Samstag, 22. Februar 2014

früher Frühling?

ein Hochstand, ein Baum, ein Marterl
einsam im nördlichen Niederösterreich

So schön sonnig es gestern war, so kahl und braun-grau sieht die Landschaft bei uns noch aus - hier lässt sich noch kein grünes Graserl blicken... es pfeift der kalte Wind über die Ebenen des Weinviertels und ein früher Frühling ist, glaub ich, höchstens in geschützten Gärten anzutreffen. Aber es ist ja erst Mitte Februar und vor einem Jahr um diese Zeit sah es ganz anders aus...

die Dreiergruppe nocheinmal im Gegenlicht

das Kirchensteigmarterl oder "Schwedenkreuz

Nicht weit von der Dreiergruppe entfernt bleibe ich jedes Mal bei diesem Bildstock stehen. Er trägt die Jahreszahl 1646 und jedes Mal denke ich daran, was damals in den letzten Jahren des 30-jährigen Krieges hier wohl geschehen ist. Der Name Schwedenkreuz lässt vermuten, dass Heerscharen aus dem Norden hungernd, mordend und brandschatzend durchgezogen sind.


im Garten blüht noch nicht viel

Ein Blick in den Waldviertler Garten zeigt gerade einmal ein paar scheue Schneeglöckerl und ein einziges lila Stiefmütterchen (und ein paar gelbe Primeln). Wenigstens kann reichlich Vogerlsalat (Feld-) geerntet werden, den gibt es morgen!



Sonntag, 16. Februar 2014

Sonntagskuchen mit Apfel und Schoko



Den sensationellen Sonntagskuchen, den ich heute gebacken und bei Irenes Leckereien gefunden habe, darf ich euch nicht vorenthalten. Er schmeckt locker - leicht-  luftig - fruchtig - schokoladig - würzig - zitronig... 
Ich habe ihn ein bisschen anders gemacht als Irene, hier kommt meine Version:


Schoko-Apfel-Kuchen



Vorbereiten:
  • 3 mittlere Äpfel schälen und würfelig schneiden, in einer Schüssel marinieren mit
  • ½ Bio-Zitrone - Saft und Schale
  • ca. 1 EL Kristallzucker
  • Samen von 5 Kardamomkapseln gemörsert
  • Blüten wie zB. ein bisschen Lavendel, wenn vorhanden

Das Marinieren kommt im Originalrezept nicht vor, aber Kardamom passt sehr gut zu Äpfeln und gibt dem Kuchen einen aromatischen Touch!! 

  • 150 g dunkle Schokolade (70 %) mit 
  • 2 EL Wasser im Wasserbad schmelzen und mit 
  • Rum parfümieren

Eine eher flache Form (meine ist rechteckig und ca. 30 x 40 cm groß) mit Backpapier belegen und das Backrohr auf 175/180°C vorheizen.

Teig:
  • 4 Eier mit
  • 170 g Zucker (im Original 150 g, das erschien mir zu wenig) und 
  • Vanille sehr schaumig schlagen, dann 
  • 150 ml Öl langsam einfließen lassen.
  • 200 g Naturjoghurt und 
  • 350 g Weizenmehl mit 
  • 1 P. Backpulver vermischt einrühren.

Die Masse ungleich halbieren (etwa 2/5 + 3/5).
  1. In die größere Teigmenge die Äpfel unterrühren und in der Form verstreichen. 
  2. In die etwas kleinere Teigmenge die geschmolzene Schokolade einrühren und über die Apfelmasse leeren. Es macht nichts, wenn nicht alles bedeckt ist. 
Im Rohr etwa 30 – 35 Minuten backen und die Stäbchenprobe nicht vergessen.



Nach dem Auskühlen den Kuchen mit Glasur überziehen, im Original wird Schokoglasur verwendet. Ich finde, dass eine Zitronenglasur immer sehr erfrischend schmeckt und habe den Kuchen sehr unregelmäßig damit verziert.

Zitronenglasur: 
Saft von ½ Zitrone und nach und nach Staub-/Puderzucker einrühren, bis eine dickliche Glasur entsteht (Löffelrückenprobe machen). Ich habe heute mitgezählt, wieviele Löffel Staubzucker ich verwende: es waren 10 eher gehäufte Esslöffel. 




Das Hendl hat am Kuchen nicht schwer zu tragen!!
Den mache ich bald wieder!! 



Samstag, 15. Februar 2014

Himmelsbilder

morgenrotes Himmelsbild von heute

"In heaven No. 100", zum sagenhaften 100. Mal erscheinen heute die Himmelsbilder der Raumfee und da ich schon frühzeitig wach war, konnte ich das schöne Morgenrot einfangen.
(Geht es euch auch so, dass ihr oft am Wochenende, wo eigentlich ausschlafen angesagt wäre, so wie ich frisch und munter seid??)

Wir können heute einen schönen, fast Frühlingstag erwarten...
Ganz anders hingegen sieht das "Himmelsbild" (Himmel?) aus, das mir der Liebste von seiner Dienstreise aus Indonesien gemailt hat:

alles grau und mit Vulkanasche bedeckt

Er ist in der Stadt Yogyakarta auf Java vom Ascheregen des Vulkans Kelud überrascht worden. Der mount Kelud ist ja, wie ihr sicherlich in den Medien gehört habt, ausgebrochen und sogar 300 km entfernt ging Asche nieder. Mittlerweile hat er nach einer 16-stündigen Busfahrt die Hauptstadt Jakarta erreicht. In den ersten paar Stunden Fahrt mussten sie sogar im Bus Gesichtsmasken tragen...


Die Insel Java ist sehr dicht besiedelt und ich denke an die vielen Menschen, die jetzt auf der Flucht sind.


Freitag, 14. Februar 2014

Südstaaten Maisbrot für den kulinarischen USA Roadtrip


Bella richtet gerade das Blog-Event USA Roadtrip aus und ich würde am liebsten sofort nicht nur virtuell, sondern tatsächlich wieder über den großen Teich rüberfliegen. Die Weite des Landes, das hat mich beeindruckt.


Leider muss ich mich mit meinem dicken Foto-Ordner (schön eingeklebt, nix digital) von vor mehr als 10 Jahren und einem typischen Südstaaten-Rezept begnügen. Wir besuchten damals meine Kusine, die in Atlanta (Georgia) studierte. Sie borgte uns ihr Auto und wir erkundeten den Südosten der USA, vor allem Georgia von der Atlantikküste bis in die Great Smokey Mountains und einige angrenzende Bundesstaaten.

Blick in meinen Foto-Ordner:
auf einer ehemaligen Südstaaten-Plantage in der Nähe von Charleston in South Carolina
und oben die typischen moosbewachsenen Bäume

Das Rezept, das ich herausgesucht habe und das wir in Atlanta mit frisch gemahlenem Bio-Maismehl aus einer Schaumühle in den Bergen gebacken haben, ist die typische Südstaaten-Beilage zu allen möglichen saucigen Gerichten, heute am besten zu Chili con oder sine carne. Mir schmeckt das kuchenartige Brot lauwarm oder kalt mit gesalzener Butter auch sehr gut!



Southern Corn bread
Südstaaten-Maisbrot


flüssige Zutaten vermixen:
80 g Butter geschmolzen

1 Ei
300 ml Buttermilch bzw. etwas mehr nach Bedarf

trockene Zutaten vermischen:
175 g Maismehl

100 g Maisgrieß
75 g Weizen(vollkorn)mehl
1 P. Backpulver
mindestens ½ TL Salz
30 - 40 g Zucker

Das Backrohr auf 175°C vorheizen,
eine feuerfeste Form befetten und bemehlen. Ich nehme gern meine große Tarteform (30 cm Durchmesser) und lasse die Masse eher flach und knusprig backen.

Die trockene und die flüssigen Zutaten rasch mit einem Kochlöffel miteinander vermischen, eventuell noch etwas Buttermilch dazugeben, dass ein homogener Teig entsteht.
Den Teig in die Form streichen und ca. 35-40 Minuten backen. Etwas auskühlen lassen und in Vierecke schneiden.



oben: die verschiedenen Mehlsorten, die Masse bereit für den Ofen,
unten: knusprig braun gebacken

wie gesagt, zu Chili schmeckt´s sehr gut

Downtown Atlanta

irgendwann wieder...


Sonntag, 9. Februar 2014

Sonntagsguglhupf in mini und Sonntagsblumen

sehen die Minis nicht süß aus?

Wer kann bei so herzigen kleinen Guglhupferln widerstehen?
Meine Mini-Silikonform wollte endlich eingeweiht werden und ich habe bei Ariane wieder einmal ein passendes Rezept gefunden und nur ein bisschen abgeändert ;-)

Der Topfenteig ist nicht allzu süß und die knusprigen kleinen Dinger passen nicht nur zum Kaffee, sondern auch zu einem Glas Weißwein, wie zB. dem von uns sehr geschätzten Rotgipfler aus der Thermenregion im Süden von Wien.


Miniguglhupfe mit Topfenrührteig 
(Quark)

bei mir reichte die angegebene Menge für 18 Minis und 12 größere Förmchen



·                     125 g weiche Butter mit
·                     125 – 135 g Zucker (ich habe beim 2.x etwas mehr Zucker genommen),
·                     2 Eier schaumig schlagen, 
·                     250 g Topfen/Quark dazugeben, 
·                     340 - 350 g Weizenmehl mit
·                     1 P. Backpulver vermischt und den
·                     1/8 l Milch oder Orangensaft einrühren
·                     (100 g Rosinen habe ich weglassen)

Der Teig sollte nicht zu fest werden, also eventuell noch Flüssigkeit dazugeben. Dann in einen Spritzsack (oder ein Gefriersackerl, unten Loch schneiden) füllen und die Förmchen vorsichtig befüllen. Die Mini-Silikonform habe ich vorher mit wenig flüssiger Butter ausgepinselt.
Auf einem Backblech platzieren und im vorgeheizten Rohr bei 175°C backen, die Minis benötigen bei mir 23 Minuten, die etwas größeren Formen 10 Minuten länger. Man kann problemlos das Rohr öffnen und einen Teil herausnehmen, die noch nicht fertigen fallen nicht zusammen.
Nach dem Auskühlen bezuckern.
Empfehlung.

indonesische Schönheit

Die Sonntagsblumen sind für Lemmie, sie hat heute ebenfalls eine Blume gepostet. Meine hier ist eine mir unbekannte Pflanze aus Indonesien, die mir der Liebste von einer Dienstreise mitgebracht hat (das Foto, nicht die Blume!). Nun sitzt er wieder im Flieger dorthin...

Donnerstag, 6. Februar 2014

Gemüsequiche am vegetarischen Donnerstag



Endlich habe ich es an einem Donnerstag geschafft, ein vegetarisches Gericht für den "veggi day" zu posten. 

Ich habe ja vor einiger Zeit mein "Projekt Tiefkühler und Vorratsraum leeren" gestartet und komme mit dem Verkochen von angesammelten Vorräten so recht und schlecht voran. Heute habe ich eine Kugel Mürbteig im Tiefkühler gefunden und ich wusste nur noch, dass es kein süßer ist, aber nicht, dass er neben Kräutern auch Käse enthält (beschriften wäre nicht schlecht...). So habe ich Quiche mit reichlich Gemüse und Guss aber ohne Käse obenauf fabriziert.



Gemüsequiche mit Karotten und Erdäpfeln 
(Möhren und Kartoffeln)


pikanter Mürbteig frei nach Turbohausfrau:

  • 125 g kalte Butter auf einer Reibe reiben und rasch mit den restlichen Zutaten verkneten
  • 250 g Weizenmehl
  • 30 g geriebener Hartkäse (zB. Pecorino)
  • 1 Ei oder ersatzweise etwas kaltes Wasser
  • getrocknete Kräuter wie Oregano und Thymian
nicht salzen, da der Pecorino genügend würzig ist. 
Den Teig kühl stellen und dann ausrollen und eine geeignete Form auskleiden. 


Gemüsefülle:
  • 2/3 Karotten und 
  • 1/3 Kartoffeln stiftelig schneiden oder hobeln
  • etwas Lauch ringelig schneiden
  • ein paar Knoblauchzehen klein schneiden
oder beliebiges Gemüse je nach Saison verwenden. 
Das Gemüse in einer Schüssel mit dem Überguss gut vermischen und auf den Teigboden leeren. Im vorgeheizten Rohr bei 180° ca. 1 Stunde backen (eventuell mit Alufolie zudecken, wenn Gemüsestifteln nicht ganz mit Guss bedeckt sind). Das Gemüse soll weich und der Überguss gestockt sein. 


Guss:
  • 125 g Ziegenfrischkäse
  • 250 g Sauerrahm
  • 250 g Schlagobers/flüssige Sahne 
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer
Alle Zutaten für den Guss gut verrühren, sie sind ebenso wie das Gemüse eine gute Resteverwertung von Milchprodukten! Es kann genausogut Creme fraiche oder Joghurt mitverwendet werden. 


unten: gehobeltes Gemüse und mit Guss vermischt

Der schöne Knoblauch ist ein heimisches Pracht-Exemplar aus dem Waldviertel - nicht so üppig mit vielen Zehen wie oft der importierte aus fernen Ländern (als ob bei uns kein Knoblauch gedeihen würde), aber durch und durch bio und regional! Ich verzichte gern auf Knoblauch, wenn er von ganz weit herkommt. 

Und jetzt verlinke ich das Ganze mit Kerstin und ihrem Blog. 





Sonntag, 2. Februar 2014

nachgebacken: orientalische Grießschnitten in Sirup

Grießschnitten in Sirup

Aus dem schönen Kochbuch "Mezze - ein magischer Genuss" hat Kathi "Kochfrosch" in letzter Zeit einiges gekocht und gebacken. Ich mag diese Vielfalt der arabischen Vorspeisen auch sehr gern und konnte nicht anders, als mir dieses Buch sofort zu bestellen (praktischerweise gibt es das Buch für´s e-book).
Heute habe ich die Grießschnitten nachgebacken, denn ich mag Grieß in jeder Form sehr gern, ob süß oder pikant, ob orientalisch oder "wie früher bei der Oma".
Kathi hat dieses orientalische Dessert hier auch verbloggt, allerdings hat sie das Rezept aus dem Buch strikter verfolgt als ich, wo ich doch immer ein paar Dinge anders mache... und ich habe eine runde Tarteform verwendet.

Bei mir ging es so:

Grießschnitten in Sirup


vorbereiten:
150-160 g Hartweizengrieß (ich nahm herkömmlichen Weizengrieß) mit
350 g Naturjoghurt verrühren und zugedeckt mindestens 2 Stunden quellen lassen.

für den Sirup:
2 - 3 EL Zitronensaft mit
170 ml Wasser,
Kardamomsamen frisch gemörsert oder ca. ½ EL süße orientalische Gewürzmischung und
100 - 120 g Zucker zu einem Sirup einkochen, Herd abdrehen,
1 EL Rosenwasser dazu geben und ziehen lassen.

für die Grießschnitten:
2 kleine Eier (im Original 1-2 Eiweiß) mit
1 Prise Salz und
50 g Zucker schaumig schlagen und mit
Zitronenschale von 1 Bio-Zitrone unter die gequollene Grießmasse heben.

Den Teig in eine befettete, mit Grieß ausgestreute Form streichen und im vorgeheizten Rohr bei 220°C ca. 30 Minuten eher hell backen.
Kurz abkühlen lassen, mit einer Gabel einstechen und mehrmals mit dem Sirup beträufeln.



oben: Gewürzmischung und Rosenwasser
unten: gebacken und mit Sirup getränkt

Ich habe für den Sirup eine fantastische süße Gewürzmischung von Babette`s verwendet, ohne vorher nachzudenken, dass sie Hibiskus enthält, der alles rot färbt. Na, macht nix, der Sirup war derart köstlich und geschmacklich intensiv (das ist auch wichtig, denn die Grießschnitten sind mild im Geschmack), dass die rote Farbe nicht gestört hat.
Das Rosenwasser im Sirup finde ich für den Geschmack auch sehr wichtig, ohne dem würde etwas fehlen...

mit Pistazien bestreut, ein Klecks Joghurt und Sirup rundherum

Empfehlung!

"Melange Orient" von Babette´s Wien enthält unter anderem Zimt, Vanille, Rosen, Kardamom, Lavendel und eben den färbenden Hibiskus.


Und jetzt geh ich ein "Brigid-cross" basteln (bzw. versuche es), denn heute ist Lichtmess bzw. das keltische Imbolc, wo vor allem in Irland diese schönen vierstrahligen Kreuze aus Stroh oder anderen Naturmaterialien im Haus aufgehängt werden.