB. Wasser statt Milch, Honig, eigenartige Mengenverhältnisse etc.).
So funktioniert es:


Pinza triestina (Pinze wie in Triest)

Menge für 3 mittelgroße Pinzen

  • 500 g Weizenmehl (Universalmehl)
  • ½ Würfel Germ/Hefe
  • ca. 125 ml warme Milch nach Bedarf, zusätzlich etwas Milch für das Dampferl/Vorteig
  • 75 - 85 g Zucker
  • 100 g geschmolzene Butter
  • 4 Dotter
  • 1 gestr. TL Salz
  • Zitronenschale von 1 Bio-Zitrone
  • Orangenschale (wenn Bio-Orangen verfügbar sind) oder als Ersatz ein paar Tropfen Orangenblütenwasser in die Milch gemischt
  • 100 g kandierte Orangen, geschreddert oder sehr fein gehackt
    (ich hatte von der Weihnachtszeit noch kandierte Orangenschalen vom Markt übrig)

Für das Dampferl/Vorteig etwas Milch, 1 TL vom abgewogenen Zucker, 2 TL vom Mehl und die zerbröckelte Germ/Hefe verrühren und aufgehen lassen.
Aus allen Zutaten einen geschmeidigen, nicht zu festen Germteig/Hefeteig kneten und zugedeckt gut aufgehen lassen. Dann mit der Hand zusammenschlagen bzw. kurz durchkneten und noch einmal zugedeckt gehen lassen.
Dann je nachdem, wie groß man die Pinzen machen möchte, den Teig halbieren, dritteln oder in 5 Teile teilen und Kugeln auf der Arbeitsfläche mit Druck rund schleifen. Man benötigt kein Mehl dazu. Die Kugeln auf ein mit Backpapier belegtes Blech genügend weit auseinander legen. Mit Ei bestreichen und jede Pinze von der Mitte her mit einer Schere 3x einschneiden.

Ins kalte Rohr stellen (daher lasse ich sie nicht noch einmal gehen), auf 175°C aufdrehen und backen, meine 3 mittelgroßen Pinzen haben 25 Minuten gebraucht. 



Fazit: ein feines, lockeres Germteiggebäck mit Orangennote, es ist nicht zu süß (auch wenn mir der rohe Teig meist zu süß vorkommt, aber das verliert sich beim Backen). Sina und Susi, das war eine gute Idee mit dem Pinzensynchronbacken!




Am Osterwochenende werde ich in Triest sein, vielleicht bekomme ich dann noch eine originale Triestiner Pinze zum Vergleichen.... ob die sich aber gegen meine hier behaupten kann ;-)


Nachtrag:
in Triest hatte ich keine Gelegenheit um eine Pinze zu kaufen, aber in Split in Kroatien, hier könnt ihr sie sehen (Fotos unten im Beitrag)

Samstag, 12. April 2014

Schratzen oder Flussbarsch


Abend ist´s am Fuschlsee im Salzkammergut


der See liegt ganz ruhig da - gehen wir was essen! Wie wär´s mit heimischem Fisch?  


In einigen Salzkammergut Fischrestaurants, die sich zu einer Kooperation zusammengeschlossen haben, wird großes Augenmerk auf den heimischen Fisch und strenge Qualitätskriterien gelegt. Wie gut solche Fischgerichte schmecken, haben wir ausprobiert und haben Saibling und Schratzen gegessen.

Schratzen? Hatte ich vorher auch noch nie gehört, aber es handelt sich um Flussbarsch. Ob der Schratzen jetzt eine "Unterart" der Flussbarsche ist oder nur eine regionale Bezeichnung, konnte ich nicht zufriedenstellend herausfinden. Genausowenig wo er zu bekommen ist. So habe ich kurzentschlossen norddeutsche Flussbarschfilets hier erstanden und das delikate Fischgericht von Fuschl nachgekocht.




Flussbarschfilets mit getrüffeltem Erdäpfelpüree und knackigem Gemüse

Pro Person 2 Filets einfach nur salzen, pfeffern und in Butter-Öl-Gemisch braten, ein paar Knoblauchzehen mitbraten und herausnehmen.

Ein nicht zu stark gewürztes Epü bereiten und mit Trüffelöl aromatisieren, Achtung, ein paar Tropfen genügen schon, lieber nachwürzen als zu viel erwischen. Mein Trüffelöl stammt aus Istrien und ich habe es in Vorfreude auf den kommenden Urlaub hier kaufen müssen.

Karotten vorgaren und gemeinsam mit Zucchini, Radieschen etc. in Butter braten, ohne Farbe nehmen zu lassen, bisschen salzen,

dann ein Gläschen Wein einschenken und gemeinsam genießen...

das ist wie Urlaub zwischendurch...



Samstag, 5. April 2014

Himmel in blau



Blauen Himmel gibt es heute bei der Raumfee und ihren samstäglichen Himmelsbildern. Da kann ich auch ein paar Bilder mit viel Himmel aus dem Salzkammergut von voriger Woche beisteuern. 



Blick auf den Wolfgangsee auf halbem Weg auf den Schober - von ganz oben hat man dann einen fantastischen Rundblick auf das Salzkammergut bis zum bayrischen Watzmann und zu den Seen im nördlichen Salzburger Land.  



schönes Steinmandl und rechts das Making-of im Sitzen



viel Himmel und nur blau, der markante Berg ist der Schafberg (ist auch auf dem Header)



Der Abstieg am schattigen Nordhang war ein bissl eine Kletterei auf festgetretenem Schnee, oft musste ich verkehrt herum hinuntersteigen (auch weil ich für die hohen "Stufen" meist zu klein bin). Aber ich fand´s lustig und wir kamen gut hinunter, den Muskelkater danach spürten wir allerdings noch ein paar Tage ;-)

Übrigens, gut gegessen haben wir dort auch, aber das ist eine andere Geschichte.. 


Dienstag, 1. April 2014

Vergängliches in Salzburg


Blütenschönheit kaum entfaltet - bald wieder vergangen... 

Die Magnolie gehört zu meinen Lieblingsfrühlingsbäumen, aber leider ist  die Schönheit nur von kurzer Dauer und sie bekommt bald braune Blütenblätter. 





Umso bunter blüht es in den Beeten, nicht nur so schön geordnet wie im Mirabellgarten, 



auch wild im Wald auf dem Kapuzinerberg.



Blick hinunter auf Salzburg - besonders im Frühling ist die Stadt eine (Wochenend-) Reise wert! 



Friedhof St. Peter mit den ältesten Grabkreuzen und 



die Gewölbe der Stiftsbäckerei St. Peter, wo seit 700 Jahren Brot gebacken wird. Ich habe einen
1 kg-Laib Brot (und ein paar Osterpinzen und überhaupt in der Stadt noch ein paar Sachen...) gekauft und den halben Tag mitgeschleppt, aber es hat sich gelohnt, das Brot schmeckt wirklich sehr gut! 



wie gesagt - eine kleine Reise wert